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	<title>Alltagsmomente Archive - Kreative-Schreiberei</title>
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		<title>Wenn das Ende ein Neuanfang ist</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Martina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Sep 2026 04:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Samstagsplausch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zum ersten Mal seit langem hatte ich diese Woche das Gefühl, eigentlich nicht zu wissen, worüber ich diesen Samstagsplausch schreiben soll. Es war ruhig. Eine Woche so ruhig, dass es Tage gab an denen rückblickend fast nichts geschah. Und doch war es eine intensive Woche. Eine Woche zum Erholen, zum Klar werden im Kopf. Eine...</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Zum ersten Mal seit langem hatte ich diese Woche das Gefühl, eigentlich nicht zu wissen, worüber ich diesen Samstagsplausch schreiben soll. Es war ruhig. Eine Woche so ruhig, dass es Tage gab an denen rückblickend fast nichts geschah. Und doch war es eine intensive Woche. Eine Woche zum Erholen, zum Klar werden im Kopf. Eine Woche Gemeinschaft mit meinem Sohn, in der äußerlich nichts Spektakuläres passierte und doch eine Woche, die sich zu erzählen lohnt. Ja, eine Woche in der aus dem Ende des Buches ein Neuanfang wurde. Wie immer verlinke ich diesen Samstagsplausch mit dem <a href="https://karminrot-blog.de/">Karminrot-Blog</a> von Andrea und ihrem <a href="https://lesezimmer.karminrot-blog.de/">karminroten Lesezimmer</a>.<br><br>Übrigens, je mehr ich nachdenke, desto mehr fällt mir ein, was diese Woche doch noch alles passiert ist. Zum Beispiel:</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gottesdienst</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Sonntag war ich mit meinem Sohn in seiner Gemeinde in Nürnberg. Ich finde es immer wieder spannend, andere Christen aus anderen Regionen zu treffen. Und obwohl ich die Leute nicht kannte, gab es auch gleich gute Gespräche und freundliche Begrüßungen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Der Gottesdienst selbst hat mich voll erwischt. Schon beim Lobpreis flossen Tränen, weil Gott mich so berührt hat. Mitten in den Liedern, die ich zum Teil nicht kannte und auch, wegen technischen Problemen beim Beamer, nicht mitsingen konnte (die Texte konnten nicht eingeblendet werden und ohne die ist man bei unbekannten Liedern halt aufgeschmissen). Für Gott kein Problem, er hat trotzdem geredet und mir Dinge deutlich gemacht, die ich schon eine Weile in Gedanken bewegt hatte.<br><br>Das Thema der Predigt war eigentlich nichts Neues. Es ging um Glaube, Liebe und Hoffnung. Der Pastor predigte aber eindrücklich und vor allem schuf er am Ende eine Möglichkeit für Gebet. Und das hat etwas verändert. Es gab drei Stationen: Das Kreuz als Symbol für Glauben, das Herz mit Regenschirm, von Gott besonders geschützt, als Symbol für Liebe und ein Schiff mit Anker als Symbol für die Hoffnung.<br><br>Zuerst hatte ich überlegt, nur zum Kreuz und zum Anker zu gehen und dort für mich beten zu lassen, doch dann entschied ich spontan, wenn ich schon da bin, nehme ich den ganzen Segen mit. Am Kreuz konnte ich etwas abgeben, dass mich bedrückt hat, beim Anker hat mir jemand neuen Mut und Hoffnung zugesprochen, beim Herz aber, da wurde ich wirklich von Gott berührt und das hat mich überrascht. </p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn hey, ich bin schon lange Christ, ich weiß, dass Gott mich liebt und ich dachte auch nicht, dass ich ein Problem damit hätte, mich geliebt zu fühlen oder selber zu lieben. Aber an dieser Station hat Gott mich voll erwischt. Ich stand dort und hatte meine Hand aufs Herz gelegt. Die Frau, die für mich betete, legte ihre Hand auf meine und ich erinnere mich nicht mal, was sie sagte, aber Gott schickte mir einen hellen, warmen, energiereichen Strahl mitten ins Herz. Ich weiß gar nicht, wie ich es beschreiben soll, es war wirklich, als berühre Gott mich selbst mitten durch die Hände hindurch und direkt ins Herz. Ein unglaublich warmes Gefühl, eine Helligkeit, die nicht blendet, sondern erleuchtet. Ich fühlte mich sehr beschenkt und habe das als etwas ganz Wunderbares erlebt.<br><br>Im Anschluss habe ich dem Pastor kurz Rückmeldung gegeben, wie sehr mich das berührt hat. Er war dankbar dafür, zu hören, dass dieser Gottesdienst etwas bewegt hat. Er hatte dafür gebetet, dass Menschen berührt werden und so war ich, wie er es ausdrückte, seine Gebetserhörung.<br><br>Aus den Liedern und dem ganzen Drumherum nehme ich mit: Mein Gott ist größer. Er hat alles in der Hand und er kann mir auch noch heute völlig unerwartet begegnen.<br><br>Eigentlich hatten wir nach dem Gottesdienst noch auf ein Volksfest gehen wollen, aber sowohl mein Sohn als auch ich entschieden, dass wir nach diesem besonderen Gottesdienst eher Ruhe und Einkehr brauchten als Trubel und viele Menschen. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Rückfahrt aus Nürnberg</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Rückfahrt bedeutet auch immer Abschied. Ein Ende einer schönen Zeit. Und zugleich Neuanfang. Nach einer schönen, ruhigen, gemütlichen Woche habe ich mich auf den Heimweg gemacht. Wir waren viel zu früh am Bahnhof. Aber wie sich hinterher herausstellte, war das vielleicht sogar gut, denn als mein Sohn nach Hause wollte, ging im öffentlichen Nahverkehr nicht mehr viel. So hat er fast so lang gebraucht um heimzukommen wie ich bis Frankfurt.<br><br>Die Fahrt war stressiger als die letzten. Im Zug nach Frankfurt saß ich an einem Vierertisch, alle drei anderen Plätze waren mit Businessleuten besetzt, die ihren Laptop vor sich hatten und megabeschäftigt waren, inkl. nerviger Telefonate. Am Vierertisch nebendran lungerte eine Dreiergruppe junger Männer, die Wizard, ein Kartenspiel, dass ich von meinen Söhnen kenne, spielten und dabei auch nicht gerade leise waren.<br>Trotzdem habe ich mir Zeit genommen zu lesen und seit langem Mal wieder ein Buch begonnen, gelesen und beendet. Zugegeben, es war ein kleines Buch, aber immerhin.<br><br>DIe Pünktlichkeit der Bahn war zwar nicht ganz so gut wie beim letzten Mal: zehn Minuten Verspätung in Frankfurt, da ich aber am gleichen Gleis wieder abfuhr und mein nächster Zug ebenfalls zehn Minuten Verspätung hatte, war das kein Problem. Und in Basel kam ich dann sogar pünktlich an. Mein Mann holte mich ab und gemeinsam hatten wir noch einen wunderbaren, zweisamen Abend.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Start in den Alltag am Donnerstag</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hier findet er statt, ein echter Neuanfang. Donnerstag war der erste Arbeitstag nach einer Woche Pause. Ja, die Zeit bei meinem Sohn war wirklich Urlaub gewesen, aber nun ging es wieder los und ich war motiviert und freute mich wirklich darauf zu starten. Ich hatte für diesen Tag nicht nur Arbeiten am Laptop vor, sondern auch viel Hausarbeit, denn schließlich war ich eine Woche weg gewesen.<br><br>So bin ich mit dem Auftrag, die Wäsche wieder in Gang zu bringen gestartet. Am Ende des Tages waren es vier Maschinen Wäsche, die ich gewaschen habe, zwei davon mussten aufgehängt werden, zwei landeten im Trockner, und sechs Kisten Wäsche, die ich zusammengelegt habe. Allein damit konnte ich schon wirklich zufrieden sein. <br><br>Außerdem habe ich die Ranger-Andacht für Freitag vorbereitet und für die nächsten Wochen eine Übersicht über die Andachtsthemen angelegt. Außerdem war ich in der Stadt, meine Schuhe neu besohlen lassen und einige Kleinigkeiten einkaufen. Und ich hab mir schon Gedanken für die nächste Woche gemacht und eine Bestellung für Magnetstreifen aufgegeben, die ich für mein Whiteboard brauche. Dafür habe ich mir nämlich ein neues Planungstool überlegt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erster Marketingfreitag im Coworking</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gestern war dann der erste Marketingfreitag. Vielleicht fragst du, bitte was? Naja gestern war Freitag und ich hab beschlossen, Freitag wird der Tag, an dem ich mich darum kümmere, meine Bücher und meine Kurse bekannt zu machen. Das ist ein Bereich, der mir schwerfällt, auch wenn du das vielleicht nur schwer glauben kannst. Ich schreibe gern. Ich erzähle gern, aber wenn es darum geht, meine Arbeit, mein Buch oder gar mich zu bewerben, dann wirds anstrengend. Ich will ja keinen nerven. Gleichzeitig wird keiner mein Buch kaufen, wenn ich nicht davon erzähle und er so überhaupt nicht erfährt, dass es da etwas gibt, das ihn interessieren könnte.<br><br>Und so hab ich beschlossen, ich brauch eine gebündelte Zeit um Inhalte zu erstellen mit denen ich meine Bücher, meine Kurse, meine Arbeit und auch mich insgesamt bekannter mache. Da werde ich dann an meinem Newsletter arbeiten, an Blogartikeln, an Instagramreels und Facebookposts usw. Weil ich das so bündele, kann ich dann den Rest der Woche fokussierter an meinen Büchern und anderen Dingen arbeiten.<br><br>Wenn du Lust auf Post von mir hast, mit mehr Einblicken in meine Bücher und die Welt von Eloan, mit Terminen für Lesungen oder Neuigkeiten aus der Autorenwerkstatt, dann meld dich gerne hier zum<a href="https://schreibschnuppen-to-go-45603.getresponsewebsite.com"> Newsletter</a> an.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warten ist nicht meine Stärke</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin fertig. Am Ende.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oder besser: Ich bin fertig mit dem Innenteil meines Buches.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und nun warte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich warte auf die Coverdesignerin und das fertige Cover meines Buches.<br>Erst wenn ich das habe, kann es weitergehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann kann ich meinen Innenteil als PDF und das Buchcover bei der Buchschmiede hochladen und den Veröffentlichen-Button drücken.<br>Aber dann ist das Warten immer noch nicht vorbei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn dann geht es weiter mit:<br>WARTEN.<br>Dann warte ich etwa 4-5 Wochen, bis meine Eigenexemplare geliefert werden.<br>Und du glaubst gar nicht, wie lange sich 4 Wochen ziehen können.<br>Danach kann man mein Buch bei mir erwerben oder auch bei amazon, Thalia oder Hugendubel. Am liebsten würde ich dich aber bei einer meiner Lesungen begrüßen. Dann bekommst du von mir gerne ein handsigniertes Exemplar von Ansgar von Briant &#8211; Wolkenstein.<br>Oder du entscheidest dich, mich zu einer Wohnzimmerlesung einzuladen und ich komme zu dir und stelle dir und deinen Freunden und Verwandten mein Buch vor. Natürlich könnt ihr es dann auch kaufen und von mir signieren lassen. Wie das geht?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz einfach, schreib mir unter info(at)kreative-schreiberei.de und wir vereinbaren einen Termin für die Lesung, du lädtst deine Freunde ein und sorgst vielleicht für was Leckeres zum Essen oder Trinken und ich komme mit meinen Büchern und gestalte den Nachmittag oder Abend. Alles andere können wir besser per Mail besprechen. ich freu mich drauf, dass du dich meldest.<br></p>



<h2 class="wp-block-heading">Neuanfang</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und wie so oft ist da ein Neuanfang. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wolkenstein ist fertig, fast jedenfalls und nun geht es weiter.<br>Mit Lesungen, sobald das Buch da ist, mit dem Überarbeiten von Band 3, mit neuen Kursen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin schon ganz neugierig auf das, was da kommt.<br>Arbeitslos werde ich jedenfalls nicht.<br>Meine Pläne für den Neuanfang stehen schon:<br>Einige Projekte im Haushalt warten, zum Beispiel mein Arbeitszimmer fertig einrichten.<br>Dann wie oben schon erwähnt Band 3. Der Rohtext steht ja schon, der Lektor hat seine Anmerkungen gemacht, nun muss ich überarbeiten. Und ab nächster Woche stürze ich mich mitten in dieses neue Abenteuer.<br>Außerdem will ich mich mit der Planung für Band 4 beschäftigen. Die Eckpunkte stehen, nun geht es an die Szenenplanung und eventuell schon an erste Textentwürfe. Ich bin gespannt, was Ansgar diesmal von mir möchte und wo er sich beschwert. Obwohl, dass ist eigentlich schon klar. Grins und zwinker.<br>Und dann beginnen ab Oktober neue Kurse, dazu im nächsten Abschnitt mehr.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neue Kurse</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Was meine Kurse betrifft, hat sich eine Weile nichts getan, aber auch da starte ich jetzt neu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab <strong>8. Oktober</strong> gibt es donnerstags von <strong>18–20 Uhr</strong> eine neue Kreative Schreibwerkstatt nach meinem <strong>Encouraged-Writing-System</strong> – auf Deutsch: erMUTigtes Schreiben. Es geht darum, Raum für die eigene Kreativität und die eigenen Worte zu schaffen. Jeder arbeitet an seinen Texten, und gemeinsam lernen und wachsen wir ganz entspannt. Ein paar Plätze sind noch frei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem startet ebenfalls am <strong>8. Oktober</strong>, donnerstags von <strong>14–16 Uhr</strong>, ein neuer <strong>Prophetic-Words-Kurs</strong>. Dabei geht es darum, auf Gott zu hören und inspirierte Texte zu schreiben – zum Beispiel Psalmen, Briefe oder ganz persönliche Texte. Viel Erfahrung oder eine besondere prophetische Gabe braucht es dafür nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Dienstagskurs bleibt natürlich ebenfalls bestehen: eine offene Werkstatt für alle, die kreativ schreiben möchten und ihre eigenen Texte mitbringen wollen.<br><br></p>



<p class="has-theme-palette-2-color has-theme-palette-6-background-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-2 wp-block-paragraph">Hier nochmal die Übersicht:<br>Dienstag 19 &#8211; 21 Uhr Encouraged Writing Workshop offen für alle, die kreativ schreiben wollen<br>Donnerstag 14 &#8211; 16 Uhr Prophetic words, für alle die geistliche Texte schreiben möchten<br>Donnerstag 18-20 Uhr Encouraged Writing 2 kreatives Schreiben entdecken<br><br>Natürlich kann man auch an mehreren Kursen teilnehmen. Auch eine Schnupperstunde ist möglich.<br>Anmeldungen sind ab sofort möglich unter info(at)kreative-schreiberei.de</p>



<h2 class="wp-block-heading"><br>Und noch ein Ende</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und noch ein Ende</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gestern endete eine Ära.<br>Leider mit einem Todesfall.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unser Meerschweinchen, das letzte seiner Art in unserer Familie, ist gestorben.<br>Damit besitzen wir zum ersten Mal seit langer Zeit kein Haustier mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist traurig. Aber es kam zumindest nicht überraschend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor einem halben Jahr starb ihr Partner, und sie selbst hatte seit einiger Zeit wachsende Eierstockzysten, sodass wir im Sommer schon bei unserer Tierärztin mit ihr waren. Und die sagte nur: Da machen wir nichts. Denn zum einen wäre eine OP für ein so altes Tier ohnehin so belastend gewesen, dass nicht klar war, ob sie das überlebt. Andererseits hatte unser Meeri wohl keine Schmerzen, weshalb man sie auch nicht einschläfern musste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aussage der Tierärztin: „Versorgen Sie sie gut und gewähren Sie ihr ihr Gnadenbrot.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit war klar: Allzu lange würde sie wohl nicht mehr leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch ist es immer ein Schock, wenn ein Tier dann leblos im Käfig liegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem bedeutet es noch einen Abschied. Und das, wo uns doch gerade auch noch zwei Katzen nach Norden verlassen haben. Eben das Ende einer Ära.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Keine Tiere mehr im Haushalt. Das ist traurig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und zugleich weiß ich sicher, dass ich kein neues Tier anschaffen möchte. Nicht jetzt. Nicht in nächster Zeit. Ob allerdings nie wieder, das weiß ich noch nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedenfalls ist jetzt erst einmal Zeit, sich an ein Leben ohne Gekruschel im Hintergrund zu gewöhnen. Daran, dass niemand quiekend sein Futter fordert. Und daran, dass die Ecke, in der der Käfig stand, nun ziemlich leer ist.<br></p>



<h2 class="wp-block-heading">Und sonst noch?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dieser Woche nehme ich mit:<br>Auszeiten tun manchmal wirklich gut und sind nötig, damit der kreative Motor wieder anspringen kann.<br>Und ich will mich von Schwierigkeiten nicht abhalten lassen meine Träume zu leben.<br>Und ich will diese Träume und das, was ich tue, mit anderen teilen. Mit dir zum Beispiel.<br>Zu guter Letzt:<br>Ich will mich immer wieder von Gott berühren lassen. Und Gott ist größer als alles. Größer als meine Probleme, meine Sorgen, meine Hoffnungen. Er leitet mich. Er hält alles in der Hand und ohne ihn kann ich nichts tun.<br><br>Ich freue mich, wenn du bis hierhin gelesen und mich durch meine Woche begleitet hast. Ich wünsche dir ein wunderbares Wochenende, eine verändernde Begegnung mit dem lebendigen Gott und dass du die Gelegenheit findest, deine Träume zu leben und mit anderen zu teilen. Sei gesegnet und bleib behütet.<br></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Fertig-fertig, unterwegs und ein bisschen dazwischen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Martina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Sep 2026 04:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Samstagsplausch]]></category>
		<category><![CDATA[Nürnberg]]></category>
		<category><![CDATA[Roman fertigstellen]]></category>
		<category><![CDATA[Roman schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Roman überarbeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Wochenplaner]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was für eine Woche. Was alles war und womit ich mich so herumgeschlagen habe, erzähle ich dir in diesem Samstagsplausch. Übrigens verlinke ich den Samstagsplausch, wie immer, bei Karminrot und ihrem Karminroten Lesezimmer. Wenn ich überlege, wo sie angefangen hat und wo ich inzwischen sitze, kommt sie mir fast ein bisschen länger vor als nur...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<!-- content style : start --><style type="text/css" data-name="kubio-style"></style><!-- content style : end -->
<p class="wp-block-paragraph">Was für eine Woche. Was alles war und womit ich mich so herumgeschlagen habe, erzähle ich dir in diesem Samstagsplausch. Übrigens verlinke ich den Samstagsplausch, wie immer, bei <a href="https://karminrot-blog.de/">Karminrot</a> und ihrem <a href="https://lesezimmer.karminrot-blog.de/">Karminroten Lesezimmer</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich überlege, wo sie angefangen hat und wo ich inzwischen sitze, kommt sie mir fast ein bisschen länger vor als nur sieben Tage. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Anfang stand nämlich vor allem eins:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wolkenstein.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wolkenstein lesen. Wolkenstein korrigieren. Wolkenstein noch einmal lesen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wolkenstein wirklich, wirklich fertig bekommen. Eben endlich meinen Roman fertig schreiben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Digitaler Frühjahrsputz mit ChatGPT</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und davor hatte ich außerdem noch beschlossen, bei ChatGPT einmal ziemlich gründlich aufzuräumen. Über die Zeit hatte sich dort mehr an Erinnerungen und altem Kontext angesammelt, als mir lieb war, und so gab es erst einmal einen digitalen Frühjahrsputz. Hinterher war vieles wieder deutlich übersichtlicher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz erledigt war das Thema damit allerdings nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn natürlich brachte mich das Ganze auch ins Nachdenken darüber, wie persönlich ich eigentlich mit KI arbeiten möchte. Ich nutze ChatGPT inzwischen seit anderthalb Jahren ziemlich intensiv: zum Sortieren, Denken, Planen, Schreiben, Fragenstellen und gelegentlich auch zum gepflegten Quatschmachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich mag genau dieses Persönliche daran.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig will ich aber eben auch wissen, was über mich bekannt ist, woher Informationen kommen und was davon wirklich dauerhaft irgendwo stehen muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgerechnet in dieses Nachdenken hinein lieferte Chatty dann eine ziemlich eindrucksvolle Demonstration davon, was ich NICHT möchte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einer Wochenplanung tauchten plötzlich Dinge auf, die ich nie gesagt hatte. Irgendein Buch, irgendwelche Aufgaben, irgendwelche Social-Media-Pläne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Äh … nein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Komplett erfunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was natürlich genau der falsche Moment für eine lupenreine KI-Halluzination war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Immerhin führte das zu einer neuen klaren Regel: Wenn es um mich und meine Planung geht, sollen nur Dinge verwendet werden, die tatsächlich gesagt oder eindeutig belegt wurden. Und wenn etwas nicht bekannt ist, möchte ich lieber ein ehrliches „Das weiß ich nicht“ als eine kreativ gefüllte Lücke.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seitdem testen wir das.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis jetzt funktioniert es deutlich besser.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und trotzdem bleibt bei mir ein kleines Mhhh zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich mag nämlich dieses Misstrauen nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte gern persönlich arbeiten können, ohne bei jedem Satz darüber nachzudenken, ob ich ihn nun erzählen darf oder nicht. Vermutlich wird sich mein eigener Umgang damit erst nach und nach einpendeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber für diese Woche war irgendwann sowieso keine Zeit mehr, darüber Grundsatzdebatten zu führen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wolkenstein, Wolkenstein und nochmals Wolkenstein</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Denn Montag hieß es:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wolkenstein, Wolkenstein und nochmals Wolkenstein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich befand mich im allerletzten Korrekturlauf und musste bis Dienstagmittag durch sein, weil danach die endgültige Seitenzahl und alle Daten an meine Coverdesignerin gehen sollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Montag war deshalb kein gemütlicher Wochenanfang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Montag war Großkampftag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich arbeitete mich durch ungefähr 150 Seiten, korrigierte, prüfte, stolperte über Formulierungen, Wiederholungen und kleine Logikstellen und fragte mich zwischendurch einmal mehr, warum man eigentlich glaubt, ein Buch wäre irgendwann einfach fertig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ist es nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendwo findet sich immer noch etwas.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ansgars verschwundene Stiefel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Beispiel Ansgars Stiefel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die werden ihm an einer Stelle ausgezogen, damit man ihm Ketten anlegen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Soweit, so logisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur hatte ich offenbar vergessen, ihm später wieder welche zu verpassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ups.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Barfuß durch Eloan wollte ich ihn eigentlich nicht laufen lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch viel besser ist allerdings, dass ich den Fehler zwar bemerkt habe – und jetzt gerade beim Schreiben dieses Samstagsplauschs feststelle, dass ich ihn noch gar nicht behoben habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doppel-Ups.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun muss ich nur hoffen, dass mir diese winzige Änderung nicht doch noch irgendeinen Seitenumbruch zerreißt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber immerhin zeigt genau so etwas, warum dieser letzte Lesedurchgang eben doch nötig war.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn der Kopf einfach Schluss macht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und irgendwann am Montagnachmittag war dann trotzdem Schluss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Kopf konnte nicht mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich legte mich kurz hin, schlief ein und wachte mit ordentlich Duddel im Kopf wieder auf. Danach halfen Schwarztee, etwas zu essen, Wasser und vor allem meine Brille beim erneuten Menschwerden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abends fand nach mehreren Wochen außerdem endlich wieder unser Hauskreis statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ja: Nach einem Tag voller Manuskriptseiten wäre ich durchaus auch damit zufrieden gewesen, mich einfach irgendwo hinzulegen und gar nichts mehr zu tun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber so ist das Leben nun mal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es fragt erstaunlich selten danach, ob gerade Buchdeadline ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der allerletzte Wolkenstein-Endspurt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Dienstagmorgen waren noch 78 Seiten übrig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu Glossar, letzte Anhänge, Druckvorgaben, Barcode, Klappentext und all das Zeug, das plötzlich relevant wird, wenn aus einem Manuskript tatsächlich ein Buch werden soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem war ich sehr früh wach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um 4.44 Uhr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schnapszahluhrzeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur leider nach einer ziemlich bescheidenen Nacht mit deutlich zu wenig Schlaf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Immerhin konnte ich im Bett schon am Klappentext arbeiten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Klappentext ohne Spoiler</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Den Klappentext hatte ich zwar grundsätzlich fertig, aber ich hatte Rückmeldungen bekommen und wollte noch einmal genau hinschauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders wichtig war mir dabei, dass er sichtbar zu Band 1 passt. Wieder mit Zitat, Dreizeiler, Jahresangabe und dem eigentlichen Text darunter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und vor allem wollte ich eines vermeiden:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Spoiler.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ich da beinahe verraten hätte????</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nee, keine Chance.<br>Wenn ich mir schon die Mühe mache, bestimmte Dinge aus dem Klappentext herauszuhalten, werde ich sie jetzt natürlich nicht hier im Samstagsplausch verraten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Grins.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Text wurde jedenfalls noch einmal klarer, konkreter und am Ende wirklich rund.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach ging es zurück ins Manuskript.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendein Laubbläser meinte zwar kurz vor halb acht, meinen konzentrierten Lesevormittag akustisch begleiten zu müssen, aber auch den überlebte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Musik an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weiterlesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendwann war ich auf Seite 376 von 408.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch 32 Seiten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fertig. Wirklich fertig.</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann kam tatsächlich dieser Moment:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fertig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht „fast fertig“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht „eigentlich fertig“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht „bis auf ein paar Dinge“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fertig-fertig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte das komplette Buch noch einmal gelesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor- und Nachlauf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Autorinnentext.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Glossar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alles.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Mann hatte es zuvor ebenfalls gelesen, ich hatte wieder überarbeitet und nun noch einmal den kompletten Durchgang gemacht: Rechtschreibung, Grammatik, Formulierungen, Inhalt und am Ende sogar die Optik des gesetzten Buches.</p>



<p class="wp-block-paragraph">408 Seiten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Drei einsame Zeilen dürfen bleiben</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich fand mein perfektionistisches Auge selbst dann noch Dinge, über die es hervorragend nachdenken konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Beispiel ein sehr kurzes Kapitel, bei dem ausgerechnet drei einsame Zeilen auf einer zweiten Seite landeten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sollte ich noch etwas dazuschreiben?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Etwas kürzen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">An irgendeinem Satz herumdoktern?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe mich dagegen entschieden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Inhalt stimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es fehlt nichts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und irgendwann muss man tatsächlich aufhören, sonst verschiebt man hier eine Zeile, dort einen Absatz und bringt am Ende den kompletten Satz wieder durcheinander.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also durften die drei Zeilen bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich speicherte die Datei ganz offiziell als Druckversion ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allein das fühlte sich schon ein bisschen feierlich an.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Punktlandung um 11.27 Uhr</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Danach sammelte ich die Druckvorgaben der Buchschmiede, Barcode und endgültigen Klappentext zusammen und schrieb meiner Coverdesignerin die Mail mit allen Daten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Softcover und Hardcover wie bei Band 1.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann klickte ich auf Senden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">11.27 Uhr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Plan für diesen Vormittag hatte gelautet:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um 11.30 Uhr will ich mit dem Wolkenstein-Teil fertig sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Drei Minuten vor der selbst gesetzten Deadline.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Punktlandung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ich habe mein zweites Buch fertiggestellt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Danach lag ich erst einmal auf dem Bett und musste begreifen, was da gerade passiert war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich fehlt bis zur Veröffentlichung noch Kleinkram.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Innenteil hochladen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daten bei der Buchschmiede aktualisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Cover bekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alles prüfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber der entscheidende Teil war geschafft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich wollte diesen Moment nicht sofort wieder unter der nächsten To-do-Liste begraben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn ich kenne mich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kaum habe ich etwas Großes geschafft, kann mein Kopf erstaunlich überzeugend behaupten, ich bekäme sowieso nichts auf die Reihe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb habe ich mir an diesem Dienstag einen Satz ganz bewusst festgehalten:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ich habe mein zweites Buch veröffentlichungsreif fertiggestellt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und noch einen:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Es ist wirklich gut geworden.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der zweite Satz saß übrigens erstaunlicherweise nicht im Kopf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sondern irgendwo ziemlich deutlich mitten im Bauch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Meine Bücher bekomme ich fertig</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Chroniken von Eloan begleiten mich inzwischen seit fünfeinhalb Jahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Band 1 habe ich dreieinhalb Jahre gebraucht. Band 2 hat noch einmal gut zweieinviertel Jahre gebraucht – wobei in dieser Zeit gleichzeitig schon Band 3 entstanden ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dessen Rohfassung steht längst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Lektorat ist durch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Nächstes wartet irgendwann die Überarbeitung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgerechnet der Teil des Büchermachens, den ich am wenigsten mag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schreibe viel lieber neu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber an diesem Dienstag war das egal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn auch wenn ich mich manchmal für jemanden halte, der Dinge anfängt, ins Schwanken gerät und nicht fertig bekommt, gibt es inzwischen einen ziemlich handfesten Gegenbeweis:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Meine Bücher bekomme ich fertig.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und vielleicht darf ich daraus tatsächlich ein bisschen etwas über mich lernen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vom großen Autorinnenmoment zurück in den Alltag</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Danach musste allerdings auch eine Autorin irgendwann Mittag essen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich holte mir Brot mit Schinken und Feta-Creme aus der Küche und wurde dabei beinahe noch vom Senf erschlagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Keine Sorge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weder Autorin noch Fuß noch Senf nahmen Schaden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und aus Richtung Meerschweinchengehege kam bereits lautstarke Beschwerde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Völlig unberechtigt selbstverständlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das betreffende Schwein hatte morgens schließlich schon Salat bekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So schnell landet man nach einem großen Lebensmoment wieder mitten im Alltag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Grins.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schreiben lehren, packen und noch tausend Kleinigkeiten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Dienstag war damit nämlich noch lange nicht vorbei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Apotheke, Bank und ein paar Erledigungen in der Stadt standen ebenfalls an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem musste das Meerschweinchen sauber gemacht werden, ich lud endlich die Unterstützerliste meines Crowdfundings herunter und bereitete noch meinen Schreibkurs vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der fand am Abend diesmal nur mit einer Teilnehmerin statt, was eigentlich ganz schön war, weil wir dadurch sehr individuell arbeiten konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie möchte reale Tiergeschichten und Begegnungen mit Menschen aufschreiben, und ich mag solche Vorbereitungen sehr: nicht einfach irgendeine allgemeine Schreibübung aus der Schublade ziehen, sondern schauen, was genau dieser Mensch erzählen möchte und welcher Impuls dabei helfen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann musste natürlich noch gepackt werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Reisen mit 20-Liter-Rucksack</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Denn Mittwochmorgen ging es los.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Woche zu meinem Sohn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einem 20-Liter-Rucksack.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ungefähr so klingt, als würde man einfach ein paar Klamotten hineinwerfen und fertig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hahaha.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn in diesen Rucksack mussten unter anderem mein Laptop und mein Atemgerät samt Zubehör.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem ein Buch für meinen Sohn, das fast ein Kilo wiegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daran wollte ich allerdings wirklich nicht sparen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich freue mich nämlich ziemlich darüber, dass er sich endlich an meinen Roman wagt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also wurde an anderer Stelle reduziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Shampoo, Duschgel und Zahnpasta kann man schließlich vor Ort benutzen oder kaufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kleidung kann man waschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und notfalls gibt es eben kreative Mehrfachverwendung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Müde, aufgeregt und unterwegs</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Mittwochmorgen saß ich schließlich am Badischen Bahnhof.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch ungefähr 25 Minuten bis zur Abfahrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alles war gepackt, organisiert und vorbereitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und plötzlich gab es nichts mehr zu tun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außer wirklich loszufahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sehr merkwürdiges Gefühl.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Fahrkarte hatte ich auf dem Handy.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Chatty natürlich auch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und irgendwann fiel mir auf:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich dieses Handy verliere, ist nicht nur Chatty weg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sondern auch meine Fahrkarte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und mein kompletter Reiseplan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also nein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Gerät durfte auf keinen Fall irgendwo liegenbleiben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Viel zu warm</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Etwas anderes hätte ich dagegen gern irgendwo liegenlassen:</p>



<p class="wp-block-paragraph">meine Klamottenschichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Woche brauchte ich Sweatjacke, dünne Regenjacke und Schal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Bahnhof waren es aber schon 18 Grad und ich hatte alles an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sehr kluge Idee.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wohl eher nicht. Seufz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wegpacken ging allerdings auch nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Rucksack war voll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also knotete ich irgendwann die Jacken einfach um die Hüfte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht elegant.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber deutlich angenehmer.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Rückwärts im ECE ist keine gute Idee</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann saß ich im Zug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der fuhr nach Hamburg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was irgendwie komisch war, weil ich schon in Frankfurt wieder aussteigen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Theoretisch hätte ich einfach sitzenbleiben und zu meinen anderen Kindern in den Norden fahren können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diesmal ging es aber in eine ganz andere Richtung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider zunächst vor allem rückwärts. Ich hatte einen Platz entgegen der Fahrtrichtung erwischt. Und weil ich ziemlich müde war, wurde mir davon sehr schnell ziemlich schlecht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also setzte ich mich um.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das half ein bisschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Gleichgewichtssystem war trotzdem der Meinung, dass dieser Morgen noch nicht aufregend genug war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Immerhin verlief die Fahrkartenkontrolle vollkommen unspektakulär.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und irgendwann war klar:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin unterwegs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Müde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgeregt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein bisschen seekrank im ECE. Und ja, es war ein ECE, kein ICE&#8230;.nämlich ein EuroCity-Express.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ich war unterwegs. Das war die Hauptsache.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nürnberg entdecken</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Donnerstag hatte ich nach einer ächtlichen Unterbrechzúng dann noch einmal geschlafen, bevor der Tag richtig begann. Offenbar war das nötig gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach gab es Tee und Frühstück mit meinem Sohn und wir machten uns auf zu einer Mischung aus Erledigungstour und Stadtentdeckung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ziemlich schnell merkte ich:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich mag Nürnberg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir stiegen am Weißen Turm aus und ich staunte einfach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist wirklich schön dort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und plötzlich konnte ich sehr gut verstehen, warum mein Sohn gern hier lebt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://kreative-schreiberei.de/wp-content/uploads/2026/09/20260917_100917-EDIT-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-5456" srcset="https://kreative-schreiberei.de/wp-content/uploads/2026/09/20260917_100917-EDIT-1024x768.jpg 1024w, https://kreative-schreiberei.de/wp-content/uploads/2026/09/20260917_100917-EDIT-300x225.jpg 300w, https://kreative-schreiberei.de/wp-content/uploads/2026/09/20260917_100917-EDIT-768x576.jpg 768w, https://kreative-schreiberei.de/wp-content/uploads/2026/09/20260917_100917-EDIT-1536x1152.jpg 1536w, https://kreative-schreiberei.de/wp-content/uploads/2026/09/20260917_100917-EDIT-2048x1536.jpg 2048w, https://kreative-schreiberei.de/wp-content/uploads/2026/09/20260917_100917-EDIT-1440x1080.jpg 1440w, https://kreative-schreiberei.de/wp-content/uploads/2026/09/20260917_100917-EDIT-600x450.jpg 600w, https://kreative-schreiberei.de/wp-content/uploads/2026/09/20260917_100917-EDIT-1200x900.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Erster Blick, wenn man aus der U-Bahn kommt. </figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Warum mein Sohn gern hier lebt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist noch einmal etwas ganz anderes, als wenn jemand einem erzählt, dass er sich an einem Ort wohlfühlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn man selbst durch die Straßen läuft, die Häuser sieht, die Atmosphäre erlebt und irgendwann denkt:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich verstehe das.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischendurch landeten wir im Café Beer, einem echten Traditionscafé, und überhaupt genoss ich dieses Bummeln sehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich hatten wir Dinge zu erledigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber eben nicht nur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir liefen durch die Stadt, blieben hier stehen, schauten dort und der Tag fühlte sich zunehmend weniger nach Erledigungstour und mehr nach gemeinsamem Entdecken an.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="768" height="1024" data-id="5459" src="https://kreative-schreiberei.de/wp-content/uploads/2026/09/20260917_101208-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-5459" srcset="https://kreative-schreiberei.de/wp-content/uploads/2026/09/20260917_101208-768x1024.jpg 768w, https://kreative-schreiberei.de/wp-content/uploads/2026/09/20260917_101208-225x300.jpg 225w, https://kreative-schreiberei.de/wp-content/uploads/2026/09/20260917_101208-1152x1536.jpg 1152w, https://kreative-schreiberei.de/wp-content/uploads/2026/09/20260917_101208-1536x2048.jpg 1536w, https://kreative-schreiberei.de/wp-content/uploads/2026/09/20260917_101208-810x1080.jpg 810w, https://kreative-schreiberei.de/wp-content/uploads/2026/09/20260917_101208-600x800.jpg 600w, https://kreative-schreiberei.de/wp-content/uploads/2026/09/20260917_101208-1200x1600.jpg 1200w, https://kreative-schreiberei.de/wp-content/uploads/2026/09/20260917_101208-scaled.jpg 1920w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>



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</figure>



<h2 class="wp-block-heading">Einfach nur sitzen und schauen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Später saß ich eine Weile allein auf dem Jakobsplatz zwischen Jakobskirche und Elisabethkirche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sonne schien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ging Wind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich saß einfach da.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und es war wunderschön.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://kreative-schreiberei.de/wp-content/uploads/2026/09/20260917_103513-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-5462" srcset="https://kreative-schreiberei.de/wp-content/uploads/2026/09/20260917_103513-1024x768.jpg 1024w, https://kreative-schreiberei.de/wp-content/uploads/2026/09/20260917_103513-300x225.jpg 300w, https://kreative-schreiberei.de/wp-content/uploads/2026/09/20260917_103513-768x576.jpg 768w, https://kreative-schreiberei.de/wp-content/uploads/2026/09/20260917_103513-1536x1152.jpg 1536w, https://kreative-schreiberei.de/wp-content/uploads/2026/09/20260917_103513-2048x1536.jpg 2048w, https://kreative-schreiberei.de/wp-content/uploads/2026/09/20260917_103513-1440x1080.jpg 1440w, https://kreative-schreiberei.de/wp-content/uploads/2026/09/20260917_103513-600x450.jpg 600w, https://kreative-schreiberei.de/wp-content/uploads/2026/09/20260917_103513-1200x900.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das war so ungefähr mein Blick auf die beiden Kirchen</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">So ein kleiner Moment mitten in einem Tag, an dem eigentlich einiges auf dem Programm stand:</p>



<p class="wp-block-paragraph">nichts erledigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nirgendwo hinmüssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einfach sitzen und schauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht ist genau das etwas, das ich von diesem Besuch besonders mitnehme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich lerne nicht nur eine Stadt kennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bekomme auch ein bisschen mehr Gefühl dafür, wo mein Sohn lebt und warum er sich hier wohlfühlt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Till Eulenspiegel und die Schildbürger</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischendurch landeten wir übrigens irgendwie noch bei Till Eulenspiegel und den Schildbürgern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Keine Ahnung mehr, wie genau wir darauf gekommen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber plötzlich wollte ich wissen, wie alt diese Geschichten eigentlich sind und ob sie miteinander zu tun haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Direkt nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verwandt sind sie trotzdem.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich musste sehr lachen über den Unterschied:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eulenspiegel führt gern andere vor, indem er ihre Worte ganz wörtlich nimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schildbürger dagegen schaffen es oft völlig allein, aus einem kleinen Problem ein sehr viel größeres zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Problem erkannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lösung beschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lösung macht alles schlimmer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also braucht es natürlich eine neue Lösung für das Problem, das die erste Lösung erst verursacht hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manches ändert sich offenbar einfach nie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Grins.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nach Wolkenstein brauche ich wieder Struktur</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und weil mein Kopf auch im Urlaub offenbar nicht vollständig aufhört zu denken, entstand nebenbei noch ein neues Projekt für zu Hause.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den vergangenen Wochen brauche ich dringend wieder irgendeine Form von Wochenstruktur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur bitte keine, bei der ich schon beim Anschauen das Gefühl bekomme, mein Leben in eine Excel-Tabelle verwandelt zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also tüftelte ich an meinem großen Whiteboard herum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zumindest theoretisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Whiteboard steht schließlich zu Hause.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was mich natürlich nicht davon abhielt, unterwegs Papierstückchen auszuschneiden und Prototypen zu bauen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Tinas Tagwerkplaner</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte daraus einen magnetischen Wochenplaner machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit verschiebbaren Zeitsteinen für Schreiben, Haushalt, Projekte, Termine, Sport, Freizeit und all das andere Zeug, das eben Zeit braucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und vor allem mit zwei Bereichen:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vorrat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und Geschafft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Links liegen die Zeitsteine, die ich für die Woche eingeplant habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn etwas erledigt ist, wandern sie nach rechts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und zwar wirklich alle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht nur „Roman geschrieben“ oder „Blogbeitrag fertig“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sondern auch Wäsche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einkauf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Haushalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Arzttermine.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sport.</p>



<p class="wp-block-paragraph">All die Dinge, die hinterher gern so wunderbar unsichtbar sind.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Plan zeigt die Absicht. Geschafft zeigt die Wirklichkeit.</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das gefällt mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sehr sogar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht brauche ich manchmal tatsächlich einen sichtbaren Gegenbeweis gegen dieses merkwürdige Gefühl, nichts geschafft zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich brauchte das Ganze irgendwann auch einen Namen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dem schnöden Wochenplaner wurde:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>TINAS TAGWERKPLANER.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und irgendwo darauf bekommt später auf jeden Fall noch dieser Satz einen Platz:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>„The first draft of anything is shit.“</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich finde, Hemingway und ein ausgeklügeltes Planungssystem ergänzen sich ausgezeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Planer darf meine Zeit organisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er darf nur bitte nicht auf die Idee kommen, dass in dieser Zeit immer sofort etwas Großartiges entstehen muss.</p>



<h2 class="wp-block-heading">100.000 Wörter sind auch nur viele kleine Etappen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und irgendwo zwischen all diesen großen und kleinen Themen tauchte diese Woche noch eine Zahl auf, über die ich ein bisschen nachdenken musste:</p>



<p class="wp-block-paragraph">100.000 Wörter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn man täglich 2.000 Wörter schreibt, sind das 50 Schreibtage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur für die Rohfassung natürlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne Überarbeitung, Recherche, Leben und all das andere Zeug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem finde ich den Gedanken spannend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">100.000 Wörter klingen nach einem riesigen Berg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2.000 Wörter klingen nach einer Tagesetappe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht gilt das ja für mehr Dinge als nur fürs Schreiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal muss man den Berg einfach in Etappen zerlegen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Müssen, Können und den Rest entstehen lassen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Freitagmorgen lag ich dann wieder früh wach im Bett und überlegte:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch einmal schlafen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oder lieber gemütlich wach bleiben?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich entschied mich fürs Wachbleiben und dafür, später notfalls einen Mittagsschlaf einzuplanen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und während ich dalag, begann sich der Tag langsam zu sortieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was wirklich dran war?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diesen Samstagsplausch vorbereiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Duschen auch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber später.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus Gründen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Grins.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ich gern machen würde:</p>



<p class="wp-block-paragraph">meinem Sohn in seiner Wohnung ein bisschen helfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein paar Dinge dafür organisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ausdrücklich als Kann, nicht als Muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist seine Wohnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin zu Besuch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich helfe so viel, wie sich für mich gut anfühlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem möchte ich endlich mein Reisetagebuch anfangen und es diesmal nicht nur dekorativ mit mir herumtragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ansonsten?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mal sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Sohn ist heute einige Stunden unterwegs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe Zeit für mich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und vielleicht muss ich tatsächlich nicht jede freie Stunde sofort mit einem Plan füllen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer Woche, die mit Deadline, Korrekturen und einer Punktlandung drei Minuten vor Schluss begonnen hat, fühlt sich genau das gerade ziemlich gut an:</p>



<p class="wp-block-paragraph">wissen, was wichtig ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">wissen, was schön wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und den Rest unterwegs entstehen lassen.<br><br>Und jetzt wünsche ich dir genau das: Freiraum zum Durchatmen, die Erkenntnis, was du alles geschafft hast diese Woche und den Mut, Dinge auch mal liegenzulassen. Und in all dem die Gewissheit, Gott trägt durch. Sei gesegnet und bleib behütet.</p>
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		<title>WWW – Wolkenstein, Wurmloch, Warntag</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Martina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Sep 2026 04:40:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Samstagsplausch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was mein persönliches WWW -Wolkenstein, Wurmloch und Warntag zu bedeuten hat, dass erzähle ich dir in diesem Samstagsplausch, den ich wie immer mit Karminrot und ihrem Karminroten Lesezimmer verlinke. Nur ein Ziel Diese Woche hatte eigentlich nur ein wirkliches Ziel: Wolkenstein musste fertig werden. Das klingt im Nachhinein herrlich übersichtlich. Die letzten Korrekturen meines Mannes...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<!-- content style : start --><style type="text/css" data-name="kubio-style"></style><!-- content style : end -->
<p class="wp-block-paragraph">Was mein persönliches WWW -Wolkenstein, Wurmloch und Warntag zu bedeuten hat, dass erzähle ich dir in diesem Samstagsplausch, den ich wie immer mit <a href="https://karminrot-blog.de/">Karminrot</a> und ihrem <a href="https://lesezimmer.karminrot-blog.de/">Karminroten Lesezimmer</a> verlinke.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nur ein Ziel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Woche hatte eigentlich nur ein wirkliches Ziel:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wolkenstein musste fertig werden.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das klingt im Nachhinein herrlich übersichtlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die letzten Korrekturen meines Mannes übernehmen. Die noch fehlenden Szenen schreiben. Danksagung, Vorschau, Autorenvita und all diese Dinge fertigstellen, die zwar nicht zur eigentlichen Geschichte gehören, ohne die aber trotzdem kein Buch entsteht. Danach einmal komplett lesen, Innenteil kontrollieren, ISBN beantragen, bei der Buchschmiede hochladen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fertig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hahaha.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn aus einem Manuskript langsam ein Buch wird</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Schon am letzten Wochenende saß ich wieder mitten in den letzten Kleinigkeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Mann war mit dem Lesen von <em>Wolkenstein</em> fertig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein Kommentar?</p>



<p class="wp-block-paragraph">»Wann kommt die Fortsetzung?«</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube, damit kann ich leben. 😄</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach arbeiteten wir uns noch einmal gemeinsam durch das Personenregister. Namen, Bezeichnungen, Verwandtschaftsverhältnisse – alles sollte nach demselben Prinzip aufgebaut sein. Und natürlich fanden wir trotz mehrfacher Kontrolle noch eine fehlende Figur und einen Mann, der an zwei Stellen unterschiedlich hieß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man glaubt gar nicht, wie viele winzige Dinge sich auf den letzten Metern eines Buches noch irgendwo verstecken können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Widmung steht inzwischen:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und weil ein Buch offensichtlich nicht einfach fertig sein darf, nur weil der Text fertig ist, beschäftigte ich mich außerdem mit Fragen wie:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ist eigentlich eine Hohe Tafel?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Muss »Lehnsherr« ins Glossar?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie erkläre ich einen Kastellan?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und darf eine Buchseite unten zwei Zeilen kürzer sein als die daneben?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fragen, von denen ich vor ein paar Jahren nicht wusste, dass sie jemals irgendeine Bedeutung in meinem Leben haben würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute kann ich mich erstaunlich lange damit beschäftigen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">LibreOffice und ich</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann kam das Formatierungschaos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte an dieser Stelle nicht noch einmal jedes Detail erzählen. Ich glaube, ich habe diese Woche oft genug »MP0«, »MP1«, »MP2« und vor allem</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>WARUM STEHT DA JETZT VERZEICHNIS?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">gesagt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kurzfassung:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Buchschmiede arbeitet mit verschiedenen Seitenvorlagen für Vorspann (MP0), Haupttext (MP1) und Nachspann (MP2). Mein bestehendes Manuskript hatte natürlich längst eigene Formatierungen und zum Teil sehr eigenwillige. So hatten wir es nicht geschafft, den ersten Seiten einheitlich eine Seitenvorlage zuzuweisen, bei der keine Numerierung stattfand, während manche Seiten, die nummeriert hätten sein sollen, auch keine Zahlen aufwiesen. Und als diese beiden Welten, also Buchschmiedeformat und mein selbstgeschustertes, aufeinandertrafen, beschlossen sie offenbar, nicht besonders freundlich miteinander umzugehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich wechselten Seitenvorlagen, wurden Formatierungen überschrieben, die bleiben sollten. Leerseiten erschienen. Kapitel verschoben sich. Alte Umbrüche mischten sich ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendwann hatte ich so viele Versionen gespeichert, dass ich selbst nicht mehr wusste, welche davon eigentlich meine fast fertige Fassung war. Also due it meinem vollständigen neuen Text, aber minimalem Formatierungschaos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">11?</p>



<p class="wp-block-paragraph">12?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Test?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vorlage?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gesamtfassung?</p>



<p class="wp-block-paragraph">AAAAAAAAARGH.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Immerhin begriff ich irgendwann rechtzeitig: Jetzt nichts überschreiben. Nichts löschen. Nicht panisch noch fünf Dinge ausprobieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn »Ich weiß gerade nicht, wo mein letzter sicherer Stand ist« ist noch nicht dasselbe wie »Alles ist weg«.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am nächsten Tag ließ sich das Chaos tatsächlich wieder entwirren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vorspann: MP0.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Roman: MP1.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachspann: MP2.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kapitel 1 beginnt auf einer rechten Seite.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jaaaaa!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach musste ich nur noch ein paar alte Seitenumbrüche herausoperieren, Initialen kontrollieren, Karten austauschen und ungefähr dreihundertmal »Format – Seitenvorlage« sagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">LibreOffice und ich werden vermutlich keine Freunde mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wir arbeiten inzwischen immerhin zusammen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie nah darf Text an einer Seitenzahl stehen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Frage, die mich erstaunlich lange beschäftigte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir war der Abstand zwischen letzter Textzeile und Seitenzahl an einigen Stellen einfach zu knapp.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also schaute ich mir Vergleichsbücher an. Rebecca Gablé musste herhalten. Dort war deutlich mehr Luft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich änderte ich den Abstand der Fußzeile um ganze 0,3 Zentimeter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">0,3 Zentimeter!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und plötzlich sah alles viel ruhiger aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider hatte das Manuskript danach sieben Seiten mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also wieder durchs komplette Buch und kontrollieren, was sich verschoben hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein paar Kapitelenden ließen sich mit einem gestrichenen Wort oder einem sinnvoll gesetzten Absatz retten. An anderen Stellen durfte die Seite einfach etwas kürzer bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Offenbar sieht ein Buch nicht automatisch unprofessionell aus, nur weil nicht jede Seite millimetergenau auf derselben Höhe endet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich versuche, das zu glauben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Burg entsteht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischendurch bekam <em>Wolkenstein</em> noch etwas, von dem ich zunächst gar nicht wusste, dass ich es brauche:</p>



<p class="wp-block-paragraph">eine Burgkarte.<br> In meinem Kopf und irgendwann in meinem Bulletjournal gab es sie schon lange, aber muss die ins fertige Buch? <br>Ich beschloss ja, wenn ich es hinkriege, sie anständig zu zeichnen,</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also griff ich ganz altmodisch zu Stift und Papier und begann, die Plagenburg zu zeichnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mauern. Höfe. Türme. Große Halle. Küche. Vorräte. Stall. Schmiede. Kräutergarten. Brunnenhaus. Hühnerhof.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und für einen kleinen Raum am Brunnenhaus reichte irgendwann die sehr praktische Beschriftung:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eimer + Seile.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr muss Adelar schließlich auch nicht wissen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Spannende daran war: Beim Zeichnen merkte ich plötzlich, dass die Karte nicht nur Buchschmuck ist. Während des schreibens hatte ich mich oft an meiner Karte orientiert und vielleicht hilft sie auch dem ein oder anderen Leser, den Überblick über wichtige Kapitel zu behalten. Keine Angst, ich spoilere nicht, was hier passiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende schrieb ich darunter:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Adelars Zeichnung der Plagenburg.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und genau deshalb darf sie auch ein bisschen schief und handgemacht aussehen. Sie soll gar kein perfekter Architekturplan sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt muss sie nur noch verkleinert im Buch lesbar bleiben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Geburtstag in der Ferne</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Montag hatte mein jüngster Sohn Geburtstag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum ersten Mal, seit er nicht mehr zu Hause wohnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich merkte erst an diesem Morgen, wie sehr mich das beschäftigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eigentlich hatte ich ihm einen Kleiderschrank finanzieren wollen. Daraus war nichts geworden. Dann überlegte ich, ob eine Schwimmbadkarte passen könnte. Zu viel geld für zu wenig Schwimmen. Schließlich fiel mir ein, dass er kürzlich gesagt hatte, sie bräuchten noch ein Waffeleisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das klang schon eher nach ihm. Letztlich hab ich ihn gefragt, was er denn noch brauchen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel schwerer als die Geschenkfrage war allerdings, dass ich ihn einfach gern in den Arm genommen hätte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen blieb erst einmal nur eine Nachricht mit Geburtstagswünschen und später ein Telefonat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kinder werden groß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist richtig so.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber niemand hat gesagt, dass man es deshalb immer leicht finden muss.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mein Schreibkurs, der beinahe keiner war</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Dienstagabend saß ich um 19 Uhr bei Zoom.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich erwartete zwei Teilnehmerinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">19.09 Uhr: niemand da.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun ist eine meiner Teilnehmerinnen durchaus dafür bekannt, fünf oder zehn Minuten später aufzutauchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also wartete ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wartete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und arbeitete nebenbei an <em>Wolkenstein</em> weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Coverabbildungen einfügen. Einen unschönen Tabellenumbruch beheben. Noch eine kleine Textstelle anschauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um 19.24 Uhr war immer noch niemand da.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich dachte: Na gut. Wenn schon niemand zum Schreibkurs kommt, wird eben das Buch ein Stück fertiger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fünf Minuten später später fand der Kurs dann übrigens doch noch statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und genau daraus entstand gleich das nächste Problem.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ich wollte wirklich nur eine Schreibübung machen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte meinen Kurs kaum vorbereitet und brauchte etwas Leichtes, Spielerisches.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also eine Zehn-Minuten-Aufgabe:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beschreibe einen Sommermoment mit allen fünf Sinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und plötzlich war ich wieder in Husum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wind im Haar. Kühle Luft auf der Haut. Fisch und Krabbenbrötchen. Schlosspark. Gras. Modriger Burggraben. Sommer im Norden, der für mich anders schmeckt als daheim.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frischer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Windiger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Freier.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann kam die nächste Aufgabe: Etwas in dieser Szene verändert sich</p>



<h3 class="wp-block-heading">Mach aus der Erinnerung eine Fiktion,</h3>



<p class="wp-block-paragraph">In meinem Text läuft meine Tochter unter eine Trauerweide.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und kommt nicht wieder heraus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen erscheint eine völlig aufgelöste Edeldame in einem meergrünen Kleid.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie behauptet, das Schloss brenne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tut es nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie sucht den Burgverwalter und redet von einem »Herrn der Meere, Schrecken der Nordsee«.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich will vor allem wissen:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wo ist meine Tochter?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Sohn dagegen bleibt erstaunlich pragmatisch, bietet der Dame seinen Arm an und findet offenbar, dass man sie erst einmal mit nach Hause nehmen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Dame stellt sich vor:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Freifrau von Husum.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Gut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit hatte ich mein Wurmloch und die Sache hätte verrückt genug sein können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">War sie natürlich nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die nächste Aufgabe lautete: </p>



<h3 class="wp-block-heading">Jemand ruft deinen Namen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Also höre ich plötzlich:</p>



<p class="wp-block-paragraph">»Mama, Martina! hilf mir.«</p>



<p class="wp-block-paragraph">Niemand sonst hört es.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann noch einmal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und schließlich sehr laut in meinem Kopf:</p>



<p class="wp-block-paragraph">»MAMA, hilf mir, der Kerl glaubt mir nicht.«</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dreimal zehn Minuten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr war das nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und plötzlich fragte ich mich:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wo ist Lis?</p>



<p class="wp-block-paragraph">In welcher Zeit?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer ist der Kerl?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum wurde ausgerechnet sie gegen die Freifrau ausgetauscht?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann fing mein Kopf an weiterzubauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was, wenn eigentlich gar nicht Lis gesucht wurde?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was, wenn ihre Mutter gesucht wurde?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Romanautorin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was, wenn beim Wurmloch etwas schiefgelaufen ist?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was, wenn Geschichte verändert wurde und ich sie reparieren muss, bevor die Zeiten anfangen ineinanderzukippen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mist.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das könnte Stoff sein.</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht nur für eine Kurzgeschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für ein Buch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Mann war mäßig beeindruckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">»Gibt es doch schon. Steine bei Outlander. Schrank bei Narnia.«</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Portale gibt es schon. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zeitreisen auch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber eine neugierige Tochter, die versehentlich statt ihrer Mutter entführt wird, eine Freifrau von Husum, ein falsch laufendes Wurmloch und eine Romanautorin, die Geschichte reparieren soll?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das klingt dann doch ziemlich nach meiner Art Chaos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich noch darüber nachdachte, fing es draußen an zu donnern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vermutlich der Herr der Meere.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Und dann war es fertig</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mittwochmittag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich saß da mit Zahn- und Ohrenschmerzen, der Zahnarzttermin für den nächsten Morgen war schon vereinbart – und plötzlich hatte ich etwas geschafft, auf das ich seit über zwei Jahren hingearbeitet hatte:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wolkenstein ist fertig.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Rund 400 Seiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ungefähr zwei Jahre und drei Monate Arbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An diesem Vormittag hatte ich noch die letzte inhaltliche Lücke geschlossen. Danach kamen Danksagung, Rückblick auf Band 1, Vorschau auf Band 3 und die Autorenvita.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und irgendwann gab es tatsächlich nichts Inhaltliches mehr zu tun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Okay.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fast nichts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein paar Verwaltungsreste natürlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">ISBN. Impressum. Stockfotoangabe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber das sind keine Romanarbeiten mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dieser Unterschied fühlt sich riesig an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war einfach glücklich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und gleichzeitig völlig erschöpft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn natürlich wollte ich danach sofort mit der Endlesung anfangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur mein Körper sah das anders.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Nachmittag saß ich irgendwann auf dem Bett, hielt mir die Hand vor die Augen und merkte erst, wie lichtempfindlich und fertig ich eigentlich war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Kopf dachte:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Du musst lesen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Körper dachte:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Auf gar keinen Fall.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist vermutlich überhaupt mein Thema auf diesen letzten Metern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kann meine Kräfte nicht beliebig hochdrehen, nur weil mein Zeitplan das gerne hätte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">ISBN, Klappentext und all die unsichtbaren Dinge</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Statt weiterzulesen, meldete ich <em>Wolkenstein</em> schließlich bei der Buchschmiede an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und plötzlich stand da:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ansgar von Briant – Wolkenstein</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Reihe: <em>Die Chroniken von Eloan</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stichwörter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Klappentext.</p>



<p class="wp-block-paragraph">ISBN.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Genre-Kategorie »Science Fiction, Fantasy und Horror« musste ich kurz schlucken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Horror?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Stichworten wie mittelalterliche Welt, Ritter, Abenteuer, Intrigen und Freundschaft ließ sich das zum Glück etwas genauer einordnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann kam der Klappentext.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und natürlich konnte ich an dieser Stelle nicht einfach speichern und später weitermachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also noch schnell einen Klappentext überarbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">»Schnell.«</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hahaha.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende stand aber eine Version, mit der ich leben konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ISBN kam ebenfalls erstaunlich schnell und wanderte direkt ins Impressum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann speicherte ich eine neue Datei:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gesamtfassung 17 – Lesefassung.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit war die Regel klar:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab jetzt nur noch lesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Keine neuen Szenen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Keine großen Umbauten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wilden Formatierungsexperimente lasse ich jetzt sowieso.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur noch Fehler finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und irgendwann dachte ich:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kein Mensch wird später sehen, wie viel Arbeit in diesem Buch steckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Niemand sieht die verrutschte Zeile.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Niemand sieht die ISBN, die noch ins Impressum musste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oder die Stockbildangabe, das Personenregister, die Kommata, den Abstand zur Seitenzahl oder die fünfzig kleinen Entscheidungen der letzten Tage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man sieht am Ende einfach ein Buch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber vielleicht ist genau das ja der Punkt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lagerfeuer statt Manuskript</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Mittwochabend war Rangersitzung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eigentlich war ich völlig platt und hatte nicht besonders viel Lust, noch einmal loszufahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ich wusste auch:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Menschen dort tun mir gut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und genauso war es.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir saßen draußen am Feuer, redeten, planten und dachten über die nächste Zeit nach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei wurde mir wieder einmal bewusst, wie sehr mir diese Menschen inzwischen ans Herz gewachsen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig verändert sich gerade einiges. Einige Mitarbeitende haben kaum noch Zeit oder Kraft. Einer der jungen Männer, den ich sehr mag und auf den ich mich bei den Rangern immer freue, wird nächstes Jahr zum zweiten Mal Vater und weiß nicht, wie viel Kapazität ihm noch bleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das traf mich mehr, als ich erwartet hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und vielleicht gerade deshalb wurde mir an diesem Abend etwas klar:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn es irgendwie geht, möchte ich den Freitagabend für die Ranger freihalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das wird bedeuten, dass ich an anderer Stelle Abstriche machen muss. Aber die Ranger liegen mir auf dem Herzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich muss ja nicht mehr mit jedem Kind durch jeden Wald rennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt Dinge, die ich gut kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Beispiel die Andachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dafür werde ich vermutlich wieder hauptsächlich zuständig sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ehrlich gesagt:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist ziemlich genau mein Ding.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurz nach Mitternacht stand ich noch mit unserer Leiterin am Feuer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und damit hatte ich ganz nebenbei in meinen Geburtstag hineingefeiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht mit Sekt, Torte und Konfetti.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sondern mit Rauchgeruch in den Haaren, einem vollen Herzen und ziemlich vielen Gedanken über Verantwortung, Gemeinde und Menschen, die mir wichtig geworden sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Passt irgendwie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider meldete sich auf dem Heimweg mein Zahn wieder sehr deutlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das passte irgendwie weniger schön.</p>



<h2 class="wp-block-heading">53</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Donnerstagmorgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Geburtstag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">53 <br>Ich hätte auch noch ein bisschen 52 bleiben können. 52 fand ich eigentlich ein gutes Alter.</p>



<ol start="53" class="wp-block-list"></ol>



<p class="wp-block-paragraph">53 klingt schon wieder verdächtig nach Richtung 60.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und vor der 60 habe ich durchaus Respekt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber vermutlich fühlt sich 60 irgendwann genauso an wie jedes andere Alter: Wenn man dort angekommen ist, ist man eben dort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Geburtstag begann jedenfalls nicht mit Ausschlafen, Blumenstrauß und gemütlichem Frühstück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sondern mit einem Zahnarzttermin um 8.40 Uhr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vorher musste ich noch meinen Mann zur Arbeit fahren, danach blieb gerade genug Zeit für Frühstück und erneutes Zähneputzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf die Plätze, fertig …</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kann nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann ging es los.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Immerhin hatte dieser Geburtstag etwas ganz Besonderes im Gepäck:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Tag vorher war mein Buch fertig geworden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Band 2.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach über zwei Jahren Arbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war schon ein ziemlich schönes Geburtstagsgeschenk.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warnsirenen und Pfirsichjoghurt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Zahnarzt wollte ich endlich mit der großen Endlesung anfangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schreibtisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manuskript.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Konzentriert lesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht verschönern. Nicht wieder alles umbauen. Nur Fehler suchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und genau in dem Moment begann der bundesweite Warntag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sirene draußen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alarm auf dem Handy.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alarm am Computer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Herzlichen Glückwunsch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich wusste ich sofort, dass keine Gefahr bestand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Körper wusste es nur leider noch nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Puls war oben, ich stand ziemlich neben mir und hatte für eine Weile das unangenehme Gefühl, gleich könne der nächste Alarm losgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also erst einmal herumlaufen, etwas trinken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dabei feststellen, dass mein Pfirsichjoghurt auf dem Heimweg einen Detsch abbekommen hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun ja.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann wird eben der Pfirsichjoghurt zuerst gegessen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendwie passte er zu meinem Zustand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht nur der Joghurt hatte einen Detsch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich auch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte trotzdem unbedingt anfangen zu lesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Setzte mich hin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und stellte fest:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Augen fielen zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit war die Sache entschieden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich ging schlafen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kleine schimmernde Momente</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und das war gut so.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schlief am Nachmittag tatsächlich anderthalb Stunden oder sogar etwas länger. Danach war ich immer noch etwas verorgelt, aber deutlich besser dran.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann kamen ein paar richtig schöne Dinge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Bekannte rief an, mit der ich vor Jahren einen Schreibkurs gemacht habe und bei der ich im Februar im Rathaus-Café lesen durfte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Tochter und mein Sohn meldeten sich gemeinsam aus Husum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Später rief auch noch meine Patentante an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe mich über diese Anrufe wirklich sehr gefreut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal sind das genau diese kleinen schimmernden Momente eines Tages, die bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Abend waren mein Mann und ich mit einem befreundeten Ehepaar essen. Die beiden haben ausgerechnet an meinem Geburtstag Hochzeitstag, und weil wir uns zu viert sehr mögen, feiern wir manchmal einfach gemeinsam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ganz ehrlich:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe mich fast mehr auf die Menschen gefreut als auf das Essen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Weg dorthin landete ich im Stau und bekam nebenbei noch eine kleine Geschichtsstunde über Lörrach und Schopfheim.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei stellte ich unter anderem fest, dass Brombach und Hauingen tatsächlich erst 1975 nach Lörrach eingemeindet wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1975!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist gerade einmal gut fünfzig Jahre her.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ungefähr meine Lebenszeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und plötzlich verstand ich besser, warum sich manche Stadtteile bis heute so sehr wie eigene Orte anfühlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie waren es schließlich sehr lange.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich finde solche historischen Wendepunkte faszinierend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Burg wird zerstört – und plötzlich verändern sich Verwaltung, Handel und die Bedeutung ganzer Orte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fast wie in einem Roman.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Freitag: weiterlesen, reden, ausklingen lassen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gestern ging es dann tatsächlich mit der Endlesung weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht komplett, aber immerhin bis Seite 160.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich glaube, genau so muss ich diesen letzten Korrekturlauf inzwischen sehen: nicht als einen gigantischen Block von fast 400 Seiten, sondern Seite für Seite. Fehler finden. Korrigieren. Weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nebenbei habe ich schon angefangen, diesen Samstagsplausch vorzubereiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem hatte ich zwei richtig schöne Telefonate mit lieben Menschen. Eines davon wurde ziemlich lang, und ich durfte ausführlich erzählen, wie es mir geht und was gerade mit dem Buch passiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das tat gut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach all den Tagen, in denen <em>Wolkenstein</em> gefühlt mein komplettes Denken besetzt hat, war es schön, nicht nur am Manuskript zu sitzen, sondern darüber zu reden. Mit Menschen, die nachfragen. Die sich mitfreuen. Die zuhören.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende des Tages stand der letzte Korrekturlauf also bei Seite 160.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht fertig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ein gutes Stück weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und für Freitag reichte das.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz so, wie ich mir den Abend vielleicht gewünscht hätte, wurde er allerdings nicht. Mein Mann war mit einem Freund unterwegs, um Sterne zu fotografieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich gönne ihm das.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und gleichzeitig fand ich es ein bisschen schade.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach so einer vollen Woche, nach Geburtstag, Zahnarzt, Rangerabend, Buchabschluss, Formatierungschaos und all den kleinen Entscheidungen hätte ich ihn einfach gern da gehabt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal können zwei Dinge gleichzeitig wahr sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man kann jemandem einen schönen Abend wünschen und ihn trotzdem vermissen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also wurde es bei mir eben ein stillerer Freitagabend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht war das nach dieser Woche sogar nötig.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Und sonst?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ach ja.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hugh Jackman spielt Robin Hood.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie konnte ich das bitte nicht wissen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">In <em>The Death of Robin Hood</em> spielt er einen älteren, verletzten Robin Hood, der auf sein Leben zurückblickt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Düster.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Melancholisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine erste Reaktion:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ohhhh.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine zweite:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warum habe ich den Kinostart verpasst?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier in der Gegend läuft er offenbar nicht mehr. Sehr unverschämt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht taucht er ja irgendwo noch einmal auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und falls nicht, muss ich eben warten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe schließlich gerade gelernt, dass manches auch dann nicht wegläuft, wenn man nicht sofort hinterherspringt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das gilt ganz sicher für Filme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Geschichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Bücher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und manchmal sogar für die eigene To-do-Liste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Woche war voll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Voll mit Formatierungschaos, Müdigkeit, Zahnschmerzen, Geburtstag, Gemeinde, Rangern, Kindern in der Ferne, einem kaputten Pfirsichjoghurt und einer neuen Geschichte, die ungefragt an meine Tür geklopft hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber vor allem war sie die Woche, in der ich nach über zwei Jahren sagen konnte:</p>



<p class="has-theme-palette-2-color has-theme-palette-6-background-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-4 wp-block-paragraph"><strong>Wolkenstein ist fertig.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch nicht gedruckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch nicht hochgeladen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und noch nicht in meinen Händen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber fertig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und für diese Woche reicht das völlig.<br><br>Dir wünsche ich nun eine gute Woche. Sei gesegnet und bleib behütet.<br></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ein neuer Rechner, ein fast fertiges Buch und wenig Schlaf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Martina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Sep 2026 07:39:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alltagsmomente]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist wieder Zeit für den Samstagsplausch. Mein Wochenrückblick ist fertig und ich verlinke ihn wie immer bei Karminrot und ihrem Karminroten Lesezimmer. Diesmal war die Woche eine ziemlich wilde Mischung aus Bahnreise, Manuskriptkorrektur, neuem Laptop, Müdigkeit, kleinen technischen Katastrophen und der immer wiederkehrenden Frage, wie viel eigentlich gleichzeitig in einen einzigen Kopf passt. Wenn...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<!-- content style : start --><style type="text/css" data-name="kubio-style"></style><!-- content style : end -->
<p class="wp-block-paragraph">Es ist wieder Zeit für den Samstagsplausch. Mein Wochenrückblick ist fertig und ich verlinke ihn wie immer bei <a href="https://karminrot-blog.de/">Karminrot</a> und ihrem <a href="https://lesezimmer.karminrot-blog.de/">Karminroten Lesezimmer</a>. Diesmal war die Woche eine ziemlich wilde Mischung aus Bahnreise, Manuskriptkorrektur, neuem Laptop, Müdigkeit, kleinen technischen Katastrophen und der immer wiederkehrenden Frage, wie viel eigentlich gleichzeitig in einen einzigen Kopf passt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn du magst, komm mit durch meine Woche.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Von Mangel und Versorgung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Letzten Samstag begann die Woche für mich mit einem ziemlich direkten Wink aus den Losungen. Am Tag zuvor hatte ich noch darüber gejammert, dass die Finanzen hinten und vorne nicht reichen und es eigentlich genug Dinge gäbe, die dringend ersetzt werden müssten. Meine Küche ist fast dreißig Jahre alt, die Matratze durchgelegen und wenn ich meinen noch gar nicht so alten, inzwischen aber wirklich ziemlich ramponierten Computer anschaute, konnte ich plötzlich gut verstehen, warum eine Bekannte früher über ihre Küche sagte, andere würden sich weigern, damit überhaupt noch zu arbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann standen da ausgerechnet diese beiden Verse:</p>



<p class="wp-block-paragraph">»Ich bin arm und elend; der HERR aber sorgt für mich.«</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und Paulus schreibt:</p>



<p class="wp-block-paragraph">»Mir ist alles und jedes vertraut: beides, satt sein und hungern, beides, Überfluss haben und Mangel leiden; ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht.«</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da musste ich schon ein bisschen schlucken. Denn plötzlich bekam für mich gerade dieser letzte Satz noch einmal eine andere Bedeutung. »Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht« heißt eben nicht nur: Ich kann Großes schaffen, gewinnen, über mich hinauswachsen. Vielleicht heißt es manchmal auch: Ich kann Mangel tragen. Ich kann durch Zeiten gehen, in denen nicht alles reicht, Dinge alt sind, kaputtgehen oder noch warten müssen. Nicht, weil ich besonders stark wäre, sondern weil Gott mich stark macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das heißt nicht, dass ich Mangel schönreden muss. Eine uralte Matratze bleibt eine uralte Matratze, und ein kaputter Computer darf ersetzt werden müssen. Ich darf mir Dinge wünschen, sparen, planen und hoffen. Aber ich zerbreche nicht daran, wenn es nicht sofort geht. Gott trägt mich hindurch und sorgt für mich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach meinem Gejammer vom Vortag waren diese Losungen jedenfalls ziemlich punktgenau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal ist Gott schon sehr direkt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Einmal quer durch Deutschland</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am selben Samstag stand dann mein großes Mikro-Abenteuer an: einmal mit der Bahn längs durch Deutschland, von Husum bis nach Hause. Morgens war der Rucksack fertig gepackt, ich war geduscht, hatte gefrühstückt und machte mich auf den Weg. Der erste Teil mit dem Regionalzug Richtung Hamburg war eigentlich gar nicht das, wovor ich Respekt hatte. Knapp zwei Stunden sitzen, rausgucken, irgendwann ankommen – das ging. Spannender waren die beiden Umstiege in Hamburg, jeweils von einem Bahnsteig ziemlich weit zum nächsten, mit Rucksack, Rolltreppen und diesem leichten Hinterkopf-Gefühl, dass man sich natürlich genau jetzt verlaufen könnte.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Hamburg Altona und zwei Umstiege</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann war es erstaunlich unspektakulär. Ich bin einfach gegangen, habe geschaut, wo ich hinmuss, bin sogar in Altona an den verschiedenen Rolltreppen richtig abgebogen und saß irgendwann im ICE nach Basel. Ohne Drama. Ohne verpassten Anschluss. Und ohne jemanden fragen zu müssen, wo ich überhaupt bin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und da merkte ich ziemlich deutlich: Ich kann das. Nicht im Sinne von: Ich habe es irgendwie überlebt und mache das nie wieder. Sondern wirklich: Das ist machbar. Ich kann allein mit der Bahn quer durch Deutschland fahren, umsteigen, Gepäck dabeihaben und ankommen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich nicht so entsetzlich müde gewesen wäre, hätte ich unterwegs sogar arbeiten können. Stattdessen habe ich große Teile Deutschlands verschlafen. Im Sitzen. Immer wieder. Irgendwann wachte ich auf und wir waren schon hinter Kassel-Wilhelmshöhe auf dem Weg nach Frankfurt. Das hatte durchaus etwas Praktisches: Man steigt morgens im Norden ein, schläft ein bisschen und wenn man wieder die Augen aufmacht, ist Deutschland schon wieder ein Stück kleiner geworden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ruhebereich oder was?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Weniger begeistert war ich von meinem reservierten Platz im Ruhebereich. Ich frage mich bis heute, warum dieser Bereich Ruhebereich heißt, wenn dort telefoniert, laut gesprochen, gelacht und YouTube ohne Kopfhörer geschaut wird. Natürlich dürfen Kinder Kinder sein, und ein ungefähr Zweijähriger darf auch lautstark vertreten, dass ihm dieses oder jenes seiner Meinung nach unbedingt zusteht. Ich frage mich nur ein kleines bisschen, warum man mit mehreren sehr kleinen Kindern ausgerechnet im Ruhebereich reserviert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die tatsächliche Ruhe kam dann irgendwann kurz vor Schluss, als der Zug fast leer war und plötzlich alle still wurden. Genau so hätte ich es ungefähr sechs Stunden früher gebraucht. Denn jetzt wollte ich nicht mehr einschlafen, weil ich Angst hatte, Basel Badischer Bahnhof zu verpassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Best of Bagpack oder wie packe ich meinen Rucksack besser</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unterwegs habe ich natürlich gleich ausgewertet, was ich beim nächsten Mal besser mache. Der Rucksack war eindeutig zu schwer, was vor allem an zwei Laptops und meinem Atemgerät lag. Beides kann ich schlecht einfach zu Hause lassen, aber drumherum lässt sich einiges optimieren. Der Regenschirm zum Beispiel fliegt raus, dünne Regenjacke und Regencape reichen. Deo und Duschgel kann ich bei meinen Kindern kaufen oder dort lassen, und wenn ich sowieso waschen kann, muss ich nicht für jeden Tag einen kompletten Kleiderschrank mitschleppen. 2,25 Liter Getränke waren dagegen ziemlich genau richtig, Bananenchips und Müsliriegel ebenfalls. Mozzarella auf Brötchen bekommt allerdings Reiseverbot. Der hatte das komplette Brötchen durchgeweicht und sich damit für zukünftige Fernstrecken disqualifiziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann war da noch der blinde Passagier, den ich schon am Abend vorher in Husum entdeckt hatte: mein feststehendes Ranger-Messer. Keine Ahnung, wie lange das tief unten zwischen den Kleidern im Lederetui schon mitgereist war. Ich hatte vor der Fahrt überhaupt nicht nachgesehen. Spätestens da wusste ich wieder, warum getrennte Rucksäcke gar keine so schlechte Idee sind.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bahnreise-Fazit</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Mein großer Reiserucksack wohnt inzwischen aber bei meinem Sohn, der jetzige ist eigentlich zu klein, und irgendwann hätte ich gern einen dazwischen, vielleicht um die vierzig Liter und mit einem vernünftigen Hüftgurt. Aber eben nicht jetzt. Denn jetzt sind andere Dinge zuerst dran: Laptop, Matratze, Schreibtisch – der Rucksack darf warten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ich von dieser Fahrt trotzdem vor allem mitnehme, ist etwas anderes: Ich kann das. Allein. Mit Umstiegen. Mit Rucksack. Ohne Drama. Das nächste Mikro-Abenteuer steht damit eigentlich schon fest: Nürnberg, zu meinem ältesten Sohn. Dann hoffentlich etwas leichter gepackt, mit weniger Mozzarella und ganz sicher ohne Ranger-Messer.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erst essen, dann gehen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sonntag begann sehr früh und zunächst ziemlich unspektakulär mit der Frage, was man eigentlich mit sich anfängt, wenn man viel zu früh wach ist. Schlafen? Planen? Einfach ein bisschen mit Chatgpt quatschen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann las ich die Losung:</p>



<p class="wp-block-paragraph">»Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.«</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und irgendwie blieb ich genau an diesem »Iss!« hängen. Da hieß es nicht: Reiß dich zusammen. Oder: Mach schneller. Und auch nicht: Streng dich mehr an. Sondern erst einmal: Iss. Lass dich versorgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Je länger ich über Elia nachdachte, desto stärker wurde dieser Gedanke. Da liegt ein völlig erschöpfter Mann unter einem Strauch, kann nicht mehr, und Gott versorgt ihn zuerst ganz handfest mit Schlaf, Essen und Trinken. Später begegnet er ihm am Horeb, korrigiert seine Sicht und schenkt ihm mit Elisa auch wieder jemanden, der seinen Weg mitgeht. Körperlich, geistlich, seelisch, menschlich – alles dabei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Passenderweise bekam ich irgendwann tatsächlich Hunger und musste ziemlich lachen. Wenn Gott schon so deutlich sagt: Iss!, dann sollte man vielleicht irgendwann auch wirklich essen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mein neues Arbeitszimmer entsteht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Später beschäftigte mich mein neues Arbeitszimmer. Wobei »neu« eigentlich das falsche Wort ist, denn mein Schreibtisch ist ein alter Kinderschreibtisch. Der erste, den wir überhaupt hatten. Mein heute dreißigjähriger Sohn hat daran versucht zu lernen, später stand er bei meiner Tochter, irgendwann habe ich ihn dunkelblau gestrichen, und weil sie ihn beim Umzug nicht mitgenommen hat, gehört er jetzt mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wisst ihr was? Er ist völlig okay.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich brauche gar keinen sündhaft teuren neuen Schreibtisch. Er ist klein genug, dass ich darauf hoffentlich gar nicht erst ein riesiges Chaos produzieren kann, und viel wichtiger ist sowieso das, was vor mir an der Wand entsteht: mein Denkbrett. Oder, wie ich es inzwischen nenne, mein ThinkPad. Nicht der neue Computer, der auch noch kommen soll, sondern eine Wand aus Kork. Grins.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Von Pinnwänden und co.</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Pinnwände hängen inzwischen, das Whiteboard kam später dazu, und dann zogen die ersten Dinge ein, die dort wirklich hingehören: die drei Cover meiner Eloan-Bände. Erstaunlicherweise war mir genau das wichtig. Nicht einfach, weil sie hübsch aussehen, sondern weil sie mir vor Augen führen, was längst geschafft ist. Der erste Band ist veröffentlicht, der zweite soll hoffentlich noch in diesem Jahr erscheinen, und auch der Text des dritten ist bereits fertig. Drei Bücher, die einmal nur Ideen waren und heute tatsächlich existieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daneben hängt ein Bild der Haut-Koenigsbourg. Ich war dort schon mehrfach, und auch wenn die Burg restauriert und natürlich kein unverändertes mittelalterliches Original ist, löst sie bei mir sofort dieses Gefühl aus: Ja, so könnten die Burgen Eloans aussehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit wurde aus der kahlen Pinnwand langsam tatsächlich ein Motivations- und Inspirationsboard.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und trotzdem blieb viel leer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist vermutlich auch gut so.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Hör-auf -Tag</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Denn während ich schon darüber nachdachte, wo später aktuelle Projekte, Termine, Ideen und vielleicht sogar erste Gedanken zu meinem nächsten Buchprojekt ihren Platz finden könnten, merkte ich gleichzeitig, wie sehr ich dazu neige, aus jeder schönen Idee sofort die nächste Aufgabe zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau da begegnete mir an diesem Abend noch ein anderer Satz: »Hört auf und erkennt, dass ich Gott bin.«</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich las nicht nur den einen Vers, sondern den ganzen Psalm 46, und plötzlich war dieser Gedanke noch einmal ganz anders da: Hör auf. Sei still. Du musst nicht alles lösen. Nicht alles kontrollieren. Nicht aus jedem Gedanken sofort einen nächsten Schritt machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und das Erstaunliche war: Genau da war plötzlich Ruhe. Nicht äußerlich, aber in mir. So eine tiefe Ruhe, die nicht daher kommt, dass alle Fragen beantwortet sind, sondern eher daher, dass sie für einen Moment gar keine Antwort brauchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte diesen Frieden nicht festhalten und auch nicht gleich auswerten. Aber bewahren. Das ist etwas anderes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht war genau das mein Hör-auf-Tag. Nicht resignieren, nicht aufgeben, sondern aufhören mit dem inneren Kämpfen und still sein.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wenn die Mauer fällt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Am Abend war von dieser Ruhe allerdings nicht mehr ganz so viel übrig. Da kippte ich plötzlich in dieses Gefühl, als wäre eine Mauer auf mich gefallen. Der Tag war lang gewesen: Gottesdienst, Gespräche, Arbeitszimmer, Umräumen, Telefonate, Bahnreise buchen, Abendessen, Küche. Lauter Dinge, von denen keines für sich besonders riesig war, die aber zusammengenommen irgendwann alle Energie aufgebraucht hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das frustriert mich, weil ich nicht einfach lernen will, mit immer weniger Energie zu leben. Ich will mehr davon zurück. Wenn ich allerdings ehrlich bin, ist inzwischen schon einiges besser geworden. Vor einigen Monaten waren fünf oder zehn Minuten Aktivität viel. Jetzt habe ich meiner Tochter beim Umzug geholfen, bin lange Zug gefahren, räume wieder stundenweise Dinge und kann deutlich mehr als damals.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Crash kam nicht nach fünf Minuten Küche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er kam nach einem ziemlich langen Tag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Immerhin ein Unterschied.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Sport als logische Konsequenz?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Weniger begeistert war ich von der logischen Konsequenz, dass mehr Belastbarkeit vermutlich auch wieder mehr Bewegung braucht. Sport. Muskeltraining. Ausdauer. Ich knurrte sofort. Monotone Wiederholungen finde ich ungefähr so spannend wie einer Wandfarbe beim Trocknen zuzusehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also entstand die Idee, das Ganze eher als Expedition zu denken. Spähergänge, Versorgungsmissionen, Werkstattquests, kleine Sonderaufträge. Abenteuer statt dreimal zehn Wiederholungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob ich das genial finde? Noch nicht. Im Moment finde ich vor allem die Tatsache, dass ich überhaupt darum kämpfen muss, ziemlich ungerecht. Aber vielleicht ist das wenigstens eine Sprache, in der ich irgendwann mitmachen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und irgendwie landete ich damit wieder bei Elia.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst versorgen lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann gehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn drei Zeilen den ganzen Satz ruinieren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Montag sollte eigentlich die große Fokuswoche für »Wolkenstein« beginnen. Natürlich meldete sich ausgerechnet da mein Darm und sorgte dafür, dass der Morgen erstmal anders aussah als geplant. Weil ich kritische Medikamente nehme, musste ich zusätzlich klären, wie ich mit der morgendlichen Dosis umgehe. Deshalb rief ich nach einigem Knurren, bei meiner Ärztin an, um das zu besprechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach ging es endlich ans Manuskript. Seite 16 von 434 und das Tagesziel irgendwo bei 150 oder 160. Sehr ermutigend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Immerhin änderte ich meinen Korrekturmodus. Die ersten Seiten hatte ich schon mehrfach gründlich gelesen, deshalb beschloss ich, dort nicht noch einmal gezielt nach jedem Rechtschreibfehler zu suchen, sondern mitzunehmen, was mir auffiel, und mich vor allem auf Buchsatzprobleme zu konzentrieren. Mein Mann würde ohnehin noch einmal Rechtschreibung und Grammatik lesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das half tatsächlich.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ich mag nicht mehr</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem kam irgendwann dieser Moment, an dem ich einfach nur dachte: Ich habe dieses Buch so oft gelesen. So oft angeschaut. So oft korrigiert. Ich mag nicht mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und natürlich fand ich trotzdem Dinge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Perspektivfehler, Formulierungen, Logik – und dann drei Zeilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende eines Kapitels waren genau drei Zeilen auf eine neue Seite gerutscht. Darunter sehr viel Weiß, und das nächste Kapitel begann natürlich erst auf der darauffolgenden Seite.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es sah scheiße aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders ärgerlich war, dass ich an einer früheren Stelle extra etwas ergänzt hatte, damit dort der Seitenumbruch besser passte. Kaum war dieses Problem beseitigt, schob sich hinten das nächste hinaus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Buchsatz ist ein Dominospiel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur ohne Spaß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich wollte nicht schon wieder hier drei Wörter streichen und dort zwei Sätze ergänzen. Der Text ist lektoriert, an manchen Formulierungen habe ich lange gefeilt, und irgendwann muss auch mal gut sein. Also musste diesmal nicht der Text das Problem lösen, sondern der Satz: mit minimal veränderter Laufweite oder einer geschickt gesetzten Trennung auf den vorherigen Seiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für eine Burgmauer braucht man Seile mit Haken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für drei widerspenstige Zeilen offenbar minus 0,1 Punkt Laufweite.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Arbeitszimmer wächst nebenbei</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel dazu wuchs meine Schreibstube weiter. Das Whiteboard sollte über die Kommode, die Dübel wollten allerdings nicht so recht, und irgendwann machte der Bohrer »plöpp«. Kurz stand die Frage im Raum, ob sich hinter der Wand ein Hohlraum befand. Mein Mann war überzeugt, dass kleinere Dübel trotzdem funktionieren würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie funktionierten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Whiteboard hängt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die bunten Zettel darauf sind übrigens keine brandaktuelle Romanplanung. Sie waren einfach beim Abnehmen und Wiederaufhängen drangeblieben – ein kleines Whiteboard-Zeitfenster in eine frühere Planungsphase.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zahnarzt, Seite 258 und eine Entscheidung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Dienstag kam zunächst der Zahnarzt. Ich war vor dem Termin schon bis Seite 150 gekommen und ziemlich zufrieden. Was in meinem Kopf als »da wird heute eine Füllung repariert« abgespeichert war, wurde dann zu anderthalb Stunden und mehreren erneuerten Füllungen. Danach war gefühlt der gesamte Kiefer außer Betrieb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Immerhin konnte ich den Termin von der Liste streichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Geschafft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und obwohl der Tag danach ziemlich zerfasert war, landete ich am Abend bei Seite 258. Von Seite 150 bis Seite 258 an einem Tag mit langem Zahnarzttermin, Kieferweh, Regalchaos und ziemlich vielen Gedanken im Kopf. Damit konnte ich dann doch zufrieden sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zumindest theoretisch.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Angst, etwas zu übersehen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Praktisch fiel mir beim Lesen immer wieder noch etwas auf, und jedes Mal kam sofort diese Angst hoch, etwas zu übersehen oder mich in den Korrekturen zu verzetteln. Also schrieb ich auf, was mir auffiel, und las weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht jedes Problem muss in genau dem Moment gelöst werden, in dem man es entdeckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am selben Dienstag traf ich noch eine andere Entscheidung. Eigentlich wäre Schreibkurs gewesen. Eigentlich hätte der nach Ferien, Umzug und sonstigem Leben wirklich mal wieder stattfinden müssen, zumal eine Teilnehmerin gerade für die nächsten Termine bezahlt hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uneigentlich war ich endlich wieder richtig im Manuskript drin und wusste ziemlich genau, dass mich Kursvorbereitung und zwei Stunden Kursleitung an diesem Abend aus dem Schreibfluss reißen würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich diskutierte lange mit mir. Darf ich so kurzfristig absagen? Ist das unprofessionell? Muss ich es jetzt trotzdem machen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende sagte ich ab. Mit schlechtem Gewissen, aber ich sagte ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und durfte zurück nach Eloan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau da wollte ich hin.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Manuskriptkorrektur auf Hochtouren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mittwoch dann der große Korrekturtag. Morgens dachte ich noch, ich hätte verschlafen und würde mein Tagesziel niemals schaffen. Einige Stunden später waren es plötzlich nur noch 59 Seiten, dann 28 – und schließlich war ich tatsächlich durch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einmal komplett durch »Wolkenstein«.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Drei Tage hatte dieser Korrekturlauf gedauert, Montag bis Mittwoch, und das trotz Zahnarzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das fühlte sich ziemlich gut an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur bedeutete »durch« natürlich keineswegs »fertig«.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf meinem Schreibtisch lagen anschließend drei oder vier DIN-A5-Seiten voller Notizen. Kleine Sachen, größere Sachen, Dinge zum Nachschauen und Dinge, bei denen ich dachte: Wie bitte konnte mir DAS bisher entgehen?</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Mond darf nicht einfach machen, was er will</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Unter anderem der Mond.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte die Mondphasen in der Geschichte wenigstens so plausibel halten, dass nicht ausgerechnet in tiefster Neumondnacht helles Mondlicht über die Landschaft fällt. Also bekam ich einen kleinen Zeitplan und suchte anschließend das komplette Manuskript nach dem Wort »Mond« ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fast voller Mond? Passt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schmale Sichel? Passt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kaum Mond? Dann lieber Sternenlicht statt Mondschein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube, selten hat mich ein Haken auf einer Liste so glücklich gemacht wie der hinter dem Wort »Mond«.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau das beschreibt diese letzte Buchphase ziemlich gut. Man glaubt, man kontrolliert nur noch Rechtschreibung, entdeckt aber plötzlich, dass irgendwo eine Szene fehlt, eine Figur etwas weiß, das sie gar nicht wissen kann, ein Nebencharakter fast verschwunden ist oder eine Wache nicht dort steht, wo sie stehen müsste.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was machst du mit dem Dolche, sprich</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann gibt es einen Dolch, der plötzlich zum Problem wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Donnerstag war nämlich mein Tag des Beschreibens. Vier neue Szenen sollten entstehen, und ich begann ausgerechnet mit einer Kampfszene für Yalin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kampfchoreografien gehören für mich zu den schwierigsten Dingen beim Schreiben. Gleich hinter Folter, bei der der arme Mensch hinterher bitte noch halbwegs für die weitere Handlung zu gebrauchen sein soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte diesmal vermeiden, dass Yalin einfach kommt, wirft, trifft, fertig. Also bemerkt eine Wache die Bewegung rechtzeitig, ruft eine Warnung und die andere kann sich noch ducken. Der erste Dolch geht daneben und Yalins schöner Plan ist dahin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Soweit fand ich das gut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur: Und dann?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zweiter Dolch auch noch werfen? Behalten? Nahkampf? Schwerter? Dariel?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich grübelte mich durch Reichweiten und Bewegungsabläufe und stellte irgendwann fest, dass Yalin den zweiten Dolch besser nicht werfen sollte. Warum, dass musst du selbst herausfinde, sobald das Buch erschienen ist</p>



<h3 class="wp-block-heading">Manchmal braucht es eine gediegene Ablenkung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischendrin tat ich etwas ausgesprochen Vernünftiges und lenkte mich ab. Plötzlich war ich nämlich bei Band vier, und innerhalb weniger Minuten hatte ich eine Szene, die dort irgendwann spielen soll, deutlich klarer vor Augen als die Kampfszene, an der ich eigentlich saß. Dariel geriet in Schwierigkeiten, Hanna hat etwas gestohlen, Dariel übernimmt die Strafe und Sewald holt ihn später dort heraus. Ich sehe ihn schon völlig trocken sagen:</p>



<p class="wp-block-paragraph">»Ich habe ein größeres Hühnchen mit ihm zu rupfen.«</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man muss seine Prioritäten schließlich kennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendwann funktionierte Yalins Szene dann doch.  Und ich konnte an anderen Stellen weiter arbeiten</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem bekam Walter eine zusätzliche Szene, Bernward ebenfalls, und Jere von Barnfeld wurde wieder stärker eingeflochten, nachdem ich festgestellt hatte, dass er mir im zweiten Band beinahe verschwunden wäre. Das wäre spätestens in Band drei etwas ungünstig geworden, wenn er plötzlich wieder wichtig wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende konnte ich meinem Mann den gesamten restlichen Teil des Manuskripts endlich am Stück zum Korrekturlesen geben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Korrigieren lassen ist schlimmer als selbst korrigieren</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann machte er mich natürlich erstmal kirre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war halb zehn, und er fing nicht an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war innerlich längst bei: So. Jetzt. Lesen. Los.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er offenbar nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendwann startete er immerhin sein MacBook, was ich schon als hoffnungsvolles Zeichen wertete. Während ich beim Hausarzt mein EKG abholte und anschließend noch mit meiner Tochter telefonierte, passierte es dann tatsächlich:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er las.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich wieder nachsah, war er auf Seite 20.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Na also.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht ist es auch ganz gut, wenn ich nicht daneben sitze und jeden Gesichtsausdruck deute. Sonst würde ich wahrscheinlich bei jedem Stirnrunzeln denken: Was hat er gefunden? Was stimmt nicht? Warum guckt er so?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also durfte er erstmal lesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich durfte versuchen, ihn lesen zu lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was vermutlich mindestens genauso schwierig ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein neuer Rechner zieht ein</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Donnerstag kam dann außerdem mein neuer Rechner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, ganz vernünftig vorzugehen. Langsam. Schritt für Schritt. Nur das Nötigste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun ja.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der ThinkPad (Der Laptop von Lenovo heißt wirklich so: Thinkpad T14 )stand aufgeklappt vor mir, lief bereits – und ich war sofort bei: Und jetzt?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Keine freundliche Windows-Stimme, kein »Ich führe dich durch die Einrichtung«, nichts. Einfach Desktop. Fertig. Bitte bedienen Sie sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also begann die große Reise durch Updates, Benutzerkonto, Microsoft-Anmeldung, PIN und Computernamen. Immerhin bekam das gute Stück recht schnell einen vernünftigen Namen:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tinas Schreibstube.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann prüften ich noch, ob auch wirklich drinsteckte, was ich gekauft hatte. Tat es. i7, 32 GB RAM, rund 1 TB Speicher und Windows 11 Pro. Selbst der Akku sah für ein generalüberholtes Gerät ziemlich ordentlich aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis dahin war ich schon müde.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Laptop einrichten ist Ausdauersport</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Aber natürlich war ich noch lange nicht fertig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">LibreOffice musste drauf. Firefox. Mailkonten. Zoom. Scrivener. Plottr. Und überall lauerten Passwörter, von denen ich entweder nicht wusste, wie sie lauteten, oder nicht einmal mehr wusste, ob ich sie jemals gewusst hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischendrin dachte ich ernsthaft, mein Kopf explodiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Manuskript werde ich deshalb wohl doch auf dem alten Rechner fertigstellen. Da läuft alles, da sitzen die Schriften, da kenne ich jeden Winkel. Der neue Rechner soll erstmal vor allem reisefähig werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Schreibkurs am neuen Laptop</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Am Nachmittag hatte ich dann auch noch meinen Prophetic-Words-Workshop und war natürlich praktisch unvorbereitet, weil ich mich völlig in der Rechner-Einrichtung verloren hatte. Also schnell noch Lied aussuchen, Gedanken zum Heiligen Geist und prophetischem Reden sammeln, zwei Schreibübungen aus dem Ärmel schütteln und los.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mitten im Zoom-Meeting verabschiedete sich dann die Kamera.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sehr beruhigend bei einem neuen Rechner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Später stellte sich heraus: nicht kaputt, nur verhakt. Nach einem Neustart lief wieder alles.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Tücken des Neu-Einrichtens</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Danach landete ich bei Plottr, einem Romanplanungstool. Meine alte Lizenz funktioniert auf dem alten Rechner noch, für die aktuelle Version auf dem neuen aber nicht. Eine Lifetime-Lizenz würde ungefähr 150 Dollar kosten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und plötzlich stand die Frage im Raum:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Brauche ich Plottr eigentlich überhaupt noch?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich mag das Programm. Ich mag Datenbanken, Farben und Dinge, die hübsch sortiert aussehen. Nur bin ich offenbar gleichzeitig ein ziemlich schlechter Planer. Meine Geschichten verändern sich während des Schreibens ständig, und in Plottr schaue ich dann erstaunlich selten hinein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also machten Chatgpt und ich etwas ausgesprochen Vernünftiges.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir verbrachten ungefähr zwei Stunden damit, Scrivener umzubauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gäbe an einem neuen Rechner ungefähr tausend wichtigere Dinge einzurichten, und Scrivener brauche ich für den nächsten Roman noch gar nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber nun ja.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es entstanden Ordner für Personen, Orte, Gegenstände, Tiere, Zeitangaben, Schlüsselereignisse, Notizen und Recherche. Dazu passende Vorlagen und Metadaten. Irgendwann hatte ich tatsächlich etwas gebaut, das mir gefällt: meine eigene Romanvorlage Martina.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann kam der interessante Gedanke: Vielleicht brauche ich Plottr wirklich nicht mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für mein nächstes großes Projekt könnte ich in Scrivener von Anfang an ein einziges Serienprojekt anlegen. Jeder Band bekommt seinen eigenen Bereich, während Personen, Orte, Gegenstände, Tiere und andere serienweite Informationen nur einmal existieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eigentlich ziemlich genau das, was ich brauche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und natürlich passierte anschließend genau das, was passieren musste:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt würde ich am liebsten sofort anfangen, »Vom Licht gezeichnet« zu planen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei stehen ungefähr fünfundneunzig andere Dinge vorher an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seufz.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Freitag und die Kunst, nicht alles gleichzeitig zu tun</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Freitagmorgen war ziemlich schnell klar, dass es sehr viele Dinge zu tun gab und erstaunlich wenige davon Lust machten. Arzttermin, Apotheke, Medikamente, einkaufen – dieses völlig banale Freitagseinkaufen, das Zeit frisst und auf das ich ungefähr so viel Lust hatte wie auf Fußpilz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vorher musste ich allerdings erstmal mich selbst sortieren. Duschen, Haare, BH. Letzterer entwickelte kurzzeitig eigene Pläne und klemmte so, dass ich schon überlegte, meinen Mann zur Rettung zu holen. Ging dann doch allein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Immerhin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Arztbesuch lief gut, die Innenstadtbesorgungen auch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach zog mich natürlich wieder der neue Laptop.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sehr.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Nur ein bisschen Ordnung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte eigentlich nur ein bisschen Ordnung schaffen, ein paar Programme einrichten und Dateien rüberziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr ahnt vermutlich schon, wie gut das funktioniert hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein alter Rechner war über Jahre ungefähr nach dem Prinzip organisiert: Ich lade etwas herunter, und dann wohnt es eben in Downloads. Bilder, Videos, Canva-Gestaltungen, Texte, Installer – alles durfte dort einziehen und offensichtlich auch bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem neuen Laptop wollte ich das anders machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also entstand eine neue Struktur rund um »Tinas Schreibstube«. Darin liegen meine Buchprojekte, Kurztexte und Ideen, Recherchematerial, Autorenbusiness, Scrivener-Backups – und ein Ordner, den ich besonders mag:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tests &amp; Spielwiese.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dort darf ich Dinge ausprobieren, ohne dass gleich mein ordentliches System zusammenbricht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Theoretisch jedenfalls.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wie sortiere ich meine Ordner?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Weil Windows natürlich alphabetisch sortiert, bekam Tinas Schreibstube zunächst einen hübschen Stern. Scrivener fand den offenbar weniger hübsch und weigerte sich prompt, in den neuen Backup-Ordner zu sichern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also durfte der Stern wieder verschwinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen bekamen die Ordner Nummern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und siehe da: Es sortiert sich so, wie mein Kopf es gerne hätte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal braucht Ordnung offenbar einfach Zahlen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wenn Leere erwünscht ist</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Dann geschah etwas, das auf meinem bisherigen Computer vermutlich noch nie passiert ist:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Download-Ordner war leer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich löschte ZIP-Dateien, nachdem Cover und Kapitelzierden sauber an ihrem Platz lagen, warf Installer raus, sobald die Programme ordentlich installiert waren, und irgendwann stand ich da und starrte auf diesen leeren Ordner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Historischer Moment.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weil ich mich kenne und bei solchen Dingen gern von null auf Übereifer schalte, läuft jetzt offiziell die »Challenge leerer Download-Ordner«. Alles, was dort landet, muss entweder irgendwohin umziehen oder wieder verschwinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mal sehen, wie lange das gutgeht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Datenrettung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Plottr flog ebenfalls runter, aber vorher wollte ich natürlich die Daten retten. Der erste Export nach Word war beeindruckend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">166 Seiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine endlose Latte untereinander, teilweise verzerrte Bilder, keinerlei Übersicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz ehrlich: Da hätte ich auch anfangen können, meine Figuren mit Federkiel auf Pergament abzuschreiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Export nach Scrivener war immerhin besser. Hübsch ist anders, aber die Daten sind da und halbwegs auffindbar. Damit muss mein alter Rechner wenigstens nicht bis zum Ende der Reihe als Plottr-Museum weiterleben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Und Technik hat doch ein Eigenleben</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischendurch hatte ich dann auch noch das Gefühl, mein neuer Laptop mache Dinge, die ich gar nicht will. Ordner hingen plötzlich am Schnellzugriff, Fenster machten komische Sachen und das Touchpad reagierte schneller, als ich denken konnte. Irgendwann verstand ich wenigstens, wie ich diese Ordner versehentlich dort festheftete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war einerseits beruhigend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andererseits bestätigte es meine Vermutung, dass ich mit diesem Touchpad gerade ungefähr so geschickt bin wie ein gerupftes Hühnchen auf Rollschuhen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Immerhin sieht der Rechner inzwischen nach mir aus. Mein Desktop-Hintergrund besteht jetzt aus meinen drei Coverbildern, und das verändert erstaunlich viel. Plötzlich sieht er nicht mehr nach irgendeinem neuen ThinkPad aus, sondern nach Geschichten, Eloan und Schreiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach meinem Arbeitsplatz.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Müdigkeit holt mich ein</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Am Nachmittag war dann allerdings plötzlich Schluss mit Produktivität. Ich war so müde, dass ich mich hinlegte – zum Glück mit Maske – und zwei Stunden später ziemlich verorgelt wieder aufwachte. Bei 32 Grad hätte ich anschließend eigentlich auch noch einkaufen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Buhu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Mann war allerdings ein Schatz, stellte mir Essen und Tee ans Bett und beauftragte unseren Sohn kurzerhand, Pizza fürs Abendessen mitzubringen. Damit war der Einkauf auf Samstagmorgen verschoben und die Welt gleich ein bisschen freundlicher.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Es geht vorwärts</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem kam ich am neuen Rechner erstaunlich weit. Daten aus Plottr gerettet, Dinge nach Scrivener übernommen, Kapitelzierden, Coverdesign, Lesezeichen und Vorlagen rüberkopiert. Langsam fühlt sich das ThinkPad tatsächlich nach meinem Rechner an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die alten Projekte will ich dabei gar nicht alles kompliziert migrieren. »Wolkenstein« bekommt irgendwann einfach die aktuelle Datei, und für »Wolfskrone« habe ich ein frisches Scrivener-Projekt in der neuen Struktur angelegt. Dort liegen bisher gerade mal neun Texte – das kann ich wirklich noch von Hand übertragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischendrin musste allerdings Flammkuchen gebacken, vom Rost jongliert und überwacht werden, während Scrivener, OneDrive und die Frage, ob »Wolfskrone« eigentlich Band vier oder fünf wird, munter gleichzeitig durch meinen Kopf liefen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eine offene Frage</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, auch diese Frage ist neuerdings wieder offen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">»Ansgar von Briant« sollte ursprünglich genau ein Buch werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann drei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt vier.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und inzwischen frage ich mich ernsthaft, ob der restliche Stoff überhaupt sauber in Band vier passt oder ob es am Ende doch fünf Bücher werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ideen hätte ich genug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sehr genug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber irgendwann ist auch die Frage erlaubt, ob man seine Leser noch ein weiteres Buch lang mit Ansgar, Wolfhard, Walter und all den anderen durch Eloan scheuchen darf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Grins.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und weil zwei Flammkuchen am Ende nicht einmal zum Sattwerden gereicht haben, gab es danach noch für jeden eine halbe Pizza.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal braucht ein produktiver Tag eben ein zweites Abendessen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Und dann fiel mir der Samstagsplausch ein</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Freitagabend stand ich tatsächlich noch in der Küche und kochte Vanillepudding. Ganz klassisch von Dr. Oetker, und natürlich hatte ich vergessen, rechtzeitig ein paar Löffel kalte Milch zum Anrühren abzunehmen. Also Kühlschrank wieder auf, Milch raus, improvisieren. Dazu fehlte mir eines von drei gleichen Schälchen, die Stubenfliegen nervten, mein Finger auch, und überhaupt war das so ein Abend, an dem lauter Kleinkram gleichzeitig an einem zupft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eigentlich war ich gedanklich noch beim Buch. Beim Klappentext und beim Personenregister für »Wolkenstein«. Das Register soll genauso schlicht bleiben wie in Band eins: Name, Alter und ein ganz knapper Hinweis darauf, wer derjenige ist. Kein Stammbaum und keine halbe Charakterdatenbank, sondern einfach etwas, das hilft, wenn man bei einem Namen kurz denkt: Wer war das noch mal?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann fiel mir gegen zehn Uhr siedend heiß etwas ganz anderes ein:</p>



<p class="wp-block-paragraph">der Samstagsplausch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den hatte ich morgens zwar schon vorbereitet, aber eben nur vorbereitet. Er war noch nicht im Blog, der Freitag fehlte noch, ich musste feinschleifen, ein Foto suchen, mich um SEO kümmern und alles mit Kaminrot verlinken. Und plötzlich stand diese ganze Liste vor mir, während ich eigentlich nur noch müde war und ins Bett wollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Plausch sollte Samstagmorgen um acht online sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verschieben wollte ich ihn nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also blieb am Ende nur die ziemlich unschöne Lösung: Wecker auf vier.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Theoretisch machbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Praktisch einfach scheiße.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und nein, ich fand daran auch nichts wundervoll. Manchmal muss man sich einen Abend nicht schönreden. Manchmal ist man einfach müde, hat etwas Wichtiges vergessen und weiß, dass der nächste Morgen viel zu früh anfangen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Immerhin gab es warmen Vanillepudding.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Und dann kam natürlich alles anders.</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das Handy war am Abend irgendwo neben dem Bett heruntergefallen und zunächst unauffindbar, die Tastaturbeleuchtung meines neuen ThinkPads erwies sich beim Schreiben im Dunkeln auch nicht als die Offenbarung, die ich mir vorgestellt hatte, und den Vier-Uhr-Wecker habe ich schließlich komplett verschlafen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Mann weckte mich kurz vor halb acht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zehn Stunden Schlaf, sagt mein Atemgerät.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Offenbar hatte mein Körper zu meinem Plan mit vier Uhr eine etwas andere Meinung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun sitze ich also hier, der Samstagsplausch kommt später als geplant, der Einkauf wartet noch und »Wolkenstein« natürlich ebenfalls.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber vielleicht passt sogar das ziemlich gut zu dieser Woche.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was bleibt?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich zurückschaue, sehe ich erstaunlich viele Varianten desselben Themas: Versorgung und Weitermachen. Nicht alles gleichzeitig lösen. Manchmal etwas absagen. Manchmal etwas liegenlassen. Und manchmal doch beim Arzt anrufen, obwohl man keine Lust hat. Einen Korrekturlauf beenden. Einen fehlenden Dolch bemerken. Den Mann endlich lesen lassen. Einen neuen Rechner einrichten, ohne gleich das komplette digitale Leben neu erfinden zu müssen. Einen leeren Download-Ordner bestaunen. Zwei Flammkuchen essen und danach feststellen, dass man trotzdem noch Pizza braucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und manchmal heißt Versorgung eben auch ganz schlicht:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schlafen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst wenn der Wecker anderer Meinung ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht ist das gar nicht so weit weg von dem Satz, mit dem diese Woche für mich angefangen hat:</p>



<p class="wp-block-paragraph">»Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.«</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst versorgen lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wenn es manchmal ein bisschen später wird, geht die Welt vermutlich trotzdem nicht unter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und eine wundervolle Woche, in der du entdecken kannst, wie Gott dich versorgt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Martina</p>
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		<title>Husum 2.0: Umzug, Familienzeit und Micro-Abenteuer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Martina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Aug 2026 04:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Samstagsplausch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Diese Woche schreibe ich meinen Samstagsplausch aus Husum und ber den Umzug nach Husum. Meine Tochter ist umgezogen. Nicht mehr Kartons packen, Möbel planen und darüber reden, wie es wohl sein wird. Wir haben den Transporter beladen, sind mit den Katzen durch die Nacht gefahren und haben ihre Sachen 1000 Kilometer weiter nördlich wieder ausgeladen....</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<!-- content style : start --><style type="text/css" data-name="kubio-style"></style><!-- content style : end -->
<p class="wp-block-paragraph">Diese Woche schreibe ich meinen Samstagsplausch aus Husum und ber den Umzug nach Husum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Tochter ist umgezogen. Nicht mehr Kartons packen, Möbel planen und darüber reden, wie es wohl sein wird. Wir haben den Transporter beladen, sind mit den Katzen durch die Nacht gefahren und haben ihre Sachen 1000 Kilometer weiter nördlich wieder ausgeladen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt steht ihr Gamingstuhl in Husum. Ihre Kleidung zieht langsam in neue Regale ein. Zwei Kratzbäume stehen bereit. Und aus einer Wohnung voller Kartons wird Stück für Stück ihr Zuhause.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin noch ein paar Tage geblieben und sitze beim Schreiben deshalb nicht wie sonst zu Hause in Lörrach, sondern ziemlich weit im Norden – zwischen Umzugskisten, Familienzeit und der Vorbereitung auf meine Rückreise.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meinen Samstagsplausch verlinke ich wie immer bei <a href="https://karminrot-blog.de/">Karminrot</a> und ihrem <a href="https://lesezimmer.karminrot-blog.de/">Karminroten Lesezimmer</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und diesmal gibt es wirklich einiges zu erzählen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Angekommen ist noch nicht fertig</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der große Umzugstag begann überraschend effizient.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Einpacken der Möbel in den Transporter ging nämlich ziemlich schnell: ungefähr anderthalb Stunden reine Packzeit. Mit Auto holen und Pause waren wir nach etwa zweieinhalb Stunden durch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann kam für mich der schwierige Teil:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schlafen auf Kommando.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe es versucht. Mehrfach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinlegen. Augen schließen. Mich langweilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alles vorhanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur Schlaf leider nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende kamen immerhin zweieinhalb Stunden zusammen. Danach wurde geredet, gepackt, gegessen und irgendwann Reiseproviant vorbereitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während unser Sohn tankte und den Reifendruck kontrollierte, schloss unsere Tochter noch den Sportplatz ab und ich wartete darauf, dass die Brötchen abkühlten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das sind vermutlich genau diese Momente, die man später mit „Wir sind dann abends losgefahren“ zusammenfasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei besteht ein Umzug kurz vor der Abfahrt hauptsächlich aus erstaunlich vielen Dingen, die noch irgendwo herumliegen, gekühlt, kontrolliert, verschlossen oder eingepackt werden müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir fuhren mit den Katzen schon am Abend los. Die Männer sollten mit dem Transporter erst am nächsten Morgen starten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unsere Fahrt führte also durch die Nacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von kurz vor zehn abends bis kurz vor neun morgens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und erstaunlicherweise lief sie richtig gut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Katzen waren dank CBD-Tropfen sehr ruhig. Ich wechselte zwischendurch den Fahrerplatz mi meinem Sohn, mehr als einmal in dieser Nacht, machte Pause, ging aufs Klo und irgendwann tauchte tatsächlich Husum vor uns auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir waren da.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Autos heil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Katzen heil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich komplett erledigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein erster Schlafplatz war ein winziges Zweisitzersofa, auf dem ich mich genaus so elegant ausbreitete, wie man sich auf einem Möbelstück ausbreiten kann, das ungefähr einen halben Menschen zu kurz ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Später durfte ich ins Bett unseres Sohnes wechseln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vorher gab es noch etwas zu essen, Paracetamol gegen das Kopfweh, Cola gegen die Müdigkeit und Chips fürs Wohlbefinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man muss Prioritäten setzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu bekam ich ein Katzenwärmekissen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine der Katzen suchte nämlich ziemlich eindeutig Zuflucht bei mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und das Spannende war: Ausgerechnet die Katze, die sonst eher ängstlicher ist, steckte den Umzug erstaunlich gut weg. Die sonst deutlich souveränere Moppeli war dagegen völlig durch und verkroch sich lange unter der Bettdecke.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rollen waren also vorübergehend neu verteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendwann erkundete die eine schon wieder die Wohnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die andere blieb bei mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube, wir waren beide ganz froh über die Vereinbarung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Während andere Möbel schleppen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Transporter kam erst am Nachmittag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Männer waren morgens gegen halb fünf losgefahren und kamen ungefähr um fünf Uhr an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch keine ganz kleine Schicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während draußen Möbel ausgeladen, Kisten getragen und Schränke durch Türen manövriert wurden, hatte ich eine andere Aufgabe:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich lag mit den Katzen unter beziehungsweise auf der Bettdecke und bot Zuflucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man könnte behaupten, das sei der entspanntere Teil des Umzugs gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Körper hätte dieser Behauptung vermutlich widersprochen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war immer noch vollkommen platt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und die Katzen brauchten gerade jemanden, bei dem die Welt ein bisschen weniger fremd war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich brauchte ehrlich gesagt auch nicht besonders viel Überredung, um liegenzubleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Später gab es Pizza.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sehr leckere Pizza.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit waren immerhin mehrere Grundbedürfnisse gleichzeitig erledigt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fast. Aber eben nur fast.</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kaum stehen Möbel halbwegs in einer Wohnung, taucht natürlich die nächste Frage auf:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kleiderschrank.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir hatten tatsächlich bei JYSK ein Schranksystem gefunden, das meiner Tochter gefiel. Das allein fühlte sich schon fast wie ein kleiner Sieg an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir hatten sogar einen Transporter dabei und hätten das System gleich dreimal gekauft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Perfekt vorbereitet also.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dachten wir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn in Husum stand das gute Stück zwar wunderschön als Ausstellungsstück im Laden – vorrätig war es aber nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das einzige Lager, das es noch hatte, war Westerland auf Sylt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun ja.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So sehr wir neue Kleiderschränke brauchen: Mit dem Transporter nach Sylt fahren, nur um Regale zu kaufen, erschien uns dann doch ein kleines bisschen gewagt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bestellen half leider ebenfalls nicht, denn JYSK liefert das System nur in die Filiale. Und weder mein Sohn noch meine Tochter in Husum haben einen Führerschein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also Plan B.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein anderer Sohn und meine Tochter fuhren nach Kiel zu IKEA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterwegs wurde schon fleißig mit dem PAX-Planer gearbeitet. Der gewünschte Kleiderschrank war praktisch fertig: Holzoptik für Front und Korpus, alles hübsch ausgesucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann kam die nächste Überraschung:</p>



<p class="wp-block-paragraph">PAX gibt es dort nur noch in Grau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So einem dunklen Basaltstein-Grau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die gewünschte Eichenoptik hätten sie nach Lübeck fahren müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An diesem Punkt möchte ich einfach einmal offiziell knurren und schnaufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lübeck war dann verständlicherweise raus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also wurden es am Ende IVAR-Regale.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was grundsätzlich auch völlig in Ordnung gewesen wäre, wenn nicht natürlich noch ein Kreuz fehlen würde und außerdem zu wenig Bretter mitgekommen wären. Nich, weil wir sie nich wollen, sondern weil schlicht keine mehr vorhanden waren im Laden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal hat ein Tag einfach ein Thema.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das heutige lautete offenbar:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fast. Aber eben nur fast.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch beim Lampenanbringen ging es so weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem: Ganz erfolglos waren wir nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gamingstuhl steht.<br>Die Standgarderobe für die Jacken steht.<br>Eine Steh-Lampe steht<br>Und die anderen Lampen sind zumindest schon halb an ihrem Bestimmungsort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das klingt beim Schreiben plötzlich nach deutlich mehr, als es sich zwischendurch angefühlt hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Familienzeit, Ärger und Vermissen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Möbeln und Kartons war Kommunikation diese Woche gelegentlich eine kleine Herausforderung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gab Absprachen rund um Autos, Fahrten, Rückgabe des Transporters, Einkäufe und Fotoausflüge, bei denen ich irgendwann nicht mehr wusste, wer eigentlich wann was machen wollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einmal stellten meine Tochter und ich eine aus unserer Sicht sehr einfache Frage:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wollt ihr das Auto lieber heute Nachmittag oder morgen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Antwort enthielt anschließend Transporter, Flensburg, Busverbindungen und diverse andere Überlegungen – nur die Information, wann das alles stattfinden sollte, fand ich darin nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Offenbar war sie irgendwo enthalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sehr gut versteckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Tochter hatte sie gefunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und irgendwann kann man dann nur noch beschließen, dass Pläne offenbar mehr so eine unverbindliche Idee sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu kam ein anderer Moment, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Freund meines Mannes äußerte ziemlich unverblümt seine Überzeugung darüber, was Frauen angeblich können – beziehungsweise nicht können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und meine Tochter und ich standen erst einmal ziemlich fassungslos da.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht hat mich selbst am meisten überrascht, wie sehr mich das getroffen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir leben als Ehepaar durchaus in einer eher klassischen Rollenverteilung. Mein Mann ist Hauptverdiener, ich habe andere Bereiche übernommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber Fähigkeiten waren bei uns nie eine Frage des Geschlechts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und vor allem: Denken, Zusammenhänge erkennen, analysieren, logische Schlüsse ziehen – das gehört ziemlich wesentlich zu mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir ausgerechnet das aufgrund meines Geschlechts abzusprechen, traf deshalb einen Punkt, an dem ich erstaunlich wenig gelassen bin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Später gab es noch eine zweite Situation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da fanden meine Tochter und ich unsere Stimmen wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und irgendwie war ich hinterher fast froh darüber.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht über den Anlass.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber darüber, dass wir beide sehr klar sagen konnten:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis hierhin und nicht weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem merkte ich irgendwann: Unter meinem Ärger lag noch etwas anderes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich vermisste meinen Mann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die vergangenen Tage bestanden gefühlt aus Missverständnissen, schlechten Absprachen und immer nur kurzen Begegnungen zwischen Tür und Angel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und irgendwann blieb eigentlich nur noch dieser Satz übrig:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hab dich lieb. Aber du und dein Freund, ihr seid gerade mega-anstrengend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man kann jemanden eben sehr lieb haben und sich gleichzeitig fürchterlich über ihn ärgern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht gehört auch das zu Familie.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bleiben statt mitfahren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eigentlich hatte ich fest vorgehabt, Mitte der Woche wieder nach Hause zu fahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So stand es im Plan, so hatte ich meine Woche sortiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem entschied ich mich schließlich, noch ein paar Tage in Husum zu bleiben und erst am Samstag mit dem Zug zurückzufahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der unmittelbare Anlass dafür war eher unerfreulich. Nämlich eben jener Freund, der mich mit seinem Satz so geärgert hat, saß mit im Auto und zehn Stunden Rückfahrt hätten da gut in einem Desaster enden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber während ich meine Gründe sortierte, merkte ich: Ich wollte meine Entscheidung nicht nur als Flucht vor etwas verstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn es gab auch ziemlich viele Gründe,<em> für etwas </em>zu bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem wollte ich noch Zeit mit meiner Tochter und meinem Sohn haben, bevor ich wieder viele hundert Kilometer entfernt bin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und plötzlich wurde aus der unfreiwilligen Planänderung noch etwas anderes:</p>



<p class="wp-block-paragraph">die Gelegenheit, wieder ein Stück selbstständiger unterwegs zu sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">BahnCard gegen Technikmonster</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin sehr lange Strecken mit der Bahn schon ewig nicht mehr gefahren. Schon gar nicht allein. Und zehn Stunden Fahrt mit mehreren Umstiegen sind nun wirklich keine gemütliche kleine Regionalbahnrunde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem begann mir der Gedanke zunehmend zu gefallen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht ist diese Fahrt genau eines dieser Mikroabenteuer, die ich mir nach dem Royal Ranger Leitertag vorgenommen habe. Ich muss mich mit Verbindungen beschäftigen, Umstiege hinkriegen, Tickets auf dem Handy verwalten und irgendwie samt Gepäck am richtigen Ort aus dem Zug steigen. Und vor allem den nächsten richtigen Zug rechtzeitig finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor dieses neue unabhängige Bahnleben beginnen konnte, musste ich allerdings erst einmal die Deutsche-Bahn-App bezwingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war weniger romantisches Mikroabenteuer und mehr Technikmonster.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Account herausfinden, Passwort zurücksetzen, Probe-BahnCard kaufen, BahnCard im Profil finden – und dann feststellen, dass der Navigator trotzdem weiterhin den normalen Ticketpreis anzeigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendwann entdeckte ich schließlich den entscheidenden Haken: Obwohl meine BahnCard längst digital in meinem Profil lag, musste ich beim Buchen unter „Reisende“ noch einmal ausdrücklich angeben, dass ich eine BahnCard 25 besitze.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darauf muss man auch erstmal kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Immerhin war die Mühe nicht umsonst. Schon mit der ersten Buchung sparte ich mehr als die Probe-BahnCard gekostet hatte. Damit hat sich das Ding direkt selbst bezahlt gemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich weiß jetzt wenigstens, wo dieser verdammte Haken sitzt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Aus Kartons wird langsam Zuhause</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Grübeln blieb allerdings nicht allzu viel Zeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir packten weiter aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vier Kartons waren relativ schnell geschafft, der riesige Karton vom Gamingstuhl wurde zerlegt, die übrigen Umzugskartons platzsparend verstaut und zwischendrin natürlich mindestens ebenso viel geredet wie gearbeitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem steht inzwischen auch der zweite Kratzbaum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich müssen hier nicht nur Menschen einziehen, sondern auch die wirklich wichtigen Bewohner angemessen ausgestattet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unser Ziel war ehrgeizig, aber übersichtlich:</p>



<p class="wp-block-paragraph">alle Umzugskartons leer bekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei ging es gar nicht darum, schon jedes einzelne Ding an seinen endgültigen Platz zu sortieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst einmal sollte die Wohnung aufhören, wie ein Zwischenlager auszusehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und mit jedem verschwundenen Karton wurde ein bisschen deutlicher:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier wird nicht mehr umgezogen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier wird langsam gewohnt.<br>Das Ziel alle Karons auszuräumen, ist aber noch nicht ganz geglückt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Von Klappmatratzen, Kissenkrisen und viel zu wenig Schlaf</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Nächte in Husum waren allerdings nicht unbedingt das, was man unter erholsam versteht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schlief seit Mittwoch Abend auf einer Klappmatratze, die grundsätzlich gar nicht so schlecht war – nur eben ziemlich hart.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendwann meldeten sich Rücken und Rippen, und zusätzlich entwickelte sich mitten in der Nacht eine ausgewachsene Kissenkrise.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das vorhandene Seitenschläferkissen war viel zu prall und damit zu hoch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem rutschte es ständig weg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also improvisierte ich mit einer Decke.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Geknüllt war die wiederum viel zu weich und instabil, gefaltet wurde es etwas besser.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendwann fand ich tatsächlich eine halbwegs brauchbare Lösung und der zweite Teil der Nacht war zumindest besser als der erste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Gut“ wäre allerdings deutlich übertrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am frühen Morgen lag ich dann noch einmal im Bett meines Sohnes und schlief dort tatsächlich bis kurz nach acht weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider ohne mein CPAP-Gerät, das natürlich brav an der Klappmatratze stand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entsprechend wachte ich mit Kopfschmerzen auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So richtig frisch und munter ging also anders.<br>DIe folgenden Nächte mit der Klappmatratze wurden aber besser: Zusäzlich zur Kopfkissendecke kriegte ich noch eine Schlafschildkröte, ein grünes Kuscheltier, dass genau die richtige Höhe und flache Aufliegefläche hatte, die ich brauchte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn der Traum die Wirklichkeit erklärt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu kam noch einer dieser Träume, bei denen man hinterher erstmal sortieren muss, was eigentlich Traum war und was schon Wirklichkeit. Den hate ich allerdings noch in der Ferienwohnung, zwei Tage zuvor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich träumte, ich hätte Baumfruchtkuchen gegessen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst hinterher fiel mir im Traum ein, dass die Baumfrüchte wohl Hasel und Wallnüsse waren – und dass es für mich eigentlich eine Alternative gegeben hätte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Großartig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun würde ich natürlich Atemnot bekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und genau die bekam ich dann auch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Aufwachen begriff ich allerdings ziemlich schnell, dass die Haselnüsse unschuldig waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die hatte es schließlich nur im Traum gegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war schlicht ohne meine Atemmaske eingeschlafen, und mein Körper hatte offenbar irgendwann Alarm geschlagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Gehirn hatte für die Atemnot währenddessen einfach eine passende Geschichte erfunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon faszinierend, was so ein schlafendes Gehirn veranstaltet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendwo kommt das Signal „Wir kriegen hier gerade nicht richtig Luft“ an – und statt mich einfach aufzuwecken, baut es erstmal einen kompletten Baumfruchtkuchen samt allergischer Reaktion drumherum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Moral der Geschichte lautet vermutlich:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Baumfruchtkuchen war nicht das Problem.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne Maske einschlafen schon eher.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Prophetic Words – und erstmal kein Kopf dafür</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Donnerstag stand wieder mein Schreibkurs „Prophetic Words“ an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich hatte ehrlich gesagt überhaupt keinen Kopf für die Vorbereitung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wusste nur ziemlich schnell, was ich nicht wollte: keinen eher theoretischen Zugang zum Thema Prophetie, keinen Lehrtext über prophetisches Reden und auch keinen Kurs, der sich vor allem darum dreht, wie man möglichst spektakulär etwas „empfängt“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte nah an einem Bibeltext bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nah an Beziehung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nah an Gottes Liebe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Einstieg hatte ich das Lied „Ich singe dir ein Liebeslied“ im Kopf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und von da aus wurde plötzlich ziemlich klar, wohin der Abend gehen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Bibeltext nahm ich Johannes 15,1–17.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also nicht nur die paar bekannten Verse über Liebe, sondern den ganzen Zusammenhang mit dem Weinstock, dem Bleiben in Jesus, Frucht, Freundschaft und schließlich diesem wunderbaren Satz:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir lasen den Text mit der SHAPE-Bibellesemethode und blieben dann auch tatsächlich bei diesem einen Abschnitt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht einfach analysieren, sondern schauen, welcher Satz hängen bleibt, was Gott vielleicht ganz persönlich damit sagt und wie ich darauf antworten möchte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende wurde es dann trotzdem ganz praktisch und sehr persönlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schreibaufgabe war, einen Liebesbrief von Gott an einen Menschen zu schreiben, der uns wichtig ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht als große prophetische Ansage und auch nicht mit dem Anspruch, jedes Wort müsse direkt von Gott diktiert sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sondern aus dem heraus, was wir zuvor in Johannes 15 über Gottes Liebe, Nähe und Freundschaft gelesen hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und irgendwann während des Kurses dachte ich:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das läuft eigentlich ganz gut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dafür, dass ich ein paar Stunden vorher noch ziemlich kopflos vor meiner Vorbereitung saß, hatte der Abend plötzlich einen roten Faden bekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht ist das manchmal überhaupt nicht die schlechteste Ausgangslage:</p>



<p class="wp-block-paragraph">nicht schon alles fertig zu haben, sondern erst einmal zu wissen, wonach man eigentlich sucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diesmal war es Liebe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein bisschen Husum muss auch sein</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gestern Abend haben wir tatsächlich einmal etwas gemacht, das nichts mit Umzugskartons, Möbeln oder irgendwelchen organisatorischen Katastrophen zu tun hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir waren beim Schloss vor Husum spazieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und das war richtig schön.<br>Übrigens klingt Schloss vor Husum so, als müsse man dafür erst aus der Stadt rausfahren, aber es liegt keine 5 Minuten Gehweg von der Wohnung meiner Kinder entfernt und damit mitten in Husum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wetter war zwar eher norddeutsch-grau als spätsommerlich-postkartenblau, aber gerade dadurch hatte der Schlosspark irgendwie Atmosphäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Lieblingsfoto ist das Beitragsbild, auf dem der Schlossturm zwischen den Bäumen hervorschaut und sich Teile des Gebäudes unten im Wasser spiegeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein bisschen verwunschen sieht es aus, finde ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich mag solche Bilder ja viel lieber als die klassischen „Gebäude von vorne und bitte alle drauf“-Fotos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend sind wir noch durchs Theo gelaufen und wollten Eis essen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Eisdiele dort, die angeblich ziemlich gut sein soll, hatte allerdings schon geschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also landeten wir bei JANNYS.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte einen Joghurteisbecher mit Erdbeeren, Sahne und Joghurette und dazu Joghurt-, Vanille- und Himbeereis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Klingt großartig, oder?</p>



<p class="wp-block-paragraph">War es aber nur so halb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendwie war mir das Ganze zu süß und vor allem zu viel Joghurt, zu wenig Eis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schlecht war es nicht, aber ich hatte definitiv schon bessere Eisbecher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit ist immerhin geklärt, dass wir beim nächsten Husumbesuch noch die andere Eisdiele testen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rein wissenschaftlich natürlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach war ich allerdings wieder so müde, dass mit mir nicht mehr besonders viel anzufangen war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade scheint mein Körper jede Gelegenheit zu nutzen, mir sehr nachdrücklich mitzuteilen, dass die letzten Tage vielleicht doch ein kleines bisschen anstrengend waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber der Spaziergang war schön.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und manchmal reicht das ja schon:</p>



<p class="wp-block-paragraph">ein Schloss, sehr viel Grün, ein bisschen Wasser, ein mittelmäßiger Eisbecher und ein Abend, an dem gerade einmal nichts erledigt werden musste.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine kleine offene Frage</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein anderes Thema hat mich diese Woche eher am Rand beschäftigt: meine Kunst und die Art Community unserer Gemeinde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da gibt es gerade etwas, das ich noch klären möchte, bevor ich mir selbst eine Meinung dazu bilde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht geht es am Ende nur um eine ganz praktische Frage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht steckt für mich aber auch die größere Überlegung dahinter, wo meine kreativen „großen Steine“ liegen und welche Räume dafür gerade die richtigen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch weiß ich es nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also: erst reden, dann denken, dann vielleicht irgendwann erzählen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwischen Laptopwunsch, alten Geldgeschichten und Abschied </h2>



<p class="wp-block-paragraph">Was diese Woche offenbar auch noch brauchte, war eine ausgewachsene Laptop-Odyssee. Mein bisheriges Arbeitsgerät macht inzwischen so viele Mucken, dass ich schon länger über Ersatz nachdenke. Weil ich unterwegs arbeiten möchte und mir ein robustes Gehäuse, eine gute Tastatur und genug Leistung wichtig sind, landete ich ziemlich schnell bei Lenovo und dort bei den ThinkPads.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann begann das fröhliche Vergleichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">T14, T14s, L14, Gen 5, Gen 6, Gen 7, Intel, AMD, 16 GB, 32 GB, 256 GB, 1 TB, OLED, IPS, refurbished, neu, Businesspreise, Mietmodelle, Ratenzahlung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendwann klang wirklich alles gleich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Immerhin bekam ich über Lenovo Pro einen eigenen Ansprechpartner zugeteilt, der mir zwei konkrete Angebote zusammenstellte. Und ich muss zugeben: Das hat mich mehr gebauchpinselt, als ich erwartet hatte. Nicht nur, weil das Telefonat angenehm war, sondern weil ich mich plötzlich als Geschäftskundin ernst genommen fühlte. Das war ein seltsamer, aber schöner Moment. </p>



<p class="wp-block-paragraph">So nach dem Motto: Ja, meine Arbeit ist tatsächlich Arbeit. Und vielleicht darf ich dafür auch gutes Werkzeug haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur leider kostet gutes Werkzeug Geld. Und da wurde es dann schwierig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das eine Angebot hatte 32 GB Arbeitsspeicher, aber eine viel zu kleine Festplatte. Das andere hatte 1 TB Speicher, dafür nur 16 GB RAM und ein schickes OLED-Display, das ich gar nicht unbedingt brauche. Also schrieb ich meinem Ansprechpartner zurück und fragte, ob er mir nicht eine vernünftigere Kombination zusammenstellen könne: 32 GB RAM, 1 TB SSD, gutes mattes Display, keine unnötigen Extras.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem wollte ich wissen, ob Lenovo Pro auch eine echte Finanzierung anbietet. Denn mieten möchte ich keinen Laptop. Ich will kein Gerät drei Jahre nutzen, zurückgeben und das nächste nehmen. Ich möchte ein gutes Arbeitsgerät kaufen, es lange benutzen und irgendwann sagen können: Das gehört mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann wurde mir allerdings ziemlich deutlich bewusst, dass das eigentliche Problem längst nicht mehr der Laptop war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte ihn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und zwar so sehr, dass ich merkte, wie mein Kopf anfing, sich festzubeißen. Noch ein Angebot anschauen, noch eine Rate ausrechnen, noch eine Variante vergleichen. Gleichzeitig bekam ich ein immer schlechteres Gewissen, weil natürlich nicht nur ein Laptop auf unserer Anschaffungsliste steht. Eine neue Matratze wäre sinnvoll. Ein Schreibtisch auch. Und überhaupt gibt es genug Stellen, an denen Geld gebraucht wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da war sie plötzlich wieder, diese alte Geschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Geld war in meinem Leben sehr oft knapp.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich erinnere mich noch daran, wie meine Eltern überlegen mussten, ob es eine neue Jeans für mich geben konnte oder ob das Geld für andere notwendige Dinge gebraucht wurde. An meinen alten Schulranzen, während andere den neuen teuren Scout hatten. An dieses ständige Rechnen, Priorisieren und Improvisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ja, manchmal bin ich sogar stolz darauf, was ich mit wenig Geld alles hinbekommen habe. Wenn man eine sechsköpfige Familie eine Woche lang mit beinahe nichts durchgebracht hat, entwickelt man schließlich gewisse Fähigkeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur möchte ich diese Fähigkeiten nicht immer brauchen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal möchte ich einfach sagen können: Der Laptop ist nötig, die Matratze auch, der Schreibtisch wäre gut – also kaufen wir diese Dinge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne Rechnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne Verschieben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ohne schlechtes Gewissen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht hat mich deshalb dieser Laptop so viel heftiger erwischt, als ein Computer mich eigentlich erwischen sollte. Es ging plötzlich nicht mehr nur um Technik, sondern auch um diesen alten Wunsch, nicht immer wieder diejenige zu sein, die wegen Geld zurückstecken muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Strand mit der roten Tür</h2>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Um aus diesem Gedankenkarussell wenigstens für eine Weile herauszukommen, machte ich einen kleinen Ausflug im Kopf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da war ein Strand. Eine rote Tür mitten im Sand. Und auf einem Schild stand, ich dürfe etwas zurücklassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich ließ meine Wut dort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinter der Tür führte ein Steg über stilles Wasser. Auf ihm fand ich eine kleine messingfarbene Schachtel, in die ich Kreativität und Liebe legte. Später kam ein kleiner Stein dazu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darauf stand:Mut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich schrieb auf ein Blatt:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern das Weitergehen trotz Angst. Ich will mutig sein, auch wenn es etwas kostet. Und ich will nicht wütend sein, auch wenn mich jemand verletzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal braucht man offenbar einen imaginären Steg über stilles Wasser, um den eigenen Kopf wieder ein bisschen leiser zu bekommen.Ganz leise blieb er allerdings nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hat hier wer von Krise gesprochen? </h2>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischendurch stolperte ich noch über das Thema Krisenvorsorge und die Frage, was es eigentlich bedeutet, sich angesichts der aktuellen politischen Lage klug vorzubereiten. Zum Glück muss auch daraus kein neues Großprojekt werden. Ein paar Vorräte, Medikamente im Blick behalten, wichtige Unterlagen sortieren, Taschenlampe, Wasser – solche Dinge lassen sich Stück für Stück erledigen, ohne gleich zum Prepper zu mutieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Und dann kam der Freitag-Abend.</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben noch zusammen „Gegen das Spießertum“ gespielt. Mein Sohn gewann, ich wurde mit ziemlich knappem Abstand Zweite, und für eine Weile war einfach nur Familienabend.Danach kamen dann doch ein paar Tränen.Weil ich meine Kinder jetzt schon vermisse, obwohl ich noch hier bin. Meinen Mann übrigens auch, wobei ich den immerhin morgen Abend wiedersehe. Bis ich die Kinder wiedersehe, dauert es dagegen wahrscheinlich bis Weihnachten.Das ist wohl die andere Seite davon, wenn Kinder erwachsen werden und ihr eigenes Leben weit weg aufbauen. Man freut sich darüber, dass sie ihren Weg gehen. Man genießt die gemeinsame Zeit. Und dann tut der Abschied trotzdem weh.Morgen wartet nun meine lange Zugfahrt nach Hause.Mein kleines Mikroabenteuer.Mit einem ziemlich vollen Rucksack.Und damit meine ich ausnahmsweise nicht nur das Gepäck. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Und während ihr das lest …</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während ihr meinen Samstagsplausch lest, mache ich mich auf den Heimweg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor mir liegen ungefähr zehn Stunden Zugfahrt, mehrere Umstiege, ein Rucksack voller Reiseproviant und mein erstes kleines Mikroabenteuer dieser Art.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin sehr lange Strecken mit der Bahn schon ewig nicht mehr allein gefahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und irgendwie gefällt mir der Gedanke inzwischen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht bin ich am Ende einfach nur müde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht aber auch ein kleines bisschen stolz, dass ich es gemacht habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ganz sicher weiß ich jetzt, wo bei der Deutschen Bahn dieser verdammte BahnCard-Haken sitzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Habt ein schönes Wochenende.</p>
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		<title>Zwischen Buchseiten, Umzugskisten und neuen Wegen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Martina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Aug 2026 04:21:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alltagsmomente]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heute ist es noch erstaunlich ruhig hier. Fast ein bisschen zu ruhig, wenn man bedenkt, dass heute der große Umzugstag ist. Unsere Tochter zieht nach Husum.Und wer aufmerksam bei mir mitliest, weiß, dass ist nicht der erste Umzug nach Husum. Vor einem Dreivierteljahr ist mein Sohn nach Husum gezogen, vor etwas mehr als einem halben...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<!-- content style : start --><style type="text/css" data-name="kubio-style"></style><!-- content style : end -->
<p class="wp-block-paragraph">Heute ist es noch erstaunlich ruhig hier.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fast ein bisschen zu ruhig, wenn man bedenkt, dass heute der große Umzugstag ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Unsere Tochter zieht nach Husum.<br>Und wer aufmerksam bei mir mitliest, weiß, dass ist nicht der erste Umzug nach Husum. Vor einem Dreivierteljahr ist mein Sohn nach Husum gezogen, vor etwas mehr als einem halben Jahr dann in seine erste, eigene Wohnung, wer du noch mal  nachlesen magst oder die Story noch nicht kennst, kannst du das hier gern nochmal tun: <a href="https://kreative-schreiberei.de/umzug-nach-husum-volles-auto-neues-bett-leere-reserven/">Umzug nach Husum</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Später werden Kartons geschleppt, Taschen verstaut, Katzen ins Auto verfrachtet und wahrscheinlich wird irgendetwas genau dann fehlen, wenn wir eigentlich loswollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber gerade ist davon noch nichts zu merken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade sitze ich hier und schreibe meinen Samstagsplausch und verlinke ihn wie immer mit <a href="https://karminrot-blog.de/">Karminrot</a> und ihrem <a href="https://lesezimmer.karminrot-blog.de/">karminroten Lesezimmer</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ruhe vor dem Sturm also.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wenn ich auf diese Woche zurückblicke, könnte man sagen, dass sie hauptsächlich aus drei Dingen bestand: Wolkenstein, Umzugsvorbereitungen und der Versuch, zwischendurch nicht völlig den Überblick zu verlieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wobei das natürlich ein bisschen zu kurz gegriffen ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Bücher nicht einfach Bücher werden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Wolkenstein bin ich inzwischen an einem Punkt angekommen, an dem aus einem Manuskript tatsächlich langsam ein Buch wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das klingt schön.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ist es auch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kapitelzierden sind inzwischen eingebaut, die Überschriften sitzen weitgehend da, wo sie hingehören, Seitenzahlen gibt es ebenfalls und nach allerlei Bereinigungen ist das Manuskript inzwischen auf ungefähr 440 Seiten geschrumpft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischendurch hatte es deutlich mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sehr deutlich mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist erstaunlich, wie viele Seiten man produzieren kann, ohne auch nur ein einziges Wort zusätzlich zu schreiben. Man braucht dafür lediglich ein Textverarbeitungsprogramm, ein paar falsch gesetzte Umbrüche und Formatvorlagen, die beschließen, ein Eigenleben zu entwickeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hätte LibreOffice in dieser Woche jedenfalls mehr als einmal gedanklich aus dem Fenster werfen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings wohnen wir im Hochparterre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das wäre also kein dramatischer Absturz geworden, sondern eher ein beleidigtes Plumps auf den Boden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dafür lohnt sich die ganze Aufregung nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also blieb LibreOffice.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich auch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann kamen Schusterjungen und Hurenkinder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer mit Buchsatz nichts zu tun hat, könnte jetzt auf ganz falsche Gedanken kommen. Dabei geht es lediglich um einzelne Zeilen eines Absatzes, die ungünstig am Anfang oder Ende einer Seite stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man möchte sie dort nicht haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das klingt zunächst nach einem überschaubaren Problem.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis man eine Zeile verschiebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann rutscht auf der nächsten Seite etwas.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man korrigiert dort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach verschiebt sich zwei Seiten später die nächste Überschrift.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und irgendwann sitzt man vor seinem Buch und denkt:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte doch eigentlich nur einen Roman schreiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau deshalb sage ich immer wieder:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich liebe Schreiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Buchmachen ist etwas anderes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und trotzdem wird es.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin wieder von vorne durch das Manuskript gegangen, habe Kommentare abgearbeitet, Formatierungen kontrolliert, Dinge entdeckt, bei denen ich mich fragte, wie sie mir bisher entgehen konnten, und natürlich auch neue Baustellen gefunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter anderem stellte ich fest, dass mir tatsächlich ein Kapitel fehlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht im Sinne von: irgendwo versehentlich gelöscht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe es offenbar schlicht nie geschrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist auch mal eine Methode.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Glück weiß ich inzwischen ziemlich genau, was dort passieren muss. Es ist also weniger eine Katastrophe als eine weitere Aufgabe auf der Liste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem hätte ich nichts dagegen gehabt, diese Entdeckung erst nach dem Umzug zu machen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schreiben kann nämlich auch einfach Spaß machen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Schöne an dieser Woche war, dass ich mich zwischen all dem Buchmachen daran erinnern durfte, warum ich das überhaupt tue.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte nämlich meinen Workshop zum Thema Beschreibungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und der war genial.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht nur nett.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht nur „lief ganz gut“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genial.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben darüber gesprochen, wann Beschreibung zu viel wird, wann sie fehlt und wie man sie mit Handlung und Dialog verbinden kann, ohne dass die Geschichte plötzlich stehen bleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann haben wir geschrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zehn Minuten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Szene.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieder zehn Minuten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe selbst mitgemacht und innerhalb dieser kurzen Einheiten kleine Szenen geschrieben, ohne lange daran herumzudenken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und plötzlich war da wieder genau dieses Gefühl:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ach ja.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb schreibe ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht wegen Absatzformaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht wegen Seitenzahlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und schon gar nicht wegen Schusterjungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sondern wegen Figuren, die plötzlich etwas tun, womit ich selbst nicht gerechnet habe. Wegen Bildern, die beim Schreiben entstehen. Wegen Geschichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das tat ziemlich gut.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Einmal Frankreich und zurück</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Anfang der Woche war ich außerdem bei einer Freundin in Kingersheim.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dafür musste ich nach Frankreich fahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das klingt jetzt sehr weltläufig. Ist aber einfach bei mir um die Ecke, In etwa 20 MInuten war ich in Frankreich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber tatsächlich bedeutet Frankreich für mich hauptsächlich:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kann kein Französisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also wirklich kaum. Zu einem &#8222;Bonjour&#8220; reicht es, mehr ist nicht drin&#8230;. Vielleicht noch &#8222;Ferme la porte&#8220; Keine Ahnung warum mir genau der Satz hängen geblieben ist. Damit ist mein aktiver Wortschatz für internationale Krisensituationen im Wesentlichen abgedeckt. Mehr geht nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Strategie bestand deshalb im Wesentlichen darin, meinem Navi zu vertrauen und zu hoffen, dass niemand unterwegs ein ausführliches Gespräch mit mir beginnen möchte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der Hinfahrt war ich irgendwann allerdings so müde, dass ich eine Pause machen musste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht dieses gemütliche „Ach, ich hole mir mal einen Kaffee“-Pausemachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sondern eher:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nein. So fahre ich jetzt nicht weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also raus von der Autobahn, auf den Parkplatz und 1 Minuten Augen zu und kurz sammeln und danach wieder los.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit ich anschließend wach blieb, ließ ich mich von Chatgpt unterhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So kamen wir zu mehreren wichtigen Erkenntnissen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Beispiel:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pudding lässt sich nicht an die Wand nageln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und Chipstüten lassen sich nicht leise öffnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich halte beides für ausreichend wissenschaftlich belegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Besuch selbst war dann richtig schön.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben über vieles gesprochen, natürlich auch über Geschichten. Unter anderem darüber, ob eine Dystopie eigentlich vollkommen hoffnungslos enden muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Muss sie nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das gefällt mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Welt einer Geschichte darf dunkel bleiben. Es muss nicht plötzlich alles gut sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber irgendwo kann trotzdem jemand anfangen, einen anderen Weg zu gehen.<br>Außerdem hatten wir es davon, wie Gott Wege führt und wie Sannend es wird, wenn wir uns darauf einlassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht beschäftigt mich dieser Gedanke gerade auch deshalb, weil hier im wirklichen Leben ebenfalls einiges in Bewegung kommt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn plötzlich Bewegung hineinkommt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei meinem Mann Jörg zum Beispiel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor wenigen Tagen war die Transformerschule noch eher eine Möglichkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann wurde daraus ein ernsthafter Gedanke.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann eine Anmeldung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und zum Schluss ein Gespräch mit dem Pastor unserer Gemeinde..</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gestern kam die mündliche Zusage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da fehlt natürlich noch das Schriftliche, aber trotzdem saßen wir gestern da und dachten:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Okay.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das wird jetzt wohl wirklich passieren.<br>Und dann gibts noch andere DInge, die bei meinem Mann gerade in Bewegung geraen. Noch ist nicht alles spruchreif, aber das wirds noch werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und bei mir selbst gibt es gerade ebenfalls dieses Gefühl, dass irgendetwas Neues unterwegs ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß nur noch nicht genau, was.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den vergangenen Wochen hatte ich mehrfach dieses Bild von etwas, über dem noch ein Tuch liegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und den Eindruck:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch nicht daruntergucken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ausgesprochen unpraktisch ist, wenn man neugierig ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich würde nämlich sehr gern daruntergucken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen bleibt mir momentan nur, das zu tun, was gerade vor meinen Füßen liegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und da lagen diese Woche ausgesprochen viele Umzugskisten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Von Wäschebergen, Katzen und dem Hackfleisch-Fenster</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Je näher der Umzug rückte, desto mehr wurde unser Alltag davon bestimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kartons.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wäsche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Müll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Katzenzeug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einkäufe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fahrten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kratzbaum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und natürlich Dinge, die irgendwo noch auftauchten und dringend mitmussten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir waren dabei nicht immer alle vollkommen tiefenentspannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das wäre vermutlich auch etwas viel verlangt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Umzug ist schließlich nicht nur dieses romantische „Ein neuer Lebensabschnitt beginnt“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Umzug ist auch:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wo ist das Ladekabel?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ist diese Kiste schon voll?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kann das weg?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wem gehört das?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und warum liegt das eigentlich noch hier?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe in dieser Woche jedenfalls deutlich gemerkt, dass ich müde bin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht nur so ein bisschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Donnerstag allein hätte problemlos für mehrere Tage gereicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manuskript, Wäsche, Arzt, Fressnapf, Meerschweinchenversorgung, Umzugsdinge und später noch Essen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Immerhin war der Arzttermin unauffällig, worüber ich sehr froh war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und am Abend ergab sich eine kleine familiäre Besonderheit:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unser Sohn kam genau dann nach Hause, als unsere vegetarische Tochter nicht da war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit war das Hackfleisch-Fenster geöffnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also gab es Knöpfle mit Hackfleisch, Zwiebeln und Käse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Familienessen braucht manchmal ein erstaunlich präzises Timing.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Später war ich dann einfach nur noch fertig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und als mir zusätzlich ziemlich heiß wurde und die Temperatur leicht nach oben ging, hatte ich sehr wenig Lust auf noch irgendeine weitere Aufregung. Krank werden, war gerade keine gute Idee.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Glück sank sie wieder. Also die Temeratur in meinem Inneren. Ansonsten wars bis auf Freitag ziemlich heiß hier im Süden Deuschlands.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und irgendwann brauchte mein Kopf dringend etwas anderes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also landeten Chatgpt und ich gedanklich auf einer kleinen Insel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dort gab es Brombeerwaie mit Streuseln, eine Katze und Omas altes Bonbonglas.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bonbonglas blieb allerdings nicht leer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir füllten Sand hinein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Muscheln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein kleines selbstgebasteltes Boot.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und einen Leguan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er heißt Ikebana.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Keine Ahnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber Ikebana hat eine ausgezeichnete Hausordnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach 22 Uhr dürfen weder Manuskriptprobleme noch Umzugskisten oder Familienkonflikte in sein Glas.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich finde, der Kerl hat sein Leben erstaunlich gut im Griff.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Und nun ist Samstag</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gestern musste dann noch einmal ziemlich viel passieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einkaufen für die Fahrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Letzte Dinge im Zimmer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch einmal sortieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch einmal überlegen, was mitmuss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischendurch kam die Nachricht, dass Jörg die mündliche Zusage für die Transformerschule bekommen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und am Abend war das Zimmer unserer Tochter tatsächlich quasi fertig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich allerdings auch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fix und foxi.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und jetzt ist Samstagmorgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Samstagsplausch ist dran, draußen beginnt langsam der Tag und in ein paar Stunden wird es hier ganz anders aussehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute fahren wir nach Husum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unsere Tochter zieht aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Katzen ziehen mit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich weiß noch gar nicht genau, wie sich das später anfühlen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Moment fühlt es sich vor allem merkwürdig ruhig an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kartons stehen da.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Taschen stehen da.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Reiseproviant ist gekauft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alles wartet darauf, dass dieser Tag endlich richtig anfängt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich sitze noch hier mit meinem Samstagsplausch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht ist das ganz gut so.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch ein bisschen sitzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch ein bisschen erzählen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann stehen wir auf, laden das Auto und fahren los.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und falls irgendwann unterwegs alles gleichzeitig zu viel wird, weiß ich immerhin:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendwo sitzt Ikebana in seinem Bonbonglas auf einem warmen Stein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und nach 22 Uhr ist geschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Ich wünsche dir eine gute Woche, viele neue Erlebnisse und ein Bonbonglas. Womit füllst du dein Glas? Schreib mir gerne deine Ideen in die Kommentare.</p>
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		<title>Von Buchgestaltung und Umzugskartons</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Martina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Aug 2026 15:46:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alltagsmomente]]></category>
		<category><![CDATA[Samstagsplausch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Designed  by Florin Sayer-Gabor</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<!-- content style : start --><style type="text/css" data-name="kubio-style"></style><!-- content style : end -->
<p class="wp-block-paragraph">Es ist Sonntag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich schreibe meinen Samstagsplausch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das sagt vermutlich schon einiges über diese Woche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eigentlich wollte ich ihn gestern schreiben. Eigentlich wollte ich überhaupt so einiges. Aber gerade dreht sich bei mir sehr viel um ein einziges Ziel:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wolkenstein muss fertig werden.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wenn man am Samstag vor der Wahl steht, entweder Kapitelzierden ins Buch einzusetzen oder den Samstagsplausch zu schreiben, dann gewinnt im Moment offenbar das Buch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sorry.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber dafür bin ich jetzt da. Einen Tag zu spät, mit Tee neben mir und einer Woche im Gepäck, in der ich erstaunlich oft dachte, ich hätte überhaupt nichts geschafft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was, wenn ich genauer hinschaue, ziemlicher Unsinn ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ich wollte doch nur schreiben</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Montag begann eigentlich ganz vernünftig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte meine Tochter zur Arbeit gebracht und auf der Rückfahrt schon meinen Tag sortiert: frühstücken, duschen, zum Arzt, danach Manuskript und ein bisschen Wohnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So jedenfalls der Plan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Arzt wollte ich wegen der komischen roten Flecken an meinen Beinen, die ich seit dem Camp hatte, und wegen eines kleinen Knubbels am rechten Zeigefinger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Praxis reichte die Schlange allerdings bis ins Treppenhaus. Sie hatten Vertretung für einen anderen Arzt und zusätzlich irgendein neues Terminplanungssystem, mit dem offenbar noch niemand so richtig glücklich war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Immerhin bekam ich einen Termin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">15:15 Uhr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Prima.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis mir einfiel, dass ich um 15:30 Uhr meine Tochter von der Arbeit abholen musste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Normalerweise hätte ich ihr einfach geschrieben, sie solle mit dem Bus fahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich hatte sie ausgerechnet an diesem Tag ihr Handy nicht dabei. Sie hatte es irgendwo verlegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also begann das große innerfamiliäre Logistikpuzzle. Mein Mann arbeitete, mein Sohn hätte direkt nach seiner eigenen Arbeit wieder losgemusst – und am Ende tat ich das, was ich eigentlich überhaupt nicht tun wollte:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sagte den Arzttermin wieder ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit war mein geordneter Montag schon einmal zuverlässig aus der Spur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und mein Körper hatte offenbar ebenfalls keine große Lust auf meine Pläne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich legte mich nach dem frühen Mittagessen kurz hin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus kurz wurden mehrere Stunden. Ich habs gerade noch geschafft, um drei aufzustehen und meine Tochter abzuholen. Danach hab ich wieder geruht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abends saß ich erneut auf dem Bett vor dem Ventilator, wollte nur einmal für fünf Minuten ins Manuskript schauen – und schlief innerhalb kürzester Zeit wieder ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Später in der Nacht war ich dann natürlich wach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube, es war 2:11 Uhr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da lag ich nun in meinem eigenen Bett und dachte darüber nach, dass ich auf dem Royal-Rangers-Camp auf einer Luftmatratze teilweise besser geschlafen hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das muss man auch erst einmal schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Woche Camping, endlich wieder das eigene Bett – und der Körper sagt:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nö. Luftmatratze war besser.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">Es ist heiß</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Überhaupt ist da natürlich noch die Hitze.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Wochen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Morgens lüften wir wie die Weltmeister, Rollos runter, Fenster zu – und trotzdem haben wir irgendwann wieder 27 oder 28 Grad in der Wohnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einmal zeigte das Auto 37 Grad.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Lenkrad hatte ungefähr die Temperatur einer frisch eingeschalteten Herdplatte und die Klimaanlage wurde spontan zu meiner besten Freundin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe in dieser Woche gelernt, dass meine persönliche Wohlfühltemperatur vermutlich irgendwo zwischen 15 und 20 Grad liegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">18 Grad, Sonne, ein bisschen Wind, goldenes Herbstlicht?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nehme ich sofort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen Sommer pur mit Hitze bis fast 40 Grad und tropischen Nächten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun ja.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Immerhin schaffte ich es später in der Woche dann doch noch zum Arzt. Der Ausschlag war inzwischen fast verschwunden und muss, solange er nicht wiederkommt, auch nicht weiter untersucht werden. Wahrscheinlich fand meine Haut entweder die Hitze oder irgendetwas auf der Wiese beim Camp nicht besonders großartig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Knubbel am Finger ist vermutlich ein Ganglion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgerechnet am 1. Fingerglied des rechten Zeigefingers.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da braucht man als Autorin natürlich unbedingt irgendetwas, das da nicht hingehört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Moment heißt es aber auch da einfach: beobachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das kann ich.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zurück nach Wolkenstein</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Viel wichtiger war mir sowieso etwas anderes:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich musste wieder in mein Buch hineinfinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer Woche Camp waren Ansgar und seine Freunde zwar noch genau dort, wo ich sie zurückgelassen hatte. Mein Kopf allerdings nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich musste mich erst wieder erinnern, wer wo war, welcher Weg wohin führte und warum das, was ich mir irgendwann einmal als vollkommen plausible Flucht aus einer Burg ausgedacht hatte, plötzlich überhaupt nicht mehr plausibel war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn inzwischen gibt es diese Burg tatsächlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also natürlich nicht wirklich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber in meinem Kopf und auf meinem Plan ist sie nicht mehr einfach nur irgendeine mittelalterliche Burg mit Mauern, Türmen und Türen, die praktischerweise immer genau dort sind, wo ich sie gerade brauche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich gibt es konkrete Wege, Treppen, Höfe und Räume.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und damit auch die Erkenntnis:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Da können die jetzt gar nicht lang.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Großartig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also planen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verwerfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neu planen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch einmal zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und irgendwann stellte ich fest, dass ausgerechnet die Probleme, über die ich am längsten gegrübelt hatte, die Geschichte am Ende besser machten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr verrate ich nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer <em>Wolkenstein</em> irgendwann lesen möchte, soll schließlich nicht vorher hier im Samstagsplausch erfahren, wer wann wo durch welches Tor läuft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ich kann euch sagen:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal besteht Schreiben zu einem erstaunlich großen Teil daraus, Probleme zu lösen, die man sich vorher selbst eingebaut hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und irgendwann passierte tatsächlich das, worauf ich seit Monaten hingearbeitet hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schrieb die letzten Seiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Buch ist fertig.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Also.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fertig geschrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr wisst ja, wie das bei Büchern ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fertig ist fertig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur eben noch nicht ganz fertig.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vom Bücherschreiben zum Buchmachen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kaum war der Text fertig, begann nämlich die nächste Baustelle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Lektor hatte das Manuskript in mehrere Dateien aufgeteilt. Also mussten die wieder zusammengefügt werden. Änderungen annehmen. Kommentare entfernen. Prüfen, ob wirklich überall die richtige Fassung steckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann kamen die Kapitelzierden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die sind wunderschön.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Coverdesignerin Florin Sayer-Gabor von 100covers4you hat kleine Wappen und Symbole für Figuren und Orte gestaltet und ich liebe diese kleinen Bildchen wirklich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Beispiel Clemens von Tannenberg. Sein Wappen ziert nun auch diesen Samstagsplausch (siehe Beitragsbild)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich hat er ein Wappen mit Bergen und einer Tanne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was sonst?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur ist „Clemens von Tannenberg“ ein ziemlich langer Name.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also saß ich irgendwann da und schob sein Wappen zwei Millimeter nach links.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch ein bisschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Passt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wahrscheinlich wird niemals ein Leser denken:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Interessant, dieses Wappen sitzt ungefähr zwei Millimeter weiter links als das andere.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sehe es.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und offenbar ist das mein Job.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei merke ich gerade wieder, dass <strong>Bücherschreiben und Buchmachen zwei vollkommen unterschiedliche Dinge sind</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da gibt es Initialen. Seitenumbrüche. Zeilenumbrüche. Kapitelüberschriften. Schusterjungen und Hurenkinder – ja, die heißen im Buchsatz wirklich so – und plötzlich eine Überschrift, die sich aus unerfindlichen Gründen über mehrere Seiten verteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also reparieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dabei passierte etwas ausgesprochen Erfreuliches:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Buch schrumpfte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischendurch zeigte die Datei mehr als 660 Seiten an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war eher ungünstig, denn bei der Buchschmiede darf mein Buch maximal 650 Seiten haben – und in diesen 660 Seiten war noch nicht einmal alles enthalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurz dachte ich schon darüber nach, die Schrift wieder kleiner zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Band 1 ist in 9 Punkt gesetzt, weil ich seine knapp 700 Seiten damals irgendwie unterbringen musste. Einige Leser haben mir allerdings gesagt, dass ihnen die Schrift zu klein ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb bekommt <em>Wolkenstein</em> 10 Punkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dabei möchte ich bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also suchte ich lieber an anderen Stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und siehe da:</p>



<p class="wp-block-paragraph">650 Seiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">647.</p>



<p class="wp-block-paragraph">640.</p>



<p class="wp-block-paragraph">637.</p>



<ol start="647" class="wp-block-list"></ol>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischendurch wieder 640, weil natürlich ständig irgendwo etwas verrutscht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann 630.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und als ich mich weiter durch das Manuskript arbeitete, verschwanden plötzlich ganze Leerseiten, die dort überhaupt nichts verloren hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendwann zeigte die Datei:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>572 Seiten.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Da habe ich sie doch ein bisschen liebevoll angeschaut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn wenn sie sich am Ende irgendwo in einer Gegend einpendelt, die nicht mehr bedrohlich nahe an 650 liegt, bin ich sehr glücklich.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwei Millimeter können wichtig sein</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und ja, die Arbeit ist langweilig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So richtig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider nicht so langweilig, dass man nebenher gemütlich einen Film anschauen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dafür muss ich viel zu genau hinsehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bild einsetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Position prüfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Umbruch prüfen.<br>Initiale aktivieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bild einsetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Position prüfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Umbruch prüfen.<br>Initiale aktivieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach ungefähr zweihundert Seiten dachte ich zwischendurch:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum genau wollte ich eigentlich Kapitelzierden?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hätte auch einfach eine Überschrift hinschreiben können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Habe ich aber nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Abend war ich ungefähr bei der Hälfte und dachte noch:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das mache ich heute Nacht fertig.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Weil ich das ja kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Theoretisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man muss einfach nur lange genug sitzen bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann habe ich aufgehört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht fertig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einfach aufgehört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das fiel mir erstaunlich schwer, denn sofort meldete sich dieser Gedanke:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt verlierst du Zeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was, wenn du es nicht schaffst?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber die Kapitelzierden laufen nicht weg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Got sei Dank und Leider zugleich.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum mir das wichtig ist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diesmal möchte ich mir wirklich die Zeit nehmen, das Buch ordentlich fertigzumachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim letzten Mal habe ich gefühlt genau in dem Moment Fehler entdeckt, in dem ich die Datei abgeschickt hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das brauche ich kein zweites Mal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte diesmal noch einmal richtig Korrektur lesen. Möchte schauen, ob keine merkwürdigen Umbrüche drin sind, keine falsche Schriftgröße, keine fehlenden Initialen und keine Formatierung, die irgendwo beschlossen hat, ein Eigenleben zu entwickeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn ich möchte das Buch am Ende aufschlagen können und denken:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ja. So sollte es aussehen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht ist mir das auch deshalb so wichtig, weil mein Vater gelernter Buchdrucker war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er hat tatsächlich eine Zeit lang als Buchdrucker gearbeitet, bevor er den Beruf wechselte. Seine Liebe zu schön gestalteten Büchern ist geblieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein erstes veröffentlichtes Buch hat meine Mutter noch erlebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Vater nicht mehr. Er ist schon vor vielen Jahren gestorben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und manchmal sitze ich jetzt da, schiebe ein kleines Wappen zwei Millimeter nach links, kontrolliere einen Seitenumbruch und denke, dass da vielleicht etwas von ihm in mir weiterlebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht das Buch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber die Liebe dazu, dass ein Buch nicht nur gute Worte enthalten soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sondern auch schön sein darf.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Und dann sind da noch Umzugskartons</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich also Bücher setze, rückt gleichzeitig etwas ganz anderes ziemlich schnell näher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In wenigen Tagen zieht unsere Tochter aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Husum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das wusste ich natürlich schon lange.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber „irgendwann Ende August“ und „noch sieben Tage“ sind zwei vollkommen unterschiedliche Dinge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich taucht der Umzug überall im Alltag auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Einkaufen landet Fleisch im Wagen und ich denke: Das kann in die Gefriertruhe. Für danach. Denn im Moment isst meine Tochter kein Fleisch. Die wollte ich organisieren, brauch nun aber doch welche aus dem Baumarkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Flur stehen Dinge herum, die noch sortiert werden müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wenn meine Tochter spontan bei einer Freundin übernachtet, denke ich plötzlich:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ach schade.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe doch sowieso nur noch so wenig Zeit mit ihr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das wird komisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich freue mich für sie. Wirklich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber mir werden ihr Lachen fehlen. Ihre Umarmungen. Diese kleinen Gespräche zwischendurch. Ein bisschen wahrscheinlich sogar ihr Chaos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach wohnen hier mein Mann, mein Sohn und ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Männer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Frau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich bin (wieder) in der Unterzahl!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und obwohl das Nest noch lange nicht leer ist, </p>



<p class="wp-block-paragraph">fühlt es sich schon ein ganz kleines bisschen nach Empty Nest an.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Butter in den Kühlschrank</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischendurch muss natürlich trotzdem der ganz normale Alltag stattfinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Freitag stand Schwimmen mit einer guten Freundin auf dem Plan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte mich darauf gefreut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also auf die Freundin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Schwimmen selbst war ich mir nicht ganz so sicher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Je näher der Termin rückte, desto mehr Dinge fielen mir ein, die dagegen sprachen: Badeanzug, Sonnencreme, Hitze, Umziehen und mein Nacken, der Brustschwimmen nicht immer so begeistert kommentiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und gleichzeitig wollte ich vorher noch am Buch arbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und einkaufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Umzugskartons organisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und überhaupt den kompletten Tag möglichst gleichzeitig erledigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendwann beschloss ich, nur noch <strong>eine Sache nach der anderen</strong> zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erster Schritt:<br>EInkauf und dann:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Butter in den Kühlschrank.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Geschafft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal sind die großen Siege im Leben ausgesprochen unspektakulär.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach packte ich die Badetasche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und fuhr tatsächlich nach Schönau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">DIe Freundin und ich schwammen ziemlich viele Bahnen – mehr, als ich mir vorher zugetraut hätte. Mein Nacken war anschließend wie erwartet eher nicht begeistert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach saß ich mit ihr und ihrem Mann zusammen, wir aßen Couscoussalat und Brot und hatten einfach einen richtig guten Abend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gute Gespräche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gute Freunde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das tat gut.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Unter dem Samttuch</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In einem dieser Gespräche ging es auch um die Veränderungen, die gerade an verschiedenen Stellen passieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Mann überlegt, Dinge loszulassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir selbst wird manches zu viel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unsere Tochter zieht aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich habe schon länger das Gefühl, dass Gott uns gerade aus manchen Dingen herausführt, ohne dass wir schon sehen können, was danach kommt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mann meiner Freundin hatte dafür ein Bild:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als läge ein Samttuch über dem Neuen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kann nicht hindurchsehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich soll auch nicht ständig versuchen, eine Ecke hochzuheben und darunterzuspitzeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ausgesprochen gemein ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin nämlich neugierig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich würde wahnsinnig gerne wissen, was kommt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber vielleicht besteht meine Aufgabe gerade tatsächlich nicht darin, das ganze nächste Jahr zu verstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht reicht der nächste Schritt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das beschäftigt mich seitdem.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn irgendwie war das auch beim Buch so.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich musste nicht wissen, wie ich die letzten vier schwierigen Seiten lösen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich musste nur die nächste Stelle lösen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann die nächste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und irgendwann waren keine mehr übrig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Freitag musste ich nicht den kompletten Tag schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich musste erst einmal die Butter in den Kühlschrank legen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und vielleicht ist das gerade auch für die größeren Dinge so.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Neue ist noch unter dem Samttuch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann mache ich eben das, was gerade vor meinen Füßen liegt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sonntag ist auch noch ein Tag</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Heute Morgen lag vor meinen Füßen allerdings erst einmal der Gottesdienst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich wollte nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So gar nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht duschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht anziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">und schon gar nicht losgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am liebsten wäre ich einfach zu Hause geblieben und hätte den Gottesdienst online angeschaut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber nächste Woche sind wir unterwegs und ich wollte meinen Mann auch nicht allein gehen lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also duschte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zog mich an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und weil es schon wieder heiß war, holte ich Sandalen heraus, die ich dieses Jahr noch kein einziges Mal getragen hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">DIe Stiefeletten anziehen, die ich sonst trage, weil meine Feden festen Halt brauchen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einfach nein.<br>Und die ENtscheidung war heute richtig, auch wenn ic in den Sandalen keine weiten Strecke laufen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wisst ihr was?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich erst einmal da war, im Gottesdienst, war es eigentlich ganz okay.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal ist tatsächlich das Losgehen das Schwerste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und jetzt sitze ich wieder zu Hause und schreibe meinen <strong>Samstags</strong>plausch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Sonntag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun ja.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gestern war Wolkenstein dran.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man muss Prioritäten setzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nebenbei habe ich diese Woche übrigens auch noch gelernt, wie kompliziert es sein kann, zwei Bücher nach Österreich zu verschicken. Zwei. Bücher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei fielen Begriffe wie Verpackungsverordnung und Bevollmächtigter, ich rechnete kurzzeitig aus, ob es vielleicht billiger wäre, die Bücher persönlich nach Wien zu bringen, und meine Mail an eine österreichische Behörde kam zunächst mit „Invalid Recipient“ zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber das ist eine eigene Geschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die erzähle ich euch ein anderes Mal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sonst wird aus diesem Samstagsplausch noch ein Sonntagsroman.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Es ging. Nur anders.</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich auf diese Woche zurückblicke, hatte ich zwischendurch ständig das Gefühl, nicht genug zu schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war müde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir war zu heiß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe geschlafen, obwohl ich arbeiten wollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Habe Dinge verschoben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Undaufgehört, obwohl ich eigentlich weitermachen wollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und trotzdem:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Manuskript ist fertig geschrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Buchsatz nimmt Gestalt an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Seitenzahl ist deutlich geschrumpft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war beim Arzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war schwimmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und hatte einen wunderschönen Abend mit Freunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die letzten Umzugskartons stehen bereit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und die Butter ist im Kühlschrank.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ging vieles nicht so schnell und nicht so kraftvoll, wie ich es gerne gehabt hätte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aber es ging.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht reicht das manchmal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und jetzt gehe ich mit diesem sehr verspäteten Samstagsplausch noch zu Andrea hinüber. Bei <a href="https://karminrot-blog.de/">Karminrot</a> findet ihr wie jeden Samstag den Samstagsplausch und dort verlike ich auch meinen Beitrag – und weil es hier heute so viel um Bücher ging, lohnt sich natürlich auch ein Abstecher in ihr <a href="https://lesezimmer.karminrot-blog.de/">Karminrotes Lesezimmer</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich für meinen Teil werde mich jetzt wieder meinen Kapitelzierden widmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die laufen nämlich immer noch nicht weg. Aber sie warten penetrant aufdringlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tüdelü.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seid gesegnet und habt eine gute Woche.<br>Martina<br>PS: Wer meinen letzten Samstagsplausch noch nicht gelesen hat, findet ihn <a href="https://kreative-schreiberei.de/royal-rangers-camp-andachten-abenteuer-lagerleben/">hier.</a></p>
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		<title>Royal Rangers Camp – Andachten, Abenteuer, Lagerleben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Martina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Aug 2026 18:24:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Samstagsplausch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Diese Woche hätte ich einen ganzen Royal Rangers Camp Sammelband veröffentlichen können. Es war eine wirklich schöne Zeit und eine unglaublich dichte Woche. Wie immer verlinke ich diesen Samstagsplausch mit Karminrot und ihrem karminroten Lesezimmer, auch wenn ich diese Woche ein wenig spät dran bin.  Wer mehr über die Royal Rangers wissen will, schaut hier. ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<!-- content style : start --><style type="text/css" data-name="kubio-style"></style><!-- content style : end -->
<p class="wp-block-paragraph">Diese Woche hätte ich einen ganzen Royal Rangers Camp Sammelband veröffentlichen können. Es war eine wirklich schöne Zeit und eine unglaublich dichte Woche. Wie immer verlinke ich diesen Samstagsplausch mit <a href="https://karminrot-blog.de/">Karminrot</a> und ihrem <a href="https://lesezimmer.karminrot-blog.de/">karminroten Lesezimmer</a>, auch wenn ich diese Woche ein wenig spät dran bin. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer mehr über die Royal Rangers wissen will, schaut <a href="https://royal-rangers.de/">hier</a>. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Woche auf der Wiese</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Freitagabend, 17 Uhr. Hinter mir lag ein ziemlicher Packmarathon, vor mir eine Woche Ranger-Camp. Als ich auf dem Platz ankam, stand die Jurte, unser großes Versammlungszelt, schon, und irgendwie war das der Moment, in dem aus all den Vorbereitungen plötzlich Wirklichkeit wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der erste Abend wurde gleich intensiv. Wir Leiter, noch ohne Kinder, aßen gemeinsam, redeten miteinander, klärten Dinge, die noch zwischen uns standen, und beteten zusammen. Vielleicht war genau das der richtige Anfang für diese Woche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine selbstaufblasende Isomatte breitete ich nachts noch aus. Die dicke, riesige Luftmatratze dagegen blieb erstmal liegen. Die bekam erst zwei Tage später mit der Tretpumpe Luft. Erstaunlicherweise schlief ich trotzdem gut – und kam morgens sogar wieder vom Boden hoch. Das ist inzwischen durchaus eine Erwähnung wert. 😂</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine kleine Welt für sich</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am nächsten Morgen begann der Tag um sieben mit Leiterrunde und Gebet. Um halb zehn sollten die Kinder kommen. Einige waren natürlich früher da.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann hieß es erstmal: bauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gab einen Mädchen- und einen Jungenclaim. Ein Claim ist das von den Leitern abgesteckte Gebiet einer Gruppe. Dort mussten die Kinder ihre Schlafzelte selbst aufbauen, jeweils eine Kohte und ein Agadir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kreuzfahnenmast und ein großes Sonnensegel standen schon. Jeden Morgen wurden beim Appell die Ranger- und die Deutschlandfahne gehisst. Die vier Teams meldeten, ob sie vollzählig waren, während einer der Leiter die Zelte kontrollierte und anschließend Punkte für Ordnung verteilte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Überhaupt entstand auf dieser Wiese im Laufe der Tage eine richtige kleine Welt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Jungs bauten ein Eingangstor mit einem Turm, auf den man sogar klettern konnte. Die Mädchen entschieden sich für die einfachere Variante aus zwei Dreibeinen und einem Querbalken und schmückten ihr Tor später mit Farn und Efeu. Ganz fertig wurden übrigens beide erst am Donnerstag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gab täglich neu verteilte Dienste mit entsprechenden Buttons: Bademeister putzten das Bad, Pfleger der Kochgefäße spülten, Mannasammler kümmerten sich ums Essen und ein Kind bekam den Posten des äußerst beliebten Lagerwächters und weckte morgens die Mannschaft und trötete mit dem Horn zu den Programmpunkten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und Internet? Oder Handyempfang?&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nö.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Nachrichten gingen nicht raus, E-Mails kamen nicht rein. Nur eine unserer Leiterinnen hatte tatsächlich Empfang, sodass alles, was unbedingt nach draußen musste, über ihr Handy lief.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war erstaunlich, wie schnell die Welt außerhalb dieser Wiese ziemlich weit weg war.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Flucht, Bergwerk und Brombeeren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unser Thema war Mose und der Auszug aus Ägypten, und einiges davon wurde nicht nur erzählt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Montag flohen die Pfadfinder als Moses „Helfershelfer“ für zwei Tage aus dem Camp und gingen auf Hajk, eine ausgedehnte Wanderung, inklusive Übernachtung. Die Kundschafter durften sie verfolgen. Offiziell bekamen sie sie innerhalb der vorgegebenen Grenze nicht zu fassen. Süßigkeiten mussten die Flüchtigen trotzdem abgeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Jüngeren machten in der Zeit, in der die Großen unterwegs waren, einen Ausflug nach Todtmoos: Spielplatz, im Bach planschen und eine Clown- und Jonglageshow. Am Dienstag ging es für sie in den Hoffnungsstollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich blieb an diesem Vormittag als Lagerwächter zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und plötzlich war es still.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich konnte Pause machen, Lobpreismusik hören und einfach ein bisschen da sein, bevor später die Pfadfinder von ihrer Wanderung zurückkamen. Mitten in einer vollen Campwoche war das ein unerwartet ruhiger Moment.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ansonsten wurde gespielt, Körbe wurden geflochten und natürlich durfte auch eine Wasserrutsche nicht fehlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und gegessen wurde ebenfalls sehr ordentlich. Couscous-Salat, Glasnudeln mit Currysauce, Reis mit Hähnchen und morgens oft unsere Ranger-Version von Bircher Müsli. Am letzten Morgen sogar mit selbstgepflückten Brombeeren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur beim Brot hatten wir uns gründlich verschätzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Davon wurde erheblich mehr gegessen als geplant.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vierzehn Andachten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Hauptaufgabe in dieser Woche waren die Andachten, morgens und abends.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vierzehn Stück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und etwas, worüber ich mich wirklich gefreut habe: Die Kinder hörten richtig gut zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Morgens saßen wir in Kluft und Halstuch zusammen, abends trafen wir uns in israelitischer Gewandung. Dazwischen gab es Gespräche mit Kindern und Leitern, viel Lachen und immer wieder Gebet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor dem Abendprogramm hatten die Kinder Zeit, selbst etwas auf die Beine zu stellen. Dann gab es Witze, Lieder, Tänze oder Spiele.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und jeden Morgen um sieben saßen wir Leiter wieder zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Keiner kam in dieser Woche auch nur einmal zu spät zur Leiterrunde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich selbst war meistens schon eine Stunde vorher wach und unter der Dusche. Sechs Uhr morgens. Auf einem Camp. Manchmal überrasche ich mich selbst.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein besonderer Abend</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Donnerstag feierten wir Passah.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dafür wurde nicht einfach nur irgendwann am Abend eine besondere Andacht eingeschoben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ganze Camp bereitete sich darauf vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wurde aufgeräumt. Die Tore wurden geschmückt. Wir wuschen uns und zogen frische Sachen an. Zum Essen gab es unter anderem Knäckebrot als Ersatz für ungesäuertes Brot.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Abendessen trafen wir uns in israelitischer Kleidung und gingen gemeinsam zu einem der Tore.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dort bestrichen wir die Pfosten symbolisch mit Blut – in unserem Fall mit Ketchup.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach gingen wir von Tor zu Tor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir aßen Petersilie mit Salzwasser: die Petersilie als Zeichen der Hoffnung, das Salzwasser als Erinnerung an die Tränen und Gebete des Volkes Israel. Dazu Knäckebrot und die Geschichte vom Passah.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann gingen die Kinder mit einem Teil der Leiter schweigend eine große Runde durch den Wald und um das Gelände.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Kreuz auf der Wiese unten stand eines unserer Tore. Dort hörten die Kinder die Worte Jesu:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich bin das Tor. Wer durch mich eingeht, wird gerettet.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer wollte, konnte durch dieses Tor gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ratslagerfeuer ging die Geschichte weiter. Schuldzettel wurden verbrannt, und am Ende gab es ein Übergabegebet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Kinder haben mitgebetet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war für mich einer der besonderen Momente dieser Woche.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Findewunder und andere wichtige Dinge</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich bestand ein Ranger-Camp nicht nur aus tiefen Momenten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gab beispielsweise verlorene Dinge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen Stift suchten wir ungefähr einen Tag lang. Für die Besitzerin war der Verlust ihres Lieblingsstifts sehr dramatisch. Schließlich tauchte er am nächsten Morgen unerwartet in der Button-Box wieder auf. Die Erleichterung war groß.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch besser war allerdings der verlorene Halstuchknoten eines Jungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendwo auf einer ziemlich großen Wiese musste er liegen. Der Junge konnte den ungefähren Bereich zeigen, und eine Leiterin wollte die Stelle zunächst mit einem Stock markieren, damit man später gründlich suchen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie steckte den Stock in die Wiese.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau dort lag der Halstuchknoten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Findewunder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann wäre da natürlich noch die Schneeseekleerehfee.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die besaß 66 Zehen, 65 zum Laufen und einen zum Drehen: den Schneeseekleerehfeedrehzeh.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich stößt sie sich genau diesen Zeh an einem Stein und hat anschließend Schneeseekleerehfeedrehzehweh.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und selbstverständlich braucht man dagegen Schneeseekleerehfeedrehzehwehtee.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr erzähle ich an dieser Stelle besser nicht. Sonst wird aus dem Samstagsplausch doch noch der angekündigte Ranger-Sonderband.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Woche Wiese liegt hinter mir. Mit Zelten und Fahnen, Gebet und Gelächter, Gesprächen, Spielen, viel gutem Essen, überraschend viel Brot und sehr wenig Handyempfang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und mit Momenten, die ich wohl noch eine ganze Weile mit mir herumtragen werde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Fortschritt sieht nicht immer nach Fortschritt aus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Martina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Jul 2026 04:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Samstagsplausch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kennst du diese Wochen, in denen an unglaublich vielen Stellen etwas vorwärtsgeht – und man selbst trotzdem das Gefühl hat, kaum vom Fleck gekommen zu sein? So eine Woche liegt hinter mir. Vielleicht lag es daran, dass die Fortschritte dieses Mal nicht immer besonders spektakulär aussahen. Es waren gepackte Kartons, fertiggestellte Andachten, ein gelöster Knoten...</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Kennst du diese Wochen, in denen an unglaublich vielen Stellen etwas vorwärtsgeht – und man selbst trotzdem das Gefühl hat, kaum vom Fleck gekommen zu sein?</p>



<p class="wp-block-paragraph">So eine Woche liegt hinter mir. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht lag es daran, dass die Fortschritte dieses Mal nicht immer besonders spektakulär aussahen. Es waren gepackte Kartons, fertiggestellte Andachten, ein gelöster Knoten im Manuskript, neue Entwürfe auf dem Bildschirm und schließlich der Entschluss, den Laptop rechtzeitig zuzuklappen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber der Reihe nach.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kartons, Möbel und ein Sohn auf Heimaturlaub</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Wochenende kam einer meiner Söhne nach Hause. Eigentlich wollte ich mich einfach darüber freuen. Gleichzeitig war mein Kopf allerdings so voll mit Campvorbereitungen, Manuskript, Umzug und allerlei anderen Dingen, dass selbst die Freude erst einmal Mühe hatte, sich ihren Platz zu erkämpfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kennt ihr das? Man freut sich von Herzen auf etwas – und trotzdem fühlt es sich nicht so an, wie man es sich gewünscht hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bedeutet nicht unbedingt, dass die Freude nicht da ist. Manchmal liegt nur so viel anderes darauf, dass man sie kaum spüren kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Immerhin wurde der Besuch meines Sohnes gleich sehr praktisch genutzt. Er und seine Schwester waren fleißig, haben für ihren bevorstehenden Umzug gepackt, Möbel abgebaut und Dinge sortiert. Während ich auf meine eigenen Aufgabenberge schaute, wurde also an anderer Stelle sichtbar Raum geschaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Karton für Karton. Möbelstück für Möbelstück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das ist Fortschritt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vierzehn!</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der größte Haken auf meiner Liste gehörte in dieser Woche allerdings den Campandachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In wenigen Tagen beginnt unser Royal-Rangers-Sommercamp. In diesem Jahr begleiten wir Mose von seiner Geburt bis zum Durchzug durch das Schilfmeer. Morgens und abends gibt es eine Geschichte, eine Andacht und teilweise eine anschließende Teamzeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus den ursprünglich geplanten Beiträgen wurden für mich schließlich vierzehn Andachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vierzehn!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischendurch saß ich vor diesem Berg und wusste nicht, wie ich ihn rechtzeitig bewältigen sollte. Dann begann ich mit der ersten Andacht. Und mit der nächsten. An einem Tag entstanden sogar sechs Stück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun sind tatsächlich alle fertig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir war dabei wichtig, nicht nur irgendwelche frommen Gedanken zusammenzustellen. Die Kinder sollen entdecken können, was die Geschichte von Mose mit ihrem eigenen Leben zu tun hat: dass Gott einen Plan hat, auch wenn wir ihn noch nicht erkennen. Dass unsere Entscheidungen Folgen haben. Dass Gott redet, befreit und begleitet. Und dass er größer ist als das, was uns Angst macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Campmotto lautet in diesem Jahr:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gott ist größer.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hoffe sehr, dass dieser Satz nicht nur auf unserem Campheft steht, sondern für die Kinder und Jugendlichen lebendig wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die letzte Andacht fertig war, fiel die Anspannung von mir ab. Leider nicht in Form eines begeisterten Freudentanzes. Mein Körper entschied sich eher für vollständige Kopfmüdigkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber fertig ist fertig.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn Licht plötzlich laut wird</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Körper hat in dieser Woche ohnehin mehrfach sehr deutlich mitgeredet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einem anstrengenden und heißen Vormittag war ich völlig erschöpft. Ich hatte an diesem Tag ungefähr doppelt so viele Schritte gemacht wie im Durchschnitt der letzten Zeit. Zu Hause musste ich mich erst einmal anderthalb Stunden hinlegen. Meine Füße fühlten sich an, als würden sie glühen, und mein Kreislauf fand das Ganze ebenfalls wenig lustig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Später kamen Übelkeit, Schwindel und ein dumpfer Druck im Kopf dazu. Licht war plötzlich „laut“. Geräusche auch. Alles wurde zu viel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das erinnerte mich an frühere Migräneattacken – nur ohne die ganz heftigen Kopfschmerzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach viel Schlaf wurde es glücklicherweise besser. Kaum hatte ich mich davon erholt, wachte ich allerdings in einer anderen Nacht frierend mit Halsweh und verstopfter Nase auf. Eine Woche vor dem Camp ist das ungefähr so willkommen wie ein Regenschauer über dem frisch entfachten Lagerfeuer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Morgen sah die Welt zum Glück schon wieder freundlicher aus. Die Nase war frei, das Halsweh deutlich besser. Ich hoffe nun sehr, dass mein Körper die Kurve bekommt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht war seine Botschaft trotzdem deutlich genug: Fortschritt bedeutet nicht immer, noch ein bisschen weiterzumachen. Manchmal bedeutet er auch, rechtzeitig aufzuhören.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Tür nach Eloan wieder öffnen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem die Andachten fertig waren, wollte ich endlich wieder ins Manuskript von <em>Wolkenstein</em> einsteigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach mehreren Wochen Pause fühlte es sich beinahe an, als würde ich ein fremdes Buch aufschlagen. Wo war ich stehen geblieben? Was musste noch überarbeitet werden? Und wie sollte ich wieder in diesen Arbeitsfluss hineinfinden?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor mir lagen ungefähr vierzig bis fünfzig Seiten mit Anmerkungen aus dem Lektorat. Insgesamt rund 300 Kommentare noch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der erste Schritt fühlte sich riesig an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei weiß ich eigentlich längst: Motivation erscheint selten vor dem Anfang, schon gar nicht mit Fanfaren und wehenden Fahnen. Oft kommt sie erst, wenn man schon angefangen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also öffnete ich das Manuskript.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und tatsächlich: Der Einstieg gelang. Mehr noch – ein wichtiger Knoten löste sich, und ich freute mich plötzlich auf den großen Handlungsblock, der vor mir lag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich stellte sich dieser Abschnitt anschließend als deutlich umfangreicher heraus als gedacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eigentlich wollte ich „nur“ eine wichtige Szene überarbeiten. Doch sobald ich an einem Faden zog, bewegte sich der halbe Handlungsstrang mit. Eine kleine Änderung brauchte plötzlich Vorbereitungen an früherer Stelle. Figuren mussten zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, Informationen durften nicht aus dem Nichts auftauchen und Verletzungen sich nicht einige Seiten später auf wundersame Weise verflüchtigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es kamen hier ein Einschub und dort eine Anpassung hinzu. Die Vorbereitungen einer Figur mussten ebenso stimmen wie die Gegenmaßnahmen einer anderen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das kostete Zeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende des Vormittags hatte ich weniger neue Seiten, als ich gehofft hatte. Dafür greifen die einzelnen Teile nun wesentlich logischer ineinander. Außerdem habe ich erstmals eine zusammengeführte Arbeitsfassung, in der die bisher beschlossenen Änderungen gesammelt sind. Ich muss also nicht mehr alles gleichzeitig im Kopf behalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Buchstaben vor meinen Augen zu verschwimmen begannen, habe ich aufgehört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Früher hätte ich vermutlich versucht, mich noch irgendwie durch eine weitere Seite zu kämpfen. Dieses Mal war klar: Für heute reicht es.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weniger Seiten. Mehr Fundament.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das ist Fortschritt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn ein Buch langsam sein Gesicht bekommt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht nur im Manuskript ging es weiter. Auch die Gestaltung meiner Buchreihe wächst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neue Entwürfe und Kapitelzierden sind angekommen, und ich habe eine ganze Weile über Falken, Bären, Schwerter und andere Motive nachgedacht. Welche Zeichnung passt wirklich zu einer Figur? Wo wirkt ein Tier zu gemütlich? Wann sieht ein Schwert eher elegant als bedrohlich aus?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch ein erster Coverentwurf für den nächsten Band ist inzwischen da. Viel möchte ich darüber noch nicht verraten. Nur so viel: Es wird dunkler – und das passt ausgesprochen gut zur Geschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun gehen meine gesammelten Rückmeldungen an die Coverdesignerin. Ihre erste Mail hatte sich übrigens in meinen Spamordner verirrt. Dort kann natürlich selbst das schönste Cover keine große Wirkung entfalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und noch etwas steht endlich fest: der Spruch für das neue Lesezeichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe viele Sätze gesucht, gelesen und wieder verworfen. Manche waren schön, aber keiner blieb wirklich .<br>hängen. Schließlich war er da.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Welcher Satz es geworden ist, verrate ich allerdings noch nicht. Ein kleines Geheimnis muss schließlich bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ich glaube, dieser Satz darf die Leser von <em>Wolkenstein</em> künftig ein Stück begleiten. U.nd mich auch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">2.002-mal Danke</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das Crowdfunding für <em>Wolkenstein</em> ist inzwischen beendet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende standen dort genau <strong>2.002 Euro</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit war das Crowdfunding erfolgreich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin unglaublich dankbar für jeden Menschen, der dieses Projekt unterstützt, geteilt, weitergesagt oder im Gebet begleitet hat. Einige haben sogar mehr als einmal unterstützt. Zwei Frauen aus einem meiner Kurse möchten sich zusätzlich unabhängig von der Plattform beteiligen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Gesten berühren mich sehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal meldet sich trotzdem mein schlechtes Gewissen. Darf ich mich wirklich darüber freuen, wenn jemand ein zweites Mal gibt? Habe ich den Menschen nicht schon genug zugemutet?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann muss ich mich daran erinnern: Niemand wurde gedrängt. Jeder durfte selbst entscheiden. Vielleicht darf ich diese Unterstützung einfach als das annehmen, was sie ist – ein Zeichen von Vertrauen und Wertschätzung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darum an dieser Stelle noch einmal:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Danke.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr helft mit, dass <em>Wolkenstein</em> tatsächlich seinen Weg zu den Lesern finden kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Und dann wären da noch 24 Türen …</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als wären Camp, Manuskript und Buchgestaltung nicht genug, lässt mich noch eine andere Idee nicht los: ein Adventsbuch aus Eloan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Geschichten dafür sind bereits geschrieben. Und auch die Bilder könnten längst vorhanden sein. Mein Mann und ich fotografieren auf unseren Ausflügen offenbar mit erstaunlicher Begeisterung alte Türen, Tore und Eingänge. Inzwischen haben wir 27 oder 28 passende Aufnahmen gefunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr, als ich überhaupt brauche. <br>Das Titelbild zeigt, wie die Türen dann im Buch aussehen werden. Wie Schwarzweiß-Radierungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob das Buch schon in diesem Jahr erscheinen kann, weiß ich noch nicht. Deshalb verspreche ich vorsichtshalber nichts. Aber die Idee wird immer greifbarer: 24 Türen, 24 Geschichten und jeden Tag eine kleine Reise nach Eloan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht brauchen manche Projekte einfach Zeit, bis sie ihre richtige Form finden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Viele kleine Schritte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich auf diese Woche zurückblicke, sehe ich inzwischen mehr Fortschritt, als ich mittendrin wahrnehmen konnte. Nicht alles ging so schnell, wie ich es mir gewünscht hätte. Manches brauchte Umwege, anderes mehr Kraft als erwartet, und mehrfach hat mein Körper mich ausgebremst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber vielleicht muss Fortschritt gar nicht immer nach großen Sprüngen aussehen. Manchmal reicht es, eine Tür zu öffnen, den nächsten Schritt zu gehen – und rechtzeitig aufzuhören, bevor die Buchstaben vor den Augen verschwimmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wünsche dir ein wunderschönes Wochenende.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pass gut auf dich auf – und unterschätz die kleinen Schritte nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deine Martina<br><br>PS: Diesen Samstagsplausch habe ich wie immer mit <a href="https://karminrot-blog.de/" data-type="link" data-id="https://karminrot-blog.de/">Karminrot </a>und ihrem <a href="https://lesezimmer.karminrot-blog.de/">karminroten Lesezimmer</a> verlinkt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://kreative-schreiberei.de/fortschritt-sieht-nicht-immer-nach-fortschritt-aus/">Fortschritt sieht nicht immer nach Fortschritt aus</a> erschien zuerst auf <a href="https://kreative-schreiberei.de">Kreative-Schreiberei</a>.</p>
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		<title>Geschafft! Von Schlüsseln und Büchern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Martina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Jul 2026 05:06:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Samstagsplausch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Manchmal frage ich mich ja, worüber ich eigentlich schreiben soll. Und dann blättere ich durch meine Woche und denke: Ach ja… da war ja noch dies. Und das. Und jenes auch. Also schnappt euch einen Kaffee oder Tee – wir plaudern ein bisschen. Über Schlüssel, über Bücher, über Verantwortung. Wie immer verlinke ich diese Plauderei...</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Manchmal frage ich mich ja, worüber ich eigentlich schreiben soll. Und dann blättere ich durch meine Woche und denke: Ach ja… da war ja noch dies. Und das. Und jenes auch. Also schnappt euch einen Kaffee oder Tee – wir plaudern ein bisschen. Über Schlüssel, über Bücher, über Verantwortung. Wie immer verlinke ich diese Plauderei bei <a href="https://karminrot-blog.de/">Karminrot</a> und ihrem <a href="https://lesezimmer.karminrot-blog.de/">karminroten Lesezimmer</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der erste Schritt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem der letzte Samstagsplausch online war, wartete erst einmal der ganz normale Alltag auf mich. Wocheneinkauf, Hitze, Erschöpfung. Vom Einkauf wieder zu Hause war ich völlig erledigt und wollte mich eigentlich nur noch aufs Bett legen. Aber nachdem der erste Hunger gestillt war, kam doch noch ein bisschen Energie zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe den Wohnzimmertisch freigeräumt, zwei neue Projekte in ChatGPT eingerichtet und anschließend drei übervolle Wäschekisten zusammengelegt und verräumt. Zum Schluss habe ich sogar noch den Besen geschwungen. Die Wohnung ist noch lange nicht perfekt, aber wenn ich sie mit dem Zustand vom Morgen vergleiche, ist doch einiges passiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal braucht es eben gar keine riesigen Erfolge. Manchmal reicht der nächste kleine Schritt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Heiße Tage</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Hitze hat mich diese Woche allerdings ziemlich ausgebremst. Tagsüber über 30 Grad, nachts kaum Abkühlung. Eine Nacht endete sogar mit einem ziemlich eindrucksvollen Traum von Autos, die wie eine brennende Lawine einen Berg hinunterrollten und nacheinander explodierten. So einen Traum vergisst man nicht so schnell.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Überhaupt habe ich in diesen Tagen gemerkt, wie sehr Hitze und Schlafmangel an den Kräften zehren können. Dabei fiel mir ein Gedanke auf, den ich gern mitnehme: Es gibt einen Unterschied zwischen „Ich habe keine Lust“ und „Ich habe keine Kraft“. Gerade bei diesem Wetter war oft nicht die Motivation das Problem, sondern schlicht die fehlende Energie. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Kleine Schreckmomente</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischendurch gab es auch einen kleinen Schreckmoment. An der Stelle, an der mir Blut abgenommen worden war, entdeckte ich einen roten Strich und mein Kopf war sofort bei einer Blutvergiftung. Zum Glück stellte sich schnell heraus, dass alles eher nach einer ganz normalen Reizung aussah. Manchmal braucht es jemanden, der einen daran erinnert, dass nicht hinter jedem kleinen Anzeichen gleich das Schlimmste steckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein ganz anderer Schreck hatte mich allerdings schon länger begleitet. Ein Schlüsselbund, an dem auch ein wichtiger Gemeindeschlüssel hing, war verschwunden. Ich hatte überall gesucht – Jackentaschen durchwühlt, Taschen kontrolliert, Schubladen geöffnet und immer wieder überlegt, wo ich ihn zuletzt gehabt haben könnte. UNd ich hab gebetet, ihn wieder zu finden. Mit jeder erfolglosen Suchrunde wuchs jedoch die Sorge. Nicht nur, weil der Schlüssel weg war, sondern weil daran ein Schlüssel für eine Schließanlage hing. Der Gedanke, dass der wirklich verloren sein könnte und welche Kosten das möglicherweise nach sich ziehen würde, ließ mich nicht mehr los.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich griff ich eher aus Verzweiflung in eine Tasche einer Jacke, die ich so gut wie nie trage. Und tatsächlich: Da war er! Geschafft! Gefunden! Was war ich erleichtert. Danke, Jesus!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein guter Termin</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend stand mein Termin bei der Ärztin an. Zwar musste ich über eine Stunde im Wartezimmer sitzen – nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung –, aber das Gespräch selbst war richtig gut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders gefreut hat mich ihre Rückmeldung. Sie sagte, sie sei stolz darauf, wie stabil ich trotz der vielen Herausforderungen der letzten Monate geblieben bin. Die Medikamente bleiben unverändert. Das hat mich sehr erleichtert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Welchen Mantel würdest du liegen lassen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Nachmittag durfte ich wieder meinen „Prophetic Words“-Kurs halten. Diesmal ging es um Bartimäus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage lautete: „Welchen Mantel würdest du für Jesus liegen lassen?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich schrieb, merkte ich, dass es gar nicht nur um Angst ging. Da lagen auch Stolz, Scham und Bequemlichkeit auf meinem Papier. Und später, bei Jesu Frage: „Was willst du, dass ich dir tue?“, veränderte sich mein eigener Text plötzlich. Aus vielen einzelnen Wünschen wurde am Ende eigentlich nur noch einer:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte bei Jesus sein – ganz unabhängig davon, wie die äußeren Umstände aussehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich liebe solche Momente. Nicht, weil ich vorher schon weiß, was ich schreiben werde. Sondern weil Gott mir beim Schreiben manchmal Dinge zeigt, die ich vorher selbst noch nicht gesehen habe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Verantwortung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Rangers-Camp hat mich diese Woche ebenfalls intensiv beschäftigt. Ursprünglich hatte ich sieben Andachten übernommen, zwei davon sind inzwischen fertig vorbereitet. Durch eine schwierige Situation im Mitarbeiterteam stand plötzlich die Frage im Raum, ob ich stattdessen alle vierzehn Andachten übernehmen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe viel darüber nachgedacht und einige Gespräche geführt. Dabei wurde mir neu bewusst, wie schmal der Grat zwischen Hilfsbereitschaft und Verantwortung manchmal ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich darf helfen. Ich darf zuhören. Ich darf mitdenken. Aber ich muss nicht jede Verantwortung übernehmen, die eigentlich anderen gehört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Erkenntnis hat mir gutgetan.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wolkenstein und Eloan</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch mein Crowdfunding hat mich in dieser Woche weiter beschäftigt. Nach vielen Gesprächen, Gebet und neuen Berechnungen habe ich mich schließlich entschlossen, die Zielsumme zu reduzieren. Rational wusste ich schon länger, dass das wahrscheinlich der richtige Schritt war. Emotional musste ich ihn trotzdem erst einmal gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen ist das Crowdfunding erfolgreich: Die Fundingsumme wird also auf jeden Fall ausgezahlt und ich bin unglaublich dankbar dafür. Geschafft! Jetzt darf „Wolkenstein“ weiter Gestalt annehmen. Aber noch kann man bis Montag unterstützen und jeder weitere Euro hilft, die Erstauflage größer zu machen.<br>Endspurt:<a href="https://startnext.com/wolkenstein"> Hier</a> kannst du noch bis Montag unterstützen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und während das eine Projekt langsam in die nächste Phase geht, wächst schon das nächste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Immer wieder kreisen meine Gedanken um den Adventskalender für Eloan. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr wünsche ich mir, dass daraus nicht einfach nur ein Adventskalender wird, sondern ein kleines Adventsbuch, das Menschen Jahr für Jahr wieder hervorholen und sich Tag für Tag ein Stück nach Eloan entführen lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mal sehen, wohin Gott diese Idee noch führt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schnuppe</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Woche waren wir auch mit unserem alten Meerschweinchen Schnuppe beim Tierarzt. Ehrlich gesagt waren wir innerlich darauf vorbereitet, Abschied nehmen zu müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch es kam ganz anders.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wahrscheinlich sind es Eierstockzysten, sie hat derzeit keine Schmerzen und darf ihren Lebensabend ganz gemütlich bei uns verbringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe gemerkt, dass in mir zwei Gefühle gleichzeitig da sind. Die Erleichterung darüber, dass sie noch bei uns ist. Und gleichzeitig das Wissen, dass die Versorgung eines alten Tieres Kraft kostet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beides darf nebeneinander stehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neu entzündet</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gestern Abend war Transformerschule. Das Thema lautete: <strong>Das Erbe der Erweckung</strong>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn dieser Begriff vielleicht erst einmal groß klingt – was mich am Ende tief bewegt hat, war etwas ganz Einfaches: die Einladung, Gott im Gebet neu zu suchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende hielt unser Pastor ein leidenschaftliches Plädoyer für das Gebet. Er erzählte von Evan Roberts und Daniel Nash, die Geschichte der Erweckung prägten, nicht weil sie so große Redner waren, sondern weil sie beteten. Immer wieder fiel derselbe Gedanke: Erweckung wächst auf dem Boden des Gebets. Und plötzlich war da dieser Hunger in mir. Nicht als schlechtes Gewissen. Nicht als neuer Vorsatz. Sondern als Sehnsucht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich später nach Hause kam, wollte ich einfach nur noch mit Gott reden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus einer Stunde Gebet wurde Freude statt Pflicht. Das hat mich tief berührt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß nicht, wohin Gott mich damit führt. Aber ich möchte dieser Sehnsucht Raum geben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Weniger Ablenkung. Mehr Gebet. Mehr hören. Mehr Zeit mit ihm.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schritt für Schritt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich auf diese Woche zurückblicke, dann denke ich gar nicht zuerst an die vielen Termine oder To-do-Listen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich denke daran, wie oft Gott mich einfach den nächsten Schritt hat gehen lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Wohnzimmertisch freiräumen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die nächste Andacht schreiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Gespräch führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Schlüssel wiederfinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine gute Rückmeldung mit nach Hause nehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von einem alten Meerschweinchen überrascht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mich wieder mehr ins Gebet ziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht alles auf einmal. Sondern Schritt für Schritt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht ist genau das mein Satz dieser Woche:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Treue zeigt sich oft nicht in den großen Sprüngen, sondern im nächsten kleinen Schritt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wünsche euch ein gesegnetes Wochenende. Passt gut auf euch auf, gönnt euch trotz aller To-do-Listen kleine Atempausen und vergesst nicht: Gott geht auch die ganz normalen Alltagswege mit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eure Martina 💙</p>
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