Geschafft! Von Schlüsseln und Büchern

Manchmal frage ich mich ja, worüber ich eigentlich schreiben soll. Und dann blättere ich durch meine Woche und denke: Ach ja… da war ja noch dies. Und das. Und jenes auch. Also schnappt euch einen Kaffee oder Tee – wir plaudern ein bisschen. Über Schlüssel, über Bücher, über Verantwortung. Wie immer verlinke ich diese Plauderei bei Karminrot und ihrem karminroten Lesezimmer.
Der erste Schritt
Nachdem der letzte Samstagsplausch online war, wartete erst einmal der ganz normale Alltag auf mich. Wocheneinkauf, Hitze, Erschöpfung. Vom Einkauf wieder zu Hause war ich völlig erledigt und wollte mich eigentlich nur noch aufs Bett legen. Aber nachdem der erste Hunger gestillt war, kam doch noch ein bisschen Energie zurück.
Ich habe den Wohnzimmertisch freigeräumt, zwei neue Projekte in ChatGPT eingerichtet und anschließend drei übervolle Wäschekisten zusammengelegt und verräumt. Zum Schluss habe ich sogar noch den Besen geschwungen. Die Wohnung ist noch lange nicht perfekt, aber wenn ich sie mit dem Zustand vom Morgen vergleiche, ist doch einiges passiert.
Manchmal braucht es eben gar keine riesigen Erfolge. Manchmal reicht der nächste kleine Schritt.
Heiße Tage
Die Hitze hat mich diese Woche allerdings ziemlich ausgebremst. Tagsüber über 30 Grad, nachts kaum Abkühlung. Eine Nacht endete sogar mit einem ziemlich eindrucksvollen Traum von Autos, die wie eine brennende Lawine einen Berg hinunterrollten und nacheinander explodierten. So einen Traum vergisst man nicht so schnell.
Überhaupt habe ich in diesen Tagen gemerkt, wie sehr Hitze und Schlafmangel an den Kräften zehren können. Dabei fiel mir ein Gedanke auf, den ich gern mitnehme: Es gibt einen Unterschied zwischen „Ich habe keine Lust“ und „Ich habe keine Kraft“. Gerade bei diesem Wetter war oft nicht die Motivation das Problem, sondern schlicht die fehlende Energie.
Kleine Schreckmomente
Zwischendurch gab es auch einen kleinen Schreckmoment. An der Stelle, an der mir Blut abgenommen worden war, entdeckte ich einen roten Strich und mein Kopf war sofort bei einer Blutvergiftung. Zum Glück stellte sich schnell heraus, dass alles eher nach einer ganz normalen Reizung aussah. Manchmal braucht es jemanden, der einen daran erinnert, dass nicht hinter jedem kleinen Anzeichen gleich das Schlimmste steckt.
Ein ganz anderer Schreck hatte mich allerdings schon länger begleitet. Ein Schlüsselbund, an dem auch ein wichtiger Gemeindeschlüssel hing, war verschwunden. Ich hatte überall gesucht – Jackentaschen durchwühlt, Taschen kontrolliert, Schubladen geöffnet und immer wieder überlegt, wo ich ihn zuletzt gehabt haben könnte. UNd ich hab gebetet, ihn wieder zu finden. Mit jeder erfolglosen Suchrunde wuchs jedoch die Sorge. Nicht nur, weil der Schlüssel weg war, sondern weil daran ein Schlüssel für eine Schließanlage hing. Der Gedanke, dass der wirklich verloren sein könnte und welche Kosten das möglicherweise nach sich ziehen würde, ließ mich nicht mehr los.
Schließlich griff ich eher aus Verzweiflung in eine Tasche einer Jacke, die ich so gut wie nie trage. Und tatsächlich: Da war er! Geschafft! Gefunden! Was war ich erleichtert. Danke, Jesus!
Ein guter Termin
Anschließend stand mein Termin bei der Ärztin an. Zwar musste ich über eine Stunde im Wartezimmer sitzen – nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung –, aber das Gespräch selbst war richtig gut.
Besonders gefreut hat mich ihre Rückmeldung. Sie sagte, sie sei stolz darauf, wie stabil ich trotz der vielen Herausforderungen der letzten Monate geblieben bin. Die Medikamente bleiben unverändert. Das hat mich sehr erleichtert.
Welchen Mantel würdest du liegen lassen?
Am Nachmittag durfte ich wieder meinen „Prophetic Words“-Kurs halten. Diesmal ging es um Bartimäus.
Die Frage lautete: „Welchen Mantel würdest du für Jesus liegen lassen?“
Während ich schrieb, merkte ich, dass es gar nicht nur um Angst ging. Da lagen auch Stolz, Scham und Bequemlichkeit auf meinem Papier. Und später, bei Jesu Frage: „Was willst du, dass ich dir tue?“, veränderte sich mein eigener Text plötzlich. Aus vielen einzelnen Wünschen wurde am Ende eigentlich nur noch einer:
Ich möchte bei Jesus sein – ganz unabhängig davon, wie die äußeren Umstände aussehen.
Ich liebe solche Momente. Nicht, weil ich vorher schon weiß, was ich schreiben werde. Sondern weil Gott mir beim Schreiben manchmal Dinge zeigt, die ich vorher selbst noch nicht gesehen habe.
Verantwortung
Das Rangers-Camp hat mich diese Woche ebenfalls intensiv beschäftigt. Ursprünglich hatte ich sieben Andachten übernommen, zwei davon sind inzwischen fertig vorbereitet. Durch eine schwierige Situation im Mitarbeiterteam stand plötzlich die Frage im Raum, ob ich stattdessen alle vierzehn Andachten übernehmen sollte.
Ich habe viel darüber nachgedacht und einige Gespräche geführt. Dabei wurde mir neu bewusst, wie schmal der Grat zwischen Hilfsbereitschaft und Verantwortung manchmal ist.
Ich darf helfen. Ich darf zuhören. Ich darf mitdenken. Aber ich muss nicht jede Verantwortung übernehmen, die eigentlich anderen gehört.
Diese Erkenntnis hat mir gutgetan.
Wolkenstein und Eloan
Auch mein Crowdfunding hat mich in dieser Woche weiter beschäftigt. Nach vielen Gesprächen, Gebet und neuen Berechnungen habe ich mich schließlich entschlossen, die Zielsumme zu reduzieren. Rational wusste ich schon länger, dass das wahrscheinlich der richtige Schritt war. Emotional musste ich ihn trotzdem erst einmal gehen.
Inzwischen ist das Crowdfunding erfolgreich: Die Fundingsumme wird also auf jeden Fall ausgezahlt und ich bin unglaublich dankbar dafür. Geschafft! Jetzt darf „Wolkenstein“ weiter Gestalt annehmen. Aber noch kann man bis Montag unterstützen und jeder weitere Euro hilft, die Erstauflage größer zu machen.
Endspurt: Hier kannst du noch bis Montag unterstützen!
Und während das eine Projekt langsam in die nächste Phase geht, wächst schon das nächste.
Immer wieder kreisen meine Gedanken um den Adventskalender für Eloan. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr wünsche ich mir, dass daraus nicht einfach nur ein Adventskalender wird, sondern ein kleines Adventsbuch, das Menschen Jahr für Jahr wieder hervorholen und sich Tag für Tag ein Stück nach Eloan entführen lassen.
Mal sehen, wohin Gott diese Idee noch führt.
Schnuppe
Diese Woche waren wir auch mit unserem alten Meerschweinchen Schnuppe beim Tierarzt. Ehrlich gesagt waren wir innerlich darauf vorbereitet, Abschied nehmen zu müssen.
Doch es kam ganz anders.
Wahrscheinlich sind es Eierstockzysten, sie hat derzeit keine Schmerzen und darf ihren Lebensabend ganz gemütlich bei uns verbringen.
Ich habe gemerkt, dass in mir zwei Gefühle gleichzeitig da sind. Die Erleichterung darüber, dass sie noch bei uns ist. Und gleichzeitig das Wissen, dass die Versorgung eines alten Tieres Kraft kostet.
Beides darf nebeneinander stehen.
Neu entzündet
Gestern Abend war Transformerschule. Das Thema lautete: Das Erbe der Erweckung.
Auch wenn dieser Begriff vielleicht erst einmal groß klingt – was mich am Ende tief bewegt hat, war etwas ganz Einfaches: die Einladung, Gott im Gebet neu zu suchen.
Am Ende hielt unser Pastor ein leidenschaftliches Plädoyer für das Gebet. Er erzählte von Evan Roberts und Daniel Nash, die Geschichte der Erweckung prägten, nicht weil sie so große Redner waren, sondern weil sie beteten. Immer wieder fiel derselbe Gedanke: Erweckung wächst auf dem Boden des Gebets. Und plötzlich war da dieser Hunger in mir. Nicht als schlechtes Gewissen. Nicht als neuer Vorsatz. Sondern als Sehnsucht.
Als ich später nach Hause kam, wollte ich einfach nur noch mit Gott reden.
Aus einer Stunde Gebet wurde Freude statt Pflicht. Das hat mich tief berührt.
Ich weiß nicht, wohin Gott mich damit führt. Aber ich möchte dieser Sehnsucht Raum geben.
Weniger Ablenkung. Mehr Gebet. Mehr hören. Mehr Zeit mit ihm.
Schritt für Schritt
Wenn ich auf diese Woche zurückblicke, dann denke ich gar nicht zuerst an die vielen Termine oder To-do-Listen.
Ich denke daran, wie oft Gott mich einfach den nächsten Schritt hat gehen lassen.
Den Wohnzimmertisch freiräumen.
Die nächste Andacht schreiben.
Ein Gespräch führen.
Den Schlüssel wiederfinden.
Eine gute Rückmeldung mit nach Hause nehmen.
Von einem alten Meerschweinchen überrascht werden.
Mich wieder mehr ins Gebet ziehen.
Nicht alles auf einmal. Sondern Schritt für Schritt.
Vielleicht ist genau das mein Satz dieser Woche:
Treue zeigt sich oft nicht in den großen Sprüngen, sondern im nächsten kleinen Schritt.
Ich wünsche euch ein gesegnetes Wochenende. Passt gut auf euch auf, gönnt euch trotz aller To-do-Listen kleine Atempausen und vergesst nicht: Gott geht auch die ganz normalen Alltagswege mit.
Eure Martina 💙






