Das Kaltenberger Ritterturnier

Am letzten Wochenende: 29. bis 31. Juli 2022 war ich beim Kaltenberger Ritterturnier. Und natürlich gibt es hier dazu einen Bericht. Das Bild, das oben zu sehen ist, ist nur ein Symbolbild, da man beim Kaltenberger Ritterturnier weder Fotos noch Filmaufnahmen machen darf.

Die Fakten

Das Turnier wurde 1980 von Prinz Luitpold von Bayern ins Leben gerufen. In den letzten zwei Jahren musste es Coronabedingt ausfallen. Die Arena, in der die mittelalterliche Stunt-Show stattfindet ist 70 mal 30 Meter und bietet fast 10.000 Sitzplätze und 3.000 Stehplätze. Um die Arena und das Kaltenberger Schloss (erbaut ab 1292) findet ein Markt statt mit Handwerkern und Verkaufsständen. Außerdem gibt es mehrere Bühnen, auf denen mittelalterliche Musik und Gaukelei geboten wird. (Quelle www.wikipedia.de)

Die Karten kosten von 29,95 Euro für den Einlass auf den Markt mit Stehplatz über mindestens 44,95 für einen Sitzplatz bis zu 74,95 für einen Logenplatz.

An einem Wochenende gibt es auch eine Gauklernacht. Dort musste man für den Eintritt 39, 95 Euro berappen.

Alle Infos zum Kaltenberger Ritterturnier findest du unter www.ritterturnier.de

Die Ankunft beim Kaltenberger Ritterturnier:

Wir hatten von unserer Unterkunft eine knappe halbe Stunde Anfahrtsweg. Dank Google Maps und Handynavigation kein Problem. Die letzte Strecke war auch ausgeschildert. Am Parkplatz angekommen, wiesen uns nette Damen und Herren einen passenden Parkplatz auf einer Wiese zu. Natürlich nicht, bevor wir nicht den Obolus von 5 Euro Parkgebühr entrichtet hatten.

Wir hatten uns den Samstag als Besuchstag ausgesucht. Einlass sollte um 16 Uhr sein. Auf Empfehlung von Bekannten erreichten wir das Gelände der Kaltenberger Ritterspiele recht früh, nämlich eine Stunde vor Einlass. Nachdem wir die letzten Assecoires an der Gewandung gerichtet und die Mittelaltersandalen geschnürt hatten, begaben wir uns auf den kurzen Weg vom Parkplatz zum Eingang. Dort hatte sich schon eine Menschentraube gebildet. Eine Lokalität vor den Toren des Spektakels sorgte für Getränke. Etliche machten davon Gebrauch, obwohl es an unserem Besuchstag mit etwa 20 Grad nicht sonderlich heiß war.

Angesichts der Menschenmenge begann der Einlass auf den Markt schon ab ca. halb vier, so dass es sich gelohnt hat, früher da zu sein. Dennoch haben wir uns gefragt, warum der Markt nicht schon mittags oder gar vormittags öffnet. Von anderen Mittelaltermärkten sind wir es gewohnt, den ganzen Tag dort zu verbringen und richtig in eine andere Zeit einzutauchen.

Der Markt

Leider ging es mir körperlich nicht so besonders gut an diesem Tag, was den Besuch des Ritterturniers und des Marktes ein wenig getrübt hat. Das war aber nicht der alleinige Grund, dass mich der Markt enttäuscht hat. Es gab wenig richtig mittelalterliches. Der Töpfer hatte zwar schöne Tonwaren, auch Türme und Burgen, in die man eine Kerze/Teelicht stellen konnte und ähnliches, aber das war eher moderne Kunst, sehr schöne Kunst, zugegebener Maßen, aber eben nicht mittelalterlich. Ich hätte mir zum Beispiel Tonwaren wie Krüge, Becher oder Schalen gewünscht.

Gewandungsstände habe ich nur zwei entdeckt und einer davon hat Kleidung im Ethnostyle angeboten, aber keine mittelalterlichen Kleidungsstücke. Der zweite hat sehr schöne, aber auch sehr teure Gewandungen. Schade. Hier wäre noch Potential nach oben.

Dafür gab es einen Stand mit Holzkämmen und immerhin einen Waffenstand. Wobei wir uns dort gefragt haben: Wieso darf man Waffen auf dem Markt kaufen, wenn man aber beim Einlass keine tragen darf? Wozu soll ich dann ein Schwert oder einen Dolch erstehen, wenn ich ihn beim nächsten Mal dann gar nicht mitbringen kann? Auch hier ein deutliches Minus zu anderen Mittelaltermärkten.

Positiv aufgefallen sind uns handwerkliche Darstellungen, so gab es einen Tischler/Schreiner bei dem Besucher sich nicht nur ansehen konnten, wie Holz mit Beitel und Hammer bearbeitet wurde, sondern sogar selbst Hand anlegen konnten. Außerdem gab es eine Färberei, die zeigte wie Wolle und Leinen mittels Naturfarben gefärbt wurden und die Möglichkeit in Hütten hinein zu schauen und zu sehen, wie man damals hauste.

Verpflegung auf dem Kaltenberger Ritterturnier

Attraktiv fanden wir auch die Bewirtungsstände und die Möglichkeit ein mehrgängiges Rittermenü zu buchen. Das Menü wäre sehr üppig gewesen, weshalb wir dieses Mal darauf verzichtet haben, uns einen Platz zu reservieren. Im Nachhinein habe ich eben erfahren, dass man das Menü auch erst ab 4 Personen buchen konnte und wir waren nur zu zweit. Wieder schade.

Aber auch die anderen Stände boten leckere kulinarische Schmankerln. Von verschiedenen Knödelvariationen und Hirschgulasch mit Knödeln über Waffeln und Pfannkuchen mit süßer oder herzhafter Füllung gab es vieles. Es duftete herrlich nach gebratenem Fleisch und auch für den Durst gab es genügend Stände. Bier wurde in rauen Mengen ausgeschenkt. Aber man durfte auch eigene Flaschen mit aufs Gelände bringen, so lange es keine Glasflaschen waren.

Musik und Rahmenprogramm

Neben einem Barden (Barlhow), der sein Publikum mit Späßen, Laute und nettem Gesang, sowie seiner frechen Schnauze unterhielt, spielte zum Beispiel das Weibsvolk auf, eine Gruppe aus 4 Frauen, die mittelalterliche Lieder aus verschiedenen Ländern darboten. Mit Percussion, Flöten, Dreisaiter, Fidel und Gesang unterhielten sie das Publikum gar trefflich.

Außerdem spielten an unserem Wochenende die Bands Koenix und Tanzwut auf und es gab zahlreiche weitere Gaukler, Jongleure und Walking Acts auf dem Gelände.

Ein Trupp Trommler und Fahnenschwenker zog immer mal wieder über den Platz und um 18 Uhr fand der Festumzug mit allen Gruppen über das Veranstaltungsgelände des Kaltenberger Ritterturniers statt.

Das Kaltenberger Ritterturnier – die Stuntshow

Ab 19 Uhr war Einlass in die Arena. Die Sitzplätze auf Holzbänken waren recht eng und nicht sonderlich bequem. Beim nächsten Mal nehme ich mir sicher ein Sitzkissen mit.

Das Vorprogramm startete um 19 Uhr 30 mit Musik und Fahnenschwenker und dem Herold Walter von der Pferdewiese. Dieser Teil war ganz nett, riss uns aber noch nicht vom Hocker. Das eigentliche Turnier wurde dann von Prinz Luitpold von Bayern höchstpersönlich um 20 Uhr eröffnet.

Der zweite Teil, das Hauptprogramm ,wartete mit einer ganz ordentlichen Story und etlichen aktiven Darstellern auf. Die Geschichte entbehrte zwar in manchen Teilen der Logik, war an anderen Stellen für eifrige Mittelalterfans recht vorhersehbar und doch so nett gemacht, dass sich die Show sehen lassen konnte. Besonders zu loben sind die Stuntreiter, die ihre Sache sehr gut gemacht haben und für Spannung und atemberaubende Momente gesorgt haben.

Alles in allem hat das Kaltenberger Ritterturnier meine Erwartungen erfüllt. Es war ein unterhaltsamer Abend mit einigen spektakulären Bildern, die sich mir ins Gehirn gebrannt haben. Anregung für meine Schreiberei war es allemal. Das Turnier selbst rechtfertigt die hohen Eintrittspreise zumindest teilweise und hat mich für den nicht ganz so gelungenen Markt entschädigt.

Jedes Jahr würde ich dennoch nicht zum Kaltenberger Ritterturnier fahren. Dazu war es zu wenig inspirierend. Schade ist nämlich auch, dass viel zu viele Personen reine Besucher sind, die nicht mittelalterlich gewandet kommen. Anders als auf dem Wormser Spektaculum oder dem MPS ist damit die Atmosphäre eher wie im Europapark Rust, wo eben viele Touristen in modernen Alltagsklamotten herumstromern. Ein echtes Mittelalterfeeling kommt somit nicht auf, was sehr bedauerlich ist.

Als ärgerlich haben wir auch empfunden, dass sowohl während des Vorprogramms als auch nach Beginn des Hauptprogramms immer wieder Leute noch in die Reihen reinrutschen mussten. Auch während der Show war es recht unruhig, denn manche Zeitgenossen können nicht mal 2 Stunden sitzen bleiben, sondern müssen ständig rein und raus, vermutlich zur Toilette oder um sich Getränkenachschub zu holen. Das war mehr als lästig. Besonders unhöflich fanden wir, dass es Menschen gab, die sofort nach Ende des Turniers aufgesprungen und gegangen sind, ohne den Akteuren den verdienten Applaus zu spenden. Das ist mehr als schäbig. Denn so schlecht war die Show nun nicht.

Fazit

Das Kaltenberger Ritterturnier ist sicherlich eine Reise (und auch den hohen Eintritt) wert, wird aber nicht in die Riege meiner absoluten Lieblingsmärkte aufsteigen. Einmal gesehen haben muss man es, wenn man Fan von Mittelalterveranstaltungen und Märkten ist. Aber es gibt eine Menge anderer Märkte, die mehr Ambiente und Flair entwickeln.

Warst du auch schon mal in Kaltenberg zum Ritterturnier? Oder welcher Mittelaltermarkt gefällt dir besonders gut? Sag es mir in den Kommentaren.

Roman-Tagebuch 24

Spannende Zeiten

Jubel und freu und kreisch…. Ich bin sooo begeistert und aufgedreht. Die letzte Woche war der Hammer. Eigentlich wollte ich diesen Blogpost schon viel eher schreiben, aber vor lauter lauter bin ich zu nix gekommen.

Aber jetzt mal von vorne. Was ist denn eigentlich los und wieso bin ich so aufgekratzt.

Ferienzeit

Es ist August.

Ferienzeit.

Und auch ich mache Ferien.

Letztes Wochenende war ich beim Kaltenberger Ritterturnier. (Bericht folgt) Morgen fahre ich vier Tage mit meinem Mann ins Rhein-Main-Gebiet und danach die Woche tauche ich ins Mittelalter ab. Privates Live-Rollenspiel. 

Arbeitszeit

Aber vor den Ferien kam die Arbeit. Und da ich so viel am Roman gearbeitet habe, bin ich nicht dazu gekommen hier im Blog mit euch zu teilen, was so alles los war.

Und es war eine Menge los.

Testleser-Zeit

Ihr dürft mit mir jubeln und euch mit mir freuen. Das ist die beste Nachricht seit langem:  Die erste Phase des Buchschreibens ist abgeschlossen und ich bin richtig begeistert. Ich habe das Manuskript meines ersten Buches so weit fertig gestellt, dass ich die Version meinen Testlesern in die Hände geben konnte. Natürlich sind mir nach Abgabe noch Fehler aufgefallen, aber so ist das ja immer. Aber gut, jetzt warte ich einfach erstmal ab, was die Testleser sagen und die haben bis Ende August Zeit für ihre Antwort, denn ich hab mir gedacht, ein bisschen Pause und Abstand schadet auch mir nicht.

Aber untätig bin ich seitdem trotzdem nicht gewesen. Im Gegenteil es war eine

Entscheidende Zeit

Kennt ihr das? Entscheidungen sind schwer. Ich jedenfalls tue mich sehr schwer damit, Dinge zu entscheiden und festzulegen. Schon wenn ich ins Restaurant gehe, finde ich es schwer, zu entscheiden, was ich essen will. Wieviel mehr dann bei solchen Sachen, die wirklich wichtig sind. Aber ich habe es geschafft und bin ehrlich stolz auf mich. Ich habe megawichtige Entscheidungen getroffen und die ersten Aufträge für mein Buch erteilt. Boah, war das spannend. Ich hatte richtig schwitzige Hände. Erste grundlegende Entscheidung:

Das Buch erscheint im Selfpublishing.

Zweite wichtige Entscheidung:

Ich werde ein crowdfunding veranstalten, um das Geld für Lektorat und Buchsatz zusammen zu bekommen. Denn meine eigenene Finanzen reichen nicht, um dieses Buchprojekt im Selbstverlag zu finanzieren. Ihr glaubt nicht, wie aufregend ich das finde. So etwas habe ich noch nie gmacht. Und Marketing ist nicht mein Steckenpferd. Zum Thema Crowdfunding werde ich in den nächsten Wochen noch einen gesonderten Artikel schreiben. Ich habe meine crowdfunding-Platform inzwischen gefunden (Sie heißt startnext und ist zu finden unter www.startnext.com) und werde dort das Projekt in den nächsten Wochen aufsetzen und euch hier dann wissen lassen, wann es soweit ist, dass man mich unterstützen kann,

Dritte und vierte Entscheidung

Ich habe meine Coverdesignerin gesucht und gefunden. (Unter www.100covers4you.com könnt ihr euch einen Eindruck verschaffen. Ich finde besonders die Fantasy/Mystery-Cover sehr schön und fast schon passend für mein Buch.) Und ich habe einen Auftrag erteilt für ein individuelles Buchcover. In diesem Zuge musste natürlich auch der Titel festgelegt werden, was gar nicht so einfach war. Aber mit Hilfe von guten Freunden, die selbst auch Autoren sind, habe ich mich mit mir selbst geeinigt auf:

Ansgar von Briant – Der Freund des Königs

Das ist nun also der endgültige Titel und ich bin sehr zufrieden damit. Und hoffe, dass die Leser etwas damit anfangen können.

Fünfte Entscheidung:

Mein Buch braucht eine Landkarte, damit man sich orientieren kann und ein Gefühl für das Land bekommt. Ich hatte schon eine Karte selbst gezeichnet, aber man sieht eben, dass es eher unprofesionell gemacht ist und ich hab lange gegrübelt, was man da machen kann.

Und dann bin ich auf eine Seite gestoßen, die mich total angesprochen hat. Es gibt jemanden, der genau für meine Zweck handillustrierte Karten zeichnet. (Hier gehts zu den Landkarten: www.illustrierte-landkarten.de) Und ich habe dort sofort angefragt und mir das gegönnt, eine handgefertigte Landkarte für mein Buch zu bekommen. Und heute habe ich schon den ersten Entwurf gesehen und konnte noch eine Anmerkung dazu machen. Ich bin wahnsinnig gespannt, die fertige Karte in Händen zu halten. 

Uff und nun bin ich platt. Fünf entscheidende Entscheidungen innerhalb einer Woche. Das war nicht nur spannend, aufregend und vollkommen crazy, sondern auch echt anstrengend. 

Und wie geht es weiter?

Nun, ganz einfach: Mit Band 2

Ich habe bereits ein Whiteboard mit Ideen gefüllt und geplottet. Okay, das muss man noch ausbauen und richtig aufschreiben und ausarbeiten, aber der Anfang ist getan. Und gestern und heute habe ich schon an der ersten Szene gearbeitet. Es stehen schon mehr als 1200 Worte. Okay, okay das muss noch mehr werden… aber es wird wachsen, wie das letzte Manuskript und wenn ich es schaffe, so zu schrieben, wie ich es plane, könnte Band 2 nächstes Jahr um diese Zeit genauso weit sein wie jetzt Band 1.

Wenn Ende August dann das Manuskript von den Testlesern zurück kommt, werde ich Band 1 überarbeiten, das crowdfunding organisieren und am 27. September mit anderen zusammen meine erste Online-Lesung haben. Dann fehlen noch Lektorat und eine weitere Überarbeitung und der Buchsatz und dann kann man das Manuskript veröffentlichen. WOW. Ich bin selbst erstaunt, wie das bisher alles klappt. Und werde hier weiter berichten.

Und bis dahin freue ich mich über eure Kommentare. Vielleicht mögt ihr mir auch erzählen, was ihr von crowdfunding haltet und ob ihr gerne einen Newsletter von dieser Seite erhalten würdet.

Die 11 besten Mittelaltermärkte

eine sehr individuelle Auswahl

Es gibt hunderte von Mittelaltermärkten in Deutschland. Große und kleine. Welche, die eine Reise lohnen und welche, die enttäuschen. Wo und wann welcher Markt stattfindet, kann man dem www.marktkalendarium.de entnehmen. Hier werden nahezu alle Märkte in Deutschland aufgelistet. Leider kann man dieser Aufstellung nicht entlocken, wo auch eine weitere Anreise lohnenswert ist und wo nicht. Im Laufe der letzten Jahre bin ich inzwischen schon auf etlichen Märkten gewesen. Deshalb wage ich hier mal eine Aufstellung und bennene die 11 besten Mittelaltermärkte!

Südwesten bevorzugt:

Als kurze Anmerkung dazu: Ihr werdet sehen, dass die 11 besten Mittelaltermärkte eher in der südwestlichen Hälfte Deutschlands liegen. Das ist einfach darin begründet, dass diese meinem Wohnort näher liegen. Das heißt nicht, dass es nicht im Osten unseres schönen Landes oder in den nördlichen Gefilden auch noch wunderbare Mittelaltermärkte gibt. Nur leider kenne ich die persönlich noch nicht und kann sie deshalb in diese Liste der 11 besten Mittelaltermärkte nicht mit aufnehmen.

Hier nun also meine Favoritenliste der 11 besten Mittelaltermärkte:

1. Der Mittelaltermarkt zu Worms

Zum Mittelaltermarkt Worms, der im Wormser Wäldchen stattfindet, habe ich bereits einen ausführlichen Artikel verfasst. (Den Artikel findest du hier: https://kreative-schreiberei.de/mittelaltermarkt-zu-worms-2022/ ). Der Wormser Markt gehört zu denen, die ich jedes Jahr besuche (wenn sie nicht wegen Corona ausfallen müssen). Ich liebe das Flair und die Atmosphäre bei diesem sehr familiären Mittelaltermarkt. Nur die Musik lässt manchmal zu wünschen übrig.

Der Eintritt ist mit 7 Euro für Gewandete und 10 Euro für jedermann sehr günstig, Zumal der Preis für alle drei Tage nur einmal entrichtet werden muss. Weitere Infos findest du hier:

https://www.spectaculum-worms.de/spectaculum/index.php


2. Der Mittelaltermarkt im Angelbachtal

Auch ein sehr schöner, gemütlicher Markt mit viel Ambiente. Im Schlosspark mit kleinem Wasserschloss und Wasser drumrum lässt es sich auch an heißen Sommertagen gut aushalten. Es gibt Wiesenplätze zum ins Gras plumpsen und eine kleine, aber feine Händlerschar bietet ihre Waren feil. Außerdem gibt es ein Ritterturnier und eine Wasserguillotine… Jedenfalls immer, wenn ich da war, was ziemlich regelmäßig der Fall ist. Denn das Angelbachtal gehört fest in meinen persönlichen Marktkalender und ich freue mich schon wieder darauf, dieses Jahr im August dorthin zu reisen. Die Preise für den Eintritt liegen bei 12 bis 15 Euro.

Mehr über diesen Mittelaltermarkt erfährst du hier:

http://www.ritterfest-angelbachtal.de/daten/termin.html

3. Die Mittelaltermärkte zu Satzvey

Noch ein Mittelaltermarkt rund um ein Wasserschloß. Oder nein, nicht nur ein Markt. In Satzvey finden jedes Jahr mehrere mittelalterliche Märkte und andere Events statt. So lädt der Burgherr, ein echter Graf, zu einem Ostermarkt, einem Markt zur Walpurgisnacht und zu Halloween. Auch gibt es ein Pfingstturnier und ein Herbstturnier, sowie einen Weihnachtsmarkt. In Satzvey trifft man auf authentische Lagergruppen und das Ambiente ist sehr angenehm. Das Turnier ist ebenfalls sehenswert und mit Liebe zum Detail gemacht. In Satzvey finden auch Konzerte oder Krimidinner statt. Infos dazu findet man hier: https://www.burgsatzvey.de/veranstaltungen/kategorie/veranstaltungen-maerkte/

Für mich ist Satzvey immer etwas Besonderes, denn hier hab ich meine erste Nacht auf einem Mittelaltermarkt verbracht. Außerdem durfte ich bei einem Bauernsturm mit über das Schlachtfeld der Ritterspiele rennen. Das ist schon lange her, aber immer noch eine willkommene Erinnerung.

4. Die Mittelaltermärkte auf der Ronneburg

Auch auf der Ronneburg bei Hanau gibt es verschiedene Veranstaltungen rund ums Jahr: Von der Burgbelebung über einen historischen Ostermarkt, ein Pfingstturnier und ein mittelalterliches Burgfest bis zum weihnachtlichen Mittelaltermarkt. Dort war ich bereits des Öfteren, sowohl zum Ostermarkt, wie auch zum Pfingstturnier und vor allem zum Weihnachtsmarkt. Der lässt an Stimmung und Mittelalterfeeling nichts zu wünschen übrig. Auch die Ronneburg an sich ist absolut eine Reise wert. Mehr über die Burg und die Veranstaltungen dort findet man hier

bzw.: https://www.burg-ronneburg.de/

5. Die Oberurseler Feyerey

Hier war ich zwar nur einmal, fand den Markt aber sehr schnuckelig und fein. Damals hätte es ein Bogenschussturnier geben sollen, leider hat es mir die Sache verregnet. Es ging ein Gewittersturzbach nieder. So nass war ich selten bei Mittelalterfesten, aber dafür kann die Oberurseler Feyerey ja nichts. Meiner Meinung lohnt es sich vorbei zu schauen, vor allem, wenn man gerade in der Nähe ist. Wissenswertes findet ihr hier:

http://www.oberurseler-feyerey.de/

6. Das Burgenfest zu Manderscheid

Ohhhh, hier war ich auch schon mehrmals und kann nur sagen, das Manderscheider Burgenfest Ende August ist die Wucht. Auf der Niederburg fühlt man sich direkt ins Mittelalter gebeamt. Auch hier gibt es ein Turnier und natürlich Händler, ein Feuerwerk zu später Stunde gehörte bisher immer dazu… und am Sonntag kann man sogar mittelalterlich Gottesdienst feiern. Mehr Infos unter:

7. Das Sparrenburgfest in Bielefeld

Bielefeld ist so ein bisschen alte Heimat für mich. In und um Bielefeld habe ich fast 20 Jahre gewohnt. Deshalb darf der Mittelaltermarkt der Stadt nicht fehlen. Auf der imposanten Sparrenburg findet einmal im Jahr ein buntes Treiben statt. Hier war ich tatsächlich auch schon einige Male dabei. Und wer schon mal da ist, sollte sich eine Führung durch die Kasematten der Burg nicht entgehen lassen, da erfährt man viel Spannendes über das Burgleben. Für mehr Wissen gucke hier:

https://www.bielefeld.jetzt/sparrenburgfest

8. Der Mittelaltermarkt Bad Münster am Stein-Ebernburg

Und noch ein Markt, den ich schon mehrfach selbst besucht habe: Der Markt zu Ebernburg findet zum Einen in der Innenstadt des schnuckeligen Städtchens statt. Hier haben Händler ihre Stände aufgebaut und sorgen für Flair in den alten Gassen. Und am Ufer der Nahe findet das sehenswerte Ritterturnier vor der großartigen Kulisse des Rheingrafensteins statt. Der zusätzliche Eintritt fürs Turnier hat sich allemal gelohnt. Weitergehende Informationen findet man hier:

https://www.mittelaltermarkt-ebernburg.de/index.php?width=1536

9. Der mittelalterliche Weihnachtsmarkt in Esslingen

Klein, aber dennoch lohnenswert empfinde ich den Esslinger Mittelalterweihnachtsmarkt. Dick eingemummelt in mittelalterlicher Tracht durch die Straßen und Gässchen zu flanieren hat etwas. Hier muss man Tee oder heißen Kakao trinken. Wer gerne noch einen Abstecher in moderne Zeiten machen will: Es gibt auch einen konventionellen Weihnachtsmarkt, der nahe am historischen gelegen ist. Kleinigkeiten lassen sich bei den Händlern immer finden. So habe ich hier eine besondere Mantelschließe erstanden oder Zubehör für mein Petschaft (sprich neue Siegel für meine Figuren oder eben Siegelwachs) In Esslingen sollte man sich Zeit nehmen und im urigen Weinkeller Einhorn einkehren. Aber da darf man nicht vergessen zu reservieren. Mehr findest du hier:

https://www.esslingen-marketing.de/weihnachtsmarkt-3

10. Das Mittelalterfest zu Kaltenberg

Das einzige Turnier in dieser Liste, bei dem ich noch nicht persönlich war. Aber das werde ich dieses Jahr nachholen. Mir ist sehr bewusst, dass Kaltenberg ein absolutes Muss ist für jeden Mittelalterfan, obwohl die Eintrittspreise absolut horrend sind. Der Eintritt für Markt und Turnier sind mit 32 Euro für den Eintritt aufs Gelände plus Stehplatz beim Turnier bis zu 77 Euro in der überdachten Loge höher als bei allen anderen Märkten. Ich bin gespannt, ob das, was mir geboten werden wird, diesen Preis rechtfertigt. Einen ausführlichen Bericht liefere ich nach, sobald ich dort war. Hier gibt es mehr zum Mittelaltermarkt und Turnier in Kaltenbach

11. Das MPS

Der größte, reisende Mittelaltermarkt Deutschlands, ist nicht mehr ganz so mittelalterlich, sondern mehr phantastisch. (Das sind eigene Worte des Veranstalters) Dennoch gehört es in meinem Mittelalterkalender unweigerlich dazu. Ich war bisher in Bad Säckingen und Weil am Rhein und in Hohenweststedt, aber das Spectaculum findet auch noch an anderen Orten statt, obwohl der Veranstalter die Termine radikal gekürzt hat. Auch das MPS hat ein ganz eigenes Flair, das auch von Ort zu Ort verschieden ist. In Weil ist es oft sehr heiß gewesen, so dass Duschen und Wassertore aufgebaut wurden, um die Leute abzukühlen. Mit Bruder Rectus, dem Tod und dem hässlichen Hans gibt es auch noch drei schräge Vögel, die einem immer mal wieder begegnen, bzw durchs Programm führen, Entweder man mag sie oder kann sie nicht leiden …. In Weil gibt es auch ein Ritterturnier, während im kleinen Schlosspark Bad Säckingen alles etwas gedrängter ist. Hier ist ein Turnier unmöglich.

Zum Teil finden seit Neuestem Konzerte und Markt getrennt voneinander statt. Was ich davon halten soll, weiß ich noch nicht, ebenso von dem verschobenen Termin in Weil. Alles Wissenswerte rund ums MPS:

https://www.spectaculum.de/

Mir ist bewusst, dass diese Liste der besten Mittelaltermärkte weder vollzählig noch wirklich repräsentativ ist. Es handelt sich um meine persönlich besten Mittelaltermärkte. Nicht mehr, nicht weniger.

Auf welchen Mittelaltermarkt gehst du gern? Lass es mich in den Kommentaren wissen oder schreib mir eine Mail unter ansgarvonbriant@yahoo.com

Mittelaltermarkt zu Worms 2022

Das Spectaculum. Endlich wieder! Nach mehreren Jahren Zwangspause durch Corona fand dieses Jahr im Mai (Wochenende nach Himmelfahrt) der Mittelaltermarkt zu Worms endlich wieder statt. Entsprechend groß war der Besucherandrang. Die Wormser Zeitungen berichteten von Verkehrschaos auf den zuführenden Straßen und von einem Besucherrekord.

Das bekamen auch wir zu spüren, als wir am Freitag Mittag kurz nach zwei am Eingang des Mittelaltermarktes eintrafen. Eine ellenlange Schlange hatte sich vor den Kassenhäuschen gebildet. Wir beschlossen erstmal, uns nicht anzustellen, sondern hockten uns auf einen Stein in den Schatten. Eine knappe halbe Stunde haben wir dort gewartet, bis die Schlange so weit geschrumpft war, dass man nicht mehr Ewigkeiten in der prallen Sonne stehen musste.

Ich in meiner Gewandung

Trotz der Startschwierigkeiten hat es sich gelohnt. Der Mittelaltermarkt wartete mit blauem Himmel, Schäfchenwolken und einer ganz eigenen Atmosphäre auf uns. Auch die Temperaturen waren uns gewogen und erlaubten eine üppige Gewandung, sprich es war nicht zu warm, aber auch nicht so kalt, das man hätte frösteln müssen.

Römer und Wikinger

Vom Eingang aus schlenderten wir zuerst am Römerlager mit den runden, roten Schilden und den weißen Zelten der Wikinger vorbei. Hier haben einzelne Lagergruppen selbst hergestellte Perlen, Kleider und Tonwaren feilgeboten. Wer wollte, konnte ins Gespräch kommen mit den Darstellenden und sich Wissenswertes rund um Schwerter, Schilde und Handwerkszeug erklären lassen.

Von den Frühmittelalterlagern gelangten wir auf einen Platz an dem unter Zeltbahnen Tische und Bänke zum Ausruhen und Essen einluden. Hier duftete es von den verschiedenen Ständen nach Gebratenem und Gekochtem, das einem das Wasser im Mund zusammenlief. Von Crepe über Goldstangen (Churros) und Flammkuchen bis zu Hanftaschen, Schnitzeln oder Fisch im Brötchen gab es fast alles, was das Herz und der Magen begehrte. Und das Essen war wirklich gut. Alles, was wir verzehrt haben, hat uns auch gemundet.

„JUBEL!“

Ab und an tönte der laute Ruf „Jubel!“ aus mehreren Kehlen gleichzeitig über das Gelände des Mittelaltermarktes, immer dann, wenn ein Besucher bei der Taverne großzügig war und ein Trinkgeld gegeben hatte. An den Essensständen und Tavernen gab es auf Grund des Besucherandrangs oft lange Schlangen, ansonsten verteilten sich die Menschenmengen aber gut auf dem großen, weitläufigen Gelände im Wormser Wäldchen.

Die Händler hatten ihre Ständen in mehrere Gassen aufgebaut. Es gab über Leder, Hornwaren und Gewandungen bis zu Töpferwaren alles, was das mittelalterliche Herz begehren mochte. Dennoch habe ich in diesem Jahr nur einen breiten Lederriemen mit zwei Schlaufen erworben, um meinen Mantel komfortabler tragen zu können. Zwischenzeitlich habe ich noch überlegt einen weiteren Becher für meine Sammlung zu besorgen mich dann jedoch dagegen entschieden. Dennoch macht es immer wieder Spaß die Auslagen der Händler zu begutachten, zu überlegen, was ich brauchen könnte, zu sehen, was es „Neues“ gibt, Stoffe zu fühlen und sich inspirieren zu lassen.

Ebenso gerne schauen wir uns Gewandungen der aktiven Darsteller oder von gut gekleideten Besuchern an. Überlegen, was man übernehmen könnte, was gefällt und welche Farbkombinationen gut aussehen. Und dafür bietet der Wormser Mittelmarkt viel Raum. Zum einen, weil es eben viele authentisch gewandete Lagergruppen aus allen Epochen des Mittelalters gibt. Zum anderen weil es viele Möglichkeiten gibt, sich unter einen Baum in den Schatten aufs Gras zu setzen und zu beobachten und das Flair auf sich wirken zu lassen.

Kreuzfahrer und Kämpfer

Weiter hinten auf dem Platz gibt es die Lager von Rittern und Kreuzfahrern aus dem Hoch und Spätmittelalter. Hier konnte man gut gewandete Edelleute, Deuschtordensmänner oder Ritter des Tempelordens betrachten. Bunte Zelte waren echte Hingucker. Außerdem gab es ein Lager der Schwertkampfschule Krifon bei der man heute noch kämpfen wie in alten Tagen lernen kann.

Hier das Lager einer Deutschordenkommende

Musik und Spektakuläre

Im Bereich der Händler steht eine kleine Bühne, auf der im Laufe des Tages immer wieder Livemusik durch unterschiedliche mittelalterliche Musikgruppen geboten wurde. Auf der großen Bühne fanden jeden Abend große Konzerte statt. In diesem Jahr hatten die Veranstalter des Mittelaltermarktes „Mr Hurley und die Pulveraffen“ (https://www.pulveraffen.de/ ) und „Subway to sally“ (https://subwaytosally.com/) sowie die Band „Krayenzeit“ (https://www.krayenzeit.de/) verpflichten können. Die Abendkonzerte waren gut besucht. Die Menschen lagerten auf dem sogenannten Äschenbuckel der von fast allen Stellen einen guten Blick auf die große Bühne ermöglichte. Am Freitag und Samstag fand im Anschluss an die Konzerte noch ein sehenswertes Feuerspectakel statt. Ab 22 Uhr 30 konnte man in der Dunkelheit die Shows der Gruppen „Nanu Traumtheater“ (https://www.nanu-traumtheater.de/ ) und „Feuerplanet“ bestaunen.

Außerdem kann der Wormser Mittelaltermarkt mit einer Feldschlacht, einem Vollkontaktturnier der Ritter und einem Bruchenballturnier aufwarten. Für meine Begleitung und mich spielten all diese Höhepunkte des Terminplans eher keine Rolle, da wir uns das schon in mehreren Varianten in den früheren Jahren angesehen hatten.

Stelzenläufer und Attraktionen für Kinder

Schmunzeln mussten wir aber über den wandelnden Baum auf dem Gelände, der immer wieder Besucher erschreckte, weil er sich an Baumstämmen tarnte. Der Mann auf Stelzen war eine echte Atrraktion ebenso wie seine als Waldelfen oder Faune verkleideten Kolleginnen und Kollegen, die immer wieder über den Mittelaltermarkt wanderten mit ihren Stelzenbeinen.

Für Kinder gab es verschiedene Attraktionen: Kinder Highland-Games, Kerzen herstellen und gestalten, Ein Ringleinstechen auf Holzpferden und als Highlight, die Möglichkeit auf einem großen Schiff über den Markt gezogen zu werden. 6 bis acht Männer haben das große Holzschiff in „echter“ Sklavenmanier über den Plan des Mittelaltermarktes gezogen. Als Besucher musste man sich in Acht nehmen, wenn das Schiff kam, damit man nicht „unter die Räder“ kam.

Für meine Begleitung und mich war jedoch vor allem die besondere Atmosphäre des Wormser Mittelaltermarktes entscheidend. Die Möglichkeit sich von den verschiedenen Lagergruppen inspirieren zu lassen. Der Mittelaltermarkt zu Worms, das sogenannte Spectaculum, macht einfach immer wieder Lust darauf in andere Zeiten und Welten einzutauchen. Es hat mir ganz neu Motivation gebracht, meinen Roman zu beenden und möglichst bald selber wieder im privaten Rahmen zu lagern.

Fakten über diesen Wormser Mittelaltermarkt:

  • 30.000 Besucher
  • 1000 Aktive
  • 80 Marktstände
  • über 50 Lagergruppen
  • mit 400 Darstellern
  • Shuttleservice mit großen Bussen vom Festplatz, auf dem man Parken kann, zum Spektakulum

und damit ist das Wormser Spectaculum einer der größten Mittelaltermärkte Deutschlands.

Mehr Informationen zum Wormser Mittelaltermarkt findest du unter: https://www.spectaculum-worms.de/spectaculum/index.php

Fazit:

Das Spectagulum zu Worms ist immer eine Reise wert. Nächstes Jahr sind wir sicher wieder da. Denn dann steht das 20. Jubiläum des Wormser Mittelaltermarktes an. Und das werden wir uns nicht entgehen lassen.

Die Umarmung

Die Umarmung. So innig und warm. So vertraut. Ein Lächeln malte sich auf sein Gesicht. Als er sie von sich schob, sah er, dass sie ebenfalls lächelte. Sanft und voller Liebe betrachtete sie ihn. Im Übermut hob er sie hoch, wirbelte sie um sich und setzte sie sanft wieder ab. „Leb wohl, kleine Schwester! Pass auf die Burg auf, auf Vater und Mutter!“


„Und du auf dich! Komm wieder, hörst du, Ansgar?“


Er nickte. Drehte sich um und ging. Ließ das Tor hinter sich. Die vertrauten Wege.
Wie lange war das her? Ewigkeiten. Die Welt um ihn war feindlich geworden. Kämpfe, Verletzungen. Blut und Tod. Eine Leere in ihm, seit man ihn verbannt hatte. Er streifte durch Wälder, Wiesen. Über karge Berge. Immer auf der Suche. Doch ohne zu finden. Wie sehr sehnte er sich nach zu Hause. Nach ihr. Er seufzte. Versuchte ein Lächeln. Zaghaft. Es misslang kläglich. Doch dann schlang er die Arme um sich. Er war wieder da. Zu Hause. Im Hof der Burg. Seine Schwester rannte auf ihn zu. Er hob sie hoch, wirbelte sie um sich und lachte.
Pass auf die Burg auf!

„Und du auf dich!“

Ansgar nickte. Dies war sein Auftrag. Das Wichtigste. Auf sich aufpassen. Heimkehren. Er durfte sie nicht enttäuschen. Mit neuem Mut schritt er vorwärts. Unbekannte Wege. In seinem Herzen nahm er die Heimat mit. Die Umarmung. So innig. So warm. So vertraut.

Roman-Tagebuch Teil 23

Berg im Wolkendunst mit meinem neuen Logo: Burg mit Schriftzug Martina Bollhöfer und dem Zusatz Autorin
Mein neues Logo

Ein  Neuanfang! Eine niegelnagelneue Webseite!

Uff, jetzt ist es schon Mai. Dieses Jahr rast dahin. Und schon lange kein Lebenszeichen mehr von mir auf dieser Seite. Also gilt es nun anzuknüpfen.

Der letzte Blogpost handelte vom Dranbleiben

Und? Habe ich es geschafft? Das Dranbleiben?

Ja und Nein.

Ja, was den Roman betrifft. In den letzten sechs Monaten, also von Oktober 2021 bis jetzt, habe ich mehr geschrieben als vorher in zehn Monaten, also von Januar bis Oktober 2021. Im November habe ich so viel Text produziert wie noch nie und im Dezember habe ich mich dem Überarbeiten einiger Textstellen gewidmet. Und auch weiter neue Worte verfasst. So viel Text, dass ich von Ende Oktober bis Ende Dezember von einem Drittel des Gesamttextes bis zur Hälfte des Gesamttextes voran gekommen bin. Im Januar habe ich die magische 100 000-Worte-Marke überschritten. Und seitdem ist das Manuskript weiter gewachsen. Insgesamt sind es nun über 140 000 Worte (das entspricht etwa 400 Seiten), womit ich meinem Ziel von 180 000 schon ziemlich nahe bin. Allerdings schält sich immer klarer heraus, dass die Geschichte nicht zu Ende erzählt sein wird, wenn ich die 180 000 Worte erreicht habe. Wie mir schon verschiedene Leute bestätigten, muss es wohl eine ganze Buchreihe werden, damit ich meine Geschichte entsprechend ausbreiten kann. Also Ja, Dranbleiben hat funktioniert. Und ist immer noch gefragt!

Wieso dann aber zugleich auch Nein?

Nein, was Dranbleiben und diese Blogseite betrifft. Im Eifer, meinen Roman voran zu treiben bin ich mit dieser Blogseite wieder ins Hintertreffen geraten. Seit dem 25 Oktober kein Post mehr im Blog. Schande über mich. Und ja, ich war hochmotiviert. Für diesen Blog hat es dennoch nicht geklappt, für meinen Roman aber sehr wohl. Irgendwie lag es daran, dass ich meine kostbare Zeit lieber in die Geschichte gesteckt habe, als in diesen Blog. Aber das will ich wieder ändern. Wie genau, wird sich zeigen. Und ich mache jetzt auch keine Versprechungen, die ich eh nicht halten kann. Aber ich werde mich bemühen, diese Webseite wieder zum Leben zu erwecken.

Webseite wird neu renoviert:

Auf jeden Fall steht diesen Monat auf dem Programm meine Webseite auf Vordermann zu bringen. Dafür habe ich zum einen an einem Logo gebastelt und mich fortgebildet. Zum einen beim Bookerfly Umsetzungskongress ( https://go.bookerfly.de/kongress-2022/ ) und zum anderen bei der Schreibwerkstatt von Yvonne Kraus. ( Die Schreibwerkstatt findest du auf der Seite von mynextself: https://kurse.mynextself.com )

Zum Umsetzungskongress kann ich nur sagen, es hat sich gelohnt. Es waren anstrengende, aber gefüllte zehn Tage mit einer Unmenge an Input, an Motivantionsschüben und Inspiration, an Informationen und wunderbaren Erlebnissen. Die Tage waren so voll gepackt mit spannenden Themen, das man gar nicht alles mitnehmen konnte. Das Event ist eigentlich ein absolutes Muss für Autorinnen und Autoren. Da kann jeder etwas finden, was ihn inspiriert und weiter bringt. Und wenn mir dabei eins nochmal wichtig geworden ist, dann ist es dranbleiben. Dranbleiben war der ultimative Tipp fast aller Experten. Nicht aufgeben. An sich glauben. Weiter machen. Dranbleiben eben.

Und die Schreibwerkstatt begleitet mich schon seit Oktober und hilft mir, meinen Roman voran zu bringen. Diesen Monat nun also das Thema Autorenwebseite. Und klar. Das ist die Gelegenheit, da muss ich ran und meine Seite überarbeiten.

Soweit so gut. Nun geht es los.

Was erwartet euch also demnächst?

Auf jedenfall neue Rubriken. Zum Beispiel eine Ecke, in der ich über Mittelaltermärkte berichte, die ich besuche. Und andere spannende Themen. Lasst Euch überraschen.

Außerdem arbeite ich daran, einen Newsletter einzurichten. Das ist noch ein bisschen Bastelarbeit, wird aber kommen. Bis es soweit ist, grüße ich alle ganz herzlich, die meine Seite besuchen und wünsche euch wunderbar sonnige Tage.

Ah und wer Vorschläge hat, was er hier gern lesen möchte von mir, ist herzlich eingeladen in den Kommentaren seine Ideen mit mir zu teilen. Ich schau dann, was ich umsetzen kann.

Roman-Tagebuch Teil 22

Dranbleiben.
Dranbleiben ist schwer.
Dranbleiben erfordert Arbeit.
Dranbleiben erfordert Durchhaltevermögen, Kreativität, Mut und eine Menge andere Dinge.

Dranbleiben am Roman ist wie Marathonlaufen. Oder das Training zum Marathon. Harte Arbeit.

Ich bin gerade dabei, dran zu bleiben. Es ist zäh. Es ist hart. Aber es ist möglich. Dran zu bleiben ist eine echte, ziemlich schwere Aufgabe. Dann, wenn der Elan des Neubeginns verflogen ist. Dann wenn die Euphorie, es gewagt zu haben, versiegt, wenn es “Routine” wird. Alltag. Dann wird Schreiben, genau wie jede andere regelmäßige Tätigkeit, zum harten Brot. Man kann das sogar messen. Vielen, wenn nicht den meisten Autoren geht es so, dass es schwer wird, wenn etwa ein Drittel des Romantextes da steht. Ein Drittel. Erstaunlich. Genau dort stehe ich jetzt, in etwa. Ein Drittel der Wortanzahl, die ich mir für mein erstes Buch vorgenommen habe. Tja, ich bin also auch in dieser Hinsicht, eher gewöhnlich. Entspreche dem, was zu erwarten ist.

Dranbleiben wird schwer, wenn man den ersten Schwung verloren hat und die Strecke bis zum Ziel noch so weit erscheint. Dranbleiben gleicht dann manchmal einer Selbstquälerei. Man findet Ausreden, warum man heute leider nicht schreiben kann, man lässt es schleifen und es droht leicht, in Vergessenheit zu geraten. Warum tue ich das eigentlich? Wofür? Wofür nehme ich mir soviel Zeit? Knapse sie ab. Vom Schlaf, von Zeit mit Freunden und anderen sozialen Aktivitäten, von dem, was ich sonst noch gern tue und all zu oft sogar von Tätigkeiten, die ich eigentlich tun sollte und die ich schleifen lasse, nur um zu schreiben.

Warum? Wozu tue ich das?

Die Antwort lautet: Weil Schreiben zu mir gehört, wie das Wasser zum Fisch, der Honig zur Biene und die Nuss zum Eichhörnchen. Ich kann nicht ohne. Kreativität durch Worte auszudrücken ist ein Teil von mir. Und dennoch fällt es schwer an diesem einen großen, riesigen Projekt, meinem Roman, dran zu bleiben. Anders als bei den Rollenspielen, die ich zuvor geschrieben habe, bin ich hier allein. Allein mit mir und meinen Ideen. Da ist niemand, der mich motiviert und so direkt sagt, hey ich will das lesen. Im Gegenteil, es gibt sogar Leute, die sagen: Das ist verrückt. Lass es sein. Wozu quälst du dich? Ist es das wert? Lass andere Romane schreiben und du mach wieder vernünftige Sachen.

Vernünftig. Uff. Vernünftig war ich glaube ich noch nie so richtig. Trotzdem ist es manchmal verlockend, aufzugeben. Denn das wäre einfacher. Fang was Neues an. Oder schreib wieder Rollenspiele, da kommt das feedback schneller usw. Nicht mal Zeit und Kraft für diesen Blog hatte ich in letzter Zeit. Soviel anderes schien drängender. Und die Motivation zu schreiben muss aus mir selbst kommen. Da steht weder mein Ehemann und sagt: Schreib jetzt gefällig. Noch meine beste Freundin sagt: Hey, nimm dir Zeit für deinen Roman und deinen Blog. Nein. Ich muss das aus mir selbst schaffen. Beziehungsweise, ich muss mir Leute suchen, die mich motivieren und mir helfen, dran zu bleiben. Und das sind nicht meine nächsten, lieben Familienangehörigen und Freunde. Das ist weder meine Mutter, noch mein Mann noch meine Kinder. Das sind Gleichgesinnte. Genauso Verrückte. Leute, die auch schreiben und die wissen, wovon ich rede, wenn ich sage, dass es so schwer ist, dran zu bleiben. Nicht aufzugeben. Weiter zu machen.

Unterstützung beim Dranbleiben

Und genau das habe ich getan. Ich habe mir andere Schreiber gesucht. Andere Autoren, Schriftsteller, Menschen, die wissen, wovon ich spreche.

Ich hatte berichtet, dass ich im Juli einen Onlinekurs belegt habe. Aus dem ist eine kleine Gruppe von Schreibern entstanden, die sich nun regelmäßig per Zoom treffen und gemeinsam schreiben. Und regelmäßig heißt einmal pro Woche. Für etwa 1 bis 3 Stunden.

Was sind das für Leute? Hausfrauen, IT-Leute, Selbstständige, aber alles Schreiber. Und was schreiben die? Schreiben wir alle im selben Genre? Nein. Die Bandbreite reicht von Thriller/Horror über Detektivgeschichten ala Philippe Marlowe und Alltagsgeschichten mit inneliegender Weisheit bis zu meinen mittelalterlichen Abenteuergeschichten.

Was tun wir da? Wir tauschen uns aus. Über den Fortschritt der Woche, über die Hürden, die im Alltag herumstehen und uns hindern wollen, über Ideen und Methoden, über Hilfreiches aus Schreibratgebern oder Sachen, die wir selbst ausprobiert haben. Und am Wichtigsten: Wir nehmen uns eine Zeitbox zwischen 15 und 30 Minuten, in der wir alle gemeinsam, gleichzeitig schreiben, um es uns hinterher gegenseitig vorzustellen. Und ob du es glaubst oder nicht: In dieser kurzen Zeit habe ich oft mehr zu Stande gebracht, als in der ganzen Woche zwischen den Treffen. In dieser kurzen Zeit bin ich hochkonzentriert, fokussiert und voll bei der Sache. Der Kick, das, was ich da fabriziere, gleich 3, 4 oder 5 anderen vorzustellen, bringt mich zu Höchstleistungen. Diese 3, 4, 5 Leute haben ja zugleich noch selbst Ahnung vom Schreiben und können zum Teil sehr kritisch sein, wobei ich gestehe, dass meine Texte, genau wie die der anderen schon mit Wohlwollen betrachtet werden. Man geht mit Kritik behutsam um, weil man weiß, wie empfindlich die Autorenseele ist. Trotzdem bringt mich das voran. Es hilft beim Dranbleiben. Es gab Wochen, in denen habe ich nur diese 15 bis 30 Minuten geschrieben. Aber immerhin. Ich bin dran geblieben. Besser als nichts.

Aber reicht das?

Nein! Immer noch zu wenig, um wirklich vorwärts zu kommen. Auf diese Art würde ich vermutlich noch 10 Jahre brauchen, bis der Roman fertig ist. Also habe ich in der vergangenen Woche eine neue Initiative gestartet. Ich habe, schon wieder, einen Kurs belegt. Gewisse Leute um mich herum stöhnen schon. Schon wieder ein Kurs. Hast du nicht inzwischen genug Input? Du kannst doch schreiben. Ja, schreiben kann ich. Und ich tue es ja auch. Ja, ich bin über die Anfänge hinweg, hab es vom: “Ich will schreiben” zum “Ich schreibe” und “Ich kann schreiben” bis zu der Stufe geschafft, an der ich sage: “Ich schreibe einen Roman.” Allein das, ist schon eine grandiose Entwicklung. Aber es fehlen eben immer noch zwei Drittel Text bis zur Aussage: “Ich habe einen Roman geschrieben.” Und nochmal mehr bis zur Aussage “Ich habe meinen ersten Roman veröffentlicht.” Oder gar: “Ich habe es geschafft, mein erster Roman verkauft sich ganz gut.” (Meine Schreiblevels nach Yvonne Kraus)

Und der Schlüssel, damit ich da hinkomme: Dran bleiben.
Und weil Dranbleiben so schwer ist, brauche ich eben Unterstützung. Der Kurs Perfekter Plot von Yvonne Kraus (https://mynextself.com/) diente mir nicht in erster Linie dazu, neue Dinge zu lernen, auch wenn es auch dazu gut war, sondern vor allem dazu, meine Motivation zu erneuern und aufrecht zu halten. Und das hat funktioniert. Ich bin neu motiviert. Nicht nur für den Roman. Auch für den Blog. Ich weiß, ich schreibe hier viel zu selten. Vielleicht muss ich mir auch für den Blog wöchentlich eine halbe Stunde Zeitbox nehmen. Grübel. EIgentlich eine gute Idee.

Und noch etwas hat sich getan in Sachen dran bleiben. Ich habe mich zu einer Art Club angemeldet, einer Schreibwerkstatt (ebenfalls von Yvonne Kraus, https://mynextself.com/schreibwerkstatt/#tve-jump-17be910239c ) Etwas, dass mich nun regelmäßig durch meinen Schreiballtag begleiten wird und mich hoffentlich motiviert, dran zu bleiben. Immerhin kostet es Geld und auch das sollte mich motivieren, voran zu machen, dran zu bleiben und wirklich etwas zu erreichen. Denn sonst würde ich ja sauer verdientes Geld zum Fenster hinaus werfen.

Und wie weit bin ich nun?

Mein Gesamtdokument umfasst nun etwa 60 000 Worte. Allerdings werden nicht alle diese Worte Eingang in den Roman finden. Ein Teil ist schon jetzt quasi Makulatur. Ausschuss. Wird dem Rotstift zum Opfer fallen. Aber immerhin. Ca. ein Drittel der Gesamtwortzahl ist schon mal geschrieben. Ich weiß also, ich kann es. Und meine Schreibergruppe bestätigt mir wöchentlich, dass das, was ich fabriziere nicht so schlecht ist. Im Gegenteil, sie bescheinigen mir, dass ich passende Worte finde, schöne Bilder male, Kopfkino entstehen lasse und, sehr wichtig, eine ganze eigene Stimme habe, wenn ich meinen Roman schreibe. Ich treffe meinen Ton, auch wenn ich nur 15 Minuten Zeit habe. Mehr kann ich eigentlich fast nicht erreichen.

Doch. Den Roman fertig stellen. Veröffentlichen. Und gelesen werden.

Und dazu braucht es langen Atem. Und Dranbleiben. Dranbleiben. Dranbleiben.

AH und mit diesem Blogpost habe ich wieder einen Schritt getan. Ich bleibe dran. Und ich erzähle dir, euch, der ganzen Welt, dass ich einen Roman schreibe. Nun muss er wohl fertig werden, damit ich mich nicht lächerlich mache.

Über Feedback, Rückmeldungen (fast) aller Art und Eure Meinung in einem Kommentar würde ich mich freuen.

Roman-Tagebuch Teil 21

Unterwegs in Melsungen

Ich sitze gerade, während ich diese Zeilen schreibe, im Rathauscafe auf dem Marktplatz von Melsungen. Nebendran plätschert ein Brunnen, Tauben gehen auf seinem Rand spazieren. Das Fachwerk-Rathaus strahlt eine altehrwürdige Atmosphäre aus, ebenso wie all die anderen Fachwerkhäuser, die den Platz umstehen. Dennoch ist die Stimmung nicht durchwegs ungetrübt. Am Tisch neben mir unterhalten sich zwei Personen über die Folgen der Corona-Pandemie: finanzielle, gesundheitliche, persönliche. Das Thema begleitet uns nun schon seit mehr als 1 1/2 Jahren im Alltag und wird es wohl noch eine ganze Weile länger tun. Noch ist Normalität in vielen Bereichen ein Fremdwort, manche geraten an den Rand ihrer Existenz, weil sie immer noch nicht wieder so arbeiten können, wie vor Ausbruch der Pandemie: Schausteller, Künstler, Freischaffende, Leute, die große Eventsorganisieren, Hotels und Bars und und und, die auf Hilfen angewiesen sind oder waren. Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, was natürlich ihre eigene Entscheidung ist, oder aber eben Menschen, die sich nicht impfen lassen können, weil Vorerkrankungen, Transplantationen oder akute Krebserkrankungen es verhindern. Mir selber geht es da erstaunlich gut, ich bin geimpft (und das ohne große Nebenwirkungen), aber ich finde es wichtig, diejenigen nicht zu vergessen, die mit den Folgen der Pandemie weitaus mehr zu kämpfen haben, als ich selber,  und eben verantwortlich für sich und andere zu sorgen.

Was mache ich in Melsungen?

In Melsungen bin ich, um meine Mama zu besuchen, deren Geburts- und Heimatort Melsungen ist und die hier inzwischen schon wieder seit mehr als 20 Jahre lebt. Nicht nur sie verbindet viele Erinnerungen mit dem Ort. Auch ich bin hier als Kind zwischen Fachwerkhäusern und an der Fulda spazieren gegangen, habe in den Gassen gespielt und bin von vielen begrüßt worden, die meine Oma und meinen Opa kannten. Meine Großeltern waren im ganzen kleinen Städtchen bekannt, denn sie hatten eine Bäckerei. Und manchmal war das ganz schön nervig, an jeder Ecke angesprochen zu werden. Aber gleichzeitig hat der Ort auch etwas von Heimat und Geborgenheit. Ich kenne mich hier aus. Nicht ganz überall, aber doch in der Altstadt. Es gibt Orte mit mehr und weniger Erinnerungen. Ecken, die sich verändert haben, aber auch welche, die seit Jahrzehnten gleich aussehen. Es ist vertraut und neu zugleich. Beste Vorraussetzung für Inspirationen. Und so hatte ich mir vorgenommen, nicht nur meine Mama zu besuchen, zu reden, zu schnuddeln, wie man in Melsungen sagt, in Restaurants zu sitzen und zu essen…nein, ich wollte durch den Ort flanieren, die Atmosphäre atmen und natürlich  – schreiben. 

Atmosphäre tanken, habe ich gemacht… ich bin sowohl bei Tag, als auch bei Nacht durch Gassen mit Kopfsteinpflaster und alten Häusern gewandert. Und ich habe Fotos gemacht. Etwas, dass sonst eher das Hobby meines Mannes ist. Ich hatte auch keine gute Kamera dabei, hab selten lange gefackelt und studiert, wie man was am besten aufnehmen kann… ich habe etwas gesehen, was mir gefiel, hab mein Handy gezückt und ein Bild gemacht. Hinterher habe ich etliche der Bilder am Handy noch bearbeitet. Herausgekommen sind eine Reihe erstaunlicher Schwarz-weiß-Fotografien. Manche können sich echt sehen lassen. Ich war selber sehr erstaunt, über das Ergebnis. Kreativ war es allemal. Und eine Atmosphäre besonderer Art hat es ebenso kreiert. Dennoch haperte es mit dem Schreiben. Abgesehen vom normalen Problem, dass man immer zu wenig Zeit hat, war meine Stimmung eine ganz andere, als die, die ich für meinen Roman gebraucht hätte.

Ich bin durch die Straßen geschlendert und fühlte mich eher weniger wie ein Ritter, obwohl dass sehr wohl möglich gewesen wäre. Aber die Schwarzweißfotos, besonders die nächtlichen, kreierten eine ganz andere Stimmung.

Und so ist, abgesehen von diesem Blogartikel, in den letzten zwei Tagen ein ganz anderer Text als gedacht entstanden. Erstaunlich und unerwartet. Ich hebe ihn auf, aber vorerst bleibt er unter Verschluss. Und ich werde dazu auch nicht mehr sagen, außer: Es war eine ungewöhnliche Erfahrung und ich bin erstaunt, was außer meiner Romangeschichte noch in mir steckt.

Ab morgen, kümmere ich mich aber wieder um meine Figuren. Meine Ritter, Könige und Edeldamen,…

Und wie waren die letzten Wochen?

Tja, wie das immer so ist, verfliegt Begeisterung im Alltag ziemlich schnell. Der Megabooster Schreibkurs hat etwa einen Monat gehalten. Es ist nicht so, dass ich nicht mehr schreiben will, sondern eher so, dass es schwerer wird, sich die Zeit und die Kraft dafür zu nehmen. Aber immerhin, es geht weiter, nicht so schnell, wie ich es mir wünschen würde, aber doch! Schritt für Schritt. Einzelne Szenen sind neu entstanden, ich warte gerade auf das Feedback meines neuen, ersten Testlesers. Und darüber bin ich immer noch begeistert. Der Kurs hat neue Beziehungen geschaffen. Mir quasi Kollegen an die Hand gegeben, denen ich entweder einzelne Passagen zeigen kann oder gar meinen ganzen Text, von denen ich qualifiziertes Feedback bekomme und die wissen, wie schwer es ist Zeit und Ruhe und Muße zum Schreiben zu finden. Und gleichzeitig, wie wichtig das ist. Insofern war der Schreibkurs eine der besten Entscheidungen der letzten Zeit.

Leider sind die Bedingungen gerade nicht so gut, irgendwie wache ich im Moment nicht mehr ganz so früh auf, bin oft sehr müde morgens und später ist es zu trubelig. Mein neues eigenes Schreibzimmer ist noch nicht hergerichtet und auch oft noch besetzt von meiner Tochter… außerdem einer Baustelle wegen einer der lautesten Räume in der Wohnung, also sitze ich immer noch im Wohnzimmer.

Insgesamt wünsche ich mir, schneller voran zu kommen, mit meinem Roman, aber immerhin stagniert es nicht vollkommen.

Soweit für heute.

Über Kommentare freue ich mich immer. 

Roman-Tagebuch Teil 20

Unfassbar. Jetzt schreibe ich meinen 20. Romantagebucheintrag seit März. 

Und ich habe einen großen Erfolg gefeiert. Mein Krimi-Dinner kam bei meinen Kollegen megagut an. Es hat allen Spaß gemacht, das Ambiente stimmte und es haben sich schauspielerische Talente offenbart, die niemand geahnt hat. Mehr dazu weiter unten im Text. 

Und was habe ich sonst zu berichten? 

Es geht vorwärts. Diesmal wirklich. Ich hatte in den letzten drei Wochen den Motivationsbooster schlechthin. So produktiv war ich lange nicht mehr. Leider (noch) nicht für den Blog. Dafür umso mehr für den Roman.

Ich hatte Ende Juli einen Kurs von Yvonne Kraus belegt (mynextself.com bzw. Kurse.mynextself.com) zum Thema LeichtSchreiben. Der Kurs lief eine Woche lang. Jeden Abend von Montag bis Freitag gab es eine Stunde Zoom-Workshop, dazu am Sonntag Abend ein Kennenlerntreffen und am Ende des Kurses, am Samstag, eine Abschiedsfeier. Und siehe da, sie hat tatsächlich geschafft, was sie versprochen hat. Es geht wieder leicht. Es läuft. Es fließt. Flow nennt man das, wenn man so eintaucht in die Geschichte, dass alles um einen herum verschwimmt. Dass man ganz und gar bei der Sache ist. Konzentriert, präsent. Kreativ und produktiv. 

Die Kursgruppe war einfach klasse. Inspirierend, ermutigend, freundlich und respektvoll. Das hat gut getan. Man konnte Dinge miteinander teilen ohne verissen zu werden. Dennoch gab es konstruktive Kritik, Rückmeldungen, die halfen, besser zu werden. Faszinierend war, wie unterschiedlich unsere Themen, unsere Schreibstile waren und wieviel genial Gutes in extrem kurzer Zeit entstanden ist. Einige werden sich auch über den Kurs hinaus treffen und Kontakt halten. Und ich habe es gewagt, meine Geschichte jemandem anzuvertrauen, die ganzen Hundertundzehn DinA4-Seiten, die bisher fertig sind. ERgebnis: Ich habe ein überwältigendes Feedback bekommen. So ermutigend, dass ich weiter machen muss, weiter schreiben, weiter fabulieren, Worte zu Sätzen formen. Sätze zu Absätzen, zu Seiten und am Ende zu einer ganzen Geschichte, die dann auch (vielleicht/hoffentlich) veröffentlicht wird. Aufhören ist nun undenkbar. 

Und wie sieht mein Fortschritt aus?

Experimente mit Perspektiven:

In der letzten Woche habe ich unter anderem ein kleines Stück Text aus der Sicht meines Bösewichtes geschrieben. Wie sieht er die Sache? Welche Motivation bewegt ihn? Wie ist er überhaupt so?

Auch das lief super rund und wie am Schnürchen. Der erste Text aus dieser Perspektive. Und heute morgen habe ich mir Zeit genommen, ein ganzes Kapitel zu überarbeiten, so dass die Geschichte noch näher dran ist an der erzählenden Figur. In diesem Fall eine Frau. Komischerweise tue ich mich mit Frauen oft schwerer, aber diesmal bin ich ganz zufrieden mit dem Fortschritt und werde in den nächsten Tagen sicher gut  im Text vorankommen. Dank des Workshops und neu erwachter Motivation. Außerdem habe ich eine Passage aus der Sicht einer weiteren Hauptfigur geschrieben. Eine entscheidende Passage. Und habe dabei versucht in ihren Kopf zu schlüpfen, ihre Gedanken zu denken, ihre Gefühle zu fühlen. Laut Feedback meines neuen Schreibberaters ist das noch nicht ganz gelungen…. Emotional ist er an dieser Stelle zu wütend geraten, dabei müsste zu allererst die Trauer und die Ansgt und Sorge überwiegen… okay,… wieder etwas für das berühmte Überarbeiten. Daran sieht man: Romanschreiben ist eben doch Arbeit. Ja, es ist auch Flow und Leichtigkeit und Freude und Spaß… aber eben auch harte Arbeit, nämlich Überarbeiten, Überarbeiten und Überarbeiten. 

Und wie war das mit dem Krimi-Dinner?

In den letzten Wochen habe ich noch eifrig am Krimi-Dinner gearbeitet, den Texten den letzten Schliff gegeben und musste die Briefumschläge beschriften. Über Hundert Umschläge  wurden zum Teil mit Schablone und Verzierungen beschriftet. Die Einladungen samt Rollenbeschreibung und einer kurzen Einführung, wie der Abend ablaufen wird, habe ich knapp zwei Wochen vor dem Dinner-Abend an die Kollegen verteilt. So hatten sie Zeit, sich ihre Rollen rechtzeitig anzugucken und sich vertraut zu machen, mit ihrem Stand und ihren Beziehungen zu den anderen Teilnehmern des Abends. Außerdem hat es in vielen schon die Vorfreude auf das gemeinsame Event geweckt.

Am Tag vor dem Krimi-Dinner habe ich gefühlt meinen halben Haushalt gepackt und in den Kindergarten gefahren: Von Pokalen aus Ton über Holzbrettchen und Laternen bis zu Bannern und Holzschild und meinem Schwert und Nasalhelm und nicht zu vergessen meinem Fundus an Gewandung. Uff, das Auto war rappelte voll. Ich konnte die Dinge zum Teil im Büro meiner Chefin abstellen, zum Teil in einem Werkraum.

Am Tag des Dinners habe ich vormittags die letzten Dinge ausgedruckt und fertig gestellt, die Kiste mit den Briefen gepackt und andere wesentliche Utensilien, wie die Tatwaffe verstaut, Honigwaffeln gebacken und Krumme Krapfen und bin dann auf etwa halb vier in den Kindergarten gefahren. 

Unter den staunenden Blicken der Kinder habe ich meine Banner an der großen Markise im Garten aufgehängt und in einem Gruppenraum meine Gewandung ausgelegt. Einen Tisch für die Damengewandungen, einen für die Herren mit Tuniken und Wappenröcken und eine große Fensterbank für Utensilien wie Rosenkranz und Kreuz für den Erzbischof, Gürteltaschen und Kopfbedeckungen. Der Spielmann bekam ein Schellenband, und einen ganzen Sack voller Utensilien unter anderem eine Laute. 

Erst als alle Kinder von ihren Eltern abgeholt warenund nur noch Kolleginnen und Kollegen anwesend waren, gingen die restlichen Vorbereitungen vonstatten.

Der Tisch wurde mit weißen Tüchern gedeckt und mit Laternen und Kerzenständern bestückt. Außerdem bekam jeder Platz ein Brettchen und einen Keramikpokal. Und natürlich gab es für jeden einen ganzen Packen Briefe: Brief 1 Vorstellungsrunde, dann Brief 2-6 Hinweise und Brief 7 die Anklageschrift, dazu ein Who is Who, also wer spielt wen?, und eine Übersicht über die Zeiten des Glockengeläuts, also zu welcher Zeit findet die Laudes, das Angelusläutern oder die Komplet statt, damit man prüfen kann, ob jemand zu einer bestimmten Zeit ein Alibi hat.

Die Kollegen und ich hatten nicht nur einige gar köstliche Getränke mitgebracht, sondern auch gebacken und gekocht. Es gab ein reichliches Buffet, mit Suppen, Fladen, Gemüsekuchen, Birnenpudding usw. Für das leibliche Wohl war also gesorgt. 

Ich habe den Abend mit einer Rede begonnen, der eben besagte Vorstellungsrunde aller Beteiligten folgte. Zu Beginn der zweiten Runde herrschte erstmal ziemlich langes Schweigen am Tisch, jeder war in seinen Text versunken, aber anschließend gab es lebhafte Diskussionen, regelrechte Schlagabtausche, gleich zu Beginn dachte ich schon, sie entlarven den Mörder schon in der zweiten Runde, doch der schaffte es irgendwie von sich abzulenken und siehe da, am Ende, als es um die Anklageerhebung ging, waren sie sich nicht einig. Auf den eigentlichen Mörder entfielen nur zwei Stimmen, zwei Stimmen beschuldigten mich als Spielleiter, der ja auch potentiell Täter hätte sein können und der Rest verteilte sich kleckermäßig je eine Stimme für den und jenen. Nur einer hatte mehr Stimmen (nämlich drei), ein kleiner, unschuldiger Ritter mit Schafszucht. Leider der falsche. Also hab ich ihn verhaftet und dem Henker übergeben. Der Mörder hat das Spiel gewonnen, weil wir nicht in der Lage waren, ihn zu entlarven.

Aber am Ende waren sich alle in einem einig: Spaß hats gemacht. Eine Neuauflage bräuchte es eigentlich und ich wurde sogar von Kolleginnen gefragt, ob ich das nochmal machen würde für einen privaten Anlass. 

Und in mir kam der Gedanke auf, es würde sich lohnen, noch einmal ein Krimi-Dinner zu entwerfen, dass ganz auf meinem eigenen Mist ewachsen ist.

Und zu guter Letzt?

Ich bin ja gefragt worden, ob ich einen Kurs leiten würde bei den Kulturkursen des Campus Mainz. Und ich habe mal Leute um mich herum gefragt, ob sie mir das zutrauen. Und was soll ich sagen, ich habe durchweg positives Feedback bekommen. Nur eine Person fand die Idee nicht so toll, allerdings nicht, weil sie mir das nicht zutraut, sondern aus anderen Gründen. Ich habe jetzt einen ersten Schritt gemacht und die Leitung meines Kulturkurses gefragt, was sie davon hält, wenn ich das machen würde. Auch hier kam eine positive Rückmeldung. Jetzt muss ich mich nur noch trauen, den Verein anzuschreiben, der die Kulturkurse anbietet, und zu fragen, ob sie Interesse haben. Ich jedenfalls hätte Lust einen Schreibkurs zu leiten.

Über Meinungen, Kommentare und Anmerkungen zu meinem Blog würde ich mich sehr freuen.  

Roman-Tagebuch Teil 19

Erfolge muss man feiern!

Premiere!

Mein kleines Theaterstück hatte am Freitag Abend Premiere. Mein Kindergarten, also der, in dem ich mal gearbeitet habe und für den ich jetzt ab und an Vertretung mache, hatte Schulanfängergottesdienst und hat mein Stück als Stabpuppenspiel aufgeführt. Und ich habe von denen, die wussten, dass die Textvorlage von mir ist, durchweg großes Lob geerntet! Ich hab mich gefreut wie Bolle.

Eine ehemalige Kollegin war ganz erstaunt: „Und der Text ist von dir?“

„Ja“

„Mensch, du hast ja Talent, du solltest unbedingt einen Roman schreiben!“

„Naja ich bin bei der Arbeit…. Auch wenn es gerade stockt, ich will das fertig kriegen!“

„Und das Thema?“

„Mittelalterlich, fiktional in einer erfundenen Welt, eben eine Abenteuergeschichte!“

Eine neue Kollegin bot daraufhin an: „Wenn du Bilder brauchst… Gnome oder Zwerge oder… !“

Ich musste grinsen und hab ihr gesagt: „Wenn ich das Cover brauche, melde ich mich bei dir!“

Zwei von den Auszubildenden spekulieren schon auf mein erstes Buch im Laden. Aber das kann noch dauern und wird vielleicht auch nie geschehen. Denn es ist das eine, einen Roman zu schreiben und das andere, ihn an den Mann zu bringen, einen Verlag zu finden, genommen zu werden und zu veröffentlichen. Seufz. Der Teil macht mir immer noch am meisten Bauchschmerzen. Doch soweit ist es noch lange nicht.

Am meisten gefreut hat mich an diesem Abend der Kommentar einer anderen Kollegin. Die hat einen Teil des Textes während der Aufführung laut vorgelesen und hat mir eine präzise Textkritik zurück gemeldet, nämlich, dass der Text gut vorzulesen ist, das man nicht holpert oder hängen bleibt. Und das ist längst nicht bei allen Texten so. 

Die Chefin will in einem allgemeinen Dankschreiben auch nochmal erwähnen, dass der Text des Stückes von mir stammt und du kannst dir also sicher vorstellen, dass ich wirklich glücklich und voller Stolz nach Hause gefahren bin am Freitag Abend. Das hat einfach gut getan. Es motiviert, weiter zu machen. 

Abschlusstreffen des Online-Kurses von Campus Mainz:

Auch am Freitag fand der letzte Teil des Online-Schreibkurses statt, den ich belegt habe. Thema: Veröffentlichung!

Die Informationen waren wertvoll, aber ich merke, dass ich eben noch sehr weit davon entfernt bin. Und im Grunde ist das der Teil, der mich überfordert. Ich kann mich nicht gut verkaufen. Aber man kann alles lernen. Und außerdem hat alles seine Zeit. Und jetzt ist nicht die, sich um ungelegte Eier den Kopf zu zerbrechen. Erstmal muss ich den Text für das Romanwerk fertig zu Papier bzw. in die Tasten und den Speicher des Computers bringen. Und darauf will ich mich konzentrieren.

Schreibspiele:

Im zweiten Teil des Treffens haben wir noch ein paar Schreibspiele miteinander ausprobiert.

Im ersten Spiel haben wir einen vorgegebenen Romantext, von dem wir eine Seite gelesen haben, fortgesetzt und hinterher geraten, wer von uns welche Fortsetzung geschrieben hat. Sehr witzig. Und ich fand es erstaunlich, dass wir tatsächlich meist richtig lagen damit, wer was verfasst hat. Wir haben also unseren Schreibstil in den letzten Wochen gegenseitig gut einschätzen gelernt.

Im zweiten Spiel haben wir einen Text, der vorgegeben wurde, in eine andere Textgattung umgewandelt. Das Spiel nennt sich „Fliegende Zeilen“

Z.B. wird ein kleines Prosastückchen oder eine berühmte Textzeile in eine Schlagzeile, eine Gebrauchsanweisung oder eine SMS umgeschrieben.

So wurde aus:

Sein oder Nicht Sein, das ist hier die Frage

eine Gebrauchsanweisung:

Anleitung für den Philosophiekurs

1. Man benötigt ein Zitat. Wenn möglich ein gehaltvolles.

2. Wenn man nicht weiß, welches: Shakespeare eignet sich immer gut. Ebenso Schiller oder Goethe.

3. Man lasse die Worte pathetisch erschallen.

4. Eine angemessene Zeit der Stille und des Staunens sollte folgen.

5. So vorhanden könnte man auch eine Klangschale anschlagen.

6. Anschließend stellt man die erste Frage: „Was kommt euch bei diesem Wort in den Sinn?“

7. Es folgt eine Diskussion über Fragen und das Sein im Allgemeinen.

8. Nicht verzweifeln: Philosophieren heißt nicht, die Antwort auf alle Fragen zu kennen, sonst müsste man ja nicht philosophieren.

9. Zu guterletzt gehe man mit einem erhebenden Gefühl aus der Stunde. Wieder einmal hat man es geschafft, das Mysterium des Seins in all seinen Facetten ein klein wenig zu erleuchten.

Versuch 2:

Mache aus einem kurzen Text über Weihnachten, Weihnachtsmusik, einen Vater und seine Kinder, eine Autofahrt und einen Kindersitz eine SMS. Mein Ergebnis:

„Schon wieder Weihnachtsmusik. Papa nervt. Bis Morgen gehe ich ein. Das dauert ewig. Dabei ist Weihnachten schon vorbei. Chille jetzt im Kindersitz.“

Musenquickie

Als letztes Spiel hatte ich einen „Musenquickie“ vorgeschlagen. Dabei werden drei Worte vorgegeben und man muss daraus einen kurzen Text mit möglichst genau hundert Worten kreieren, in dem die drei Worte auch wörtlich vorkommen.

Wind, Zeit, Schwert

„Wind strich durch die Weiden. Er lag und starrte in den Himmel, der sich in hellem Blau über ihm spannte. Darin eine gleißende Sonne, die ihre Strahlen schmerzhaft in sein Hirn bohrte. In der Ferne rief ein Käuzchen, das wohl aus dem Schlaf aufgeschreckt war. Die Zeit schien still zu stehen. Sein Atem kam pfeifend, während sein Horizont sich nach und nach eintrübte, immer enger wurde. Dunkelheit kroch heran, knabberte an Himmel, Baum und Sonne. Ein Zittern durchlief ihn, bis die Schwärze ihn ganz und gar verschluckte. Blut. Da war so viel Blut. Und ein schartiges Schwert in seiner Brust.“

Wir hatten viel Spaß dabei und es kamen nicht nur pathetische, sondern auch märchenhafte oder sehr lustige oder surreale Texte dabei heraus. In vielen Fällen machte der kleine Text Lust auf mehr. Wie geht es weiter? Was steckt dahinter? In manchen Fällen fühlte es sich wirklich so an, als müsse dies der Auftakt zu einem Roman werden. Es war einfach wunderbar, zu sehen, was in kurzer Zeit Kreatives entstehen kann und das jeder der Teilnehmer des Kurses eine ganze eigene Schreibstimme hat und völlig unterschiedliche Ideen, obwohl Gemeinsamkeiten vorgegeben waren. 

Abschlussfeier und mehr

Im Zusammenhang mit dem Kurs gab es schon am Mittwoch eine allgemeine Abschlussfeier aller Kulturkurse vom Verein Campus Mainz. Erstaunlich, was alles online stattgefunden hat. Sogar Tanzkurse über Zoom waren nicht nur möglich, sondern auch erfolgreich. Ich habe ein beeindruckendes Video gesehen. Wir waren bedauerlicherweise nur wenige, die an Der Abschlussfeier teilgenommen haben, hauptsächlich Leute, die auch einen Kurs geleitet habe. Ich habe mich zwischenzeitlich gefragt, ob ich überhaupt richtig am Platz bin. Aber es wurde eine lustige Runde und wir hatten viel Spaß bei einigen Runden Online-Codenames, einem Spiel, bei dem es um das Raten von Begriffen geht, die ein anderer Spieler mit einem Codewort umschreibt. (https://codenames.game)

Aber am meisten hat mich eine Frage elektrisiert, die einer der Leiter des Treffens an mich stellte: „Könntest du dir vorstellen, auch einen Kurs zu leiten?“ Erst war ich entsetzt, doch dann:

Du glaubst nicht, wie meine Gedanken ins Fliegen und Rotieren gekommen sind. Wie ein Hubschrauber, der ins Trudeln geraten ist. Schon am Abend habe ich gedacht, da habe ich Lust zu. Und es war natürlich gleich klar, dass es, wenn, dann ein Kurs zum Thema schreiben sein muss.

Am nächsten Morgen bin ich mit hundert Gedanken zu Schreibspielen aufgewacht, die man in einem „Schreibcafe“ machen könnte. Ich hab sie mir mal notiert für den Fall, dass ich tatsächlich dahin komme, ein solches Schreibcafe in welcher Art auch immer anzubieten.

Ah und dann habe ich überlegt, wie kann man eine PowerPoint-Präsentation erstellen, um eine erste Stunde zu beginnen. Gedacht, getan, ich habe mich an den Computer gesetzt und das ganze mal ausprobiert. Könnte ich sozusagen mit dem Handwerkszeug umgehen? Ja, es ist möglich… ich kann das…

Und dann habe ich gemerkt, ich brauche natürlich noch ein bisschen Input und habe gegoogelt. Und wo lande ich? Auf einer Seite die Ihrerseits wieder Kurse anbietet. Kurse für angehende Autoren: „Schreibhandwerk“, aber auch Kurse für „Schreibpädagogik“, eben genau das, was ich ja für diesen Kurs brauche: Wie lehrt man „Kreatives Schreiben“? (Die Kursinfo findest du hier: https://kreativ-schreiben-lernen.de/ausbildung-schreibpaedagogik/)

Ich bin total kribbelig geworden. Den Kurs muss ich belegen. Ich will das! Das ist genau meins. Immerhin bin ich ja eh schon Erzieherin und Kurse für Kreatives Schreiben geben, das wäre echt cool. Leider kostet das Ganze eine erhebliche Stange Geld und so muss ich erst sehen, ob ich mir das leisten kann. Seufzels. Aber so ist das Leben. Es ist nicht immer einfach, seinen Hobbies und Träumen nachzugehen. Zu verwirklichen, was man sich wünscht. Und leider viel zu oft scheitert es an den Finanzen. 

Na, noch ist ein bisschen Zeit, um zu sparen und zu überlegen. 

Bis dahin freue ich mich über Eure Kommentare.

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