Crowdfunding für Autor*innen

Eigentlich wollte ich immer nur schreiben. Schon als Kind habe ich Geschichten erfunden. Mit ca 35 habe ich angefangen, textbasierte Rollenspiele mit anderen zu schreiben. Vor 4 Jahren wurde ein Gedanke konkreter: Ich will eine Geschichte von vorne bis hinten erzählen und ein Buch daraus machen, aber erst im Januar 2021 habe ich dann angefangen, mein Buch zu schreiben. Was folgte waren Monate mit tippen und schreiben, schreiben und schreiben, Ideen wälzen, Handlungsstränge planen und alles, was man eben braucht, um eine Geschichte zu Ende zu erzählen.

Wie die Idee zum Buch-Crowdfunding entstand

Als das Manuskript wuchs, rückte der Zeitpunkt näher, zu überlegen, wie veröffentliche ich das Geschriebene. Bald kristallisierte sich für mich heraus, dass ich das Buch gerne im Selfpublishing herausbringen wollte. Eigentlich ein ziemlich verwegener Gedanke, wenn man wie ich nicht über ein Vermögen verfügt, aus dem man locker die Kosten bestreiten kann. Ich habe für mich überschlagen, was an Kosten auf mich zukommen würde und schon bald war klar, der Posten „Lektorat“ wird bei der Dicke meines Romans das größte Problem und schlägt mit 3000 bis 3500 Euro zu Buche. Eine Summe, die ich nur schwer aus eigenen Einnahmen aufbringen kann. Schulden bei einer Bank zu machen war aus unterschiedlichen Gründen keine Option. Also kam die Frage auf: Gibt es eine Alternative, um das zu finanzieren? Ich hatte schon mal von Crowdfunding gehört, aber eigentlich keine Ahnung gehabt, wie genau das funktioniert. Also habe ich mich kundig gemacht: Eignet sich das, um mein Buchprojekt zu realisieren? Ich stieß auf einen Artikel von Kia Kahawa https://blog.bod.de/wissen/wie-du-mit-crowdfunding-dein-buchprojekt-finanzieren-kannst/

Und danach war klar, ich will das probieren. Auch wenn ich keine Ahnung habe und keine große Crowd hinter mir weiß. Aber: den Mutigen gehört die Welt. Und was kann ich denn verlieren?

Was ist Crowdfunding und wie funktioniert das Ganze?

Der englische Begriff „Crowdfunding“ setzt sich aus den Begriffen „Crowd“ für Menge, Masse, Publikum und „funding“ für Finanzierung zusammen. Es geht darum von einer größeren Gruppe von Personen, meist Internetbenutzern, eine bestimmte Summe Geld für ein Projekt zu sammeln. Das funktioniert vor allem über Internet: Webseiten, spezielle Plattformen und Social Media. Der Künstler, Schriftsteller, Veranstalter ruft zu „Spenden“ oder Unterstützungen auf und mobilisiert Freunde und Bekannte und darüber hinaus auch an seinem Projekt Interessierte, ihn finanziell zu unterstützen.

Um die Sache zu vereinfachen gibt es spezielle Plattformen, die eine Infrastruktur bieten, Wenn ich das auf meiner Webseite komplett selbst hätte organisieren müssen, hätte ich wohl nicht angefangen, denn das hätte mich überfordert.

Wie funktioniert das Crowdfunding nun im Detail?

Zuerst sucht man den Anbieter, mit dem man das Projekt gemeinsam realisieren will. Bei mir war das „Startnext“ (https://startnext.com) . Wie ich genau dort gelandet bin, erzähle ich im nächsten Abschnitt. Im Weiteren kann ich nur berichten, wie der Ablauf bei Startnext aussieht, da ich keine andere Plattform ausprobiert habe:

Anlegen des Projekts
Als Erstes meldet man sich an und kann dann sein Projekt anlegen. Zuerst ist es noch in der Entwurfsphase und nur für einen selbst sichtbar bzw. für Mitarbeiter der Fundingplattform. Bei Startnext werden in dieser Phase verschiedene Dinge abgefragt: Basisinformationen (wer will was finanzieren), Beschreibung des Projektes, Laufzeit, Fundingsumme usw.

Um sein Projekt bestmöglich zu präsentieren sind Bilder und ein sogenanntes Pitchvideo unerlässlich. In dem Video erklärt man, was man vorhat und warum andere Leute einen unterstützen sollten.

Man kann auch sogenannte Dankeschöns anlegen, sprich Gegenleistungen für Unterstützungen. Das kann das Endprodukt sein, wie in meinem Fall das fertige Buch, oder ein Event, ein Goodie oder ein immatrielles, symbolisches Dankeschön.

Von der Entwurfsphase zur Finanzierungsphase

Wenn alle grundlegenden Informationen vorhanden sind, kann man aus der Entwurfsphase in die Startphase wechseln, dann wird das Projekt für andere sichtbar, man kann Rückmeldungen bekommen, aber noch keine Unterstützungen. In dieser Phase muss man sich mit Personalausweis und Steuer-ID bei einem Finanzdienstleister legitimieren (bei Startnext ist das Stripe). Außerdem müssen die Vertragsunterlagen mit der Plattform akzeptiert werden.

Wenn die Legitimation erfolgreich war und alle anderen notwendigen Angaben gemacht wurden, beantragt man die Finanzierungsphase. Das dauert aus technischen Gründen ca. 24 Stunden bis das freigeschaltet wird. Ab dem Moment der Freischaltung kann man selbst entscheiden, wann man die Finanzierungsphase endgültig startet. Hier können und sollten nun die Spenden eingehen. Nur wenn man innerhalb eines vorher festgelegten Finanzierungszeitraumes die Summe erreicht, die man als Mindestbetrag angegeben hat, wird das Geld von den Unterstützern eingezogen und man erhält sein Geld. Wenn der Mindestbetrag nicht erreicht wird, passiert nichts, Das Geld wird nicht eingezogen von den Unterstützern. Man muss auch keine Gebühren an die Plattform zahlen, aber erhält halt auch nicht das Geld, was zugesagt wurde.

Was passiert nach Ende der Finanzierungsphase?

Wenn man erfolgreich war, dauert es auf Grund der Art der Abwicklung noch einmal etwa 3 Wochen bis die Fundingsumme ausgezahlt wird. Danach ist man als Veranstalter noch dafür verantwortlich die Dankeschöns an die Unterstützer zu versenden.

Unterstützungen sind ab 5 Euro möglich. Bei Bezahlformen kann man zwischen Kreditkarte und Lastschrift wählen. Paypal ist nicht möglich, weil bei Paypal immer direkt das Konto belastet wird und es diese Möglichkeit eines verzögerten Bankeinzuges nicht gibt.

Warum Crowdfunding fürs Buch bei Startnext?

Als erstes war mir wichtig, dass die Plattform mit deutschem Recht konform geht und alle Datenschutzbestimmungen nach DGSVO und deutscher und europäischer Rechtsprechung einhält. Also war klar, dass ich mich für eine deutsche Plattform entscheide und nicht für ein amerikanisches oder anderes ausländisches Unternehmen. Ich wollte hier auf Nummer sicher gehen und finde es auch immer gut, regionale Anbieter zu unterstützen.

Ich hab mir mehrere Artikel zu Plattformen angeschaut und letztlich sehr aus dem Bauch heraus entschieden. Für Startnext spricht: Sie sind schon länger am Markt und derzeit die größte, deutsche Plattform für Crowdfunding. Außerdem hat mir die Aufmachung gefallen und die Tatsache, dass es eine Startnext-Academy gibt, in der in halbstündigen Sessions erklärt wird, wie Crowdfunding über Startnext funktioniert und worauf man achten muss. Startnext unterstützt auch Nachhaltigkeitsziele, was mich zusätzlich positiv beeinflusst hat.

Aber letztlich muss man selbst herausfinden, welche Plattform einem sympathisch ist. Ich habe mich schnell festgelegt und nicht so lange überlegt. Bei so etwas bin ich oft spontan und entscheide aus dem Bauch heraus.

Meine Schritte bis zum Beginn der Kampagne

Vorbereitungen, Entscheidungen und Fotos

Als erstes: Mich für eine Plattform entscheiden und mich dort anmelden. Ein wirklich großer Schritt. Und dann natürlich die Projektseite mit Informationen füttern. Um für die Projektseite und für Werbung gute Bilder zu haben, habe ich mit einer örtlichen Fotografin einen Fototermin ausgemacht. Sie hat mich wirklich super durch das Fotoshooting begleitet, so dass ich am Ende drei gut gelungene Portraitaufnahmen von mir in digitaler Form vorliegen hatte, die ich in der Plattform und in meiner eigenen Webseite einbinden konnte. Unter anderem habe ich eins davon für die Werbung zur Lesung genutzt, die wir ja im September mit der Schreibwerkstatt veranstaltet haben.

Das Buchcover

Genauso wichtig war mein Auftrag an eine Cover-Designerin, die das Äußere meines Buches gestaltet hat. Zuerst einmal nur das Design für ein Ebook. Das konnte ich dann für die Projektseite verwenden. Ich habe es zum einen als Bild eingebunden, zum anderen auch in meinem Video verarbeitet und kann damit nun Werbung für mein Buch und die Crowdfunding-Kampagne machen. Denn das ist sehr wichtig. Menschen reagieren auf visuelle Reize meist mehr als auf Worte allein. Inzwischen habe ich auch schon Lesezeichen mit meinem Cover und einem Zitat drucken lassen, die man als Dankeschön auf der Plattform erwerben kann.

Das Pitchvideo

Als nächstes stand das Pitchvideo an. In diesem Video erkläre ich die Kampagne und was ich erreichen will. Im Prinzip habe ich mit meinem Mann einen kleinen Werbefilm für mich und das Projekt gedreht. Mit Canva habe ich eine Einleitung und einen Schluss kreiert und das ganze mit dem Video zusammen geschnitten, das mein Mann von mir gedreht hat. Der erste mit Canva erstellte Teil ist wie ein Trailer für einen Flm gemacht und auf mein Buch zugeschnitten. Im zweiten Teil versuche ich meine Geschichte zu erzählen und zu erklären, warum man mich unterstützen sollte. Ich stelle mich vor, mache Lust auf das Buch, damit andere sich an der Sache beteiligen wollen. Für das Pitchvideo habe ich mir auch Hilfe bei Startnext eingeholt und einen Experten das Video angucken lassen. Die Rückmeldung hat mir sehr geholfen. Ich habe den Anfang daraufhin noch gekürzt. Denn die aussage war: Die ersten zwanzig Sekunden entscheiden. Man hat noicht viel Zeit, die Leute mit seiner Botschaft zu erreichen. Insgesamt sollte das Video nur 2 bis maximal 3 Minuten lang sein und die ersten 20 Sekunden sollten das Wichtigste enthalten.

Die Fundingsumme korrekt berechnen

Nun ging es an Details: Bevor ich mich auf eine Mindestsumme für das Crowdfunding festlegt habe, musste ich gut überschlagen, was ich denn an Finanzen brauche. Denn am Ende sollte es so sein, dass ich das Projekt auch vollständig umsetzen kann, denn die Leute setzen ja darauf, dass sie ihre Dankeschöns erhalten und das Buch, für das ich meine Kampagne veranstalte, auch tatsächlich realisiert wird. Zusätzlich zu der eigentlichen Finanzierungssumme, die ich für das Lektorat brauche, musste ich die Produktionskosten für die Dankeschöns einberechnen. Außerdem sind eventuell Steuern zu zahlen. Und bei erfolgreichem Projekt fällt eine Pauschale an, die sich aus einer (freiwilligen) Unterstützung für die Crowdfundingplattform und Gebühren für den Dienstleister zusammen setzt. Diese Kosten habe ich ebenfalls miteinberechnet, um zu ermitteln, wie viel ich Mindestens erlösen muss, um das Projekt zu realisieren. Bei der Summe für Startnext hat man Spielraum, aber wenn man auch Nachhaltigkeitsziele unterstützen will, liegt man bei 6 % Gebühren für Startnext und 4 % Gebühren für den Finanzdienstleister.

Werbung für die Crowdfunding-Kampagne

Außerdem habe ich angefangen mich mit social Media vertraut zu machen und eine „Crowd“ aufzubauen, sprich Follower zu sammeln, die mich dann später unterstützen. Man darf diese Medien nicht unterschätzen und sollte sich intensiv mit dem Thema Werbung auseinandersetzen.

Um informiert zu sein, was mit Crowdfunding möglich ist, aber auch, was nötig ist, um erfolgreich zu sein, habe ich mich auf Startnext regelmäßig in die Startnext-Academy eingewählt und mir den Input dort angehört und meine Fragen gestellt. (Das läuft über ein Zoom-Meeting und ist extrem hilfreich) Zur Unterstützung habe ich meinen Mann zu einigen Sessions mitgenommen.

Nach etlichen „Formularen“, die auf Startnext auszufüllen sind, kommt als letztes die Legitimation beim Finanzdienstleister. Dafür musste ich meinen Personalausweis und ein anderes offizielles Schreiben mit Adresse fotografieren und auf der Seite hochladen. Auch muss man angeben, ob man als Einzelperson tätig ist oder als Unternehmen und die Steuer-ID wird benötigt. Die Legitimation selber erfolgte dann sehr zügig.

Der letzte Schritt war die Beantragung der Finanzierungsphase, die ich mit einem Klick erledigen konnte. Dann hieß es Warten. Die technische Freigabe dauert 24 Stunden, danach kann man selbst entschieden, wann man in die Finanzierungsphase startet.

Und ist das dann Alles?

Nein, mit dem Beginn der Finanzierungsphase geht es erst richtig rund. Jetzt muss man die Werbetrommel rühren, was das Zeug hält.

Ich verbreite den Link der Kampagne überall. Auf Instagram, auf Facebook, über Whatsapp, ich schreibe Leute persönlich an, rede darüber, schreibe Gastartikel… bitte jeden darum, den Link zur Kampagne zu teilen usw. und hoffe, dass meine erforderliche Summe zusammen kommt.

Meine persönlichen Erfahrungen mit dem Buchcrowdfunding

Ich bin ein Mensch, der sich leicht begeistern kann für solche Abenteuer. Leicht war es, mir das vorzustellen und zu denken, das probiere ich jetzt einfach aus. Erstaunlicherweise war ich da ziemlich schnell entschlossen. Und bin dann auch mutig, die ersten Schritte gegangen, hab mich auf Startnext angemeldet und mein Projekt in groben Zügen angelegt. Das war wirklich leicht, denn man wird mit Fragen gut durchgeführt und kann verschiedene Felder ganz einfach mit seinen Informationen füllen.

Schwieriger war für mich, zu beginnen auf Facebook und Instagram sichtbar zu werden. Das ist so gar nicht mein Ding. Ich wusste nicht, was und wie ich posten sollte und was interessant ist. Ich hab zu wenig Erfahrung und eigentlich bin ich sehr schüchtern und introvertiert, auch wenn man das nicht immer merkt. Dieser Schritt kostete am meisten Überwindung. Ich kann aber jedem, der ein Crowdfunding plant, raten, frühzeitig damit anzufangen. Eine stabile und zuverlässige „Crowd“ aufzubauen braucht Zeit und Energie. Und den Mut sich zu zeigen.

Nächste Hürde: Video drehen. Habe ich noch nie gemacht. Kann ich nicht. Will ich eigentlich nicht, schon gar nicht mit mir alleine vor der Kamera und dem Auftrag mein Projekt vorzustellen. Also habe ich als Erstes mit dem Vorspann angefangen und mich auf Canva eingearbeitet. Das wiederum ging erstaunlich leicht. Ich habe Bilder und kurze Videosequenzen gesucht und gefunden und sie aneinandergereiht, noch in der Länge passend geschnitten, was auch wirklich einfach funktionierte und die richtige Musik ausgewählt und unter die Bilder gelegt. Canva ist da sehr intuitiv und easy zu bedienen. Und schon bald hatte ich einen Einstieg ins Video, der mir und auch anderen richtig gut gefiel.
Schwieriger war die Sache mit der Aufnahme von mir. Technik, sprich Kamera und Mikrofon waren zwar vorhanden und mein Mann konnte sie auch ohne Weiteres bedienen, aber die Umsetzung hat mich echt Schweiß und Nerven gekostet. Die ersten Aufnahmen waren so, dass ich mich nicht angucken mochte. Ich habe viel zu schnell gesprochen, klang mega-aufgeregt, meine Haare sahen scheußlich aus und so weiter… Außerdem waren die ersten Aufnahmen dann als Video zu groß um sie auf Canva hochzuladen…

Etliche Aufnahmen später konnte ich mich selbst aber immerhin anschauen, ohne völlig schreiend weg zu rennen. Und ich habe dann beschlossen, so lasse ich es. Ich bin kein Profi, kein Schauspieler, kein Model und kein Werbefuzzi. Ich bin ich und das kommt rüber… Die wichtigen Dinge sage ich, die Videos waren nun dank geänderter Kameraeinstellungen und kürzerer Sequenzen auf Canva hochzuladen und man konnte die Einzelteile einigermaßen gut aneinander schneiden. Alles, wo ich mich versprochen oder verhaspelt habe, haben wir weggeschnitten. Ich hab mir ein bisschen Hilfe bei meiner Tochter gesucht. Hier beim Schneiden war es manchmal etwas „Millimeterarbeit“, das richtige noch drin zu haben, aber das Luftschnappen oder den falschen Satz eben gerade nicht mehr. Doch mit ein bisschen Geduld und Fingerspitzengefühl habe ich diese Hürde, glaube ich, ganz gut genommen.

Natürlich gehört beim Crowdfunding auch der Umgang mit technischen Dingen dazu: Man muss das Projekt anlegen, sich online legitimieren etc. Ich bin kein Technikfreak, ich kann die wichtigen Dinge: Handy, Computer etc. bedienen, aber wenn es darum geht, Probleme zu beheben oder etwas zu machen, das nicht alltäglich ist, da wird es schwer. Aber ich kann sagen, es ging wirklich besser, als ich gedacht habe. Selbst das Foto vom Personalausweis für die Legitimation habe ich selbst gemacht und hochgeladen ohne größere Schwierigkeiten.

Sehr hilfreich war die Startnext-Academy, die mir offene Fragen kompetent beantwortet hat. Hier lohnt es, Zeit zu investieren und sich in die einzelnen Module, die jeweils ca. eine halbe Stunde dauern, einzuklinken. Man kann seine Fragen stellen, kriegt Input und beginnt zu verstehen, wie Crowdfunding funktioniert.

Was habe ich aus der Crowdfundingkampagne gelernt?

Das erste, was ich gelernt habe, ist: Mutig zu sein. Auf die Dinge zuzugehen. Zu machen.

Das Zweite: Sichtbar zu werden tut nicht weh. Ich darf mich zeigen, ohne alles von mir Preis zu geben. Und wenn ich will, kann ich auch Social-Media für meine Belange nutzen. Es ist unglaublich, was passiert, wenn man sich traut. Und welche Rückmeldung man kriegt.

Ich habe gelernt, mich selbst zu präsentieren. In einem Video. In einem Live-Interview. In einer Lesung. Auch hier wieder brauchte es Mut und Selbstvertrauen und die sind mit dem Tun und den Rückmeldungen gewachsen.

Ich habe gelernt ein Video zu drehen und mit der Technik zurecht zu kommen. Wie schneidet man ein Video? Keine Ahnung, hätte ich dir vorher gesagt. Jetzt weiß ich es und es war nicht sonderlich schwer.

Wie arbeitet man mit Canva? Das war meine nächste Entdeckung. Ich kann einen Trailer zusammenstellen und schneiden, mit Musik unterlegen und alles aufeinander abstimmen. Etwas, dass ich vorher noch nie gemacht hatte. Und ich habe mir dieses Programm Canva erschlossen und seine Möglichkeiten kennengelernt. Ich denke, inzwischen kann ich ganz gut damit umgehen und nutze es auch für meine Social-Media-Postings.

Und ich habe gelernt, regelmäßig auf Facebook und Instagram zu posten, die Meta-Business-Suite und alle Kanäle, die mir zur Verfügung stehen, für Werbung zu nutzen.

Werbung ist so etwas, da hätte ich immer gesagt, das kann ich gar nicht. Aber das stimmt nicht. Ich hatte vorher keine Ahnung, aber man kann (fast) alles lernen, auch das.

Wichtiger als alles andere ist aber das Zutrauen in mich selbst, das mit dem Sichtbarwerden und der ganzen Crowdfunding-Kampagne gewachsen ist. Ich kann, wenn ich will. Ich bin nicht zu alt, um noch Neues zu lernen. Und wenn mir etwas wichtig ist, dann kann, will und werde ich dafür kämpfen.

Was sollte jemand wissen/mitbringen, der auch eine Kampagne machen möchte?

Man muss sich bewusst sein, dass ein Crowdfunding nicht von allein läuft. Man muss Werbung für sich und für das Projekt machen. Das bedeutet, dass man in sozialen Medien präsent sein muss, Leute ansprechen, anfragen, alle mobilisieren, die auch nur im Entferntesten in Frage kommen für eine Unterstützung.

Das Wichtigste ist, eine Schar von Followern aufzubauen, die einen auch wirklich unterstützen würden. Man sagt, im Durchschnitt bleibt pro Besucher der Projektseite 1 Euro hängen: also brauche ich für eine Summe von 5000 Euro 5000 Seitenbesucher. Wenn man „echte“ Unterstützer zählt, ist es so, dass pro Unterstützer etwa 35 Euro an Unterstützung fließen. Bei 3500 Euro bräuchte ich also schon 100 „echte“ Unterstützer.

Crowdfunding ist Arbeit. Und die hört nicht auf, wenn das Projekt in die Finanzierungsphase geht, sondern dort fängt sie erst richtig an.

Die technischen Dinge kann man sich alle aneignen, wenn man bereit ist Neues zu lernen.

Man darf das Pitchvideo nicht unterschätzen: Das darf nicht zu lang sein, muss gleich auf den Punkt kommen und klar kommunizieren, worum es geht und was man möchte.
Außerdem sollte man sich über die Dankeschöns Gedanken machen. Bei einem Buch ist natürlich klar, dass es das Buch auf jeden Fall als Dankeschön gibt, darüber hinaus sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt.

Unterstützungen sind (bei startnext) erst ab fünf Euro möglich und das Geld wird nach Ende der Finanzierungsphase nur eingezogen, wenn die Mindestsumme zusammen gekommen ist. Niemand riskiert also sein Geld zu verlieren ohne dass das Projekt umgesetzt wird. Im Falle des Scheiterns bekommt man als Veranstalter der Kampagne eben gar nichts, aber dann muss man auch keine Gebühren zahlen. Nur bei erfolgreicher Finanzierung fallen Kosten und Provisionen an und nur dann wird das Geld bei den Unterstützern eingezogen.

Und nie vergessen: Werbung machen. Sichtbar sein. Sein Produkt/Projekt verkaufen lernen.

Mehr Informationen zum Crowdfunding

Ein Überblick über verschiedene Crowdfunding-Plattformen:
https://www.gofundme.com/de-de/c/blog/crowdfunding-plattform

Noch eine weitere Übersicht über verschieden Plattformen:

https://www.marketing-faktor.de/crowdfunding-plattform/

Und ein letzter Vergleich verschiedener Crowdfundingplattformen und drum herum noch einige Informationen:

https://www.shopify.com/de/blog/crowdfunding-plattformen-vergleich

Hier findet sich eine Liste mit Ratgebern zum Thema:

https://crowdcircus.com/news/die-nuetzlichsten-crowdfunding-ratgeber-tipps-im-ueberblick

Hier nochmal der Blogartikel von Kia Kahawa, wie sie ihr Buchprojekt per crowdfunding finanziert hat:

Die Startnext-Startseite

https://startnext.com und der direkte Link zur Academy: https://www.startnext.com/hilfe/live/academy.html

Hier kann man sich über kickstarter informieren:

https://www.kickstarter.com/learn?ref=nav

Meine eigene Kampagne

Bei meiner Kampagne geht es um meinen Debütroman:

Ansgar von Briant – der Freund des Königs.

Das ganze ist ein mittelalterliches Abenteuer in einer fiktiven Welt. Eloan ist ein Königreich, das von Wolfhard von Eloan regiert wird. Sein bester Freund Ansgar von Briant erhält von ihm den Auftrag, seine Frau sicher von Adralgar nach Eloan zu geleiten. Ansgar nimmt den Auftrag an und reitet mit einem Trupp Soldaten und Liriene, der Königin, durch den großen Wald. Bei einem Überfall wird die Königin entführt, Ansgar verletzt und seine Männer getötet. Ansgar muss die Suche erfolglos abbrechen und schließlich seinem König von seinem Versagen berichten. Der reagiert unerwartet hart und bezichtigt Ansgar des Hochverrats. Nicht nur für Ansgar, sondern auch für seine ganze Familie hat dies weitreichende Folgen. Kann Ansgar sich und seine Ehre retten, seiner Familie helfen, die Königin finden und die Freundschaft zu Wolfhard wieder herstellen? Und was hat Walter von Keon, der Herrscher des Nachbarreiches damit zu tun?

Wenn du lesen willst, wie die Geschichte mit Ansgar ausgeht, dann unterstütze mich unter https://startnext.com/ansgar-von-briant


Mein Ziel ist es, das Lektorat über das Crowdfunding zu finanzieren. Wenn darüber hinaus Geld zusammen kommen sollte, ist dies für Buchsatz etc. vorgesehen.

Wer mich unterstützen möchte, kann das bis 31.10.2022 gerne tun. Unterstützungen sind ab 5 Euro möglich und das Geld wird am Ende nur eingezogen, wenn das Projekt erfolgreich war.

12 von 12

Heute ist der 12. des Monats und in alter Bloggertradition gibt es deshalb heute meine 12 Bilder des Tages. Die Anregung kam durch Judith Peters https://sympatexter.com und ich habe mich auch mit der Blogparade von Caroline auf https://draussennurkaennchen.blogspot.com/ verlinkt. Schaut dort doch gerne mal vorbei.

Die Kriegerin von Ruth Truttmann

Heute morgen fiel mir diese Karte beim Aufräumen in die Hand Und ich habe mich sofort wieder ganz dolle darüber gefreut. Eine neue Karte für meine Kartenwand. Die Kartenwand zeige ich euch in einem der späteren Bilder des Tages. Mehr von und über Ruth Truttmann erfahrt ihr hier: https://www.truth-art.ch/home

Herbst am Weiher

Ich war heute mähen am Weihergrundstück meiner Freundin. Das gab so ein richtig tolles Herbstfeeling.

Blick über Lörrach

Auf der Rückfahrt kurzen Stopp gemacht, extra für dieses Bild. Ich liebe es einfach von oben auf Lörrach zu gucken.

Die Kirche zu Rötteln

Ich mag alte Kirchen einfach und diese hier trohnt oben über Lörrach und ich fahre ziemlich oft dran vorbei.

Herbststimmung

Knisterndes Laub, wow, wie schön. Ich mag den Herbst wirklich gern.

Herbstschätze

Jedes Jahr wieder. An Kastanien kann ich einfach nicht vorbeigehen. Ich liebe diese wunden, glänzenden Dinger.

Meine Kartenwand

Postkarten. Eine meiner Leidenschaften. Und wie du siehst, haben die kleinen, rechteckigen Dinger auch einen Platz in meiner Wohnung. Und nicht nur an der Kartenwand sondern auch an Türen und am Kühlschrank.

Mein Wohnzimmer im Abendlicht

Okay, das Schild braucht endlich noch etwas Farbe und Rohhaut, die man mit Nägeln befestigt. Aber sonst mag ich den großen Raum einfach.

Mein Planungsbuch und die Orchidee, die mir gestern leider abgebrochen ist

DIesen Monat bin ich so busy, dass ich nicht mal dazu gekommen bin einen Monatsplan für Oktober anzulegen. Und das mit der Orchidee war gestern echt Oberpech. Aber sie sieht trotzdem noch super aus. Mal sehen wie lange.

Ich beim Schreiben

Irgendwie war mir heute danach. Schreiben in Gewandung. Manchmal mache ich das. Und warum meine Haare so fusseln, weiß ich leider auch nicht.

Meine Lieblingstasse mit meinem Lieblingstee

Ein guter Freund hat mir und einer Freundin diese Tasse verehrt. Natürlich auch ein Autor und nun sind wir zu dritt mit dieser Special Tasse. Und ich benutze sie ziemlich oft, wenn ich schreibe. Der Tee darin ist meist ein Earl Grey.

Heute Abend im Co-Writing: Korrekturen am Manuskript

Ich bin ja zum Einen schon dabei Band zwei meiner Trilogie zu schreiben, zum anderen muss Band 1 noch überarbeitet werden. Und das habe ich heute Abend ein kleines Stück weit getan.

Crowdfunding-Kampagne startet

Es ist soweit! Jubel. Juhu! Freu!
Heute Abend: Meine Crowdfunding-Kampagne startet. Rechtzeitig zu meinem großen Event, der Online-Lesung.

(Bitte beachtet die Datenschutzbestimmungen von startnext)

Zuerst zur Lesung

Die Lesung findet heute Abend 27.09.22 um 19 Uhr im Rahmen der Mynextself-Schreibwerkstatt statt. Dort bin ich seit fast einem Jahr Mitgleid und habe enorme Unterstützung für mein Romanprojekt erfahren. Gemeinsam mit fünf weiteren Autorinnen werde ich mein Buch dort vorstellen und zwei Ausschnitte lesen. Noch kann man sich anmelden unter diesem Link: https://mynextself.com/die-schreibwerkstatt-liest/

Ganz unterschiedliche Bücher und Texte werden heute Abend präsentiert, aber ich kann sagen, dass ich jedes einzelne Projekt schätzen, nein noch mehr, sogar lieben gelernt habe, obwohl ich normalerweise kein Thriller oder Krimi-Leser bin und moderne, witzige Litzeratur auch nicht so meines ist. Ich lese halt, was ich schreibe: Historisches und Fantastisches. Und doch lohnt es sich, allen Autorinnen zuzuhören, man könnte überrascht werden.
Hiermit also noch einmal herzliche Einladung zur Online-Lesung. Da die Plätze auch Online begrenzt sind, müsst ihr Euch anmelden. (s.o.)

Crowdfunding-Kampagne startet

Um mein Buchprojekt zu finanzieren, habe ich eine Crowdfunding-Kampagne bei startnext aufgesetzt. Ich benötige 5000 Euro um Lektorat und Buchsatz zu bezahlen und das Buch im Selfpublishing herauszubringen. Die Crowdfunding-Kampagne startet heute Abend um ca 19 Uhr.

Man kann mich dann bis 31. Oktober 2022 unterstützen. Es sind freie Unterstützungen ab 5 Euro möglich. Oder man bucht ein Dankeschön und macht sich selbst und mir eine Freude. Dankeschöns, die man bei mir buchen kann sind: Lesezeichen für fünf Euro, das Buch als Taschenbuch oder gebundene Ausgabe oder eine Online-Lesung. Anschauen könnt ihr euch das Projekt unter:

https://www.startnext.com/ansgar-von-briant

oder wenn ihr auf das Widget oben klickt.

Wozu unterstützen?

Das ist eine gute Frage und ich zermartere mir schon seit geraumer Zeit den Kopf, wie ich das am besten formuliere. Hier meine Antwort, die ich gefunden habe:
Es gibt zwar schon sehr viele Bücher auf dem Büchermarkt und es werden jeden Tag mehr und doch ist es wünschenswert, dass neue Literatur herauskommt. Jeder Autor hat einen eigenen Stil, eine eigene Art zu erzählen, eine eigene Sicht auf die Welt und ich finde, es kann gar nicht genug Bücher geben, damit für jeden Leser das passende dabei ist.

Ich finde Vielfalt auf dem Büchermarkt wichtig. Und dazu zählt auch, dass Selfpublishing eine Chance haben sollte. Warum sollte ein Buch schlechter sein, nur weil es selbst verlegt und herausgebracht wird?

Und warum sollte man nun meine Geschichte unterstützen? Warum gerade die?

Nun zum einen ist es erstmal ein spannendes Buch.

Woher ich das weiß? Ich habe das Buch oder Teile daraus inzwischen etwa 20 Leuten vorgestellt und durchweg positive Rückmeldungen erhalten.

Inhalt und Stil passen zusammen, ergeben eine Einheit und am Ende hat man ein großartiges Lesevergnügen. Nicht alle Testleser waren restlos begeistert, aber das wäre auch vermessen zu erwarten, dass jeder alles gerne lesen mag. Und außerdem brauche ich genau dafür das Geld, um das Buch noch weiter zu verbessern. Selber korrigieren ist gut und schön und sicher nicht verkehrt, aber am Ende ist das etwas anderes, als nochmal eine professionelle Sicht auf solch ein Werk. Und da meine Geschichte sehr umfangreich ist, ist es gut, wenn ein Lektor sich das Ganze ansieht und Handlungsstränge und Figuren anschaut und mir rückmeldet, ob es da Löcher, Brüche oder Ungereimtheiten gibt und mir auch noch Tipps für Stil und Umsetzung gibt.

DIe Crowdfunding-Kampagne startet deshalb, damit ich ein gutes Lektorat finanzieren und das bestmögliche Buch veröffentlichen kann, dass ich herausbringen kann.

Willst du das bestmögliche Buch lesen?

Dann unterstütze mich jetzt auf

https://startnext.com/ansgar-von-briant

Danke schon mal im Voraus für jede Unterstützung!!!!

55 Fun Facts über mich

Hier kommen sie, die 55 ultimativen Fun Facts über mich. Viel Spaß beim Wundern, Staunen und mitfreuen. Der Blogpost ist im Rahmen von #RapidBlogFlow2022 entstanden.

  1. Ich bin in Frankfurt am Main geboren und als Baby bin ich immer im Kinderwagen im Palmengarten spazieren gefahren worden.
  2. Ich habe keine Geschwister.
  3. 13 Mal bin ich in meinem Leben umgezogen.
  4. Als ich vier oder fünf war, wurde meine Lieblingskassette samt dem Autoradio geklaut.
  5. Mein Lieblingslied auf dieser Kassete war „By the rivers of Babylon“ von Boney M. Heute höre ich Mittelaltermusik und Rock und Pop bunt gemischt. Zum Schreiben habe ich eine spezielle Playlist.
  6. Mein unsichtbarer Freund in der Grundschulzeit hieß Leo und war ein Löwe.
  7. Meine erste Geschichte, an die ich mich erinnere, war ein Aufsatz für die Schule. Thema: Was wäre, wenn es keine Gesetze oder Regeln gäbe, bzw. sich keiner daran hielte. Ich habe es genossen, die reinste Anarchie zu beschreiben.
  8. Latein war lange mein Lieblingsfach, neben Deutsch und Geschichte. Und in der Oberstufe war es dann Biologie und Deutsch.
  9. Englische Grammatik ist ein Graus für mich. Ich kann englisch verstehen und sprechen, aber korrektes Englisch zu schreiben fällt mir sehr schwer, weil ich nach zwei Jahren von einem Lateingymnasium in eine Schule gewechselt bin, die mit Englisch in der fünften Klasse begonnen hatte. Mir fehlten fast zwei Jahre Englischunterricht und alles was zählte war: Vokabeln pauken, damit ich verstehe, worum es geht. Die Grammatik wirklich nachzuholen, hab ich nicht geschafft.
  10. Meine Haare haben ihre Lockigkeit geändert im Laufe des Lebens. Mit vier Jahren hatte ich glatte Haare, in der Pubertät ziemliche Locken und später wieder eher glatte Haare. Jetzt sind sie leicht gewellt.
  11. Ich habe einen Leberfleck an der Hand, der nur im Sommer zu sehen ist. Im Winter verblasst er fast ganz.
  12. Ich habe Höhenangst und Schwindel in der Höhe. Bin als Kind aber trotzdem auf Bäume geklettert. So lange bis die Angst und der Schwindel verflogen waren und ich in drei Meter Höhe auf dem Baum sitzen und ein Buch lesen konnte.
  13. Bester Song auf meiner ersten Party (da war ich 11): Live is Life von opus.
  14. Ich habe Tenorflöte gespielt und später Klarinette gelernt.
  15. Beim Reiten wollte das Pferd mir nicht gehorchen, ist über ein Hindernis gesprungen und ich bin ganz gemächlich wie in Zeitlupe am Pferdehals vorbei zu Boden gerutscht.
  16. Ich bin Nussallergiker. Auch auf andere Lebensmittel, Pollen und Katzen hab ich allergisch reagiert. Aber manche dieser Allergien sind zur Zeit fast ganz verschwunden. Warum? I don’t know.
  17. Ich durfte bei einem Ritterturnier bei einem Bauernsturm über den Platz rennen und auf Ritter mit dem Stock einprügeln. Sehr geniale Sache.
  18. Mein Computer heißt Ralph. Nach einer Rollenspielfigur von mir.
  19. Norwegen ist das Land meiner Träume.
  20. Ich fahre auch mal 4,5 Stunden hin und 4,5 Stunden zurück, nur um einen Nachmittag auf dem Mittelaltermarkt zu verbringen.
  21. Ich habe meinen Führerschein erst mit fast 30 gemacht und bin dann sofort 8-SItzer gefahren.
  22. Ich habe mir immer vier Kinder gewünscht und – was soll ich sagen – ich habe vier Kinder.
  23. Ich male gerne, aber viel zu selten, mit Aquarellfarben.
  24. Ich kann jonglieren, wenn auch nur mit drei Bällen und nicht besonders gut, aber immerhin!
  25. Als Jugendliche habe ich bei 3-stöckigen Pyramiden als Unterfrau die anderen getragen.
  26. Meine Liebe zu Büchern hat mir mein Papa vermittelt, der Buchdrucker gelernt hatte und selber Bücher gesammelt hat.
  27. Der erste Abenteuerfilm, an den ich mich bewusst erinnere und der mich sehr beeindruckt hat: Die Abenteuer des Robin Hood mit Erroll Flynn.
  28. Ich besitze ein Schwert (schaukampftauglich) einen Nasalhelm und mehrere Banner.
  29. Ich mag keine Kapern.
  30. Und ich lebe auf großem Fuß: Schuhgröße 43.
  31. Mit etwa 12/13 wollte ich Flamenco tanzen lernen
  32. Meine zwei kleinen Finger sind unterschiedlich. Der eine ist kürzer als der andere und breiter. Er wurde als Kind in einer Stahltür gequetscht.
  33. Mit ca. 4 oder 5 habe ich mit meinem Papa ein Radio zusammengelötet.
  34. Ich habe ein Jahr lang Handball gespielt in einer Mädchenmannschaft, bis wir das erste Turnier (gegen reine Jungenmannschaften) grandios verloren haben. Danach hatte ich keine Lust mehr.
  35. Mein coolster Urlaubstripp: Eine Rucksacktour durch die Türkei. 4500 km mit Bus und Bahn durchs Land. Dabei durfte ich sogar auf den Nemrud Dagi, der eigentlich militärisches Sperrgebiet ist.
  36. Mit der Schulklasse war ich Segeln auf dem Ijselmeer. Auch eine tolle Woche.
  37. Zum Schreiben habe ich mir Unterstützung gesucht: Die Schreibwerkstatt von mynextself (https://mynextself.com ).Und außerdem eine kleine, private Gruppe von Autoren. Gemeinsam macht es mehr Spaß und ich brauche die Motivation um dran zu bleiben.
  38. Ich liebe Postkarten und sammle sie. Ich habe auch eine Wand, an der ich sie aufhänge, also die, die mir besonders gut gefallen.
  39. Ich schreibe gerade mein erstes Buch, das hoffentlich bald veröffentlicht wird, aber eigentlich ist mein erstes Buch viel früher entstanden: Mein wirklich allererstes „Buch“ war ein Schulprojekt mit dem Thema Pilze. Leider besitze ich es nicht mehr.
  40. Ich war ein Wirbelwind als Kind: Es gab den Spruch bei meiner Mama, dass ich schon fünfmal aufgestanden und wieder hingefallen sei, ehe meine Freundin einmal gefallen und aufgestanden ist.
  41. Ich wollte zwischen 6 und 10 Jahren Zirkusartistin werden und stand mit ca. 10 Jahren vor einem Wanderzirkus und hab überlegt, was ich machen muss, damit die mich mitnehmen.
  42. Ich war als Jugendliche auf mehr als 10 Freizeiten der Ev. Kirche und des MBK: Theater- und Baufreizeiten in Detmold auf dem Berghof, Sommerfreizeiten in Norwegen und Schweden. Das hat mich sehr geprägt.
  43. Meinen Mann habe ich beim CVJM kennen gelernt. Ich war Anerkennungspraktikantin und er erster Vorsitzender.
  44. Ich habe ihn geheiratet, bevor wir uns auch nur ein Jahr kannten und bin jetzt seit 27 Jahren glücklich verheiratet.
  45. Ich habe meine Ausbildung zur Erzieherin abgebrochen und mehr als zehn Jahre später erfolgreich beendet.
  46. Mein Personalausweis wurde mir schon mal von der Polizei nach Hause gebracht. Ich hatte ihn bei einem Sturz verloren und es selbst nicht bemerkt. (Die Nachbarn haben große Augen und Ohren gekriegt.)
  47. Diese Haustiere hatte ich schon: Fische, Wüstenrennmäuse, dschungarischer Zwerghamster, Meerschweinchen, Ratten, Ziegensittiche und für kurze Zeit einen Hund. Also nicht alle auf einmal, sondern nacheinander.
  48. Zur Zeit haben wir zwei Meerschwinchen mit Namen Murmel und Schnuppe.
  49. Für meine Familie und meine Kollegen habe ich ein Krimidinner umgeschrieben und mit ihnen in mittelalterlicher Gewandung durchgeführt. Das waren zwei sehr lustige und gesellige Abende.
  50. Für meinen Kindergarten , in dem ich als Erzieherin arbeite, habe ich ein Theaterstück geschrieben.
  51. In diesem Kindergarten arbeite ich zur Zeit als Springerin für Notfälle. Das ist für mich, die Kinder, Kollegen und die Chefin eine wirkliche gute Regelung.
  52. Obwohl ich nicht besonders gut englisch kann, habe ich schon aus dem Englischen ins Deutsche simultan übersetzt.
  53. Meine längste Busfahrt dauerte 38 Stunden. Ziel war die Mitte Norwegens. Von diesem Bus hieß es, er sei entführt worden. Die Verwandten der Mitreisenden waren in großer Sorge. Doch es ist nichts passiert, wir sind heil und ohne Entführung in Norwegen angekommen und konnten Entwarnung geben.
  54. Ich liebe Pfannkuchen mit Pilzsauce.
  55. Ich gehe gern gewandet auf Mittelaltermärkte. (https://kreative-schreiberei.de/die-11-besten-mittelaltermaerkte/). Und spiele mittelalterliche Live-Rollenspiele im privaten Rahmen.
Eins meiner Lieblingsbilder: Entstanden ist es beim Krimidinner mit Kollegen im August 2021. Ich mag es, weil es den Moment toll einfängt, mich in meinem Rollenspieleifer zeigt und eine schöne Erinnerung an einen herrlichen Abend ist.

Mittelaltermarkt Bad Münster am Stein-Ebernburg

Immer am dritten Wochenende im September findet der Mittelaltermarkt in Bad Münster am Stein-Ebernburg statt. Dieses Jahr war die Gelegenheit günstig. Da ich ohnehin nach Norden fahren musste, wollte ich das Notwendige mit dem Schönen verbinden und den Mittelaltermarkt Bad Münster am Stein-Ebernburg besuchen. Deshalb habe ich mir gemeinsam mit einer Begleitung ein Zimmer in Roxheim gemietet. Wir waren wohl die ersten Gäste in dieser Unterkunft. Manches war noch nicht ganz fertig, bzw. nicht ganz eingerichtet, aber immerhin war die Wohnung ruhig, und wenn man die Jalousien geschlossen hatte, auch sehr dunkel. Jedenfalls haben wir gut geschlafen und konnten am nächsten Morgen wohlgelaunt, in Gewandung zum nahen Markt aufbrechen. In nicht einmal einer Viertelstunde Fahrt erreichten wir Bad Münster am Stein und dort den Ortsteil Ebernburg. Eine gute Beschilderung leitete uns auf den Fest-Parkplatz für den man 3 Euro Parkgebühr berappen musste. Dafür war der Platz bewacht und als wir kamen herrschte noch gähnende Leere.

Das Wetter war nahezu perfekt: Wolkig und eher kühl, so zwischen 12 und 17 Grad, auf jeden Fall so, dass man lange Gewandung, Mantel und Fell gebrauchen konnte, ohne sich kaputt zu schwitzen.

Nachdem wir uns in mittelalterliche Schale geworfen hatten, alle Täschchen am Gürtel aufgefädelt waren, das Kaninchenfell richtig auf dem Mantel und unter der Kapuze lag und die kniehohen Lederstiefel endlich saßen, machten wir uns auf den ca 5-minütigen Weg zum oberen Eingangstor des Marktes.

Wir lösten erstmal nur eine Karte für den Markt für 7 Euro (Eintritt für Gewandete), da wir das Turnier nicht besuchen wollten. Hier die Eintrittspreise für alle Eventualitäten:

Der Eintritt beim Mittelaltermarkt Bad Münster am Stein-Ebernburg

Tageskarte Erwachsene: € 9,- (Freitag ermäßigt: € 7,-)
Tageskarte Kinder, Jugendliche*: € 5,-

Familienkarte (mind. 1 Kind*): € 18,-

Dauerkarte für alle Tage: € 16,-

mittelalterlich Gewandete: € 7,-

*Personen, die das Schwertmaß von 1,38 m nicht erreichen, genießen freien Zutritt auf den Markt.

Ritterturnier

Tageskarte Erwachsene: € 12,-
Tageskarte Kinder, Jugendliche*: € 6,-

Kombikarte Markt Ebernburg + Ritterturnier

Markt Ebernburg + Ritterturnier Erwachsene: € 16,-
Markt Ebernburg + Ritterturnier Familie (mind. 1 Kind*): € 30,-

*Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre

Wir haben den Markt nur am Samstag ab 11 Uhr besucht, geöffnet war er jedoch auch schon Freitag ab 17 Uhr und Sonntags von 11 Uhr an.

Weitere Infos zu Künstlern und Händlern und allen anderen, wichtigen Details findet ihr unter: https://www.mittelaltermarkt-ebernburg.de/index.php?width=1536

Tränk- und Putzstelle in Bad Münster: Für die, die es nötig haben

Die Marktstände sind in dem kleinen Städtchen verteilt. Außerdem ist das Ambiente sehr schön und reizvoll. Allerdings muss man gut zu Fuß sein, denn es geht in den alten Gassen über Kopfsteinpflaster munter bergauf und bergab.

Der Mittelaltermarkt Bad Münster am Stein wird eröffnet

Wir kamen am Samstag genau rechtzeitig zur feierlichen Eröffnung des Marktes. Mit Musik und Keulen jonglierenden Gauklern zog der (allerdings sehr geschrumpfte) Magistrat der Stadt in edlen Gewändern mit dem Stadtwappen auf der Brust auf der kleinen Marktbühne ein.

Der Herold Michel von Aragon begrüßte das werte Publikum und leitete durch die Beiträge. Der Magistrat gab die mittelalterlichen Regularien des Marktes in launigen Worten bekannt und die zu erwartenden Strafen bei Zuwiderhandlung. Die Rheingräfin machte es kurz und knapp und forderte uns auf, unsere Taler bei Händlern und Wirten zu lassen und zu Petrus zu beten, damit das Wetter halte. Dann folgte eine kurze Vorstellung der Gaukler mit neu einstudierter Choregraphie und eine Kostprobe der zahlreichen Spielleute.

Leibliches Wohl und allerlei Tand

Im Anschluss begaben wir uns in den Amtshof, um zu Mittag zu speisen. Die Möhren-Ingwersuppe, die man in Keramikschalen mit Holzlöffel serviert bekommt, ist sehr zu empfehlen, ebenso wie die Schmalzbrote. Wir suchten uns trotz Sonnenschein in dem lauschigen Gebäude. Hier kam bei Kerzenschein richtige Mittelalterstimmung auf zumal im Hof ein Barde für uns sang und Laute spielte.

Der Markt in den Gassen unterhalb der imposanten Ebernburg bot neben den Marktständen auch noch einige dekorative Elemente, die einen in die passende Stimmung versetzten. So fand sich dieser Karren mit Fass und eine Putz und Tränkestelle für die, die es nötig hatten. Außerdem waren einige grob behauene Bänke als Sitzgelegenheiten aufgestellt. Die Händler boten unter anderem Holzwaren, Brettchen, Kellen und Schalen feil. Ein Töpfer war mit seinen Waren da, leider hatte er auf dem Wege Pech und konnte nur einen kleinen Teil seiner Ware mit zum Markte bringen, weswegen ich ihn um ein Schreiben bat, mit dem ich ihn nach dem Markt kontaktieren könne. Für die Damen und edlen Herren gab es zahlreiche Schmuckstände, außerdem Gewandungen und Zubehör. So habe ich ein eisernes Kreuz für meinen Abt erstanden. Auch für das leibliche Wohl war rundherum gesorgt. Deftiges und Süßes, Fleisch und Brot, Suppen und Kuchen, alles was das Herz begehrte, konnte man für angemessene Preise erstehen.

Am Nachmittag statteten wir dem Crepestand einen Besuch ab. Dem gleichen wie in Manderscheid, denn dort sind die Crepe wirklich vorzüglich. Tatsächlich erkannte uns der freundliche Standbesitzer wieder und führte eine nette Unterhaltung mit uns, so dass das Warten auf die Zubereitung nicht langweilig wurde. Der Crepe mit frisch geschnetzeltem Apfel und Zimt und Zucker war wie immer köstlich.

Das Ritterturnier zu Ebernburg

Schließlich entschieden wir uns doch noch, das Turnieranzuschauen und erstanden ohne Probleme am Eingang des Marktes die Zusatzkarte fürs Turnier. Leider wurden wir dann doch enttäuscht. Der Sitzplatz, den wir ergattern konnten, war, obwohl in der zweiten Reihe, denkbar ungünstig. Zum einen störte ein dicker Heuballen die Sicht auf das Geschehen, zum anderen gab es einige rücksichtslose Leute in der ersten Reihe, die mit Handy und Armen immer wieder die Sicht verdeckten. Außerdem fand die Hauptaktivität der Geschichte auf der anderen Seite des Platzes statt, so dass wir sie überhaupt nicht verfolgen konnten. Und dann war das Wetter noch gegen uns. Als wir uns setzten, sah es eher nach Regen aus. Wir kramten die Regenponchos aus und wappneten uns für einen Guss. Doch außer ein paar Tropfen kam nichts. Die Wolken zogen ab, es wurde sonnig und nun zeigte sich, dass wir falsch herum saßen. Die Sonne stach uns direkt ins Gesicht und die Augen. Ärgerlich. Zudem fiel mitten im Spektakel auch noch die Anlage mit dem Ton aus.

Das war nun wirklich Oberpech. Ansonsten war das Turnier sehenswert, aber für uns nichts Neues. Eins muss man aber positiv erwähnen: Michel von Aragon macht seine Sache als Herold einfach immer genial gut. Er animierte das Publikum zu Höchstleistungen. Die Sitte, das holde Maiden Bänder an die Lanzen ihres Ritters knüpfen dürfen, wurde hier zelebriert, so wie etliche reiterliche Stunts. Die Ritter der Ebernburg sind in der Hinsicht wirklich sehenswert. Sehenswert ist außerdem die Kulisse unten an der Nahe mit den Felsen des Rothensteins.

Mittelaltermarkt Bad Münster am Stein-Ebernburg – Das Fazit

Später wurden wir doch noch etwas nasser und verließen den Markt daher zeitiger als geplant. Dennoch bleibt: Der Mittelaltermarkt in Bad Münster am Stein hat ein eigenes Flair. Es gibt etliche gut gewandete Ritter und Damen, Gaukler und Spielleute. Ein Turnier werde ich jedoch auf längere Zeit nicht anschauen. Irgendwann nutzt sich auch das ab. Wer jedoch noch nie einem solchen Ritterspektakel beigewohnt hat, der kommt beim Turnier in Bad Münster am Stein-Ebernburg auf seine Kosten. Nur sollte man darauf achten, seinen Sitzplatz weise zu wählen und rechtzeitig vor dem Turnier da zu sein. Wenn man erst eine halbe Stunde vor Beginn kommt, sind die besten Plätze bereits weg. Und bei der Auswahl des Schuhwerks achte man auf Bequemlichkeit. Die Wege sind steinig und zum Turnierplatz doch recht weit. Meine Füße haben in meinen Mittelalterstiefeln jedenfalls etwas gelitten. Aber wie sagt man: Wer schön sein will,…. muss Blasen in Kauf nehmen.

Über eure Kommentare freue ich mich wie immer. Oder meldet Euch am Besten gleich noch für den Newsletter an. Es gibt spannende Neuigkeiten.

Newsletter

Hier kommt nun also die Möglichkeit, sich zum Newsletter anzumelden. Ich habe das Popup installiert und hoffe, dass ihr diese Möglichkeit zahlreich nutzen werdet. Mit dem Newsletter: Post aus Eloan, bleibt ihr auf dem Laufenden. Zum einen darüber, was auf der Webseite hier so passiert, als auch bezüglich meines Romanprojektes. Noch bin ich nicht ganz eingerichtet, aber schon bald wird die erste Post aus Eloan auf die Reise zu Euch gehen.

Burgenfest in Manderscheid

Anreise und Parken

Am letzten Samstag, dem 27. August 2022, bin ich besonders früh aufgestanden, nämlich schon um 5 Uhr. Um sechs habe ich meine Begleitung abgeholt und dann ging die Reise los Richtung Eifel. Zum Burgenfest in Manderscheid. Über vier Stunden Anreise bedeutete, dass wir, mit den nötigen Pausen, gegen halb zwölf in Pantenburg ankamen. Dort gab es direkt eine Straßensperrung, aber auch den Großparkplatz für das Burgenfest in Manderscheid. Freundliche Einweiser winkten uns auf einen Wiesenplatz, auf dem wir kostenfrei parken dürfen. Beim Aussteigen stelle ich fest, dass ich mein langärmeliges Hemd zu Hause hab liegen lassen. Bei anderen Märkten in diesem Jahr wäre das kein Problem gewesen, doch hier ist es nur kühle 20 Grad und es nieselt leicht. Brrr…. Ich muss mir wohl überlegen, ein Hemd zu kaufen. Erstmal ziehe ich den Mantel an, den ich wohlweislich diesmal dabei habe.

Dann geht es auf zum Shuttlebus. Der fährt von Pantenburg zur Niederburg in Manderscheid und ist ebenfalls kostenlos. Er fährt knapp zweihundert Meter vom Parkplatz entfernt ab und bringt uns sicher zum Eingang. Der Pendelverkehr findet Samstags von 10 bis 1 Uhr nachts alle Viertelstunde statt.

Einlass und Beginn beim Burgenfest in Manderscheid

An der Tageskasse zahlen wir als gewandete Besucher 10 Euro für das Tagesticket. Für das ganze Wochenende wären es 15 Euro gewesen. Ungewandete Erwachsene zahlen 20 Euro für das Wochenende. Es gibt Ermäßigungen für Kinder und auch ein Familienticket.

Weitere Informationen findest du unter: https://burgen-manderscheid.de/

Am Eingang kann man einen Stempel erhalten, wenn man das Gelände nochmal verlassen will. Da wir das aber nicht vorhaben, gehen wir direkt durch, nachdem unsere Eintrittskarten kontrolliert wurden. Wir wenden uns zuerst bergab, Richtung Turnierwiese. Von dort schallt schon Musik herauf und wir erkennen einen Umzug der Aktiven, sogar mit Pferden und natürlich Jongleuren und Spielleuten. Während der Umzug vor der Bühne endet, besorgen wir uns am Essensstand (noch ohne Warteschlange) unser Mittagsmahl: Spießbraten im Brötchen. Sehr lecker und genau das Richtige. Es gab aber auch noch andere kulinarische Genüsse zu moderaten Preisen. Zum Beispiel Hähnchen mit Bratkartoffeln und Salat oder einfach nur Maiskolben (okay nicht sehr mittelalterlich, aber trotzdem lecker) und natürlich fehlte auch der Stand mit den Crêpe nicht. Um es vorwegzunehmen.: Ich habe mir zweimal Crêpe gegönnt, einmal süß mit Apfel und Zimt und Zucker und einmal herzhaft mit Camembert und Preiselbeeren. Ich kann nur sagen: Vorzüglich. Und der Crêpeverkäufer war noch dazu in Plauderlaune und sowas von gut drauf, dass es eine Wonne war.

Während wir unser Brötchen mit Spießbraten mümmelten, konnten wir dem Eröffnungszinnober lauschen, das recht kurzweilig war. Auch der Bürgermeister des Ortes fand mittelalterlich wohlklingende Worte und präsentierte sich in Gewandung. Anschließend spielte die Gruppe Ranunculus mittelalterliche Weisen und versetzte uns in die passende Stimmung.

Der Blick von der Niedernburg auf Turnierwiese und Marktstände

Von Händlern und Ständen

Von den Verkaufsständen ist der Markt recht übersichtlich. Nur wenige Händler haben ihre Buden aufgebaut, darunter zwei Töpfer, ein Korbmacher, mehrere Gewandungsstände und zwei mit ledernen Einbänden für Bücher und ähnliches, bzw. individuell ledergebundenen Kladden und Notizbüchern. Ginge es nur darum, mittelalterliches Zubehör zu erstehen, wären wir hier verkehrt gewesen. Doch das Besondere in Manderscheid ist das Flair der Niederburg. So stapfen wir später ziemlich aus der Puste und bei jeder Bank anhaltend die großen Stufen bis hinauf auf die Zinnen der Burg.zum Denkmal. Leider gibt es in der Kellergrotte diesmal keine Taverne, was wir sehr bedauert haben, denn das hat jedesmal ein wirklich schönes, mittelalterliches Gefühl erzeugt. Nur eine Märchenerzählerin hat sich in einer der steinernen Kammern eingerichtet und lockt dort ihr kleines und großes Publikum an.

Das Lied in der Kurve

Auf einer der Bänke sitzend, mitten in der Kurve der Treppe sind wir Zeugen eines ganz besonderen Schauspiels. Der Barde Janko vom See (http://www.janko-vom-see.de/)eilt an uns vorbei, als er von einem aufwärts gehenden, älteren Herren angerufen wird, ob er nicht ein Lied zum Besten geben wolle. Janko hält inne, fragt nach: „Hier in der Kurve?“ Auf die bejahende Antwort beginnt er zu singen und zu spielen und gibt das „Lied in der Kurve“ zum Besten, in das er alle und jeden, der gerade vorbei kommt, einbaut. So auch uns als „die Damen in Blau“. Es macht wirklich Freude, ihm zu lauschen und zaubert ein Lächeln auf unser Gesicht. Nach diesem Privatkonzert klettern wir weiter.

Weitere musikalische Highlights

Ebenso ergreifend und doch ganz anders war der Vortrag der Harfenspielerin. Ihre Töne perlten zart in die angenehme Eifelluft. Leider saß sie an einem viel zu lauten Platz, als wir ihr lauschten. Dort war großer Durchgangsverkehr und man musste die Ohren spitzen, um ihr zu lauschen. Nett anzusehen war auch, wie sie nach ihrem Vortrag einem Kind ermöglichte, das Instrument einmal auszuprobieren und ihm ganz behutsam eine Einführung gab.

Neben Ranunculus (https://www.spielleut-ranunculus.de/) spielten auch die Heidweilers (http://www.von-heidweiler-musik.de/) alte Weisen auf dem Plan. Immer mal wieder erscholl ihr Gesang, gepaart mit Laute zu uns herüber.

Beim Burgenfest in Manderscheid sorgt die musikalische Untermalung für ein ganz besonderes Ambiente. Man fühlt sich mitten hienin versetzt in alte Zeiten. Deshalb gefällt es mir hier so gut.

Was macht das Burgenfest in Manderscheid noch aus?

Der Bergfried der Niederburg von der Turnierwiese aus

Die Kulisse mit Berg und Burg und Wald und Bach ist schon an sich ein wunderbares, ganz besonderes Erlebnis. Von der Turnierwiese kann man hinauf schauen zum Burgfried der Niederburg und der Ruine der Oberburg. Wir haben auch noch einen netten Sitzplatz am flachen Bach gefunden. Die Niederburg selbst ist imposant mit ihren zum Teil aus Fels bestehenden, hohen „Riesenstufen“ und den doch zum Teil noch gut erhaltenen Mauern.

Bach und Oberburg von der Turnierwiese aus

Neben Musik gab es auch allerlei Gaukelei, einen Feuerfresser, Kraftjongleure und eine Blumenfee auf Stelzen.

Auf der Turnierwiese findet mehrfach am Tag ein Turnier statt. Diesmal haben wir es uns nicht angesehen, da wir schon viele Turniere gesehen haben und diese sich meist sehr ähneln.

Das Hemd habe ich letztlich doch nicht erstanden, obwohl es zum Teil ziemlich fröstelig war. Die Sonne kam den ganzen Tag nicht raus und immer wieder nieselte es ganz fein, ausfallender Nebel sozusagen. Doch den Mantel fest um die Schultern zu ziehen, war schließlich doch ausreichend.

Der Rückweg vom Burgengfest in Manderscheid

Da wir ja noch eine lange Rückreise hatten, haben wir um 19 Uhr den Shuttlebus genommen und sind zurück zum Auto gefahren. Auch der Rückweg hat wieder problemlos geklappt. Nur herauszufinden, in welche Richtung wir müssen, war eine kleine Herausforderung. Wir haben jedoch den richtigen Bus gefunden und kamen gut an.

Die Rückfahrt war abenteuerlich, denn wir sind kilometerweise über die Autobahn gebraust ohne vor oder hinter uns ein Autoa zu haben. Wälder, Wälder und nichts als Wälder und keine Tankstelle in Sicht. Zum Glück hhaben wir die einzige Tankmöglichkeit trotz schlechter Ausschilderung nicht verpasst und sind also nicht liegengeblieben.

Die insgesamt fast neun Stunden Fahrt haben sich auf jeden Fall gelohnt. Nicht um irgendetwas zu erwerben, sondern einfach um in ein mittelalterliches Gefühl einzutauchen und zu genießen. Zum Burgenfest in Manderscheid,würde ich jederzeit wieder fahren. Es lohnt sich bei Sonnenschein und 30 Grad genauso wie bei kühlen 20 Grad und Niesel. Schade nur, dass wir diesmal nicht die volle Gewandung mit Fell und allem dabei hatten. Das Wetter hätte eine üppige Kleidung ermöglicht.

Hier endet mein Bericht und du bist eingeladen, mir einen Kommentar zu hinterlassen.

Roman-Tagebuch Teil 25

Im letzten Romantagebuch habe ich von fünf Entscheidungen erzählt. Seitdem hat sich einiges getan. Dazu später mehr.


Testleser-Reaktionen und Probelektorat

Ich habe erste Rückmeldungen der Testleser erhalten, die zum Teil sehr unterschiedlich ausgefallen sind. Von begeistert bis mittelmäßig. Es gibt auf jeden Fall noch einiges zu verbessern. Vor allem zu Beginn des Romans. Außerdem habe ich ein Probelektorat eingereicht und eine Antwort erhalten. Auch diese teils gemischt, wenn auch der Grundtenor durchaus positiv ist. Immerhin habe ich zurück gemeldet gekriegt, dass der Text schon recht sauber sei. Und der Lektor wollte eigentlich nur kurz reinspickeln in den Text, ist dann aber gleich so hängen geblieben, dass er das Lektorat direkt angefertigt hat. Auch das ein echtes Lob, wie ich finde. Falls ich mein Buch bei diesem Lektor einreiche, hat er mir zugesichert, dass ich, nur einen mittleren Betrag zahlen muss. (Er hat eine Staffelung der Preise je nach Aufwand.) Auch das ein Zeichen, dass mein Text nicht mehr soviel Korrektur bedarf.

Das Buchcover und die Landkarte

Das Buchcover ist tatsächlich fertig! Jubel! Und es gefällt mir super gut. Natürlich werde ich es hier in den nächsten Tagen präsentieren. Nach einigem Hin und Her und Überlegen mit Familie, Freunden und Schreiberkollegen habe ich mich festgelegt und bin immer noch sehr zufrieden. Ich bin dann auf eure Reaktionen gespannt.

Auch die Landkarte ist inzwischen fertig und wird sich gut ins Buch einfügen. Nach einer kleinen Korrektur zweier Schreibfehler liegt mir die endgültige Version vor und ich finde sie sehr gelungen.

Ich bin froh diese beiden Entscheidungen getroffen zu haben. Die Ergebnisse sprechen für sich.

Vorbereitung auf die Crowdfunding-Kampagne

Der September wird meine Vorbereitungszeit für die Crowdfunding-Kampagne sein. In den nächsten Tagen werde ich mit meinem Mann ein Video drehen und auf startnext hochladen. Außerdem habe ich schon professionelle Autorenfotos machen lassen und werde Ende September an einer Autoren-Lesung teilnehmen. Dazu kommen demnächst noch weitere Informationen. Außerdem werde ich mich bemühen, euch hier und auf instagram und facebook auf dem Laufenden zu halten. Wenn alles klappt wie geplant, sollte das Crowdfunding zum Oktober starten. Den Link und die Möglichkeit mich dort zu unterstützen, werde ich hier dann natürlich bekannt geben.

Und wie geht es weiter?

Neben den Vorbereitungen fürs Crowdfunding, regelmäßigen Posts in instagram und facebook und dem Werkeln an dieser Webseite (ich will noch einen Newsletter einrichten), arbeite ich tatsächlich schon am zweiten Band der Reihe. Erste Szenen stehen und ich habe sie auch schon anderen vorgestellt und mir deren Kritik eingeholt. Daran werde ich natürlich auch weiter arbeiten.

Außerdem muss und werde ich die Kritik der Testleser einarbeiten in mein 1. Manuskript und insgesamt noch kürzen und überarbeiten. Da ist noch einiges zu tun. Aber der Fokus liegt im September und Oktober auf dem Projekt Crowdfunding.

Und ich freue mich auf die Online-Lesung. Das wird ein wirklich spannendes Highlight. Und ich bin sehr neugierig, wie viele Leute kommen werden. Und ob ich das souverän und eloquent über die Bühne bringe. Ich hoffe vor allem, dass die Technik funktioniert und uns keinen Strich durch die Rechnung macht. Auch hier folgen die genauen Infos.

Und bis dahin freue ich mich über eure Kommentare. Vielleicht mögt ihr mir auch erzählen, was ihr von crowdfunding haltet und ob ihr gerne einen Newsletter von dieser Seite erhalten würdet.

Mittelaltermarkt im Angelbachtal

Immer am zweiten Wochenende im August findet der Mittelaltermarkt im Angelbachtal statt. Der Termin gehört schon fest in meinen Kalender und ich habe ihn in der Corona-Zeit schmerzlich vermisst.

Die Anreise zum Spectaculum. Mit Abstecher.

Das Angelbachtal liegt in der Nähe von Sinsheim und Kronau. Wenn ich mir anschaue, wie weit ich für Mittelaltermärkte fahre, gehört das Angelbachtal zu den Locations, die noch verhältnismäßig nah liegen. In etwas mehr als zwei Stunden habe ich die Gegend von Lörrach aus mit dem Auto erreicht. Dennoch haben wir uns für diesen Markt eine Unterkunft in der Nähe gesucht und übernachtet, um den Markt in aller Ruhe genießen zu können. Zu einem Besuch im Angelbachtal gehört für mich inzwischen auch ein Abstecher zum Lußhardtsee (https://www.seen.de/lusshardtsee/) bei Kronau. Dort kann man wunderbar in einem Baggersee abkühlen. Das Strandcafe gypsea (https://www.gypsea-lusshardtsee.de/) sorgt dabei für das leibliche Wohl. Schön ist auch, dass es schattige Liegeplätze auf einer Wiese gibt und einen Ruhebereich. Leider halten sich nicht alle Besucher an diesen schriftlichen Hinweis.

Die Fakten zum Mittelaltermarkt im Angelbachtal

Das Spectaculum gehört zu denen, die es schon lange gibt: seit mehr als 25 Jahren wird hier mittelalterlich gefeiert, geschmaust und gekämpft.

Die Preise sind noch moderat: An der Tageskasse zahlen erwachsene Besucher 15 Euro (12 Euro im Vorverkauf), Gewandete oder Menschen mit einer Behinderung ab 80% zahlen auch an der Tageskasse 12 Euro.

Parkplätze stehen kostenfrei und in ausreichender Zahl zur Verfügung. Von einigen Parkplätzen ist jedoch ein Fußweg von ca 10-15 Minuten in Kauf zu nehmen.

Mehr als 20 Lagergruppen bieten Einblick in mittelalterliches Leben. Die Anzahl der Händler konnte ich leider nicht heraus finden. Aber der Mittelaltermarkt im Angelbachtal gehört zu den größeren und etliche Verkaufsstände laden zum Schauen und kaufen ein. Am Samstag reiten und kämpfen edle Recken dreimal in einem Ritterturnier gegeneinander, am Sonntag zweimal. Ein Badehaus, eine Wasserguillotine und eine Kinderschiffsschaukel mit Wikingerbooten und viele weitere, mittelalterliche Attraktioen machen die besondere Atmosphäre aus und lassen einen in eine andere Zeit eintauchen. Dazu tragen auch die Falkner der Grafen von Strzemieczny mit ihren Greifvögeln bei, die sowohl durch die Anmut der Tiere, als auch ihre prächtige Gewandung zu beeindrucken wissen.

Eine erstaunliche Tatsache

Auf dem ganzen Platz wird keine Cola verkauft. Es gab Holunderfassbrause oder Himbeerfassbrause, selbstgemachte Zitronenminzlimo oder Orangeingwerlimo, Apfelschorle oder Wasser, aber keine Cola. Ist ja auch nicht mittelalterlich. 😉 Dagegen finden sich alle möglichen Sorten alkoholischer Getränke: natürlich dürfen vor allem Met und Bier nicht fehlen.

Veranstalter ist der Histotainmentpark Adventon (http://mittelalterpark.de), der in Osterburken einen Museumspark für lebendige Geschichtsdarstellung betreibt. Dort kann man Miterleben wie eine mittelalterliche Stadt entsteht und Gerber, Schmied und andere Handwerker beobachten.

Das Besondere am Mittelaltermarkt im Angelbachtal

Für mich besonders ist neben der großen Bandbreite an Verkaufsständen das Flair des Marktes. Zum Einen sieht man viele gut und authentisch gekleidete Gewandete, zum Anderen ist das Ambiente des Schlossparks wirklich wunderbar geeignet für dieses Spectaculum. Eine weite Grasfläche mit vielen alten und hohen Bäumen lädt zum Verweilen ein. Durch den Baumbestand gibt es auch bei grellem Sonnenschein und 32 Grad Hitze genügend Schattenplätze zum Hinsetzen und Ausruhen. (Wenn man sich nicht zu fein ist, sich in die Wiese zu setzen.) Schön ist auch das Schloss mit seinem Wassergraben drum herum. Zelte und Lagerleben sind harmonisch in den großen Park eingebettet und so versprüht der Mittelaltermarkt im Angelbachtal seinen ganz besonderen mittelalterlichen Charme.

Hexe Walpurga auf dem Mittelaltermarkt im Angelbachtal

Dieses Mal war für mich auch ein walking act auf dem Platz ein weiteres Highlight. Die Hexe Walpurga (http://www.hexe-walpurga.de/) war mit Hexenhut, Stock und urigen Schuhen unterwegs zwischen Marktständen und Bäumen und hatte für jeden, der ihr nicht explizit aus dem Weg ging ein nettes Wort. Ihre Art mit Kindern umzugehen, jeden anzureden, der nicht schnell genug weg war und ihre liebevolle, behutsame Art waren einfach herzerfrischend. So zauberte sie ein Lächeln auf das Gesicht eines Mädchens mit Downsyndrom, in dem sie ein Foto mit ihm machte und es ermutigte, so zu sein, wie es eben ist. „Jeder ist auf seine eigene Weise schön! Du auf deine und ich auf meine!“, sagte sie zu dem als Prinzessin verkleideten Mädchen. Und die strahlte über das ganze Gesicht.

Einen kleinen Jungen frage sie, ob er Ritter werden wolle. Als der verneinte, hakte sie nach und bekam zur Antwort: Er will Mama werden. Die Hexe lächelte und meinte: „Ohh, das ist schwer, aber heute ist ja fast nichts mehr unmöglich!“ und zwinkerte ihm zu.

Auch uns begrüßte sie und philosophierte darüber, wie gemütlich es sei, im Schatten zu sitzen.

Mein Fazit

Im Angelbachtal ist es einfach gemütlich. Es waren viele Familien mit großen und kleinen Kindern unterwegs, auch etliche Menschen mit Behinderungen nahmen teil und konnten einen vergnüglichen Tag im Mittelalter verbringen.

Für mich ist dieser Termin nicht mehr wegzudenken aus meinem persönlichen Mittelalterkalender. Deshalb werde ich nächstes Jahr, so Gott will, wieder ins Angelbachtal reisen und den Markt genießen. Dann am 12.-13.08.2023. Weitere Informationen findet Ihr unter http://www.ritterfest-angelbachtal.de/

Vielleicht sehen wir uns ja beim nächsten Mittelalterfest im Angelbachtal.

Hinterlasst mir gerne Eure Meinung in den Kommentaren.

Das Kaltenberger Ritterturnier

Am letzten Wochenende: 29. bis 31. Juli 2022 war ich beim Kaltenberger Ritterturnier. Und natürlich gibt es hier dazu einen Bericht. Das Bild, das oben zu sehen ist, ist nur ein Symbolbild, da man beim Kaltenberger Ritterturnier weder Fotos noch Filmaufnahmen machen darf.

Die Fakten

Das Turnier wurde 1980 von Prinz Luitpold von Bayern ins Leben gerufen. In den letzten zwei Jahren musste es Coronabedingt ausfallen. Die Arena, in der die mittelalterliche Stunt-Show stattfindet ist 70 mal 30 Meter und bietet fast 10.000 Sitzplätze und 3.000 Stehplätze. Um die Arena und das Kaltenberger Schloss (erbaut ab 1292) findet ein Markt statt mit Handwerkern und Verkaufsständen. Außerdem gibt es mehrere Bühnen, auf denen mittelalterliche Musik und Gaukelei geboten wird. (Quelle www.wikipedia.de)

Die Karten kosten von 29,95 Euro für den Einlass auf den Markt mit Stehplatz über mindestens 44,95 für einen Sitzplatz bis zu 74,95 für einen Logenplatz.

An einem Wochenende gibt es auch eine Gauklernacht. Dort musste man für den Eintritt 39, 95 Euro berappen.

Alle Infos zum Kaltenberger Ritterturnier findest du unter www.ritterturnier.de

Die Ankunft beim Kaltenberger Ritterturnier:

Wir hatten von unserer Unterkunft eine knappe halbe Stunde Anfahrtsweg. Dank Google Maps und Handynavigation kein Problem. Die letzte Strecke war auch ausgeschildert. Am Parkplatz angekommen, wiesen uns nette Damen und Herren einen passenden Parkplatz auf einer Wiese zu. Natürlich nicht, bevor wir nicht den Obolus von 5 Euro Parkgebühr entrichtet hatten.

Wir hatten uns den Samstag als Besuchstag ausgesucht. Einlass sollte um 16 Uhr sein. Auf Empfehlung von Bekannten erreichten wir das Gelände der Kaltenberger Ritterspiele recht früh, nämlich eine Stunde vor Einlass. Nachdem wir die letzten Assecoires an der Gewandung gerichtet und die Mittelaltersandalen geschnürt hatten, begaben wir uns auf den kurzen Weg vom Parkplatz zum Eingang. Dort hatte sich schon eine Menschentraube gebildet. Eine Lokalität vor den Toren des Spektakels sorgte für Getränke. Etliche machten davon Gebrauch, obwohl es an unserem Besuchstag mit etwa 20 Grad nicht sonderlich heiß war.

Angesichts der Menschenmenge begann der Einlass auf den Markt schon ab ca. halb vier, so dass es sich gelohnt hat, früher da zu sein. Dennoch haben wir uns gefragt, warum der Markt nicht schon mittags oder gar vormittags öffnet. Von anderen Mittelaltermärkten sind wir es gewohnt, den ganzen Tag dort zu verbringen und richtig in eine andere Zeit einzutauchen.

Der Markt

Leider ging es mir körperlich nicht so besonders gut an diesem Tag, was den Besuch des Ritterturniers und des Marktes ein wenig getrübt hat. Das war aber nicht der alleinige Grund, dass mich der Markt enttäuscht hat. Es gab wenig richtig mittelalterliches. Der Töpfer hatte zwar schöne Tonwaren, auch Türme und Burgen, in die man eine Kerze/Teelicht stellen konnte und ähnliches, aber das war eher moderne Kunst, sehr schöne Kunst, zugegebener Maßen, aber eben nicht mittelalterlich. Ich hätte mir zum Beispiel Tonwaren wie Krüge, Becher oder Schalen gewünscht.

Gewandungsstände habe ich nur zwei entdeckt und einer davon hat Kleidung im Ethnostyle angeboten, aber keine mittelalterlichen Kleidungsstücke. Der zweite hat sehr schöne, aber auch sehr teure Gewandungen. Schade. Hier wäre noch Potential nach oben.

Dafür gab es einen Stand mit Holzkämmen und immerhin einen Waffenstand. Wobei wir uns dort gefragt haben: Wieso darf man Waffen auf dem Markt kaufen, wenn man aber beim Einlass keine tragen darf? Wozu soll ich dann ein Schwert oder einen Dolch erstehen, wenn ich ihn beim nächsten Mal dann gar nicht mitbringen kann? Auch hier ein deutliches Minus zu anderen Mittelaltermärkten.

Positiv aufgefallen sind uns handwerkliche Darstellungen, so gab es einen Tischler/Schreiner bei dem Besucher sich nicht nur ansehen konnten, wie Holz mit Beitel und Hammer bearbeitet wurde, sondern sogar selbst Hand anlegen konnten. Außerdem gab es eine Färberei, die zeigte wie Wolle und Leinen mittels Naturfarben gefärbt wurden und die Möglichkeit in Hütten hinein zu schauen und zu sehen, wie man damals hauste.

Verpflegung auf dem Kaltenberger Ritterturnier

Attraktiv fanden wir auch die Bewirtungsstände und die Möglichkeit ein mehrgängiges Rittermenü zu buchen. Das Menü wäre sehr üppig gewesen, weshalb wir dieses Mal darauf verzichtet haben, uns einen Platz zu reservieren. Im Nachhinein habe ich eben erfahren, dass man das Menü auch erst ab 4 Personen buchen konnte und wir waren nur zu zweit. Wieder schade.

Aber auch die anderen Stände boten leckere kulinarische Schmankerln. Von verschiedenen Knödelvariationen und Hirschgulasch mit Knödeln über Waffeln und Pfannkuchen mit süßer oder herzhafter Füllung gab es vieles. Es duftete herrlich nach gebratenem Fleisch und auch für den Durst gab es genügend Stände. Bier wurde in rauen Mengen ausgeschenkt. Aber man durfte auch eigene Flaschen mit aufs Gelände bringen, so lange es keine Glasflaschen waren.

Musik und Rahmenprogramm

Neben einem Barden (Barlhow), der sein Publikum mit Späßen, Laute und nettem Gesang, sowie seiner frechen Schnauze unterhielt, spielte zum Beispiel das Weibsvolk auf, eine Gruppe aus 4 Frauen, die mittelalterliche Lieder aus verschiedenen Ländern darboten. Mit Percussion, Flöten, Dreisaiter, Fidel und Gesang unterhielten sie das Publikum gar trefflich.

Außerdem spielten an unserem Wochenende die Bands Koenix und Tanzwut auf und es gab zahlreiche weitere Gaukler, Jongleure und Walking Acts auf dem Gelände.

Ein Trupp Trommler und Fahnenschwenker zog immer mal wieder über den Platz und um 18 Uhr fand der Festumzug mit allen Gruppen über das Veranstaltungsgelände des Kaltenberger Ritterturniers statt.

Das Kaltenberger Ritterturnier – die Stuntshow

Ab 19 Uhr war Einlass in die Arena. Die Sitzplätze auf Holzbänken waren recht eng und nicht sonderlich bequem. Beim nächsten Mal nehme ich mir sicher ein Sitzkissen mit.

Das Vorprogramm startete um 19 Uhr 30 mit Musik und Fahnenschwenker und dem Herold Walter von der Pferdewiese. Dieser Teil war ganz nett, riss uns aber noch nicht vom Hocker. Das eigentliche Turnier wurde dann von Prinz Luitpold von Bayern höchstpersönlich um 20 Uhr eröffnet.

Der zweite Teil, das Hauptprogramm ,wartete mit einer ganz ordentlichen Story und etlichen aktiven Darstellern auf. Die Geschichte entbehrte zwar in manchen Teilen der Logik, war an anderen Stellen für eifrige Mittelalterfans recht vorhersehbar und doch so nett gemacht, dass sich die Show sehen lassen konnte. Besonders zu loben sind die Stuntreiter, die ihre Sache sehr gut gemacht haben und für Spannung und atemberaubende Momente gesorgt haben.

Alles in allem hat das Kaltenberger Ritterturnier meine Erwartungen erfüllt. Es war ein unterhaltsamer Abend mit einigen spektakulären Bildern, die sich mir ins Gehirn gebrannt haben. Anregung für meine Schreiberei war es allemal. Das Turnier selbst rechtfertigt die hohen Eintrittspreise zumindest teilweise und hat mich für den nicht ganz so gelungenen Markt entschädigt.

Jedes Jahr würde ich dennoch nicht zum Kaltenberger Ritterturnier fahren. Dazu war es zu wenig inspirierend. Schade ist nämlich auch, dass viel zu viele Personen reine Besucher sind, die nicht mittelalterlich gewandet kommen. Anders als auf dem Wormser Spektaculum oder dem MPS ist damit die Atmosphäre eher wie im Europapark Rust, wo eben viele Touristen in modernen Alltagsklamotten herumstromern. Ein echtes Mittelalterfeeling kommt somit nicht auf, was sehr bedauerlich ist.

Als ärgerlich haben wir auch empfunden, dass sowohl während des Vorprogramms als auch nach Beginn des Hauptprogramms immer wieder Leute noch in die Reihen reinrutschen mussten. Auch während der Show war es recht unruhig, denn manche Zeitgenossen können nicht mal 2 Stunden sitzen bleiben, sondern müssen ständig rein und raus, vermutlich zur Toilette oder um sich Getränkenachschub zu holen. Das war mehr als lästig. Besonders unhöflich fanden wir, dass es Menschen gab, die sofort nach Ende des Turniers aufgesprungen und gegangen sind, ohne den Akteuren den verdienten Applaus zu spenden. Das ist mehr als schäbig. Denn so schlecht war die Show nun nicht.

Fazit

Das Kaltenberger Ritterturnier ist sicherlich eine Reise (und auch den hohen Eintritt) wert, wird aber nicht in die Riege meiner absoluten Lieblingsmärkte aufsteigen. Einmal gesehen haben muss man es, wenn man Fan von Mittelalterveranstaltungen und Märkten ist. Aber es gibt eine Menge anderer Märkte, die mehr Ambiente und Flair entwickeln.

Warst du auch schon mal in Kaltenberg zum Ritterturnier? Oder welcher Mittelaltermarkt gefällt dir besonders gut? Sag es mir in den Kommentaren.

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