Auf dem Weg zum Roman

Monat: März 2021 (Seite 2 von 2)

Musik zum Schreiben – Ablenkung oder Inspiration?

Ich schreibe gerne mit Musik. Ich habe eine Zusammenstellung von Liedern aus Pop und Rock (von Alice Merton und Bon Jovi über Robbie Williams bis Sunshine Avenue und Survivor), sowie einigen „Mittelalterbands“ u. a.:

Es ist eine bunte Mischung, über 12 Stunden lang, die ich meist random abspiele, während ich schreibe. Die Lieder wurden von meiner Freundin und mir fürs Schreiben in einem Rollenspiel zusammengestellt. Die meisten Lieder sind gezielt vom Text und der Musik passend zu unserer Geschichte gewählt. Das wilde, schnelle Stück für den Schurken oder wenn der Held durch die Gegend hetzt, etwas Romantisches für unser Liebespaar usw. Wir haben auch Lieder umgewidmet: 

So ist die Erkennungsmelodie für meinen Bösewicht „Eye of the Tiger“ von Survivor ja eigentlich das Theme für den dritten Rockyfilm. Irgendwann habe ich ein Video gesehen, das Szenen aus Herr der Ringe, speziell Aragorn, mit diesem Lied unterlegt hat. Ich sah Aragorn stürmen, Treppen hinauf rennen, kämpfen… dazu das Lied … und dachte… wow, das passt auch für meinen Hauptmann der Wache. Ehrgeizig, energisch, ums Überleben kämpfend… leidenschaftlich, nach Ruhm strebend und wir nahmen das Lied auf in die Playlist. Andere Schreiber haben mich dafür ausgelacht. Für sie war das Lied so mit dem Boxfilm verbunden, dass es nicht passte. 

Aber das ist egal, es muss für mich funktionieren. Inzwischen ist es schon lange so, dass ich meine Figur agieren sehe, sobald das Lied beginnt… Und ich bin sofort dabei, Szenen zu kreieren und mir Geschichten auszudenken. Das war das Ziel!

Ich verbinde mit fast jedem Lied Situationen aus meinen Geschichten oder sogar konkrete Charaktere. Das ist natürlich sehr speziell. Dennoch habe ich festgestellt, dass die gleiche Musik mir auch für andere Stories hilft. Sie ist wie mein Trigger, mein Türöffner in meine fantastische Welt. Ich liebe es, zu Musik zu schreiben. 

Für mich gehört Musik zu meiner Schreibroutine

Wenn man sich eine Routine erschaffen will (siehe mein Blogartikel zur Schreibroutine), braucht es dazu ja immer drei Teile: Einen Auslöser oder Anlass, also den Impulsgeber, der einem hilft, mit der Tätigkeit zu beginnen. Dann tut man, was man tun will, in meinem Fall eben Schreiben und am Ende gibt es eine Belohnung, die die Routine fester verankert. Ich habe festgestellt, dass für mich die Musik quasi der Startknopf zum Schreiben ist.  Sie motiviert mich und schafft es, mich hineinzuziehen in die Geschichte. 

Musik schafft Stimmung

Aber mehr noch. Wenn ich mich in meiner Geschichte in eine bestimmte Stimmung versetzen muss, um zum Beispiel etwas Tieftrauriges oder sehr Spannendes zu schreiben, dann suche ich mir passende Lieder heraus und höre mich hinein. Mit der Musik kommt bei mir das Gefühl und ich kann viel gezielter und besser schreiben. Manchmal bringt mich Musik zum Weinen oder zum Lachen, sie kann dazu helfen, friedlich zu werden oder aggressiv, je nachdem welchen Musikstil, welchen Song ich wähle.

Ich habe mir zum Beispiel eine Playlist für meinen Bösewicht zusammengestellt, mit schnellen, aggressiveren Songs, ohne Liebeslieder oder langsame Balladen. Wenn ich wütend werden muss, um etwas zu schreiben, wenn ich Biss und Schnelligkeit brauche, dann wähle ich diese Playlist. Genauso kann man das für jeden anderen Bereich machen: Liebeslieder für romantische Szenen, traurige Lieder für Abschiede,  usw.

Musik malt Bilder. Sie versetzt mich in Stimmungen, malt den Himmel blau oder grau, sie lässt Wellenberge sich auftürmen, Gewitter aufziehen, einen Regenguss niederprasseln und die Sonne durch Wolken brechen. Musik verzaubert mich ebenso wie Bücher es können. Und wenn ich es schaffe, meinen Text quasi mit einem Soundtrack zu unterlegen, dann hilft mir das kreativ zu werden.

Jeder ist anders –

was funktioniert für Dich?

Für mich gehört Musik zum Schreiben dazu. Ohne Musik bin ich blockiert. Dann fließt der Text nicht, selbst wenn ich weiß, was ich schreiben will. Musik ist Inspiration und Muse für mich. Der Startknopf um in meine Geschichten hinein zu schlüpfen. Erst mit Musik werde ich erfinderisch und kann meine Fantasie voll ausschöpfen.

Ich weiß aber auch, dass es Menschen gibt, die sich von Musik, schon gar von Musik mit Texten, sehr ablenken lassen. So schreiben Freunde von mir lieber, wenn es so still wie möglich ist. Da ist Ablenkung von Außen nicht erwünscht. Weder Geräusche, Lärm noch Musik.

Im Gegensatz dazu gibt es Schriftsteller, die zwar keine Musik wählen, aber gerne mitten im Trubel sitzen und z.B. im Cafe schreiben. Das wäre für mich nicht das Richtige. Um mich zu inspirieren und nette Schnipsel aufzuschnappen schon, aber um Text auf digitale Seiten zu bringen, eher nicht. Da muss der Hintergrund verschwimmen können und nicht so präsent sein wie Unterhaltungen es zuweilen sind. Aber wer es schafft, den Trubel zu einem Hintergrundmurmeln werden zu lassen, der ist vielleicht im Cafe richtig.

Ein Zwischending wäre, Musik ohne Texte zu wählen, Instrumentalstücke, Filmmusik oder klassische Musik. Ich finde, dass Soundtracks zu Filmen sich sehr gut eignen, um kreative Texte zu verfassen. Filmmusik ist ja geschrieben worden, um Geschichten zu untermalen und hörbar zu machen. 

Zum Beispiel funktionieren für mich einzelne Stücke aus den „Herr-der-Ringe“-Filmen oder aus den Filmen „Fluch der Karibik“ und „The Last of the Mohicans“.

Vielleicht findest auch du den Soundtrack zu deiner Geschichte, deinem Hauptcharakter und kannst dich darüber besser in ihn hineinversetzen.

Über einen Kommentar zum Thema würde ich mich freuen.

Schreibroutine

Talent ist billiger als Salz. Was den erfolgreichen Menschen vom talentierten unterscheidet, ist eine Menge harter Arbeit. (Stephen King)

Stephen Kings Zitat ist harter Tobak, wie vieles, was der berühmte Schriftsteller so gesagt  bzw. geschrieben hat. Obwohl ich ja gedacht hätte, es ist das Talent, was entscheidend ist. Aber King sagt, Talent alleine reicht nicht, es braucht harte Arbeit. Er sagt auch: Selbst wenn ich Talent habe, brauche ich mir nichts darauf einzubilden, es gibt viele mit Talent. Was den Unterschied macht, ist harte Arbeit. 

Aber Schreiben ist doch…  Inspiration… und Talent und… Freude, aber…. harte Arbeit? 

Arbeiten klingt gar nicht gut! Arbeiten klingt nach Fleiß, nach langweiliger Routine, nach… Stunden am Schreibtisch, Stress, Kopfschmerzen, wenig Spaß, Arbeiten eben. Und wie kann ich, wenn ich mich regelmäßig, sozusagen gezwungenermaßen an den Schreibtisch setze, etwas Schreiben, was nicht nur wie eine hölzerne Anleitung zum Zusammenbau eines Möbelstücks klingt? Und das immer zur gleichen Zeit? Mit der gleichen Routine? Am gleichen Ort? 

Brauche ich wirklich eine Schreibroutine, wenn ich mehr will, als nur ab und an ein bisschen hobbymäßig zu texten?

Hast du eine Schreibroutine?

In diesem Post beschäftige ich mich damit, ob es sinnvoll ist, sich auch als Hobbyautor eine Schreibroutine zu zu legen, oder ob man lieber wartet, bis die Muse einen küsst. 

Jahrelang habe ich geschrieben, wenn ich Lust und Zeit hatte. Klar, es war mein Hobby, ich wollte schreiben! Zeitweise war ich so begierig zu schreiben, dass ich jeden Tag viele Seiten in den Laptop getippt habe, oft bis spät in die Nacht. Wenn man alle Seiten nähme, die ich jemals geschrieben habe, kämen wohl etliche dicke Bücher dabei heraus.

Dann gab es Zeiten, da wurde das Schreiben weniger, die Zeit knapper, die Motivation war nicht mehr ganz so hoch, obwohl ich immer noch schreiben wollte. Irgendwann reduzierte sich das Schreiben von mehrmals täglich auf einmal die Woche, einmal alle zwei Wochen, einmal im Monat bis es fast ganz eingeschlafen ist. Zu allem Übel wurde ich auch noch so krank, dass an kreatives Schreiben lange gar nicht zu denken war. 

Am Ende angelangt!

Zeit die Träume zu begraben?

Glücklich war ich damit nicht. Aber irgendwie war die Inspiration weg, die Fähigkeit schien abhanden gekommen, jeder Text fiel mir schwer, um jedes Wort musste ich ringen. Eine Quälerei von vorne bis hinten. Es war wohl besser aufzugeben!

Wenn ich es getan hätte, würdest du jetzt nicht diesen Blog lesen.

Ich wollte weiter schreiben. Wollte unter Anderem mein textbasierte Rollenspiel  nicht sterben lassen, dass ich zu dem Zeitpunkt seit mehr als 8 Jahren mit Freunden geschrieben habe (Inzwischen arbeite ich daran seit mehr als 13 Jahren! WOW!) Es gab noch so viele offene Lines, so viele Ideen, die wir mal dafür gehabt hatten… also habe ich mich zurück gekämpft ins Schreiben. Dennoch waren es meist nicht mehr als ein bis zwei Texte pro Monat, die ich fertig gestellt habe, manchmal auch gar keiner. Es ging schleppend, unbefriedigend. 

Gab es eine Möglichkeit, dieses Drama zu beenden?

Irgendwann bin ich auf eine Webseite gestoßen, die neben einem Schreibprogramm für den PC (Scrivener) auch empfohlen hat, sich eine Schreibgewohnheit anzutrainieren, also ein festes Ritual, zu einer genau definierten Zeit, damit man ins Schreiben kommt. Ich war skeptisch. Wie soll das gehen? Zu einer festgelegten Zeit eine festgelegte Zahl von Worten zu schreiben schien mir wenig inspirierend. Wie kann ich da kreativ sein? Wo blieb die Muse? Ich muss doch in Stimmung sein, um etwas zu schreiben! Oder etwa nicht?

Trotz allem war ich neugierig genug, den Kurs Schreibgewohnheit zu belegen. -> Hier gehts zum kostenpflichtigen Kurs von Gian Carmichel,  ( https://www.knowhowlounge.de , man muss auf der Seite nach dem Kurs „Schreibgewohnheit“ suchen). Außerdem gibt es auf dieser Webseite viele Tipps und Tricks zur Schreibsoftware Scrivener ( hier findet man den Scrivener Download: https://www.literatureandlatte.com ), zu der ich an anderer Stelle noch etwas sagen werde. Allerdings ist Gian von der Knowhowlounge da ein weitaus größerer Kenner als ich, deshalb, solltest du Interesse haben mit Scrivener zu arbeiten, schau dich unbedingt auf Gians Seite um, er hat für fast alles einen Geheimtipp.

Jetzt aber weiter mit der Schreibgewohnheit. Ich fand die Sache tatsächlich einleuchtender als gedacht, allerdings habe ich es anfangs nicht auf Dauer geschafft, mir meine ganze eigene Schreibroutine zu schaffen. Ich bin ein Chaot! Regelmäßigkeit und Routine passten irgendwie so gar nicht zu meinem Stil. Und es ist doch ein Hobby! Das muss schließlich Spaß machen! Oder?

Warum ich trotzdem empfehle, sich eine Schreibgewohnheit zu schaffen?

Es blieb immer noch: Motivation und Freude am Schreiben allein reichten nicht mehr aus: Ich schrieb zwar, aber nur sporadisch! Viel zu selten kam die Muse und inspirierte mich. Und das war ebenso unbefriedigend, wie die Quälerei mit der Routine. Irgendetwas musste sich ändern, wenn ich nicht ganz aufhören wollte. Und das wollte ich auf keinen Fall. Schreiben gehört zu mir wie das Atmen oder das Wasser zum Fisch.

Also gut, neuer Anlauf. Wie war das mit den Gewohnheiten? Um eine neue Routine zu schaffen, braucht es drei Dinge: Einen Auslöseimpuls, also dass, was dich dazu bringt mit deiner Tätigkeit, sei es Schreiben oder Joggen oder was auch immer, zu beginnen. Dann die Tätigkeit an sich und als Abschluss eine Belohnung. Und wenn du das eine geraume Zeit durchhältst, die Rede ist von etwa zwei bis hin zu acht Monaten in Folge (über den Zeitrahmen, wie lange genau es braucht, gibt es Diskussionen), hast du eine neue Gewohnheit etabliert.

Habe ich das umgesetzt? Anfangs ja, zu meinem Rollenspielprojekt kam der Wunsch, ein Buch zu schreiben. Ich fing  an… wenn auch noch etwas zögerlich: Ich fand meinen Platz zum Schreiben, meine Zeit und einen Auslöser… dann kam mal wieder das Leben dazwischen, wichtige Menschen in meinem privaten Umfeld brauchten meine Zeit und Kraft, meine alte Arbeitsstelle forderte mich als Vertretung an – das Schreiben lag brach. 

Seit Anfang diesen Jahres habe ich mir erneut vorgenommen, mehr zu schreiben. Mein Romanprojekt rückt in den Focus, ich habe endlich angefangen, nicht nur davon zu träumen, sondern die ersten Seiten zu verfassen, aktuell sind es schon über 50. 

Und die Idee für den Blog wurde geboren.

Und wie mache ich das nun mit dem Schreiben?

Ich habe mir eine feste Zeit gesucht, bei mir ist das morgens, erschreckend früh morgens (und das, obwohl ich eigentlich eine Nachteule bin!). Und ich habe einen festen Platz (und der ist nicht auf dem Sofa!), auch wenn ich damit nicht ganz zufrieden bin. Außerdem habe ich einen oder eigentlich  zwei Auslöse gefunden, die für mich funktionieren. 

Meine Auslöser

Ich trinke immer Tee beim Schreiben, also koche ich mir als erstes meinen Lieblingstee und stelle mir meine Tasse an den Arbeitsplatz. Allein der Geruch und der sich kräuselnde Dampf wecken Inspirationen. Als nächstes setze ich die Kopfhörer auf und stelle meine Lieblingsmusik ein. Ohne Musik geht gar nichts! Heute habe ich den Beweis dafür gefunden… Ich saß gefühlt stundenlang am Laptop und hab nur wenige mühselig errungene Sätze zustande gebracht, Kaum mehr als 100 Worte. Ich hatte dabei keine Musik an, weil ich nebenbei jemanden am Telefon begleitet habe. Jetzt war ich aber nicht ständig am Quatschen und der andere auch nicht… es war ein stilles nebeneinander und miteinander arbeiten… bei mir blieb es ziemlich unproduktiv. Sobald ich aber den Hörer aufgelegt hatte und die Kopfhörer mich mit meiner Lieblingsmusik beschallt haben, begann der Text zu fließen. Ergebnis: Es wurden noch mehr als 1000 Worte.  Musik ist einer meiner Impulse für meine Schreibarbeit.

Die Inspiration kommt tatsächlich fast wie von allein, wenn ich anfange in die Tasten zu tippen. Meistens jedenfalls! Und weil ich ja regelmäßig schreibe, bin ich viel mehr in der Geschichte drin und es fällt leichter anzuknüpfen.

Wie lange schreibe ich? 

Ich stelle mir einen Timer auf eine Stunde. Und lege konzentriert los. Danach mache ich eine Pause, erledige Dinge im Haushalt oder ähnliches, um später an den Schreibtisch zurück zu kehren. Mein Schreibumfang beträgt zur Zeit täglich zwei bis drei Stunden. Mit dem Blog sogar noch mehr. Das Tagespensum variiert jedoch stark. Manchmal nehme ich mir eine bestimmte Anzahl Worte vor und höre erst auf, wenn ich die erledigt habe. Oder, wenn ich viel Ruhe und Zeit habe oder gerade sehr im Fluss bin, schreibe ich auch länger als geplant. Wenn es mal gar nicht gut geht, sind es nur wenige Sätze oder Worte, aber einen Tag ohne Schreiben gibt es nicht mehr.

Zum Thema Belohnung! 

Das fällt mir schwer. Wenn ich Texte fürs Rollenspiel schreibe, dann ist mir die Rückmeldung meiner Schreibpartner die beste Belohnung. Wenn ich für den Roman Worte zu Papier bringe, bin ich einfach froh zu sehen, wie das Gesamtprojekt Gestalt annimmt und wächst. Und beim Blog? Ist es natürlich euer Feedback. Also schreibt fleißig Kommentare, das freut das Autorenherz. Was die Belohnung an sich betrifft, da gäbe es sicher noch Verbesserungspotential.

Das Erstaunliche: Je regelmäßiger ich schreibe, desto öfter stellt sich meine Muse pünktlich ein. Ich schreibe wieder ca. einen Post pro Woche für mein Rollenspiel und  mehr als einen Blogartikel pro Woche, dazu arbeite ich jeden Tag am Text für den Roman. Auch wenn es nach harter Arbeit klingt, es lohnt sich. Mein Schreiben ist auf ein neues Level gehoben worden, ich komme vorwärts, sehe Erfolge.

Fazit: 

Für mich funktioniert eine Schreibroutine. 

Und dass, obwohl ich nie gedacht hätte, dass ich der Typ für eine solche Regelmäßigkeit bin. So kann man sich täuschen!

Hast du es schon ausprobiert? Schreibst du nach Lust und Laune oder hast du dir eine Routine angewöhnt? Berichte mir doch über deine Erfahrungen!

Roman-Tagebuch Teil 4

In diesem Teil meines Roman-Tagebuches berichte ich von Katastrophen und Neuanfängen:

Der letzte Teil meines Tagebuches endete mit Frust. Mit dem Gefühl des Scheiterns: unfähig zu sein, es nicht zu können. 

Das Buch und den ersten Tag der Geschichte mit dem Erwachen meines Charakters gleich zu setzen, hatte ich für eine gute Idee gehalten. Immerhin ist das für die Figur und den Leser ein Neustart. Aber ich gebe zu, es war ein bisschen lahm und langweilig…. Wobei eine ellenlange Rückblende habe ich nicht geschrieben und auch kein Betrachten im Spiegel… trotzdem …

… der schlechtest mögliche Roman-Anfang war mir gelungen… ganz toll… das war genau das, was ich zur Motivation noch brauchte…

Nein im Ernst: Der Dämpfer war gewaltig. Das Gefühl, den Vogel abgeschossen zu haben, das Fettnäpfchen schlechthin erwischt zu haben, tat weh. 

 Welche Möglichkeiten hatte ich jetzt?

  • Alles hinschmeißen?
  • Den Text so lassen und damit leben, dass es der schlechteste Anfang ever ist? Wer sagt überhaupt, dass das so ist?
  • Den Text verwerfen und an einer anderen Stelle in die Handlung springen?

Alles hinschmeißen war verlockend. Es wäre das Leichteste. Oder? Da konnte ich mich schon nicht blamieren. Höchstens ein bisschen Hohn für meine vollmundigen, völlig lachhaften Ankündigungen, einen Roman schreiben zu wollen. „War ja klar, dass du das nicht schaffst….!“

Den Text so lassen? Und damit von vorneherein zugeben, dass ich einfallslos bin? Eben doch nur Hobbyautorin ohne guten Stil? Klar, wäre auch denkbar, aber ich wollte mich wirklich nicht blamieren! Und das hätte zur größten Blamage überhaupt werden können!

Einen großen Textabschnitt verwerfen und nochmal ganz neu anfangen? Uff! Das klang nach Herausforderung. Ich weiß eigentlich, dass es für solch einen Abenteuerroman, wie ich ihn plane, das Beste ist, mitten in eine spannende Szene zu springen. Aber das Umzusetzen ist nicht so einfach. 

Was also tun? 

Alles Hinschmeißen? Nein, auf keinen Fall! Aufgeben kam nicht in Frage! Ich wollte diesen Roman schreiben! Ich wollte meine Geschichte erzählen! Oder besser die Geschichte meiner Hauptfigur! 

Den peinlichen Anfang behalten? Niemals! Also habe ich den schlechten Start eingesackt und beiseite gelegt. Wieder eine Erfahrung mehr.

 Und dann? Dann habe ich nach einem neuen, ersten Satz gesucht. Und Texte gelesen über gute Buchanfänge ( z. B. https://tredition.de/wie-schreibe-ich-einen-guten-buchanfang/ und https://www.anderfeldt.de/fun/erste_saetze/ )

Erste Sätze sind wirklich schwer! Und für mich war es auch nicht hilfreich, die ersten Sätze anderer Autoren zu lesen. Oh, da gibt es viele: gute und nicht so gute und welche, die als gut gelten und die ich dennoch doof finde… aber keiner passt zu meiner Geschichte und natürlich kann ich ohnehin keinen davon verwenden, selbst wenn ich wollte, denn das wäre ja Diebstahl geistigen Eigentums… Aber das Lesen anderer Buchanfänge hat die Latte enorm hoch gelegt. Die Hürde einen eigenen, ersten, genialen Satz zu schreiben schien in unerreichbare Ferne gerückt. Wie sollte ich solchen Ansprüchen genügen?

Ich grübelte und brütete und zerbrach mir den Kopf … aber nichts Gescheites wollte mir einfallen.

Erst als ich losgelassen habe und etwas ganz anderes tat, entflammte mich eine zündende Idee…

Beim Spazierengehen im Schnee flog mir mein erster Satz zu. Ich hab ihn mir inwendig aufgeschrieben und bis zu Hause gemerkt. Dann tippte ich ihn in meinen Laptop. Da stand er, schwarz auf weiß und lachte mich an. Während ich ihn so betrachtete, ging es weiter. Andere Sätze drängelten sich heran. Der erste Satz rutschte nach hinten. Ist jetzt nicht mehr erster, sondern dritter oder vierter Satz. Am Ende stand eine Szene, mit der ich zwar immer noch nicht ganz zufrieden bin, die aber weitaus besser ist, als alles, was ich zuvor geschrieben habe. 

Und der erste Satz? 

Ist nicht mehr der, den ich im Schnee gefunden habe, aber er gefällt mir! Immer noch!

Und selbst wenn es nicht so wäre: Das Überarbeiten kommt ja ohnehin noch…. Also bleibt es erstmal stehen, wie es ist.

Das war die Initialzündung. Seit diesem ersten Satz kamen noch viele Sätze dazu. Inzwischen bin ich bei über 17.000 Worten und ca. 50 Seiten.

Du willst wissen, welchen Fortschritt ich mache und wo die nächsten Schwierigkeiten lauern? 

Wie es weiter geht, kannst du im nächsten Teil meines Roman-Tagebuches lesen.

Roman-Tagebuch Teil 3

In diesem Teil meines Roman-Tagebuches berichte ich vom Planen und Scheitern:

Der Stand der Dinge:

50 Namen für Charaktere,

3 Hauptfiguren,

1 Welt mit Karte und

1 noch sehr unklare Vorstellung vom Inhalt der Geschichte. 

Als nächstes musste es also darum gehen, einen Plan für die Handlung aufzustellen. Plotten nennt man das im modernen Fachjargon. Und genau das habe ich versucht: Ich habe meinen Plot erweitert, differenziert, eine Beschreibung der Welt und eine ausführliche Charakterbeschreibung der drei Hauptfiguren angefertigt. Das Ganze habe ich Leuten gezeigt und gefragt: Würdet ihr diese Geschichte lesen wollen?

Eine  Anmerkung dazu: Ja, es ist gefährlich Ideen Preis zu geben, denn meine Romanidee kann ich nicht schützen lassen, es ist ja nur eine Idee… es könnte also jemand kommen und sie mir klauen (das ist auch der Grund, warum ich auf dieser Seite nichts schreiben werde, was mein konkretes Projekt verrät, denn am Ende will ich das Buch veröffentlichen und nicht sehen, wie ein anderer meine Idee eher auf den Markt bringt).

Aber diesen Personen, da war ich mir sicher, konnte ich vertrauen und so habe ich mir ihren Rat geholt. 

Ergebnis meiner Nachfrage: 

Das wollen wir lesen, mach weiter!

Jubel!

Es konnte losgehen. 

Jetzt kam der Teil mit dem Schreiben. Und das konnte ich doch, oder?

Ich hatte Bilder von einzelnen Szenen im Kopf. Doch wenn ich sie aufs Papier bringen bzw. auf die leere Computerseite bannen wollte, wurde es hölzern und schwerfällig. Was ich schrieb, gefiel nicht mal mir. Wie sollte es da jemand Anderes lesen wollen? Ich pausierte, suchte nach Inspiration, haderte mit mir und meinen Romanplänen..

Statt des ersehnten Startes passierte jetzt… 

gar nichts!

Diverse Gründe verhinderten, dass ich wieder aktiv wurde… 

Ein ganzes Jahr hatte ich weder Zeit noch Energie noch den Kopf, um weiter zu machen.

Ich habe die Sache aber mit mir herumgetragen, obwohl ich noch nicht viel geschrieben hatte. Und das ist nicht das Schlechteste. Die Geschichte konnte reifen.

Ich hatte einigen Bekannten erzählt, dass ich einen Roman schreiben möchte und Anfang diesen Jahres kamen Nachfragen: 

„Und, was macht dein Roman?“ 

„Wie weit bist du?“ 

„Schreibst du weiter?“

Ich musste antworten: 

„Nichts!“

„Da steht quasi noch nix Neues!“

„Nein, das habe ich ganz aus den Augen verloren!“

Mit den Nachfragen kam zuerst ein schlechtes Gewissen, ein „Du hast dir zuviel vorgenommen und kannst die Erwartungen jetzt nicht erfüllen!“ Doch es kitzelte auch an meinem Ehrgeiz. Wenn Leute um mich herum wissen wollten, wie es da weiter geht, dann wollte ich sie nicht enttäuschen. Ich suchte nach einem neuen Anfang. 

Als erstes hab ich mich um äußere Dinge gekümmert. Ich hab mir ein neues Schreibprogramm zugelegt. Beim Einarbeiten und Ausprobieren kam neue Schaffenslust, neuer Elan. Ich hab angefangen, die ersten Seiten des Romans umzuschreiben, zu recherchieren, mir Tipps zu besorgen, wie man besser schreibt, wie man den ersten Satz formuliert usw. 

Hab über gute und schlechte Romananfänge gelesen und zu meinem Entsetzen festgestellt, dass mein Romananfang als der schlechtest mögliche gehandelt wurde im Netz… (https://www.literaturcafe.de/peinliche-romananfaenge-von-schreibanfaengern/)

Wieder schlichen sich ungefragt Selbstzweifel an. Du kannst es eben doch nicht… du schaffst das nicht, … du bist zu wenig inspiriert… du kannst nur 08/15 und was man sich sonst noch alles selbst an den Kopf knallen kann. 

Wäre ich dabei stehen geblieben, würdet ihr jetzt nicht diesen Blog lesen können.

Wie es weiter geht, kannst du im nächsten Teil meines Roman-Tagebuches lesen.

Roman-Tagebuch Teil 2

In diesem Teil meines Roman-Tagebuches berichte ich vom Erfinden einer neuen Welt:

Eine Romanfigur entsteht

Wie bereits gesagt: Ich brauchte einen Charakter, der sich als Hauptperson für meine Geschichte eignete.

Gesagt, getan, ich hab mich ans „Figuren erfinden“ gemacht.

Für den groben Einblick: Als erstes habe ich mir Namen gesucht. Namen sind wichtig, Namen geben mir eine erste Vorstellung von der Figur, dem Charakter. Sie müssen passen, sie müssen klingen. (PS: eine vage Vorstellung, was ich für Charaktere brauche, muss ich natürlich haben, um passende Namen zu finden)

Nach dem Namen kommen die Eigenschaften und Merkmale der Person: Wie sieht sie aus, wie ist sie so, was kann sie, was mag sie und vor allem auch was nicht… denn nichts ist schlimmer als ein Held ohne Schwachstellen. (mehr zum Thema Figuren entwerfen wird in einem eigenen Post folgen)

Ich habe getüftelt und geknobelt, verschiedene Namen ausprobiert, mit Varianten des einen Namens, anderen Schreibweisen, Namenszusätzen etc. gespielt und das Ergebnis meiner Familie präsentiert und ihre Meinungen angehört. Am Ende hatte ich einen Charakter-Namen, mit dem ich zufrieden war. Es folgte die Arbeit mit einem Charakterbogen: meine Figur gewann Profil, bekam Eigenheiten und Macken, Fähigkeiten und Schwächen. Ein eigenes Aussehen, passende Kleidung.

Und Tadaa: meine Hauptfigur hatte das Licht der Welt erblickt

Und mit ihr wurde auch die Idee für die Handlung konkreter.

Ich blieb nicht bei der Hauptfigur stehen. Ich wollte eine eigene, fiktive Welt. Und die musste ich bevölkern. Ich habe ein ganzes Wochenende oder länger nur Namen gesucht und mehr als 50 passende gefunden und notiert: Für Hauptfiguren, Bösewichte, Nebenfiguren,… für manche habe ich schon Eigenschaften oder Aussehen festgelegt, für andere steht da bisher nur der Name und in meinem Kopf ist eine grobe Idee, wohin er gehören könnte.

Eine fiktive Welt entsteht

Ähnlich bin ich bei der Welt vorgegangen. Ich hab im Internet recherchiert und eine gute Seite gefunden (leider kann ich nicht verlinken, die Seite ist nicht mehr sicher)  Auf der Seite fanden sich viele geniale Hinweise zum Bau einer eigenen Welt, auch wie man eine passende Landkarte zur eigenen Welt zeichnet und so habe ich mich an die Arbeit gemacht. 

Länder, Flüsse, Berge, Wälder entstanden aus dem Nichts… eine faszinierende Sache! 

Manche sagen, es ist nicht geschickt, zuerst die Landkarte zu malen, das käme erst später.

Für mich aber, die bisher immer mit Landkarten und festen Entfernungen für Wegstrecken usw. gearbeitet hat, war es wichtig, zu wissen, wo befinde ich mich denn und wie lange braucht mein Protagonist von A nach B. Also musste eine Karte her, damit ich mich selbst orientieren kann, allerdings ist die nicht statisch, sondern kann jederzeit erweitert oder verändert werden, wenn ich das brauche.

Bis hierher bin ich gelangt:

Ich hatte jetzt also eine Karte, eine Hauptfigur und jede Menge Nebenfiguren und eine grobe Idee für die Story.

Wie es weiter geht, kannst du im nächsten Teil meines Roman-Tagebuches lesen.

Roman-Tagebuch Teil 1

In diesem Teil meines Roman-Tagebuches will ich berichten, wie ich dazu komme, einen Roman schreiben zu wollen:

Wie ich schon an anderer Stelle erzählt habe, gehört Schreiben schon immer zu mir! Und vom Geschichten erfinden und der Leidenschaft für ein textbasiertes Rollenspiel ist es nicht weit zu der Idee, ein ganzes Buch mit einer Story füllen zu wollen. Da war sie nun, die ominöse Idee vom Roman. 

Wie fängt man denn nun einen Roman an?

Ich denke, es gibt viele verschiedene Möglichkeiten mit einem Romanprojekt zu beginnen, manchmal hat man einen genialen Einfall für eine Geschichte, zack die Idee ist da, ein grober Plot, der Aufhänger für das ganze Drama, dann wieder schleicht sich eine Figur an und sagt „Hallo, willst du nicht meine Geschichte erzählen?“

Manchmal inspiriert mich ein Foto, ein Gemälde oder etwas in der Natur, ein Satz, den jemand sagt oder eine Szene, die ich beobachte. Ich sammle Worte, Ideen, Beobachtungen, Bilder… Gottes weite Welt ist voll von Inspirationen!

Und in diesem Fall? 

Ich schreibe schon lange Texte, bei denen ich mit anderen Schreibern gemeinsam eine Geschichte erzähle. Jeder schreibt aus der Perspektive seiner Figur und der andere antwortet mit seiner Figur und deren Perspektive und führt die Geschichte fort. Das ist manchmal sehr witzig, manchmal anstrengend, aber man befruchtet sich immer gegenseitig mit Ideen und Motivation.

Am liebsten hätte ich nun einen Roman entwickelt aus dem, was ich in diesem Rollenspiel schon erfunden hatte.

Dabei gibt es aber ein Problem

Der Inhalt der Geschichten ist ja nicht allein mein geistiges Eigentum. Es beruht auf den Ideen verschiedener Autoren, die alle Versatzstücke zu der Geschichte beigetragen haben. Und ich habe gar nicht mehr Kontakt zu allen, damit ich sie fragen könnte, ob ich Ideen, die wir gemeinsam gehabt haben, in meinem Buch verwursten darf. Damit ist diese Möglichkeit gestorben.

Hier zeigt sich schon ein großes Thema beim Schreiben: 

Urheberrecht und geistiges Eigentum. 

Darauf zu achten ist nicht nur aus rein rechtlichen Gründen nötig, hier könnten Schadensersatzforderungen drohen, es ist mir auch an sich ein Anliegen. Denn ich möchte ja selbst nicht, dass mir jemand meine Ideen klaut.

Das Rollenspiel führe ich gerne weiter, der Roman muss aber aus diesem Grund eine davon getrennte, unabhängige Sache sein.

Die Schwierigkeit blieb also, ich brauchte eine frische Idee für den Roman. Eine neue, unverbrauchte Idee, eine Idee, die funktioniert. Und die trägt für eine Geschichte, die nicht nur ein paar Seiten lang ist, sondern mehrere Hundert.

Aber woher nehmen und nicht stehlen?

Ich wusste nicht viel. Nur, dass meine Geschichte in einer mittelalterlichen Welt spielen soll, denn da kenne ich mich ganz gut aus. Mein Rollenspiel ist schließlich um 1200 in England angesiedelt und dazu habe ich schon unendlich viel recherchiert. 

Also wäre es doch nur logisch, den Roman ins England dieser Zeit zu verlegen, oder?

Es sprach einiges dafür, manches aber auch dagegen. Am Ende blieb die Idee einer mittelalterlichen Welt in einem fiktiven Kontext. Warum genau ich es nicht historisch in unserer realen Welt verankern möchte, dazu an anderer Stelle mehr.

So, das Setting war da: Mittelalter und fiktive Welt. Und dann? Was will ich eigentlich erzählen?

Ich habe gehirnt und gegrübelt und irgendwann flog mich eine grobe Idee an. Etwas, was eigentlich ein Schema F bei vielen Romanen ist. Noch nichts Spezifisches. Nur der ungefähre Rahmen.

Und wie gehts weiter?

Vom Rollenspielen kenne ich das, dass oft mit der Figur auch die Geschichte kommt, die sie erzählen will.

Also: Ich brauchte einen Hauptcharakter, den ich fragen kann, was er denn erlebt hat und erzählen möchte.

Ja, du hast richtig gehört, ich frage meine Figuren und die machen sich oft selbstständig, erzählen, wollen sich mitteilen und haben ihre ganz eigenen Vorstellungen von der Geschichte.

Ob ich meinen Chara gefunden habe? Und ob er redet?

Wie es weiter geht, kannst du im nächsten Teil meines Roman-Tagebuches lesen.

Willkommen an Alle,

die meinen Blog entdeckt haben.  Schön, dass du da bist.

Was erwartet dich in diesem Blog?

Tja, so ganz genau, weiß ich das selbst noch nicht ;-), mal sehen, wohin mich meine Muse treibt, aber eins ist klar: 

Es geht ums Schreiben. 

Aber nicht darum, langweilige Geschäftsbriefe zu verfassen oder technische Anleitungen für irgendwelche Geräte, keine Beipackzettel für Arzneien oder Lexikoneinträge. Nein, es geht um Kreatives Schreiben, wie ja schon der Name meiner Seite zeigt. Um Ideen, wie man ins Schreiben kommt, Dinge, die mir und vielleicht auch dir den Schreiballtag leichter machen, um Inspirierendes, Alltägliches, Spezielles. Darum, wie und was ich schreibe und vielleicht auch warum…

Ich habe schon viel Kreatives geschrieben, obwohl man noch kein Buch oder Ebook von mir in einer Buchhandlung, Bibliothek oder einem Onlineshop findet. Aber das will ich jetzt ändern. Seit einiger Zeit trage ich mich mit dem Gedanken, einen Roman zu verfassen.

Oh, tragen klingt so schwer… Stimmt… aber so ist es gar nicht. Eigentlich wollte ich schon immer ein Buch schreiben, aber irgendwie kam es nicht dazu. Ideen habe ich genug, Lust auch, was hindert mich also?

Wie ich mit dem Schreiben anfing:

Als Kind habe ich gerne Aufsätze und Geschichten geschrieben. Ich erinnere mich lebhaft an einen Aufsatz in der Grundschule für das Fach Religion, zum Thema: was passiert, wenn es keine Regeln und Gesetze mehr gibt. Oh, was hab’ ich da fabuliert von Überfällen und Einbrüchen und Verkehrschaos auf den Straßen…

Außerdem habe  ich als Kind Geschichten gespielt, Abenteuer mit Romanhelden erlebt und mir Spiele ausgedacht. Ein unsichtbarer Freund hat mich zur Schule begleitet. Ah und Lesen und mich in Bücher vergraben, war meine Leidenschaft. Nächtelang, tagelang, in jeden Ferien und überhaupt immer.

Später hab ich mir Gute-Nachtgeschichten für meine eigenen Kinder ausgedacht und leider nicht notiert. Seit Jahren schreibe ich an einem textbasierten Rollenspiel. Meine Geschichten spielerisch umzusetzen gehört für mich dazu. Und der Plan vom eigenen Buch schwebte irgendwie immer im Raum. Vor anderthalb Jahren ca. ungefähr wurde mein großes Projekt konkreter.

Und was brüte ich da aus?

Es soll ein Abenteuerroman in einem fiktiven Land werden. Da es keine Magie und keine fantastischen Wesen geben wird, kann man es eigentlich nicht als Fantasy bezeichnen, auch wenn es in einer erfundenen Welt spielen wird. Für den Plot hatte ich eine kleine Idee. Nichts bahnbrechend Neues, aber ein Anfang. 

Und dann kam alles anders

Leider platzte mitten in meine fantastische Begeisterung die Realität. Eine Menge privater Kram hielt mich ab, weiter zu schreiben. Meine Mutter und meine Kinder brauchten meine Hilfe, meine ehemalige Arbeitsstelle meldete sich und bat mich eine Vertretung zu übernehmen. Alles in allem wurde es ein ganzes Jahr, in dem ich alle Hände voll zu tun hatte und keine Zeit fand für Anderes. Aber so ist das eben, ich kann eine Menge planen und wollen, und doch kommt es manchmal anders. Ich möchte diese bunte Zeit jedoch nicht missen. Denn: Alles hat seine Zeit.

Und jetzt?

Einen Traum aufschieben heißt nicht, ihn aufzugeben.

Der Trubel ebbte ab und so starte ich neu. Manchmal brauchen Dinge Zeit und den richtigen Augenblick. Ich hoffe, dass er jetzt gekommen ist. 

Hier fängt also mein Blog an, der mich auf der Reise zum eigenen, veröffentlichten Roman begleiten soll. In der nächsten Zeit werde ich nach und nach berichten, wo ich mich gerade auf dem Weg befinde, was ich unternehme, um Schritte vorwärts zu machen, und was es alles drumherum noch zu erleben, zu lernen und zu entscheiden gibt. 

Viel Spaß beim Lesen und Stöbern.

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