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Mittelaltermarkt Bad Münster am Stein-Ebernburg

Immer am dritten Wochenende im September findet der Mittelaltermarkt in Bad Münster am Stein-Ebernburg statt. Dieses Jahr war die Gelegenheit günstig. Da ich ohnehin nach Norden fahren musste, wollte ich das Notwendige mit dem Schönen verbinden und den Mittelaltermarkt Bad Münster am Stein-Ebernburg besuchen. Deshalb habe ich mir gemeinsam mit einer Begleitung ein Zimmer in Roxheim gemietet. Wir waren wohl die ersten Gäste in dieser Unterkunft. Manches war noch nicht ganz fertig, bzw. nicht ganz eingerichtet, aber immerhin war die Wohnung ruhig, und wenn man die Jalousien geschlossen hatte, auch sehr dunkel. Jedenfalls haben wir gut geschlafen und konnten am nächsten Morgen wohlgelaunt, in Gewandung zum nahen Markt aufbrechen. In nicht einmal einer Viertelstunde Fahrt erreichten wir Bad Münster am Stein und dort den Ortsteil Ebernburg. Eine gute Beschilderung leitete uns auf den Fest-Parkplatz für den man 3 Euro Parkgebühr berappen musste. Dafür war der Platz bewacht und als wir kamen herrschte noch gähnende Leere.

Das Wetter war nahezu perfekt: Wolkig und eher kühl, so zwischen 12 und 17 Grad, auf jeden Fall so, dass man lange Gewandung, Mantel und Fell gebrauchen konnte, ohne sich kaputt zu schwitzen.

Nachdem wir uns in mittelalterliche Schale geworfen hatten, alle Täschchen am Gürtel aufgefädelt waren, das Kaninchenfell richtig auf dem Mantel und unter der Kapuze lag und die kniehohen Lederstiefel endlich saßen, machten wir uns auf den ca 5-minütigen Weg zum oberen Eingangstor des Marktes.

Wir lösten erstmal nur eine Karte für den Markt für 7 Euro (Eintritt für Gewandete), da wir das Turnier nicht besuchen wollten. Hier die Eintrittspreise für alle Eventualitäten:

Der Eintritt beim Mittelaltermarkt Bad Münster am Stein-Ebernburg

Tageskarte Erwachsene: € 9,- (Freitag ermäßigt: € 7,-)
Tageskarte Kinder, Jugendliche*: € 5,-

Familienkarte (mind. 1 Kind*): € 18,-

Dauerkarte für alle Tage: € 16,-

mittelalterlich Gewandete: € 7,-

*Personen, die das Schwertmaß von 1,38 m nicht erreichen, genießen freien Zutritt auf den Markt.

Ritterturnier

Tageskarte Erwachsene: € 12,-
Tageskarte Kinder, Jugendliche*: € 6,-

Kombikarte Markt Ebernburg + Ritterturnier

Markt Ebernburg + Ritterturnier Erwachsene: € 16,-
Markt Ebernburg + Ritterturnier Familie (mind. 1 Kind*): € 30,-

*Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre

Wir haben den Markt nur am Samstag ab 11 Uhr besucht, geöffnet war er jedoch auch schon Freitag ab 17 Uhr und Sonntags von 11 Uhr an.

Weitere Infos zu Künstlern und Händlern und allen anderen, wichtigen Details findet ihr unter: https://www.mittelaltermarkt-ebernburg.de/index.php?width=1536

Tränk- und Putzstelle in Bad Münster: Für die, die es nötig haben

Die Marktstände sind in dem kleinen Städtchen verteilt. Außerdem ist das Ambiente sehr schön und reizvoll. Allerdings muss man gut zu Fuß sein, denn es geht in den alten Gassen über Kopfsteinpflaster munter bergauf und bergab.

Der Mittelaltermarkt Bad Münster am Stein wird eröffnet

Wir kamen am Samstag genau rechtzeitig zur feierlichen Eröffnung des Marktes. Mit Musik und Keulen jonglierenden Gauklern zog der (allerdings sehr geschrumpfte) Magistrat der Stadt in edlen Gewändern mit dem Stadtwappen auf der Brust auf der kleinen Marktbühne ein.

Der Herold Michel von Aragon begrüßte das werte Publikum und leitete durch die Beiträge. Der Magistrat gab die mittelalterlichen Regularien des Marktes in launigen Worten bekannt und die zu erwartenden Strafen bei Zuwiderhandlung. Die Rheingräfin machte es kurz und knapp und forderte uns auf, unsere Taler bei Händlern und Wirten zu lassen und zu Petrus zu beten, damit das Wetter halte. Dann folgte eine kurze Vorstellung der Gaukler mit neu einstudierter Choregraphie und eine Kostprobe der zahlreichen Spielleute.

Leibliches Wohl und allerlei Tand

Im Anschluss begaben wir uns in den Amtshof, um zu Mittag zu speisen. Die Möhren-Ingwersuppe, die man in Keramikschalen mit Holzlöffel serviert bekommt, ist sehr zu empfehlen, ebenso wie die Schmalzbrote. Wir suchten uns trotz Sonnenschein in dem lauschigen Gebäude. Hier kam bei Kerzenschein richtige Mittelalterstimmung auf zumal im Hof ein Barde für uns sang und Laute spielte.

Der Markt in den Gassen unterhalb der imposanten Ebernburg bot neben den Marktständen auch noch einige dekorative Elemente, die einen in die passende Stimmung versetzten. So fand sich dieser Karren mit Fass und eine Putz und Tränkestelle für die, die es nötig hatten. Außerdem waren einige grob behauene Bänke als Sitzgelegenheiten aufgestellt. Die Händler boten unter anderem Holzwaren, Brettchen, Kellen und Schalen feil. Ein Töpfer war mit seinen Waren da, leider hatte er auf dem Wege Pech und konnte nur einen kleinen Teil seiner Ware mit zum Markte bringen, weswegen ich ihn um ein Schreiben bat, mit dem ich ihn nach dem Markt kontaktieren könne. Für die Damen und edlen Herren gab es zahlreiche Schmuckstände, außerdem Gewandungen und Zubehör. So habe ich ein eisernes Kreuz für meinen Abt erstanden. Auch für das leibliche Wohl war rundherum gesorgt. Deftiges und Süßes, Fleisch und Brot, Suppen und Kuchen, alles was das Herz begehrte, konnte man für angemessene Preise erstehen.

Am Nachmittag statteten wir dem Crepestand einen Besuch ab. Dem gleichen wie in Manderscheid, denn dort sind die Crepe wirklich vorzüglich. Tatsächlich erkannte uns der freundliche Standbesitzer wieder und führte eine nette Unterhaltung mit uns, so dass das Warten auf die Zubereitung nicht langweilig wurde. Der Crepe mit frisch geschnetzeltem Apfel und Zimt und Zucker war wie immer köstlich.

Das Ritterturnier zu Ebernburg

Schließlich entschieden wir uns doch noch, das Turnieranzuschauen und erstanden ohne Probleme am Eingang des Marktes die Zusatzkarte fürs Turnier. Leider wurden wir dann doch enttäuscht. Der Sitzplatz, den wir ergattern konnten, war, obwohl in der zweiten Reihe, denkbar ungünstig. Zum einen störte ein dicker Heuballen die Sicht auf das Geschehen, zum anderen gab es einige rücksichtslose Leute in der ersten Reihe, die mit Handy und Armen immer wieder die Sicht verdeckten. Außerdem fand die Hauptaktivität der Geschichte auf der anderen Seite des Platzes statt, so dass wir sie überhaupt nicht verfolgen konnten. Und dann war das Wetter noch gegen uns. Als wir uns setzten, sah es eher nach Regen aus. Wir kramten die Regenponchos aus und wappneten uns für einen Guss. Doch außer ein paar Tropfen kam nichts. Die Wolken zogen ab, es wurde sonnig und nun zeigte sich, dass wir falsch herum saßen. Die Sonne stach uns direkt ins Gesicht und die Augen. Ärgerlich. Zudem fiel mitten im Spektakel auch noch die Anlage mit dem Ton aus.

Das war nun wirklich Oberpech. Ansonsten war das Turnier sehenswert, aber für uns nichts Neues. Eins muss man aber positiv erwähnen: Michel von Aragon macht seine Sache als Herold einfach immer genial gut. Er animierte das Publikum zu Höchstleistungen. Die Sitte, das holde Maiden Bänder an die Lanzen ihres Ritters knüpfen dürfen, wurde hier zelebriert, so wie etliche reiterliche Stunts. Die Ritter der Ebernburg sind in der Hinsicht wirklich sehenswert. Sehenswert ist außerdem die Kulisse unten an der Nahe mit den Felsen des Rothensteins.

Mittelaltermarkt Bad Münster am Stein-Ebernburg – Das Fazit

Später wurden wir doch noch etwas nasser und verließen den Markt daher zeitiger als geplant. Dennoch bleibt: Der Mittelaltermarkt in Bad Münster am Stein hat ein eigenes Flair. Es gibt etliche gut gewandete Ritter und Damen, Gaukler und Spielleute. Ein Turnier werde ich jedoch auf längere Zeit nicht anschauen. Irgendwann nutzt sich auch das ab. Wer jedoch noch nie einem solchen Ritterspektakel beigewohnt hat, der kommt beim Turnier in Bad Münster am Stein-Ebernburg auf seine Kosten. Nur sollte man darauf achten, seinen Sitzplatz weise zu wählen und rechtzeitig vor dem Turnier da zu sein. Wenn man erst eine halbe Stunde vor Beginn kommt, sind die besten Plätze bereits weg. Und bei der Auswahl des Schuhwerks achte man auf Bequemlichkeit. Die Wege sind steinig und zum Turnierplatz doch recht weit. Meine Füße haben in meinen Mittelalterstiefeln jedenfalls etwas gelitten. Aber wie sagt man: Wer schön sein will,…. muss Blasen in Kauf nehmen.

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Burgenfest in Manderscheid

Anreise und Parken

Am letzten Samstag, dem 27. August 2022, bin ich besonders früh aufgestanden, nämlich schon um 5 Uhr. Um sechs habe ich meine Begleitung abgeholt und dann ging die Reise los Richtung Eifel. Zum Burgenfest in Manderscheid. Über vier Stunden Anreise bedeutete, dass wir, mit den nötigen Pausen, gegen halb zwölf in Pantenburg ankamen. Dort gab es direkt eine Straßensperrung, aber auch den Großparkplatz für das Burgenfest in Manderscheid. Freundliche Einweiser winkten uns auf einen Wiesenplatz, auf dem wir kostenfrei parken dürfen. Beim Aussteigen stelle ich fest, dass ich mein langärmeliges Hemd zu Hause hab liegen lassen. Bei anderen Märkten in diesem Jahr wäre das kein Problem gewesen, doch hier ist es nur kühle 20 Grad und es nieselt leicht. Brrr…. Ich muss mir wohl überlegen, ein Hemd zu kaufen. Erstmal ziehe ich den Mantel an, den ich wohlweislich diesmal dabei habe.

Dann geht es auf zum Shuttlebus. Der fährt von Pantenburg zur Niederburg in Manderscheid und ist ebenfalls kostenlos. Er fährt knapp zweihundert Meter vom Parkplatz entfernt ab und bringt uns sicher zum Eingang. Der Pendelverkehr findet Samstags von 10 bis 1 Uhr nachts alle Viertelstunde statt.

Einlass und Beginn beim Burgenfest in Manderscheid

An der Tageskasse zahlen wir als gewandete Besucher 10 Euro für das Tagesticket. Für das ganze Wochenende wären es 15 Euro gewesen. Ungewandete Erwachsene zahlen 20 Euro für das Wochenende. Es gibt Ermäßigungen für Kinder und auch ein Familienticket.

Weitere Informationen findest du unter: https://burgen-manderscheid.de/

Am Eingang kann man einen Stempel erhalten, wenn man das Gelände nochmal verlassen will. Da wir das aber nicht vorhaben, gehen wir direkt durch, nachdem unsere Eintrittskarten kontrolliert wurden. Wir wenden uns zuerst bergab, Richtung Turnierwiese. Von dort schallt schon Musik herauf und wir erkennen einen Umzug der Aktiven, sogar mit Pferden und natürlich Jongleuren und Spielleuten. Während der Umzug vor der Bühne endet, besorgen wir uns am Essensstand (noch ohne Warteschlange) unser Mittagsmahl: Spießbraten im Brötchen. Sehr lecker und genau das Richtige. Es gab aber auch noch andere kulinarische Genüsse zu moderaten Preisen. Zum Beispiel Hähnchen mit Bratkartoffeln und Salat oder einfach nur Maiskolben (okay nicht sehr mittelalterlich, aber trotzdem lecker) und natürlich fehlte auch der Stand mit den Crêpe nicht. Um es vorwegzunehmen.: Ich habe mir zweimal Crêpe gegönnt, einmal süß mit Apfel und Zimt und Zucker und einmal herzhaft mit Camembert und Preiselbeeren. Ich kann nur sagen: Vorzüglich. Und der Crêpeverkäufer war noch dazu in Plauderlaune und sowas von gut drauf, dass es eine Wonne war.

Während wir unser Brötchen mit Spießbraten mümmelten, konnten wir dem Eröffnungszinnober lauschen, das recht kurzweilig war. Auch der Bürgermeister des Ortes fand mittelalterlich wohlklingende Worte und präsentierte sich in Gewandung. Anschließend spielte die Gruppe Ranunculus mittelalterliche Weisen und versetzte uns in die passende Stimmung.

Der Blick von der Niedernburg auf Turnierwiese und Marktstände

Von Händlern und Ständen

Von den Verkaufsständen ist der Markt recht übersichtlich. Nur wenige Händler haben ihre Buden aufgebaut, darunter zwei Töpfer, ein Korbmacher, mehrere Gewandungsstände und zwei mit ledernen Einbänden für Bücher und ähnliches, bzw. individuell ledergebundenen Kladden und Notizbüchern. Ginge es nur darum, mittelalterliches Zubehör zu erstehen, wären wir hier verkehrt gewesen. Doch das Besondere in Manderscheid ist das Flair der Niederburg. So stapfen wir später ziemlich aus der Puste und bei jeder Bank anhaltend die großen Stufen bis hinauf auf die Zinnen der Burg.zum Denkmal. Leider gibt es in der Kellergrotte diesmal keine Taverne, was wir sehr bedauert haben, denn das hat jedesmal ein wirklich schönes, mittelalterliches Gefühl erzeugt. Nur eine Märchenerzählerin hat sich in einer der steinernen Kammern eingerichtet und lockt dort ihr kleines und großes Publikum an.

Das Lied in der Kurve

Auf einer der Bänke sitzend, mitten in der Kurve der Treppe sind wir Zeugen eines ganz besonderen Schauspiels. Der Barde Janko vom See (http://www.janko-vom-see.de/)eilt an uns vorbei, als er von einem aufwärts gehenden, älteren Herren angerufen wird, ob er nicht ein Lied zum Besten geben wolle. Janko hält inne, fragt nach: „Hier in der Kurve?“ Auf die bejahende Antwort beginnt er zu singen und zu spielen und gibt das „Lied in der Kurve“ zum Besten, in das er alle und jeden, der gerade vorbei kommt, einbaut. So auch uns als „die Damen in Blau“. Es macht wirklich Freude, ihm zu lauschen und zaubert ein Lächeln auf unser Gesicht. Nach diesem Privatkonzert klettern wir weiter.

Weitere musikalische Highlights

Ebenso ergreifend und doch ganz anders war der Vortrag der Harfenspielerin. Ihre Töne perlten zart in die angenehme Eifelluft. Leider saß sie an einem viel zu lauten Platz, als wir ihr lauschten. Dort war großer Durchgangsverkehr und man musste die Ohren spitzen, um ihr zu lauschen. Nett anzusehen war auch, wie sie nach ihrem Vortrag einem Kind ermöglichte, das Instrument einmal auszuprobieren und ihm ganz behutsam eine Einführung gab.

Neben Ranunculus (https://www.spielleut-ranunculus.de/) spielten auch die Heidweilers (http://www.von-heidweiler-musik.de/) alte Weisen auf dem Plan. Immer mal wieder erscholl ihr Gesang, gepaart mit Laute zu uns herüber.

Beim Burgenfest in Manderscheid sorgt die musikalische Untermalung für ein ganz besonderes Ambiente. Man fühlt sich mitten hienin versetzt in alte Zeiten. Deshalb gefällt es mir hier so gut.

Was macht das Burgenfest in Manderscheid noch aus?

Der Bergfried der Niederburg von der Turnierwiese aus

Die Kulisse mit Berg und Burg und Wald und Bach ist schon an sich ein wunderbares, ganz besonderes Erlebnis. Von der Turnierwiese kann man hinauf schauen zum Burgfried der Niederburg und der Ruine der Oberburg. Wir haben auch noch einen netten Sitzplatz am flachen Bach gefunden. Die Niederburg selbst ist imposant mit ihren zum Teil aus Fels bestehenden, hohen „Riesenstufen“ und den doch zum Teil noch gut erhaltenen Mauern.

Bach und Oberburg von der Turnierwiese aus

Neben Musik gab es auch allerlei Gaukelei, einen Feuerfresser, Kraftjongleure und eine Blumenfee auf Stelzen.

Auf der Turnierwiese findet mehrfach am Tag ein Turnier statt. Diesmal haben wir es uns nicht angesehen, da wir schon viele Turniere gesehen haben und diese sich meist sehr ähneln.

Das Hemd habe ich letztlich doch nicht erstanden, obwohl es zum Teil ziemlich fröstelig war. Die Sonne kam den ganzen Tag nicht raus und immer wieder nieselte es ganz fein, ausfallender Nebel sozusagen. Doch den Mantel fest um die Schultern zu ziehen, war schließlich doch ausreichend.

Der Rückweg vom Burgengfest in Manderscheid

Da wir ja noch eine lange Rückreise hatten, haben wir um 19 Uhr den Shuttlebus genommen und sind zurück zum Auto gefahren. Auch der Rückweg hat wieder problemlos geklappt. Nur herauszufinden, in welche Richtung wir müssen, war eine kleine Herausforderung. Wir haben jedoch den richtigen Bus gefunden und kamen gut an.

Die Rückfahrt war abenteuerlich, denn wir sind kilometerweise über die Autobahn gebraust ohne vor oder hinter uns ein Autoa zu haben. Wälder, Wälder und nichts als Wälder und keine Tankstelle in Sicht. Zum Glück hhaben wir die einzige Tankmöglichkeit trotz schlechter Ausschilderung nicht verpasst und sind also nicht liegengeblieben.

Die insgesamt fast neun Stunden Fahrt haben sich auf jeden Fall gelohnt. Nicht um irgendetwas zu erwerben, sondern einfach um in ein mittelalterliches Gefühl einzutauchen und zu genießen. Zum Burgenfest in Manderscheid,würde ich jederzeit wieder fahren. Es lohnt sich bei Sonnenschein und 30 Grad genauso wie bei kühlen 20 Grad und Niesel. Schade nur, dass wir diesmal nicht die volle Gewandung mit Fell und allem dabei hatten. Das Wetter hätte eine üppige Kleidung ermöglicht.

Hier endet mein Bericht und du bist eingeladen, mir einen Kommentar zu hinterlassen.

Roman-Tagebuch Teil 25

Im letzten Romantagebuch habe ich von fünf Entscheidungen erzählt. Seitdem hat sich einiges getan. Dazu später mehr.


Testleser-Reaktionen und Probelektorat

Ich habe erste Rückmeldungen der Testleser erhalten, die zum Teil sehr unterschiedlich ausgefallen sind. Von begeistert bis mittelmäßig. Es gibt auf jeden Fall noch einiges zu verbessern. Vor allem zu Beginn des Romans. Außerdem habe ich ein Probelektorat eingereicht und eine Antwort erhalten. Auch diese teils gemischt, wenn auch der Grundtenor durchaus positiv ist. Immerhin habe ich zurück gemeldet gekriegt, dass der Text schon recht sauber sei. Und der Lektor wollte eigentlich nur kurz reinspickeln in den Text, ist dann aber gleich so hängen geblieben, dass er das Lektorat direkt angefertigt hat. Auch das ein echtes Lob, wie ich finde. Falls ich mein Buch bei diesem Lektor einreiche, hat er mir zugesichert, dass ich, nur einen mittleren Betrag zahlen muss. (Er hat eine Staffelung der Preise je nach Aufwand.) Auch das ein Zeichen, dass mein Text nicht mehr soviel Korrektur bedarf.

Das Buchcover und die Landkarte

Das Buchcover ist tatsächlich fertig! Jubel! Und es gefällt mir super gut. Natürlich werde ich es hier in den nächsten Tagen präsentieren. Nach einigem Hin und Her und Überlegen mit Familie, Freunden und Schreiberkollegen habe ich mich festgelegt und bin immer noch sehr zufrieden. Ich bin dann auf eure Reaktionen gespannt.

Auch die Landkarte ist inzwischen fertig und wird sich gut ins Buch einfügen. Nach einer kleinen Korrektur zweier Schreibfehler liegt mir die endgültige Version vor und ich finde sie sehr gelungen.

Ich bin froh diese beiden Entscheidungen getroffen zu haben. Die Ergebnisse sprechen für sich.

Vorbereitung auf die Crowdfunding-Kampagne

Der September wird meine Vorbereitungszeit für die Crowdfunding-Kampagne sein. In den nächsten Tagen werde ich mit meinem Mann ein Video drehen und auf startnext hochladen. Außerdem habe ich schon professionelle Autorenfotos machen lassen und werde Ende September an einer Autoren-Lesung teilnehmen. Dazu kommen demnächst noch weitere Informationen. Außerdem werde ich mich bemühen, euch hier und auf instagram und facebook auf dem Laufenden zu halten. Wenn alles klappt wie geplant, sollte das Crowdfunding zum Oktober starten. Den Link und die Möglichkeit mich dort zu unterstützen, werde ich hier dann natürlich bekannt geben.

Und wie geht es weiter?

Neben den Vorbereitungen fürs Crowdfunding, regelmäßigen Posts in instagram und facebook und dem Werkeln an dieser Webseite (ich will noch einen Newsletter einrichten), arbeite ich tatsächlich schon am zweiten Band der Reihe. Erste Szenen stehen und ich habe sie auch schon anderen vorgestellt und mir deren Kritik eingeholt. Daran werde ich natürlich auch weiter arbeiten.

Außerdem muss und werde ich die Kritik der Testleser einarbeiten in mein 1. Manuskript und insgesamt noch kürzen und überarbeiten. Da ist noch einiges zu tun. Aber der Fokus liegt im September und Oktober auf dem Projekt Crowdfunding.

Und ich freue mich auf die Online-Lesung. Das wird ein wirklich spannendes Highlight. Und ich bin sehr neugierig, wie viele Leute kommen werden. Und ob ich das souverän und eloquent über die Bühne bringe. Ich hoffe vor allem, dass die Technik funktioniert und uns keinen Strich durch die Rechnung macht. Auch hier folgen die genauen Infos.

Und bis dahin freue ich mich über eure Kommentare. Vielleicht mögt ihr mir auch erzählen, was ihr von crowdfunding haltet und ob ihr gerne einen Newsletter von dieser Seite erhalten würdet.

Mittelaltermarkt im Angelbachtal

Immer am zweiten Wochenende im August findet der Mittelaltermarkt im Angelbachtal statt. Der Termin gehört schon fest in meinen Kalender und ich habe ihn in der Corona-Zeit schmerzlich vermisst.

Die Anreise zum Spectaculum. Mit Abstecher.

Das Angelbachtal liegt in der Nähe von Sinsheim und Kronau. Wenn ich mir anschaue, wie weit ich für Mittelaltermärkte fahre, gehört das Angelbachtal zu den Locations, die noch verhältnismäßig nah liegen. In etwas mehr als zwei Stunden habe ich die Gegend von Lörrach aus mit dem Auto erreicht. Dennoch haben wir uns für diesen Markt eine Unterkunft in der Nähe gesucht und übernachtet, um den Markt in aller Ruhe genießen zu können. Zu einem Besuch im Angelbachtal gehört für mich inzwischen auch ein Abstecher zum Lußhardtsee (https://www.seen.de/lusshardtsee/) bei Kronau. Dort kann man wunderbar in einem Baggersee abkühlen. Das Strandcafe gypsea (https://www.gypsea-lusshardtsee.de/) sorgt dabei für das leibliche Wohl. Schön ist auch, dass es schattige Liegeplätze auf einer Wiese gibt und einen Ruhebereich. Leider halten sich nicht alle Besucher an diesen schriftlichen Hinweis.

Die Fakten zum Mittelaltermarkt im Angelbachtal

Das Spectaculum gehört zu denen, die es schon lange gibt: seit mehr als 25 Jahren wird hier mittelalterlich gefeiert, geschmaust und gekämpft.

Die Preise sind noch moderat: An der Tageskasse zahlen erwachsene Besucher 15 Euro (12 Euro im Vorverkauf), Gewandete oder Menschen mit einer Behinderung ab 80% zahlen auch an der Tageskasse 12 Euro.

Parkplätze stehen kostenfrei und in ausreichender Zahl zur Verfügung. Von einigen Parkplätzen ist jedoch ein Fußweg von ca 10-15 Minuten in Kauf zu nehmen.

Mehr als 20 Lagergruppen bieten Einblick in mittelalterliches Leben. Die Anzahl der Händler konnte ich leider nicht heraus finden. Aber der Mittelaltermarkt im Angelbachtal gehört zu den größeren und etliche Verkaufsstände laden zum Schauen und kaufen ein. Am Samstag reiten und kämpfen edle Recken dreimal in einem Ritterturnier gegeneinander, am Sonntag zweimal. Ein Badehaus, eine Wasserguillotine und eine Kinderschiffsschaukel mit Wikingerbooten und viele weitere, mittelalterliche Attraktioen machen die besondere Atmosphäre aus und lassen einen in eine andere Zeit eintauchen. Dazu tragen auch die Falkner der Grafen von Strzemieczny mit ihren Greifvögeln bei, die sowohl durch die Anmut der Tiere, als auch ihre prächtige Gewandung zu beeindrucken wissen.

Eine erstaunliche Tatsache

Auf dem ganzen Platz wird keine Cola verkauft. Es gab Holunderfassbrause oder Himbeerfassbrause, selbstgemachte Zitronenminzlimo oder Orangeingwerlimo, Apfelschorle oder Wasser, aber keine Cola. Ist ja auch nicht mittelalterlich. 😉 Dagegen finden sich alle möglichen Sorten alkoholischer Getränke: natürlich dürfen vor allem Met und Bier nicht fehlen.

Veranstalter ist der Histotainmentpark Adventon (http://mittelalterpark.de), der in Osterburken einen Museumspark für lebendige Geschichtsdarstellung betreibt. Dort kann man Miterleben wie eine mittelalterliche Stadt entsteht und Gerber, Schmied und andere Handwerker beobachten.

Das Besondere am Mittelaltermarkt im Angelbachtal

Für mich besonders ist neben der großen Bandbreite an Verkaufsständen das Flair des Marktes. Zum Einen sieht man viele gut und authentisch gekleidete Gewandete, zum Anderen ist das Ambiente des Schlossparks wirklich wunderbar geeignet für dieses Spectaculum. Eine weite Grasfläche mit vielen alten und hohen Bäumen lädt zum Verweilen ein. Durch den Baumbestand gibt es auch bei grellem Sonnenschein und 32 Grad Hitze genügend Schattenplätze zum Hinsetzen und Ausruhen. (Wenn man sich nicht zu fein ist, sich in die Wiese zu setzen.) Schön ist auch das Schloss mit seinem Wassergraben drum herum. Zelte und Lagerleben sind harmonisch in den großen Park eingebettet und so versprüht der Mittelaltermarkt im Angelbachtal seinen ganz besonderen mittelalterlichen Charme.

Hexe Walpurga auf dem Mittelaltermarkt im Angelbachtal

Dieses Mal war für mich auch ein walking act auf dem Platz ein weiteres Highlight. Die Hexe Walpurga (http://www.hexe-walpurga.de/) war mit Hexenhut, Stock und urigen Schuhen unterwegs zwischen Marktständen und Bäumen und hatte für jeden, der ihr nicht explizit aus dem Weg ging ein nettes Wort. Ihre Art mit Kindern umzugehen, jeden anzureden, der nicht schnell genug weg war und ihre liebevolle, behutsame Art waren einfach herzerfrischend. So zauberte sie ein Lächeln auf das Gesicht eines Mädchens mit Downsyndrom, in dem sie ein Foto mit ihm machte und es ermutigte, so zu sein, wie es eben ist. „Jeder ist auf seine eigene Weise schön! Du auf deine und ich auf meine!“, sagte sie zu dem als Prinzessin verkleideten Mädchen. Und die strahlte über das ganze Gesicht.

Einen kleinen Jungen frage sie, ob er Ritter werden wolle. Als der verneinte, hakte sie nach und bekam zur Antwort: Er will Mama werden. Die Hexe lächelte und meinte: „Ohh, das ist schwer, aber heute ist ja fast nichts mehr unmöglich!“ und zwinkerte ihm zu.

Auch uns begrüßte sie und philosophierte darüber, wie gemütlich es sei, im Schatten zu sitzen.

Mein Fazit

Im Angelbachtal ist es einfach gemütlich. Es waren viele Familien mit großen und kleinen Kindern unterwegs, auch etliche Menschen mit Behinderungen nahmen teil und konnten einen vergnüglichen Tag im Mittelalter verbringen.

Für mich ist dieser Termin nicht mehr wegzudenken aus meinem persönlichen Mittelalterkalender. Deshalb werde ich nächstes Jahr, so Gott will, wieder ins Angelbachtal reisen und den Markt genießen. Dann am 12.-13.08.2023. Weitere Informationen findet Ihr unter http://www.ritterfest-angelbachtal.de/

Vielleicht sehen wir uns ja beim nächsten Mittelalterfest im Angelbachtal.

Hinterlasst mir gerne Eure Meinung in den Kommentaren.

Das Kaltenberger Ritterturnier

Am letzten Wochenende: 29. bis 31. Juli 2022 war ich beim Kaltenberger Ritterturnier. Und natürlich gibt es hier dazu einen Bericht. Das Bild, das oben zu sehen ist, ist nur ein Symbolbild, da man beim Kaltenberger Ritterturnier weder Fotos noch Filmaufnahmen machen darf.

Die Fakten

Das Turnier wurde 1980 von Prinz Luitpold von Bayern ins Leben gerufen. In den letzten zwei Jahren musste es Coronabedingt ausfallen. Die Arena, in der die mittelalterliche Stunt-Show stattfindet ist 70 mal 30 Meter und bietet fast 10.000 Sitzplätze und 3.000 Stehplätze. Um die Arena und das Kaltenberger Schloss (erbaut ab 1292) findet ein Markt statt mit Handwerkern und Verkaufsständen. Außerdem gibt es mehrere Bühnen, auf denen mittelalterliche Musik und Gaukelei geboten wird. (Quelle www.wikipedia.de)

Die Karten kosten von 29,95 Euro für den Einlass auf den Markt mit Stehplatz über mindestens 44,95 für einen Sitzplatz bis zu 74,95 für einen Logenplatz.

An einem Wochenende gibt es auch eine Gauklernacht. Dort musste man für den Eintritt 39, 95 Euro berappen.

Alle Infos zum Kaltenberger Ritterturnier findest du unter www.ritterturnier.de

Die Ankunft beim Kaltenberger Ritterturnier:

Wir hatten von unserer Unterkunft eine knappe halbe Stunde Anfahrtsweg. Dank Google Maps und Handynavigation kein Problem. Die letzte Strecke war auch ausgeschildert. Am Parkplatz angekommen, wiesen uns nette Damen und Herren einen passenden Parkplatz auf einer Wiese zu. Natürlich nicht, bevor wir nicht den Obolus von 5 Euro Parkgebühr entrichtet hatten.

Wir hatten uns den Samstag als Besuchstag ausgesucht. Einlass sollte um 16 Uhr sein. Auf Empfehlung von Bekannten erreichten wir das Gelände der Kaltenberger Ritterspiele recht früh, nämlich eine Stunde vor Einlass. Nachdem wir die letzten Assecoires an der Gewandung gerichtet und die Mittelaltersandalen geschnürt hatten, begaben wir uns auf den kurzen Weg vom Parkplatz zum Eingang. Dort hatte sich schon eine Menschentraube gebildet. Eine Lokalität vor den Toren des Spektakels sorgte für Getränke. Etliche machten davon Gebrauch, obwohl es an unserem Besuchstag mit etwa 20 Grad nicht sonderlich heiß war.

Angesichts der Menschenmenge begann der Einlass auf den Markt schon ab ca. halb vier, so dass es sich gelohnt hat, früher da zu sein. Dennoch haben wir uns gefragt, warum der Markt nicht schon mittags oder gar vormittags öffnet. Von anderen Mittelaltermärkten sind wir es gewohnt, den ganzen Tag dort zu verbringen und richtig in eine andere Zeit einzutauchen.

Der Markt

Leider ging es mir körperlich nicht so besonders gut an diesem Tag, was den Besuch des Ritterturniers und des Marktes ein wenig getrübt hat. Das war aber nicht der alleinige Grund, dass mich der Markt enttäuscht hat. Es gab wenig richtig mittelalterliches. Der Töpfer hatte zwar schöne Tonwaren, auch Türme und Burgen, in die man eine Kerze/Teelicht stellen konnte und ähnliches, aber das war eher moderne Kunst, sehr schöne Kunst, zugegebener Maßen, aber eben nicht mittelalterlich. Ich hätte mir zum Beispiel Tonwaren wie Krüge, Becher oder Schalen gewünscht.

Gewandungsstände habe ich nur zwei entdeckt und einer davon hat Kleidung im Ethnostyle angeboten, aber keine mittelalterlichen Kleidungsstücke. Der zweite hat sehr schöne, aber auch sehr teure Gewandungen. Schade. Hier wäre noch Potential nach oben.

Dafür gab es einen Stand mit Holzkämmen und immerhin einen Waffenstand. Wobei wir uns dort gefragt haben: Wieso darf man Waffen auf dem Markt kaufen, wenn man aber beim Einlass keine tragen darf? Wozu soll ich dann ein Schwert oder einen Dolch erstehen, wenn ich ihn beim nächsten Mal dann gar nicht mitbringen kann? Auch hier ein deutliches Minus zu anderen Mittelaltermärkten.

Positiv aufgefallen sind uns handwerkliche Darstellungen, so gab es einen Tischler/Schreiner bei dem Besucher sich nicht nur ansehen konnten, wie Holz mit Beitel und Hammer bearbeitet wurde, sondern sogar selbst Hand anlegen konnten. Außerdem gab es eine Färberei, die zeigte wie Wolle und Leinen mittels Naturfarben gefärbt wurden und die Möglichkeit in Hütten hinein zu schauen und zu sehen, wie man damals hauste.

Verpflegung auf dem Kaltenberger Ritterturnier

Attraktiv fanden wir auch die Bewirtungsstände und die Möglichkeit ein mehrgängiges Rittermenü zu buchen. Das Menü wäre sehr üppig gewesen, weshalb wir dieses Mal darauf verzichtet haben, uns einen Platz zu reservieren. Im Nachhinein habe ich eben erfahren, dass man das Menü auch erst ab 4 Personen buchen konnte und wir waren nur zu zweit. Wieder schade.

Aber auch die anderen Stände boten leckere kulinarische Schmankerln. Von verschiedenen Knödelvariationen und Hirschgulasch mit Knödeln über Waffeln und Pfannkuchen mit süßer oder herzhafter Füllung gab es vieles. Es duftete herrlich nach gebratenem Fleisch und auch für den Durst gab es genügend Stände. Bier wurde in rauen Mengen ausgeschenkt. Aber man durfte auch eigene Flaschen mit aufs Gelände bringen, so lange es keine Glasflaschen waren.

Musik und Rahmenprogramm

Neben einem Barden (Barlhow), der sein Publikum mit Späßen, Laute und nettem Gesang, sowie seiner frechen Schnauze unterhielt, spielte zum Beispiel das Weibsvolk auf, eine Gruppe aus 4 Frauen, die mittelalterliche Lieder aus verschiedenen Ländern darboten. Mit Percussion, Flöten, Dreisaiter, Fidel und Gesang unterhielten sie das Publikum gar trefflich.

Außerdem spielten an unserem Wochenende die Bands Koenix und Tanzwut auf und es gab zahlreiche weitere Gaukler, Jongleure und Walking Acts auf dem Gelände.

Ein Trupp Trommler und Fahnenschwenker zog immer mal wieder über den Platz und um 18 Uhr fand der Festumzug mit allen Gruppen über das Veranstaltungsgelände des Kaltenberger Ritterturniers statt.

Das Kaltenberger Ritterturnier – die Stuntshow

Ab 19 Uhr war Einlass in die Arena. Die Sitzplätze auf Holzbänken waren recht eng und nicht sonderlich bequem. Beim nächsten Mal nehme ich mir sicher ein Sitzkissen mit.

Das Vorprogramm startete um 19 Uhr 30 mit Musik und Fahnenschwenker und dem Herold Walter von der Pferdewiese. Dieser Teil war ganz nett, riss uns aber noch nicht vom Hocker. Das eigentliche Turnier wurde dann von Prinz Luitpold von Bayern höchstpersönlich um 20 Uhr eröffnet.

Der zweite Teil, das Hauptprogramm ,wartete mit einer ganz ordentlichen Story und etlichen aktiven Darstellern auf. Die Geschichte entbehrte zwar in manchen Teilen der Logik, war an anderen Stellen für eifrige Mittelalterfans recht vorhersehbar und doch so nett gemacht, dass sich die Show sehen lassen konnte. Besonders zu loben sind die Stuntreiter, die ihre Sache sehr gut gemacht haben und für Spannung und atemberaubende Momente gesorgt haben.

Alles in allem hat das Kaltenberger Ritterturnier meine Erwartungen erfüllt. Es war ein unterhaltsamer Abend mit einigen spektakulären Bildern, die sich mir ins Gehirn gebrannt haben. Anregung für meine Schreiberei war es allemal. Das Turnier selbst rechtfertigt die hohen Eintrittspreise zumindest teilweise und hat mich für den nicht ganz so gelungenen Markt entschädigt.

Jedes Jahr würde ich dennoch nicht zum Kaltenberger Ritterturnier fahren. Dazu war es zu wenig inspirierend. Schade ist nämlich auch, dass viel zu viele Personen reine Besucher sind, die nicht mittelalterlich gewandet kommen. Anders als auf dem Wormser Spektaculum oder dem MPS ist damit die Atmosphäre eher wie im Europapark Rust, wo eben viele Touristen in modernen Alltagsklamotten herumstromern. Ein echtes Mittelalterfeeling kommt somit nicht auf, was sehr bedauerlich ist.

Als ärgerlich haben wir auch empfunden, dass sowohl während des Vorprogramms als auch nach Beginn des Hauptprogramms immer wieder Leute noch in die Reihen reinrutschen mussten. Auch während der Show war es recht unruhig, denn manche Zeitgenossen können nicht mal 2 Stunden sitzen bleiben, sondern müssen ständig rein und raus, vermutlich zur Toilette oder um sich Getränkenachschub zu holen. Das war mehr als lästig. Besonders unhöflich fanden wir, dass es Menschen gab, die sofort nach Ende des Turniers aufgesprungen und gegangen sind, ohne den Akteuren den verdienten Applaus zu spenden. Das ist mehr als schäbig. Denn so schlecht war die Show nun nicht.

Fazit

Das Kaltenberger Ritterturnier ist sicherlich eine Reise (und auch den hohen Eintritt) wert, wird aber nicht in die Riege meiner absoluten Lieblingsmärkte aufsteigen. Einmal gesehen haben muss man es, wenn man Fan von Mittelalterveranstaltungen und Märkten ist. Aber es gibt eine Menge anderer Märkte, die mehr Ambiente und Flair entwickeln.

Warst du auch schon mal in Kaltenberg zum Ritterturnier? Oder welcher Mittelaltermarkt gefällt dir besonders gut? Sag es mir in den Kommentaren.

Roman-Tagebuch Teil 24

Spannende Zeiten

Jubel und freu und kreisch…. Ich bin sooo begeistert und aufgedreht. Die letzte Woche war der Hammer. Eigentlich wollte ich diesen Blogpost schon viel eher schreiben, aber vor lauter lauter bin ich zu nix gekommen.

Aber jetzt mal von vorne. Was ist denn eigentlich los und wieso bin ich so aufgekratzt.

Ferienzeit

Es ist August.

Ferienzeit.

Und auch ich mache Ferien.

Letztes Wochenende war ich beim Kaltenberger Ritterturnier. (Bericht folgt) Morgen fahre ich vier Tage mit meinem Mann ins Rhein-Main-Gebiet und danach die Woche tauche ich ins Mittelalter ab. Privates Live-Rollenspiel. 

Arbeitszeit

Aber vor den Ferien kam die Arbeit. Und da ich so viel am Roman gearbeitet habe, bin ich nicht dazu gekommen hier im Blog mit euch zu teilen, was so alles los war.

Und es war eine Menge los.

Testleser-Zeit

Ihr dürft mit mir jubeln und euch mit mir freuen. Das ist die beste Nachricht seit langem:  Die erste Phase des Buchschreibens ist abgeschlossen und ich bin richtig begeistert. Ich habe das Manuskript meines ersten Buches so weit fertig gestellt, dass ich die Version meinen Testlesern in die Hände geben konnte. Natürlich sind mir nach Abgabe noch Fehler aufgefallen, aber so ist das ja immer. Aber gut, jetzt warte ich einfach erstmal ab, was die Testleser sagen und die haben bis Ende August Zeit für ihre Antwort, denn ich hab mir gedacht, ein bisschen Pause und Abstand schadet auch mir nicht.

Aber untätig bin ich seitdem trotzdem nicht gewesen. Im Gegenteil es war eine

Entscheidende Zeit

Kennt ihr das? Entscheidungen sind schwer. Ich jedenfalls tue mich sehr schwer damit, Dinge zu entscheiden und festzulegen. Schon wenn ich ins Restaurant gehe, finde ich es schwer, zu entscheiden, was ich essen will. Wieviel mehr dann bei solchen Sachen, die wirklich wichtig sind. Aber ich habe es geschafft und bin ehrlich stolz auf mich. Ich habe megawichtige Entscheidungen getroffen und die ersten Aufträge für mein Buch erteilt. Boah, war das spannend. Ich hatte richtig schwitzige Hände. Erste grundlegende Entscheidung:

Das Buch erscheint im Selfpublishing.

Zweite wichtige Entscheidung:

Ich werde ein crowdfunding veranstalten, um das Geld für Lektorat und Buchsatz zusammen zu bekommen. Denn meine eigenene Finanzen reichen nicht, um dieses Buchprojekt im Selbstverlag zu finanzieren. Ihr glaubt nicht, wie aufregend ich das finde. So etwas habe ich noch nie gmacht. Und Marketing ist nicht mein Steckenpferd. Zum Thema Crowdfunding werde ich in den nächsten Wochen noch einen gesonderten Artikel schreiben. Ich habe meine crowdfunding-Platform inzwischen gefunden (Sie heißt startnext und ist zu finden unter www.startnext.com) und werde dort das Projekt in den nächsten Wochen aufsetzen und euch hier dann wissen lassen, wann es soweit ist, dass man mich unterstützen kann,

Dritte und vierte Entscheidung

Ich habe meine Coverdesignerin gesucht und gefunden. (Unter www.100covers4you.com könnt ihr euch einen Eindruck verschaffen. Ich finde besonders die Fantasy/Mystery-Cover sehr schön und fast schon passend für mein Buch.) Und ich habe einen Auftrag erteilt für ein individuelles Buchcover. In diesem Zuge musste natürlich auch der Titel festgelegt werden, was gar nicht so einfach war. Aber mit Hilfe von guten Freunden, die selbst auch Autoren sind, habe ich mich mit mir selbst geeinigt auf:

Ansgar von Briant – Der Freund des Königs

Das ist nun also der endgültige Titel und ich bin sehr zufrieden damit. Und hoffe, dass die Leser etwas damit anfangen können.

Fünfte Entscheidung:

Mein Buch braucht eine Landkarte, damit man sich orientieren kann und ein Gefühl für das Land bekommt. Ich hatte schon eine Karte selbst gezeichnet, aber man sieht eben, dass es eher unprofesionell gemacht ist und ich hab lange gegrübelt, was man da machen kann.

Und dann bin ich auf eine Seite gestoßen, die mich total angesprochen hat. Es gibt jemanden, der genau für meine Zweck handillustrierte Karten zeichnet. (Hier gehts zu den Landkarten: www.illustrierte-landkarten.de) Und ich habe dort sofort angefragt und mir das gegönnt, eine handgefertigte Landkarte für mein Buch zu bekommen. Und heute habe ich schon den ersten Entwurf gesehen und konnte noch eine Anmerkung dazu machen. Ich bin wahnsinnig gespannt, die fertige Karte in Händen zu halten. 

Uff und nun bin ich platt. Fünf entscheidende Entscheidungen innerhalb einer Woche. Das war nicht nur spannend, aufregend und vollkommen crazy, sondern auch echt anstrengend. 

Und wie geht es weiter?

Nun, ganz einfach: Mit Band 2

Ich habe bereits ein Whiteboard mit Ideen gefüllt und geplottet. Okay, das muss man noch ausbauen und richtig aufschreiben und ausarbeiten, aber der Anfang ist getan. Und gestern und heute habe ich schon an der ersten Szene gearbeitet. Es stehen schon mehr als 1200 Worte. Okay, okay das muss noch mehr werden… aber es wird wachsen, wie das letzte Manuskript und wenn ich es schaffe, so zu schrieben, wie ich es plane, könnte Band 2 nächstes Jahr um diese Zeit genauso weit sein wie jetzt Band 1.

Wenn Ende August dann das Manuskript von den Testlesern zurück kommt, werde ich Band 1 überarbeiten, das crowdfunding organisieren und am 27. September mit anderen zusammen meine erste Online-Lesung haben. Dann fehlen noch Lektorat und eine weitere Überarbeitung und der Buchsatz und dann kann man das Manuskript veröffentlichen. WOW. Ich bin selbst erstaunt, wie das bisher alles klappt. Und werde hier weiter berichten.

Und bis dahin freue ich mich über eure Kommentare. Vielleicht mögt ihr mir auch erzählen, was ihr von crowdfunding haltet und ob ihr gerne einen Newsletter von dieser Seite erhalten würdet.

Die 11 besten Mittelaltermärkte

eine sehr individuelle Auswahl

Es gibt hunderte von Mittelaltermärkten in Deutschland. Große und kleine. Welche, die eine Reise lohnen und welche, die enttäuschen. Wo und wann welcher Markt stattfindet, kann man dem www.marktkalendarium.de entnehmen. Hier werden nahezu alle Märkte in Deutschland aufgelistet. Leider kann man dieser Aufstellung nicht entlocken, wo auch eine weitere Anreise lohnenswert ist und wo nicht. Im Laufe der letzten Jahre bin ich inzwischen schon auf etlichen Märkten gewesen. Deshalb wage ich hier mal eine Aufstellung und bennene die 11 besten Mittelaltermärkte!

Südwesten bevorzugt:

Als kurze Anmerkung dazu: Ihr werdet sehen, dass die 11 besten Mittelaltermärkte eher in der südwestlichen Hälfte Deutschlands liegen. Das ist einfach darin begründet, dass diese meinem Wohnort näher liegen. Das heißt nicht, dass es nicht im Osten unseres schönen Landes oder in den nördlichen Gefilden auch noch wunderbare Mittelaltermärkte gibt. Nur leider kenne ich die persönlich noch nicht und kann sie deshalb in diese Liste der 11 besten Mittelaltermärkte nicht mit aufnehmen.

Hier nun also meine Favoritenliste der 11 besten Mittelaltermärkte:

1. Der Mittelaltermarkt zu Worms

Zum Mittelaltermarkt Worms, der im Wormser Wäldchen stattfindet, habe ich bereits einen ausführlichen Artikel verfasst. (Den Artikel findest du hier: https://kreative-schreiberei.de/mittelaltermarkt-zu-worms-2022/ ). Der Wormser Markt gehört zu denen, die ich jedes Jahr besuche (wenn sie nicht wegen Corona ausfallen müssen). Ich liebe das Flair und die Atmosphäre bei diesem sehr familiären Mittelaltermarkt. Nur die Musik lässt manchmal zu wünschen übrig.

Der Eintritt ist mit 7 Euro für Gewandete und 10 Euro für jedermann sehr günstig, Zumal der Preis für alle drei Tage nur einmal entrichtet werden muss. Weitere Infos findest du hier:

https://www.spectaculum-worms.de/spectaculum/index.php


2. Der Mittelaltermarkt im Angelbachtal

Auch ein sehr schöner, gemütlicher Markt mit viel Ambiente. Im Schlosspark mit kleinem Wasserschloss und Wasser drumrum lässt es sich auch an heißen Sommertagen gut aushalten. Es gibt Wiesenplätze zum ins Gras plumpsen und eine kleine, aber feine Händlerschar bietet ihre Waren feil. Außerdem gibt es ein Ritterturnier und eine Wasserguillotine… Jedenfalls immer, wenn ich da war, was ziemlich regelmäßig der Fall ist. Denn das Angelbachtal gehört fest in meinen persönlichen Marktkalender und ich freue mich schon wieder darauf, dieses Jahr im August dorthin zu reisen. Die Preise für den Eintritt liegen bei 12 bis 15 Euro.

Mehr über diesen Mittelaltermarkt erfährst du hier:

http://www.ritterfest-angelbachtal.de/daten/termin.html

3. Die Mittelaltermärkte zu Satzvey

Noch ein Mittelaltermarkt rund um ein Wasserschloß. Oder nein, nicht nur ein Markt. In Satzvey finden jedes Jahr mehrere mittelalterliche Märkte und andere Events statt. So lädt der Burgherr, ein echter Graf, zu einem Ostermarkt, einem Markt zur Walpurgisnacht und zu Halloween. Auch gibt es ein Pfingstturnier und ein Herbstturnier, sowie einen Weihnachtsmarkt. In Satzvey trifft man auf authentische Lagergruppen und das Ambiente ist sehr angenehm. Das Turnier ist ebenfalls sehenswert und mit Liebe zum Detail gemacht. In Satzvey finden auch Konzerte oder Krimidinner statt. Infos dazu findet man hier: https://www.burgsatzvey.de/veranstaltungen/kategorie/veranstaltungen-maerkte/

Für mich ist Satzvey immer etwas Besonderes, denn hier hab ich meine erste Nacht auf einem Mittelaltermarkt verbracht. Außerdem durfte ich bei einem Bauernsturm mit über das Schlachtfeld der Ritterspiele rennen. Das ist schon lange her, aber immer noch eine willkommene Erinnerung.

4. Die Mittelaltermärkte auf der Ronneburg

Auch auf der Ronneburg bei Hanau gibt es verschiedene Veranstaltungen rund ums Jahr: Von der Burgbelebung über einen historischen Ostermarkt, ein Pfingstturnier und ein mittelalterliches Burgfest bis zum weihnachtlichen Mittelaltermarkt. Dort war ich bereits des Öfteren, sowohl zum Ostermarkt, wie auch zum Pfingstturnier und vor allem zum Weihnachtsmarkt. Der lässt an Stimmung und Mittelalterfeeling nichts zu wünschen übrig. Auch die Ronneburg an sich ist absolut eine Reise wert. Mehr über die Burg und die Veranstaltungen dort findet man hier

bzw.: https://www.burg-ronneburg.de/

5. Die Oberurseler Feyerey

Hier war ich zwar nur einmal, fand den Markt aber sehr schnuckelig und fein. Damals hätte es ein Bogenschussturnier geben sollen, leider hat es mir die Sache verregnet. Es ging ein Gewittersturzbach nieder. So nass war ich selten bei Mittelalterfesten, aber dafür kann die Oberurseler Feyerey ja nichts. Meiner Meinung lohnt es sich vorbei zu schauen, vor allem, wenn man gerade in der Nähe ist. Wissenswertes findet ihr hier:

http://www.oberurseler-feyerey.de/

6. Das Burgenfest zu Manderscheid

Ohhhh, hier war ich auch schon mehrmals und kann nur sagen, das Manderscheider Burgenfest Ende August ist die Wucht. Auf der Niederburg fühlt man sich direkt ins Mittelalter gebeamt. Auch hier gibt es ein Turnier und natürlich Händler, ein Feuerwerk zu später Stunde gehörte bisher immer dazu… und am Sonntag kann man sogar mittelalterlich Gottesdienst feiern. Mehr Infos unter:

7. Das Sparrenburgfest in Bielefeld

Bielefeld ist so ein bisschen alte Heimat für mich. In und um Bielefeld habe ich fast 20 Jahre gewohnt. Deshalb darf der Mittelaltermarkt der Stadt nicht fehlen. Auf der imposanten Sparrenburg findet einmal im Jahr ein buntes Treiben statt. Hier war ich tatsächlich auch schon einige Male dabei. Und wer schon mal da ist, sollte sich eine Führung durch die Kasematten der Burg nicht entgehen lassen, da erfährt man viel Spannendes über das Burgleben. Für mehr Wissen gucke hier:

https://www.bielefeld.jetzt/sparrenburgfest

8. Der Mittelaltermarkt Bad Münster am Stein-Ebernburg

Und noch ein Markt, den ich schon mehrfach selbst besucht habe: Der Markt zu Ebernburg findet zum Einen in der Innenstadt des schnuckeligen Städtchens statt. Hier haben Händler ihre Stände aufgebaut und sorgen für Flair in den alten Gassen. Und am Ufer der Nahe findet das sehenswerte Ritterturnier vor der großartigen Kulisse des Rheingrafensteins statt. Der zusätzliche Eintritt fürs Turnier hat sich allemal gelohnt. Weitergehende Informationen findet man hier:

https://www.mittelaltermarkt-ebernburg.de/index.php?width=1536

9. Der mittelalterliche Weihnachtsmarkt in Esslingen

Klein, aber dennoch lohnenswert empfinde ich den Esslinger Mittelalterweihnachtsmarkt. Dick eingemummelt in mittelalterlicher Tracht durch die Straßen und Gässchen zu flanieren hat etwas. Hier muss man Tee oder heißen Kakao trinken. Wer gerne noch einen Abstecher in moderne Zeiten machen will: Es gibt auch einen konventionellen Weihnachtsmarkt, der nahe am historischen gelegen ist. Kleinigkeiten lassen sich bei den Händlern immer finden. So habe ich hier eine besondere Mantelschließe erstanden oder Zubehör für mein Petschaft (sprich neue Siegel für meine Figuren oder eben Siegelwachs) In Esslingen sollte man sich Zeit nehmen und im urigen Weinkeller Einhorn einkehren. Aber da darf man nicht vergessen zu reservieren. Mehr findest du hier:

https://www.esslingen-marketing.de/weihnachtsmarkt-3

10. Das Mittelalterfest zu Kaltenberg

Das einzige Turnier in dieser Liste, bei dem ich noch nicht persönlich war. Aber das werde ich dieses Jahr nachholen. Mir ist sehr bewusst, dass Kaltenberg ein absolutes Muss ist für jeden Mittelalterfan, obwohl die Eintrittspreise absolut horrend sind. Der Eintritt für Markt und Turnier sind mit 32 Euro für den Eintritt aufs Gelände plus Stehplatz beim Turnier bis zu 77 Euro in der überdachten Loge höher als bei allen anderen Märkten. Ich bin gespannt, ob das, was mir geboten werden wird, diesen Preis rechtfertigt. Einen ausführlichen Bericht liefere ich nach, sobald ich dort war. Hier gibt es mehr zum Mittelaltermarkt und Turnier in Kaltenbach

11. Das MPS

Der größte, reisende Mittelaltermarkt Deutschlands, ist nicht mehr ganz so mittelalterlich, sondern mehr phantastisch. (Das sind eigene Worte des Veranstalters) Dennoch gehört es in meinem Mittelalterkalender unweigerlich dazu. Ich war bisher in Bad Säckingen und Weil am Rhein und in Hohenweststedt, aber das Spectaculum findet auch noch an anderen Orten statt, obwohl der Veranstalter die Termine radikal gekürzt hat. Auch das MPS hat ein ganz eigenes Flair, das auch von Ort zu Ort verschieden ist. In Weil ist es oft sehr heiß gewesen, so dass Duschen und Wassertore aufgebaut wurden, um die Leute abzukühlen. Mit Bruder Rectus, dem Tod und dem hässlichen Hans gibt es auch noch drei schräge Vögel, die einem immer mal wieder begegnen, bzw durchs Programm führen, Entweder man mag sie oder kann sie nicht leiden …. In Weil gibt es auch ein Ritterturnier, während im kleinen Schlosspark Bad Säckingen alles etwas gedrängter ist. Hier ist ein Turnier unmöglich.

Zum Teil finden seit Neuestem Konzerte und Markt getrennt voneinander statt. Was ich davon halten soll, weiß ich noch nicht, ebenso von dem verschobenen Termin in Weil. Alles Wissenswerte rund ums MPS:

https://www.spectaculum.de/

Mir ist bewusst, dass diese Liste der besten Mittelaltermärkte weder vollzählig noch wirklich repräsentativ ist. Es handelt sich um meine persönlich besten Mittelaltermärkte. Nicht mehr, nicht weniger.

Auf welchen Mittelaltermarkt gehst du gern? Lass es mich in den Kommentaren wissen oder schreib mir eine Mail unter ansgarvonbriant@yahoo.com

Mittelaltermarkt zu Worms 2022

Das Spectaculum. Endlich wieder! Nach mehreren Jahren Zwangspause durch Corona fand dieses Jahr im Mai (Wochenende nach Himmelfahrt) der Mittelaltermarkt zu Worms endlich wieder statt. Entsprechend groß war der Besucherandrang. Die Wormser Zeitungen berichteten von Verkehrschaos auf den zuführenden Straßen und von einem Besucherrekord.

Das bekamen auch wir zu spüren, als wir am Freitag Mittag kurz nach zwei am Eingang des Mittelaltermarktes eintrafen. Eine ellenlange Schlange hatte sich vor den Kassenhäuschen gebildet. Wir beschlossen erstmal, uns nicht anzustellen, sondern hockten uns auf einen Stein in den Schatten. Eine knappe halbe Stunde haben wir dort gewartet, bis die Schlange so weit geschrumpft war, dass man nicht mehr Ewigkeiten in der prallen Sonne stehen musste.

Ich in meiner Gewandung

Trotz der Startschwierigkeiten hat es sich gelohnt. Der Mittelaltermarkt wartete mit blauem Himmel, Schäfchenwolken und einer ganz eigenen Atmosphäre auf uns. Auch die Temperaturen waren uns gewogen und erlaubten eine üppige Gewandung, sprich es war nicht zu warm, aber auch nicht so kalt, das man hätte frösteln müssen.

Römer und Wikinger

Vom Eingang aus schlenderten wir zuerst am Römerlager mit den runden, roten Schilden und den weißen Zelten der Wikinger vorbei. Hier haben einzelne Lagergruppen selbst hergestellte Perlen, Kleider und Tonwaren feilgeboten. Wer wollte, konnte ins Gespräch kommen mit den Darstellenden und sich Wissenswertes rund um Schwerter, Schilde und Handwerkszeug erklären lassen.

Von den Frühmittelalterlagern gelangten wir auf einen Platz an dem unter Zeltbahnen Tische und Bänke zum Ausruhen und Essen einluden. Hier duftete es von den verschiedenen Ständen nach Gebratenem und Gekochtem, das einem das Wasser im Mund zusammenlief. Von Crepe über Goldstangen (Churros) und Flammkuchen bis zu Hanftaschen, Schnitzeln oder Fisch im Brötchen gab es fast alles, was das Herz und der Magen begehrte. Und das Essen war wirklich gut. Alles, was wir verzehrt haben, hat uns auch gemundet.

„JUBEL!“

Ab und an tönte der laute Ruf „Jubel!“ aus mehreren Kehlen gleichzeitig über das Gelände des Mittelaltermarktes, immer dann, wenn ein Besucher bei der Taverne großzügig war und ein Trinkgeld gegeben hatte. An den Essensständen und Tavernen gab es auf Grund des Besucherandrangs oft lange Schlangen, ansonsten verteilten sich die Menschenmengen aber gut auf dem großen, weitläufigen Gelände im Wormser Wäldchen.

Die Händler hatten ihre Ständen in mehrere Gassen aufgebaut. Es gab über Leder, Hornwaren und Gewandungen bis zu Töpferwaren alles, was das mittelalterliche Herz begehren mochte. Dennoch habe ich in diesem Jahr nur einen breiten Lederriemen mit zwei Schlaufen erworben, um meinen Mantel komfortabler tragen zu können. Zwischenzeitlich habe ich noch überlegt einen weiteren Becher für meine Sammlung zu besorgen mich dann jedoch dagegen entschieden. Dennoch macht es immer wieder Spaß die Auslagen der Händler zu begutachten, zu überlegen, was ich brauchen könnte, zu sehen, was es „Neues“ gibt, Stoffe zu fühlen und sich inspirieren zu lassen.

Ebenso gerne schauen wir uns Gewandungen der aktiven Darsteller oder von gut gekleideten Besuchern an. Überlegen, was man übernehmen könnte, was gefällt und welche Farbkombinationen gut aussehen. Und dafür bietet der Wormser Mittelmarkt viel Raum. Zum einen, weil es eben viele authentisch gewandete Lagergruppen aus allen Epochen des Mittelalters gibt. Zum anderen weil es viele Möglichkeiten gibt, sich unter einen Baum in den Schatten aufs Gras zu setzen und zu beobachten und das Flair auf sich wirken zu lassen.

Kreuzfahrer und Kämpfer

Weiter hinten auf dem Platz gibt es die Lager von Rittern und Kreuzfahrern aus dem Hoch und Spätmittelalter. Hier konnte man gut gewandete Edelleute, Deuschtordensmänner oder Ritter des Tempelordens betrachten. Bunte Zelte waren echte Hingucker. Außerdem gab es ein Lager der Schwertkampfschule Krifon bei der man heute noch kämpfen wie in alten Tagen lernen kann.

Hier das Lager einer Deutschordenkommende

Musik und Spektakuläre

Im Bereich der Händler steht eine kleine Bühne, auf der im Laufe des Tages immer wieder Livemusik durch unterschiedliche mittelalterliche Musikgruppen geboten wurde. Auf der großen Bühne fanden jeden Abend große Konzerte statt. In diesem Jahr hatten die Veranstalter des Mittelaltermarktes „Mr Hurley und die Pulveraffen“ (https://www.pulveraffen.de/ ) und „Subway to sally“ (https://subwaytosally.com/) sowie die Band „Krayenzeit“ (https://www.krayenzeit.de/) verpflichten können. Die Abendkonzerte waren gut besucht. Die Menschen lagerten auf dem sogenannten Äschenbuckel der von fast allen Stellen einen guten Blick auf die große Bühne ermöglichte. Am Freitag und Samstag fand im Anschluss an die Konzerte noch ein sehenswertes Feuerspectakel statt. Ab 22 Uhr 30 konnte man in der Dunkelheit die Shows der Gruppen „Nanu Traumtheater“ (https://www.nanu-traumtheater.de/ ) und „Feuerplanet“ bestaunen.

Außerdem kann der Wormser Mittelaltermarkt mit einer Feldschlacht, einem Vollkontaktturnier der Ritter und einem Bruchenballturnier aufwarten. Für meine Begleitung und mich spielten all diese Höhepunkte des Terminplans eher keine Rolle, da wir uns das schon in mehreren Varianten in den früheren Jahren angesehen hatten.

Stelzenläufer und Attraktionen für Kinder

Schmunzeln mussten wir aber über den wandelnden Baum auf dem Gelände, der immer wieder Besucher erschreckte, weil er sich an Baumstämmen tarnte. Der Mann auf Stelzen war eine echte Atrraktion ebenso wie seine als Waldelfen oder Faune verkleideten Kolleginnen und Kollegen, die immer wieder über den Mittelaltermarkt wanderten mit ihren Stelzenbeinen.

Für Kinder gab es verschiedene Attraktionen: Kinder Highland-Games, Kerzen herstellen und gestalten, Ein Ringleinstechen auf Holzpferden und als Highlight, die Möglichkeit auf einem großen Schiff über den Markt gezogen zu werden. 6 bis acht Männer haben das große Holzschiff in „echter“ Sklavenmanier über den Plan des Mittelaltermarktes gezogen. Als Besucher musste man sich in Acht nehmen, wenn das Schiff kam, damit man nicht „unter die Räder“ kam.

Für meine Begleitung und mich war jedoch vor allem die besondere Atmosphäre des Wormser Mittelaltermarktes entscheidend. Die Möglichkeit sich von den verschiedenen Lagergruppen inspirieren zu lassen. Der Mittelaltermarkt zu Worms, das sogenannte Spectaculum, macht einfach immer wieder Lust darauf in andere Zeiten und Welten einzutauchen. Es hat mir ganz neu Motivation gebracht, meinen Roman zu beenden und möglichst bald selber wieder im privaten Rahmen zu lagern.

Fakten über diesen Wormser Mittelaltermarkt:

  • 30.000 Besucher
  • 1000 Aktive
  • 80 Marktstände
  • über 50 Lagergruppen
  • mit 400 Darstellern
  • Shuttleservice mit großen Bussen vom Festplatz, auf dem man Parken kann, zum Spektakulum

und damit ist das Wormser Spectaculum einer der größten Mittelaltermärkte Deutschlands.

Mehr Informationen zum Wormser Mittelaltermarkt findest du unter: https://www.spectaculum-worms.de/spectaculum/index.php

Fazit:

Das Spectagulum zu Worms ist immer eine Reise wert. Nächstes Jahr sind wir sicher wieder da. Denn dann steht das 20. Jubiläum des Wormser Mittelaltermarktes an. Und das werden wir uns nicht entgehen lassen.

Die Umarmung

Die Umarmung. So innig und warm. So vertraut. Ein Lächeln malte sich auf sein Gesicht. Als er sie von sich schob, sah er, dass sie ebenfalls lächelte. Sanft und voller Liebe betrachtete sie ihn. Im Übermut hob er sie hoch, wirbelte sie um sich und setzte sie sanft wieder ab. „Leb wohl, kleine Schwester! Pass auf die Burg auf, auf Vater und Mutter!“


„Und du auf dich! Komm wieder, hörst du, Ansgar?“


Er nickte. Drehte sich um und ging. Ließ das Tor hinter sich. Die vertrauten Wege.
Wie lange war das her? Ewigkeiten. Die Welt um ihn war feindlich geworden. Kämpfe, Verletzungen. Blut und Tod. Eine Leere in ihm, seit man ihn verbannt hatte. Er streifte durch Wälder, Wiesen. Über karge Berge. Immer auf der Suche. Doch ohne zu finden. Wie sehr sehnte er sich nach zu Hause. Nach ihr. Er seufzte. Versuchte ein Lächeln. Zaghaft. Es misslang kläglich. Doch dann schlang er die Arme um sich. Er war wieder da. Zu Hause. Im Hof der Burg. Seine Schwester rannte auf ihn zu. Er hob sie hoch, wirbelte sie um sich und lachte.
Pass auf die Burg auf!

„Und du auf dich!“

Ansgar nickte. Dies war sein Auftrag. Das Wichtigste. Auf sich aufpassen. Heimkehren. Er durfte sie nicht enttäuschen. Mit neuem Mut schritt er vorwärts. Unbekannte Wege. In seinem Herzen nahm er die Heimat mit. Die Umarmung. So innig. So warm. So vertraut.

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