Auf dem Weg zum Roman

Kategorie: Roman-Tagebuch (Seite 1 von 2)

Hier berichte ich regelmäßig von den Fortschritten, die ich mit meinem Roman mache

Roman-Tagebuch Teil 13

In diesem Teil meines Roman-Tagebuches will ich einen kurzen Einblick in meinen gestrigen Tag und den Online-Kurs geben, den ich belegt habe:

Wie sich Pläne ändern können

Nach dem ich mich drei Tage mit Migräne geplagt habe, bin ich gestern aufgewacht und es schien deutlich besser. Natürlich habe ich mich gefreut und den Tag entsprechend in Angriff genommen. Ich hab geduscht, mich ausnahmsweise 😉 mal hübsch gekleidet und habe mich auf den Weg gemacht. Ich hatte versprochen, jemanden aus meinem Bekanntenkreis zu einem wichtigen Arzttermin zu fahren. Um 11 Uhr 20 mussten wir da sein. Auf der Hinfahrt hat auch alles reibungslos geklappt. In der Zeit, in der ich hätte warten müssen, bin ich in die Lörracher Innenstadt gegangen und habe noch einige Besorgungen getätigt, sowie Geld abgehoben, damit mein Sohn am Nachmittag einkaufen fahren konnte für die Familie. Anschließend saß ich zu Hause auf heißen Kohlen, denn am Nachmittag ab 14 Uhr sollte ja das erste Treffen des Online-Schreibkurses stattfinden, zu dem ich mich angemeldet hatte. Und der Arzttermin dauerte und dauerte, ich bekam Zwischenmeldungen, die ein ums andere Mal besagten, „Ich bin noch nicht dran!“ Erst nach 13 Uhr konnte ich zum Abholen starten. Bis ich meine Bekannte wieder aufgesammelt hatte, war es zwanzig nach 1. Der Weg zurück zu Ihr dauert, wenn man gut durchkommt 15 Minuten, bei mehr Verkehr werden es leicht 20 Hin und Zurück also 40 Minuten, ich konnte es gerade noch rechtzeitig zu meinem Kurs schaffen. Also hab ich mich gesputet. Aber schon auf der ersten, großen Straße: Stau, stadtauswärts: Stau, auf der Autobahn: Stau, auf der Nebenstrecke, mit der ich die Autobahn umgehen wollte: Stau. Defacto haben wir für eine Strecke statt 15 schnellen Minuten, mehr als 25 langsame gebraucht. Rechtzeitig zurück zu sein, schien unmöglich. Also entschieden wir, ich nehme am Kurs von der Wohnung meiner Bekannten aus teil, die mir dafür ihren Arbeitsrechner und ihr Internet zur Verfügung gestellt hat. 

Werde ich es rechtzeitig schaffen?

Noch eine Viertelstunde Zeit! Zuerst PC aus der oberen Etage, dem Arbeitszimmer, ins Wohnzimmer holen, mit Lan-Kabel verbinden, damit die Leitung stabiler läuft und natürlich an den Strom anstöpseln, damit er nicht mittendrin abrauscht. Nächstes Problem: man muss Zoom noch herunterladen! Und ich muss es schaffen auf dem PC meiner Bekannten, meinen Mailaccount aufzurufen…. Ähm wie war das Passwort nochmal?  Da ich ja modern bin, merkt sich das nur mein PC im Keyspeicher! Also das ganze über Handy-Authentifizierung…. Jetzt gib mal diesen Scheißlangen Code ein, wenn du aufgeregt bist und unter Zeitdruck stehst… aber wir habens geschafft… Mail aufgerufen, Zugang zu Zoom angeklickt und schwupps war ich drin im Meeting-Raum. Fast zehn Minuten vor der Zeit als eine der ersten! Alles gut, beruhig dich wieder, Martina, du hast es geschafft… aber ich sage es Euch, ich stand echt unter Strom!

Und wie lief es nun?

Wir waren insgesamt 11 Leute im Online-Schreibkurs. Den nächsten Schock kriegte ich, als es hieß: „Und jetzt zeigt mal eure Studi-Ausweise…. Ähm, ähm, ähm, ich bin gar keine Studentin…!! Aber zum Glück hatte ich alles richtig gemacht, den teureren Zugang für Externe bezahlt und brauchte keinen Nachweis, dass ich irgendwo studiere…Insgesamt waren wir, wenn ich mich nicht irre 3 Externe und 8 Studierende… ein bunter Haufen, alt, mittelalt und jung, von Jurastudent und Leuten aus dem Studienfach Geschichte bis zu Sozialkeramikstudenten, Erziehern und Pensionären…mit mehr oder weniger Schreiberfahrung… immerhin schien ich trotz meines überhaupt nicht studierten Hintergrundes nicht völlig fehl am Platz.

Die ersten Fragen, die man mit einer persönlichen Vorstellung beantworten sollte, waren zum einen die nach der Motivation für den Kurs und zum zweiten die berühmte Zeitreisefrage: „In welche Zeit würdest du gerne reisen, wenn du eine Zeitreisemaschine hättest?“

Mhh, keine Frage bei mir wäre es schon das Mittelalter… kurz vor 1200, am liebsten in England… 

Eine spannende Idee…

Eine Freundin sagte später: „Na eigentlich ist es doch ganz klar, wohin man reisen muss, wenn es nur eine einmalige Zeitreisemöglichkeit gäbe!“

 Auf meine Nachfrage antwortete sie: „In die Zeit von Jesus, um zu sehen, ob die biblischen Berichte von Tod und Auferstehung wahr sind!“

Das hat mich sehr nachdenklich gemacht, darauf bin ich gar nicht selbst gekommen. Aber klar, Jesus persönlich zu begegnen, ihn fragen zu können, mit ihm zu speisen und durch Galiläa zu wandern, das wäre schon eine Zeitreise wert. 

Zurück zum Kurs

Die Teilnehmer am Kurs hatten auch unterschiedliche Antworten: vom alten Rom oder Griechenland übers frühe, mittlere und späte Mittelalter, die Zeit um 1850 bis in die 1920 oder 1950/60 Jahre. Auch die Motivationen waren so unterschiedlich wie die Teilnehmer. Manche haben mehr Schreiberfahrung, andere weniger, manche kommen mehr wegen des geschichtlichen Teils, andere wollen eher autobiographisch arbeiten, andere eher fiktional mit geschichtlichen Bezügen und andere mehr realitätsnah mit wenig fiktionalen Anteilen.

Weiter ging es mit einem Aufwärmspiel… es folgte Arbeit mit Mindmaps. Inhaltlich ging es um Geschichtsbewusstsein und darum, dass der Protagonist nicht unbedingt das gleiche Verständnis von Geschichte haben muss, wie ich als Schreiber.

Sehr spannend und trotzdem leicht logisch nachvollziehbar. Ich hab mich nicht abgehängt gefühlt. Davor hatte ich ein mulmiges Gefühl, ob der Kurs überhaupt für mich geeignet sein könnte. Jetzt bin ich überzeugt, dass ich richtig gelandet bin.

Nach dem Kurs war ich aufgedreht wie ein Duracellhäschen!

Kennt den noch jemand?

Dieses Häschen mit Batterie, das läuft und läuft und läuft und dabei wie wild trommelt…

Unglaublich. Ich war ein echter Adrenalinjunkee, hätte plappern und plappern und plappern können… Diese Form von Unterricht (Online per Zoom, mit mir fremden Leuten und einer starken Selbstbeteiligung und der Gefahr sich zu „blamieren“) setzt mich echt unter Strom. Zum Beispiel die zweite Aufgabe: Erstelle eine Mindmap zu deinem Thema. Du hast dafür zehn Minuten! Die knappe Zeitvorgabe hat mich echt unter Druck gesetzt. Ich brauche sonst für so etwas ewig. Zumal ich mir nicht mal klar war, zu welchem Thema ich das nun erstellen sollte oder wollte… sollte ich offen zu meinem Romanthema die Mindmap verfassen oder zu meinem Rollenspielthema, zum Mittelalter in Europa im Allgemeinen oder im Besonderen, zu englischer, deutscher oder sonstiger Geschichte…. Ahhhhh….

Ich habe mich schließlich für Europa im Mittelalter entschieden und mich später geärgert, dass ich nicht gleich spezifischer geworden bin,… aber so lerne ich dazu. Ich will etwas mit dem Kurs. Er soll mir für diesen Roman und für alle weiteren, die ich vielleicht noch schreiben werde, helfen. Also muss ich gucken, was ich daraus ziehen kann, was für mich hilfreich ist, was mein Thema voran treibt und nicht, was den anderen hilft, womit ich vielleicht gar nichts anfangen kann. Ich bin nun fest entschlossen, immer so konkret wie möglich an meinem Projekt zu arbeiten.

Ein anderer Teilnehmer wird wohl etwas „Ähnliches“ basteln: eine fiktionale Welt mit historischen Vorbildern und eine „klassische“ Heldenreise…. Bin gespannt, ob man sich gegenseitig inspirieren kann oder ob es eher in Konkurrenz ausartet…

Nett war noch, dass jemand dabei ist, der über etwas schreibt, mit dem ich mich auch ein bisschen auskenne. Ich konnte in einem privaten Chat mitteilen, dass ich etwas mit ihrem Buchthema zu tun habe und nun wollen wir uns mal privat „unterhalten“, in Coronazeiten ja leider nicht persönlich, sondern höchstens per Telefon oder über Chats. Ansonsten wären wir „ein Bier“ trinken gegangen, wobei das auch aus räumlichen Gründen schwierig geworden wäre, die Entfernung zwischen uns beträgt so ca 800 km.

Alles in allem kann ich sagen, ich denke, für mich lohnt sich der Onlinekurs der Universität Mainz. Ich bin froh, dass ich mich angemeldet habe…

Leider muss ich jetzt für heute hier enden, die Migräne kam nach dem anstrengenden und aufregenden Tag gestern mit voller Wucht zurück und ehe mir der Schädel vollends platzt, ist nun hier Schluss.

Über Kommentare freue ich mich immer. Also scheut euch nicht und hinterlasst eure Meinung!

Roman-Tagebuch Teil 12

In diesem Teil berichte ich von Flauten und Schreibblockaden:

Seit dem letzten Roman-Tagebuch-Eintrag hat sich an meinem Manuskript nichts Wesentliches getan. Keine neue Szene ist entstanden, kein Fortschritt in irgendeiner Form zu verzeichnen. Es herrscht absolute Schreibflaute. Ebbe. Ich hab zwar Ideen, wo und wie es weiter gehen kann, aber ich bringe sie nicht zu Papier, die Ideen.

Woran liegt es, ist da die erste Frage, die ich mir stelle. Zum einen an der Zeit, der Ruhe und der Muße. Zeit zu finden, in der ich ungestört und am Stück arbeiten kann, ist gerade sehr schwer. Ich habe zum einen immer noch viel zu tun und festgestellt, dass ich tagsüber nicht genug innere Ruhe finde, selbst wenn ich mal eine Stunde Pause hatte, kam ich dann nicht hinein ins Geschehen meiner Geschichte. Es war, als guckte ich nur von außen darauf und fände die Verbindung zu meinen Charakteren nicht mehr. Zum anderen waren diese Pausen selten und rar und irgendwie drängten sich dann andere Gedanken in den Vordergrund.

Außerdem habe ich zur Zeit Besuch von meinem großen Sohn. Darüber freue ich mich natürlich sehr und ich genieße es auch, Zeit mit ihm zu verbringen. Für das Schreiben bedeutet das aber, dass mein Arbeitsraum gerade belegt ist. Wie ich ja schon berichtet habe, schreibe ich oft zwischen 5 und 8 Uhr morgens. Und ich kann ja schlecht in den Schlafraum meines Sohnes um diese Zeit hineinplatzen. Obwohl er meinte, wenn es leise geschähe, wäre es okay, fühle ich mich dabei nicht wohl und wäre dann sicher auch gehemmt, was das erfinden, fabulieren und texten angeht. Also lasse ich es. Zu späterer Zeit bin ich aber nicht mehr so kreativ oder anders gesagt, dann hat mich das normale Leben in seinen Bann gezogen und ich habe zu viel zu tun.

Tja und noch eine Ausrede habe ich: Seit mehr als drei Tagen plagt mich eine ausgewachsene Migräne. Die Kopfschmerzen halten sich zwar noch in Grenzen, aber ich   kämpfe mit einer sogenannten Migräne-Aura: Mir ist schwindelig. Wenn ich den Kopf drehe, schwankt der ganze Raum. Übelkeit wallt auf. Ich bin lichtempfindlich und lasse überall die Rollos runter, weil es selbst ohne Sonnenschein zu hell draußen ist. Und manche Gerüche ertrage ich schier nicht. Damit zu schreiben ist quasi nicht möglich. Allein schon der Bildschirm ist zu grell. Denken quasi ausgeschlossen. Da ich auf Grund anderer Tabletten, die ich nehmen muss, nicht alle Schmerztabletten vertrage, habe ich es mit Paracetamol versucht: Null Effekt. Auch Kühlen hat nur wenig Linderung gebracht. Einzig Liegen, Schlafen, möglichst wenig Bewegen und vor allem dunkle Zimmer haben ein wenig Linderung gebracht. Schnauf. Doofe Sache.

Heute geht es zum ersten Mal etwas besser, was du daran siehst, dass ich einen Blog-Artikel verfassen kann.

Ah, und der letzte Grund liegt in der Geschichte selbst. Ich bin gerade an einem Punkt, an dem ich nicht weiß, wie es weiter geht. Und vermutlich ist dass der entscheidende Grund für meine Schreibblockade. Ich habe drei offene Enden. Für zwei davon habe ich grobe Ideen, wie es weiter gehen kann und soll. Das dritte Ende schwebt irgendwie im luftleeren Raum. Mein Protagonist weiß selbst nicht, wie weiter… er ist auf dem Weg von A nach B, wobei B irgendwie im Nebel liegt… ich habe zwar zwei Ideen, wie es weiter gehen könnte, kann mich aber nicht so recht entscheiden…. Lasse ich ihn alleine kämpfen? Gerät er gleich in irgendwelche neuen Schwierigkeiten, sucht er sich sofort Hilfe… findet er sie dort, wo ich es denke oder doch nicht? Ihr seht, viele Fragen sind offen. 

Das es dort nicht weiter geht, liegt einzig und allein daran, dass ich nicht gut im Planen und Plotten bin. Als Plotten bezeichnet man das Vorausplanen der einzelnen Handlungsstränge einer Geschichte, sprich das grobe Konzept. Und mein Konzept ist sehr grob. Ich habe nur einen Ausgangspunkt und einige wenige Eckpfeiler gehabt und ein Ziel in weiter Ferne, dass ich irgendwie erreichen will. Das rächt sich nun. Bevor ich an der Stelle weiter machen kann, brauche ich selbst erstmal Klarheit, auf was ich hinaus will und wie es weiter gehen soll. Also ist Planen angesagt!

Könnte ich dann nicht an Stelle Nummer zwei weiter machen? Theoretisch eine gute Idee, praktisch wäre es vermutlich nicht klug. Denn Szene Nummer zwei liegt irgendwo in der Zukunft von Szene Nummer drei und so lange ich nicht weiß, wie es dort weiter geht, ist es gefährlich Nummer zwei auszuformulieren. Denn erstens ändert sich mein Protagonist vielleicht auf dem Weg dorthin. Neue Ereignisse bringen neue Erkenntnisse, neue Verhaltensweisen, neue Denkweisen und dann würde die Szene nicht mehr passen. Oder der Weg ändert sich völlig und ich lande gar nicht mehr dort, wo ich hinwill. Also sppare ich mir den Atem und warte, bis meine Hauptfigur bei Szene zwei tatsächlich angekommen ist. Erst dann kann ich sagen, wie sich das Ganze entwickeln wird.

Bleibt noch Nummer eins: Dort weiß ich, wie es weiter gehen soll, ich bin auch schon am richtigen Punkt, um dort weiter zu schreiben, kein Protagonist hindert mich, niemand würde mir reinpfuschen, und es liegt nicht zu weit in der Zukunft… Aber dort hadere ich mit mir und der Figur, die diesen Teil erzählt. Die Erzählerin macht das eigentlich gut, aber ich tue mich trotzdem schwer… so ganz kann ich es selber nicht erklären. Am ehesten würde ich sagen: Ich kann da zwar weiter machen, aber ich will gerade nicht.

Was tue ich nun dagegen?

Ich lese! 

Ich lese meine eigenen Texte. Immerhin stehen da schon hundert Seiten. Und es ist sicher nicht verkehrt, nochmal zu verinnerlichen, was ich schon fabriziert habe. Außerdem kommen einem dabei neue Ideen, wie es weiter gehen kann. Das hoffe ich zumindest. Ich komme wieder in Kontakt mit meiner Hauptfigur, kann sie fragen, was sie will und wo es hingeht. Nebenbei habe ich Kleinigkeiten überarbeitet, wobei das diesmal nicht im Vordergrund stand. Aber es ergaben sich Nachfragen und ich habe begonnen wieder neu zu recherchieren. Auch ein Punkt. Recherche hilft weiter. Ich lese also auch Fremdtexte. Suche im Internet. Schau mir Bilder an. Rede mit Leuten. 

Und wie im letzten Blog-Post erwähnt, fange ich heute einen neuen Schreibkurs an:

Literarisches Schreiben und historisches Erzählen

Ich bin sehr gespannt und ein wenig aufgeregt. Noch weiß ich nicht genau, was mich erwartet. Aber ich erhoffe mir einen großen Kick für meine Schreibarbeit. Und ich hoffe, dass ich nicht untergehe bei all den Studierenden und klugen Leuten. Die Maximalgröße des Kurses lag glaube ich bei 11 Leuten, was ja recht überschaubar ist. Ich bin wie gesagt, sehr gespannt und hoffe auf Anregungen und neue Erkenntnisse, die mich weiter bringen. Das ganze findet über Zoom statt und ich hoffe, dass es technisch alles gut läuft. Bei meinem letzten Webinar über Zoom hatte ich Startschwierigkeiten und bin immer wieder rausgeflogen, bis ich schließlich den Laptop gewechselt habe. Diesmal benutze ich deshalb gleich mein kleines MacBook statt den Windowsrechner.

Natürlich berichte ich hier, wie es gelaufen ist. Und ob ich wirklich neue Inspirationen für den Roman daraus ziehen konnte. 

Wie es weiter geht, kannst du im nächsten Teil meines Roman-Tagebuches lesen. Über Kommentare freue ich mich immer.

Roman-Tagebuch Teil 11

Uff, es ist schon drei Wochen her…

… seit ich meinen letzten Blogartikel online gestellt habe! Das habe ich gestern Abend mit Schreck festgestellt. 

Die Zeit vergeht gerade wie im Fluge und ich habe mehr zu tun, als mir lieb ist. Trotzdem tut es mir leid, dass es so lange gedauert hat. Das war keine Absicht! Für alle, die auf eine Fortsetzung gewartet haben, hier kommt sie nun:

In diesem Teil geht es um Alltag, meinen Job als Springer, neue Perspektiven und Auf und Abs:

Alltag und andere Widrigkeiten

Auch wenn ich es mir noch so sehr vornehme, der Alltag funkt eben doch manchmal dazwischen. Und es ist mir wichtig, meine Familie und mir liebe Menschen gerade dann zu begleiten, wenn es Ihnen nicht gut geht. 

Außerdem hatte ich mehrere Einsätze als Aushilfskraft an meiner ehemaligen Arbeitsstelle. Ich bin gelernte Erzieherin, arbeite als Springerin und Krankheitsvertretung in einem Kindergarten und mag das gern, da so mitten hinein zu hüpfen in den Trubel. Von den Kindern und Kollegen werde ich immer begeistert empfangen und sehr lieb aufgenommen, inklusive Bilder malen nur für mich. 😉

Allerdings ist es auch herausfordernd, wenn manchmal früh morgens eine Nachricht am Handy aufplöppt, ob man in einer Stunde zum Dienst erscheinen kann. Dann wird der ganze Tagesablauf um und um gewürfelt. Trotzdem nehme ich die Anfrage meistens an, es sei denn, irgendein dringender oder sehr wichtiger Termin würde dadurch platzen. 

Krankheit ist auch so etwas, was ungebeten und ungefragt dazwischen funkt. Nun bin zwar nicht ich krank, sondern zur Zeit liebe Menschen um mich herum, aber es bedeutet nicht nur Zeit und Kraft und Energie zu investieren, es bedeutet auch, sich Gedanken zu machen, mitzuleiden, zu beten. Ich tue das gerne. Mir ist das wichtig. Vor allem, weil mir die Menschen wichtig sind. Aber meine Zeit und Kraft ist nur einmal vorhanden, deshalb muss ich immer abwägen, wo ich mich nun wie stark engagiere. Und zur Zeit sind mir definitiv die Menschen in meinem Umfeld wichtiger als alles andere. Deshalb musste der Blog warten, deshalb musste auch das Schreiben am Roman zeitweise ein bisschen hintenan stehen.

Worte, nichts als Worte…

In der Woche vor Ostern war ich trotzdem sehr produktiv, was den Textzuwachs an meinem Roman angeht. Zum einen hatte ich ja meinen absoluten persönlichen Tagesrekord, zum anderen war ich auch an den anderen Tagen richtig fleißig: Insgesamt 7022 Worte habe ich vom 29.3. bis Ostersonntag. verfasst, das sind über 1000 Worte pro Tag und wenn man nur die Schreibtage rechnet, waren es sogar 1170 Worte pro Schreibtag.

Die Woche nach Ostern hingegen war nicht sehr erfolgreich, was das Schreiben angeht. Die tägliche Anzahl der Worte lag unter 300, ich hatte insgesamt nur drei Schreibtage (Durchschnitt der Schreibtage lag bei 670 Worten).

Und seitdem ist es weiter durchwachsen. Ich schaffe meistens mein Tagesziel nicht, komme selten in den Flow, der das Schreiben so wunderbar und leicht machen kann. Und vor allem komme ich höchstens jeden zweiten Tag zum Schreiben. Trotzdem bleibt mein Ziel einen Roman nicht nur anzufangen, sondern auch zu beenden nach wie vor bestehen. Ich kämpfe um jede Schreibzeit und stehe dafür auch immer noch extra früh auf. Und es sind immerhin schon knapp 100 Seiten und 40.000 insgesamt.

Wohin soll’s gehen und vor allem aus wessen Sicht?

Ich habe es geschafft! Ich habe den ersten Perspektivwechsel vollzogen und bin gerade dabei, ein Kapitel aus der Sicht einer Frau zu schreiben. Merkwürdigerweise tue ich mich immer schwerer, Texte aus der Sicht einer Frau zu verfassen, dabei bin ich doch selber eine. Woran genau das liegt, habe ich bis heute noch nicht herausgefunden. Frauen werden bei mir oft überzeichnet, zickig, sehr launisch, kurzum unsympathisch oder sie bleiben fade, uninteressant und langweilig. Dazwischen gibt es nur wenig.

Vielleicht liegt es daran, dass ich oft auch mit meinen eigenen Gefühlen nicht richtig in Kontakt bin. Zuweilen  spüre ich gar nicht, wie es mir wirklich geht. Sage, es gehe mir gut, obwohl ich eigentlich angespannt, müde oder gar tieftraurig bin. Es dauert oft lange, bis ich merke, dass etwas mich tiergehend verunsichert oder verärgert hat. Und mit anderen Frauen habe ich zumindest früher eher negative Erfahrungen gemacht.

Aber diese Frau in meiner Geschichte gefällt mir. Sie ist ein wichtiger Nebencharakter und ziemlich tough. Sie wehrt sich, ist authentisch und hat Gefühle, die passen… Und ich freue mich, dass die Geschichte aus ihrer Sicht genauso flüssig in die Tasten fließt, wie aus der Perspektive des Protagonisten. 

Mein Mann war über die Szenen sehr überrascht, da es doch sehr ruppig zur Sache geht. Sein Kommentar  nach dem ersten Lesen des Kapitel-Entwurfs war: „Krass!“

Es freut mich doch immer wieder, wenn ich selbst mir nahestehende Menschen überraschen kann. 😉

Und sonst?

Ich habe es gewagt! Ich habe mich zu einem Kurs der Universität Mainz angemeldet.: 

Literarisches Schreiben und historisches Erzählen

Er beginnt Ende April und läuft über zehn Wochen. Das Thema passt wie die Faust aufs Auge zu mir und ich bin ziemlich gespannt, was mich erwartet und was ich dabei lernen kann. Und ein bisschen aufgeregt bin ich auch, immerhin habe ich nie studiert und auch noch keine Kurse an Universitäten belegt…

Dass ich überhaupt daran teilnehmen kann, ist Corona geschuldet. Das erste Mal, dass die Seuche mir etwas Positives beschert. Der Kurs findet nämlich Pandemiebedingt online statt und ist deshalb auch für Nichtmainzer zugänglich. Mein Glück, denn ich war zwar mal in der Nähe von Mainz beheimatet, aber das ist jetzt schon mehr als 8 Jahre her und von hier aus, wäre es ein bisschen weit jede Woche für zwei Stunden anzureisen…

Ich erhoffe mir wirklich einen Schub für meine Schreibpraxis und freue mich darauf, mehr zu lernen und weiter zu schreiben.

Bis dahin liebe Grüße an alle Leser

Hinterlasst mir gerne einen Kommentar. Bin neugierig auf Eure Ideen, Fragen, Meinungen und Anregungen!

Roman-Tagebuch Teil 10

Tagesrekord

Jubel! Ich habe meinen absoluten Tagesrekord gebrochen!

Ich habe heute über 2000 Worte für meinen Roman geschrieben!

Ich gebe zu, ich bin ein bisschen stolz auf mich. Und wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, wäre es sogar noch mehr geworden, aber mein Tag war auch ansonsten voll: ein Arzttermin, zweimal einkaufen, einmal tanken, ein etwas mehr als einstündiger Spaziergang mit Freundin, ein Telefonmeeting und ein Abendessen mit der Familie, dass ich zum Glück nicht selber kochen musste.

Nun bin ich platt! Obwohl es mich immer noch juckt, weiter zu schreiben.

Warum war ich heute so produktiv?

Heute stand eine besondere Schlüsselszene an. Mit viel Emotion und viel Aktion und einer tiefgehenden Tragik.  Entscheidend für den gesamten Fortgang des Abenteuers! Ich habe seit Tagen auf diese Stelle hingefiebert. Ich habe die Szene vor mir gesehen. Wie ein Film lief sie in meinem Kopf ab. Und ich hatte schon Angst, dass ich es dann, wenn es so weit ist, sie zu schreiben, nicht hinkriegen werde, die Bilder in Worte zu bannen. Aber mit Musik lief das heute wie am Schnürchen. Ja, man muss auch diese Szene noch überarbeiten und dran schleifen… Es fehlen Beschreibungen und auch die Gefühle erscheinen mir noch zu oberflächlich dargestellt. Aber die Aktion steht da. Die Dialoge sind schon nicht schlecht und ich werde ganz gewiss nicht mehr vergessen, was ich dort sagen wollte. Alles andere kann man nachträglich noch ergänzen, verändern, verbessern…

Und wann habe ich das Schreiben noch untergebracht, bei meinem vollen Tagesplan?

Tja. Mein Wecker stand heute morgen auf 5 Uhr 15!

Von 6 bis etwa 9 Uhr habe ich dann etwas mehr  als 3/4 meines heutigen Tagespensums verfasst. Dann kam der Arztbesuch und der erste Einkauf. Mittags hatte ich dann noch einmal eine halbe Stunde Zeit zum Tippen. Später habe ich nur noch einzelne Worte oder Sätze ergänzt, das war so zwischen kurz nach vier und fünf.

Und heute Abend? Da hatte ich zwar Lust und hätte gerne weiter geschrieben, aber ich habe gemerkt, dass ich für die Geschichte zu erschöpft und ausgepowert war. Wohingegen dieser Blogpost wie von selbst in die Tasten floss.

Ob ich morgen zum Schreiben komme, weiß ich noch nicht… da habe ich schon ein volles Programm… vor allem eines, das ganz früh beginnt…. Und dann fehlt mir eben die Zeit, in der ich so früh kreativ bin.

Wahrscheinlich wirst du sagen: So früh kann auch nur eine Lerche aufstehen…. Dazu muss ich bekennen, dass ich bis vor einiger Zeit eigentlich immer eine Nachteule war. Ich konnte locker bis drei Uhr nachts telefonieren und Geschichten planen und schreiben und machen und tun. Kuchen für Geburts- oder Festtage habe ich immer abends nach acht oft bis Mitternacht gebacken. Manchmal habe ich sogar abends geputzt. Obwohl meine Devise normalerweise lautet: Ab acht Uhr gehört der Abend mir!

Und am Morgen war ich dann hundemüde und mein Mann sagte immer: Wenn ich dir den Schwarztee ans Bett bringe, ist das eigentlich Notwehr! Weil er mich sonst nicht wach gekriegt hätte. Ich habe mich immer, immer gequält am morgen, schon seit ich eine Jugendliche war.

Warum sich das geändert hat, weiß ich gar nicht genau. Ein Grund ist vielleicht mein Schlafapnoegerät, sprich meine Atemmaske für die Nacht. Endlich bin ich nämlich morgens wirklich ausgeschlafen. Und ich habe festgestellt, dass ich morgens einfach leistungsfähiger bin. Außerdem wollen um 5 oder 6 Uhr morgens weniger Leute etwas von mir. Da kriege ich selten Telefonanrufe, habe noch keinen Besuch (der natürlich im Moment wegen Corona eh weniger als sonst ist) und meine Familie schläft zum großen Teil auch noch. Ich bin also ungestört und kann mich deshalb besser auf mein Projekt, den Roman, konzentrieren. Alles gute Gründe so früh aufzustehen. Trotzdem protestiert mein innerer Schweinehund manchmal. Das lasse ich aber nicht gelten. Also bleibt der Wecker so früh, ich quäle mich aus dem Bett und bin eine halbe Stunde später fit für den Tag.

Ah, aber mein morgendlicher Schwarztee darf nicht fehlen! Frühstücken tue ich dann erst so zwischen 8 und 9 Uhr.

Aber heute feiere ich erst mal meinen Rekord! 2000 Worte!

Hoch die Tassen!

Jubel!

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Roman-Tagebuch Teil 9

In diesem Teil meines Romantagebuches geht es um Schauplätze, Beschreibungen, Entfernungen und Hindernisse.

Aber zuerst einmal, wie sieht es mit meinem Fortschritt aus?

Mein Schreibtempo hat ziemlich gelitten in der letzten Woche. 480 Worte pro Tag, wenn man das Ergebnis von nur drei Tagen auf die ganze Woche umrechnet. An den anderen vier Tagen bin ich überhaupt nicht zum Schreiben gekommen. Woran lag es? Ich habe zum Einen Chauffeur gespielt und einen lieben Menschen aus meinem Bekanntenkreis zu wichtigen Terminen gefahren. Zum Anderen wurde ich von meiner alten Arbeitsstelle als Vertretung angefordert, weil so viele Kollegen aus Krankheitsgründen ausgefallen sind. Also bin ich von Mittwoch bis Freitag eingesprungen und kam daher leider nicht dazu, am Roman zu arbeiten.

Dafür finde ich den Schnitt sogar erstaunlich gut, denn rechnet man es auf die drei Tage um, an denen ich wirklich geschrieben habe, habe ich im Durchschnitt pro Schreibtag über 1100 Worte verfasst.

Aber nun zu meinem heutigen Hauptthema:

Schauplätze und Beschreibungen

Vorgestern kam ich mal wieder an einen dieser Punkte. Der Hauptcharakter sucht einen für ihn bekannten, aber für mich unbekannten Ort auf. Das erste Mal, dass ich ihn dorthin schreibe. Also braucht es für den Leser eine Einführung in den Schauplatz, das Setting. Wie sieht es dort aus, wie riecht es, was fällt als erstes ins Auge, was ist ungewöhlich oder was macht den Ort für meinen Charakter so besonders.

Aber wie beschreibe ich etwas, das ich selbst nicht kenne?

Okay, Fantasie ist eine tolle Sache und man braucht eine Menge davon, um einen Roman zu schreiben, genauso wie man Fantasie braucht, wenn man ein Bild, eine Skulptur oder ein sonstiges Kunstwerk erschafft. Aber manchmal reicht mir meine Fantasie alleine nicht. Ich muss sehen, wie es aussehen könnte. Und da bin ich sehr dankbar für all die Suchmaschinen, die mir Bilder von Orten rund um die Welt in Sekundenschnelle auf den PC in meinem Wohnzimmer zaubern können. Ich muss nicht selbst in der Fifth Avenue gewesen sein, um zu wissen, wie es dort aussieht. Ich muss nicht in einem englischen Castle gestanden haben, um es beschreiben zu können. Nicht auf den Malediven durch den Sand gelaufen sein, um dieses Panorama mit Worten zu malen. Ich kann Google Maps oder andere Dienste nutzen um mir Landkarten zeigen zu lassen. Entfernungen, Straßen, öffentliche Verkehrsverbindungen. Es gibt Hunderte, Milionen, Milliarden von Fotos im Netz, die mich inspirieren können. Bilder von Landschaften, Städten, Dörfern, Burgen, Wäldern, Flüssen und Meeren. 

Am Sonntag suchte ich nun nach Flussmündungen ins Meer, Klippen und Sandstränden und Burgen an Flüssen, um eine Idee zu kriegen, wie die Heimat-Burg meines Charakters aussehen könnte. Ich bin fündig geworden. Ich verwende das Foto nicht eins zu eins, aber es prägt meine Idee von dem Schauplatz. Ich kann nun vor mir sehen, wie die Burg gelegen ist, wieviele Türme sie hat, wie die Mauern mit den Klippen verschmelzen, wie hoch sie gelegen ist, wie der Fluss vorbei fließt. Manchmal male ich dann ein eigenes Bild (s.o.) um die reale Vorlage in meine Vorstellung umzuwandeln. Manchmal beschreibe ich es auch nur mit Worten.

Manchmal fällt es mir leicht einen Ort zu beschreiben. Ich weiß genau, was ich da vorfinde, was es geben muss in diesem Zimmer oder was fehlt, wie die Stimmung ist, die der Ort kreiert und welche Farben ihn dominieren. Ich rieche den Kuhdung im Stall oder die Farbe der neu gestrichenen Wände… aber manchmal, da ist es, als hätte ich einen Blackout… da fehlt mir jegliche Idee für das, was ich beschreiben will. Und dann kommt die Bilderflut des Internets… Unglaublich hilfreich,… Unglaublich reichhaltig…

Manchmal überfordert mich das… zuviele Möglichkeiten, zuviele Ideen und dann muss ich mich entscheiden. Und manchmal haben solche Entscheidungen weitreichende Folgen für die Geschichte…

Kennst du das auch? 

Entscheidungen fallen mir oft echt schwer.

Hilfreich ist dann, Abstand gewinnen, es sacken lassen, eine Nacht darüber schlafen. Und dann noch einmal mit einem neuen Blickwinkel an die Sache herangehen.

Von Entfernungen, Reisezeiten und gewollten Hindernissen

Gestern habe ich an einer anderen Sache herum geknobelt: Entfernungen und Reisezeiten! Wie lange braucht mein Charakter von A nach B? Wie lange braucht er mit dem Pferd? Wie lange zu Fuß? Ca. einen ganzen Tag zu Pferd! Zu Fuß natürlich entsprechend länger! Was bedeutet das für die Ankunftszeit, wenn er erst mittags abreisen kann? Er kommt nicht vor Einbruch der Nacht an! Mitten in der Nacht ankommen in einer mittelalterlichen Gesellschaft ohne Straßenlaternen und Autoscheinwerfer? Schwierig…. In einer mondlosen Nacht, noch dazu in der Nähe der Klippen: unmöglich… da würde er sich eher das Genick brechen. Also muss er irgendwo übernachten… aber wo? Und dann kommt er mittags an, wo ich ihn eigentlich spätnachmittags hatte ankommen lassen wollen… und sein Kontrahent, der ihm folgen und kurz nach ihm eintreffen sollte, der sagt mir gleich „Ätschbätsch, ich reite gar nicht erst mittags los, ich warte bis zum nächsten Tag… !“ und aus einer knappen Stunde Abstand wird ein halber Tag … knurr… wie löse ich solch ein Problem… okay, ich kann ein Hindernis für den einen einbauen, das ihn später ankommen lässt, aber was für eins….? Und schon bin ich mitten drin alles umzuplanen, neue Szenen zu entwerfen, nur weil die Entfernung zu weit ist, um in einem halben Tag mit dem Pferd anzukommen… 

Und das, obwohl ich die Karte selbst entworfen, die Orte selbst erfunden habe! Ich habe ernsthaft überlegt, ob es einfacher wäre, die Entfernung zu ändern, sprich die Karte neu zu malen… aber irgendwie kommt mir  das wie Schummeln vor! Und ich hatte ja Gründe, die Entfernungen so zu wählen, wie sie sind… wenn sich alle Orte aufeinanderknubbeln ist das auch nicht hilfreich. Also bleibt die Karte, wie sie ist… und ich verrenke mir weiter das Gehirn! Ich bin gespannt, ob mir noch ein guter Einfall kommt, wie ich den einen aufhalten und den anderen schneller machen kann…

Und wieso der eine denkt, dass der andere ihn vielleicht sogar einholen könnte… und überhaupt…

Du siehst, ich bin mittendrin im Planen und Entscheiden, im Grübeln, Lösungen suchen und verwerfen, im Bilder und Schauplätze malen und beschreiben, im Hindernisse erfinden und meine Figur in Schwierigkeiten bringen. Heute geht es weiter. Ich freue mich schon!

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Roman-Tagebuch Teil 8

In diesem Teil meines Roman-Tagebuches berichte ich von gelungener Wiederherstellung und neuen Hoffnungen:

Geschafft! Gestern abend konnte ich sagen, die Szenen sind alle wieder hergestellt. Nicht in allen Teilen genauso, wie zuvor, aber zumindest sinngemäß. Und bin ich jetzt zufrieden? Teilweise!

Warum nur teilweise? Mhh, das ist schwer zu sagen. Zum einen merke ich, dass ich of am ersten Entwurf hänge, weil der aus meinem Herzen geflossen und mein ureigenstes Baby ist. Das ist natürlich auch hinderlich beim Überarbeiten. Es macht es mir schwer. Dabei gilt die allgemeine Regel: „The first draft of anything is shit.“, von Ernest Hemingway (zu deutsch: Der erste Entwurf ist immer Scheiße!) 

Insofern ist es eigentlich nicht schlimm, diese Szene noch einmal neu verfasst zu haben. Auch dieser Entwurf wird nicht der letzte bleiben. Ich werde es überarbeiten und überarbeiten und überarbeiten. 

Trotzdem trauere ich dem ersten Entwurf ein wenig nach, bin nicht zufrieden.

Außerdem und als zweites ist da die Angst, etwas Wesentliches vergessen zu haben. Etwas übersehen, verloren zu haben, unwiderbringlich, weil ich mich nicht erinnere oder nicht richtig erinnere. Das Gedächtnis ist tückisch oder wie Fachleute sagen: „Wir vergessen nicht nur, wir verdrehen, verzerren und verformen unsere Erinnerungen wie Knetgummi.“ (Aus: https://www.dasgehirn.info/denken/gedaechtnis/vom-vergessen-und-falschen-erinnern) Sprich, es ist nicht nur so, dass mir eventuell etwas fehlt vom Text, an das ich mich nicht mehr erinnere, nein, es könnte auch sein, dass ich irgendetwas leicht verdreht neu notiert habe. Ein Gefühl nicht mehr so deutlich ist oder deutlicher als zuvor. Ein Gedanke, den es vorher noch nicht gab usw. Das Problem ist, das kleine Verschiebungen manchmal große Auswirkungen haben können. Seufz.

Und ich ärgere mich über den Zeitverlust. Darüber, dass ich zwei Tage damit verbracht habe, zu rekonstruieren, was da eigentlich schon stand. Dass ich in dieser Zeit nicht voran gekommen bin, dass keine neuen Szenen entstanden sind,… dabei ist meine Schreibzeit ohnehin nicht reichlich bemessen. Ich knappse sie mir von anderen Dingen ab und habe ab und an ein schlechtes Gewissen, soviel Zeit mit Tippseleien zu vergeuden.

Aber wie auch immer, ich kann es nicht ändern, kann die Zeit nicht zurück drehen und den Verlust der 3000 Worte nicht verhindern… aber ich kann vorwärts schauen und dort weiter machen, wo ich aufgehört habe. 

Insofern bin ich zufrieden, denn das, was da jetzt steht ist eine gute Ausgangsposition für das, was folgen soll. Und das alleine zählt.

So betrachtet „Ich bin zufrieden!“

Was ich durch die verlorene Zeit nicht geschafft habe, ist die Schlüsselszenen zu beenden und weiter voran zu gehen. Das heißt, ich bin noch nicht an der Stelle angekommen, wo es um einen Perspektivwechsel geht. Und gerade frage ich mich auch, ob ich den jetzt einschieben will, gerade bin ich eigentlich gut im Fluss mit meiner Hauptfigur und ich fürchte, wenn ich die Person wechsele, die ich begleite, würde mich das ausbremsen und zurück werfen. Vielleicht muss ich einfach so lange bei meinem Hauptchara bleiben, bis es nicht anders möglich ist, als zu wechseln. Oder bis ich an einen Punkt komme, wo ich mit seinem Handlungsstrang ins Stocken gerate. 

Was ich schön und gut finde, ist, dass ich inzwischen so in meiner Geschichte drin bin, dass mir auch im Alltag Ideen zufliegen, Bilder sich in mein Blickfeld drängen, die Figuren erzählen, wie es weitergeht… neue Ideen wachsen

Für diese Woche kann ich vermerken:

Montag und Dienstag habe ich nicht geschrieben, bzw. nicht wesentlich geschrieben: 0 und 9 Worte. Am Mittwoch und Donnerstag habe ich sehr voran gemacht. Insgesamt 3000 Worte. Die mir dann aber am Freitag morgen abhanden gekommen sind. Freitag 1500 Worte und Samstag nochmal: Ergebnis 3000 Worte wieder hergestellt. Reine Schreibleistung 6000 Worte, leider entspricht das nur 3000 wirklich Neuen…. Wenn man das auf die tägliche Leistung umrechnet, sind es immer noch 500 Worte pro Tag. Gar nicht so schlecht für eine solche Katastrophenwoche.

Ab Montag schreibe ich dann hoffentlich wieder  vorwärts.

Wie es weiter geht, kannst du im nächsten Teil meines Roman-Tagebuches lesen.

Roman-Tagebuch Teil 7

In diesem Teil berichte ich von viel Arbeit und neuen Erkenntnissen:

Eigene Dummheit?

Gestern musste ich hier leider bekannt geben, dass mir 3000 Worte über Nacht abhanden gekommen sind. Und sicher haben einige gedacht, wie doof kann man sein… Man muss doch ordentlich speichern und regelmäßig Backups machen. Klar, weiß ich ja alles, aber naiv wie ich bin, war ich davon ausgegangen, dass mein cooles, noch recht neues und ziemlich teures Autorenschreibsoftwareprogramm dass schon automatisch machen würde… so wie das andere Schreibprogramm, dass ich schon länger nutze und mit dem ich diesen Blog manage. Denn das speichert, sobald ich zwei Sekunden lang nicht tippe!!

 Seit gestern weiß ich, dass es so einfach nicht ist.

Richtig, man sollte natürlich drauf achten, dass die Backups und Sicherungen ordnungsgemäß passieren. Und ich hab mich darauf verlassen, dass das einfach so klappt. Das war grob fahrlässig. Aber wie ich im Laufe des Tages mit Hilfe meines Mannes heraus fand, war ich gar nicht so doof. Wir haben in den Einstellungen gesucht und wurden fündig und siehe da: Das Programm war so eingestellt, dass es automatisch alle 10 Minuten den Text hätte speichern müssen. Ich war also gar nicht so dumm… nur, warum hat es nicht funktioniert?

Denn Fakt ist: mir fehlen zwei Tage! Zwei Tage in denen es keine einzige Sicherungskopie meines Textes gibt, obwohl sie alle zehn Minuten hätte passieren sollen. Zwei Tage, in denen ich 3000 Worte geschrieben habe, die nun weg sind. Schnauf!

Die Vermutung ist, dass sich das Programm oder der Computer oder was auch immer, zwischenzeitlich irgendwie ausgeklinkt hat, hängen geblieben ist… unbemerkt… klammheimlich sozusagen. Komisch halt, dass alles funktioniert hat… Schreiben, Charadatenbank und alles, nur das Speichern nicht… ich weiß immer noch nicht warum, trotz eingehender Ursachenforschung.

Alles klamüsern half nicht… der Text ist und bleibt verschwunden. Ich hab mir vorgenommen jetzt öfters manuell zu speichern. Und ich hab mir vorgenommen, nochmal genauer nachzulesen… und herauszufinden, ob ich noch etwas tun kann, um das zu vermeiden…

Denn, wie meine Freundin sagte: Vertraue nie einem digitalen (technischen) Gerät!

Tja, und was ist mit dem verloren gegangenen Text?

Ich habe gestern echt lange und mit hoher Intensität gearbeitet. Ca. 1500 Worte habe ich schon neu geschrieben, was ziemlich genau der Hälfte des verlorenen Textes entspricht. Damit bin ich ganz gut im Rennen. Und wie zufrieden bin ich mit dem, was da steht? Der rekonstruierte Teil gefällt mir ganz gut. An manchen Stellen habe ich bereits Sätze ergänzt und den Text erweitert.

Und wie genau bin ich vorgegangen?

Erstaunlich fand ich die Art, wie das geklappt hat. Ich habe nicht chronologisch gearbeitet. Der Logik des Textes folgend, hätte ich ja dort beginnen müssen, wo die ersten Sätze fehlten. Aber das war der schwierigste Teil und lag außerdem noch länger zurück. Also habe ich beschlossen, mit dem anzufangen, was mir noch gut im Gedächtnis geblieben ist. Sprich das Neueste, von dem, was verloren gegangen ist, war auch das erste, das wieder hergestellt wurde. 

Ich habe also beim letzten Kapitel angefangen. Und dann habe ich mein Gehirn einfach arbeiten lassen. Was mir in den Sinn kam, wurde aufgeschrieben. Manchmal einzelne Stichworte, manchmal ganze Sätze. Manchmal habe ich etwas ein zweites Mal recherchiert und manchmal Bilder betrachtet. Mit dem Anschauen  kam die Erinnerung zurück. 

So habe ich Stück für Stück rekonstruiert, was da stand. Angefangen habe ich mit einer Beschreibung einer wichtigen Figur, die von meinem Hauptchara gerade betrachtet wird. Dafür hatte ich etwas recherchiert. Also noch einmal nachlesen. Die Bilder, die ich beim Schreiben hatte, kamen zurück und ich konnte die Beschreibung beinahe wörtlich neu zu Papier bringen. Von da ausgehend floss die Szene relativ leicht.

Schwieriger wurde es bei einer weiter zurückliegenden Szene. Ich hatte einen wichtigen DIaolog in einer kniffligen und für den Protagonisten problematischen Situation geschrieben. Diese Stelle hatte ich in Etappen vwefasst und schon mal überarbeitet. Beim Abrauschen meines Textes ist nun die neueste Version abhanden gekommen und eine alte Version des Dialogs steht da noch. Jetzt sollte man denken: Prima, du hast noch eine Grundlage, auf der du aufbauen kannst. Ja, das schon, aber…

Aber mir ist es schwer gefallen, heraus zu finden, was von dem Alten habe ich stehen lassen und was habe ich geändert. Irgendwie hat sich das überlagert. Ich weiß zwar, in welche Richtung es gehen muss, aber das Überarbeiten war mühsam. Ich habe es jetzt so gemacht, als würde ich einen neuen Text schreiben. Es ging quälend langsam und hat tatsächlich wenig Spaß gemacht. Beim ersten Teil (s.o.) war ich immer wieder erstaunt war, wie genial so ein Gehirn das mit dem Erinnern hinkriegt. In diesem Teil war ich eher frustriert, dass es nicht so geht, wie ich will. Da hätte ich gern mit den Fingern geschnippst und es hätte einfach da gestanden. Das wäre schon praktisch gewesen… seufz. Da wurde deutlich, dass es manchmal schwer ist, das Richtige zu erinnern, wenn sich Erinnerungen sehr ähneln.

Alles in allem kann ich aber sagen, dass ich sehr zufrieden bin. Das war ein erfolgreicher Wiederherstellungsprozess. Über die Hälfte der Worte steht schon wieder da. Und den Rest schaffe ich hoffentlich heute.

Das Gedächtnis, ein erstaunliches Ding:

Erstaunt, war ich tatsächlich, wie mein Gedächtnis arbeitet und habe mir die Mühe gemacht, nochmal nachzulesen. Dabei bin ich zum Beispiel auf folgende Seite gestoßen: (https://www.fragile.ch/gedaechtnis/wie-funktioniert-das-gedaechtnis/) Natürlich gibt es noch viele andere Textstellen zum Gehirn und der Erinnerungsfunktion des Gedächtnisses. 

Da wurde nochmal deutlich, dass ich alles richtig gemacht habe: Für eine Erinnerung braucht es manchmal einen Auslösereiz: das waren bei mir die Bilder und der schon vorhandene Text. Und klar ist auch, der Roman und sein Inhalt sind so wichtig, dass die Informationen ins Langzeitgedächtnis gewandert sind, sonst hätte ich am nächsten Tag nichts mehr erinnern können. Spannende Sache.

Nun gut, also heute geht es weiter. Mal sehen, ob ich auch den Rest noch auf die Reihe kriege!

Wie es weiter geht, könnt Ihr im nächsten Tagebuch-Eintrag lesen.

Roman-Tagebuch Teil 6

In diesem Teil berichte ich von Katastrophen und Frust:

3000 Worte sind über Nacht verschwunden!

Klammheimlich und so mir nichts dir nichts und alle Versuche sie wieder herzustellen, sind fehl geschlagen.

Ich bin schockiert, entsetzt, am Boden zerstört.

3000 Worte sind drei Tage Arbeit. Und diese 3000 Worte waren Schlüsselszenen. Dialoge, an denen ich lange gefeilt habe, Beschreibungen, die wichtig waren, Details und Kleinigkeiten und jede Menge Herzblut. 3000 Worte! Selbst wenn ich noch Teile davon überarbeitet, gestrichen oder geändert hätte, waren sie die Grundlage. 3000 Worte fehlen und ich weiß nicht, wie ich sie wieder zurück bringen soll.

Abgesehen von meiner Verzweiflung, die echt hinderlich ist, ist es sehr schwer, einen Text ein zweites Mal so gut zu Papier zu bringen…. Ich kenne das schon von früher, wo mir ab und an Texte fürs Rollenspiel abhanden gekommen sind. Jeder neue Versuch ist eine Quälerei, weil man möglichst nah ans Original heran will und sich doch nicht mehr genau genug erinnert.

Aber wie kam es dazu?

Als ich heute morgen, den letzten Abschnitt meiner Geschichte meinem Mann zum Lesen geben wollte, traf mich der Schlag. Ich öffnete mein Schreib-Programm und hatte mich schon beim Öffnen gewundert, dass als letztes Datum Dienstag angegeben worden war, dabei hatte ich doch gestern und vorgestern auch daran gearbeitet. Und oh Schreck: Es fehlte der letzte Abschnitt, fast ein ganzes Kapitel.

Auch das Nachsuchen, ob nicht irgendwo noch ein Backup gespeichert ist, das man wiederherstellen könne, ergab: letztes Backup vor zwei Tagen!

Wie kann das sein? 

Ich arbeite ja seit Neuestem mit Papyrus. Ich war davon ausgegangen, dass das Ding automatisch speichert. Aber so scheint das nicht zu sein. Und ich habe wohl nicht darauf geachtet und viel zu selten selber aktiv auf Speichern gedrückt.

In Scrivener ist das anders, da wird alle zwei Sekunden automatisch gespeichert. Text verlieren ist nahezu ausgeschlossen, es sei denn, ich lösche etwas absichtlich. Und merke hinterher: Das war falsch.

Jetzt habe ich aber aus verschiedenen anderen Gründen zu Papyrus gewechselt und bin an vielen Punkten für den Roman damit auch sehr zufrieden, aber das ist ein echtes Manko. Wie kann das geschehen, dass drei Tage Arbeit einfach so weg sind? 

Und nun? 

Nun muss ich mich wohl gleich ans Werk machen und zusehen, dass ich möglichst viel aus meinem Gedächtnis wieder zu Papier bzw. in den Computer bringe. 

Und ich werde recherchieren, ob man auch bei Papyrus eine automatische Speicherung alle paar Minuten einrichten kann. Ich hoffe, mein Mann kann mir bei diesem technischen Problem helfen.

Was bleibt ist eine Menge Frust und eine Menge Arbeit!

Um möglichst schnell die verlorenen Szenen wieder herzustellen, ende ich für heute hier und setze mich an meinen Romantext.

Ich werde demnächst berichten, wie es weiter geht und ob ich es schaffe, die Texte einigermaßen zufriedenstellend wieder herzustellen.

Roman-Tagebuch Teil 5

Uff, geschafft, Teil fünf meines Romantagebuches kann endlich life gehen.

Eigentlich wollte ich diesen Post schon gestern (15.03.21) online stellen, aber da funkte mal wieder das Leben dazwischen. Jemand aus meinem Bekanntenkreis brauchte dringend Hilfe und so hab ich alles stehen und liegen gelassen und bin hingefahren. Aber wie gesagt aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Hier also gehts weiter:

In diesem Teil meines Roman-Tagebuches berichte ich von Fortschritten und Entwicklungen:

Ich habe in den letzten vier Roman-Tagebuch-Einträgen erzählt, welche Schwierigkeiten ich überwinden musste, bis ich an den Punkt gekommen bin, an dem ich jetzt stehe: Ich habe einen Charakterfundus, eine Welt mit Karte, Ideen für die Handlung und ich habe schon mehrere Kapitel Text, letzter Stand (siehe Romantagebuch Teil 4) ca. 17000 Worte

Und wie geht es nun voran?

In der Zeit von Montag, dem 08. März, bis Sonntag, den 14. März, habe ich 4441 Worte für den Roman verfasst. Das klingt vielleicht nicht viel, allerdings habe ich am Montag keine Aufzeichnung gemacht, da steht also noch die Null und am Samstag habe ich gar nicht geschrieben. Pause muss ab und zu sein. Ich habe auch noch ein reales Leben, dass mich zuweilen fordert, siehe oben! 😉

Sprich ich habe an 5 Tagen 4441 Worte geschrieben, was einen Durchschnitt von ca. 888 Worten pro Schreibtag ergibt. Das ist ziemlich gut, wenn man bedenkt, dass man ja auch über das nachdenken muss, was man da zu Papier bringt. Wenn man die Tage einbezieht, die ich nicht produktiv war, kommt man immer noch auf einen Schnitt von 634 Worten pro Tag.

Was mich zu der Frage brachte, ist das nun gut oder schlecht? Mittelmaß oder eher unteres Level?

Wieviele Worte schreibt denn ein Schriftsteller pro Tag im Durchschnitt? In diesem Artikel wurde ich fündig: https://sehpferd.de/index.php?/archives/913-Wie-viele-Woerter-schreibt-ein-Schriftsteller-am-Tag.html

Ein Profi-Schriftseller schafft also zwischen ca. 500 bis 2000 oder 3000 Worte pro Tag, irgendwo habe ich mal gelesen, dass z.B. Stephen King etwa 2000 Worte pro Tag verfasst und Mark Twain ca. 1400 bis 1800.

Wenn man das bedenkt, bin ich mit dem Durchschnitt von 634 natürlich noch an der unteren Grenze, aber schon gar nicht so schlecht. Mal sehen, ob sich das in Zukunft noch steigern lässt. Die Qualität sollte jedoch nicht unter der Schnelligkeit leiden. Lieber weniger Worte, dafür kein Stuss, als viele Worte und nur Schund!

Ich bin nun also bei etwas über 20 000 Worten angelangt: Ein echter Meilenstein!

Jubel.

Eine Geschichte ist mehr als nur Worte

Inhaltlich bewegt sich die Geschichte gerade auf einen ersten Höhepunkt zu. Am Freitag habe ich eine Szene geschrieben, auf die ich mich schon lange gefreut habe. Erst schien es schwierig, ich kam nicht hinein, doch dann floss der Text. Ob ich zufrieden bin? Nein noch nicht… man muss dran feilen, aber ein erster Entwurf steht…

Helfen Online-Kurse?

In dieser Woche habe ich einen 2-stündigen Online-Kurs belegt, in dem es um kraftvolle Dialoge ging, siehe auf: https://kurse.mynextself.com

Das war sehr aufschlussreich und hat mich ein großes Stück weiter gebracht. Ich habe mich gleich daran gemacht, Dialoge meines Romans zu überarbeiten. Das bedeutete allerdings auch, dass ich Text gekürzt habe,… eine schwierige Sache, immerhin steckte viel Arbeit drin in jedem Wort. Auch deshalb stehen da diese Woche weniger Worte als ich tatsächlich geschrieben habe, mein Wortzähler zählt nämlich auch rückwärts, sprich ich war irgendwann bei -500 oder sogar noch mehr Worten und musste mich erstmal wieder auf Null hocharbeiten.

Was sind nun meine Pläne für die kommende Woche?

Für diese vor mir liegende Woche habe ich einige Pläne:

Ich will die Schlüsselszene überarbeiten und dann fürs Erste abschließen. Eine zweite, wichtige Szene wird sich anschließen und ich habe schon Ideen, wie es weiter geht.

Eventuell steht jetzt ein längerer Teil mit Rückblicken an. Damit man die Geschichte besser verstehen kann, braucht man auch Einblick in Vergangenes. Ich bin ja mitten hinein gesprungen und der Leser weiß vieles noch nicht, was aber wichtig sein könnte.

Perspektivwechsel

Wenn ich es schaffe soweit zu kommen, könnte es sein, dass ich zum ersten Mal einen Perspektivwechsel haben werde.

Zur Erklärung: Ich schreibe meinen Roman aus einer stark personalen Perspektive, d.h. ich bin sehr nah dran an meiner Hauptfigur, beschreibe das Geschehen aus ihrem Blickwinkel. Das heißt natürlich auch eine eingeschränkte Sicht der Dinge, vieles bekommt mein Protagonist nicht mit und wenn ich einen umfassenden Überblick geben will, muss ich ab und an meine Hauptfigur verlassen und aus der Sicht einer anderen Person erzählen…. Noch bin ich mir nicht einmal sicher, ob ich das will, ob es nötig und gut ist oder ob es auch anders machbar ist…. Aber wenn, dann wäre jetzt der Zeitpunkt es zu tun…

Ich bin selbst gespannt, wohin mich mein Romanabenteuer treiben wird. Du bist herzlich eingeladen, mich zu begleiten.

Wie es weiter geht, kannst du im nächsten Teil meines Roman-Tagebuches lesen.

Roman-Tagebuch Teil 4

In diesem Teil meines Roman-Tagebuches berichte ich von Katastrophen und Neuanfängen:

Der letzte Teil meines Tagebuches endete mit Frust. Mit dem Gefühl des Scheiterns: unfähig zu sein, es nicht zu können. 

Das Buch und den ersten Tag der Geschichte mit dem Erwachen meines Charakters gleich zu setzen, hatte ich für eine gute Idee gehalten. Immerhin ist das für die Figur und den Leser ein Neustart. Aber ich gebe zu, es war ein bisschen lahm und langweilig…. Wobei eine ellenlange Rückblende habe ich nicht geschrieben und auch kein Betrachten im Spiegel… trotzdem …

… der schlechtest mögliche Roman-Anfang war mir gelungen… ganz toll… das war genau das, was ich zur Motivation noch brauchte…

Nein im Ernst: Der Dämpfer war gewaltig. Das Gefühl, den Vogel abgeschossen zu haben, das Fettnäpfchen schlechthin erwischt zu haben, tat weh. 

 Welche Möglichkeiten hatte ich jetzt?

  • Alles hinschmeißen?
  • Den Text so lassen und damit leben, dass es der schlechteste Anfang ever ist? Wer sagt überhaupt, dass das so ist?
  • Den Text verwerfen und an einer anderen Stelle in die Handlung springen?

Alles hinschmeißen war verlockend. Es wäre das Leichteste. Oder? Da konnte ich mich schon nicht blamieren. Höchstens ein bisschen Hohn für meine vollmundigen, völlig lachhaften Ankündigungen, einen Roman schreiben zu wollen. „War ja klar, dass du das nicht schaffst….!“

Den Text so lassen? Und damit von vorneherein zugeben, dass ich einfallslos bin? Eben doch nur Hobbyautorin ohne guten Stil? Klar, wäre auch denkbar, aber ich wollte mich wirklich nicht blamieren! Und das hätte zur größten Blamage überhaupt werden können!

Einen großen Textabschnitt verwerfen und nochmal ganz neu anfangen? Uff! Das klang nach Herausforderung. Ich weiß eigentlich, dass es für solch einen Abenteuerroman, wie ich ihn plane, das Beste ist, mitten in eine spannende Szene zu springen. Aber das Umzusetzen ist nicht so einfach. 

Was also tun? 

Alles Hinschmeißen? Nein, auf keinen Fall! Aufgeben kam nicht in Frage! Ich wollte diesen Roman schreiben! Ich wollte meine Geschichte erzählen! Oder besser die Geschichte meiner Hauptfigur! 

Den peinlichen Anfang behalten? Niemals! Also habe ich den schlechten Start eingesackt und beiseite gelegt. Wieder eine Erfahrung mehr.

 Und dann? Dann habe ich nach einem neuen, ersten Satz gesucht. Und Texte gelesen über gute Buchanfänge ( z. B. https://tredition.de/wie-schreibe-ich-einen-guten-buchanfang/ und https://www.anderfeldt.de/fun/erste_saetze/ )

Erste Sätze sind wirklich schwer! Und für mich war es auch nicht hilfreich, die ersten Sätze anderer Autoren zu lesen. Oh, da gibt es viele: gute und nicht so gute und welche, die als gut gelten und die ich dennoch doof finde… aber keiner passt zu meiner Geschichte und natürlich kann ich ohnehin keinen davon verwenden, selbst wenn ich wollte, denn das wäre ja Diebstahl geistigen Eigentums… Aber das Lesen anderer Buchanfänge hat die Latte enorm hoch gelegt. Die Hürde einen eigenen, ersten, genialen Satz zu schreiben schien in unerreichbare Ferne gerückt. Wie sollte ich solchen Ansprüchen genügen?

Ich grübelte und brütete und zerbrach mir den Kopf … aber nichts Gescheites wollte mir einfallen.

Erst als ich losgelassen habe und etwas ganz anderes tat, entflammte mich eine zündende Idee…

Beim Spazierengehen im Schnee flog mir mein erster Satz zu. Ich hab ihn mir inwendig aufgeschrieben und bis zu Hause gemerkt. Dann tippte ich ihn in meinen Laptop. Da stand er, schwarz auf weiß und lachte mich an. Während ich ihn so betrachtete, ging es weiter. Andere Sätze drängelten sich heran. Der erste Satz rutschte nach hinten. Ist jetzt nicht mehr erster, sondern dritter oder vierter Satz. Am Ende stand eine Szene, mit der ich zwar immer noch nicht ganz zufrieden bin, die aber weitaus besser ist, als alles, was ich zuvor geschrieben habe. 

Und der erste Satz? 

Ist nicht mehr der, den ich im Schnee gefunden habe, aber er gefällt mir! Immer noch!

Und selbst wenn es nicht so wäre: Das Überarbeiten kommt ja ohnehin noch…. Also bleibt es erstmal stehen, wie es ist.

Das war die Initialzündung. Seit diesem ersten Satz kamen noch viele Sätze dazu. Inzwischen bin ich bei über 17.000 Worten und ca. 50 Seiten.

Du willst wissen, welchen Fortschritt ich mache und wo die nächsten Schwierigkeiten lauern? 

Wie es weiter geht, kannst du im nächsten Teil meines Roman-Tagebuches lesen.

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