Vier Tage vor Wolkenstein: Ein Wald, eine Bank und ein Video

Noch vier Tage bis zum Crowdfunding meines Buches Ansgar von Briant – Wolkenstein.

Heute saß ich im Wald auf einer Bank. Der erste Waldausflug, seit ich das Krankenhaus verlassen habe. Der Himmel hing grau und schwer über den Bäumen, es roch nach Erde und Regen und später leider unangenehm nach Hunde-Exkrementen.
Die einzigen Menschen, die mir begegneten, waren Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern und einer muss die Stinkmine genau gegenüber der Bank platziert haben, während ich dort saß. Denn vorher war die Luft noch rein.
Aber ich hatte ein Ziel. Ich wollte über Wolkenstein erzählen. Über Eloan und die Wälder und über das Crowdfunding. ALso Nase zu und durch? Nee, das ging ja nicht, weil mit Nase zu, kann man schlecht reden.
Etwa eine halbe Stunde hab ich experimentiert. Kürzere und längere Videosequenzen aufgenommen. Verschiedene Einstiege und Blickwinkel versucht und einfach Material gesammelt.

Irgendwann dachte ich: Jetzt sollte ich gehen. Aber die Unruhe blieb. Das Crowdfunding ist wichtig. Es entscheidet mit darüber, wie und wann Wolkenstein erscheinen kann. Vielleicht kannst du dir vorstellen, welchen Druck diese Gedanke erzeugt. Und dann kamen weitere Gedanken und kreisten: Was, wenn ich nicht genug gute Videoschnipsel produziert hatte? Was, wenn das alles unbrauchbar ist? Ich weiß nicht, ob du das kennst: Man nimmt sich selbst per Video auf und irgendwie wirkt alles komisch…. meine Stimme – furchtbar, wie die Haare liegen oder im Wind fliegen – furchtbar, mein Gesichtsausdruck – furchtbar und der Baum hinter mir, der müsste… ach alles einfach furchtbar…
So ging es mir auch, also blieb ich noch ein paar Minuten und drehte noch ein paar mehr Minisequenzen. In der Hoffnung, dass am Ende wenigstens eine nicht ganz grässlich sein würde.

Dann traf mich ein Tropfen. Erst jetzt bemerkte ich, dass es noch finsterer geworden war und zu regnen begann. Schnell das Handy in die Tasche und den Weg zurück zum Auto. Es war nicht weit, keine zehn Minuten, wenn man gut zu Fuß ist, aber ich bin nicht gut zu Fuß. Ich hab immer noch Knieweh und bin gerade erst eine Woche aus dem Krankenhaus nach einer Lungenentzündung. Glaub mir ich hab gebetet, dass der Regen nicht so schnell zu doll wird. Denn klatschnass werden, war sicher auch nicht das, was Ärzte mir raten würden. Zum Glück habe ich es ins Auto geschafft, ehe ich ganz durchnässt war. Nur ein bisschen angefeuchtet. Puh. Danke Gott. Das war gerade noch rechtzeitig.

Zu Hause angekommen, hab ich mich darum gekümmert, das Material zu sichten. Etliche Videos waren zu kurz stockten irgendwo oder ich sah wirklich dämlich aus. Am Ende hatte ich sechs Lieblingssequenzen ausgesucht und musste nun daraus meinen Favoriten wählen. Drei der Videos waren definitiv Material für heute, während man die anderen Videos zeitunabhängiger posten kann. Dann also nochmal wählen. Eins zu langatmig, zwei andere ganz gut, schlussendlich gab die Stimme meiner Tochter den Ausschlag, die sagte: Auf dem Video wirkst du am natürlichsten.

Die schwierige Auswahl war damit erledigt, aber noch konnte man das Video nicht veröffentlichen. Also: ab in Canva, Video hochladen, auf die richtige Größe für einen Reelbeitrag bringen und Untertitel generieren. Sollte ich noch Musik einbauen? Eigentlich was Nettes, damit man das Hintergrundrauschen nicht so hört, doch meine Tochter riet mir davon ab, weil man dann meine Stimme nicht so gut hört und vor allem das Vogelgezwtscher untergeht,

Ich kontrollierte nochmal alles und stellte einen Fehler fest bei den Untertiteln. Ja und dann zickte Canva. Ich konnte meine Untertitel nicht bearbeiten, aber so lassen ging auch nicht, denn ehrlich, was ist ein Frautfunding? Knurr. Nach einer halben Stunde, einer Menge Haareraufen, einem Neustart von Canva und einem Doppelklick ging es endlich. Aus Fraudfunding wurde Crowdfunding. Der Beitrag konnte endlich onlinegehen.

Er hat mich einen halben Tag, meine ganze Energie, Kraft und Gedanken gekostet und als das Ding endlich online war, musste ich mich erstmal zu einem Mittagsschlaf hinlegen. An der Stelle merke ich: Meine Energie reicht noch nicht für alles und schon gar nicht für solchen Dinge, die viel Energie ziehen und in meinem Kopf ein echter Riese sind.

Und heute Abend gucke ich ungläubig in instagram und sehe: 458 Views. Tendenz noch steigend und kann es nicht glauben. Wenn du das Video noch nicht gesehen hast, kannst du es auch hier angucken:


Und wenn du mich unterstützen willst, Band 2 vorbestellen möchtest oder Band 1 kennenlernen, oder ein Dankeschön erhalten möchtest, dann kannst du das ab Samstag, 20.06.26 um 9 Uhr unter diesem Link tun:

Wolkenstein

Danke, dass du mich durch meinen Tag, meine Aufregung begleitet hast. Ich wünsche dir einen wunderbaren Abend.

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