WMDEDGT April 2026: Ostern

Der Morgen begann vor dem Aufstehen

Der Herr ist auferstanden!
Er ist wahrhaftig auferstanden!
Heute begann der Tag mit dem Ostergruß, den mein Sohn mir schon zurief, bevor ich überhaupt ganz wach war.
Mir malt das immer ein Lächeln ins Gesicht. Es tut einfach gut, sich an diesem Morgen als erstes darauf zu besinnen, warum wir Ostern feiern und dass das eigentlich nichts mit Hasen und Eiern zu tun hat.
Übrigens, kleiner Exkurs: Der Gruß hat seinen Ursprung natürlich in der Bibel.

Bibel: Lukas-Evangelium 24,34

Später entwickelte sich daraus ein liturgischer Ostergruß, der vor allem in der Ostkirche geprägt wurde – und irgendwie zu uns zurückgefunden hat.

In unserer Familie gehört er fest zum Ostersonntagmorgen: Der eine sagt „Der Herr ist auferstanden“, der andere antwortet „Er ist wahrhaftig auferstanden.“

Und ich liebe das. Es richtet mich aus. Es holt mich mitten in den Tag hinein, in diese Freude zurück. Vielleicht sollte ich viel öfter so beginnen.

Dann folgte: Kleidung zusammen suchen, duschen und nochmal ins Nachthemd schlüpfen, dann haben wir uns am Essenstisch getroffen, tatsächlich alle, die zur Zeit da sind. Der älteste anwesende Sohn hatte es allerdings eilig, er musste schon um 8 Uhr bei der Arbeit sein und er muss mit dem Fahrrad einen ziemlich steilen Berg hinauf.

Frühstück in Ruhe muss sein

Die anderen haben in Ruhe fertig gegessen: Es gab frisch gekochte Ostereier. Mein anderer Sohn ist der Eierkochmeister in der Familie, der kocht jedem sein Ei genau, wie er es mag. Noch halb flüssig, nur das Gelbe flüssig oder lieber wachsweich? Alles kein Problem.

Zu den Eiern gab es frisch aufgebackene Brötchen und Käse, Wurst, Marmelade oder Pistaziencreme.
Während mein Mann dann nach dem Frühstück noch duschte, hatten meine Tochter und ich Zeit uns in Ruhe für den Gottesdienst aufzuhübschen, inklusive passender Ketten. Was wir eher selten tun, aber Ostern ist der passende Anlass.

Als wir vier fertig waren, brachen wir um viertel nach neun zum Gottesdienst auf. Mein Mann mit Rucksack bepackt (da drin ist seine Foto-Ausrüstung, denn er gehört zu der Gruppe, die beauftragt ist, im Gottesdienst Fotos zu machen, für social media und Homepage), mein Sohn in kurzer Hose und kurzem Hemd, die Tochter im schicken Rock und ich schwarz mit rotem Jäckchen, schwarzer Kette und den roten Schuhen.

Ostern in der Gemeinde

Wir waren etwa eine halbe Stunde vor Beginn des Gottesdienstes da, aber es war noch kein Einlass in den Saal, damit auch Leute, die später kommen, noch eine Chance hatten, einen Platz zu bekommen. Die Gemeinde ist nämlich so groß geworden, dass die Sitzplätze eng werden. So haben wir die Wartezeit im Foyer mit Quatschen, Schwätzen, Schnuddeln, Schnacken oder miteinander Reden verbracht, je nachdem, welchen Dialekt du lieber wählen willst. Ich war noch mitten im Gespräch, als die Saaltüren sich öffneten. Zum Glück hat sich meine Tochter um einen Sitzplatz für uns bemüht.

Als ich endlich vorne ankam, war der Saal proptevoll. Mein Sohn landete natürlich gleich wieder in der Technik, wo er sich um den Livestream gekümmert hat, denn auch dieser Gottesdienst ist über you tube abrufbar, erst Live und später als Video zum Nachschauen. Ich hatte mit meiner Tochter einen Platz vorne in der zweiten Reihe und mein Mann saß ganz vorne, um den besten Blick für Fotos zu haben, bzw. zwischendrin wechselte er den Platz.

Ostergottesdienst

Die Bühne war mit dem Gartengrab dekoriert, dass ein Künstler unserer Gemeinde gebaut hat und wir starteten wie immer mit Lobpreis und natürlich auch mit dem Ostergruß. Die Predigt widmete sich der Frage: Angenommen, die Auferstehung ist wahr — was ändert das für dich?
Manuel, unser Pastor, der heute predigte, hat sich dabei der Geschichte um den „ungläubigen“ Thomas genähert und aufgezeigt, dass sich wirklich einiges ändert, wenn man, wie Thomas, zu dem Schluss kommt, doch, diese Geschichte ist wahr. Wenn du Interesse hast, man kann den ganzen Gottesdienst und die Predigt hier anschauen.

Nach dem Gottesdienst gab es erneutes Quatschen, mein Mann hat noch ’nen Kaffee getrunken, meine Tochter dagegen wollte heim, denn die musste um halb 1 los zum Arbeiten. Und mein Sohn wollte gerne noch dableiben, weil er die Leute, seit er in Husum wohnt, natürlich nur alle Vierteljahre mal sieht. Den haben wir also in der Gemeinde gelassen, die anderen drei sind nach Hause gedüst.

Unterwegs

Wir haben einen kurzen, halbstündigen Zwischenstopp zu Hause gemacht. Meine Tochter hat ihr Handy eingesammelt und es gab für jeden ein Stück Rüblitorte. Dann sind wir zu dritt mit dem Auto nach Rheinfelden Herten, haben meine Tochter bei der Arbeit abgesetzt. Anschließend haben wir einen wunderbaren blühenden Baum fotografiert und dann sind mein Mann und ich noch zu einem Spaziergang auf die Wittlinger Höhe gefahren. Das sonnige Wetter und satte 21 Grad luden einfach zu einem Osterspaziergang ein.

Aber mittendrin, wir waren noch nicht weit, rief unser Sohn an, ob wir zu Hause wären. Nein, wir spazieren gerade im Wald. Ja, naja, er stände vor der Tür, weil es heute in der Gemeinde doch nicht so lang ging: oft sind die Jugendlichen bis in den Nachmittag hinein dort und spielen, schwätzen und lesen gemeinsam Bibel. Aber klar, Ostern ist dann doch eher family-time.

Wir haben uns also nur noch ein paar wenige Meter weiterbewegt, kurz eine Sitzbank genutzt und sind dann zügig zurück zum Auto. Aber immerhin sind ein paar hübsche Fotos entstanden, siehe auch das Beitragsbild.

Als wir dann also zu Hause unseren Sohn und meinen Mann und mich wieder in die Wohnung gelassen hatten, haben wir kurz zusammengesessen, noch mehr geredet und festgestellt, dass eigentlich alle müde sind.

Mittagsruhe

Also kurz entschlossen, Sofa und Bettzeit zum Ausruhen. Ich hab entschieden, ich will nicht schlafen, sondern schon mal diesen Blogpost vorbereiten. Gesagt getan, mit Laptop aufs Sofa zu meinem Mann, der sich in die andere Richtung zum Schlafen hingelegt hat. Und dann hab ich mir Musik angemacht, laut, weil der Kopfhörer einen Wackelkontakt hat. Mein Mann konnte dennoch problemlos einschlafen. Und während er gleichmäßig vor sich hinratzte, hab ich meinen Text hier begonnen.

Aber, was soll ich sagen? Es dauerte nicht lang, da wurde ich so müde, dass ich auch eingepennt bin, mit Laptop auf dem Schoß, im Sitzen auf dem Sofa… Beine hochgelegt, Kopf nach hinten an die Lehne und dann schnarchen. Grins. Etwa eine Stunde hats mich weggeratzt. Dann war ich fit genug, um weiter zu schreiben.

Der erste der arbeitenden Bevölkerung kam dann um Viertel nach Vier zurück. Er erzählte erstmal, wie sehr er sich geärgert hat. Ein Angehöriger hat einen Bewohner doch nicht abgeholt, obwohl es versprochen war und der sich unglaublich darauf gefreut hatte. Sehr schade, wenn an Ostern dann Bequemlichkeit und Ausreden solch ein Event verhindern. Mein Sohn hat da sehr mit seinem Bewohner mitgefühlt.

Mein Mann wachte kurz auf, als mein Computer aus Strommangel herunterfuhr. Grund: Die Musik war aus und er wunderte sich, aber das dauerte keine zwei Minuten, dann schlummerte er wieder ein.

Jetzt sitze ich immer noch auf dem Sofa. Mein Mann schnarcht weiter und der andere Sohn schält die Kartoffeln fürs Abendessen. Es ist heimelig und ruhig und ich genieße die Gemeinschaft auch ohne viel Gerede.

Abendessen und Spiele

Wenig später hab ich mich zum Tisch dazugesellt und den Salat vorbereitet: Zutaten schnipseln ist im Moment oft meine Aufgabe. Die Sauce für den Salat hat mein zweitältester Sohn hergestellt und mein Mann brät die Lammlachse. Das Essen ist also echte Familienproduktion.

Noch bevor das Essen fertig auf dem Tisch stand, hat mein ältester Sohn angerufen. Er ist zum ersten Mal Ostern nicht bei uns zu Besuch, seit er nach Nürnberg gezogen ist. Stattdessen feiert er bei sich mit seiner Gemeinde. Aber natürlich ist es dann schön, den Rest der Familie wenigstens zu hören. Er und ich haben die Gelegenheit genutzt, gleich zu planen, wann ich ihn das nächste Mal besuche. Diesmal wahrscheinlich mit dem Zug und voraussichtlich direkt nach der Mitte des Mais.

Wir haben noch auf meine Tochter gewartet, dann gemeinsam gegessen und zum Schluss zwei Runden Codenames gespielt. Jetzt ist der Abend so gut wie gelaufen und ich werde bald ins Bett fallen.

Ostern ist einfach schön. Ich liebe diese Mischung aus Freude, Auferstehung, Neubeginn, Hoffnung und Familie. Gott ist so gut.

Diesen Blogpost verlinke ich mit Frau Brüllens Seite.

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