Ich hatte da einen Plan…

Diese Woche bestand aus vielen Plänen. Und viel Warten. Und vielen Treffen und…. aber lies selbst.
Wie immer verlinke ich diesen Beitrag mit karminrot und ihrem karminroten Lesezimmer und nun lade ich dich ein in meine wunderbar geplante Woche.

Magnetband

Die Samstagsplauschwoche begann für mich letzten Samstagmittag mit dem Paketboten, der mir ein Päckchen brachte. Ich hatte es schon erwartet, aber laut Ansage sollte es erst Montag bei mir eintreffen, weshalb ich umso mehr überrascht und erfreut war, es nun schon in Händen zu halten.
Natürlich musste ich es gleich auspacken. Zum Vorschein kamen etliche Rollen mit farbigem und weißem Magnetband. Wofür ich die brauche?
In meinem Arbeitszimmer hängt ein Whiteboard und ich habe mir ein System für einen Whiteboardplaner ausgedacht. Sozusagen eine Art Stundenplan, der mir deutlich macht, erstens, wofür ich meine Zeit einsetzen will und zweitens, wie ich sie vernünftig über die Woche verteile, damit weder Schreiben, noch Planen oder Überarbeiten noch meine Haushaltspflichten zu kurz kommen.

Mit Begeisterung schnipselte ich also am Samstagnachmittag halbe und ganze Stunden aus Magnetband und bastelte mein Planungssystem. Natürlich legte ich hochmotiviert gleich meine erste Woche. Abgesehen von der Tatsache, dass die Halbstundensteine sich noch wölbten und man sie, wie ich aber erst später herausfand, sanft in die Gegenrichtung biegen musste, gefiel mir das sehr gut.

Es gibt verschiedene Systeme, die ich mir zurechtgelegt habe, man kann sich überlegen, wie energievoll man startet, je nachdem kommen mehr oder weniger Stunden in die Planung… und insgesamt hat mich das sehr motiviert für eine powervolle Woche.

Der Plan sollte übrigens nicht nur abbilden, was ich plane, sondern auch, was ich am Ende der Woche tatsächlich geschafft habe. Denn oft merke ich selbst gar nicht, wie viel ich eigentlich doch geschafft habe. Und da mal eine bildliche Vorstellung zu bekommen, fand ich megacool.

Die Wirklichkeit holt mich ein

Der Sonntag brachte dann einen Einbruch meiner Euphorie, ich wachte mit Kopfschmerzen auf, musste mich mit meiner Sonnenbrille vor der grellen Sonne schützen und konnte weder den Gottesdienst noch den Nachmittag wirklich genießen. Natürlich kam auch die Frage auf, ob ich so meine geplante Powerwoche überhaupt schaffen konnte. Ich beschloss trotzdem, es erstmal bei voller Fahrt voraus zu belassen und erst am Montag zu entscheiden, wie ich starten wollte…

Gegen Abend wurde es etwas besser, so dass ich mich um die Vorbereitung der Gebets- und Fastenwoche meiner Gemeinde kümmern konnte. Gerne wäre ich mit einem Lied in die Woche gestartet, war mir aber nicht sicher, ob und wie ich das in Teams teilen könnte. Na gut, dann muss man das wohl ausprobieren. Gedacht getan, ich hab mir den Link herausgesucht, der für die Gemeindemitglieder verschickt worden war und hab den Button geklickt. Und siehe da, ich landete nicht im Teamsmeeting, sondern auf einer Anmeldeseite unserer Bibelschule. Huch, da war wohl etwas verkehrt.

Mein Mann hat es auch noch ausprobiert, mit demselben Ergebnis. Also haben wir am Sonntagabend versucht, die Gemeindesekretärin zu erreichen. Ohne Erfolg. Wie wir später erfuhren, war sie auf dem Weg in ihren wohlverdienten Urlaub. Zum Glück konnte ich einen der Pastoren erwischen, der dann die Sache mit dem Link noch richten konnte. Eine neue Mail mit dem richtigen Link ging raus, so dass ich am nächsten Morgen nicht allein im Gebetsmeeting saß.

Gebet per Teams oder Zoommeeting? Geht das?

Ja, es geht.
Ein bisschen ungewöhnlich vielleicht, aber doch leichter, als sich unter der Woche um sechs Uhr morgens in der Gemeinde zu treffen. Und ich hatte nun also die Ehre, die Gebets- und Fastenwoche der Gemeinde als Leiterin des Onlinemeetings zu beginnen. Es lief erstaunlich gut und wir hatten eine intensive Gebetsstunde von 6 bis 7 Uhr. Abends haben wir uns um 19 Uhr dann nochmal für eine Gebetsstunde in Präsenz in der Gemeinde getroffen, so dass ich bis heute Morgen neun Gebetsmeetings besucht habe, das zehnte heute Morgen leite ich wieder. Manche der Treffen waren echt stark. Wir haben ganz unterschiedliche Formen ausprobiert, Gott anzubeten, mit Bibelworten, mit Musik und Kreativität. Besonders im Mittelpunkt stand diesmal, wirklich eine Begegnung mit Gott zu haben, ihn zu loben und zu preisen. Erst in zweiter Linie kamen die Fürbitten.

Der Montag startete also mit dem Gebetsmeeting so powerful wie geplant, aber obwohl ich wirklich viel geschafft habe, zeigte sich auch schon da, dass mein Plan und die Wirklichkeit nicht immer übereinpassen. Und dass es nicht so leicht ist, abzubilden, was wirklich geschafft wurde. Spätestens am Dienstag, wieder ein Tag mit gesundheitlichen Problemen, war klar, ich kann viel planen, aber die Wirklichkeit hält sich selten an das, was ich mir vornehme. Eigentlich natürlich keine neue Erkenntnis und doch hat es mich ein bisschen kalt erwischt.
Eine Modifikation für den Planer muss ich mir noch überlegen. Und es ist auch nicht so, dass ich gar nichts geschafft habe. Nur weniger und anders als geplant.

Ein Treffen im Café

Am Mittwoch hatte ich gleich einen arbeitsfreien Nachmittag eingeplant und habe mich mit einer Freundin aus dem Hauskreis getroffen. Sie hat mich abgeholt und wir sind gemeinsam zu einem Café etwas außerhalb gefahren. Schon auf dem Weg dachte ich, wie gut, dass sie mich abgeholt hat, ich hätte das nicht gefunden und wäre wohl umgekehrt, weil ich gedacht hätte, so weit kann das gar nicht sein. Es lag richtig abseits am Berg und war wunderschön dort, ein bisschen als wäre man im Urlaub.
Wir genossen Waffel mit Eis und Früchten, Tee und selbstgemachte Limo und unterhielten uns angeregt. Auch schwierige Themen blieben nicht aus. So haben wir beide unsere Mutter in letzter Zeit verloren und natürlich haben wir uns darüber unterhalten. auch über unseren Hauskreis haben wir uns ausgetauscht und ich habe gemerkt, dass ich daraus einiges für meine Hauskreisleitung mitnehmen möchte. Das war tatsächlich sehr aufschlussreich und eine Erinnerung daran, dass man nicht immer nur auf die „lauten“ Leute hören sollte.

Der Freitag hat mich aus den Schuhen gehauen

Ich weiß gar nicht wieso, aber am Freitagmorgen hat mich schon im Gebetsmeeting ein Text etwas schief erwischt. Daran musste ich einfach länger kauen. Er hat schon Dinge auch im positiven Sinne angestupst, mich aber gleichzeitig sehr aufgewühlt und unter Druck gesetzt. Das verfolgte mich dann in den Tag. Am Freitag steht ja bei mir schon immer die Vorbereitung dieses Samstagsplausches an und ich kam einfach nicht rein…. Schließlich beschloss ich, eine Pause zu machen und hab mich ins Bett gelegt. Und das war ein Fehler. Ich schlief wirklich fest ein und hab es nicht geschafft, wieder wach zu werden. Der Samstagsplausch verfolgte mich in den Traum und als ich wirklich spät am Nachmittag aufwachte, dachte ich zuerst, ich müsse ihn doch jetzt fertig geschrieben haben. Als ich feststellte, dass das nur ein Traum gewesen war, war ich echt enttäuscht. Und hatte ein echtes Problem: Keine Zeit mehr, den Text für den Samstagsplausch zu verfassen, denn ich musste mich schon für die Ranger vorbereiten und hatte immer noch einen Matschkopf.

Die Royal Ranger retten meinen Tag

Der Abend wurde dann trotzdem noch wunderbar und gut. Ich liebe meine Pfadfinder einfach. Die Jungs haben sich im Feuerbohren versucht und dreimal so viel Glut produziert, dass man dachte, jetzt muss es doch brennen. Leider hat der letzte Schritt dann doch nicht mehr geklappt. Der Zunder fing kein Feuer und die Glut verlosch wieder. Aber sie sind voll Feuereifer und ich bin sicher, bei einem der nächsten Male wird das Feuer brennen.
Und die Mädchen waren ebenso fleißig, die haben eine Trage gebaut, mit der man jemanden wirklich transportieren konnte. Ich war beeindruckt, das sah richtig gut aus
Außerdem gab es Würstchen und eine Andacht, die diesmal ich gehalten habe. Beim nächsten Mal wird es vielleicht einer der Jugendlichen übernehmen.

Unser Thema zur Zeit?

Schau nicht in die Tasse des anderen, egal wie voll sie ist, sondern achte auf deine eigene Tasse. Deine Tasse wird nicht leerer dadurch, dass meine Tasse voll ist. Oder anders ausgedrückt: Es geht um Verbindung, nicht um Konkurrenz.

Als ich dann um halb zehn abends heimkam, ging es mir besser als den ganzen Rest des Tages. Royal Ranger sind einfach klasse. Das tut mir (fast) immer gut, dort mitzuarbeiten.

Und was macht das Buch?

Tja. Ich bin fertig. Das hatte ich ja erzählt. Nun warte ich. Und warte. Und warte.
Immer noch.
Zweimal diese Woche habe ich Rückfragen meiner Coverdesignerin erhalten.
Ist der Text korrekt? Fehlt etwas?
Und sie hat meine Antworten so schnell als möglich erhalten. „Bitte schau noch mal auf die Jahreszahlen, die Vier ist nicht als Vier erkennbar, die Schwertgrafik fehlt mir….“
Und so hoffte ich, bis Freitag meine beiden finalen Coverdateien zu erhalten.
Aber was soll ich sagen, diese Woche lehrte mich wirklich, dass Wunsch und Wirklichkeit eben wirklich nicht dasselbe sind.
Auch am Freitag Abend zeigte mein Maileingang nicht die erwartete Mail, stattdessen jede Menge Werbung anderer Leute.
Das bedeutet aber nicht, dass ich untätig war. Die Mail für Wolkenstein kann ich nicht beschleunigen. Das ist außerhalb meines Einflusses, aber ich hab weitergearbeitet:
Am nächsten Buch.
Die ersten Kommentare des Lektors sind erledigt. Ich bin in die Überarbeitung hineingekommen und freue mich darauf, hier voranzukommen.
Und am übernächsten Buch.

Meine Pinnwand zieren jetzt viele kleine Karteikärtchen mit Szenentexten, Ereignissen, Plotsträngen und offenen Fragen. Die Planung hat begonnen. Und ich weiß schon mehr, als ich dachte. Der Anfang ist klar, das Ende ebenso und wie ich von hier nach dort komme, ist im Entstehen.
Und wenn ich das so anschaue, ist diese Woche eine Menge passiert, wenn auch anders als gedacht.

Außerdem endete etwas und etwas Neues kann beginnen

Diese Woche hatte ich das letzte Treffen meines Prophetic-Words-Workshops.
Es war ein schöner Abschluss.
Wir haben noch einmal Texte geschrieben, die uns selber berührt haben.
Über den König. Der zu uns persönlich kommt.
Aber natürlich ist Abschied auch immer ein wenig Trauer.
Liebe Menschen gehen jetzt einen Schritt weiter. Und das ist gut.
Und deshalb bleibe ich natürlich nicht stehen. Es geht weiter.
Nächste Woche starten meine neuen Kurse. Mehr dazu findet ihr unter Schreibkurse auf meiner Homepage. Schaut gerne vorbei und meldet euch an. Ich würde mich freuen, wenn der ein oder andere von meinen treuen Samstagsplauschlesern dabei wäre.

Traut euch.

Kreatives Schreiben ist nicht so schwer und niemand muss mit einer fertigen Romanidee kommen. Wir arbeiten mit dem, was ihr habt. Ideen, kleine Begebenheiten, Beobachtungen, kurze Texte. Oder einfach nur den Wunsch, etwas zu Papier zu bringen.
Ich freue mich über jede Anmeldung, noch sind Plätze frei.

Und sonst?

Nicht mehr viel. Nur die Erkenntnis, dass mein neuer Planer noch der Überarbeitung bedarf und ich lernen muss, dass auch Pausen zu einer gelingenden Woche gehören. Sich den Plan bis zur letzten Minute voll zu laden, nützt auch nichts, wenn ich in der Realität dann unter dem Druck und der Last, alles zu schaffen, zusammenbreche.
Also beschließe ich mal wieder, freundlicher zu mir zu sein.

Und zu lernen, dass Plan und Wirklichkeit eben nicht dasselbe sind.

Außerdem muss ich mich heute mit meinem Mann um ein ungeliebtes und vor uns hergeschobenes Thema kümmern. Aber sanft. Ich möchte es ganz gelassen und gechillt angehen, mal sehen, ob das klappt.
Und für Wolkenstein hoffe ich auf nächste Woche.
Derweil arbeite ich an dem weiter, was in meiner Hand ist.
Und dir wünsche ich ein wunderbares Wochenende, eine gesegnete Woche und dass deine Pläne Wirklichkeit werden, vielleicht manchmal langsamer als gedacht, dafür umso kraftvoller und schöner. Sei gesegnet und bleib behütet.


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2 Kommentare

  1. Die vielen Farben der Magnetbänder sind toll. 🙂 Ich habe nur rote, wäre gar nicht auf die Idee gekommen, andere Farben auch noch zu kaufen. Jedenfalls wünsche ich gutes Gelingen bei der Planung und Umsetzung natürlich auch. Liebe Grüsse von Regula

    1. Hallo Regula,
      Ich wollte unbedingt verschiedene Bereiche unterschiedlich darstellen, also feste Termine zum Beispiel grün, meine Autorinnen-Arbeit blau und Haushalt gelb. Nachdem ich das Konzept für mich hatte, hab ich gezielt gesucht und war erstaunt, wie viele Farben es tatsächlich gibt.

      Und jetzt kommt eine neue Woche, eine neue Gelegenheit, den Planer auszuprobieren und mein passendes System zu finden. Inspirierend finde ich ihn aber schon jetzt.
      Liebe Grüße Martina

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