Überforderung statt Flow – und warum diese Woche trotzdem getragen hat
Manchmal fühlt sich eine Woche an, als hätte sie nichts richtig vorzuweisen.
Und manchmal stimmt das einfach nicht.
Diese Woche war eigentlich erfolgreicher, als sie sich anfühlt.
Auch diesen Samstagsplausch verlinke ich mit dem Karminrot-Blog und dem Karminroten Lesezimmer.
🎉 Ein guter Anfang – und Abschiede
Letzten Samstag starteten wir wirklich schön:
Mit dem 30. Geburtstag meines Sohnes, einem besonderen Sushi-Essen, viel gemeinsamer Zeit und einem Spielenachmittag. Einer dieser Momente, die man nicht plant, sondern sammelt.
Am Sonntag und Montag folgten dann Abschiede Richtung Norden und Osten.
Wer mag, kann im WMDEDGT-Artikel nachlesen, wie sich dieser Montag angefühlt hat – er steckt dort ziemlich pur drin.
Und vielleicht war es genau diese Mischung aus Feiern und Loslassen, die dafür gesorgt hat, dass ich innerlich erst einmal nicht richtig im Schreiben ankam.
✍️ Schreiben ohne Rausch – Wiederankommen statt Flow
Diese Woche war Anfangen schwerer als Dranbleiben.
Der Einstieg ins Manuskript fiel mir erstaunlich schwer.
Zu viele äußere Dinge, zu viel inneres Rauschen, zu viel Überforderung. Und dann auch noch genau die kniffligen Stellen im Text, an denen das Lektoratsfeedback besonders dicht und fordernd war. Stellen, bei denen man am liebsten alles hinschmeißen würde.
Und trotzdem:
Ich habe mich gegen den Widerstand hineingeschrieben in den Text.
Am Mittwoch dachte ich sogar kurz: Jetzt bin ich wieder drin.
Zwei schwierige Szenen, komplizierte Dialoge – überarbeitet, durchdacht, getragen.
Am Donnerstag und Freitag war der Kampf wieder da. Aber ich bin geblieben.
Der Flow kam nicht von selbst.
Er musste massiv angeschoben werden.
Schreiben war diese Woche keine Euphorie, sondern harte Arbeit.
Und genau das zählt gerade.
🌊 Alltag vs. Tiefe – Gegenstrom
Was mich immer wieder rausgezogen hat?
Arzttermine. Fahrdienste. Haushalt. Alltag, der erledigt werden wollte.
Was mich hineingezogen hat?
Die Erinnerung an das übergeordnete Feedback meines Lektors. An das Lob für meinen Stil. An die Rückmeldung, dass die Geschichte insgesamt gut und spannend zu lesen ist.
Mein Alltag fühlt sich gerade wie Gegenstrom an.
Und ja – dagegen anzuschwimmen kostet Kraft.
🧳 Loslassen und Halten
Wir mussten geplanten Besuch absagen – wegen einer bakteriellen und sehr ansteckenden Bindehautentzündung. Auch das Sonntagsprogramm fällt flach.
Losgelassen habe ich außerdem ein Treffen der Art Community meiner Gemeinde und – zumindest ein Stück weit – die Perfektion in Sachen Haushalt.
Gehalten habe ich:
- mein Manuskript
- meine Hoffnung
- den Wunsch, das Buch im ersten Halbjahr zu veröffentlichen
Nicht alles gelingt.
Aber manches bleibt.
🧹 Kleine Siege, große Wirkung
Objektiv betrachtet war der Fortschritt klein:
Zwei bis vier Szenen, jeweils zwei bis vier Seiten. Keine Masse.
Und dann diese Küchenaufräumaktion.
Sie begann in einer kleinen Ecke, räumte eine Ablage frei – und hat meine Küche de facto grundlegend verändert.
Warum das wichtig ist?
Weil es mir meine Selbstwirksamkeit gezeigt hat.
Ich kann aufräumen.
Ich kann systematisch Ordnung schaffen.
Ich bin aktiver, strukturierter und geordneter, als ich mir selbst oft glaube.
Manchmal ist Ordnung kein Luxus.
Sondern Rettung.
💬 Überforderung & Spannung
Wenn diese Woche ein Wort hätte, wäre es: Überforderung.
Gern gehabt hätte ich: Flow.
Aber ich habe die Spannung ausgehalten.
Und trotzdem Text überarbeitet.
Zwischen Sushi, Abschieden und Absagen bin ich wieder ins Schreiben gekommen – obwohl ich mich auch gut hätte drücken können.
Ich habe nicht aus dem Ideal heraus geschrieben, sondern mitten aus der Spannung.
Und vielleicht ist genau das gerade mein Modus. Dennoch wünsche ich mir für die nächsten Wochen mehr Leichtigkeit.
Vielleicht ist genau deshalb das gemeinsame Schreiben für mich gerade so wichtig.
Nicht als weiterer Anspruch, sondern als Raum: um dranzubleiben, auch wenn der Flow nicht von selbst kommt. Um Schreiben nicht als Leistung, sondern als Weg zu begreifen.
In meinen Schreibkursen geht es genau darum: um ehrliches Schreiben, um Ermutigung, um das Wiederankommen im eigenen Text – auch (oder gerade), wenn Alltag, Zweifel und Überforderung laut sind.
Wer Lust hat, das Schreiben nicht allein, sondern in einem geschützten, wertschätzenden Rahmen zu erkunden, findet alle Infos zu meinen aktuellen Kursen hier:
👉 Encouraged Writing – ErMUTigtes Schreiben
Ich wünsche euch allen eine wundervolle, leichte Woche und Freude bei dem, was euch am Herzen liegt.






