In diesem Teil meines Roman-Tagebuches berichte ich vom Planen und Scheitern:

Der Stand der Dinge:

50 Namen für Charaktere,

3 Hauptfiguren,

1 Welt mit Karte und

1 noch sehr unklare Vorstellung vom Inhalt der Geschichte. 

Als nächstes musste es also darum gehen, einen Plan für die Handlung aufzustellen. Plotten nennt man das im modernen Fachjargon. Und genau das habe ich versucht: Ich habe meinen Plot erweitert, differenziert, eine Beschreibung der Welt und eine ausführliche Charakterbeschreibung der drei Hauptfiguren angefertigt. Das Ganze habe ich Leuten gezeigt und gefragt: Würdet ihr diese Geschichte lesen wollen?

Eine  Anmerkung dazu: Ja, es ist gefährlich Ideen Preis zu geben, denn meine Romanidee kann ich nicht schützen lassen, es ist ja nur eine Idee… es könnte also jemand kommen und sie mir klauen (das ist auch der Grund, warum ich auf dieser Seite nichts schreiben werde, was mein konkretes Projekt verrät, denn am Ende will ich das Buch veröffentlichen und nicht sehen, wie ein anderer meine Idee eher auf den Markt bringt).

Aber diesen Personen, da war ich mir sicher, konnte ich vertrauen und so habe ich mir ihren Rat geholt. 

Ergebnis meiner Nachfrage: 

Das wollen wir lesen, mach weiter!

Jubel!

Es konnte losgehen. 

Jetzt kam der Teil mit dem Schreiben. Und das konnte ich doch, oder?

Ich hatte Bilder von einzelnen Szenen im Kopf. Doch wenn ich sie aufs Papier bringen bzw. auf die leere Computerseite bannen wollte, wurde es hölzern und schwerfällig. Was ich schrieb, gefiel nicht mal mir. Wie sollte es da jemand Anderes lesen wollen? Ich pausierte, suchte nach Inspiration, haderte mit mir und meinen Romanplänen..

Statt des ersehnten Startes passierte jetzt… 

gar nichts!

Diverse Gründe verhinderten, dass ich wieder aktiv wurde… 

Ein ganzes Jahr hatte ich weder Zeit noch Energie noch den Kopf, um weiter zu machen.

Ich habe die Sache aber mit mir herumgetragen, obwohl ich noch nicht viel geschrieben hatte. Und das ist nicht das Schlechteste. Die Geschichte konnte reifen.

Ich hatte einigen Bekannten erzählt, dass ich einen Roman schreiben möchte und Anfang diesen Jahres kamen Nachfragen: 

„Und, was macht dein Roman?“ 

„Wie weit bist du?“ 

„Schreibst du weiter?“

Ich musste antworten: 

„Nichts!“

„Da steht quasi noch nix Neues!“

„Nein, das habe ich ganz aus den Augen verloren!“

Mit den Nachfragen kam zuerst ein schlechtes Gewissen, ein „Du hast dir zuviel vorgenommen und kannst die Erwartungen jetzt nicht erfüllen!“ Doch es kitzelte auch an meinem Ehrgeiz. Wenn Leute um mich herum wissen wollten, wie es da weiter geht, dann wollte ich sie nicht enttäuschen. Ich suchte nach einem neuen Anfang. 

Als erstes hab ich mich um äußere Dinge gekümmert. Ich hab mir ein neues Schreibprogramm zugelegt. Beim Einarbeiten und Ausprobieren kam neue Schaffenslust, neuer Elan. Ich hab angefangen, die ersten Seiten des Romans umzuschreiben, zu recherchieren, mir Tipps zu besorgen, wie man besser schreibt, wie man den ersten Satz formuliert usw. 

Hab über gute und schlechte Romananfänge gelesen und zu meinem Entsetzen festgestellt, dass mein Romananfang als der schlechtest mögliche gehandelt wurde im Netz… (https://www.literaturcafe.de/peinliche-romananfaenge-von-schreibanfaengern/)

Wieder schlichen sich ungefragt Selbstzweifel an. Du kannst es eben doch nicht… du schaffst das nicht, … du bist zu wenig inspiriert… du kannst nur 08/15 und was man sich sonst noch alles selbst an den Kopf knallen kann. 

Wäre ich dabei stehen geblieben, würdet ihr jetzt nicht diesen Blog lesen können.

Wie es weiter geht, kannst du im nächsten Teil meines Roman-Tagebuches lesen.