In Bewegung. Aber entschieden.

Es gibt so Wochen, da merkt man: Es bewegt sich etwas. Und zwar entschieden.
Nicht laut.
Nicht fertig.
Aber spürbar.
So eine Woche war das hier. Und wie immer verlinke ich diesen Samstagsplausch mit dem Blog von Karminrot und ihrem Karminroten Lesezimmer.
Wochenstart mit Schornsteinfeger
Eigentlich fing vieles ganz normal an.
Ein bisschen aufräumen, weil der Schornsteinfeger kommen sollte. Aus „ein bisschen“ wurden mehrere kleine und größere Etappen – und irgendwann stand ich da und dachte: Es ist wirklich besser geworden.
Und gleichzeitig dieser Gedanke:
Es hört nicht auf.
Kaum ist etwas erledigt, baut sich das Nächste auf.
Und irgendwo darin die Frage: Wie bleibt Leben eigentlich im Fluss?
Vielleicht gar nicht, indem man alles fertig bekommt.
Sondern indem man es in Bewegung hält.
Bewegung im Schreiben
Auch im Schreiben war genau das mein Thema.
Ich habe an mehreren Szenen gearbeitet – aus Ansgars Perspektive, aus Walters Perspektive. Viel Feinarbeit. Kleine Verschiebungen. Dieses genaue Hinschauen: Wer handelt eigentlich? Wer trägt Verantwortung? Was sieht Walter wirklich? Ist Ansgars Reaktion glaubwürdig, oder wirkt er allwissend?
Keine großen Sprünge.
Aber am Ende ein Gefühl: Es trägt.
Ideen entstehen und setzen mich in Bewegung
Und dann – ganz unabhängig davon – ist noch etwas anderes passiert.
Ein kleines Rollenspiel.
Einfach nur, um eine Szene auszuprobieren.
Und plötzlich kippt etwas.
Katharina. Unter Druck durch Walter. Kein Ausweg, der sich leicht anfühlt.
Und mitten darin beginnt sie zu singen.
Ein Lied für ihren Sohn.
Und er antwortet.
Für einen Moment steht alles still.
Und dann das Ultimatum: Drei Tage.
Und ich sitze davor und merke:
Das ist nicht nur eine Szene.
Das ist ein Anfang.
Noch ist nichts davon im Manuskript.
Noch ist es nicht ausgearbeitet.
Aber es ist da.
Und ich habe gelernt: Solche Dinge darf man nicht zu schnell festlegen.
Die müssen wachsen.
Wenn Herausforderungen leise anklopfen
Der Donnerstag veränderte etwas. Erst nur unmerklich. Dann mit Wucht.
Der Gedanke an den Bundeshajk 2027 der Royal Ranger war nicht neu.
Beim Regionalleitertag wurde das Event schon einmal vorgestellt – und ich weiß noch, dass ich dachte: Das wäre schon echt cool, da dabei zu sein.
Aber noch ganz allgemein.
Noch ohne konkreten Plan. Aber die Aussage, es gibt auch Posten für Leute, die nicht mitwandern können, die hatte mich da schon gecatcht.
Und dann kam am Donnerstagmittag die Mail meiner Stammleiterin. Die Frage, ob wir hinfahren wollen.
Mit unseren Jugendlichen. Oder ob jemand von uns mitarbeiten will.
Und plötzlich war das Ganze nicht mehr nur eine Idee.
Sondern eine echte Möglichkeit.
Bestätigung von unerwarteter Seite
Am Donnerstag Abend dann Tischgruppe der Bibelschule.
Sechs Frauen. Ein Vers aus Apostelgeschichte 1,8.
2 Worte, die mir wichtig werden.
Kraft.
Befähigung.
Und diese Frage, die sich nicht mehr wegschieben ließ:
Wenn Gott beruft – rüstet er dann nicht auch aus?
Nach der Tischgruppe ergibt sich ein Gespräch mit einem Ehepaar. Auf meine Frage, ob ich mich wirklich als Mitarbeiter für diesen Bundeshajk melden soll, sagen sie:
„Das ist doch genau dein Ding.“
Und ich stehe da und merke:
Das geht mich an. Und so leicht kann ich es nicht mehr wegschieben.
Was sagt meine Stammleiterin?
Und dann kam der Freitag.
Rangergrillen. Mehrere Feuerstellen, Stockbrot, Gespräche. Sonne und Schatten. Ein richtig guter Nachmittag.
Und ich frage meine Stammleiterin. Ob ich mich bewerben soll. Für den Bundeshajk.
Und sie sagt einfach:
„Mach, wenn du da hinwillst.“
Uff.
Bundeshajk? Was ist das?
Dieser Bundeshajk ist groß. Tausende junge Leute. Auf dem Weg, Zeltplanen im Rucksack. Eine Art Sternmarsch. Zwölf Campplätze. Und für jeden dieser Plätze wird eine Camppastorin oder ein Camppastor gesucht.
Und genau das ist der Gedanke, der mir im Kopf ist.
Nicht irgendeine Aufgabe.
Sondern genau diese.
Und ich merke, wie zwei Stimmen gleichzeitig da sind:
Zun einen: Wow, wie genial. Da will ich dabei sein.
Und: Bist du eigentlich völlig größenwahnsinnig?
Ich war die letzten Wochen nicht einmal richtig präsent im eigenen Stamm. Körperlich angeschlagen, meine Aufgabe nicht wahrgenommen. Ich war noch nie Camppastor. Nicht auf einem Stammcamp. Nicht auf einem Regionalcamp. Aber dann gleich auf Bundesebene?
Und gleichzeitig steht da diese Möglichkeit.
Nicht klein.
Nicht zum Ausprobieren.
Sondern klar.
Und jetzt wirds Ernst!
Entschieden.
Nicht vorschnell.
Aber bewusst.
Ich merke, dass ich nicht einfach „dabei sein“ will.
Und dass es für mich auch keine kleinere Rolle gibt, hinter der ich mich verstecken könnte.
Wenn, dann das.
Und genau deshalb nehme ich mir Zeit.
Ich prüfe.
Ich höre hin.
Ich spreche mit Menschen, die mich kennen.
Aber ich gehe auch einen Schritt.
Ich werde mich bewerben. Ob es dann klappt, liegt nicht in meiner Hand.
Und dazwischen?
Ganz normales Leben.
Ein Müllsack, der sich zur Fliegenzuchtstation entwickelt hat.
Technik, die plötzlich nicht mitspielt.
Zahlungschaos, bei dem man nur noch denkt: Ernsthaft jetzt?
Ein Nachmittag mit meiner Tochter, Korrekturlesen für ihre schriftliche Ausarbeitung, Schritt für Schritt voran.
Ein Moment, in dem mein Körper sagt: Jetzt reicht’s.
Und ein Reiher am Straßenrand, ganz still, als würde der Tag kurz innehalten.
In Bewegung, aber nicht fertig.
Diese Woche ist nichts fertig geworden.
Aber vieles ist in Bewegung gekommen.
Im Alltag.
Im Schreiben.
Und auch in mir.
In Bewegung, aber nicht fertig.
Unterwegs, aber noch nicht angekommen.
Entschieden.
Vorwärts und nicht zurück.
Und in all dem:
Nicht alles festhalten.
Sondern wachsen lassen.
Und dort, wo etwas anklopft,
wirklich hinhören und mutig Schritte gehen.
Und jetzt zu dir!
Und wie sah deine Woche aus? Was fordert dich heraus? Wo bist du Schritte gegangen? Wo brauchst du neuen Mut?
Wenn du magst, erzähl davon in den Kommentaren.
Ansonsten lade ich dich ein, weiter zu lesen:
Zwei Blogposts sind diese Woche entstanden:
- Mein Monatsrückblick April 2026
- Nicht einfach böse – über die Bösewichte in meinen Geschichten
Und wenn du noch mehr von mir lesen willst, melde dich gerne zu meinem Newsletter an.






Hallo Martina!
In der letzten Zeit hab ich mich etwas rar gemacht, weil auch ich schon länger in einer Phase des „Findens“ bin, nichts Neues, nicht das Wiederfinden. Einfach nur einen Weg mit sich selbst ein Auskommen zu finden, meinen Körper zu fordern, aber nicht zu überfordern, mich wieder mehr zu öffnen und zu interagieren, ohne meinen inneren Akku trockenlaufen zu lassen.
Und diese Woche war anders nach 32 Tagen Zeitumstellung, kann ich wieder durchschlafen und selbst, wenn ich wach werde mich wieder hinlegen und weiterschlafen. Und ich werde jeden Morgen gegen 5 Uhr wach. Ich kann den Tag langsam und ruhig angehen, es ist das Beste von allem.
Mein Körper hat mich über die letzten Monate öfters im Stich gelassen, aber diese Woche habe im Garten gearbeitet, und dass sogar mehrere Stunden am Stück. Ich schneide mich mit einer Gartenschere bewaffnet durch meinen seit Jahren vernachlässigten Dornröschengarten, und finde dabei einen Weg wortwörtlich meinen inneren Frieden wiederzufinden. Nicht nur das, es ist ein Gefühl des Vorwärtskommens, das solange unerreichbar war.
Muskelkater macht sich breit, die Gelenke werden wieder etwas geschmeidiger.
Für diesen Monat habe ich mehrere Treffen in meinem Planer stehen, ja ich mache tatsächlich wieder Pläne, das an sich ist schon fast eine Sensation.
Jetzt bin ich gespannt, Treffen haben mich vor allem in der jüngeren Vergangenheit stark ermüdet. Ich mag Menschen eigentlich, vor allem „meine“ Menschen, und es schmerzt mich selbst wenn ich nicht zu oder gar absagen muss.
Aber in mir wächst die Zuversicht je weiter ich mich durch das Dickicht vorwage, dem sichtbaren im Garten und dem unsichtbaren in mir selbst.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine gute Zeit und weitere Fortschritte groß oder klein.
Liebe Grüße
Sabine aus der Pfalz