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Von Buchgestaltung und Umzugskartons

Es ist Sonntag.

Und ich schreibe meinen Samstagsplausch.

Das sagt vermutlich schon einiges über diese Woche.

Eigentlich wollte ich ihn gestern schreiben. Eigentlich wollte ich überhaupt so einiges. Aber gerade dreht sich bei mir sehr viel um ein einziges Ziel:

Wolkenstein muss fertig werden.

Und wenn man am Samstag vor der Wahl steht, entweder Kapitelzierden ins Buch einzusetzen oder den Samstagsplausch zu schreiben, dann gewinnt im Moment offenbar das Buch.

Sorry.

Aber dafür bin ich jetzt da. Einen Tag zu spät, mit Tee neben mir und einer Woche im Gepäck, in der ich erstaunlich oft dachte, ich hätte überhaupt nichts geschafft.

Was, wenn ich genauer hinschaue, ziemlicher Unsinn ist.

Ich wollte doch nur schreiben

Der Montag begann eigentlich ganz vernünftig.

Ich hatte meine Tochter zur Arbeit gebracht und auf der Rückfahrt schon meinen Tag sortiert: frühstücken, duschen, zum Arzt, danach Manuskript und ein bisschen Wohnung.

So jedenfalls der Plan.

Zum Arzt wollte ich wegen der komischen roten Flecken an meinen Beinen, die ich seit dem Camp hatte, und wegen eines kleinen Knubbels am rechten Zeigefinger.

In der Praxis reichte die Schlange allerdings bis ins Treppenhaus. Sie hatten Vertretung für einen anderen Arzt und zusätzlich irgendein neues Terminplanungssystem, mit dem offenbar noch niemand so richtig glücklich war.

Immerhin bekam ich einen Termin.

15:15 Uhr.

Prima.

Bis mir einfiel, dass ich um 15:30 Uhr meine Tochter von der Arbeit abholen musste.

Normalerweise hätte ich ihr einfach geschrieben, sie solle mit dem Bus fahren.

Natürlich hatte sie ausgerechnet an diesem Tag ihr Handy nicht dabei. Sie hatte es irgendwo verlegt.

Also begann das große innerfamiliäre Logistikpuzzle. Mein Mann arbeitete, mein Sohn hätte direkt nach seiner eigenen Arbeit wieder losgemusst – und am Ende tat ich das, was ich eigentlich überhaupt nicht tun wollte:

Ich sagte den Arzttermin wieder ab.

Damit war mein geordneter Montag schon einmal zuverlässig aus der Spur.

Und mein Körper hatte offenbar ebenfalls keine große Lust auf meine Pläne.

Ich legte mich nach dem frühen Mittagessen kurz hin.

Aus kurz wurden mehrere Stunden. Ich habs gerade noch geschafft, um drei aufzustehen und meine Tochter abzuholen. Danach hab ich wieder geruht.

Abends saß ich erneut auf dem Bett vor dem Ventilator, wollte nur einmal für fünf Minuten ins Manuskript schauen – und schlief innerhalb kürzester Zeit wieder ein.

Später in der Nacht war ich dann natürlich wach.

Ich glaube, es war 2:11 Uhr.

Da lag ich nun in meinem eigenen Bett und dachte darüber nach, dass ich auf dem Royal-Rangers-Camp auf einer Luftmatratze teilweise besser geschlafen hatte.

Das muss man auch erst einmal schaffen.

Eine Woche Camping, endlich wieder das eigene Bett – und der Körper sagt:

Nö. Luftmatratze war besser.

Es ist heiß

Überhaupt ist da natürlich noch die Hitze.

Seit Wochen.

Morgens lüften wir wie die Weltmeister, Rollos runter, Fenster zu – und trotzdem haben wir irgendwann wieder 27 oder 28 Grad in der Wohnung.

Einmal zeigte das Auto 37 Grad.

Das Lenkrad hatte ungefähr die Temperatur einer frisch eingeschalteten Herdplatte und die Klimaanlage wurde spontan zu meiner besten Freundin.

Ich habe in dieser Woche gelernt, dass meine persönliche Wohlfühltemperatur vermutlich irgendwo zwischen 15 und 20 Grad liegt.

18 Grad, Sonne, ein bisschen Wind, goldenes Herbstlicht?

Nehme ich sofort.

Stattdessen Sommer pur mit Hitze bis fast 40 Grad und tropischen Nächten.

Nun ja.

Immerhin schaffte ich es später in der Woche dann doch noch zum Arzt. Der Ausschlag war inzwischen fast verschwunden und muss, solange er nicht wiederkommt, auch nicht weiter untersucht werden. Wahrscheinlich fand meine Haut entweder die Hitze oder irgendetwas auf der Wiese beim Camp nicht besonders großartig.

Der Knubbel am Finger ist vermutlich ein Ganglion.

Ausgerechnet am 1. Fingerglied des rechten Zeigefingers.

Da braucht man als Autorin natürlich unbedingt irgendetwas, das da nicht hingehört.

Im Moment heißt es aber auch da einfach: beobachten.

Gut.

Das kann ich.

Zurück nach Wolkenstein

Viel wichtiger war mir sowieso etwas anderes:

Ich musste wieder in mein Buch hineinfinden.

Nach einer Woche Camp waren Ansgar und seine Freunde zwar noch genau dort, wo ich sie zurückgelassen hatte. Mein Kopf allerdings nicht.

Ich musste mich erst wieder erinnern, wer wo war, welcher Weg wohin führte und warum das, was ich mir irgendwann einmal als vollkommen plausible Flucht aus einer Burg ausgedacht hatte, plötzlich überhaupt nicht mehr plausibel war.

Denn inzwischen gibt es diese Burg tatsächlich.

Also natürlich nicht wirklich.

Aber in meinem Kopf und auf meinem Plan ist sie nicht mehr einfach nur irgendeine mittelalterliche Burg mit Mauern, Türmen und Türen, die praktischerweise immer genau dort sind, wo ich sie gerade brauche.

Plötzlich gibt es konkrete Wege, Treppen, Höfe und Räume.

Und damit auch die Erkenntnis:

Da können die jetzt gar nicht lang.

Großartig.

Also planen.

Verwerfen.

Neu planen.

Noch einmal zurück.

Und irgendwann stellte ich fest, dass ausgerechnet die Probleme, über die ich am längsten gegrübelt hatte, die Geschichte am Ende besser machten.

Mehr verrate ich nicht.

Wer Wolkenstein irgendwann lesen möchte, soll schließlich nicht vorher hier im Samstagsplausch erfahren, wer wann wo durch welches Tor läuft.

Aber ich kann euch sagen:

Manchmal besteht Schreiben zu einem erstaunlich großen Teil daraus, Probleme zu lösen, die man sich vorher selbst eingebaut hat.

Und irgendwann passierte tatsächlich das, worauf ich seit Monaten hingearbeitet hatte.

Ich schrieb die letzten Seiten.

Das Buch ist fertig.

Also.

Fertig geschrieben.

Ihr wisst ja, wie das bei Büchern ist.

Fertig ist fertig.

Nur eben noch nicht ganz fertig.

Vom Bücherschreiben zum Buchmachen

Kaum war der Text fertig, begann nämlich die nächste Baustelle.

Mein Lektor hatte das Manuskript in mehrere Dateien aufgeteilt. Also mussten die wieder zusammengefügt werden. Änderungen annehmen. Kommentare entfernen. Prüfen, ob wirklich überall die richtige Fassung steckt.

Und dann kamen die Kapitelzierden.

Hach.

Die sind wunderschön.

Meine Coverdesignerin Florin Sayer-Gabor von 100covers4you hat kleine Wappen und Symbole für Figuren und Orte gestaltet und ich liebe diese kleinen Bildchen wirklich.

Zum Beispiel Clemens von Tannenberg. Sein Wappen ziert nun auch diesen Samstagsplausch (siehe Beitragsbild)

Natürlich hat er ein Wappen mit Bergen und einer Tanne.

Was sonst?

Nur ist „Clemens von Tannenberg“ ein ziemlich langer Name.

Also saß ich irgendwann da und schob sein Wappen zwei Millimeter nach links.

Noch ein bisschen.

So.

Passt.

Wahrscheinlich wird niemals ein Leser denken:

„Interessant, dieses Wappen sitzt ungefähr zwei Millimeter weiter links als das andere.“

Ich sehe es.

Und offenbar ist das mein Job.

Dabei merke ich gerade wieder, dass Bücherschreiben und Buchmachen zwei vollkommen unterschiedliche Dinge sind.

Da gibt es Initialen. Seitenumbrüche. Zeilenumbrüche. Kapitelüberschriften. Schusterjungen und Hurenkinder – ja, die heißen im Buchsatz wirklich so – und plötzlich eine Überschrift, die sich aus unerfindlichen Gründen über mehrere Seiten verteilt.

Also reparieren.

Und dabei passierte etwas ausgesprochen Erfreuliches:

Mein Buch schrumpfte.

Zwischendurch zeigte die Datei mehr als 660 Seiten an.

Das war eher ungünstig, denn bei der Buchschmiede darf mein Buch maximal 650 Seiten haben – und in diesen 660 Seiten war noch nicht einmal alles enthalten.

Kurz dachte ich schon darüber nach, die Schrift wieder kleiner zu machen.

Band 1 ist in 9 Punkt gesetzt, weil ich seine knapp 700 Seiten damals irgendwie unterbringen musste. Einige Leser haben mir allerdings gesagt, dass ihnen die Schrift zu klein ist.

Deshalb bekommt Wolkenstein 10 Punkt.

Und dabei möchte ich bleiben.

Also suchte ich lieber an anderen Stellen.

Und siehe da:

650 Seiten.

647.

640.

637.

    Zwischendurch wieder 640, weil natürlich ständig irgendwo etwas verrutscht.

    Dann 630.

    Und als ich mich weiter durch das Manuskript arbeitete, verschwanden plötzlich ganze Leerseiten, die dort überhaupt nichts verloren hatten.

    Irgendwann zeigte die Datei:

    572 Seiten.

    Da habe ich sie doch ein bisschen liebevoll angeschaut.

    Denn wenn sie sich am Ende irgendwo in einer Gegend einpendelt, die nicht mehr bedrohlich nahe an 650 liegt, bin ich sehr glücklich.

    Zwei Millimeter können wichtig sein

    Und ja, die Arbeit ist langweilig.

    So richtig.

    Leider nicht so langweilig, dass man nebenher gemütlich einen Film anschauen könnte.

    Dafür muss ich viel zu genau hinsehen.

    Bild einsetzen.

    Position prüfen.

    Umbruch prüfen.
    Initiale aktivieren.

    Weiter.

    Bild einsetzen.

    Position prüfen.

    Umbruch prüfen.
    Initiale aktivieren.

    Weiter.

    Nach ungefähr zweihundert Seiten dachte ich zwischendurch:

    Warum genau wollte ich eigentlich Kapitelzierden?

    Ich hätte auch einfach eine Überschrift hinschreiben können.

    Habe ich aber nicht.

    Also weiter.

    Am Abend war ich ungefähr bei der Hälfte und dachte noch:

    Das mache ich heute Nacht fertig.

    Weil ich das ja kann.

    Theoretisch.

    Man muss einfach nur lange genug sitzen bleiben.

    Und dann habe ich aufgehört.

    Nicht fertig.

    Einfach aufgehört.

    Das fiel mir erstaunlich schwer, denn sofort meldete sich dieser Gedanke:

    Jetzt verlierst du Zeit.

    Was, wenn du es nicht schaffst?

    Aber die Kapitelzierden laufen nicht weg.

    Got sei Dank und Leider zugleich.

    Warum mir das wichtig ist

    Diesmal möchte ich mir wirklich die Zeit nehmen, das Buch ordentlich fertigzumachen.

    Beim letzten Mal habe ich gefühlt genau in dem Moment Fehler entdeckt, in dem ich die Datei abgeschickt hatte.

    Das brauche ich kein zweites Mal.

    Ich möchte diesmal noch einmal richtig Korrektur lesen. Möchte schauen, ob keine merkwürdigen Umbrüche drin sind, keine falsche Schriftgröße, keine fehlenden Initialen und keine Formatierung, die irgendwo beschlossen hat, ein Eigenleben zu entwickeln.

    Denn ich möchte das Buch am Ende aufschlagen können und denken:

    Ja. So sollte es aussehen.

    Vielleicht ist mir das auch deshalb so wichtig, weil mein Vater gelernter Buchdrucker war.

    Er hat tatsächlich eine Zeit lang als Buchdrucker gearbeitet, bevor er den Beruf wechselte. Seine Liebe zu schön gestalteten Büchern ist geblieben.

    Mein erstes veröffentlichtes Buch hat meine Mutter noch erlebt.

    Mein Vater nicht mehr. Er ist schon vor vielen Jahren gestorben.

    Und manchmal sitze ich jetzt da, schiebe ein kleines Wappen zwei Millimeter nach links, kontrolliere einen Seitenumbruch und denke, dass da vielleicht etwas von ihm in mir weiterlebt.

    Nicht das Buch.

    Aber die Liebe dazu, dass ein Buch nicht nur gute Worte enthalten soll.

    Sondern auch schön sein darf.

    Und dann sind da noch Umzugskartons

    Während ich also Bücher setze, rückt gleichzeitig etwas ganz anderes ziemlich schnell näher.

    In wenigen Tagen zieht unsere Tochter aus.

    Nach Husum.

    Das wusste ich natürlich schon lange.

    Aber „irgendwann Ende August“ und „noch sieben Tage“ sind zwei vollkommen unterschiedliche Dinge.

    Plötzlich taucht der Umzug überall im Alltag auf.

    Beim Einkaufen landet Fleisch im Wagen und ich denke: Das kann in die Gefriertruhe. Für danach. Denn im Moment isst meine Tochter kein Fleisch. Die wollte ich organisieren, brauch nun aber doch welche aus dem Baumarkt.

    Im Flur stehen Dinge herum, die noch sortiert werden müssen.

    Und wenn meine Tochter spontan bei einer Freundin übernachtet, denke ich plötzlich:

    Ach schade.

    Ich habe doch sowieso nur noch so wenig Zeit mit ihr.

    Das wird komisch.

    Ich freue mich für sie. Wirklich.

    Aber mir werden ihr Lachen fehlen. Ihre Umarmungen. Diese kleinen Gespräche zwischendurch. Ein bisschen wahrscheinlich sogar ihr Chaos.

    Danach wohnen hier mein Mann, mein Sohn und ich.

    Zwei Männer.

    Eine Frau.

    Und ich bin (wieder) in der Unterzahl!

    Und obwohl das Nest noch lange nicht leer ist,

    fühlt es sich schon ein ganz kleines bisschen nach Empty Nest an.

    Butter in den Kühlschrank

    Zwischendurch muss natürlich trotzdem der ganz normale Alltag stattfinden.

    Am Freitag stand Schwimmen mit einer guten Freundin auf dem Plan.

    Ich hatte mich darauf gefreut.

    Also auf die Freundin.

    Beim Schwimmen selbst war ich mir nicht ganz so sicher.

    Je näher der Termin rückte, desto mehr Dinge fielen mir ein, die dagegen sprachen: Badeanzug, Sonnencreme, Hitze, Umziehen und mein Nacken, der Brustschwimmen nicht immer so begeistert kommentiert.

    Und gleichzeitig wollte ich vorher noch am Buch arbeiten.

    Und einkaufen.

    Die Umzugskartons organisieren.

    Und überhaupt den kompletten Tag möglichst gleichzeitig erledigen.

    Irgendwann beschloss ich, nur noch eine Sache nach der anderen zu machen.

    Erster Schritt:
    EInkauf und dann:

    Butter in den Kühlschrank.

    Geschafft.

    Manchmal sind die großen Siege im Leben ausgesprochen unspektakulär.

    Danach packte ich die Badetasche.

    Und fuhr tatsächlich nach Schönau.

    DIe Freundin und ich schwammen ziemlich viele Bahnen – mehr, als ich mir vorher zugetraut hätte. Mein Nacken war anschließend wie erwartet eher nicht begeistert.

    Danach saß ich mit ihr und ihrem Mann zusammen, wir aßen Couscoussalat und Brot und hatten einfach einen richtig guten Abend.

    Gute Gespräche.

    Gute Freunde.

    Das tat gut.

    Unter dem Samttuch

    In einem dieser Gespräche ging es auch um die Veränderungen, die gerade an verschiedenen Stellen passieren.

    Mein Mann überlegt, Dinge loszulassen.

    Mir selbst wird manches zu viel.

    Unsere Tochter zieht aus.

    Und ich habe schon länger das Gefühl, dass Gott uns gerade aus manchen Dingen herausführt, ohne dass wir schon sehen können, was danach kommt.

    Der Mann meiner Freundin hatte dafür ein Bild:

    Als läge ein Samttuch über dem Neuen.

    Ich kann nicht hindurchsehen.

    Und ich soll auch nicht ständig versuchen, eine Ecke hochzuheben und darunterzuspitzeln.

    Was ausgesprochen gemein ist.

    Ich bin nämlich neugierig.

    Ich würde wahnsinnig gerne wissen, was kommt.

    Aber vielleicht besteht meine Aufgabe gerade tatsächlich nicht darin, das ganze nächste Jahr zu verstehen.

    Vielleicht reicht der nächste Schritt.

    Das beschäftigt mich seitdem.

    Denn irgendwie war das auch beim Buch so.

    Ich musste nicht wissen, wie ich die letzten vier schwierigen Seiten lösen würde.

    Ich musste nur die nächste Stelle lösen.

    Dann die nächste.

    Und irgendwann waren keine mehr übrig.

    Am Freitag musste ich nicht den kompletten Tag schaffen.

    Ich musste erst einmal die Butter in den Kühlschrank legen.

    Und vielleicht ist das gerade auch für die größeren Dinge so.

    Das Neue ist noch unter dem Samttuch.

    Dann mache ich eben das, was gerade vor meinen Füßen liegt.

    Sonntag ist auch noch ein Tag

    Heute Morgen lag vor meinen Füßen allerdings erst einmal der Gottesdienst.

    Und ich wollte nicht.

    So gar nicht.

    Nicht duschen.

    Nicht anziehen.

    und schon gar nicht losgehen.

    Am liebsten wäre ich einfach zu Hause geblieben und hätte den Gottesdienst online angeschaut.

    Aber nächste Woche sind wir unterwegs und ich wollte meinen Mann auch nicht allein gehen lassen.

    Also duschte ich.

    Zog mich an.

    Und weil es schon wieder heiß war, holte ich Sandalen heraus, die ich dieses Jahr noch kein einziges Mal getragen hatte.

    DIe Stiefeletten anziehen, die ich sonst trage, weil meine Feden festen Halt brauchen?

    Nein.

    Einfach nein.
    Und die ENtscheidung war heute richtig, auch wenn ic in den Sandalen keine weiten Strecke laufen könnte.

    Und wisst ihr was?

    Als ich erst einmal da war, im Gottesdienst, war es eigentlich ganz okay.

    Manchmal ist tatsächlich das Losgehen das Schwerste.

    Und jetzt sitze ich wieder zu Hause und schreibe meinen Samstagsplausch.

    Am Sonntag.

    Nun ja.

    Gestern war Wolkenstein dran.

    Man muss Prioritäten setzen.

    Nebenbei habe ich diese Woche übrigens auch noch gelernt, wie kompliziert es sein kann, zwei Bücher nach Österreich zu verschicken. Zwei. Bücher.

    Dabei fielen Begriffe wie Verpackungsverordnung und Bevollmächtigter, ich rechnete kurzzeitig aus, ob es vielleicht billiger wäre, die Bücher persönlich nach Wien zu bringen, und meine Mail an eine österreichische Behörde kam zunächst mit „Invalid Recipient“ zurück.

    Aber das ist eine eigene Geschichte.

    Die erzähle ich euch ein anderes Mal.

    Sonst wird aus diesem Samstagsplausch noch ein Sonntagsroman.

    Es ging. Nur anders.

    Wenn ich auf diese Woche zurückblicke, hatte ich zwischendurch ständig das Gefühl, nicht genug zu schaffen.

    Ich war müde.

    Mir war zu heiß.

    Ich habe geschlafen, obwohl ich arbeiten wollte.

    Habe Dinge verschoben.

    Undaufgehört, obwohl ich eigentlich weitermachen wollte.

    Und trotzdem:

    Das Manuskript ist fertig geschrieben.

    Der Buchsatz nimmt Gestalt an.

    Die Seitenzahl ist deutlich geschrumpft.

    Ich war beim Arzt.

    Ich war schwimmen.

    Und hatte einen wunderschönen Abend mit Freunden.

    Die letzten Umzugskartons stehen bereit.

    Und die Butter ist im Kühlschrank.

    Es ging vieles nicht so schnell und nicht so kraftvoll, wie ich es gerne gehabt hätte.

    Aber es ging.

    Vielleicht reicht das manchmal.

    Und jetzt gehe ich mit diesem sehr verspäteten Samstagsplausch noch zu Andrea hinüber. Bei Karminrot findet ihr wie jeden Samstag den Samstagsplausch und dort verlike ich auch meinen Beitrag – und weil es hier heute so viel um Bücher ging, lohnt sich natürlich auch ein Abstecher in ihr Karminrotes Lesezimmer.

    Ich für meinen Teil werde mich jetzt wieder meinen Kapitelzierden widmen.

    Die laufen nämlich immer noch nicht weg. Aber sie warten penetrant aufdringlich.

    Tüdelü.

    Seid gesegnet und habt eine gute Woche.
    Martina
    PS: Wer meinen letzten Samstagsplausch noch nicht gelesen hat, findet ihn hier.

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