Kategorie: Roman-Tagebuch (Seite 1 von 3)

Hier berichte ich regelmäßig von den Fortschritten, die ich mit meinem Roman mache

Roman-Tagebuch Teil 21

Unterwegs in Melsungen

Ich sitze gerade, während ich diese Zeilen schreibe, im Rathauscafe auf dem Marktplatz von Melsungen. Nebendran plätschert ein Brunnen, Tauben gehen auf seinem Rand spazieren. Das Fachwerk-Rathaus strahlt eine altehrwürdige Atmosphäre aus, ebenso wie all die anderen Fachwerkhäuser, die den Platz umstehen. Dennoch ist die Stimmung nicht durchwegs ungetrübt. Am Tisch neben mir unterhalten sich zwei Personen über die Folgen der Corona-Pandemie: finanzielle, gesundheitliche, persönliche. Das Thema begleitet uns nun schon seit mehr als 1 1/2 Jahren im Alltag und wird es wohl noch eine ganze Weile länger tun. Noch ist Normalität in vielen Bereichen ein Fremdwort, manche geraten an den Rand ihrer Existenz, weil sie immer noch nicht wieder so arbeiten können, wie vor Ausbruch der Pandemie: Schausteller, Künstler, Freischaffende, Leute, die große Eventsorganisieren, Hotels und Bars und und und, die auf Hilfen angewiesen sind oder waren. Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, was natürlich ihre eigene Entscheidung ist, oder aber eben Menschen, die sich nicht impfen lassen können, weil Vorerkrankungen, Transplantationen oder akute Krebserkrankungen es verhindern. Mir selber geht es da erstaunlich gut, ich bin geimpft (und das ohne große Nebenwirkungen), aber ich finde es wichtig, diejenigen nicht zu vergessen, die mit den Folgen der Pandemie weitaus mehr zu kämpfen haben, als ich selber,  und eben verantwortlich für sich und andere zu sorgen.

Was mache ich in Melsungen?

In Melsungen bin ich, um meine Mama zu besuchen, deren Geburts- und Heimatort Melsungen ist und die hier inzwischen schon wieder seit mehr als 20 Jahre lebt. Nicht nur sie verbindet viele Erinnerungen mit dem Ort. Auch ich bin hier als Kind zwischen Fachwerkhäusern und an der Fulda spazieren gegangen, habe in den Gassen gespielt und bin von vielen begrüßt worden, die meine Oma und meinen Opa kannten. Meine Großeltern waren im ganzen kleinen Städtchen bekannt, denn sie hatten eine Bäckerei. Und manchmal war das ganz schön nervig, an jeder Ecke angesprochen zu werden. Aber gleichzeitig hat der Ort auch etwas von Heimat und Geborgenheit. Ich kenne mich hier aus. Nicht ganz überall, aber doch in der Altstadt. Es gibt Orte mit mehr und weniger Erinnerungen. Ecken, die sich verändert haben, aber auch welche, die seit Jahrzehnten gleich aussehen. Es ist vertraut und neu zugleich. Beste Vorraussetzung für Inspirationen. Und so hatte ich mir vorgenommen, nicht nur meine Mama zu besuchen, zu reden, zu schnuddeln, wie man in Melsungen sagt, in Restaurants zu sitzen und zu essen…nein, ich wollte durch den Ort flanieren, die Atmosphäre atmen und natürlich  – schreiben. 

Atmosphäre tanken, habe ich gemacht… ich bin sowohl bei Tag, als auch bei Nacht durch Gassen mit Kopfsteinpflaster und alten Häusern gewandert. Und ich habe Fotos gemacht. Etwas, dass sonst eher das Hobby meines Mannes ist. Ich hatte auch keine gute Kamera dabei, hab selten lange gefackelt und studiert, wie man was am besten aufnehmen kann… ich habe etwas gesehen, was mir gefiel, hab mein Handy gezückt und ein Bild gemacht. Hinterher habe ich etliche der Bilder am Handy noch bearbeitet. Herausgekommen sind eine Reihe erstaunlicher Schwarz-weiß-Fotografien. Manche können sich echt sehen lassen. Ich war selber sehr erstaunt, über das Ergebnis. Kreativ war es allemal. Und eine Atmosphäre besonderer Art hat es ebenso kreiert. Dennoch haperte es mit dem Schreiben. Abgesehen vom normalen Problem, dass man immer zu wenig Zeit hat, war meine Stimmung eine ganz andere, als die, die ich für meinen Roman gebraucht hätte.

Ich bin durch die Straßen geschlendert und fühlte mich eher weniger wie ein Ritter, obwohl dass sehr wohl möglich gewesen wäre. Aber die Schwarzweißfotos, besonders die nächtlichen, kreierten eine ganz andere Stimmung.

Und so ist, abgesehen von diesem Blogartikel, in den letzten zwei Tagen ein ganz anderer Text als gedacht entstanden. Erstaunlich und unerwartet. Ich hebe ihn auf, aber vorerst bleibt er unter Verschluss. Und ich werde dazu auch nicht mehr sagen, außer: Es war eine ungewöhnliche Erfahrung und ich bin erstaunt, was außer meiner Romangeschichte noch in mir steckt.

Ab morgen, kümmere ich mich aber wieder um meine Figuren. Meine Ritter, Könige und Edeldamen,…

Und wie waren die letzten Wochen?

Tja, wie das immer so ist, verfliegt Begeisterung im Alltag ziemlich schnell. Der Megabooster Schreibkurs hat etwa einen Monat gehalten. Es ist nicht so, dass ich nicht mehr schreiben will, sondern eher so, dass es schwerer wird, sich die Zeit und die Kraft dafür zu nehmen. Aber immerhin, es geht weiter, nicht so schnell, wie ich es mir wünschen würde, aber doch! Schritt für Schritt. Einzelne Szenen sind neu entstanden, ich warte gerade auf das Feedback meines neuen, ersten Testlesers. Und darüber bin ich immer noch begeistert. Der Kurs hat neue Beziehungen geschaffen. Mir quasi Kollegen an die Hand gegeben, denen ich entweder einzelne Passagen zeigen kann oder gar meinen ganzen Text, von denen ich qualifiziertes Feedback bekomme und die wissen, wie schwer es ist Zeit und Ruhe und Muße zum Schreiben zu finden. Und gleichzeitig, wie wichtig das ist. Insofern war der Schreibkurs eine der besten Entscheidungen der letzten Zeit.

Leider sind die Bedingungen gerade nicht so gut, irgendwie wache ich im Moment nicht mehr ganz so früh auf, bin oft sehr müde morgens und später ist es zu trubelig. Mein neues eigenes Schreibzimmer ist noch nicht hergerichtet und auch oft noch besetzt von meiner Tochter… außerdem einer Baustelle wegen einer der lautesten Räume in der Wohnung, also sitze ich immer noch im Wohnzimmer.

Insgesamt wünsche ich mir, schneller voran zu kommen, mit meinem Roman, aber immerhin stagniert es nicht vollkommen.

Soweit für heute.

Über Kommentare freue ich mich immer. 

Roman-Tagebuch Teil 20

Unfassbar. Jetzt schreibe ich meinen 20. Romantagebucheintrag seit März. 

Und ich habe einen großen Erfolg gefeiert. Mein Krimi-Dinner kam bei meinen Kollegen megagut an. Es hat allen Spaß gemacht, das Ambiente stimmte und es haben sich schauspielerische Talente offenbart, die niemand geahnt hat. Mehr dazu weiter unten im Text. 

Und was habe ich sonst zu berichten? 

Es geht vorwärts. Diesmal wirklich. Ich hatte in den letzten drei Wochen den Motivationsbooster schlechthin. So produktiv war ich lange nicht mehr. Leider (noch) nicht für den Blog. Dafür umso mehr für den Roman.

Ich hatte Ende Juli einen Kurs von Yvonne Kraus belegt (mynextself.com bzw. Kurse.mynextself.com) zum Thema LeichtSchreiben. Der Kurs lief eine Woche lang. Jeden Abend von Montag bis Freitag gab es eine Stunde Zoom-Workshop, dazu am Sonntag Abend ein Kennenlerntreffen und am Ende des Kurses, am Samstag, eine Abschiedsfeier. Und siehe da, sie hat tatsächlich geschafft, was sie versprochen hat. Es geht wieder leicht. Es läuft. Es fließt. Flow nennt man das, wenn man so eintaucht in die Geschichte, dass alles um einen herum verschwimmt. Dass man ganz und gar bei der Sache ist. Konzentriert, präsent. Kreativ und produktiv. 

Die Kursgruppe war einfach klasse. Inspirierend, ermutigend, freundlich und respektvoll. Das hat gut getan. Man konnte Dinge miteinander teilen ohne verissen zu werden. Dennoch gab es konstruktive Kritik, Rückmeldungen, die halfen, besser zu werden. Faszinierend war, wie unterschiedlich unsere Themen, unsere Schreibstile waren und wieviel genial Gutes in extrem kurzer Zeit entstanden ist. Einige werden sich auch über den Kurs hinaus treffen und Kontakt halten. Und ich habe es gewagt, meine Geschichte jemandem anzuvertrauen, die ganzen Hundertundzehn DinA4-Seiten, die bisher fertig sind. ERgebnis: Ich habe ein überwältigendes Feedback bekommen. So ermutigend, dass ich weiter machen muss, weiter schreiben, weiter fabulieren, Worte zu Sätzen formen. Sätze zu Absätzen, zu Seiten und am Ende zu einer ganzen Geschichte, die dann auch (vielleicht/hoffentlich) veröffentlicht wird. Aufhören ist nun undenkbar. 

Und wie sieht mein Fortschritt aus?

Experimente mit Perspektiven:

In der letzten Woche habe ich unter anderem ein kleines Stück Text aus der Sicht meines Bösewichtes geschrieben. Wie sieht er die Sache? Welche Motivation bewegt ihn? Wie ist er überhaupt so?

Auch das lief super rund und wie am Schnürchen. Der erste Text aus dieser Perspektive. Und heute morgen habe ich mir Zeit genommen, ein ganzes Kapitel zu überarbeiten, so dass die Geschichte noch näher dran ist an der erzählenden Figur. In diesem Fall eine Frau. Komischerweise tue ich mich mit Frauen oft schwerer, aber diesmal bin ich ganz zufrieden mit dem Fortschritt und werde in den nächsten Tagen sicher gut  im Text vorankommen. Dank des Workshops und neu erwachter Motivation. Außerdem habe ich eine Passage aus der Sicht einer weiteren Hauptfigur geschrieben. Eine entscheidende Passage. Und habe dabei versucht in ihren Kopf zu schlüpfen, ihre Gedanken zu denken, ihre Gefühle zu fühlen. Laut Feedback meines neuen Schreibberaters ist das noch nicht ganz gelungen…. Emotional ist er an dieser Stelle zu wütend geraten, dabei müsste zu allererst die Trauer und die Ansgt und Sorge überwiegen… okay,… wieder etwas für das berühmte Überarbeiten. Daran sieht man: Romanschreiben ist eben doch Arbeit. Ja, es ist auch Flow und Leichtigkeit und Freude und Spaß… aber eben auch harte Arbeit, nämlich Überarbeiten, Überarbeiten und Überarbeiten. 

Und wie war das mit dem Krimi-Dinner?

In den letzten Wochen habe ich noch eifrig am Krimi-Dinner gearbeitet, den Texten den letzten Schliff gegeben und musste die Briefumschläge beschriften. Über Hundert Umschläge  wurden zum Teil mit Schablone und Verzierungen beschriftet. Die Einladungen samt Rollenbeschreibung und einer kurzen Einführung, wie der Abend ablaufen wird, habe ich knapp zwei Wochen vor dem Dinner-Abend an die Kollegen verteilt. So hatten sie Zeit, sich ihre Rollen rechtzeitig anzugucken und sich vertraut zu machen, mit ihrem Stand und ihren Beziehungen zu den anderen Teilnehmern des Abends. Außerdem hat es in vielen schon die Vorfreude auf das gemeinsame Event geweckt.

Am Tag vor dem Krimi-Dinner habe ich gefühlt meinen halben Haushalt gepackt und in den Kindergarten gefahren: Von Pokalen aus Ton über Holzbrettchen und Laternen bis zu Bannern und Holzschild und meinem Schwert und Nasalhelm und nicht zu vergessen meinem Fundus an Gewandung. Uff, das Auto war rappelte voll. Ich konnte die Dinge zum Teil im Büro meiner Chefin abstellen, zum Teil in einem Werkraum.

Am Tag des Dinners habe ich vormittags die letzten Dinge ausgedruckt und fertig gestellt, die Kiste mit den Briefen gepackt und andere wesentliche Utensilien, wie die Tatwaffe verstaut, Honigwaffeln gebacken und Krumme Krapfen und bin dann auf etwa halb vier in den Kindergarten gefahren. 

Unter den staunenden Blicken der Kinder habe ich meine Banner an der großen Markise im Garten aufgehängt und in einem Gruppenraum meine Gewandung ausgelegt. Einen Tisch für die Damengewandungen, einen für die Herren mit Tuniken und Wappenröcken und eine große Fensterbank für Utensilien wie Rosenkranz und Kreuz für den Erzbischof, Gürteltaschen und Kopfbedeckungen. Der Spielmann bekam ein Schellenband, und einen ganzen Sack voller Utensilien unter anderem eine Laute. 

Erst als alle Kinder von ihren Eltern abgeholt warenund nur noch Kolleginnen und Kollegen anwesend waren, gingen die restlichen Vorbereitungen vonstatten.

Der Tisch wurde mit weißen Tüchern gedeckt und mit Laternen und Kerzenständern bestückt. Außerdem bekam jeder Platz ein Brettchen und einen Keramikpokal. Und natürlich gab es für jeden einen ganzen Packen Briefe: Brief 1 Vorstellungsrunde, dann Brief 2-6 Hinweise und Brief 7 die Anklageschrift, dazu ein Who is Who, also wer spielt wen?, und eine Übersicht über die Zeiten des Glockengeläuts, also zu welcher Zeit findet die Laudes, das Angelusläutern oder die Komplet statt, damit man prüfen kann, ob jemand zu einer bestimmten Zeit ein Alibi hat.

Die Kollegen und ich hatten nicht nur einige gar köstliche Getränke mitgebracht, sondern auch gebacken und gekocht. Es gab ein reichliches Buffet, mit Suppen, Fladen, Gemüsekuchen, Birnenpudding usw. Für das leibliche Wohl war also gesorgt. 

Ich habe den Abend mit einer Rede begonnen, der eben besagte Vorstellungsrunde aller Beteiligten folgte. Zu Beginn der zweiten Runde herrschte erstmal ziemlich langes Schweigen am Tisch, jeder war in seinen Text versunken, aber anschließend gab es lebhafte Diskussionen, regelrechte Schlagabtausche, gleich zu Beginn dachte ich schon, sie entlarven den Mörder schon in der zweiten Runde, doch der schaffte es irgendwie von sich abzulenken und siehe da, am Ende, als es um die Anklageerhebung ging, waren sie sich nicht einig. Auf den eigentlichen Mörder entfielen nur zwei Stimmen, zwei Stimmen beschuldigten mich als Spielleiter, der ja auch potentiell Täter hätte sein können und der Rest verteilte sich kleckermäßig je eine Stimme für den und jenen. Nur einer hatte mehr Stimmen (nämlich drei), ein kleiner, unschuldiger Ritter mit Schafszucht. Leider der falsche. Also hab ich ihn verhaftet und dem Henker übergeben. Der Mörder hat das Spiel gewonnen, weil wir nicht in der Lage waren, ihn zu entlarven.

Aber am Ende waren sich alle in einem einig: Spaß hats gemacht. Eine Neuauflage bräuchte es eigentlich und ich wurde sogar von Kolleginnen gefragt, ob ich das nochmal machen würde für einen privaten Anlass. 

Und in mir kam der Gedanke auf, es würde sich lohnen, noch einmal ein Krimi-Dinner zu entwerfen, dass ganz auf meinem eigenen Mist ewachsen ist.

Und zu guter Letzt?

Ich bin ja gefragt worden, ob ich einen Kurs leiten würde bei den Kulturkursen des Campus Mainz. Und ich habe mal Leute um mich herum gefragt, ob sie mir das zutrauen. Und was soll ich sagen, ich habe durchweg positives Feedback bekommen. Nur eine Person fand die Idee nicht so toll, allerdings nicht, weil sie mir das nicht zutraut, sondern aus anderen Gründen. Ich habe jetzt einen ersten Schritt gemacht und die Leitung meines Kulturkurses gefragt, was sie davon hält, wenn ich das machen würde. Auch hier kam eine positive Rückmeldung. Jetzt muss ich mich nur noch trauen, den Verein anzuschreiben, der die Kulturkurse anbietet, und zu fragen, ob sie Interesse haben. Ich jedenfalls hätte Lust einen Schreibkurs zu leiten.

Über Meinungen, Kommentare und Anmerkungen zu meinem Blog würde ich mich sehr freuen.  

Roman-Tagebuch Teil 19

Erfolge muss man feiern!

Premiere!

Mein kleines Theaterstück hatte am Freitag Abend Premiere. Mein Kindergarten, also der, in dem ich mal gearbeitet habe und für den ich jetzt ab und an Vertretung mache, hatte Schulanfängergottesdienst und hat mein Stück als Stabpuppenspiel aufgeführt. Und ich habe von denen, die wussten, dass die Textvorlage von mir ist, durchweg großes Lob geerntet! Ich hab mich gefreut wie Bolle.

Eine ehemalige Kollegin war ganz erstaunt: „Und der Text ist von dir?“

„Ja“

„Mensch, du hast ja Talent, du solltest unbedingt einen Roman schreiben!“

„Naja ich bin bei der Arbeit…. Auch wenn es gerade stockt, ich will das fertig kriegen!“

„Und das Thema?“

„Mittelalterlich, fiktional in einer erfundenen Welt, eben eine Abenteuergeschichte!“

Eine neue Kollegin bot daraufhin an: „Wenn du Bilder brauchst… Gnome oder Zwerge oder… !“

Ich musste grinsen und hab ihr gesagt: „Wenn ich das Cover brauche, melde ich mich bei dir!“

Zwei von den Auszubildenden spekulieren schon auf mein erstes Buch im Laden. Aber das kann noch dauern und wird vielleicht auch nie geschehen. Denn es ist das eine, einen Roman zu schreiben und das andere, ihn an den Mann zu bringen, einen Verlag zu finden, genommen zu werden und zu veröffentlichen. Seufz. Der Teil macht mir immer noch am meisten Bauchschmerzen. Doch soweit ist es noch lange nicht.

Am meisten gefreut hat mich an diesem Abend der Kommentar einer anderen Kollegin. Die hat einen Teil des Textes während der Aufführung laut vorgelesen und hat mir eine präzise Textkritik zurück gemeldet, nämlich, dass der Text gut vorzulesen ist, das man nicht holpert oder hängen bleibt. Und das ist längst nicht bei allen Texten so. 

Die Chefin will in einem allgemeinen Dankschreiben auch nochmal erwähnen, dass der Text des Stückes von mir stammt und du kannst dir also sicher vorstellen, dass ich wirklich glücklich und voller Stolz nach Hause gefahren bin am Freitag Abend. Das hat einfach gut getan. Es motiviert, weiter zu machen. 

Abschlusstreffen des Online-Kurses von Campus Mainz:

Auch am Freitag fand der letzte Teil des Online-Schreibkurses statt, den ich belegt habe. Thema: Veröffentlichung!

Die Informationen waren wertvoll, aber ich merke, dass ich eben noch sehr weit davon entfernt bin. Und im Grunde ist das der Teil, der mich überfordert. Ich kann mich nicht gut verkaufen. Aber man kann alles lernen. Und außerdem hat alles seine Zeit. Und jetzt ist nicht die, sich um ungelegte Eier den Kopf zu zerbrechen. Erstmal muss ich den Text für das Romanwerk fertig zu Papier bzw. in die Tasten und den Speicher des Computers bringen. Und darauf will ich mich konzentrieren.

Schreibspiele:

Im zweiten Teil des Treffens haben wir noch ein paar Schreibspiele miteinander ausprobiert.

Im ersten Spiel haben wir einen vorgegebenen Romantext, von dem wir eine Seite gelesen haben, fortgesetzt und hinterher geraten, wer von uns welche Fortsetzung geschrieben hat. Sehr witzig. Und ich fand es erstaunlich, dass wir tatsächlich meist richtig lagen damit, wer was verfasst hat. Wir haben also unseren Schreibstil in den letzten Wochen gegenseitig gut einschätzen gelernt.

Im zweiten Spiel haben wir einen Text, der vorgegeben wurde, in eine andere Textgattung umgewandelt. Das Spiel nennt sich „Fliegende Zeilen“

Z.B. wird ein kleines Prosastückchen oder eine berühmte Textzeile in eine Schlagzeile, eine Gebrauchsanweisung oder eine SMS umgeschrieben.

So wurde aus:

Sein oder Nicht Sein, das ist hier die Frage

eine Gebrauchsanweisung:

Anleitung für den Philosophiekurs

1. Man benötigt ein Zitat. Wenn möglich ein gehaltvolles.

2. Wenn man nicht weiß, welches: Shakespeare eignet sich immer gut. Ebenso Schiller oder Goethe.

3. Man lasse die Worte pathetisch erschallen.

4. Eine angemessene Zeit der Stille und des Staunens sollte folgen.

5. So vorhanden könnte man auch eine Klangschale anschlagen.

6. Anschließend stellt man die erste Frage: „Was kommt euch bei diesem Wort in den Sinn?“

7. Es folgt eine Diskussion über Fragen und das Sein im Allgemeinen.

8. Nicht verzweifeln: Philosophieren heißt nicht, die Antwort auf alle Fragen zu kennen, sonst müsste man ja nicht philosophieren.

9. Zu guterletzt gehe man mit einem erhebenden Gefühl aus der Stunde. Wieder einmal hat man es geschafft, das Mysterium des Seins in all seinen Facetten ein klein wenig zu erleuchten.

Versuch 2:

Mache aus einem kurzen Text über Weihnachten, Weihnachtsmusik, einen Vater und seine Kinder, eine Autofahrt und einen Kindersitz eine SMS. Mein Ergebnis:

„Schon wieder Weihnachtsmusik. Papa nervt. Bis Morgen gehe ich ein. Das dauert ewig. Dabei ist Weihnachten schon vorbei. Chille jetzt im Kindersitz.“

Musenquickie

Als letztes Spiel hatte ich einen „Musenquickie“ vorgeschlagen. Dabei werden drei Worte vorgegeben und man muss daraus einen kurzen Text mit möglichst genau hundert Worten kreieren, in dem die drei Worte auch wörtlich vorkommen.

Wind, Zeit, Schwert

„Wind strich durch die Weiden. Er lag und starrte in den Himmel, der sich in hellem Blau über ihm spannte. Darin eine gleißende Sonne, die ihre Strahlen schmerzhaft in sein Hirn bohrte. In der Ferne rief ein Käuzchen, das wohl aus dem Schlaf aufgeschreckt war. Die Zeit schien still zu stehen. Sein Atem kam pfeifend, während sein Horizont sich nach und nach eintrübte, immer enger wurde. Dunkelheit kroch heran, knabberte an Himmel, Baum und Sonne. Ein Zittern durchlief ihn, bis die Schwärze ihn ganz und gar verschluckte. Blut. Da war so viel Blut. Und ein schartiges Schwert in seiner Brust.“

Wir hatten viel Spaß dabei und es kamen nicht nur pathetische, sondern auch märchenhafte oder sehr lustige oder surreale Texte dabei heraus. In vielen Fällen machte der kleine Text Lust auf mehr. Wie geht es weiter? Was steckt dahinter? In manchen Fällen fühlte es sich wirklich so an, als müsse dies der Auftakt zu einem Roman werden. Es war einfach wunderbar, zu sehen, was in kurzer Zeit Kreatives entstehen kann und das jeder der Teilnehmer des Kurses eine ganze eigene Schreibstimme hat und völlig unterschiedliche Ideen, obwohl Gemeinsamkeiten vorgegeben waren. 

Abschlussfeier und mehr

Im Zusammenhang mit dem Kurs gab es schon am Mittwoch eine allgemeine Abschlussfeier aller Kulturkurse vom Verein Campus Mainz. Erstaunlich, was alles online stattgefunden hat. Sogar Tanzkurse über Zoom waren nicht nur möglich, sondern auch erfolgreich. Ich habe ein beeindruckendes Video gesehen. Wir waren bedauerlicherweise nur wenige, die an Der Abschlussfeier teilgenommen haben, hauptsächlich Leute, die auch einen Kurs geleitet habe. Ich habe mich zwischenzeitlich gefragt, ob ich überhaupt richtig am Platz bin. Aber es wurde eine lustige Runde und wir hatten viel Spaß bei einigen Runden Online-Codenames, einem Spiel, bei dem es um das Raten von Begriffen geht, die ein anderer Spieler mit einem Codewort umschreibt. (https://codenames.game)

Aber am meisten hat mich eine Frage elektrisiert, die einer der Leiter des Treffens an mich stellte: „Könntest du dir vorstellen, auch einen Kurs zu leiten?“ Erst war ich entsetzt, doch dann:

Du glaubst nicht, wie meine Gedanken ins Fliegen und Rotieren gekommen sind. Wie ein Hubschrauber, der ins Trudeln geraten ist. Schon am Abend habe ich gedacht, da habe ich Lust zu. Und es war natürlich gleich klar, dass es, wenn, dann ein Kurs zum Thema schreiben sein muss.

Am nächsten Morgen bin ich mit hundert Gedanken zu Schreibspielen aufgewacht, die man in einem „Schreibcafe“ machen könnte. Ich hab sie mir mal notiert für den Fall, dass ich tatsächlich dahin komme, ein solches Schreibcafe in welcher Art auch immer anzubieten.

Ah und dann habe ich überlegt, wie kann man eine PowerPoint-Präsentation erstellen, um eine erste Stunde zu beginnen. Gedacht, getan, ich habe mich an den Computer gesetzt und das ganze mal ausprobiert. Könnte ich sozusagen mit dem Handwerkszeug umgehen? Ja, es ist möglich… ich kann das…

Und dann habe ich gemerkt, ich brauche natürlich noch ein bisschen Input und habe gegoogelt. Und wo lande ich? Auf einer Seite die Ihrerseits wieder Kurse anbietet. Kurse für angehende Autoren: „Schreibhandwerk“, aber auch Kurse für „Schreibpädagogik“, eben genau das, was ich ja für diesen Kurs brauche: Wie lehrt man „Kreatives Schreiben“? (Die Kursinfo findest du hier: https://kreativ-schreiben-lernen.de/ausbildung-schreibpaedagogik/)

Ich bin total kribbelig geworden. Den Kurs muss ich belegen. Ich will das! Das ist genau meins. Immerhin bin ich ja eh schon Erzieherin und Kurse für Kreatives Schreiben geben, das wäre echt cool. Leider kostet das Ganze eine erhebliche Stange Geld und so muss ich erst sehen, ob ich mir das leisten kann. Seufzels. Aber so ist das Leben. Es ist nicht immer einfach, seinen Hobbies und Träumen nachzugehen. Zu verwirklichen, was man sich wünscht. Und leider viel zu oft scheitert es an den Finanzen. 

Na, noch ist ein bisschen Zeit, um zu sparen und zu überlegen. 

Bis dahin freue ich mich über Eure Kommentare.

Roman-Tagebuch Teil 18

Die Zeit vergeht im Fluge. Schon wieder ist es (viel zu) lange her, dass ich einen Blogpost geschrieben habe. Mit Schrecken habe ich eben festgestellt, dass ein ganzer Monat seit meinem letzten Artikel vergangen ist. Schande über mich! ich gelobe Besserung. Aber irgendwie ist oft so wenig Tag und so viel zu tun… 

Was habe ich in dieser Zeit alles gemacht?

Abgesehen von Alltagsdingen, wie aufräumen,  fegen, Wäsche waschen und spülen habe ich mir sehr viel Zeit für meine Freundin genommen. Das war einfach wichtig.

Außerdem ist bei mir ein Medikamentenspiegel aus dem Ruder gelaufen, was zur Folge hatte, dass ich mich sehr schlapp und müde und unausgeglichen gefühlt habe. Zum Glück wurde die Ursache bei einem Routinecheck entdeckt und konnte behoben werden. Nun nehme ich eine höhere Dosierung und fühle mich schon wieder viel fitter. Sicherlich war das ein Grund, warum ich auch meine Schreibprojekte nicht mehr so gut im Griff hatte.

Und ich war anderweitig kreativ. Siehe das Bild oben, das innerhalb von zehn Tagen entstanden ist aus einer Kritzelei. Eigentlich wollte ich nur einige Kugelschreiber ausprobieren, ob sie funktionieren. Das Ergebnis könnt ihr oben sehen. Kreativität hat eben viele Seiten und bei mir ist es nicht immer nur schreiben!

Habe ich am Roman gearbeitet?

Mmh…. eigentlich wollte ich hier über den Namenstausch schreiben, habe aber gesehen, dass ich das schon im letzten Teil des Romantagebuches getan habe. Außer einigen Kleinigkeiten habe ich also in den letzten vier Wochen nicht ernsthaft an der Geschichte gebastelt. Das Leben und andere Dinge sind mir dazwischen gekommen. Das heißt aber nicht, dass ich mich gar nicht mit dem Schreiben beschäftigt habe. Es ging nur an der Romanidee nicht weiter.

Filterwörter zum Zweiten

Noch ein Satz zum Thema aus dem letzten Blogpost (siehe hier): nämlich zu den Filterwörtern. 

Ich habe darüber noch einmal eine ausführlichere Diskussion mit anderen Schreibern gehabt und bin letztendlich zu folgendem Schluss gekommen: Filterwörter ganz zu streichen ist auch nicht sinnvoll, manchmal gehören sie einfach in einen Text, aber eben nicht in jeden zweiten Satz. In der Diskussion wurde sehr deutlich, dass das ganze Ansichtssache ist und eine Stilfrage. Es mag modern sein auf Filterwörter ganz zu verzichten. Ob es immer sinnvoll ist, ist eine andere Sache. Ich habe nun für mich beschlossen, dass ich Filterwörter dezent, aber doch einsetzen werde, immer da, wo es anders nur schwer möglich ist. Unbenommen bleibt natürlich, dass man Dinge immer besser zeigt als nur erzählt. Und dass die Reaktion einer Person natürlich anschaulicher ist, als eine lange Beschreibung dessen, was sie sieht, hört, fühlt, riecht und denkt. Aber auch die Beschreibung hat ihre Berechtigung. Alles zu seiner Zeit und mit Augenmaß.

Ansonsten habe ich in den letzten Wochen an anderen Baustellen gearbeitet. 

Baustelle 1

Schon an Silvester 20/21 habe ich mit meiner Familie ein Krimi-Dinner-Spiel gespielt. Ich hatte mir mehrere mittelalterliches Krimi-Dinner-Spiele für zu Hause zum Selbermachen bestellt. Es kamen  zwei gut ausgearbeitete Boxen mit Tischkarten und Rollenbeschreibungen und und und…und ein Büchlein mit einer Geschichte und einem Vorschlag für eine Art Krimirallye ala Schnitzeljagd. Das letzte war so gar nicht für meine Zwecke geeignet. Die andere beiden waren keine schlechten Vorlagen, aber das eine zu anzüglich und das andere zu albern. Es passte nicht so Recht für mich und meine Gelegenheit. Ich habe mich jedenfalls entschieden, keines davon, so wie es war, zu benutzen. Ich hab mir den Fall und alle Rollenbeschreibungen und Hinweise etc. angeguckt und dann hab ich angefangen zu basteln: Ich habe eigene Charaktere erfunden bzw. zum Teil aus meinem Rollenspiel übernommen, habe eigene Vorgeschichten erfunden und Motive zum Teil ganz neu verfasst oder aus der Vorlage umgemodelt. Den Fall aber habe ich vom zeitlichen Ablauf und der Tatwaffe aus der Vorlage übernommen und nur teilweise angepasst, mit eigenen Einschüben und eigenen Varianten. Für jeden Charakter gibt es eine Einladung, eine Rollenbeschreibung und Hinweise. Es gab auch Charaktere, die nicht aktiv gespielt wurden…. An Silvester haben wir das Ganze dann als Familie ausprobiert und gespielt. 

Das hat schon viel Spaß gemacht, allerdings war der Aufwand für ein einmaliges Vergnügen recht hoch.

Nun habe ich meinen Kollegen angeboten, das Ganze noch einmal mit ihnen zu spielen und sie haben zugesagt. Im August werden wir also ein mittelalterliches Krimi-Dinner haben. Da es aber mehr Kollegen als Familienmitglieder sind, muss ich manche Rollen so umschreiben, dass sie ein aktiver Spieler spielen kann. Außerdem hatte meine Familie kleine Verbesserungsvorschläge, die ich noch eingebaut habe.

Auch wenn das nach wenig klingt, war der Aufwand, das Krimi-DInner für meine Kollegen anzupassen doch erheblich.  Ich habe sicher eine Woche lang jeden Tag mehrer Stunden daran gesessen. Und noch ist es nicht ganz fertig.

Tja und dann Baustelle 2 

Meine Chefin aus dem Kindergarten hatte eine  Auftragsarbeit für mich. Ich sollte ein Theaterstück/Anspiel für den Schulanfängergottesdienst schreiben. Natürlich möglichst schon gestern fertig, aber spätestens in zehn Tagen. Denn die Kollegen brauchen ja noch Zeit zum Üben. Und die Aufführung ist am schon bald. 

Die Aufgabe war ganz schön anspruchsvoll. Es muss für Kinder und Erwachsene ansprechend sein. Leicht verständlich, aber dennoch mit einer Botschaft. Es gab schon eine Ideensammlung und ziemlich konkrete Vorstellungen.

Die ersten Tage war ich vernagelt und hatte auch nur wenig Zeit. Ab und an ein grober Gedanke, mehr war nicht drin. Am Montag nach Auftragsannahme bin ich sehr früh aufgestanden und hab mich konzentriert an das Stück gesetzt. Ergebnis: Innerhalb von zwei Stunden stand der Text. Ich habe ihn noch jemanden zum Probelesen geschickt und dann meiner Chefin. Die war absolut begeistert, was mir sehr gut getan hat. Und damit habe ich es geschafft, rechtzeitig und zufriedenstellend zu liefern. Und meine Kollegen haben genügend Zeit zum Proben. Im Hinterkopf schwebte mir die Idee, ob man das nicht als Kinderbuch bei einem Verlag einreichen könnte. Dazu bräuchte ich dann noch die passenden Bilder.

Ich bin sehr gespannt auf die Aufführung. Die Kollegen haben schon passende Stabfiguren gebastelt. Sie müssen nur noch angemalt werden.

Heute habe ich eine Vertretung übernommen und dann meine Chefin angesprochen, ob man aus dem Text nicht vielleicht ein Bilderbuch machen könnte. Sie war Feuer und Flamme und hatte gleich Ideen für die Umsetzung. Vielleicht… kann ich dann bald von meinem ersten Buch berichten. Mal sehen, was daraus wird.

Und wie geht es mit dem Roman weiter?

Dafür finde ich hoffentlich demnächst wieder mehr Zeit und Muße. Mit der Überarbeitung bin ich fast fertig, nun muss es vorwärts gehen. Gerade bin ich allerdings nicht inspiriert… seufz. Ich muss den Dreh wieder finden. 

Ich nehme mir mal vor, morgen wieder früh aufzustehen und mich gedanklich wieder mit dem Roman zu beschäftigen.

Und diesmal nehme ich mir vor bis zum nächsten Artikel auf dieser Seite nicht so viel Zeit verstreichen zu lassen.

Über Kommentare und Anregungen würde ich mich sehr freuen.

Roman-Tagebuch Teil 17

Neue Szenen und Beschreibungen

Es geht vorwärts. Endlich wieder. Das habe ich ja schon berichtet!

In der letzten Woche sind zwei Szenen entstanden, wo vorher nur ein knapper Satz darauf hindeutete, dass dort noch etwas fehlte, mehr als 2500 Worte wurden neu geschrieben und noch mehr Text verbessert. Ich habe mir die Zeit genommen, mich mit Beschreibungen auseinanderzusetzen und Worte zu finden, die den Leser mit hinein nehmen in die Hauptstadt meines Landes. Außerdem habe ich meine Hauptfigur in einen Badezuber steigen lassen… auch hier war es entscheidend, Atmosphäre zu kreieren, zu beschreiben…warum das wichtig ist, liest du vielleicht irgendwann in meinem Roman. 

Erstaunlicherweise waren es zwei eher „langweilige“ Szenen, die mich wieder hineingezogen haben in die Geschichte. Da passiert keine Action, es ist nichts, was die Geschichte voran treibt, keine tiefschürfenden Erkenntnisse oder Gefühle werden gewälzt, niemand kämpft oder stirbt, leidet oder siegt…. Es geht keinen Schritt voran… niemand trifft weitreichende Entscheidungen oder verliert sich in Trauer, Wut oder maßloser Eifersucht. Was macht diese Szenen dennoch so besonders, dass sie einen solchen Sog auf mich ausgeübt haben, dass ich mir jetzt gut vorstellen kann, voran zu schreiben? Wieso faszienieren sie mich so, begeistern mich geradezu?

Weil sie Atmosphäre schaffen. Weil sie meine Welt lebendig gemacht haben. Weil ich plötzlich ganz nah bei meiner Figur war. Weil ich gesehen, gehört und gerochen habe, wie es dort aussieht, wo ich meinen Helden hingeschickt habe. Ich habe dort mit ihm gestanden. Auf die Stadt geblickt. Gefühlt und erlebt wie es in den Straßen dieser Hauptstadt zugeht …seine Perspektive eingenommen. Und damit bin ich ihm nah gekommen, konnte ihn verstehen, seine Beweggründe, seine Gedanken  … 

Und ich habe gemerkt, wie lieb ich diesen Charakter gewonnen habe, wie wichtig er mir ist … und wie sehr ich mit ihm mitleide …

Zum Thema Beschreibungen habe ich noch einen Extra-Artikel verlasst, den du hier lesen kannst: https://kreative-schreiberei.de/wie-schreibt-man-gute-beschreibungen/

Ansonsten kann ich noch berichten, dass ich schon wieder auf Namenssuche war. Namen sind wichtig, das habe ich schon an anderer Stelle gesagt (den Artikel findest du hier). Sie müssen passen: Zur Figur, zu ihrer Rolle, zur Geschichte, aber auch zueinander. Jetzt hat jemand festgestellt, dass eine Figur so ähnlich heißt, wie die in meiner Herrscherfamilie gängigen Namen. Und dass das erstens verwirrend und zweitens unpassend ist. Man kann ihn dann schlecht vom König unterscheiden, es könnte sogar zu Verwechslungen kommen und es setzt die „Einmaligkeit“ der Herrschernamen herab, bzw. stört die Zusammengehörigkeit innerhalb der Dynastie, wenn ein Außenstehender den gleichen Wortstamm im Namen hat.

Also musste ein neuer Name her! Eine Schwierigkeit, wenn man schon hundert Seiten verfasst und sich an den Namen gewöhnt hat. Für mich prägen Namen das Bild der Person, deshalb sind sie so wichtig, und es ist schwer, sie zu ersetzen.

Ich hab also wieder Namensgeneratoren und Vornamenlisten gewälzt.  Diesmal wurde ich hier fündig: https://www.familienbande24.de/vornamen/laender/altdeutsche,vornamen/jungs_index.html

Von etwa 8 Namen, die überhaupt in Frage kamen, habe ich das ganze auf 3 Namen zusammengedampft. Und dann habe ich es im Text ausprobiert. Wie sieht das Schriftbild aus? Wie klingt es? Ist der Name hart genug für einen Mittelklassebösewicht? Kann man ihn gut rufen? Passt er zu meiner Vorstellung der Figur? Ist die Bedeutung angemessen?

Ein Name hat sich herauskristallisiert. Und nun muss ich den im ganzen Text suchen und ersetzen. Seufz. Eine elende Arbeit. Trotz der „Suchen-und-ersetzen-Funktion“ des Programms eine lästige Sache.

Ihr wüsstet nun gern, welchen ich ausgesucht habe? 

Staatsgeheimnis! Das verrate ich nicht… Beinahe hätte ich eine Abstimmung gemacht, um eure Meinung zu hören. Aber ganz ehrlich: Bei Namen bin ich zu eigen, der muss für mich passen, da kann ich keine Wahl veranstalten! 

Und außerdem soll es ein Geheimnis bleiben, bis das Buch hoffentlich erscheint. Irgendwie habe ich da Angst, mir könnte jemand den Namen klauen… das ist sicher albern, aber irgendeinen Tick muss ich als Autor ja haben!! *Zwinker*

Für heute habe ich nicht mehr zu berichten. Ich wünsche allen eine gute Woche und freue mich über Eure Kommentare.

Roman-Tagebuch Teil 16

Geht es mit dem Roman voran?

Wochenlang musste ich berichten, dass sich nichts, aber auch gar nichts an meinem Roman-Projekt getan hat! Einen ganzen Monat lang habe ich kein (oder fast kein) Wort zu meiner Geschichte hinzugefügt. Es lag brach. Wie ödes Land verwaist. Wie ein Schiff auf Sand gelaufen. Kein Fortschritt. Ebbe. Nada. Niente. Rien. 

Seit etwa anderthalb Wochen jedoch ist etwas im Gange. Ödes Land wird bewässert. Blumen sprießen. 

Die Flut kehrt zurück. Das Schiff wird flott gemacht.

Zuerst noch langsam, dann immer schneller und mächtiger kommt etwas ins Rollen und meine Gedanken sprießen wie die Blumen. Ein neuer Wind weht und bläht meine Segel…. Aufbruchsstimmung. Neue Hoffnung, wo ich schon dachte, ich könnte die ganze Sache beerdigen.

Was genau passiert da? Womit beschäftige ich mich?

Rein äußerlich sieht man (noch) nicht viel. Es sind keine neuen Kapitel entstanden, keine neue Line, kein neuer Handlungsstrang. Nichts Bahnbrechendes. Vor drei Tagen hätte ich gar noch sagen müssen, nicht ein Wort, eine Szene ist hinzugefügt oder verändert worden. Es sah immer noch nach Stillstand aus. Und dennoch bewegte sich schon da ein laues Lüftchen durch mein Denken.

Angeregt durch meinen Schreibkurs habe ich mich daran gemacht, Dinge zu erfinden, die meine Welt lebendiger machen sollen. Zu meiner Welt gehören nicht nur Länder, Berge und Ebenen, Flüsse und Seen, Städte und Burgen. In diesen Ländern gibt es Pflanzen und Tiere, Völker unterschiedlicher Art.  Und damit es anschaulich und spannend wird, braucht es neue Pflanzen, ungewöhnliche Tiere, Eigenheiten von Volksgruppen. Und deshalb erfinde ich welche. Ich erfinde Pflanzennamen. Heilpflanzen, Nutzpflanzen, Bäume, Gräser…Tiere sollen folgen. Kultur und Merkmale von Völkern.

Wie mache ich das?

Ich habe eine Seite, auf der man sich Pflanzennamen generieren lassen kann. Leider klingen die alle englisch. Erstaunlicherweise aber hört man, dass es Pflanzennamen und nicht Berg- oder Seenamen, Tier- oder Drachennamen sind. 

Was macht es aus, dass man diese Namen als Pflanzennamen erkennt? 

Das habe ich mich gefragt und festgestellt, dass es gewisse Endungen oder Zusätze sind, die diese Worte als Pflanzennamen kennzeichnen. Daraufhin habe ich ein deutsches Heilkräuterlexikon durchgeblättert und mir gängige Endungen und besondere Zusätze notiert. Diese habe ich dann wild und mit viel Phantasie kombiniert. Und voila es kamen sehr passable Pflanzennamen dabei heraus. Diesmal deutsche! Und ich bin gleichzeitig darüber gestolpert, wie vielfältig und wunderbar unsere Pflanzenwelt ist und welche merkwürdigen Kombinationen es tatsächlich gibt, obwohl ich dachte, ich hätte sie mir gerade ausgedacht…

Ich verrate hier nicht mehr… Wer wissen will, wie meine Pflanzen heißen, aussehen, riechen oder wirken, muss warten bis mein Buch fertig und veröffentlicht ist!

Über die Pflanzen kam ich ins Fabulieren. Zugleich wurde mir bewusst, dass meine Hauptperson in den ersten Kapiteln viel zu nett war. Seine Charakterbeschreibung, in der er einen gewissen Standesdünkel und eine Arroganz aufweist, passte nicht überein, mit dem, was ich geschrieben hatte. Er war zu freundlich zu anderen, die gesellschaftlich unter ihm standen. Zu umgänglich. Da war keine Entwicklungsspanne gegeben, nichts, was sich noch hätte zum Besseren wenden können. 

Und so entstand der Gedanke, dass ich das, was da steht, noch einmal überarbeiten müsse, ehe ich weiter voran schreibe. Außerdem musste sich etwas in den Dialogen ändern. Nicht nur die Arroganz des Helden, auch der niedere Stand anderer musste sich irgendwie wiederspiegeln. In ihrer Sprache. In ihren Worten, ihrem Dialekt. Also begann ich vor drei Tagen, meine Kapitel genau daraufhin zu überarbeiten. Arroganz und Überheblichkeit einzubauen in Worten und Gedanken, in Handlungen… und Dialekte zu verwenden, um die Herkunft meiner Personen deutlicher zu machen.

Gestern und heute ist aus dem Überarbeiten eine ganz neue Szene entstanden. Es geht voran. Wenn auch noch innerhalb dessen, was da schon stand, aber dennoch. Ich merke, wie Gedanken wieder fließen, wie neue Ideen sprudeln. Wie aus dem, was ich tue etwas Neues erwächst. Das Schiff nimmt wieder Fahrt auf. Und der Wind pustet kräftig.

Seit gestern nutze ich eine weitere Inspirations- und Motivationsquelle. Ich treffe mich mit anderen Autorinnen in einem Videochat, man bespricht kurz, was man plant und schreibt dann eine Zeit, um sich im Anschluss auszutauschen, wie es funktioniert hat. 

Das hilft ungemein, um fokussiert zu arbeiten.

Neues, altes Schreibprogramm!

Und noch etwas ist passiert. Ich habe – mal wieder – mein Schreibprogramm gewechselt. Dazu muss man wissen, ich habe sicher schon zwei Jahre Scrivener 3 für Mac genutzt und habe in diesem Jahr, kurz nachdem das Programm für Windows erschienen ist auch Scrivener 3 für Windows heruntergeladen. Ich mag Scrivener. Ich kann mich gut organisieren mit diesem Programm. Dennoch fehlt mir etwas. Und dieses Etwas glaubte ich in dem Konkurrenzprogramm Papyrus Author gefunden zu haben. Papyrus Author hat viele verlockende Funktionen. So hat es einen Dudenkorrektor. Und ist damit in Sachen Rechtschreibkorrektur sicher ungeschlagen. Außerdem bietet es eine Stil- und Lesbarkeitsanalyse und man kann Charakterkarten anlegen, die man direkt aus demText verlinken kann. Es gibt viele gute Gründe für Papyrus Author. Und ich habe sie alle ausprobiert und genossen… aber ein Problem habe ich mit dem Programm… ich bin dort nicht so organisiert wie in Scrivener. Die Struktur erschließt sich mir nicht so, es ist ein langer Fließtext, den ich zwar irgendwie mit Kapiteln und Szenenüberschriften zerlegen kann, aber irgendwie ist mir Scrivener da sympathischer. Und manches, was ich in Scrivener liebgewonnen hab, finde ich in Papyrus nicht wieder… entweder weil ich zu blöd bin, es zu finden oder weil es schlicht nicht vorhanden ist.

Die ersten Hundert Seiten habe ich begeistert in Papyrus geschrieben, aber als ich jetzt hängen geblieben bin und mir klar wurde, dass ich Dinge grundlegend überarbeiten muss, bin ich zu Scrivener zurück gekehrt. Habe alles von Hand übertragen und arbeite nun mit Scrivener 3 für Windows. In Scrivener habe ich jede Szene quasi in einem eigenen Dokument. Ich kann diese Dokumente leicht untereinander verschieben. Ich kann Schnappschüsse von einzelnen Dokumenten machen, diese dann bearbeiten, wieder einen Schnappschuss machen, wieder bearbeiten so oft ich will und diese Schnappschüsse dann miteinander vergleichen und mich für die Variante des Textes entscheiden, die mir am besten gefällt, ohne Angst haben zu müssen, dass mir die Idee aus dem ersten Schnappschuss abhanden kommt.

Das ist überarbeiten mit doppeltem Boden … ich kann jederzeit zu Variante 1, 2 oder 3 zurückspringen. Und zwar  für jede winzige Szene einzeln und unabhängig von den andere Sequenzen. Das gibt mir die Sicherheit, dass ich meinen Text auch nochmal ganz verwerfen und neu Schreiben kann, dass ich nicht nur einzelne Worte, sondern ganze Stimmungen ändern kann. Und wenn es mir nicht gefällt, drücke ich sozusagen den Resetknopf. Ohne das für das gesamte Dokument zu tun!

Wenn ich dann dahin komme, dass ich den Text mit Dudenkorrektor überarbeiten will, werde ich wohl zu Papyrus zurück kehren, aber bis dahin bin ich bei Scrivener gut aufgehoben.

Wer mehr über scrivener erfahren will, findet hier gute Informationen: https://www.knowhowlounge.de

Auf Youtube findet man auch ein verständliches Video von Gian dazu, wie man in Scrivener schreibt und in Papyrus korrigiert. 

Zusammenfassung: Was ich geschafft habe! 

  • Neue Pflanzennamen und ein funktionierendes System um beliebig viele weitere  Pflanzen zu erfinden.
  • Überarbeitung entscheidender Dialoge bezüglich Stimmung und Charaktereigenschaften
  • Einbau von Dialekt in meine Dialoge 
  • Meinen Protagonisten zu Beginn etwas unsympathischer zu machen
  • Eine neue Szene erfinden
  • Schwung gewinnen 
  • Motivation zum Weitermachen finden
  • Neue Ideen für neue Szenen entwickeln

Ich finde, das ist eine ganze Menge und mit Sicherheit ein Grund zu feiern. Jubel! Ich glaube jetzt daran, dass es weiter gehen kann und wird. Dass ich nicht heillos feststecke, sondern dass ich kreativ genug bin, neue Wege zu finden. Mein Roman wächst weiter. Lass dich überraschen, was ich beim nächsten Mal berichten kann!

Bis dahin, hinterlass mir doch deinen Kommentar. Ich bin neugierig auf deine Meinung.

Roman-Tagebuch Teil 15

„Nun komm doch mal auf den Punkt!“

Kennst du das auch? 

Aus irgendeinem unerfindlichen Grund schafft man es nicht, seinem Gegenüber zu vermitteln, worum es eigentlich geht.  Was ist der springende Punkt, das hüpfende Komma?* (Zitat: Heinz Erhard) Worauf kommt es wirklich an? Was ist die Quintessenz? Der Kern des Ganzen… oder anders ausgedrückt: Was will ich eigentlich damit sagen? 

Ich habe festgestellt, dass ich damit erhebliche Probleme habe. In letzter Zeit gab es zwei Stellen, an denen das wichtig gewesen wäre: Zum einen wollte ich (und sollte es in meinem Schreibkurs auch) eine Prämisse für meinen Roman finden, also eine übergeordnete Aussage, worum es in der Geschichte eigentlich geht. Zum zweiten habe ich an meinen Charakteren gearbeitet und auch dabei gemerkt, wie schwer es mir oft fällt, prägnant zu sein und nicht zu viel auf einmal zu wollen. Ich kann drumrumlabern was das Zeug hält, ellenlange Passagen erzählen, beschreiben, ausmalen, fabulieren und dichten, bis sich die Balken biegen, aber präzise auf den Punkt kommen, fällt mir ungeheuer schwer. 

Warum eigentlich?

  • Punkt eins: Vielleicht habe ich gar nichts zu sagen?
  • Punkt zwei: Alles, was ich zu sagen habe, ist gleich wichtig. Deshalb kann ich mich nicht entschieden, was das Wichtigste ist?
  • Punkt drei: Es gibt zu viel zu sagen und ich bin einfach eine Labertasche?
  • Punkt vier: Ich habe Angst, dass das, was ich zu sagen habe, niemanden interessieren könnte und verschleiere es darum mit vielen unnützen Worten.
  • Punkt fünf: Meine Gedanken sind ein einziges Chaos. Deshalb finde ich selbst keine Klarheit und der springende Punkt hüpft mir davon.
  • Punkt sechs: Ruhe und Muße fehlen. In der Hektik des Alltags komme ich nicht zu der Ruhe, die man benötigt, um klare Gedanken zu formulieren.
  • Punkt sieben: Alltagssorgen und Nöte lenken mich ab.
  • Punkt acht: Müdigkeit und mangelnde Konzentrationsfähigkeit.
  • Punkt neun: Andere Aufgaben warten und drängeln, scheinen wichtiger.
  • Punkt zehn: Meine Arbeitsumgebung ist unaufgeräumt oder bietet zu viele Ablenkungen. 

Was trifft nun auf mich zu?

Punkt eins: Ich habe gar nichts zu sagen! Ich glaube, das trifft auf mich nicht oder nur selten zu. Ich habe zu vielen Dingen eine Meinung und manchen Leuten haue ich sie auch um die Ohren. Manchmal scheint es aber so, als hätte ich nichts zu sagen. Warum? Dann fehlt mir der Mut, zu dem zu stehen, was ich denke und meine. Ich erachte meine eigenen Gedanken nicht als wertvoll genug, um gehört zu werden. Hier muss ich selbstbewusster werden. Ich habe etwas zu sagen. Und ich kann und darf dazu stehen.

Punkt zwei: Zu viel zu sagen, alles wichtig, wie soll ich entscheiden? Da finde ich mich wieder. Für mich sind viele Dinge auf der gleichen Ebene, stehen nebeneinander, sind gleich wichtig. Und Entscheidungen, egal welcher Art, fallen mir ungeheuer schwer. Selbst wenn ich nur aussuchen soll, was ich in einem Restaurant für mich zum Essen bestellen soll, gerate ich ins Schwitzen. Ich frage dann die anderen, folge Entscheidungen, die andere treffen, habe Angst falsch zu entscheiden….Da spielt eine große Unsicherheit mit hinein und das Gefühl, wenn ich mich „falsch“ entscheide, geht die Welt unter… dabei kann man viele Entschiedungen und Meinungen ja revidieren. (Natürlich nicht alle und manchmal hat eine Fehlentscheidung fatale Folgen) Entscheidungen zu fällen und damit eine Auswahl zu treffen und dazu zu stehen, hat wieder etwas mit Selbstbewusstsein zu tun. 

Punkt drei: Ja, es gibt zu viel zu sagen. Es gibt so viele Dinge, die ich gerne erzählen, zu denen ich meine Meinung sagen will. Und Ja, ich kann labern. Und will es auch manchmal. Und oftmals mache ich mehr Worte als nötig. Aber es gab auch Zeiten in meinem Leben, da habe ich kein Wort heraus gebracht. Schwierig ist, genau das richtige Maß zu finden. Und eine Quintessenz ist eben sehr komprimiert, sprich alles ist auf ein Minimum eingedampft. Daran muss ich meistens hart arbeiten. Und wieder geht es um Selbsbewusstsein und darum, die Angst zu bezwingen, das Wesentliche nicht zu treffen.

Punkt vier: Oh ja, das kenne ich gut. Die Angst, dass meine Meinung dumm ist, nicht wichtig oder einfach nur lächerlich. Das ohnehin keiner hören will, was ich zu sagen habe. Das ich ausgelacht werde. Und dann rede ich drumrum, mache viele Worte, um doch irgendwie zu überzeugen. Und erreiche genau das Gegenteil. Es wird schwammig, uninteressant, langatmig. Schon wieder sind wir bei Angst und Selbstbewusstsein. Ich muss meine Angst überwinden, nicht gemocht zu werden für das, was ich sage oder schreibe. Ich muss lernen, selbstbewusst zu dem zu stehen, was ich meine.

Punkt fünf: Chaos im Kopf, keine Klarheit im Denken! Ja das bin ich. Das Chaos im Kopf zeigt sich zum Beispiel in der Unordnung, die mein Haushalt oft hat. Ich finde es schwer, aus dem Wust an Gedanken, den einen zu fischen, der relevant ist. Genauso wie es mir schwer fällt, festzulegen, welcher Gegenstand an welchen Ort gehört. Hier ist der Punkt eher, dass ich lernen muss, meine Gedanken zu ordnen, so wie ich es gelernt habe, meinen Haushalt zu ordnen.

Punkt sechs: Ruhe und Muße fehlen. Oft ist das der Fall, der Alltag ist so schnell, so hektisch, ich komme nicht zur Ruhe. Und wenn alles am Rasen ist, rasen auch die Gedanken und es ist schwer, einen aus dem Strudel zu fischen und festzuhalten. Ich muss mir selber Ruhe gönnen, um zu mir selbst und zum Kern der Dinge vorzustoßen. Unruhe und Alltagsstress sind dabei mehr als hinderlich. Hier geht es um Konzentration, Fokussierung, sich selber Ruhe und Pausen zu gönnen. Meditation und Besinnung, Gebet und Ruhe können helfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Punkt sieben: Sorgen und Nöte hindern mich mehr, als mir oft bewusst ist. Wenn meine Gedanken dabei sind, für irgendeine kleine oder große Not in meinem Leben Feuerwehr zu spielen, wie kann ich dann zur gleichen Zeit tiefschürfende Erkenntnisse erwarten? Ich bin anderweitig beschäftigt. Und ich muss Prioritäten setzen. Und dann ist das „reale“ Leben, die tatsächliche Not wichtiger, als irgendein Gedanke, den man auf den Punkt bringen will. Wenn mich das Leben zu sehr fordert, komme ich nicht zur Ruhe. Auch hier geht es wieder um Zeit, um innere Ruhe, um Gelassenheit.

Punkt acht: Müdigkeit und Konzentration sind Killer für gute Gedanken. Wenn ich nicht ausgeschlafen bin, müde und erschöpft vom Alltag, dann bin ich unkonzentriert und damit unfähig prägnante Formulierungen zu finden. Mein Problem dabei? Ich habe nur frühmorgens Zeit zum Schreiben. Ich stehe deshalb oft um kurz nach fünf auf. Und ja, da bin auch ich noch müde… wobei abends zu schreiben, wie ich es früher gemacht habe, funktioniert heute gar nicht mehr. Man muss also den richtigen Zeitpunkt zum Denken finden und sich genug Schlaf bzw. Pausen gönnen. Schon wieder diese Sache: Ruhe, Pausen, Schlaf und Zeit. Ein gutes Zeitmanagement ist also auch hier hilfreich.

Punkt neun: Alles andere ist wichtiger, als zu schreiben und präzise zu sein. Auch das kenne ich. Wenn ich viele Termine am Tag habe, wenn die Unordnung in meinem Haushalt oder irgendeine andere Aufgabe zu drängend wird, kann ich mich nicht darauf einlassen, an Worten zu drechseln und mich auf das eine zu fokussieren, was ich wirklich sagen will. Schon wieder sind wir beim Zeitmanagement.

Punkt zehn: Ablenkungen, egal welcher Art sind hinderlich. Und auch die Unordnung auf meinem Schreibtisch, beziehungsweise der Blick aus dem Fenster können Ablenkungen bieten. Ich arbeite zum Beispiel besser, wenn mein Blick zur Wand geht und ich nicht rausgucken und mich ablenken lassen kann. Ordnung im Äußeren, hilft Ordnung im Inneren zu finden. 

Woran muss ich arbeiten?

Selbstbewusstsein und Angst: Ich habe etwas zu sagen. Ich darf und muss dazu stehen, egal was jemand anderes sagt. Ich bin ein geliebtes Kind meines Gottes. Ich darf selbstbewusst sein. Und ich bin weder mehr, noch weniger wert als alle anderen Menschen um mich herum!

Zeitmanagement: Ich muss mich darum bemühen, den richtigen Zeitpunkt für die Dinge zu finden. Muss Ruhe, Schlaf und Pausen einbauen. Ich kann Gott fragen, welche Prioritäten er für meinen Alltag setzen möchte. Denn Gott kommt nicht zu spät. Oder zu früh, er kommt immer genau richtig.

Ordnung im Äußeren und Inneren: Ich muss mich besser Organisieren lernen. Wieder für mehr Aufgeräumtheit in meinem Umfeld und in meinem Inneren sorgen. Meditation und Besinnung können mir helfen, mich besser zu fokussieren. Auch hier ist es Gottes Ordnung für mein Leben, die hilfreich ist.

Was ist noch nützlich: 

Spaziergänge: Hier kann man zur Ruhe kommen. Oft fließen meine Gedanken dann. Ich muss allerdings etwas dabei haben, um sie zu notieren.

Notizen machen, wenn der passende Gedanke kommt, anstatt zu einem festgelegten Zeitpunkt darüber zu brüten. Dafür hilfreich sind entweder digitale Geräte, wie eine Notizapp im Handy, ein einfacher, kleiner Notizblock mit Stift oder mein Bulletjournal.

Mindmaps helfen mir Gedanken und Ideen zu sortieren. Sie können aber auch ablenken und verwirren. Mit digitalen Mindmaps habe ich schon viel Zeit vertrödelt und meisten funzen sie nicht so, wie ich es gerade brauche. Deshalb gehe ich wieder dazu über, das Ganze analog zu machen. 

Vom Großen ins Kleine: Dampfe Ideen so lange ein, bis die Quintessenz übrig bleibt. 

Fragen stellen: Warum ist mir das wichtig. Was will ich eigentlich damit? Wen interessiert das? Worauf kommt es an?

Sicher gibt es noch viele andere Ideen, wie man sich selbst organisiert, um genug Ruhe, Zeit und Muße zu finden. Oder um selbstbewusster und weniger ängstlich zu sein. Oder wie man von einem Wust und dem Chaos im Kopf zu klaren Aussagen findet. Aber für heute soll es genug sein… Ich muss ja auch noch an meiner Prämisse arbeiten… und an den Charakteren, ganz zu schweigen von der Geschichte, die ich gerne wieder vorantreiben möchte… Ich weiß nicht mal, ob ich im Mai überhaupt irgendein produktives Wort an der Geschichte selbst verfasst habe. 

Deine Meinung und dein Kommentar zum Thema „auf den Punkt“ kommen würden mich sehr interessieren. Also nur keine Scheu, sagt mir, was ihr denkt! Welche Mittel und Wege nutzt ihr, um präzise zu formulieren?

Roman-Tagebuch Teil 14

Dieser Teil des Roman-Tagebuches handelt schon wieder von Stillstand und Schreibblockaden:

Wenn man auf das Manuskript guckt, hat sich da seit längerem nicht wirklich etwas getan. Ich hänge. Ich habe drei offene Enden und Ideen, was man wo noch einflicken muss, aber geschrieben habe ich außer einzelnen Worten oder kurzen Notizen nichts. Es herrscht Ebbe. Flaute. Windstille. Stillstand. Oder anders ausgedrückt, ich hab mich in eine Sackgasse manövriert! Und wie das Bild oben beweist, verstecken sich solche Sackgassen an den unmöglichsten Stellen. Manchmal steht einem ein ganzer Wald offen, aber man schafft es, an der einzigen unwegsamen Stelle hängen zu bleiben. Aber wie ist die Lage wirklich? Kann man nicht einfach umdrehen?

Ich habe festgestellt, dass mein vorletzter Blockpost auch schon das Thema Schreibblockade und Stillstand hatte. Es wird also langsam Ernst! 

Ist das nun wirklich eine dieser berühmten Schreibblockaden?

Ja und Nein!

Ja, insofern, dass ich am Buch selber überhaupt nicht vorwärts komme. Wenn es darum geht, Text zu produzieren für die Geschichte, bin ich total blockiert. Da kommt kein vernünftiges Wort raus, kein Satz, den man stehen lassen kann. 

Und nein! An diesem Blockpost seht ihr, das Schreiben im Allgemeinen funktioniert. Ich schreibe immer noch. Ich schreibe Einkaufslisten, Notizen (sogar für den Roman), Tagebucheinträge bzw. Bulletjournalplanungen, Rechercheergebnisse werden notiert und Blogposts verfasst.

Aber bei meinem Buchprojekt, da hängt es.

Und woran hängt es?

Ich glaube, dass ich gerade an mangelnder Planung scheitere, an Orientierungslosigkeit, wo und wie es weiter gehen soll. Sprich, mein Plot ist nicht gut genug, er trägt mich nicht weiter. Ich habe lose Ideen, weiß aber nicht, wie ich sie mittels eines roten Fadens verbinde. Ich weiß nicht, wo ich genau hinwill und vor allem, wie ich dahin komme, wo ich hinwill.

Sprich, ich muss die Fußarbeit machen, bevor es weiter geht. Muss am Plot feilen, Handlungsstränge sortieren, Ziele neu definieren. An Grundlagen arbeiten. 

Dazu kommt ja noch mein Schreibkurs, der mich auch sehr fordert und für den ich Zeit, Kraft und Gedanken aufwänden muss. 

Ah, da ist es, das Thema Zeit. Zeit und Ruhe oder Muße. Ich bräuchte erheblich Zeit, um wieder hinein zu finden. Und im Moment ist es schwer, mir soviel Zeit am Stück zu nehmen.

Die letzten zwei Wochen hatte ich Besuch. Lieben Besuch. Aber er hat mein Arbeitszimmer blockiert und damit hatte es sich mit Rückzug und Ruhe und Abgeschiedenheit und Konzentration für die Story.

Seit Montag ist das wieder anders. Geschrieben habe ich trotzdem noch nichts! Schnauf!

Was kann man nun also gegen Schreibblockaden tun?

Über Schreibblockaden haben schon viele kluge Leute viele Dinge gesagt:

Oder 

Es gibt noch viele weitere gute Tipps und Tricks gegen Schreibblockaden, die ich hier nicht alle aufführen kann.

Was mache ich ganz konkret gegen meine persönliche Schreibblockade?

Nun ich schreibe! Das ist das eine! Ich schreibe so viel, wie möglich: Blogbeiträge, Notizen, Ideenfetzen, oder eben auch Banales: Einkaufslisten, meine Bulletjournalplanung oder anderes… denn es ist ja nicht so, dass ich plötzlich nicht mehr schreiben kann! Nein, wie ihr hier seht, kann ich immer noch gute Texte verfassen. Das Schreiben habe ich nicht verlernt. Ich kann Buchstaben aneinander reihen, ich kann Sätze bilden und Sätze zu Absätzen zusammenfügen, was ich nicht kann, ist die Geschichte vorantreiben, an der ich eigentlich arbeiten will.

Und um dort wieder in Gang zu kommen, muss ich mir über den Plot klar werden. Deshalb sind es diese drei Dinge, die ich gerade tue: 

Schreiben!

Lesen!

Und Plotten!

Ich habe mir überlegt, dass ich mehrere große Kartons (DinA2-Plakatpappen) nutze, um darauf meinen Plot zu entwickeln und mir einen neuen Überblick über mein Projekt zu verschaffen. Es braucht mindmaps und timelines, in denen die verschiedenen Handlungsstränge zeitlich chronisiert werden. Ich brauche einen neuen Überblick: 

Wo bin ich gestartet?

Was steht da schon ?

Und wo will ich hin?

Außerdem brauche ich einen neuen Überblick über meine Figuren, über Freunde und Feinde und neue Klarheit über meinen Protagonisten. Was will er? Und wie kommt er dahin?

Und natürlich bilde ich mich weiter fort:

Der Schreibkurs geht noch eine ganze Weile und ich hoffe, ich kann daraus konkrete Anregungen für mein Projekt mitnehmen.

Zum Thema Recherche habe ich schon einiges gelernt, und auch wenn ich einen fiktionalen Roman schreiben will, der aus der Zeit gehoben ist und keinen direkten Geschichtsbezug hat, so kann ich doch geschichtliches Recherchieren und Geschichtswissen einbringen. Jede Welt, auch jede erfundene, hat ihre Vorbilder oder ihre Bezüge in realen Umständen oder Zuständen. Wenn wir meinen, wir denken völlig Neues, so hat das Neue doch seine Grundlage in bereits Dagewesenem. Es schwebt nie oder selten in luftleerem Raum. Es hat einen Bezug zu mir, zu meinem Erleben, meinem Wissen, zu der Welt aus der ich komme…. Also muss ich was Neues über mich und meine Welt lernen, über mein Thema Mittelalter und daraus erwächst dann vielleicht neue Inspiration für meine Geschichte.

Soweit so gut.

Was jetzt noch fehlt, ist die Zeit!

Ich muss mir Zeit nehmen. Von alleine kommt sie nicht. Irgendwann muss ich anfangen… 

Am Mittwoch hat mir meine Tochter die Pappkartons besorgt und gestern habe ich angefangen:

Zuerst einmal habe ich mir einen Überblick über meine 293 Charaktere verschafft… okay ganz so viele sind es nicht… aber genug um selbst ein riesiges DinA2-Plakat zu füllen.

Heute folgen Überlegungen zu Handlungssträngen, timeline und Intrigen!

Bin gespannt, ob es hilft.

Und natürlich ist Freitags mein Kurstag: Heute geht es um autobiographisches Schreiben. Auch spannend, wenn auch zur Zeit nicht ganz mein Thema.

Was auf alle Fälle nicht in Frage kommt, ist Aufgeben! Ich will und werde dieses Buch zu Ende schreiben! Und wenn es eben länger dauert, dann ist das so!

Bis dahin freue ich mich über eure Kommentare!

Roman-Tagebuch Teil 13

In diesem Teil meines Roman-Tagebuches will ich einen kurzen Einblick in meinen gestrigen Tag und den Online-Kurs geben, den ich belegt habe:

Wie sich Pläne ändern können

Nach dem ich mich drei Tage mit Migräne geplagt habe, bin ich gestern aufgewacht und es schien deutlich besser. Natürlich habe ich mich gefreut und den Tag entsprechend in Angriff genommen. Ich hab geduscht, mich ausnahmsweise 😉 mal hübsch gekleidet und habe mich auf den Weg gemacht. Ich hatte versprochen, jemanden aus meinem Bekanntenkreis zu einem wichtigen Arzttermin zu fahren. Um 11 Uhr 20 mussten wir da sein. Auf der Hinfahrt hat auch alles reibungslos geklappt. In der Zeit, in der ich hätte warten müssen, bin ich in die Lörracher Innenstadt gegangen und habe noch einige Besorgungen getätigt, sowie Geld abgehoben, damit mein Sohn am Nachmittag einkaufen fahren konnte für die Familie. Anschließend saß ich zu Hause auf heißen Kohlen, denn am Nachmittag ab 14 Uhr sollte ja das erste Treffen des Online-Schreibkurses stattfinden, zu dem ich mich angemeldet hatte. Und der Arzttermin dauerte und dauerte, ich bekam Zwischenmeldungen, die ein ums andere Mal besagten, „Ich bin noch nicht dran!“ Erst nach 13 Uhr konnte ich zum Abholen starten. Bis ich meine Bekannte wieder aufgesammelt hatte, war es zwanzig nach 1. Der Weg zurück zu Ihr dauert, wenn man gut durchkommt 15 Minuten, bei mehr Verkehr werden es leicht 20 Hin und Zurück also 40 Minuten, ich konnte es gerade noch rechtzeitig zu meinem Kurs schaffen. Also hab ich mich gesputet. Aber schon auf der ersten, großen Straße: Stau, stadtauswärts: Stau, auf der Autobahn: Stau, auf der Nebenstrecke, mit der ich die Autobahn umgehen wollte: Stau. Defacto haben wir für eine Strecke statt 15 schnellen Minuten, mehr als 25 langsame gebraucht. Rechtzeitig zurück zu sein, schien unmöglich. Also entschieden wir, ich nehme am Kurs von der Wohnung meiner Bekannten aus teil, die mir dafür ihren Arbeitsrechner und ihr Internet zur Verfügung gestellt hat. 

Werde ich es rechtzeitig schaffen?

Noch eine Viertelstunde Zeit! Zuerst PC aus der oberen Etage, dem Arbeitszimmer, ins Wohnzimmer holen, mit Lan-Kabel verbinden, damit die Leitung stabiler läuft und natürlich an den Strom anstöpseln, damit er nicht mittendrin abrauscht. Nächstes Problem: man muss Zoom noch herunterladen! Und ich muss es schaffen auf dem PC meiner Bekannten, meinen Mailaccount aufzurufen…. Ähm wie war das Passwort nochmal?  Da ich ja modern bin, merkt sich das nur mein PC im Keyspeicher! Also das ganze über Handy-Authentifizierung…. Jetzt gib mal diesen Scheißlangen Code ein, wenn du aufgeregt bist und unter Zeitdruck stehst… aber wir habens geschafft… Mail aufgerufen, Zugang zu Zoom angeklickt und schwupps war ich drin im Meeting-Raum. Fast zehn Minuten vor der Zeit als eine der ersten! Alles gut, beruhig dich wieder, Martina, du hast es geschafft… aber ich sage es Euch, ich stand echt unter Strom!

Und wie lief es nun?

Wir waren insgesamt 11 Leute im Online-Schreibkurs. Den nächsten Schock kriegte ich, als es hieß: „Und jetzt zeigt mal eure Studi-Ausweise…. Ähm, ähm, ähm, ich bin gar keine Studentin…!! Aber zum Glück hatte ich alles richtig gemacht, den teureren Zugang für Externe bezahlt und brauchte keinen Nachweis, dass ich irgendwo studiere…Insgesamt waren wir, wenn ich mich nicht irre 3 Externe und 8 Studierende… ein bunter Haufen, alt, mittelalt und jung, von Jurastudent und Leuten aus dem Studienfach Geschichte bis zu Sozialkeramikstudenten, Erziehern und Pensionären…mit mehr oder weniger Schreiberfahrung… immerhin schien ich trotz meines überhaupt nicht studierten Hintergrundes nicht völlig fehl am Platz.

Die ersten Fragen, die man mit einer persönlichen Vorstellung beantworten sollte, waren zum einen die nach der Motivation für den Kurs und zum zweiten die berühmte Zeitreisefrage: „In welche Zeit würdest du gerne reisen, wenn du eine Zeitreisemaschine hättest?“

Mhh, keine Frage bei mir wäre es schon das Mittelalter… kurz vor 1200, am liebsten in England… 

Eine spannende Idee…

Eine Freundin sagte später: „Na eigentlich ist es doch ganz klar, wohin man reisen muss, wenn es nur eine einmalige Zeitreisemöglichkeit gäbe!“

 Auf meine Nachfrage antwortete sie: „In die Zeit von Jesus, um zu sehen, ob die biblischen Berichte von Tod und Auferstehung wahr sind!“

Das hat mich sehr nachdenklich gemacht, darauf bin ich gar nicht selbst gekommen. Aber klar, Jesus persönlich zu begegnen, ihn fragen zu können, mit ihm zu speisen und durch Galiläa zu wandern, das wäre schon eine Zeitreise wert. 

Zurück zum Kurs

Die Teilnehmer am Kurs hatten auch unterschiedliche Antworten: vom alten Rom oder Griechenland übers frühe, mittlere und späte Mittelalter, die Zeit um 1850 bis in die 1920 oder 1950/60 Jahre. Auch die Motivationen waren so unterschiedlich wie die Teilnehmer. Manche haben mehr Schreiberfahrung, andere weniger, manche kommen mehr wegen des geschichtlichen Teils, andere wollen eher autobiographisch arbeiten, andere eher fiktional mit geschichtlichen Bezügen und andere mehr realitätsnah mit wenig fiktionalen Anteilen.

Weiter ging es mit einem Aufwärmspiel… es folgte Arbeit mit Mindmaps. Inhaltlich ging es um Geschichtsbewusstsein und darum, dass der Protagonist nicht unbedingt das gleiche Verständnis von Geschichte haben muss, wie ich als Schreiber.

Sehr spannend und trotzdem leicht logisch nachvollziehbar. Ich hab mich nicht abgehängt gefühlt. Davor hatte ich ein mulmiges Gefühl, ob der Kurs überhaupt für mich geeignet sein könnte. Jetzt bin ich überzeugt, dass ich richtig gelandet bin.

Nach dem Kurs war ich aufgedreht wie ein Duracellhäschen!

Kennt den noch jemand?

Dieses Häschen mit Batterie, das läuft und läuft und läuft und dabei wie wild trommelt…

Unglaublich. Ich war ein echter Adrenalinjunkee, hätte plappern und plappern und plappern können… Diese Form von Unterricht (Online per Zoom, mit mir fremden Leuten und einer starken Selbstbeteiligung und der Gefahr sich zu „blamieren“) setzt mich echt unter Strom. Zum Beispiel die zweite Aufgabe: Erstelle eine Mindmap zu deinem Thema. Du hast dafür zehn Minuten! Die knappe Zeitvorgabe hat mich echt unter Druck gesetzt. Ich brauche sonst für so etwas ewig. Zumal ich mir nicht mal klar war, zu welchem Thema ich das nun erstellen sollte oder wollte… sollte ich offen zu meinem Romanthema die Mindmap verfassen oder zu meinem Rollenspielthema, zum Mittelalter in Europa im Allgemeinen oder im Besonderen, zu englischer, deutscher oder sonstiger Geschichte…. Ahhhhh….

Ich habe mich schließlich für Europa im Mittelalter entschieden und mich später geärgert, dass ich nicht gleich spezifischer geworden bin,… aber so lerne ich dazu. Ich will etwas mit dem Kurs. Er soll mir für diesen Roman und für alle weiteren, die ich vielleicht noch schreiben werde, helfen. Also muss ich gucken, was ich daraus ziehen kann, was für mich hilfreich ist, was mein Thema voran treibt und nicht, was den anderen hilft, womit ich vielleicht gar nichts anfangen kann. Ich bin nun fest entschlossen, immer so konkret wie möglich an meinem Projekt zu arbeiten.

Ein anderer Teilnehmer wird wohl etwas „Ähnliches“ basteln: eine fiktionale Welt mit historischen Vorbildern und eine „klassische“ Heldenreise…. Bin gespannt, ob man sich gegenseitig inspirieren kann oder ob es eher in Konkurrenz ausartet…

Nett war noch, dass jemand dabei ist, der über etwas schreibt, mit dem ich mich auch ein bisschen auskenne. Ich konnte in einem privaten Chat mitteilen, dass ich etwas mit ihrem Buchthema zu tun habe und nun wollen wir uns mal privat „unterhalten“, in Coronazeiten ja leider nicht persönlich, sondern höchstens per Telefon oder über Chats. Ansonsten wären wir „ein Bier“ trinken gegangen, wobei das auch aus räumlichen Gründen schwierig geworden wäre, die Entfernung zwischen uns beträgt so ca 800 km.

Alles in allem kann ich sagen, ich denke, für mich lohnt sich der Onlinekurs der Universität Mainz. Ich bin froh, dass ich mich angemeldet habe…

Leider muss ich jetzt für heute hier enden, die Migräne kam nach dem anstrengenden und aufregenden Tag gestern mit voller Wucht zurück und ehe mir der Schädel vollends platzt, ist nun hier Schluss.

Über Kommentare freue ich mich immer. Also scheut euch nicht und hinterlasst eure Meinung!

Roman-Tagebuch Teil 12

In diesem Teil berichte ich von Flauten und Schreibblockaden:

Seit dem letzten Roman-Tagebuch-Eintrag hat sich an meinem Manuskript nichts Wesentliches getan. Keine neue Szene ist entstanden, kein Fortschritt in irgendeiner Form zu verzeichnen. Es herrscht absolute Schreibflaute. Ebbe. Ich hab zwar Ideen, wo und wie es weiter gehen kann, aber ich bringe sie nicht zu Papier, die Ideen.

Woran liegt es, ist da die erste Frage, die ich mir stelle. Zum einen an der Zeit, der Ruhe und der Muße. Zeit zu finden, in der ich ungestört und am Stück arbeiten kann, ist gerade sehr schwer. Ich habe zum einen immer noch viel zu tun und festgestellt, dass ich tagsüber nicht genug innere Ruhe finde, selbst wenn ich mal eine Stunde Pause hatte, kam ich dann nicht hinein ins Geschehen meiner Geschichte. Es war, als guckte ich nur von außen darauf und fände die Verbindung zu meinen Charakteren nicht mehr. Zum anderen waren diese Pausen selten und rar und irgendwie drängten sich dann andere Gedanken in den Vordergrund.

Außerdem habe ich zur Zeit Besuch von meinem großen Sohn. Darüber freue ich mich natürlich sehr und ich genieße es auch, Zeit mit ihm zu verbringen. Für das Schreiben bedeutet das aber, dass mein Arbeitsraum gerade belegt ist. Wie ich ja schon berichtet habe, schreibe ich oft zwischen 5 und 8 Uhr morgens. Und ich kann ja schlecht in den Schlafraum meines Sohnes um diese Zeit hineinplatzen. Obwohl er meinte, wenn es leise geschähe, wäre es okay, fühle ich mich dabei nicht wohl und wäre dann sicher auch gehemmt, was das erfinden, fabulieren und texten angeht. Also lasse ich es. Zu späterer Zeit bin ich aber nicht mehr so kreativ oder anders gesagt, dann hat mich das normale Leben in seinen Bann gezogen und ich habe zu viel zu tun.

Tja und noch eine Ausrede habe ich: Seit mehr als drei Tagen plagt mich eine ausgewachsene Migräne. Die Kopfschmerzen halten sich zwar noch in Grenzen, aber ich   kämpfe mit einer sogenannten Migräne-Aura: Mir ist schwindelig. Wenn ich den Kopf drehe, schwankt der ganze Raum. Übelkeit wallt auf. Ich bin lichtempfindlich und lasse überall die Rollos runter, weil es selbst ohne Sonnenschein zu hell draußen ist. Und manche Gerüche ertrage ich schier nicht. Damit zu schreiben ist quasi nicht möglich. Allein schon der Bildschirm ist zu grell. Denken quasi ausgeschlossen. Da ich auf Grund anderer Tabletten, die ich nehmen muss, nicht alle Schmerztabletten vertrage, habe ich es mit Paracetamol versucht: Null Effekt. Auch Kühlen hat nur wenig Linderung gebracht. Einzig Liegen, Schlafen, möglichst wenig Bewegen und vor allem dunkle Zimmer haben ein wenig Linderung gebracht. Schnauf. Doofe Sache.

Heute geht es zum ersten Mal etwas besser, was du daran siehst, dass ich einen Blog-Artikel verfassen kann.

Ah, und der letzte Grund liegt in der Geschichte selbst. Ich bin gerade an einem Punkt, an dem ich nicht weiß, wie es weiter geht. Und vermutlich ist dass der entscheidende Grund für meine Schreibblockade. Ich habe drei offene Enden. Für zwei davon habe ich grobe Ideen, wie es weiter gehen kann und soll. Das dritte Ende schwebt irgendwie im luftleeren Raum. Mein Protagonist weiß selbst nicht, wie weiter… er ist auf dem Weg von A nach B, wobei B irgendwie im Nebel liegt… ich habe zwar zwei Ideen, wie es weiter gehen könnte, kann mich aber nicht so recht entscheiden…. Lasse ich ihn alleine kämpfen? Gerät er gleich in irgendwelche neuen Schwierigkeiten, sucht er sich sofort Hilfe… findet er sie dort, wo ich es denke oder doch nicht? Ihr seht, viele Fragen sind offen. 

Das es dort nicht weiter geht, liegt einzig und allein daran, dass ich nicht gut im Planen und Plotten bin. Als Plotten bezeichnet man das Vorausplanen der einzelnen Handlungsstränge einer Geschichte, sprich das grobe Konzept. Und mein Konzept ist sehr grob. Ich habe nur einen Ausgangspunkt und einige wenige Eckpfeiler gehabt und ein Ziel in weiter Ferne, dass ich irgendwie erreichen will. Das rächt sich nun. Bevor ich an der Stelle weiter machen kann, brauche ich selbst erstmal Klarheit, auf was ich hinaus will und wie es weiter gehen soll. Also ist Planen angesagt!

Könnte ich dann nicht an Stelle Nummer zwei weiter machen? Theoretisch eine gute Idee, praktisch wäre es vermutlich nicht klug. Denn Szene Nummer zwei liegt irgendwo in der Zukunft von Szene Nummer drei und so lange ich nicht weiß, wie es dort weiter geht, ist es gefährlich Nummer zwei auszuformulieren. Denn erstens ändert sich mein Protagonist vielleicht auf dem Weg dorthin. Neue Ereignisse bringen neue Erkenntnisse, neue Verhaltensweisen, neue Denkweisen und dann würde die Szene nicht mehr passen. Oder der Weg ändert sich völlig und ich lande gar nicht mehr dort, wo ich hinwill. Also sppare ich mir den Atem und warte, bis meine Hauptfigur bei Szene zwei tatsächlich angekommen ist. Erst dann kann ich sagen, wie sich das Ganze entwickeln wird.

Bleibt noch Nummer eins: Dort weiß ich, wie es weiter gehen soll, ich bin auch schon am richtigen Punkt, um dort weiter zu schreiben, kein Protagonist hindert mich, niemand würde mir reinpfuschen, und es liegt nicht zu weit in der Zukunft… Aber dort hadere ich mit mir und der Figur, die diesen Teil erzählt. Die Erzählerin macht das eigentlich gut, aber ich tue mich trotzdem schwer… so ganz kann ich es selber nicht erklären. Am ehesten würde ich sagen: Ich kann da zwar weiter machen, aber ich will gerade nicht.

Was tue ich nun dagegen?

Ich lese! 

Ich lese meine eigenen Texte. Immerhin stehen da schon hundert Seiten. Und es ist sicher nicht verkehrt, nochmal zu verinnerlichen, was ich schon fabriziert habe. Außerdem kommen einem dabei neue Ideen, wie es weiter gehen kann. Das hoffe ich zumindest. Ich komme wieder in Kontakt mit meiner Hauptfigur, kann sie fragen, was sie will und wo es hingeht. Nebenbei habe ich Kleinigkeiten überarbeitet, wobei das diesmal nicht im Vordergrund stand. Aber es ergaben sich Nachfragen und ich habe begonnen wieder neu zu recherchieren. Auch ein Punkt. Recherche hilft weiter. Ich lese also auch Fremdtexte. Suche im Internet. Schau mir Bilder an. Rede mit Leuten. 

Und wie im letzten Blog-Post erwähnt, fange ich heute einen neuen Schreibkurs an:

Literarisches Schreiben und historisches Erzählen

Ich bin sehr gespannt und ein wenig aufgeregt. Noch weiß ich nicht genau, was mich erwartet. Aber ich erhoffe mir einen großen Kick für meine Schreibarbeit. Und ich hoffe, dass ich nicht untergehe bei all den Studierenden und klugen Leuten. Die Maximalgröße des Kurses lag glaube ich bei 11 Leuten, was ja recht überschaubar ist. Ich bin wie gesagt, sehr gespannt und hoffe auf Anregungen und neue Erkenntnisse, die mich weiter bringen. Das ganze findet über Zoom statt und ich hoffe, dass es technisch alles gut läuft. Bei meinem letzten Webinar über Zoom hatte ich Startschwierigkeiten und bin immer wieder rausgeflogen, bis ich schließlich den Laptop gewechselt habe. Diesmal benutze ich deshalb gleich mein kleines MacBook statt den Windowsrechner.

Natürlich berichte ich hier, wie es gelaufen ist. Und ob ich wirklich neue Inspirationen für den Roman daraus ziehen konnte. 

Wie es weiter geht, kannst du im nächsten Teil meines Roman-Tagebuches lesen. Über Kommentare freue ich mich immer.

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