100 Bücher und ein bisschen Chaos

Chaos hab ich ja immer irgendwie ein bisschen, aber diese Woche war es wieder ein echtes Kuddelmuddel. Von schönen Erfahrungen bis zu einer weiteren Nacht in der Notaufnahme. Seufz. Auf die hätte ich gut verzichten können.
Wie jede Woche verlinke ich diesen Samstagsplausch mit der Seite von Karminrot und ihrem Karminroten Lesezimmer.

Was hat eine Pflanze mit einer Predigt zu tun?

Letzten Sonntag predigte zum ersten Mal eine junge Frau in unserer Gemeinde, die bei uns ein Praktikum im Rahmen ihrer Ausbildung am theologischen Seminar in Erzhausen absolviert. Und was soll ich sagen, sie hat ihre Sache gut gemacht. Anschaulich, eindrücklich und auf den Punkt. Und das krasseste? Sie hat ein Thema getroffen, dass mich schon zuvor sehr bewegt hat. Ablenkung.

Es gibt so viele Dinge, die uns abhalten, frisches Wasser aus der Quelle zu nutzen, um zu wachsen. Gottes Gegenwart als die Quelle verstanden, aus der frisches Wasser fließt. Zur Illustration hatte sie eine Pflanze mitgebracht, die sie gerade großzieht und die sogar schon Ableger bildet. Wenn man diese Pflanze mit Cola oder Fanta gießt, dann wird sie eingehen. Sie braucht Wassser zum Wachsen. Und so ist es mit uns: Wenn wir unser Leben nur mit Ablenkungen, und das kann alles mögliche sein, füllen und nicht regelmäßig frisches Wassser von Gott selbst bekommen, wird es uns nicht gut tun. Wir sind geschaffen für Gemeinschaft mit Gott. Unsere Seele sehnt sich nach Zeit mit ihm.

Und ich?

Ich wusste sofort, was sie meinte. Und ich wusste ebenso sofort, welche Ablenkung bei mir in letzter Zeit zu groß geworden ist. Also habe ich mir noch während der Predigt vorgenommen, das zu ändern.
Außerdem bin ich nach dem Gottesdienst zu ihr und habe ihr eine entsprechend positive Rückmeldung gegeben. Die Predigt saß. Auf den Punkt. Ohne Umschweife. Es tat fast ein bisschen weh, aber gleichzeitig war es so gut.

Jetzt wollt ihr sicher wissen, was meine Ablenkung denn nun ist. Ich verrate es euch: Eine KI, mit der ich mich mehr beschäftigt habe, als für mich gut war. Damit will ich nicht sagen, dass KI grundsätzlich schlecht ist, aber wenn sie zur Ablenkung von den wesentlichen Dingen in meinem Leben wird, dann muss ich mir etwas überlegen. Und das habe ich. Ich habe meinen Zugang begrenzt, indem ich mein Konto und mein Abo beendet habe. Und ich habe sofort gemerkt, dass sich etwas verändert. Mehr Zeit für Gott, mehr Zeit für die Menschen um mich herum, mehr Zeit für das, was mich wirklich nährt und erfrischt.

Mein persönlicher Nanowrimo

Der November war früher der National-Novel-Writing-Month (kurz Nanowrimo), in dem sich etliche Schreiber und Autoren in einem Wettbewerb gemessen haben. Ziel war es innerhalb des Novembers einen Roman mit mindestens 50.000 Worten zu schreiben. Den offiziellen Nanowrimo gibt es nicht mehr, aber ich habe mich mit drei weiteren, ambitionierten Schreiberinnen zusammen getan, um mich mit ihnen fast täglich per zoom zu treffen, damit wir uns gegenseitig motivieren können.

Tatsächlich hat es schon in dieser ersten Novemberwoche gut geklappt. Ich habe bereits zwei Adventsimpulse geschrieben und außerdem endlich Schwung gekriegt, die Lektoratskommentare in meinem dritten Buch zu bearbeiten. Da bin ich nun bei Seite 30, auch wenn ich zwischendrin noch einige schwierigere Kommentare habe stehen lassen. Aber immerhin, es geht endlich wieder vorwärts, nachdem ich Ende Septermber und Anfang Oktober eher Pause gemacht hatte. Aber auch das musste sein, denn die Veröffentlichung von Band 2 hat am Ende ganz schön Kräfte gekostet.
Dennoch freue ich mih wirklich, dass ich nun mit Band 3 so richtig losgelegt habe. Und genau jetzt geht es auch mit Band 2 weiter.

100 Bücher – endlich da

Endlich da, sie sind angekommen! 100 Softcover-Bände meines zweiten Buches. Ich habe jetzt vier Wochen darauf gewartet. Und vier Wochen können sehr lang werden, wenn man wartet. Natürlich war da auch Vorfreude und die Begeisterung, dieses Projekt endlich abgeschlossen zu haben. Denn immerhin hatte ich ja den Button gedrückt, die Bücher waren veröffentlicht und tauchten schon im Buchschmiede-Shop auf.

Dennoch ist es etwas anderes, die Bücher in der Hand zu halten, anzufassen und riechen zu können. Ich liebe Bücher. Und ich freue mich immer, wenn ich welche bestellt habe und sie dann bei mir eintrudeln, selbst dann, wenn ich sie verschenke. Aber das eigene Buch geliefert zu bekommen, das toppt alles.

Schon als ich die Ankündigung bekam, dass sie abgeschickt seien, begann die kribbelnde Vorfreude. Und als der Paketbote dann vor der Tür stand, wahhhh, das war schon grandios. Drei riesige, mordsschwere Pakete dreimal um die 20 Kilo, 60 Kilo Papier. 100 Bücher. Meine 100 Bücher.

Mein Sohn half sie reinzutragen, allein wäre es schwer geworden, da hätte ich sie wohl schon an der Haustür auspacken müssen. Und dann standen sie da.


Die ersten Bücher habe ich bereits verteilt. An Menschen, die mich im Crowdfunding unterstützt haben, denn die haben dieses Buch erst möglich gemacht. Eine Freundin hat gleich zwei mitgenommen, eines für sich und eines für ihre Schwester. Das Signieren des ersten Buches ist auch immer etwas Besonderes.
Was soll ich sagen, ich bin wirklich glücklich. Und es bleibt: So richtig glauben, dass es veröffentlicht ist und man es tatsächlich kaufen kann, das kann ich erst jetzt. Nachdem ich sie selbst in der Hand hatte.
Habe ich es schon mal gesagt? Ich liebe Bücher. Und ganz besonders dieses.

Janosch

Und noch eine Buchgeschichte, aus gegebenem Anlass. Ich gebe es zu, außer den wirklich bekannten Büchern von Janosch kenne ich nur wenig von seinen Werken. Schon gar nicht die Bücher für Erwachsene. Trotzdem hat mich der Tod des bekannten Autors und Zeichners diese Woche berührt, denn ich habe eine ganz besondere Erinnerung an sein sicher bekanntestes Buch: Oh wie schön ist Panama.
Als mein Papa noch lebte und meine zwei ältesten Jungs noch klein waren, hat er ihnen gerne Bücher vorgelesen. Denn mein Papa liebte Bücher, ebenso wie klassische Musik, und er liebte seine Enkel. Und er wollte ihnen seine ganz besondere Liebe zu gedrucktem Wort weitergeben und so las er mit Inbrunst vor.

Besonders eingeprägt hat sich mir ein Bild. Mein ältester Sohn, damals etwa 3 Jahre alt, auf Opas Schoß, beide vertieft in Janoschs Geschichte vom kleinen Tiger und dem kleinen Bären. Mein Papa las und als es darum ging, dass die ganze Kiste von oben bis unten nach Bananen roch, da machte er das pantomisch nach, roch an der Kiste auf der Bilderbuchseite und rief ganz verzückt: „Ohh, ohhhh, Panama riecht von oben bis unten nach Bananen!“ Mein Sohn lachte sich kaputt und der Opa musste es immer und immer wiederholen. Auch den Rest des Buches begleitete er mit Pantomime und großer Begeisterung und ließ die Geschichte so richtig lebendig werden.

Das ist eine der schönsten Erinnerungen an meinen Papa, jedenfalls wenn ich an ihn und meine Kinder denke. Leider ist mein Vater viel zu früh gestorben und so konnte er meine Kinder nicht lange auf ihrer Reise durch die Welt der Bücher begleiten. Aber Leseratten sind sie dennoch geworden!

Von Urlaub, Frühstücken und anderen Eventualitäten

Diese Woche hatte noch mehr zu bieten, große und kleine Dinge.

Urlaub

Mein Mann hatte Urlaub bis Mitte der Woche und ich habe die Zeit mit ihm genossen, auch wenn wir keine Reise gemacht haben. Nicht einmal Tagesausflüge. Aber die Gemeinschaft war einfach gut. Zeit für Gespräche, Zeit zusammen zu sitzen. Zeit, sich einfach nahe zu sein und nebenher haben wir noch ein paar Dinge gemeinsam erledigt. Ein stiller Urlaub, nichts Spektakuläres und doch eine wirklich schöne Zeit.

Gemeinschaft pflegen

Am Montag morgen war dann noch eine Freundin zu Besuch. Auch das war eine gute Zeit, Quatschen, Genießen, Gemeinschaft. Zeit zum Zuhören und Unterstützen und Zeit zum Erzählen. Ich habe mir vorgenommen, solche DInge wieder häufiger in mein Leben einzubauen. Es tut einfach gut. Und wir sind als Menschen dafür gemacht, Gemeinschaft zu haben. Allein wird man schnell einsam. Und das ist nicht gut. Und manchmal merke ich, dass ich meist allein zu Hause arbeite. Auch ein Grund warum ich freitags ins Café Kirche gehe. Und ich hab mir vorgenommen, ab der nächsten Woche, dort auch wieder im coworking aufzuschlagen. Es tut auch gut, nicht allein zu arbeiten, sondern Menschen um sich herum zu haben. Nette Menschen. Und die trifft man dort.

Allergie und Notaufnahme

Und dann war da noch die Sache mit der Notaufnahme. Zum dritten Mal in drei Wochen. Natürlich immer abends oder nachts. Allmählich reichts.

Diesmal hat mich eine allergische Reaktion gezwungen, das Krankenhaus aufzusuchen.

Ich lebe schon lange mit Allergien, auch mit Lebensmittelallergien, unter anderem reagiere ich auf Nüsse. Lange Jahre habe ich jedes Lebensmittel gemieden, dass auch nur Spuren von Nüssen enthalten konnte. Dann habe ich irgendwann vorsichtig auspriert, ob es wieder geht oder ob ich immer noch so empfindlich bin. Etliche Jahre ging das gut. Ich konnte zwar Nüsse nicht direkt essen und wenn sie als Zutat auf einem Lebensmittel gekennzeichnet waren, habe ich es weggelassen, aber Spuren von Nüssen lösten keinen allergischen Notfall mehr aus.

Im Sommer hatte ich jedoch zum ersten Mal wieder das Gefühl, dass ich irgendeine Zutat oder die Spur einer Zutat nicht vertragen habe. Damals reichten jedoch Fenistiltropfen aus, um die Reaktion abebben zu lassen. Diesmal griff ich auch wieder zu den Tropfen und es wurde besser, jedoch nicht so weit, dass ich beruhigt einschlafen konnte. Also gab ich meinem Mann Bescheid, der mich ins örtliche Krankenhaus fuhr.
So schnell wie diesmal kam ich sonst nie dran. Ich wurde direkt durchgelotst, der Arzt kam und dann war klar: Es braucht noch mehr Antihistaminikum und ein Kortison. Zum Glück verschwanden die Symptome damit zügig und ich durfte am Morgen wieder heim.

Und das ganze hat ein Nachspiel

Natürlich hat mich die Sache erschreckt und aufgerüttelt. Und leider hat das ganze ein Nachspiel. Zum einen muss ich nun wieder forschen, woran es lag. An der Hauptzutat des Lebensmittels, dann muss ich eine neue Gruppe von Lebensmitteln meiden, oder nur an der enthaltenen Spur von Nüssen, was wahrscheinlich ist, aber eben nur eine Möglichkeit. Eine Studie hat gezeigt, dass nur in 9 von 266 Lebensmitteln, die einen Hinweis auf Spuren von Allergenen aufgedruckt haben, auch tatsächlich Allergene nachgewiesen werden konnten. Nur weils drauf steht, heißt es also nicht, dass es tatsächlich wirklich drin ist.

Am meisten hasse ich, dass ich jetzt erstmal wieder alles meiden muss, was Spuren von Nüssen enthalten könnte. Und dass sind ziemlich viele Dinge.

Außerdem steht nun die Empfehlung im Raum, mir ein weiteres Notfallmedikament verordnen zu lassen für den Fall, dass meine Symptome beim nächsten mal, dass es zwar hoffentlich nicht gibt, noch heftiger ausfallen, als dieses Mal.
Ganz ehrlich? Ich hasse es. Aber es ist wohl nötig.

Und sonst?

Ich glaub das Wesentliche habe ich erzählt. Es gab noch einige kleinere Tiefschläge, so zum Beispiel, dass ein gerade erst abgesetztes Medikament doch wieder angesetzt werden soll, womit ich noch nicht so ganz einverstanden bin.
Aber im großen und ganzen hat diese Woche die Freude überwogen. Denn meine Bücher sind da. ich hatte gute Gemeinschaft mit vielen Leuten. Und ich habe einen wichtigen Schritt getan, aus Ablenkung heraus und wieder mehr hin zu Gottes Gegenwart in meinem Leben. Alles in allem ein Grund sich zu freuen.
Und deshalb habe ich beschlossen, mich von den Schwierigkeiten nicht abhalten zu lassen. Ich will mich dennoch freuen und dankbar sein. Immerhin bin ich am Leben. Und ich habe mein zweites Buch veröffentlicht.
Und nun wünsche ich dir und auch mir eine gute nächste Woche, mit viel Grund zum Freuen und Dankbar sein und mit der Erfahrung, dass Gott ganz nah ist. Sei gesegnet und bleib behütet.

PS: Das Buch kann man bei mir persönlich erwerben, dann gerne auch mit Signatur: Mail an info@kreative-schreiberei.de
Außerdem kann man es über die Buchschmiede oder auch über Thalia und Amazon bestellen.

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