Auf dem Weg zum Roman

Kategorie: Rund ums Schreiben

Schreibtipps, Nützliches, Ideen rund ums Schreiben

Wie schreibt man gute Beschreibungen?

Wozu überhaupt Beschreibungen?

Beschreibungen schaffen Atmosphäre. Sie sorgen dafür, dass man hineinschlüpfen kann in Situationen, dass man sich Szenen bildlich vorstellen kann, dass man der Hauptfigur nahe kommen, sie sehen kann.  Um den berühmten Film im Kopf anzustoßen, braucht es Beschreibungen. Ein Autor malt Bilder mit Worten, lässt fremde Welten entstehen, entführt uns in seine Fantasie. Ohne Beschreibungen bliebe ein Roman kalt und nackt. Hohl. Tot. Unansehnlich. 

Beschreibungen sind das Salz in der Suppe. Damit man schmecken und riechen kann, wie es ist, dort zu sein, wo der Roman spielt. Sinnesempfindungen können unseren Vorstellungen auf die Beine helfen. Was sieht die Hauptfigur? Was hört sie? Was riecht sie? Was schmeckt sie? Was für Empfindungen streifen ihre Haut? Und zu guterletzt kann man auch Gefühle beschreiben: Trauer, Wut, Freude!

Ich sehe was, was du nicht siehst! Was kann man alles sehen?

Die Sache mit dem Sehen fällt mir meistens noch leicht. Ich bin ein Augenmensch! Visuelles ist mir nah. Also beschreibe ich, was vor Augen ist. Wie sieht es dort aus, welche Gegenstände sind im Raum, welche Personen? Welche Kleidung, Frisuren tragen sie? Welche Farben herrschen vor? Gibt es etwas, woran das Auge hängen bleibt? Was dominiert die Szene? Auch Details sind wichtig. Ist das Holz des Tisches blank gescheuert?  Oder ist es frisch lackiert? Oder gelaugt und geölt? Stehen Blumen auf dem Tisch oder steht dreckiges Geschirr herum? 

Ohren auf! Was kannst du hören?

Tja das ist schon schwieriger, Welche Geräusche bilden den Soundtrack zu meiner Szene? Da muss ich mich immer erinnern, dass auch dass dazu gehört, um einen Film im Kopf zu produzieren. Lautlos ist es selten. Da zwitschern Vögel, man hört vielleicht Autos oder das Knirschen von Sand und Kies unter Stiefeltritten, jemand ruft, Kindern spielen und Streiten lauthals, Pferdehufe stampfen und das Tier schnaubt oder, oder, oder… Manchmal sind es nur leise Töne. Sie  in der Beschreibung zu vergessen oder zu vernachlässigen, beraubt uns aber einer ganz wesentlichen Erfahrung. Immerhin ist es ja so, dass wir selbst im Schlaf das Hören nicht abstellen können und manche wachen vom kleinsten Geräusch auf.

Nase zu! Wonach riecht es hier?

Oh weia, da bin ich richtig schlecht. Zum Glück habe ich eine Freundin, der das sehr wichtig ist und die mich daran erinnert, dass Szenen einen eigenen Geruch haben können. Dass Gerüche auch Erinnerungen wecken können an Vergangenes, an Kindheit, Vertrautheit, Liebe. Duftet es nach Rosen oder Lavendel, stinkt der Müllhaufen zum Himmel? Oder liegt ein feiner Weihnachtduft nach Zimt und gebratenen Äpfeln in der Luft? Gerüche zu beschreiben fordert Feingefühl, es gibt soviele Nuancen, Abstufungen und manchmal ist es richtig schwer, herauszufinden, wie etwas duftet. So habe ich erst gestern ein Gespräch mit einer Autorin gehabt, die sich gefragt hat, wonach Tomaten riechen. Bei der Recherche kam heraus, eigentlich duftet hauptsächlich der grüne Stielansatz oder natürlich duftet es, wenn man sie zermanscht, aber die heile Tomate ohne Grünzeug dran hat fast keinen Eigengeruch… wozu solche Überlegungen gut sind? Damit Beschreibungen stimmig werden und wir nicht die Nase rümpfen und sagen, das kann man doch gar nicht riechen.

Kannst du schmecken, wie wunderbar lecker es ist?

Ähnlich wie riechen kommt dieser Sinn bei Beschreibungen manchmal zu kurz. Ich finde es dennoch enorm wichtig und zwar nicht nur, wenn die erzählende Person gerade ein Brötchen isst. Manchmal beißt man sich auf die Zunge und schmeckt Blut, wenn man aufwacht, hat man oftmal einen unangenehmen Geschmack im Mund, wie kann man den bloß beschreiben? Oder die Zahnpasta gibt uns mit ihrem Minzgeschmack einen Frischekick, manchmal kann sogar der Staub in einer alten Bibliothek einen schalen Geschmack im Mund erzeugen… 

Was fühlst du, wenn ich dich berühre?

Die Haut ist ein empfindliches Sinnesorgan und auch sie gibt uns wesentliche Hinweise, wie der Ort beschaffen ist, an dem wir uns befinden. Der Tisch von vorhin, ist er glatt poliert oder rissig, spröde, kann man sich Holzspriesen in den Finger ziehen, wenn man darüber streicht? Lässt Kälte eine Gänsehaut entstehen? Oder schwitze ich, dass es mir den Schweiß aus allen Poren drückt? Ist mein Sitzplatz weich gepolstert oder harter Stein? Kann ich mich stechen, wenn ich die Hecke schneide oder sind die Blätter samtig weich? Eine sanfte Berührung kann ich ebenso fühlen, wie den Wind auf meinem Gesicht oder die angenehme Wärme einer Frühlingssonne! Das spüren über die Haut gibt weitere wesentliche Anhaltspunkte, wie es meinem Protagonisten geht, wie er sich fühlt. 

Und was ist mit Gefühlen?

Auch Gefühle kann man beschreiben. Für meine Geschichten ist das immer sehr wichtig. Ich mag erzählen, wie ein Charakter durch innere Kämpfe und Gefühle wächst, wie er sich verändert, ein „neuer“ Mensch wird. Dazu braucht es natürlich Gefühle und Gedanken, die man auch beschreiben kann. Ist es Trauer, Wut, Freude, die er empfindet, wie fühlt sich das in seinem Inneren an? Welche Farben hat das Gefühl? Welchen Geschmack hinterlässt es? Und schon wieder bin ich bei den anderen Sinnesempfindungen, die mir Anhaltspunkte für innere Beschreibungen bieten.

Wieviel Beschreibung verträgt eine Geschichte? Oder was macht Beschreibungen so schwierig?

Nun, das Wieviel hängt von der Geschichte ab, von dem, was ich erzählen will. Zuviel ist genauso schädlich wie zu wenig.

Wenn es um die Entwicklung meiner Protagonisten geht, wenn  die Geschichte ihre Entwicklung nachzeichnet, brauche ich mehr Beschreibungen. Ich muss erklären, zeigen wie und warum sie sich entwickeln, was sie prägt und beeinflusst. 

Wenn eine Geschichte mehr handlungsorientiert ist, braucht es in geringerem Maße innere Monologe und Beschreibungen von Gefühlswelten, aber Beschreibungen von Schauplätzen haben dennoch ihren Platz. Ohne kommt fast keine Erzählung aus.

Beschreibungen brauchen Vorstellungskraft und Fantasie. Und Liebe zum Detail. Und den Mut sich zu fokussieren. Herauszufiltern, was ist wesentlich, was nicht. Beschreibe ich einen bekannten Ort, brauche ich weniger Worte, als wenn ich eine ganz neue Welt erschaffe und die Leser dorthinein entführen will. Egal ob Sciencefiction oder historischer Roman oder Fantasy-Abenteuer, Welten, die dem Leser unbekannt sind, brauchen ausführlichere Beschreibungen. 

Spielt die Geschichte dagegen in Berlin, Köln oder Hamburg zu unserer heutigen Zeit, kann ich mir Autos, Straßen und Häuser relativ leicht vorstellen und brauche nur die ganz spezifischen Details, selbst wenn ich noch nie in diesen Städten gewesen bin. Dagegen können die Flugobjekte in einem Scifi- Abenteuer sehr speziell sein. Ich muss sie beschreiben, damit der Leser sie vor sich sieht. Das heißt ein Autor muss wissen, was seine Leser wissen können, er muss sich hineinfühlen in seine Leserschaft, muss ein Gespür haben, was notwendige Informationen sind und was man auch weglassen kann, weil es eine Szene überfrachten würde.

Ich tendiere oft eher dazu, zu wenig zu beschreiben, weil in meinem Kopf sind die Bilder ja vorhanden, dabei vergesse ich, dass der Leser nicht automatisch in meinem Kopf ist, dass ich also mehr sagen muss, als ich für nötig halte.

Andererseits sind zu langatmige Beschreibungen langweilig und ermüdend und ich kenne sogar Leute, die dann einfach weiterblättern, weil es sie nicht interessiert. Da ich auf keinen Fall möchte, dass meine Leser meine Worte nicht lesen, muss ich mich also so kurz fassen wie möglich, aber auch so lang wie nötig. Und das ist die Kunst.

Und wie beschreibe ich jetzt?

In dem ich ein Bild male, zeige, was zu sehen, zu fühlen ist. Möglichst direkt und ohne sogenannte Filterwörter. Show, don’t tell. 

Filterwörter, was ist das nun wieder?

Bis vor Kurzem wusste ich auch noch nichts von der Existenz von Filterwörtern. Beziehungsweise, ich hatte den Begriff so noch nie gehört. Doch dann stieß ich auf zwei Artikel, die sich sehr gut damit befassen und umfassend erklären, worum es geht. (Die Links findest du am Ende meines Artikels)

Was genau sind Filterwörter und was machen sie? 

Filterwörter sind solche, die eine Distanz zu deiner Figur schaffen. Sehen, Schmecken, fühlen  und noch etliche andere fallen darunter. 

Aber du hast doch gerade oben gesagt, man soll beschreiben, was man sieht und hört und über Sinneseindrücke wahrnimmt? Ja. Aber nicht, in dem man diese Worte zu häufig im Text verwendet. Ab und zu kann man sie einstreuen, aber sehr dezent und an die jeweilige Situation angepasst. Besser ist es, die Dinge direkt zu sagen oder eben Handlungen und Reaktionen zu umschreiben. Welche Worte man eher meiden sollte und wie das aussehen kann, kannst du in den Artikeln nachlesen, die ich am Ende meines Blogposts verlinke.

Hier ein paar Beispiele. Ich markiere die Filterwörter kursiv.

Also statt: Er fühlte sich unwohl. Es schmeckte unangenehm nach Galle und er spürte Übelkeit aufsteigen. Hoffentlich musste er sich nicht übergeben.

Besser: Tom schnaufte. Gallebittere Spucke lief ihm im Mund zusammen. Er krümmte sich, eine Hand auf den Bauch gepresst. Schweiß brach ihm aus. Jetzt nur nicht übergeben!

Oder: Karina stand und sah die Straße entlang. Sie wartete auf den Schulbus. Jetzt konnte sie ihn schon hören, wie er laut rumpelnd und keuchend um die letzte Ecke bog. Sie freute sich auf die Schule, weil sie dann Tom begegnete. Sie fühlte sich zu ihm hingezogen. Sie stieg in den Bus. „Darf ich mich neben dich setzen?“, fragte sie. Sie sah Tom nicken und rutschte neben ihn.

Stattdessen könnte es auch so aussehen: Karina trippelte unruhig auf und ab. Die Straße lag leer und verlassen. Immer noch nichts. Wann kam er endlich? Sie schnaufte. Wenig später bog der Schulbus rumpelnd und keuchend um die Ecke. Ihr Herz machte einen Satz. Dort saß Tom. Hitze stieg ihr in die Wangen und sie senkte schnell den Kopf. Für Augenblicke verengte sich ihre Kehle, dann fing sie sich und stieg in den Bus. „Darf ich mich neben dich setzen?“ Tom nickte und sie rutschte neben ihn.

Es geht also darum, die Erfahrungen unmittelbarer zu beschreiben. Mach es so nah wie möglich, es sei denn, du willst die Distanz zu deiner Figur. Die Art und Weise, wie du Filterworte verwendest, ändert die Perspektive. Guckst du deiner Hauptfigur als außenstehender Beobachter zu, wie sie etwas tut oder fühlt oder bist du so nah bei ihr, dass Ihre Empfindungen deine werden, Ihr Blick das ist, was du siehst?

Statt: Sie stand auf dem Hügel und sah den Adler am Himmel über sich.

Eher: Sie stand auf dem Hügel. Der Himmel spannte sich weit. Ein Adler zog dort seine Kreise.

Statt: Das Meer roch unangenehm modrig nach Algen und Fisch.

Lieber: Sie rümpfte die Nase. Vom Meer her stank es modrig nach Algen und Fisch. 

Statt: Sie mochte ihr Brötchen. Es schmeckte nach Käse und Tomaten

Besser: Mhh. Lecker. Käse und Tomaten auf Brötchen. Sie liebte es.

Statt: Kurt fühlte sich unsicher, als er auf dem Weg zum Vorstellungsgespräch war.

Könnte man es so sagen: Kurt biss sich auf die Lippen. Die Aktentasche wurde immer schwerer und seine Knie weicher. Wenn er es doch nur schon hinter sich hätte, dieses vermaledeite Vorstellungsgespräch.

Statt: Lina hörte die Glocken der großen Kathedrale. Es war schon spät.

Heißt es dann: Die Glocke der Kathedrale dröhnte über den Marktplatz. Lina zuckte zusammen. Es war schon spät.

Ausführliche Artikel findest du hier: https://mynextself.com/filterwoerter/

und hier

Roman-Tagebuch Teil 15

„Nun komm doch mal auf den Punkt!“

Kennst du das auch? 

Aus irgendeinem unerfindlichen Grund schafft man es nicht, seinem Gegenüber zu vermitteln, worum es eigentlich geht.  Was ist der springende Punkt, das hüpfende Komma?* (Zitat: Heinz Erhard) Worauf kommt es wirklich an? Was ist die Quintessenz? Der Kern des Ganzen… oder anders ausgedrückt: Was will ich eigentlich damit sagen? 

Ich habe festgestellt, dass ich damit erhebliche Probleme habe. In letzter Zeit gab es zwei Stellen, an denen das wichtig gewesen wäre: Zum einen wollte ich (und sollte es in meinem Schreibkurs auch) eine Prämisse für meinen Roman finden, also eine übergeordnete Aussage, worum es in der Geschichte eigentlich geht. Zum zweiten habe ich an meinen Charakteren gearbeitet und auch dabei gemerkt, wie schwer es mir oft fällt, prägnant zu sein und nicht zu viel auf einmal zu wollen. Ich kann drumrumlabern was das Zeug hält, ellenlange Passagen erzählen, beschreiben, ausmalen, fabulieren und dichten, bis sich die Balken biegen, aber präzise auf den Punkt kommen, fällt mir ungeheuer schwer. 

Warum eigentlich?

  • Punkt eins: Vielleicht habe ich gar nichts zu sagen?
  • Punkt zwei: Alles, was ich zu sagen habe, ist gleich wichtig. Deshalb kann ich mich nicht entschieden, was das Wichtigste ist?
  • Punkt drei: Es gibt zu viel zu sagen und ich bin einfach eine Labertasche?
  • Punkt vier: Ich habe Angst, dass das, was ich zu sagen habe, niemanden interessieren könnte und verschleiere es darum mit vielen unnützen Worten.
  • Punkt fünf: Meine Gedanken sind ein einziges Chaos. Deshalb finde ich selbst keine Klarheit und der springende Punkt hüpft mir davon.
  • Punkt sechs: Ruhe und Muße fehlen. In der Hektik des Alltags komme ich nicht zu der Ruhe, die man benötigt, um klare Gedanken zu formulieren.
  • Punkt sieben: Alltagssorgen und Nöte lenken mich ab.
  • Punkt acht: Müdigkeit und mangelnde Konzentrationsfähigkeit.
  • Punkt neun: Andere Aufgaben warten und drängeln, scheinen wichtiger.
  • Punkt zehn: Meine Arbeitsumgebung ist unaufgeräumt oder bietet zu viele Ablenkungen. 

Was trifft nun auf mich zu?

Punkt eins: Ich habe gar nichts zu sagen! Ich glaube, das trifft auf mich nicht oder nur selten zu. Ich habe zu vielen Dingen eine Meinung und manchen Leuten haue ich sie auch um die Ohren. Manchmal scheint es aber so, als hätte ich nichts zu sagen. Warum? Dann fehlt mir der Mut, zu dem zu stehen, was ich denke und meine. Ich erachte meine eigenen Gedanken nicht als wertvoll genug, um gehört zu werden. Hier muss ich selbstbewusster werden. Ich habe etwas zu sagen. Und ich kann und darf dazu stehen.

Punkt zwei: Zu viel zu sagen, alles wichtig, wie soll ich entscheiden? Da finde ich mich wieder. Für mich sind viele Dinge auf der gleichen Ebene, stehen nebeneinander, sind gleich wichtig. Und Entscheidungen, egal welcher Art, fallen mir ungeheuer schwer. Selbst wenn ich nur aussuchen soll, was ich in einem Restaurant für mich zum Essen bestellen soll, gerate ich ins Schwitzen. Ich frage dann die anderen, folge Entscheidungen, die andere treffen, habe Angst falsch zu entscheiden….Da spielt eine große Unsicherheit mit hinein und das Gefühl, wenn ich mich „falsch“ entscheide, geht die Welt unter… dabei kann man viele Entschiedungen und Meinungen ja revidieren. (Natürlich nicht alle und manchmal hat eine Fehlentscheidung fatale Folgen) Entscheidungen zu fällen und damit eine Auswahl zu treffen und dazu zu stehen, hat wieder etwas mit Selbstbewusstsein zu tun. 

Punkt drei: Ja, es gibt zu viel zu sagen. Es gibt so viele Dinge, die ich gerne erzählen, zu denen ich meine Meinung sagen will. Und Ja, ich kann labern. Und will es auch manchmal. Und oftmals mache ich mehr Worte als nötig. Aber es gab auch Zeiten in meinem Leben, da habe ich kein Wort heraus gebracht. Schwierig ist, genau das richtige Maß zu finden. Und eine Quintessenz ist eben sehr komprimiert, sprich alles ist auf ein Minimum eingedampft. Daran muss ich meistens hart arbeiten. Und wieder geht es um Selbsbewusstsein und darum, die Angst zu bezwingen, das Wesentliche nicht zu treffen.

Punkt vier: Oh ja, das kenne ich gut. Die Angst, dass meine Meinung dumm ist, nicht wichtig oder einfach nur lächerlich. Das ohnehin keiner hören will, was ich zu sagen habe. Das ich ausgelacht werde. Und dann rede ich drumrum, mache viele Worte, um doch irgendwie zu überzeugen. Und erreiche genau das Gegenteil. Es wird schwammig, uninteressant, langatmig. Schon wieder sind wir bei Angst und Selbstbewusstsein. Ich muss meine Angst überwinden, nicht gemocht zu werden für das, was ich sage oder schreibe. Ich muss lernen, selbstbewusst zu dem zu stehen, was ich meine.

Punkt fünf: Chaos im Kopf, keine Klarheit im Denken! Ja das bin ich. Das Chaos im Kopf zeigt sich zum Beispiel in der Unordnung, die mein Haushalt oft hat. Ich finde es schwer, aus dem Wust an Gedanken, den einen zu fischen, der relevant ist. Genauso wie es mir schwer fällt, festzulegen, welcher Gegenstand an welchen Ort gehört. Hier ist der Punkt eher, dass ich lernen muss, meine Gedanken zu ordnen, so wie ich es gelernt habe, meinen Haushalt zu ordnen.

Punkt sechs: Ruhe und Muße fehlen. Oft ist das der Fall, der Alltag ist so schnell, so hektisch, ich komme nicht zur Ruhe. Und wenn alles am Rasen ist, rasen auch die Gedanken und es ist schwer, einen aus dem Strudel zu fischen und festzuhalten. Ich muss mir selber Ruhe gönnen, um zu mir selbst und zum Kern der Dinge vorzustoßen. Unruhe und Alltagsstress sind dabei mehr als hinderlich. Hier geht es um Konzentration, Fokussierung, sich selber Ruhe und Pausen zu gönnen. Meditation und Besinnung, Gebet und Ruhe können helfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Punkt sieben: Sorgen und Nöte hindern mich mehr, als mir oft bewusst ist. Wenn meine Gedanken dabei sind, für irgendeine kleine oder große Not in meinem Leben Feuerwehr zu spielen, wie kann ich dann zur gleichen Zeit tiefschürfende Erkenntnisse erwarten? Ich bin anderweitig beschäftigt. Und ich muss Prioritäten setzen. Und dann ist das „reale“ Leben, die tatsächliche Not wichtiger, als irgendein Gedanke, den man auf den Punkt bringen will. Wenn mich das Leben zu sehr fordert, komme ich nicht zur Ruhe. Auch hier geht es wieder um Zeit, um innere Ruhe, um Gelassenheit.

Punkt acht: Müdigkeit und Konzentration sind Killer für gute Gedanken. Wenn ich nicht ausgeschlafen bin, müde und erschöpft vom Alltag, dann bin ich unkonzentriert und damit unfähig prägnante Formulierungen zu finden. Mein Problem dabei? Ich habe nur frühmorgens Zeit zum Schreiben. Ich stehe deshalb oft um kurz nach fünf auf. Und ja, da bin auch ich noch müde… wobei abends zu schreiben, wie ich es früher gemacht habe, funktioniert heute gar nicht mehr. Man muss also den richtigen Zeitpunkt zum Denken finden und sich genug Schlaf bzw. Pausen gönnen. Schon wieder diese Sache: Ruhe, Pausen, Schlaf und Zeit. Ein gutes Zeitmanagement ist also auch hier hilfreich.

Punkt neun: Alles andere ist wichtiger, als zu schreiben und präzise zu sein. Auch das kenne ich. Wenn ich viele Termine am Tag habe, wenn die Unordnung in meinem Haushalt oder irgendeine andere Aufgabe zu drängend wird, kann ich mich nicht darauf einlassen, an Worten zu drechseln und mich auf das eine zu fokussieren, was ich wirklich sagen will. Schon wieder sind wir beim Zeitmanagement.

Punkt zehn: Ablenkungen, egal welcher Art sind hinderlich. Und auch die Unordnung auf meinem Schreibtisch, beziehungsweise der Blick aus dem Fenster können Ablenkungen bieten. Ich arbeite zum Beispiel besser, wenn mein Blick zur Wand geht und ich nicht rausgucken und mich ablenken lassen kann. Ordnung im Äußeren, hilft Ordnung im Inneren zu finden. 

Woran muss ich arbeiten?

Selbstbewusstsein und Angst: Ich habe etwas zu sagen. Ich darf und muss dazu stehen, egal was jemand anderes sagt. Ich bin ein geliebtes Kind meines Gottes. Ich darf selbstbewusst sein. Und ich bin weder mehr, noch weniger wert als alle anderen Menschen um mich herum!

Zeitmanagement: Ich muss mich darum bemühen, den richtigen Zeitpunkt für die Dinge zu finden. Muss Ruhe, Schlaf und Pausen einbauen. Ich kann Gott fragen, welche Prioritäten er für meinen Alltag setzen möchte. Denn Gott kommt nicht zu spät. Oder zu früh, er kommt immer genau richtig.

Ordnung im Äußeren und Inneren: Ich muss mich besser Organisieren lernen. Wieder für mehr Aufgeräumtheit in meinem Umfeld und in meinem Inneren sorgen. Meditation und Besinnung können mir helfen, mich besser zu fokussieren. Auch hier ist es Gottes Ordnung für mein Leben, die hilfreich ist.

Was ist noch nützlich: 

Spaziergänge: Hier kann man zur Ruhe kommen. Oft fließen meine Gedanken dann. Ich muss allerdings etwas dabei haben, um sie zu notieren.

Notizen machen, wenn der passende Gedanke kommt, anstatt zu einem festgelegten Zeitpunkt darüber zu brüten. Dafür hilfreich sind entweder digitale Geräte, wie eine Notizapp im Handy, ein einfacher, kleiner Notizblock mit Stift oder mein Bulletjournal.

Mindmaps helfen mir Gedanken und Ideen zu sortieren. Sie können aber auch ablenken und verwirren. Mit digitalen Mindmaps habe ich schon viel Zeit vertrödelt und meisten funzen sie nicht so, wie ich es gerade brauche. Deshalb gehe ich wieder dazu über, das Ganze analog zu machen. 

Vom Großen ins Kleine: Dampfe Ideen so lange ein, bis die Quintessenz übrig bleibt. 

Fragen stellen: Warum ist mir das wichtig. Was will ich eigentlich damit? Wen interessiert das? Worauf kommt es an?

Sicher gibt es noch viele andere Ideen, wie man sich selbst organisiert, um genug Ruhe, Zeit und Muße zu finden. Oder um selbstbewusster und weniger ängstlich zu sein. Oder wie man von einem Wust und dem Chaos im Kopf zu klaren Aussagen findet. Aber für heute soll es genug sein… Ich muss ja auch noch an meiner Prämisse arbeiten… und an den Charakteren, ganz zu schweigen von der Geschichte, die ich gerne wieder vorantreiben möchte… Ich weiß nicht mal, ob ich im Mai überhaupt irgendein produktives Wort an der Geschichte selbst verfasst habe. 

Deine Meinung und dein Kommentar zum Thema „auf den Punkt“ kommen würden mich sehr interessieren. Also nur keine Scheu, sagt mir, was ihr denkt! Welche Mittel und Wege nutzt ihr, um präzise zu formulieren?

Charakterbogen Ausfüllhilfe

Entworfen von Martina Bollhöfer in Anlehnung an den RPG-Charaktergenerator und ein Sketch-sheet aus Scrivener. Dieser Bogen erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit! Eigene Ideen können angefügt werden!

Name der Figur

Alter • Wohnort

Spezies

Mensch, Tier, Fabelwesen: Elf, Ork, Zwerg, Drache, Riese o.a., Außerirdischer, Sonstiges

Rolle in der Geschichte

Hauptfigur/Protagonist, Nebenfigur, Antagonist, Unterstützer, Passant/Statist, Wichtig/unwichtig, Katalysator, Informant, Freund/Ermutiger, Opfer usw.

Ziele 

Krieg, Frieden, Ordnung, Chaos, Genuss, Reichtum, Jagd, Rache, Liebe, Ehre, Ruhm, Macht, Einfluss, Ansehen, Beschützen, Berühmtheit/Bekanntheit, Wissen aneignen, Wissen verbreiten, Zerstörung, Neues schaffen, Abenteuer, Liebe, Akzeptanz, Dienen, Freunde finden, persönliches Glück usw.

Motivation/Gefühlslage

Trauer, Wut, Schmerz, Liebe, Angst, Verlust, Rache, Streben nach Ansehen, Gier, Hass, Ärger, Melancholie, Neugier, usw.

Beschreibung körperlicher Merkmale

Alter/Lebensabschnitt: 

Baby, Kind, Jugendlicher, Junger Erwachsener, Erwachsener, Älterer Mensch, Greis

Geschlecht: 

männlich, weiblich, Zwitter, divers

Größe:

sehr klein, klein, normale Größe/Durchschnitt, groß, sehr groß oder genaue Angaben in cm/m oder Relationen: größer/kleiner als…

Körperbau: 

Unterernährt, Ausgemergelt, Abgemagert, dünn, schlacksig, Schlank, durchschnittlich, kräftig, athletisch, muskelbepackt, leicht übergewichtig, Pummelig, übergewichtig, fett, gedrungen, evtl. Gewichtsangaben in kg, wobei die anderen Beschreibungen mehr sagen als reine kg-Angaben

Augen: 

Schwarz, braun, haselnussbraun, grün, blau, golden, rund, mandelförmig, oval, stark geschlitzt, mit langen/kurzen Wimpern, besonders groß/klein, besonders funkelnd, matt, viel Augenbrauen, wenig Augenbrauen, zusammengewachsene Augenbrauen, gerade/geschwungene Augenbrauen

Haarfarbe: 

blond, dreckiges Blond, Straßenköterblond, braun, dunkelbraun, Haselnussbraun, Rehbraun, Kastanienbraun, Schwarz, weiß, grau, rot, rotblond, gefärbte Haare/Strähnchen, blondiert, usw.

Frisur:

Kurzhaarschnitt, Schulterlanges Haar, langes Haar, lockig, glatt, kunstvoll geflochten, Irokese, Vokuhila, Tonsur, Stufenschnitt, Pagenschnitt, Ponyfransen, Pferdeschwanz, Bob, Haarkranz, Glatze, Halbglatze, Geheimratsecken, fransig geschnitten, unordentlich, verfilzt, sehr akkkurat, Dreadlocks, „Rattennest“, Bürstenschnitt, usw.

Bart:

ohne Bart,Backenbart, Schnauzbart, Schnurrbart, Vollbart, Spitzbärtchen, Bartstoppeln, Dreitagebart, Wildwuchs, ordentlich gestutzt, nachlässig, unordentlich usw.

Haut:

sehr blass, blass, hell, normal, leicht gebräunt, wettergegerbt, braun, gerötet, gelblich, dunkel, schwarz, narbig, Flecken, Sommersprossen, Muttermale, Storchenbiss/Feuermal,

Faltig, glatt, verbrannt, zart, seidig, mit vielen Härchen, krankhaft blass, Leprös, trocken, fettig, schwitzig, schmierig, usw.

Kleidungsstil:

edel, nobel, formal, klassisch, chic, bunt/fröhlich, glitzernd, geschmackvoll, raffiniert/ausgefallen, fein, kultiviert, gepflegt, unordentlich, schäbig, grob, plump, komfortabel/bequem, leger, gothik, punk, königlich edel, hoheitsvoll, nackt, dem Stand gemäß, bäurisch, Tracht, urtümlich, römisch, griechisch, dunkel/düster, hell, dick, dünn, mittelalterlich, Trauerkleidung, Hochzeitskleid, Tunika, Bliaut, Lederkleidung, Uniform, militärisch, Waldläuferkleidung, angeberisch, aufgetakelt, mit Juwelen behängt, robust, einfach, zweckmäßig, unpraktisch, usw.

Welche Farben bevorzugt der Chara bezüglich Kleidung?

Welchen Stil, welche Marke? Welche Schuhe? 

Charaktermerkmale

Kalt, warmherzig, freundlich, ärgerlich, offen, wütend, schnell zum Zorn, grübelnd, melancholisch, traurig, trauernd, ängstlich, forsch, zurückhaltend, introvertiert, extrovertiert, optimistisch, pessimistisch, scheu, spontan, stur, traditionell, konservativ, Pflichtbewusst, draufgängerisch, modern, akkurat, todesverachtend, todesmutig, tollkühn, kühn, abenteuerlustig, ernsthaft, ernst, verschlossen, edelmütig, sanft, geduldig, lethargisch, apathisch, uninteressiert, interessiert, aufgeschlossen, mutig, dramatisch, ruhig, beschämt, neugierig, wissensdurstig, gewalttätig, düster, empathisch, mitfühlend, leicht zu beeindrucken, nicht aus der Ruhe zu bringen, frech, keck, albern, lustig, tolpatschig, ungeschickt, gerissen, berechnend, hinterlistig, verschlagen, listig, zornig, neckend, betroffen, lächerlich, fröhlich, aufgeregt, strahlend, selbstbewusst, selbstvergessen, unsicher, zaghaft, verstohlen, eitel, intrigant usw.

Einstellungen

Gesetzestreu gut, neutral gut, chaotisch gut, gesetzestreu neutral, Wahrhaft neutral, Chaotisch neutral, gesetzestreu böse, neutral böse, chaotisch böse

Kalt, warmherzig, freundlich, ärgerlich, offen, wütend, schnell zum Zorn, grübelnd, melancholisch, traurig, trauernd, ängstlich, forsch, zurückhaltend, introvertiert, extrovertiert, optimistisch, pessimistisch, scheu, spontan, stur, traditionell, konservativ, Pflichtbewusst, draufgängerisch, modern, akkurat, todesverachtend, todesmutig, tollkühn, kühn, abenteuerlustig, ernsthaft, ernst, verschlossen, edelmütig, sanft, geduldig, lethargisch, apathisch, uninteressiert, interessiert, aufgeschlossen, mutig, dramatisch, ruhig, beschämt, neugierig, wissensdurstig, gewalttätig, düster, empathisch, mitfühlend, leicht zu beeindrucken, nicht aus der Ruhe zu bringen, frech, keck, albern, lustig, tolpatschig, ungeschickt, gerissen, berechnend, hinterlistig, verschlagen, listig, zornig, neckend, betroffen, lächerlich, fröhlich, aufgeregt, strahlend, selbstbewusst, selbstvergessen, unsicher, zaghaft, verstohlen, extravagant usw.

Fähigkeiten/Talente/Vorlieben

Begabungen, was kann derjenige besonders gut: körperlich, seelisch, charakerlich

Akrobatisch, politisch aktiv, Schauspieltalent, künstlerisch, Astrologe, liebt Glemmer, schneller/eifriger Leser, Biologe, Vogelkundler, Kalligraphie, Kartografische Kenntnisse, kaut Kaugummi, knabbern, Finger anknabbern, schnippt Münzen, kann Tricks mit Münzen/Tüchern/Bällen…., Sammler, zählen, schreiben, lesen, handwerklich begabt, tanzen, Tagträumen, grüner Daumen, guter Jäger, löst Rätsel, gibt Rätsel auf, summt, singt, pfeift, Erfindergeist, zielsicher, geschickt, Schmied, Goldschmied, gut im Tjosten/Turnier,

Reitet gut, jonglieren, glaubt an Glücksbringer, knackt mit den Gelenken, tierlieb, mag Wettkämpfe/Herausforderungen, Sportlich, Sportfan, Musikalisch, Maler, Paläontologe, Philosoph, Psychologe, kann gut recherchieren/Informationen Sammeln, Informant, Reiter, Näher/kann gut nähen, kann überall schlafen, schläft an komischen Orten, guter Geruchssinn, scharfsichtig, treffsicher, immer hungrig, streicht sich gern durch den Bart/das Haar, studiert gern, lernt leicht, kann schwimmen, Teeliebhaber, Kaffeetrinker, schmusig, Baum klettern, Klettermax, Schnitzen, Feuer machen, Autor/Schriftsteller, Ringer, ortskundig, findet sich leicht in einer Gegend zurecht, Orientierungssinn, usw.

Schwächen

Körperliche (Hinken, Schwach, ungeschickt, fehlende Koordination,verkrüppelte Hand etc.) , seelische (Depression, Manie, Wahnvorstellungen etc), charakterliche (boshaft, starrsinnig, gemein, uninteressiert etc)

Lügnerisch, drogensüchtig, Amnesie, antisozial, exzessives entschuldigen, unsicher, Spinnenphobie, Vermeider, geht Schwierigkeiten aus dem Weg, bipolare Störung, nervös, abergläubisch, Nörgler, muss lügen, Tagträumen, abhängig, Lauscher, Übertreibt gerne, achtet zu sehr auf sein Äußeres, Dramaqueen, bauscht Dinge unnötig auf, kein gutes Namensgedächtnis, isst übermäßig, hungert krankhaft, Fußtapping, wippen, geht schnell in die Luft, Glücksspieler, rülpst oft, hasst Tiere, hasst Wettkämpfe, Wahrsager, Schläft nicht gut, andauernder Schlafmangel, Hypochonder, imaginäre Freunde, Kleptomane, beißt sich ständig in die Lippe, Masochist, Schizophrenie, Narzist, Murmelt vor sich hin/ Selbstgespräche, Nase bohren, Obsessionen, überkorrekt, nervöses Auf und Abgehen, Panikattacken, Paranoia, Verfolgungswahn, Holzbein, Phobien, stochert in den Zähnen, raucht Pfeife/Zigarre/Zigarette, rassistische Einstellung, Vorurteile gegenüber Fremden, Vorurteile im Allgemeinen, Pyromane, klaut Ideen anderer, Sadist, Sexist, Schlafwandler, spricht im Schlaf, schnarchen, stottern, Tatoos, Tourettesyndrom, unheilbare Krankheit, gähnt ausgiebig, immer müde, launisch, Rohling, Schläger, usw.

Beruf/Beschäftigung

Ritter, Krieger, Kämpfer, Dieb, Räuber, Mörder, Scharfschütze, Mönch, Priester, Waldhüter, Pfadfinder/Pathfinder, Necromant, Bauer, Passant, Burgsasse, Höfling, Magd, Knecht, Inquisitor, Handwerker, Kaufmann, Händler, Entertainer/Unterhalter, Gaukler, Schläger, Rohling, Spion, Attentäter, Alchemist, Diplomat/Botschafter, Cavalier, Zauberer, Chameur, Naturalist/Druide, Paladin/Lord, Hexenmeister, Kriegstreiber, Kriegsherr, König, Prinz, Minister, Fürsten/Earls, Hexe, Kräuterfrau, Kreuzritter, Nomade, Seeräuber/Pirat, Fischer, Akrobat, Bierbrauer, Biologe, Vogelkundler, Kalligraph, Kartograph; Chemiker, Physiker, Koch, Bäcker, Falkner, Glasbläser, Historiker, Jäger, Gärtner, Wahrsager, Schmied, Goldschmied, Edeldame, Königin; Näherin Schneider, Weber, Prinzessin, Banker, Drogendealer, Arzt, Professor, Angestellter, Selbstständiger, Direktor, Lehrer, Erzieher, Hausfrau/Hausmann, Apotheker,  Botaniker, Tierpfleger, usw.

Gewohnheiten

Alles, was man wiederholt und oft tut, meist unbewusst, selten hat jemand gar keine Angewohnheiten

das können Ticks sein, ein Augen kniepeln, zuviel essen, das Besteck nach jedem Bissen ablegen, ständig Hände waschen, die Türen abends vor dem zu Bett gehen wiederholt kontrollieren oder desinfizieren, sich das Ohr reiben, Nägel kauen, Bücher immer akkurat gerade mit der Tischkante zu legen, am Daumen lutschen, die Tür dreimal abschließen, die Finger anlecken beim Umblättern einer Bücherseite, Kaugummi kauen oder Kaugummi immer unter die Tischplatte kleben, einen Flummi aufdotzen lassen, mit den Beinen wippen, Lippen kauen, summen, singen pfeifen, Knöchel knacken lassen usw

Waffen/Gegenstände

Schlachtaxt, Wurfaxt, Langschwert, Bidenhänder, Anderthalbhänder, Kurzschwert/Gladius, Dolch, Lanze, Speer, Hellebarde, Eisenhandschuhe, Wurfgeschosse, Schleuder, Bolas, Stock, Morgenstern, Handarmbrust, Großarmbrust, Pike, Langbogen, Reiterbogen, Hammer, Jagdmesser, Fischmesser, Wurfmesser, Netz, Schlagring, Faustmesser, Sichel, Peitsche, Dornenhandschuh, Dreschflegel, Chandschar, Säbel, Florett, Degen, Rappier, Schild

Schusswaffen, Pistole, Gewehr, Bajonette, Muskete, Handgranaten, Panzer, Drohne mit Waffen oder Raumschiff? usw.

Zauberstab, Taschentuch, Monokel, Lupe, Hüte, Taschen, Koffer, Rucksäcke, Korb, Skateboard, Fahrrad, alte Kiste, Brief, Flasche, Laterne, Musikinstrumente, Haustier, altes Erbstück, Foto, Buch, Blumentopf, Kaugummis usw. 

Alles was dein Chara mit sich trägt (auch Kleinigkeiten können von Bedeutung sein, es ist komisch, wenn er die Kaugummis in einer Szene noch hat und in der nächsten nicht mehr, falls du sie ihn nicht absichtlich verlieren lässt…)  besonders aber natürlich Dinge, die in der Geschichte von Bedeutung sind…

Hintergrund

Herkunft, Eltern, besondere Ereignisse (z.B. in der Kindheit/Jugend),Vorgeschichte, Freunde, Feinde, 

Geburtsort/Heimatstadt:

Camp/Lager, kleine Niederlassung, Bauernhof, Dorf, Städtchen, Kleinstadt, Stadt, Großstadt, Hauptstadt, Burg, Gehöft, Manor/herrschaftliches Anwesen, Wald, Waldhütte, Höhle, Schiff

Umgebung:

Wald, Wiesen, Berge, Wüste, Insel, Ebene, Sumpf, Tundra, Küste, am Bach/Fluss, Talkessel, Tal, Felder, Weiden, Häuserschluchten, aus welchem Land/Königreich

Industrie:

Landwirtschaft, Gewerbe/Zunft, Handwerklich, Bergbau (Gold/Silber/Kupfer, Eisen, Kohle, Salz), Industriell, Militärisch/Taktisch bedeutend, politisch bedeutend, religiös bedeutend, unbedeutend, räuberisch, Fischerei, Forstwirtschaft, Köhler, Lehenswesen, frei, unfrei usw.

Familie:

keine Geschwister, 1, 2,3,4,5 oder mehr Geschwister, Halbgeschwister,  Adoptivgeschwister, uneheliche Geschwister, leben die Eltern/Großeltern noch,Größe der Familie: normal, groß, klein, Cousins, Onkel, Tanten, enger Zusammenhalt oder eher Spaltungen/ nur loser Familienverbund

Einstellung:

Gierig, grün, liberal, traditionell, konservativ, süchtig usw.

Ansehen und Stand:

gar nicht bekannt, wenig bekannt, normal bekannt, sehr bekannt, in aller Munde, Abschaum, niedere Klasse, Bauern, Handwerker, Kaufleute, Adel, Herrscherfamilie, wenig angesehen, sehr angesehen, verwandt mit Hochadel

Heimatliche Gesellschaft:

gegen Magie/Hexen, gegen Technologie, gefährlich/kriminiell, gewalttätig, gleichberechtigt, freigiebig/großzügig, offen, gastfreundlich, liebenswert/liebevoll, gerecht, magisch, treu/loyal/pflichtbewusst, fordernd, religiös, hingegeben, rassistisch, abergläubisch, starker Zusammenhalt/ miteinander verwoben, für Fortschritt, traditionell, ängstlich, rebellisch, martialisch

Ereignisse in der Vergangenheit:

keine, Bastard, Geburtsmal/Prophezeiung bez. Hinweise auf Besonderheit, Merkmal, dass ihn zu einer best. Gruppe zuordnet, uneheliche Kinder, Kleriker, hat eine Stadt/Gemeinde gebaut, kriminell, verflucht, Warnung vor gefährlicher Zukunft, Vergangenheit ist peinlich/unangenehm, ehemaliger Geschäftsinhaber, extrem arm/reich, falsch beschuldigt, Familiengeheimnis, Familientradition, unerwiderte Liebe, Verlust, neureich, von einem Freund betrogen worden, einen Freund betrogen haben, verfolgt von Geistern/Dämonen, Einsiedler/Obdachloser wurd Freund, Heimat wurde zerstört durch Feuer/Krieg/Unglück, schöne Erinnerungen, schlimme Krankheit als Kind, beeindruckender Fremder, lebensgefährliche Verletzung, Geliebter verschwand, Verwahrer eines magischen Objektes, Verheiratet, verheiratet mit Kindern, geschieden, militärischer Hintergrund, adlig, adliger Freund, du warst mal Nomade, Waise, Halbwaise, ehemaliger Rebell, wiederkehrende Albträume, geheimer Club/Verein/, hast dem Adel gedient, auf hoher See, versklavt, gestalkt, komische Erbschaft, komische Vision, auf der Straße gelebt, von deiner Familie weggenommen, geraubt, (sprechendes) Tier als Freund, mit Gauklern unterwegs

Bildung:

kein Unterricht, ärmlich, Privatunterricht /homeschooling, Privatschule,Selbststudium, sein Leben dem Lernen verschrieben, Studium, Normal, Ritterausbildung, kirchliche Ausbildung, Novize, Handwerkliche Ausbildung, militärisch geschult, Grundlagen, Universalgelehrter

Religion:

Atheist, Agnostiker, leger, hingegeben, Anführer, orthodox, Priester, Mönch

Harmonisch, monotheistisch, naturalistisch, politheistisch, spirituell

Kirche, Kult, Familientradition, lokal, verbreitet, Staatsreligion, Weltreligion, freie Gemeinschaft, Hauskirche

Humor:

keiner, lacht nur über eigene Witze, macht sich über andere lustig, angenehm humorvoll, geistreicher Humor, trockener Humor, flacher Humor, gemeiner Humor, spielt gern Streiche, zynisch/sarkastisch, insgesamt lustig, kann über sich selbst lachen, lässt sich leicht durch den Kakao ziehen, versteht keinen Spaß

Innere Konflikte

Minderwertigkeitskomplex, Vater-Sohn-Komplex (Ödipus), Mutter-Tochterkonflikt, andere Rollenkonklikte, Sehnsuchtskonflikte ( wenn man zwei Sachen will, die sich gegenseitig ausschließen), Entscheidungskonflikte, Wertekonflikte, Auseinandersetzung mit Ängsten und Schwächen, Neid, usw.

Äußere Konflikte 

Bedrohung durch Naturgewalten: Unwetter, Sturm, Feuer, Erdbeben, Bedrohung durch Feinde, Überfälle, Krieg, schwere Krankheit, missgünstige Kollegen, Lehrer-Schülerkonflikte, unterschiedliche Interessen von Ehepartnern/Arbeitgebern und Arbeitnehmern, usw

Notizen

Alles, was dir sonst noch einfällt und in keine Rubrik passt

Charakterbogen unausgefüllt

Entworfen von Martina Bollhöfer in Anlehnung an den RPG-Charaktergenerator und ein Sketch-sheet aus Scrivener und andere Charakterbögen. Dieser Bogen erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit! 

Name der Figur

Alter•Wohnort

Spezies 

Rolle in der Geschichte

Ziele

Motivation/Gefühlslage

Beschreibung körperlicher Merkmale

Alter:

Geburtsdatum und Geburtsort:

Lebensabschnitt: 

Geschlecht: 

Größe:

Körperbau: 

Augen: 

Haarfarbe: 

Frisur:

Bart: 

Haut: 

Stimme:

Kleidungsstil: 

Wichtige Accesoires/Schmuck:

Charaktermerkmale

Einstellungen

Fähigkeiten/Talente/Vorlieben

Schwächen

Beruf/Beschäftigung

Gewohnheiten

Waffen/Gegenstände

Hintergrund

Herkunft, Eltern, besondere Ereignisse (z.B. in der Kindheit/Jugend),Vorgeschichte, Freunde, Feinde 

Geburtsort/Heimatstadt: 

Umgebung: 

Industrie: 

Familie: 

Einstellung: 

Ansehen und Stand: 

Heimatliche Gesellschaft: 

Freunde/Begleiter:

Liebes-Beziehungen:

Feinde:

Ereignisse in der Vergangenheit: 

Bildung:

Religion:

Humor: 

Erbe:

Vermögen:

Pläne:

Innere Konflikte

Äußere Konflikte 

Erleuchtung: Was löst den Konflikt? Worauf läuft es hinaus? Ändern sich Konflikte innerhalb der Geschichte? Einfälle/Ideen für die Storyline

Notizen

Charaktere erstellen Teil 2

Vom Namen zur ausgefeilten Figur

Wenn du bis hierhin gekommen bist, hast du eine grobe Idee von deiner Figur und einen Namen. Wie kommt man jetzt zu einem ausgefeilten Hauptcharakter, einer liebenswerten Nebenfigur, dem fiesen Bösewicht oder dem Sidekick des Helden?

Es gibt viele Anleitungen und Charaktersheets um Figuren zu erfinden. Ich stelle mit diesem Post meine eigenen zwei Hilfen online: Einen Charakterbogen mit wichtigen Infos, den ich durchgehe und ausfülle, wenn ich eine Figur erfinde, und eine Ausfüllhilfe für den Charabogen.

Was gehört denn überhaupt zu einem Charakter, einer Figur?

Von äußerlichen Merkmalen wie Größe, Augen- und Haarfarbe bis zu einem Hinken oder ungewöhnlichen Narben, über Hintergründe, Eltern, Lebensgeschichte bis zu Zielen, Konflikten und Hoffnungen gehört fast alles hinein, was dir zu deiner Figur einfällt.

Schreibe ich das für alle Figuren in gleicher Ausführlichkeit?

Nein! Natürlich widme ich einer Hauptfigur viel mehr Aufmerksamkeit als einem Statisten, der dem Protagonisten nur einmal begegnet, um ihm den Weg zur nächsten U-Bahnstation zu erklären. Wenn die Nebenfigur aber der Schwippschwager des Attentäters ist und geheime Informationen besitzt, die wichtig werden könnten, dann, ja dann muss ich schon wieder genauer hingucken.

Und woher weiß ich, was ich eintragen soll in die entsprechenden Felder?

Nun zum einen horche ich in mich: was für eine Figur brauche ich? Soll es eine liebenswerte Bäuerin sein, die dem verfolgten Protagonisten einen Apfel schenkt oder Unterschlupf gewährt, oder eine durchtriebene Großstadtgöre, die dem armen Mobbingopfer auch noch ein Bein stellt? Je nachdem finde ich sicher andere Merkmale, die passen. 

Dann hängt es natürlich von meinen Vorlieben ab, ob meine Hauptfigur blonde oder braune Haare, Locken oder Glatze hat. Genauso kann ich fragen, was brauche ich, damit die Geschichte funktioniert? Welche Eigenschaften helfen meiner Figur, welche sind Handicaps, die die Sache spannend machen. Wenn meine Charaktere zu geschleckt sind, ist das genauso schlecht, als wenn ich sie zu kaputt darstelle (Außer es geht um ein Drogendrama oder eine Geschichte, in der ein absoluter Underdog einen unwahrscheinlichen Weg nimmt. Man sieht, auch hier hängt es davon ab, was du erzählen willst!). In den meisten Fällen stimmt irgendwas dazwischen. 

Ein Protagonist ohne Fehler ist langweilig, und wird sein Abenteuer zu glatt bestehen, was ebenfalls langweilig ist.  Ein Bösewicht, der nur schlecht und durch und durch Böse ist, ist unrealistisch und zu flach. Selten ist das Leben nur schwarz und weiß. Natürlich kann man überzeichnen in einem Roman, aber spannender wird es trotzdem, wenn der Böse eine winzige Schwäche für seine kleine Schwester und die Hauptfigur einen Fleck auf der weißen Weste hat. Es sei denn, man schreibt ein Kinderbuch oder ein sehr verklärtes Ritterepos. Natürlich sind auch sehr krasse Geschichten möglich, es kommt eben darauf an, was du erzählen möchtest.

Noch eine Anmerkung:

Gerade bei Fantasy oder Abenteuergeschichten, aber auch in anderen Zusammenhängen kommt es immer wieder vor, dass die Figur als Hintergrund etwas ganz Dramatisches mit auf den Weg bekommt: Oft sind da Waisen ohne irgendeine Familie unterwegs, die weder Eltern, noch Schwestern noch Brüder oder sonstige Verwandte haben, Leute, die eigentlich völlig traumatisiert sein müssten usw. 

Elternlos, geschwisterlos, heimatlos, obdachlos….  

Sicher ist es nett, wenn der Protagonist auf sich allein gestellt ist, aber zuviel des Schlechten ist auch unrealistisch. Außerdem ist es doch nett, in der Geschichte zu erzählen, wie es dazu kommt, dass er eben alleine ist, anstatt das schon vorher als Background anzunehmen. Und originell ist es schon lange nicht mehr, dem Helden eine solch katastrophale Vergangenheit anzudichten, sondern eher klischeehaft. Manchmal wünschte ich mir wirklich „normale“ Helden, Menschen wie du und ich, denen dennoch ein Abenteuer passiert. Natürlich gibt es immer Ausnahmen von der Regel. Letzte Woche habe ich zum Beispiel im Radio eine wahre Geschichte gehört: ein Waisenkind aus Kenia wird auf Umwegen zum Millionär, um dann später selber wieder Waisenkindern in ein anderes Leben zu helfen. Wow, das war anrührend und beeindruckend. Und natürlich ist eine solche Geschichte erzählenswert. https://www.jesus.ch/themen/people/erlebt/316990-vom_strassenjungen_zum_millionaer_und_zum_waisenvater.html

Zurück zum Erschaffen eines Charakters:

Wenn ich meinen Charakterbogen anschaue, dann gibt es bei der einen Figur Angaben, die ich offen lasse, während ich sie bei anderen Charakteren ausfülle. Der Charakterbogen soll nur Ideen geben, inspirieren, ich halte mich nicht sklavisch daran. Erinner dich, ich habe 50 Namen für die Personen in meiner Welt. Wollte ich für alle den ganzen Bogen ausfüllen, dann säße ich noch zehn Jahre an den Charabögen… Also intensive Arbeit an meinen Charakteren kann ich für drei, maximal vier Personen leisten, sonst überfrachtet es… manches kommt auch beim Schreiben… Und ich handhabe das so, dass ich meine Charabögen auch beim Schreiben immer wieder auf den neuesten Stand bringe, wenn ich zum Beispiel in Kapitel fünf feststelle, der Chara mag gern singen, dann tut er das und ich trage es eben nachträglich noch ein, damit ich es für später weiß.

Und was kommt dann?

Wenn ich soweit bin, dass ich denke, ich kenne meinen Chara, dann geh ich mit ihm spazieren, rede mit ihm und schmeiße ihn dann in seine erste Szene und gucke, wie er reagiert. Das kann schon direkt eine Szene der Geschichte sein, die ich erzählen will, oder aber aber auch eine „Probeszene“. Ein Test sozusagen, ein: wie reagierst du, wenn einer deine Quietscheente kaputt macht? Was sagst du, wenn das Telefon klingelt und dein Lieblingssänger ist dran? Oder wie sieht die erste Begegnung mit dem König aus?

Denk dir spannende, kreative Situationen aus und frag deinen Chara, was er tun würde! Es ist erstaunlich, zu sehen, was dabei heraus kommt. Keiner sagt, dass du alles, was du jetzt ausprobierst, später verwenden musst für die Geschichte. Es geht nur darum, deine Figur besser kennen zu lernen.

Meine Erfahrung ist: Der Charakter entwickelt sich beim Schreiben weiter, bekommt ein Eigenleben… manchmal tritt er mich vors Schienbein, manchmal beschimpft er mich für die Schwierigkeiten, in die ich ihn bringe. Manchmal sagt er: „Ätschbätsch, so bin ich gar nicht.“ Und manchmal sprudeln Ideen aus ihm heraus, wie es weiter gehen kann. Wenn ich mit meiner Hauptfigur mitleide, jubele, tanze oder shoppen gehe, dann fließt Kreativität. 

Am Ende habe ich einen mehr oder weniger ausgefüllten Charakterbogen und eine Figur mit der ich arbeiten kann. Für mich ist dabei aber nichts in Stein gemeißelt. Es gibt immer zwei Möglichkeiten: Wenn mein Charakter in einer Situation nicht so reagiert, wie ich es erwarte und für den Fortgang der Geschichte brauche, muss ich überlegen: Ändere ich die Geschichte an dieser Stelle, so dass es passt, oder muss ich Eigenschaften meines Charakters passend machen?

Aber Achtung: Eigenschaften des Charakters zu ändern, bedeutet auch, dass er eventuell an anderen Stellen anders reagiert. Es ist ein komplexes Zusammenspiel und erfordert Fingerspitzengefühl.

Deshalb wünsche ich dir nun viel Spaß beim Charabasteln und ein gutes Augenmaß, für das, was in deiner Geschichte funktioniert.

PS: Nur als Randbemerkung: Wenn man für ein Rollenspiel Charaktere erschafft, wird oft ausgewürfelt, welche Eigenschaft der Charakter in welchem Maß besitzt…. Auch eine Möglichkeit, oder?

Ich würde mich freuen, von dir zu hören, wie es dir mit deinen Charakteren geht und ob meine Anleitungen hilfreich sind! 

Neue Charaktere erfinden Teil 1

Wie erfinde ich eine neue Figur für meine Geschichten, egal ob Roman oder Rollenspiel?

Falls mich der neue Charakter nicht fix und fertig anspringt und sagt „Hier bin ich!“, was manchmal, aber eher selten passiert, dann muss ich hart arbeiten. Da gibt es eine Menge Entscheidungen zu treffen:

Wer ist meine Figur?

Erstmal muss ich grob wissen, wer mein Charakter sein soll: Ist er Banker an der Wallstreet oder Drogendealer (was bei mir beides eher selten bis gar nie vorkommt ;-)? Oder ist er Räuber, Ritter, Bauer, Kind, Frau, Freund oder Feind? Ist er überhaupt ein Mensch? Oder doch eher Zwerg, Ork, Elf oder Außerirdischer? Drache? Werwolf, Vampir? Es gibt unendlich viele Möglichkeiten! Aber so lange ich nicht weiß, was ich brauche für meine Geschichte, wird es schwierig einen Charakter zu erschaffen. 

Wenn ich meinen Charakter grob einer Kategorie zu ordnen kann, fange ich an, einen Namen zu finden.

Uff und das ist ein eigenes Kapitel wert.

Namen erfinden,

eine Wissenschaft für sich

Namen sind nicht nur Schall und Rauch, Namen prägen einen Charakter. Wenn der Name nicht passt, wirkt die Figur schief, schrullig oder unfreiwillig komisch. Wenn ich einen alten Zwerg Hercules nenne, dann lacht sich jeder kaputt. Wenn das nicht meine Absicht ist, ist der Name verkehrt. Namen müssen passen, sie müssen klingen. (siehe https://kreative-schreiberei.de/roman-tagebuch-teil-2/)

Nun stellt sich die Frage, will oder brauche ich einen Namen, der auch in der realen Welt funktioniert (z. B. Lina Berlein oder Karl Hinrich) oder soll es ein ganz abgespacter Name werden, etwas fantastisches, noch nie gehörtes? (Wie Tycedan Shargur, Sithaobe  Achloz). Fantasynamen sind oft nur Aneinanderreihungen von Silben und sagen mir persönlich meist wenig. Bei realen Namen dagegen ist es schwierig, weil irgendwer heißt immer so… 

Wie ich geeignete Namen finde:

Ich nutze Namensgeneratoren und da gibt es viele:

https://www.fantasynamegenerators.com (ziemlich coole Seite, allerdings auf englisch)

https://www.rollenspielprojekt.de/namensgeneratoren/fantasy-namen-generator.html (für Fantasy geeignet, aber es kommen oft sehr krude Namen heraus)

Wenn es realistischer werden soll, kann man hier Vornamen generieren lassen:

https://www.vorname.com/babynamen_generator.html und

https://www.windelprinz.de/babynamen-generator

eine Sammlung verschieder Namensgeneratoren findet sich auf dieser Seite:

https://www.namensgeneratoren.de

Es gibt noch unendlich viele andere Namensgeneratoren und ich habe schon viele ausprobiert, meistens bin ich mit den Ergebnissen nicht so zufrieden, besonders bei den Fantasygeneratoren, die nur irgendwelche Silben aneinanderhängen.

Ich nutze auch Vornamenlisten, die männliche und weibliche Vornamen verschiedener Sprachen bereitstellen. Meine Lieblingsseite gibt es leider nicht mehr. Dennoch hier ein paar Seiten, auf denen man fündig werden kann, wenn man Namen sucht:

 Vornamen.com bietet neben dem Generator auch Namenslisten.

https://www.babyclub.de/vornamen.html

https://www.hallo-eltern.de/vornamen/

Speziell für weibliche Vornamen:

https://www.vita34.de/namenslisten/vornamen-fuer-maedchen/

Oder männliche Namen:

https://www.vita34.de/namenslisten/vornamen-fuer-jungen/

und auf meinem Apple MacBook Air habe ich den Namensgenerator Roster (https://apps.apple.com/de/app/roster/id586140576?mt=12) aus dem Appstore von Apple heruntergeladen.

Und dann kann man natürlich das gute alte Stammbuch mit der Vornamensliste nutzen oder im Telefonbuch blättern. 

Wichtig ist, hinterher den Namen zu prüfen, ob es den schon irgendwo so gibt, damit man nicht rechtliche Probleme kriegt.

Wenn ich einen passenden Namen gefunden habe, der zur Figur passt und mir gefällt, dann spiele ich damit: andere Schreibweisen, Namenszusätze, Kombinationen, ich probiere so lange, bis es für mich perfekt ist. Dann lasse ich andere hören, lesen, wie meine Figur heißen soll, damit ich sehe, wie meine Idee auf andere wirkt. Bei mir muss meine Familie und eine gute Freundin  herhalten. 

Wenn ich zufrieden bin, betrachte ich das ganze mit ein wenig Abstand. Schlafe eine oder zwei Nächte darüber und gehe mit dem Namen, dem Chara dahinter, spazieren.

Ich muss mit dem Namen schon eine Vorstellung von der Person bekommen. Der Name weckt Assoziationen, Ideen, zieht mich hinein in die Geschichte. Der Name ist quasi die Eintrittskarte in eine neue Welt. Wenn das klappt, ist der Name perfekt.

Wie es weiter geht, wenn ich einen Namen gefunden habe, könnt ihr im nächsten Teil lesen.

Musik zum Schreiben – Ablenkung oder Inspiration?

Ich schreibe gerne mit Musik. Ich habe eine Zusammenstellung von Liedern aus Pop und Rock (von Alice Merton und Bon Jovi über Robbie Williams bis Sunshine Avenue und Survivor), sowie einigen „Mittelalterbands“ u. a.:

Es ist eine bunte Mischung, über 12 Stunden lang, die ich meist random abspiele, während ich schreibe. Die Lieder wurden von meiner Freundin und mir fürs Schreiben in einem Rollenspiel zusammengestellt. Die meisten Lieder sind gezielt vom Text und der Musik passend zu unserer Geschichte gewählt. Das wilde, schnelle Stück für den Schurken oder wenn der Held durch die Gegend hetzt, etwas Romantisches für unser Liebespaar usw. Wir haben auch Lieder umgewidmet: 

So ist die Erkennungsmelodie für meinen Bösewicht „Eye of the Tiger“ von Survivor ja eigentlich das Theme für den dritten Rockyfilm. Irgendwann habe ich ein Video gesehen, das Szenen aus Herr der Ringe, speziell Aragorn, mit diesem Lied unterlegt hat. Ich sah Aragorn stürmen, Treppen hinauf rennen, kämpfen… dazu das Lied … und dachte… wow, das passt auch für meinen Hauptmann der Wache. Ehrgeizig, energisch, ums Überleben kämpfend… leidenschaftlich, nach Ruhm strebend und wir nahmen das Lied auf in die Playlist. Andere Schreiber haben mich dafür ausgelacht. Für sie war das Lied so mit dem Boxfilm verbunden, dass es nicht passte. 

Aber das ist egal, es muss für mich funktionieren. Inzwischen ist es schon lange so, dass ich meine Figur agieren sehe, sobald das Lied beginnt… Und ich bin sofort dabei, Szenen zu kreieren und mir Geschichten auszudenken. Das war das Ziel!

Ich verbinde mit fast jedem Lied Situationen aus meinen Geschichten oder sogar konkrete Charaktere. Das ist natürlich sehr speziell. Dennoch habe ich festgestellt, dass die gleiche Musik mir auch für andere Stories hilft. Sie ist wie mein Trigger, mein Türöffner in meine fantastische Welt. Ich liebe es, zu Musik zu schreiben. 

Für mich gehört Musik zu meiner Schreibroutine

Wenn man sich eine Routine erschaffen will (siehe mein Blogartikel zur Schreibroutine), braucht es dazu ja immer drei Teile: Einen Auslöser oder Anlass, also den Impulsgeber, der einem hilft, mit der Tätigkeit zu beginnen. Dann tut man, was man tun will, in meinem Fall eben Schreiben und am Ende gibt es eine Belohnung, die die Routine fester verankert. Ich habe festgestellt, dass für mich die Musik quasi der Startknopf zum Schreiben ist.  Sie motiviert mich und schafft es, mich hineinzuziehen in die Geschichte. 

Musik schafft Stimmung

Aber mehr noch. Wenn ich mich in meiner Geschichte in eine bestimmte Stimmung versetzen muss, um zum Beispiel etwas Tieftrauriges oder sehr Spannendes zu schreiben, dann suche ich mir passende Lieder heraus und höre mich hinein. Mit der Musik kommt bei mir das Gefühl und ich kann viel gezielter und besser schreiben. Manchmal bringt mich Musik zum Weinen oder zum Lachen, sie kann dazu helfen, friedlich zu werden oder aggressiv, je nachdem welchen Musikstil, welchen Song ich wähle.

Ich habe mir zum Beispiel eine Playlist für meinen Bösewicht zusammengestellt, mit schnellen, aggressiveren Songs, ohne Liebeslieder oder langsame Balladen. Wenn ich wütend werden muss, um etwas zu schreiben, wenn ich Biss und Schnelligkeit brauche, dann wähle ich diese Playlist. Genauso kann man das für jeden anderen Bereich machen: Liebeslieder für romantische Szenen, traurige Lieder für Abschiede,  usw.

Musik malt Bilder. Sie versetzt mich in Stimmungen, malt den Himmel blau oder grau, sie lässt Wellenberge sich auftürmen, Gewitter aufziehen, einen Regenguss niederprasseln und die Sonne durch Wolken brechen. Musik verzaubert mich ebenso wie Bücher es können. Und wenn ich es schaffe, meinen Text quasi mit einem Soundtrack zu unterlegen, dann hilft mir das kreativ zu werden.

Jeder ist anders –

was funktioniert für Dich?

Für mich gehört Musik zum Schreiben dazu. Ohne Musik bin ich blockiert. Dann fließt der Text nicht, selbst wenn ich weiß, was ich schreiben will. Musik ist Inspiration und Muse für mich. Der Startknopf um in meine Geschichten hinein zu schlüpfen. Erst mit Musik werde ich erfinderisch und kann meine Fantasie voll ausschöpfen.

Ich weiß aber auch, dass es Menschen gibt, die sich von Musik, schon gar von Musik mit Texten, sehr ablenken lassen. So schreiben Freunde von mir lieber, wenn es so still wie möglich ist. Da ist Ablenkung von Außen nicht erwünscht. Weder Geräusche, Lärm noch Musik.

Im Gegensatz dazu gibt es Schriftsteller, die zwar keine Musik wählen, aber gerne mitten im Trubel sitzen und z.B. im Cafe schreiben. Das wäre für mich nicht das Richtige. Um mich zu inspirieren und nette Schnipsel aufzuschnappen schon, aber um Text auf digitale Seiten zu bringen, eher nicht. Da muss der Hintergrund verschwimmen können und nicht so präsent sein wie Unterhaltungen es zuweilen sind. Aber wer es schafft, den Trubel zu einem Hintergrundmurmeln werden zu lassen, der ist vielleicht im Cafe richtig.

Ein Zwischending wäre, Musik ohne Texte zu wählen, Instrumentalstücke, Filmmusik oder klassische Musik. Ich finde, dass Soundtracks zu Filmen sich sehr gut eignen, um kreative Texte zu verfassen. Filmmusik ist ja geschrieben worden, um Geschichten zu untermalen und hörbar zu machen. 

Zum Beispiel funktionieren für mich einzelne Stücke aus den „Herr-der-Ringe“-Filmen oder aus den Filmen „Fluch der Karibik“ und „The Last of the Mohicans“.

Vielleicht findest auch du den Soundtrack zu deiner Geschichte, deinem Hauptcharakter und kannst dich darüber besser in ihn hineinversetzen.

Über einen Kommentar zum Thema würde ich mich freuen.

Schreibroutine

Talent ist billiger als Salz. Was den erfolgreichen Menschen vom talentierten unterscheidet, ist eine Menge harter Arbeit. (Stephen King)

Stephen Kings Zitat ist harter Tobak, wie vieles, was der berühmte Schriftsteller so gesagt  bzw. geschrieben hat. Obwohl ich ja gedacht hätte, es ist das Talent, was entscheidend ist. Aber King sagt, Talent alleine reicht nicht, es braucht harte Arbeit. Er sagt auch: Selbst wenn ich Talent habe, brauche ich mir nichts darauf einzubilden, es gibt viele mit Talent. Was den Unterschied macht, ist harte Arbeit. 

Aber Schreiben ist doch…  Inspiration… und Talent und… Freude, aber…. harte Arbeit? 

Arbeiten klingt gar nicht gut! Arbeiten klingt nach Fleiß, nach langweiliger Routine, nach… Stunden am Schreibtisch, Stress, Kopfschmerzen, wenig Spaß, Arbeiten eben. Und wie kann ich, wenn ich mich regelmäßig, sozusagen gezwungenermaßen an den Schreibtisch setze, etwas Schreiben, was nicht nur wie eine hölzerne Anleitung zum Zusammenbau eines Möbelstücks klingt? Und das immer zur gleichen Zeit? Mit der gleichen Routine? Am gleichen Ort? 

Brauche ich wirklich eine Schreibroutine, wenn ich mehr will, als nur ab und an ein bisschen hobbymäßig zu texten?

Hast du eine Schreibroutine?

In diesem Post beschäftige ich mich damit, ob es sinnvoll ist, sich auch als Hobbyautor eine Schreibroutine zu zu legen, oder ob man lieber wartet, bis die Muse einen küsst. 

Jahrelang habe ich geschrieben, wenn ich Lust und Zeit hatte. Klar, es war mein Hobby, ich wollte schreiben! Zeitweise war ich so begierig zu schreiben, dass ich jeden Tag viele Seiten in den Laptop getippt habe, oft bis spät in die Nacht. Wenn man alle Seiten nähme, die ich jemals geschrieben habe, kämen wohl etliche dicke Bücher dabei heraus.

Dann gab es Zeiten, da wurde das Schreiben weniger, die Zeit knapper, die Motivation war nicht mehr ganz so hoch, obwohl ich immer noch schreiben wollte. Irgendwann reduzierte sich das Schreiben von mehrmals täglich auf einmal die Woche, einmal alle zwei Wochen, einmal im Monat bis es fast ganz eingeschlafen ist. Zu allem Übel wurde ich auch noch so krank, dass an kreatives Schreiben lange gar nicht zu denken war. 

Am Ende angelangt!

Zeit die Träume zu begraben?

Glücklich war ich damit nicht. Aber irgendwie war die Inspiration weg, die Fähigkeit schien abhanden gekommen, jeder Text fiel mir schwer, um jedes Wort musste ich ringen. Eine Quälerei von vorne bis hinten. Es war wohl besser aufzugeben!

Wenn ich es getan hätte, würdest du jetzt nicht diesen Blog lesen.

Ich wollte weiter schreiben. Wollte unter Anderem mein textbasierte Rollenspiel  nicht sterben lassen, dass ich zu dem Zeitpunkt seit mehr als 8 Jahren mit Freunden geschrieben habe (Inzwischen arbeite ich daran seit mehr als 13 Jahren! WOW!) Es gab noch so viele offene Lines, so viele Ideen, die wir mal dafür gehabt hatten… also habe ich mich zurück gekämpft ins Schreiben. Dennoch waren es meist nicht mehr als ein bis zwei Texte pro Monat, die ich fertig gestellt habe, manchmal auch gar keiner. Es ging schleppend, unbefriedigend. 

Gab es eine Möglichkeit, dieses Drama zu beenden?

Irgendwann bin ich auf eine Webseite gestoßen, die neben einem Schreibprogramm für den PC (Scrivener) auch empfohlen hat, sich eine Schreibgewohnheit anzutrainieren, also ein festes Ritual, zu einer genau definierten Zeit, damit man ins Schreiben kommt. Ich war skeptisch. Wie soll das gehen? Zu einer festgelegten Zeit eine festgelegte Zahl von Worten zu schreiben schien mir wenig inspirierend. Wie kann ich da kreativ sein? Wo blieb die Muse? Ich muss doch in Stimmung sein, um etwas zu schreiben! Oder etwa nicht?

Trotz allem war ich neugierig genug, den Kurs Schreibgewohnheit zu belegen. -> Hier gehts zum kostenpflichtigen Kurs von Gian Carmichel,  ( https://www.knowhowlounge.de , man muss auf der Seite nach dem Kurs „Schreibgewohnheit“ suchen). Außerdem gibt es auf dieser Webseite viele Tipps und Tricks zur Schreibsoftware Scrivener ( hier findet man den Scrivener Download: https://www.literatureandlatte.com ), zu der ich an anderer Stelle noch etwas sagen werde. Allerdings ist Gian von der Knowhowlounge da ein weitaus größerer Kenner als ich, deshalb, solltest du Interesse haben mit Scrivener zu arbeiten, schau dich unbedingt auf Gians Seite um, er hat für fast alles einen Geheimtipp.

Jetzt aber weiter mit der Schreibgewohnheit. Ich fand die Sache tatsächlich einleuchtender als gedacht, allerdings habe ich es anfangs nicht auf Dauer geschafft, mir meine ganze eigene Schreibroutine zu schaffen. Ich bin ein Chaot! Regelmäßigkeit und Routine passten irgendwie so gar nicht zu meinem Stil. Und es ist doch ein Hobby! Das muss schließlich Spaß machen! Oder?

Warum ich trotzdem empfehle, sich eine Schreibgewohnheit zu schaffen?

Es blieb immer noch: Motivation und Freude am Schreiben allein reichten nicht mehr aus: Ich schrieb zwar, aber nur sporadisch! Viel zu selten kam die Muse und inspirierte mich. Und das war ebenso unbefriedigend, wie die Quälerei mit der Routine. Irgendetwas musste sich ändern, wenn ich nicht ganz aufhören wollte. Und das wollte ich auf keinen Fall. Schreiben gehört zu mir wie das Atmen oder das Wasser zum Fisch.

Also gut, neuer Anlauf. Wie war das mit den Gewohnheiten? Um eine neue Routine zu schaffen, braucht es drei Dinge: Einen Auslöseimpuls, also dass, was dich dazu bringt mit deiner Tätigkeit, sei es Schreiben oder Joggen oder was auch immer, zu beginnen. Dann die Tätigkeit an sich und als Abschluss eine Belohnung. Und wenn du das eine geraume Zeit durchhältst, die Rede ist von etwa zwei bis hin zu acht Monaten in Folge (über den Zeitrahmen, wie lange genau es braucht, gibt es Diskussionen), hast du eine neue Gewohnheit etabliert.

Habe ich das umgesetzt? Anfangs ja, zu meinem Rollenspielprojekt kam der Wunsch, ein Buch zu schreiben. Ich fing  an… wenn auch noch etwas zögerlich: Ich fand meinen Platz zum Schreiben, meine Zeit und einen Auslöser… dann kam mal wieder das Leben dazwischen, wichtige Menschen in meinem privaten Umfeld brauchten meine Zeit und Kraft, meine alte Arbeitsstelle forderte mich als Vertretung an – das Schreiben lag brach. 

Seit Anfang diesen Jahres habe ich mir erneut vorgenommen, mehr zu schreiben. Mein Romanprojekt rückt in den Focus, ich habe endlich angefangen, nicht nur davon zu träumen, sondern die ersten Seiten zu verfassen, aktuell sind es schon über 50. 

Und die Idee für den Blog wurde geboren.

Und wie mache ich das nun mit dem Schreiben?

Ich habe mir eine feste Zeit gesucht, bei mir ist das morgens, erschreckend früh morgens (und das, obwohl ich eigentlich eine Nachteule bin!). Und ich habe einen festen Platz (und der ist nicht auf dem Sofa!), auch wenn ich damit nicht ganz zufrieden bin. Außerdem habe ich einen oder eigentlich  zwei Auslöse gefunden, die für mich funktionieren. 

Meine Auslöser

Ich trinke immer Tee beim Schreiben, also koche ich mir als erstes meinen Lieblingstee und stelle mir meine Tasse an den Arbeitsplatz. Allein der Geruch und der sich kräuselnde Dampf wecken Inspirationen. Als nächstes setze ich die Kopfhörer auf und stelle meine Lieblingsmusik ein. Ohne Musik geht gar nichts! Heute habe ich den Beweis dafür gefunden… Ich saß gefühlt stundenlang am Laptop und hab nur wenige mühselig errungene Sätze zustande gebracht, Kaum mehr als 100 Worte. Ich hatte dabei keine Musik an, weil ich nebenbei jemanden am Telefon begleitet habe. Jetzt war ich aber nicht ständig am Quatschen und der andere auch nicht… es war ein stilles nebeneinander und miteinander arbeiten… bei mir blieb es ziemlich unproduktiv. Sobald ich aber den Hörer aufgelegt hatte und die Kopfhörer mich mit meiner Lieblingsmusik beschallt haben, begann der Text zu fließen. Ergebnis: Es wurden noch mehr als 1000 Worte.  Musik ist einer meiner Impulse für meine Schreibarbeit.

Die Inspiration kommt tatsächlich fast wie von allein, wenn ich anfange in die Tasten zu tippen. Meistens jedenfalls! Und weil ich ja regelmäßig schreibe, bin ich viel mehr in der Geschichte drin und es fällt leichter anzuknüpfen.

Wie lange schreibe ich? 

Ich stelle mir einen Timer auf eine Stunde. Und lege konzentriert los. Danach mache ich eine Pause, erledige Dinge im Haushalt oder ähnliches, um später an den Schreibtisch zurück zu kehren. Mein Schreibumfang beträgt zur Zeit täglich zwei bis drei Stunden. Mit dem Blog sogar noch mehr. Das Tagespensum variiert jedoch stark. Manchmal nehme ich mir eine bestimmte Anzahl Worte vor und höre erst auf, wenn ich die erledigt habe. Oder, wenn ich viel Ruhe und Zeit habe oder gerade sehr im Fluss bin, schreibe ich auch länger als geplant. Wenn es mal gar nicht gut geht, sind es nur wenige Sätze oder Worte, aber einen Tag ohne Schreiben gibt es nicht mehr.

Zum Thema Belohnung! 

Das fällt mir schwer. Wenn ich Texte fürs Rollenspiel schreibe, dann ist mir die Rückmeldung meiner Schreibpartner die beste Belohnung. Wenn ich für den Roman Worte zu Papier bringe, bin ich einfach froh zu sehen, wie das Gesamtprojekt Gestalt annimmt und wächst. Und beim Blog? Ist es natürlich euer Feedback. Also schreibt fleißig Kommentare, das freut das Autorenherz. Was die Belohnung an sich betrifft, da gäbe es sicher noch Verbesserungspotential.

Das Erstaunliche: Je regelmäßiger ich schreibe, desto öfter stellt sich meine Muse pünktlich ein. Ich schreibe wieder ca. einen Post pro Woche für mein Rollenspiel und  mehr als einen Blogartikel pro Woche, dazu arbeite ich jeden Tag am Text für den Roman. Auch wenn es nach harter Arbeit klingt, es lohnt sich. Mein Schreiben ist auf ein neues Level gehoben worden, ich komme vorwärts, sehe Erfolge.

Fazit: 

Für mich funktioniert eine Schreibroutine. 

Und dass, obwohl ich nie gedacht hätte, dass ich der Typ für eine solche Regelmäßigkeit bin. So kann man sich täuschen!

Hast du es schon ausprobiert? Schreibst du nach Lust und Laune oder hast du dir eine Routine angewöhnt? Berichte mir doch über deine Erfahrungen!