Hoffnung aufgeben gilt nicht

Ich nehm dich mit in meine volle, anstrengende, schöne, wilde Woche. Das Motto diesmal: Hoffnung aufgeben gilt nicht. Und es hätte genug Grund zum aufgeben gegeben. Wie immer verlinke ich diesen Samstagsplausch mit Karminrot und ihrem Karminroten Lesezimmer.
Begleitet haben mich in dieser Woche Schmerzen, Erschöpfung, Hoffnungsfunken, Schreiben, Fußball, Erinnerungen – und immer wieder dieses Gefühl, dass das Leben gerade ganz schön viele Themen gleichzeitig bereithält.
Der Zahn – endlich vorsichtig gute Nachrichten
Fangen wir mal rückwärts an: Die Woche endete am Freitag morgen mit einem Zahnarzttermin, dem ich erstaunlich gelassen entgegensah. Nach den heftigen Schmerzen der vergangenen Wochen hoffte ich einfach nur auf eine kleine positive Nachricht – und genau die bekam ich.
Der Zahn ist inzwischen gut gereinigt, der Nerv entfernt, nur an der Wurzel sitzt noch eine Entzündung. Deshalb bleibt der Zahn vorerst offen und darf in Ruhe ausheilen. Genau das hatte ich mir gewünscht.
Der Weg dorthin war allerdings alles andere als leicht. In den vergangenen Tagen wurde der Wurzelkanal mehrfach gespült und immer wieder ein Medikament eingelegt. Jedes Mal schossen die Schmerzen zunächst wieder nach oben. Einmal tat es so weh, dass ich weinte und sogar vor Schmerz schrie. Kühlen, Paracetamol, Schlafen und Geduld bestimmten meinen Alltag.
Umso mehr freue ich mich jetzt über die kleinen Fortschritte. Die Schwellung ist sichtbar zurückgegangen, mein Gesicht sieht wieder symmetrisch aus und ich kann endlich wieder fast schmerzfrei essen. Ganz ausgestanden ist die Sache zwar noch nicht, aber zum ersten Mal seit Langem habe ich das Gefühl, dass der Zahn tatsächlich eine Chance hat.
Mein Körper zieht die Notbremse
Trotzdem merke ich deutlich, wie sehr die letzten Wochen ihren Tribut fordern.
Eigentlich wollte ich am Donnerstag einen ganz normalen Arbeitstag verbringen: den Schreibkurs vorbereiten, etwas Haushalt erledigen, mich wieder in Wolkenstein einlesen und meine geschäftlichen Gedanken sortieren. Doch nach kurzer Zeit war Schluss. Mir wurde übel, der Kopf dröhnte und ich war so erschöpft, dass ich nicht einmal mehr die Kraft hatte, nach meinem Wasserglas zu greifen. Erst ein Kühlakku und viel Ruhe brachten langsam Besserung.
Auch die Hitze machte mir zu schaffen. Obwohl es draußen längst kühler geworden war, zeigte das Thermometer nachts in unserer Wohnung immer noch 27 Grad. Ich lag stundenlang schweißgebadet wach, wanderte mit Ventilator und einem Becher Joghurt durchs Wohnzimmer und schlief erst gegen Morgen ein. Ausgerechnet in dieser Nacht träumte ich vom Tod meiner Mama. Entsprechend fühlte ich mich am nächsten Tag, als wäre ich durch den Fleischwolf gedreht worden.
So wurde mir noch einmal bewusst, wie viel sich in den letzten Wochen angesammelt hat: Lungenentzündung, Nierenbeckenentzündung, Krankenhaus und Antibiotika, Zahnentzündung, der Tod meiner Mama, Beerdigung, Hitze – irgendwann meldet sich der Körper eben zu Wort.
Zwischen Hoffen und Bangen: Wolkenstein
Das Crowdfunding begleitet mich im Moment eigentlich jeden Tag.
Immer wieder schwanke ich zwischen Freude und Sorge. Da sind Tage, an denen ich auf den fehlenden Betrag starre und mich frage, ob das jemals reichen wird. Und dann kommen plötzlich wieder Unterstützungen, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet habe.
In dieser Woche durfte ich gleich mehrfach staunen. Zwei neue Unterstützerinnen, mehrere 100-Euro-Unterstützungen, Bestellungen über den Newsletter und sogar Menschen, die mein Projekt weiterempfohlen haben. Besonders gefreut hat mich eine Kursteilnehmerin, die gleich beide Bücher bestellt hat und mich damit über die 1.000-Euro-Marke geschubst hat.
Natürlich bleibt die Frage, ob das Finanzierungsziel am Ende erreicht wird. Aber ich versuche immer wieder, meinen Blick zu verändern. Nicht auf die Summe zu schauen, die noch fehlt, sondern auf die Menschen, die schon jetzt sagen: Ich glaube an dein Buch.
Denn genau darum geht es eigentlich. Hinter jedem Euro steckt ein Mensch. Jede Unterstützung bringt mich der Veröffentlichung ein Stück näher. Es geht nicht darum, Gewinn zu machen, sondern dieses Herzensprojekt überhaupt möglich werden zu lassen.
Besonders berührt hat mich außerdem der „Schwarze Ritter mit dem weißen Schild“. Elf Tage hatte ich nichts von ihm gehört. Umso größer war meine Freude, als plötzlich seine Unterstützung kam – verbunden mit den Worten: „Ich hoffe ja innig, dass meine Sehnsucht bald gestillt werden kann.“ Solche Momente machen einfach Mut.
Falls auch du mein Buch möglich machen möchtest, freue ich mich natürlich sehr. Auf Startnext kannst du Wolkenstein vorbestellen, ein Lesezeichen oder andere Goodies auswählen oder das Projekt frei unterstützen. Jeder Beitrag hilft – selbst fünf Euro für ein Lesezeichen bringen mich meinem Ziel ein Stück näher.
Schreiben – endlich wieder ein bisschen Zuhause
Zwischen all den Sorgen durfte ich auch wieder das tun, was ich liebe.
Ich bereitete einen Plotkurs vor. Obwohl am Ende nur meine Lieblings-Teilnehmerin angemeldet war, wurde daraus ein wunderbar intensiver Abend über das Plotten großer Geschichten. Immer wieder fasziniert mich, dass es eben nicht den einen richtigen Weg gibt. Für mich ist Plotten kein starres Korsett, sondern ein Geländer – es gibt Orientierung und lässt trotzdem genug Raum, damit Geschichten unterwegs wachsen dürfen.
Auch an Band 4 meiner Ansgar-Reihe durfte ich endlich wieder ein wenig denken. Besonders Finian entwickelt sich immer stärker zu einer Figur mit ganz eigener Stimme. Und zwischendurch entstand sogar eine herrlich alberne Schreibübung, in der Finian und Inven einem Taucher begegnen und dessen Taucherglocke erst einmal neugierig beklopfen. Solche Spielereien werden nie im Roman landen – aber sie machen unglaublich viel Spaß.
Für den Newsletter habe ich lange nach der passenden Manuskriptstelle gesucht. Am Ende wurde es eine ruhige Szene mit Dariel. Genau solche Momente erinnern mich immer wieder daran, warum ich diese Geschichten überhaupt erzähle.
Kleine Begegnungen
Es gab auch einige ganz unscheinbare Momente, die mir trotzdem im Gedächtnis geblieben sind.
Vor dem Zahnarzt bat mich ein junges Mädchen, kurz auf ihre Tasche und ihre Schreibutensilien, die sie schon an einem Tisch ausgepackt hatte, aufzupassen, während sie schnell einen Radiergummi kaufen ging. Eine Kleinigkeit – und doch bedeutete sie für uns beide mehr, als man auf den ersten Blick vermuten würde, und brachte mich zum Lächeln.
Mit einer Freundin telefonierte ich ebenfalls. Diesmal stand allerdings nicht meine Geschichte im Mittelpunkt, sondern ihre. Sie steckt mitten in einem belastenden Rechtsstreit. Also hörte ich einfach zu und betete für sie.
Später saß ich im Café Kirche. Eigentlich wollte ich dort am Samstagsplausch schreiben. Aber mein Kopf fühlte sich immer noch wie in Watte gepackt an und ich kam kaum voran. Dann kam mein Mann nach der Arbeit vorbei, weil ich seinen Schlüssel dabeihatte. Wir aßen gemeinsam noch ein Stück Kuchen und unterhielten uns. Dabei wurde endgültig klar, dass der Rangerabend an diesem Tag einfach zu viel gewesen wäre. Manchmal besteht eine gute Entscheidung eben darin, etwas bewusst nicht zu tun.
Erinnerungen
Zwischendurch tauchte ich noch einmal in alte Fotos vom Ranger-Pfingstcamp 2024 ein.
Wir hatten damals unsere eigene Version von Der Brief für den König aufgeführt. Ich spielte einen König und später einen grauen Ritter. Und dort trat der schwarze Ritter mit dem weißen Schild zum ersten Mal auf. Seine einzige Szene war zugleich seine Sterbeszene – und genau dieses Bild unter den hohen Fichten habe ich bis heute vor Augen.
Beim Anschauen der Fotos wurde mir wieder bewusst, wie viel Herzblut damals in dieser Aufführung steckte. Kostüme aus meiner Mittelaltertruhe, Requisiten, Schwertkämpfe, Musik, Tanz, gemeinsames Lachen. Vor allem aber wunderbare Menschen. Manche Erinnerungen bleiben eben nicht wegen der Geschichte lebendig, sondern wegen der Menschen, mit denen man sie erlebt hat. Und wenn dann der Schwarze Ritter mein Crowdfunding unterstützt, ist es eben etwas Besonderes.
Prophetic-Words-Kurs
Ein echtes Geschenk war für mich außerdem unser „Prophetic Words“-Workshop.
Gemeinsam lasen wir Psalm 27, schrieben einen eigenen Psalm und anschließend einen Antwortbrief Gottes darauf. Was dabei entstand, hat uns alle sprachlos gemacht. Die Texte waren so persönlich und passend, dass ich einmal mehr staunend davorstand, wie Gott Menschen begegnen kann.
Und sonst?
Zwischendurch beschäftigten mich noch Steuern, Geschäftskonto und die Frage, wie man ein Autorenbusiness eigentlich sinnvoll organisiert. Dann beschloss ich allerdings, diese Gedanken erst einmal wieder loszulassen. Eins nach dem anderen.
Fußball gab es natürlich auch. Mit dem neuen WM-Modus werde ich zwar immer noch nicht richtig warm, dafür hat sich Kap Verde endgültig einen Platz in meinem Fußballherz erobert.
Und dann flatterten noch weitere Rechnungen rund um die Beerdigung meiner Mama ins Haus. Solche Momente lassen mich erst einmal tief durchatmen. Gleichzeitig durfte ich erleben, dass genau im richtigen Augenblick Geld für einen Schreibkurs überwiesen wurde, sodass ich meinem Sohn mit seiner Miete helfen konnte. Solche kleinen Fügungen machen mich dankbar.
Am Ende dieser Woche bleibt vor allem ein Gedanke: Hoffnung aufgeben gilt nicht.
Nicht alles ist gelöst. Der Zahn braucht noch Zeit. Das Crowdfunding ebenfalls. Mein Körper sowieso.
Aber der Zahn heilt. Das Crowdfunding wächst. Es gab gute Gespräche, liebe Menschen, kleine Wunder, neue Ideen und immer wieder Hoffnung.
Auch wenn ich mir ein wenig mehr Ruhe und Frieden wünsche, ein wenig mehr Gleichmaß und Normalität, bleibt doch eines: Ich bin getragen. Mitten im Chaos kümmert sich Gott auch um die kleinen Dinge. Er sieht mich, richtet mich immer wieder auf und versorgt mich – oft auf ganz überraschende Weise. Das ist eigentlich das größte Wunder: zu erleben, wie ich in all den Schwierigkeiten nicht endgültig falle, sondern Gott als meinen Versorger erleben darf.
Das wünsche ich dir für diese Woche auch Vertrauen in einen großen Gott, Gelassenheit mitten im Stress, Hoffnung trotz aller WIdrigkeiten. Und sei gesegnet bis wir uns wieder lesen.






