Zwischen Romanwelt, Café Kirche und kleinen Alltagsschritten
Es ist wieder Samstagsplausch-Zeit. Wie jeden Samstag verlinke ich meinen Wochenrückblick bei Karminrot und ihrem Karminroten Lesezimmer, wo viele Blogger von ihrer Woche berichten – jeder mit seinem ganz eigenen Blick auf die Welt. Bei mir gehts diesmal um Romanwelt, einen neuen Lieblingsort, das Café Kirche, und meinen Alltag.
Für mich war diese Woche ein Abenteuer, das mich zurück ins Leben führte. Zwar mit vielen kleinen, zum Teil sehr alltäglichen Schritten, aber auch mit überraschenden Momenten, schönen Frühlingseindrücken und einer ganz neuen Sicht auf manche Dinge.
Ein Boot auf einem ruhigen See
Der Sonntag begann nach einer eher unfreundlichen Nacht ziemlich zerknittert. Mein CPAP-Nasenkissen (Atemmaske gegen Schlafapnoe) war eingerissen, und ohne funktionierende Maske schläft es sich einfach nicht besonders gut.
Trotzdem bin ich morgens in den Gottesdienst gegangen – und dort bekam ich ein Bild geschenkt, das mich den ganzen Tag begleitet hat.
Eine Freundin beschrieb ein Boot auf einem ruhigen See. Ich liege darin auf Kissen, die Ruder unbenutzt im Boot. Am Mast hängt ein Segel, das vom WInd gefüllt wird und das Boot immer wieder ein Stück vorwärtsgleiten lässt.
Die Botschaft dazu war ganz schlicht:
Du musst nicht rudern.
Lass dich von mir (Gott) bewegen und vorwärts bringen.
Dieses Bild hat mich sehr berührt. Später habe ich es sogar in mein Bullet Journal gemalt.
Der Rest des Tages wurde dann wieder ganz praktisch: Tochter von der Arbeit abholen, noch zur Wahl gehen – und schließlich ein ziemlich deutlicher Hinweis meines Körpers, dass ein Reparaturschlaf nötig ist.
Zweieinhalb Stunden später fühlte sich die Welt schon wieder etwas freundlicher an und der Sonntag endete gemütlich mit einem wunderbaren Abendessen, dass mein Mann und mein Sohn in Gemeinschaftsarbeit kredenzt haben: Schweinemedallions, Kartoffeln und ein spannender Salat mi Kichererbsen, Kidneybohnen und Kürbiskerlöl. Das war wirklich ein Gaumenschmaus.
Alltag mit Waschmaschine
Der Wochenanfang war eher unspektakulär.
Die Waschmaschine lief – und das nicht nur einmal. Wäsche wurde sortiert und zusammengelegt, und zwischendurch habe ich mich auch wieder ein Stück durch meine Bibelschulaufgaben gearbeitet. Mit dem Buch tue ich mich etwas schwer, weil es so gar nicht mein Stil ist. Aber ich bin vorwärts gekommen.
Solche Tage wirken manchmal unscheinbar – aber sie gehören einfach zum Leben dazu.
Meine Romanwelt: Wenn Geschichten wieder anklopfen
Eine Sache war für mich in dieser Woche allerdings besonders.
Zum ersten Mal seit meinen gesundheitlichen Abstürzen habe ich wieder bewusst in meinem Ansgar-Manuskript gelesen. Ich habe den Text ja quasi geparkt, um mein Nervensystem zu entlasten. Aber jetzt habe ich es gewagt, das Dokument zu öffnen und hineinzusehen.
Nicht zum Überarbeiten.
Nicht mit Lektoratskommentaren.
Einfach nur lesen.
Ich wollte sehen, ob die Geschichte noch lebt.
Und sie tat es.
Und schlug mich gleich wieder in ihren Bann.
Tatsächlich: Beim Lesen habe ich gemerkt, wie sehr mir diese Figuren ans Herz gewachsen sind. Es war ein bisschen wie ein vorsichtiges Wiederanklopfen an eine Tür, die ich eine Weile geschlossen hatte.
Noch arbeite ich im Moment nicht aktiv weiter daran – bis Ostern habe ich mir bewusst eine Regenerationsphase gegeben. Aber gedanklich beginne ich langsam wieder, mich mit der Geschichte zu beschäftigen.
Und das fühlt sich tatsächlich gut an.
Romanwelt zum Zweiten: Kleine Schreibmomente
Neben der großen Romanwelt von Eloan gibt es im Moment noch ein kleineres Projekt, an dem ich immer wieder ein bisschen bastele.
Es geht um eine Geschichte in einer Bücherwelt, mit skurrilen, aber sehr liebenswerten Figuren, absurden Dingen, einem bibliophilen Kriminalfall und ich liebe es, diese Welt spielerisch zu entdecken – mehr verrate ich im Moment noch nicht.
Ein paar Szenen sind entstanden, und es fühlt sich erstaunlich leicht an, daran zu schreiben.
Vielleicht gerade, weil es im Moment eher Spiel als Pflicht ist.
Eine kurze Nacht
Eine Nacht dieser Woche war allerdings ziemlich kurz.
Gegen halb drei war ich plötzlich hellwach und konnte nicht mehr einschlafen. Also habe ich irgendwann aufgegeben, bin aufgestanden und habe gearbeitet – mit dem überraschenden Ergebnis, dass tatsächlich etwas für den Blog Gestalt angenommen hat.
Der nächste Tag bestand dann allerdings eher aus Regeneration statt Heldentaten: Mittagsschlaf, Wäsche und langsamem Wieder-Ankommen im Wachzustand.
Immerhin kam an diesem Tag auch meine neue CPAP-Maske an. Vielleicht werden die Nächte jetzt wieder etwas ruhiger und ich dadurch erholter.
Ein schöner Schreibkurs
Ein richtig schöner Moment der Woche war mein Online-Schreibkurs, der endlich starten konnte, nachdem ich ihn wegen meiner Erkrankung verschieben musste.
Eine Teilnehmerin hatte mich über Google gefunden, weil sie nach etwas zum Thema prophetisches Schreiben gesucht hatte. Solche Begegnungen finde ich immer wieder erstaunlich – dass Menschen im Internet nach einem Thema suchen und plötzlich bei mir landen.
Wenn dich das Thema interessiert, findest du hier auch Artikel dazu:
👉 Prophetisch schreiben – Was ist das?
👉 Da berühren Worte das Herz – wie im prophetischen Schreiben ein Wunder geschah
👉 Schreibkurs „Prophetic Words“
Der Morgen mit dem Schreibkurs selbst war sehr intensiv und kreativ – und hat mir wieder einmal gezeigt, wie sehr ich es liebe, Menschen beim Schreiben zu begleiten.
Gedanken über meinen Blog
In dieser Woche habe ich außerdem viel über meinen Blog nachgedacht, wie ich ja oben schon erwähnt habe. Angespornt durch einen Artikel meiner Freundin Uschi habe ich mal versucht herauszufinden, was man eigentlich über mich so im Internet finden kann und wie mein Blog inzwischen insgesamt so läuft. DIe BEstandaufnahme zeigte mir im großen und ganzen ein konsistentes Bild und bestätigte, dass ich auf dem richtigen Weg bin, was mich natürlich freut.
Bei der Analyse des Ist-Zustandes kam auch folgendes heruas:
Der Samstagsplausch wird deutlich häufiger gelesen als meine klassischen Schreibartikel. Eigentlich logisch – persönliche Geschichten sprechen Menschen natürlich stärker an als reine Informationen.
Trotzdem möchte ich weiterhin auch über das Schreiben bloggen. Das ist schließlich ein großer Teil meines Lebens. Und vielleicht gibt es ja auch eine Mischung aus Schreiben und Erleben, die so spannend ist, dass sie ebenfalls Leser findet.
Deshalb habe ich begonnen, neue Themen zu sammeln und darüber nachzudenken, welche Artikel für euch als Leser besonders interessant sein könnten. Wer mich inspirieren will, ist dazu herzlich eingeladen. Dazu kommt auch am ENde noch eine Frage und ich würde mich freuen, wenn ich dazu möglichst viele Antworten bekomme, denn ich will ja, dass euch dieser Blog ebensoviel Spaß macht, wie mir.
Ein bisschen Frühling
Zwischendurch gab es auch einen kleinen Spaziergang durch unsere Straße. Forsythien und Magnolien blühen gerade, und besonders eine leuchtend rote Zierquitte hat mir sehr gefallen.
Ein paar dieser Momente sind auch in meinem 12-von-12-Beitrag gelandet.
Drei Stiche und ein kleines Missverständnis
Der Freitag begann früh mit einer Blutabnahme in der Tagesklinik.
Der erste Stich brachte gar nichts. Beim zweiten lief das Blut dann endlich gut, und ich war schon erleichtert, dass es nun erledigt war.
Erst als mir die Schwester anschließend den nächsten Termin geben wollte, fiel ihr etwas auf:
Im Computer stand, dass ich nüchtern gekommen war – und dass deshalb auch noch ein weiteres Röhrchen für ein Blutbild abgenommen werden sollte.
Auf dem Zettel war das allerdings falsch vermerkt.
Das bedeutete: noch einmal stechen.
Besonders ironisch daran war, dass ich vorher sogar extra erwähnt hatte, dass ich ja nüchtern gekommen sei.
Die Schwester hat sich danach am meisten über sich selbst geärgert und sich mehrfach bedankt, dass ich so geduldig geblieben bin.
Ganz ehrlich: Solche kleinen Blutabnahme-Dramen bin ich leider gewohnt. Wegen eines Medikamentenspiegels muss ich ohnehin alle drei Monate zur Kontrolle, und gleichzeitig sind meine Venen eher fein und verstecken sich gern – keine gute Kombination.
Am Ende hatten wir es dann aber doch geschafft – drei Röhrchen und drei Pflaster später.
Mein neuer Freitagnachmittag-Ort
In den letzten Wochen hat sich langsam ein kleines Ritual entwickelt, das ich sehr mag: der Freitagnachmittag im Café Kirche.
Das Café öffnet am Nachmittag, und wenn alles klappt, verbringe ich dort ein paar Stunden mit meinem Bullet Journal, Bibelschulaufgaben oder manchmal auch mit Ideen für meine Geschichten.
Mein Lieblingsplatz ist ein kleiner Tisch an der hinteren Wand. Von dort aus kann ich in den Raum schauen und zur Theke hinüber – ein guter Platz zum Arbeiten und gleichzeitig zum Beobachten.
Das Publikum dort ist bunt gemischt: eher ältere Menschen, Menschen im Rollstuhl, manchmal auch Gäste, die einfach einen Ort zum Sitzen brauchen. Einmal im Monat gibt es sogar einen Blindenstammtisch.
Besonders schön finde ich die Atmosphäre und die liebevolle herzliche Art der Mitarbeiterinnen. Es ist immer auch Zeit für ein nettes Wort, auf der Speisekarte kann man lesen, dass man sogar ein Gebet gratis bekommen kann, wenn man das möchte. Man fühlt sich hier einfach willkommen und fast ein bisschen familiär.
Die Kuchen werden von ehrenamtlichen Hobbybäckern gebacken – sogar eine blinde Frau gehört dazu, was mich persönlich sehr beeindruckt. Ich habe mit meinen Mann überlegt, wie sie das wohl logistisch hinkriegt . ich finde das jedenfalls eine Meisterleistung. Und wer möchte, kann einen Kaffee mehr bezahlen, damit jemand anderes später einen gratis bekommen kann.
Ein guter Ort, um Gedanken zu sortieren und neue Ideen entstehen zu lassen.
Für mich ist dieser Ort inzwischen ein kleiner Rückzugsraum geworden:
ein Tisch, ein Earl Grey mit Milch und Zucker, vielleicht ein Stück Kuchen – und dann Bullet Journal aufklappen und arbeiten.


Fazit der Woche
Diese Woche war keine spektakuläre Woche und gleichzeitig mein ganz persönliches Abenteuer.
Sie hatte:
- ein Boot auf einem ruhigen See
- viele Waschmaschinen
- kleine Schreibmomente
- einen schönen Schreibkurs
- vorsichtige Schritte zurück zu meinem Roman
- drei Pflaster von der Blutabnahme
- erste Frühlingsblüten
- und einen Ort zum Ankommmen und kreativ sein
Vielleicht ist das im Moment genau die richtige Mischung.
Oder um es mit dem Bild vom Sonntag zu sagen:
Manchmal liegen die Ruder einfach im Boot.
Und trotzdem bewegt sich etwas.
ZUm Schluss noch das hier: In dieser Woche habe ich außerdem einen Artikel geschrieben, der schon lange überfällig war:
eine kleine Vorstellung darüber, wer eigentlich hinter diesem Blog steckt.
👉 Wer ist eigentlich Martina Bollhöfer?
Autorin, Geschichtensammlerin und Gründerin der Kreativen Schreiberei
💬 Jetzt bin ich neugierig:
Gibt es Dinge aus meiner Autorinnenwelt, über die ihr gerne einmal mehr lesen würdet?
Zum Beispiel über Figuren, Weltenbau oder darüber, wie eine Geschichte überhaupt entsteht.
Schreibt es mir gerne in die Kommentare.
Martina Bollhöfer
Autorin von Ansgar von Briant
Geschichten vom Licht in dunklen Zeiten








Solche Rückzugsorte wie dein Café Kirche ist ein besonderer Ort. Ich denke auch immer wieder, ob ich mich nicht mal wieder alleine in ein Café setze und einfach nur die Menschen staune. Vielleicht ergeben sich daraus ja auch Geschichten für meinen Blog.
Ich habe bei Öffnen deines Links schon gedacht, dass du da was verändert hast, an deinem Blog. Für mich ist der Blog so etwas wie ein weiteres Zimmer in meinem Haus. Weshalb ich gerne einfach alles hineinpurzeln lasse, was mir gefällt.
Hab ein schönes Wochenende
Andrea