Zwischen Reparaturmodus, Notaufnahme und neuen Geschichten
Es ist wieder Samstagsplausch-Zeit. Wie jeden Samstag verlinke ich meinen Wochenrückblick bei Karminrot und ihrem Karminroten Lesezimmer, wo viele Blogger ihre Woche erzählen – mal turbulent, mal ruhig, mal irgendwo dazwischen.
Meine Woche gehörte eindeutig zur Kategorie „irgendwo dazwischen“.
Sie hatte viel Müdigkeit, Leben im Reperaturmodus, einige seltsame Alltagsmomente, eine nächtliche Notaufnahme – und zwischendurch kleine Funken, die zeigen, dass das Leben und die Kreativität immer noch da sind.
Wochenende – Reparaturmodus
Das Wochenende begann mit Bibelschule am letzten Samstagmorgen.
Sechs Stunden Input und Übungen zum Thema Lobpreis und Anbetung, ein leckeres gemeinsames Mittagessen – und natürlich hatte ausgerechnet mein Team Küchendienst an diesem Samstag.
Um 15 Uhr kam ich zu Hause an. Eigentlich hatte ich geplant, später noch den Anbetungsabend mitzunehmen. Aber mein Körper hatte andere Pläne.
Nachdem ich einmal die Matratze meines Bettes berührt hatte, war nichts mehr zu machen. Ich habe es nicht einmal geschafft, zum Abendessen aufzustehen, und habe 16 Stunden am Stück im Bett verbracht.
Trotzdem begann der Sonntag immer noch müde.
Eigentlich wäre ich gern in den Gottesdienst gegangen, aber es blieb beim Livestream. Das macht schon einen Unterschied – die Atmosphäre eines Raumes voller Lobpreis lässt sich digital einfach nicht vollständig übertragen. Aber ich habe das Beste daraus gemacht, was an diesem etwas verorgelten Morgen möglich war.
Während des Lobpreises fing ich an zu schreiben und zu kritzeln – Worte aus den Liedern, Gedanken, kleine Bilder. Drei Seiten sind so entstanden. Manchmal kommen die ehrlichsten Zeilen genau dann, wenn man sich eigentlich gar nicht danach fühlt.
Der restliche Tag war eher ein Matsch-Tag. Viel Liegen, viel Einschlafen, wenig Energie. Ich hätte gern geschrieben oder gemalt, aber mein Körper fühlte sich an, als hätte jemand die Handbremse angezogen oder mir eine dicke Decke über den Kopf geworfen.
Dafür gab es kleine Momente:
eine gelbe Osterglocke im Garten, Vogelstimmen draußen, ein Teller Kartoffelpüree mit Käse, der erstaunlich gut getan hat.
Nicht spektakulär – aber manchmal reicht genau das.
Montag – Nebel im Kopf und rote Schuhe
Der Montag begann mit ziemlich viel innerem Wetter. Ich hatte immer noch diese dumpfe Decke über dem Kopf und das Gefühl, nicht richtig geradeaus denken zu können.
Nach den turbulenten Wochen mit den Medikamentennebenwirkungen und meinem überreizten Nervensystem tauchte plötzlich die Angst auf, dass mein kreativer Flow vielleicht dauerhaft gedimmt sein könnte.
Schreiben fühlt sich für mich ja nicht wie ein Hobby an. Auch nicht nur wie meine Arbeit – obwohl es das natürlich auch ist. Es ist eher wie Atmen.
Die Vorstellung, dass das vielleicht nicht mehr so geht wie früher, hatte etwas sehr Beklemmendes.
Trotzdem habe ich mich hingesetzt und ein bisschen geschrieben. Und dabei gemerkt: Die Sprache ist noch da. Sie steht nur manchmal hinter Nebel.
Am Nachmittag hatte ich einen Termin bei meiner Psychiaterin. Sie meinte, dass diese Art Nachwirkungen häufig etwa fünf Wochen braucht, bis sie wirklich abklingen. Vier sind inzwischen vorbei. Das hat mir zumindest Hoffnung gemacht, dass mein System sich langsam wieder sortiert.
Danach habe ich mir etwas gegönnt: knallrote Think-Schuhe.

Ich liebe diese Marke – extravagant, bequem und irgendwie sehr „ich“. Manchmal braucht es kleine Dinge, die einfach Freude machen.
Ein besonderer Moment – Meine Geschichte lebt noch
Am selben Tag gab es noch einen Moment, der mich wirklich berührt hat.
Ich durfte eine Hörprobe aus meinem Buch „Ansgar von Briant – Der Freund des Königs“ hören. Eine Szene wurde eingesprochen – und plötzlich war sie wieder da, diese Resonanz. Bilder im Kopf, Spannung im Körper, echtes Kino.
Da habe ich gemerkt:
Meine Geschichte lebt noch.
Vielleicht ist sie gerade etwas leiser geworden, aber sie ist nicht verschwunden. Und vielleicht wird ja wirklich noch ein Hörbuch daraus. Das würde mich sehr freuen.
Dienstag – Brotduft und schwere Gedanken
Der Dienstag begann mitten in der Nacht.
Kurz nach halb drei bin ich aufgewacht und habe festgestellt, dass ich immerhin schon über fünf Stunden mit der CPAP-Maske geschlafen hatte. Danach bin ich wieder eingeschlafen, aber der Morgen fühlte sich trotzdem dumpf und schwer an.
Der Tag begann emotional schwierig. Beim Wiegen stellte sich heraus, dass ein Teil der mühsam verlorenen Kilos wieder zurückgekommen ist.
In den letzten Wochen hatte ich wieder mehr gegessen, um mein Nervensystem zu beruhigen. Zu sehen, wie schnell das Gewicht wieder steigt, war ein kleiner Schock.
Und ich hatte definitiv zu kämpfen. Vor allem mit dem Gefühl:
Entweder stabileres Nervensystem – aber dafür wieder zunehmen.
Oder abnehmen – und dafür ein flatterndes Nervensystem.
Das kann doch eigentlich nicht die Wahl sein.
Nun versuche ich also, das irgendwie ins Gleichgewicht zu bringen:
essen, damit das Nervensystem stabil bleibt – aber nicht zu viel, damit das Knie nicht noch mehr Gewicht tragen muss.
Trotzdem habe ich etwas gemacht, das mir gut tut:
Ich habe Getreide gemahlen und Brot gebacken.
Der Duft von frischem Brot in der Küche ist immerhin etwas Tröstliches. Auch wenn die Brote unten etwas in der Form hängen geblieben sind – sie schmecken trotzdem.
Am Nachmittag habe ich wenigstens ein paar Seiten für meine Bibelschulaufgaben gelesen und später noch Lobpreis gehört.
Kleine Inseln.
Mittwoch – Socken, Oliven und eine Nacht in der Notaufnahme
Der Mittwoch begann erneut ziemlich müde.
Ich habe meinen Mann zur Arbeit gefahren, danach den Wocheneinkauf erledigt und am Vormittag tatsächlich meine Schreibschnuppe veröffentlicht.
Außerdem habe ich angefangen, ein Buch zu lesen: Kultur der Ehre. Ich bin noch nicht ganz sicher, was ich davon halte – der Stil wirkt auf mich sehr amerikanisch – aber ich lese erst einmal weiter.
Ein großes praktisches Projekt habe ich auch erledigt: unser Sockenchaos.
Drei Kisten voller einzelner Socken haben mich schon lange genervt. Also habe ich kurzerhand eine radikale Lösung gewählt:
Alle alten Einzelsocken weggeschmissen – nur meiner Tochter habe ich ihre aufgehoben, denn sie hat die Angewohnheit, sowieso zwei völlig unterschiedliche Socken anzuziehen.
Die typischen Herreneinzelsocken ergaben am Ende einen ganzen 60-Liter-Müllsack.
Danach bin ich in die Stadt und habe folgendes neu besorgt:
28 Paar identische schwarze Socken für meinen Mann und meinen Sohn – und 14 bunte für mich.
Am Abend wollte ich Couscoussalat mit Hähnchen und Oliven machen. Leider stellte sich heraus, dass meine Familie beide Olivengläser komplett aufgegessen hatte.
Also musste ich noch einmal los.
Währenddessen hatte mein Mann ebenfalls Oliven besorgt, weil er meine Nachricht zu spät gelesen hatte.
Ergebnis: sehr viele Oliven.
Und ein sehr leckerer Couscoussalat.
Der Abend endete allerdings etwas unerwartet.
Meine Wade fühlte sich plötzlich warm und gespannt an. Da ich schon einmal eine tiefe Beinvenenthrombose hatte, bin ich lieber auf Nummer sicher gegangen und nachts noch in die Notaufnahme gefahren.
Zum Glück stellte sich heraus:
keine Thrombose.
Ein Moment dort hat mich besonders berührt.
Ein Arzt sah den Bibelvers auf der Rückseite meines Handys – Römer 5,5 – und sprach mich darauf an. Er erzählte, dass er ebenfalls Christ ist. Am Ende hat er sogar noch für mein Bein gebetet.
Mitten in der Nacht in einer Notaufnahme so eine Begegnung zu erleben, war irgendwie besonders.
Zwischen Müdigkeit und Kreativität
Die restliche Woche blieb körperlich eher ruhig.
Mein Nervensystem ist noch empfindlich, und ich merke deutlich, dass ich gerade mehr Pausen brauche. Aber immerhin wurde meine Laune wieder stabiler und die Decke über dem Kopf verschwand allmählich.
Ein schönes Erlebnis dieser Woche:
Während ich eigentlich nur ein bisschen mit einer neuen Idee herumspielen wollte, tauchte plötzlich eine Figur auf und fing an, lebendig zu werden. Ich habe ein paar kurze Schreibsprints gemacht und gemerkt, wie sehr mich diese Welt gerade zieht.
Mehr verrate ich darüber im Moment noch nicht.
Nur so viel:
Es hat etwas mit Büchern zu tun.
Vielleicht ist es auch eine kleine Hommage an meinen Papa. Er hat Bücher geliebt, mir vorgelesen und meine eigene Liebe zu Geschichten geprägt.
Beim Schreiben kamen viele Erinnerungen wieder hoch.
Was sonst noch war
Neben all diesen größeren Momenten gab es natürlich auch die ganz normalen kleinen Dinge des Lebens:
- ein Wäscheberg, der sich erstaunlich konsequent ignorieren ließ
- die Tatsache, dass ich die falschen Socken gekauft hatte – nämlich welche mit Wochentagen am Schaft. Damit war mein System natürlich komplett ad absurdum geführt. Also blieb nichts anderes übrig als ein lästiger Umtausch.
- mehrere sehr müde Tage, an denen mein Körper klar gemacht hat, dass er noch Zeit braucht
- Und einen gemütlichen Filmabend mit meinem Mann. Wir haben Notting Hill auf Englisch geschaut. Ich liebe das Original.
Als Julia Roberts in der Pressekonferenz sagt, dass sie „indefinitely“ bleiben will, musste ich plötzlich heulen.
Dieser Film war früher eine Zeit lang mein Einschlafritual. Irgendwann bin ich schon nach dem Vorspann eingeschlafen, so oft habe ich ihn geschaut.
Vielleicht war das genau der richtige Abschluss für diese Woche.
Fazit der Woche
Keine spektakuläre Woche.
Aber eine mit kleinen Funken:
Brotduft in der Küche.
Rote Schuhe.
Ein Gebet mitten in der Nacht im Krankenhaus.
Und eine neue Geschichte, die leise anklopft.
Manchmal reicht genau das.
Und wie war eure Woche? Ich wünsche euch jedenfalls ein gesegnetes Wochenende, Zeit für euch selber und viele, kreative Ideen.








Oh cool, ein Arzt der in der Notaufnahme für Dein Bein betet. Das ist ja genial! Ich war diese Woche auch mal in der Notaufnahme. Aber ich konnte mit einem Medikament nach 2 Stunden wieder gehen.