Auf dem Weg zum Roman

Kategorie: Roman-Tagebuch (Seite 2 von 2)

Hier berichte ich regelmäßig von den Fortschritten, die ich mit meinem Roman mache

Roman-Tagebuch Teil 7

In diesem Teil berichte ich von viel Arbeit und neuen Erkenntnissen:

Eigene Dummheit?

Gestern musste ich hier leider bekannt geben, dass mir 3000 Worte über Nacht abhanden gekommen sind. Und sicher haben einige gedacht, wie doof kann man sein… Man muss doch ordentlich speichern und regelmäßig Backups machen. Klar, weiß ich ja alles, aber naiv wie ich bin, war ich davon ausgegangen, dass mein cooles, noch recht neues und ziemlich teures Autorenschreibsoftwareprogramm dass schon automatisch machen würde… so wie das andere Schreibprogramm, dass ich schon länger nutze und mit dem ich diesen Blog manage. Denn das speichert, sobald ich zwei Sekunden lang nicht tippe!!

 Seit gestern weiß ich, dass es so einfach nicht ist.

Richtig, man sollte natürlich drauf achten, dass die Backups und Sicherungen ordnungsgemäß passieren. Und ich hab mich darauf verlassen, dass das einfach so klappt. Das war grob fahrlässig. Aber wie ich im Laufe des Tages mit Hilfe meines Mannes heraus fand, war ich gar nicht so doof. Wir haben in den Einstellungen gesucht und wurden fündig und siehe da: Das Programm war so eingestellt, dass es automatisch alle 10 Minuten den Text hätte speichern müssen. Ich war also gar nicht so dumm… nur, warum hat es nicht funktioniert?

Denn Fakt ist: mir fehlen zwei Tage! Zwei Tage in denen es keine einzige Sicherungskopie meines Textes gibt, obwohl sie alle zehn Minuten hätte passieren sollen. Zwei Tage, in denen ich 3000 Worte geschrieben habe, die nun weg sind. Schnauf!

Die Vermutung ist, dass sich das Programm oder der Computer oder was auch immer, zwischenzeitlich irgendwie ausgeklinkt hat, hängen geblieben ist… unbemerkt… klammheimlich sozusagen. Komisch halt, dass alles funktioniert hat… Schreiben, Charadatenbank und alles, nur das Speichern nicht… ich weiß immer noch nicht warum, trotz eingehender Ursachenforschung.

Alles klamüsern half nicht… der Text ist und bleibt verschwunden. Ich hab mir vorgenommen jetzt öfters manuell zu speichern. Und ich hab mir vorgenommen, nochmal genauer nachzulesen… und herauszufinden, ob ich noch etwas tun kann, um das zu vermeiden…

Denn, wie meine Freundin sagte: Vertraue nie einem digitalen (technischen) Gerät!

Tja, und was ist mit dem verloren gegangenen Text?

Ich habe gestern echt lange und mit hoher Intensität gearbeitet. Ca. 1500 Worte habe ich schon neu geschrieben, was ziemlich genau der Hälfte des verlorenen Textes entspricht. Damit bin ich ganz gut im Rennen. Und wie zufrieden bin ich mit dem, was da steht? Der rekonstruierte Teil gefällt mir ganz gut. An manchen Stellen habe ich bereits Sätze ergänzt und den Text erweitert.

Und wie genau bin ich vorgegangen?

Erstaunlich fand ich die Art, wie das geklappt hat. Ich habe nicht chronologisch gearbeitet. Der Logik des Textes folgend, hätte ich ja dort beginnen müssen, wo die ersten Sätze fehlten. Aber das war der schwierigste Teil und lag außerdem noch länger zurück. Also habe ich beschlossen, mit dem anzufangen, was mir noch gut im Gedächtnis geblieben ist. Sprich das Neueste, von dem, was verloren gegangen ist, war auch das erste, das wieder hergestellt wurde. 

Ich habe also beim letzten Kapitel angefangen. Und dann habe ich mein Gehirn einfach arbeiten lassen. Was mir in den Sinn kam, wurde aufgeschrieben. Manchmal einzelne Stichworte, manchmal ganze Sätze. Manchmal habe ich etwas ein zweites Mal recherchiert und manchmal Bilder betrachtet. Mit dem Anschauen  kam die Erinnerung zurück. 

So habe ich Stück für Stück rekonstruiert, was da stand. Angefangen habe ich mit einer Beschreibung einer wichtigen Figur, die von meinem Hauptchara gerade betrachtet wird. Dafür hatte ich etwas recherchiert. Also noch einmal nachlesen. Die Bilder, die ich beim Schreiben hatte, kamen zurück und ich konnte die Beschreibung beinahe wörtlich neu zu Papier bringen. Von da ausgehend floss die Szene relativ leicht.

Schwieriger wurde es bei einer weiter zurückliegenden Szene. Ich hatte einen wichtigen DIaolog in einer kniffligen und für den Protagonisten problematischen Situation geschrieben. Diese Stelle hatte ich in Etappen vwefasst und schon mal überarbeitet. Beim Abrauschen meines Textes ist nun die neueste Version abhanden gekommen und eine alte Version des Dialogs steht da noch. Jetzt sollte man denken: Prima, du hast noch eine Grundlage, auf der du aufbauen kannst. Ja, das schon, aber…

Aber mir ist es schwer gefallen, heraus zu finden, was von dem Alten habe ich stehen lassen und was habe ich geändert. Irgendwie hat sich das überlagert. Ich weiß zwar, in welche Richtung es gehen muss, aber das Überarbeiten war mühsam. Ich habe es jetzt so gemacht, als würde ich einen neuen Text schreiben. Es ging quälend langsam und hat tatsächlich wenig Spaß gemacht. Beim ersten Teil (s.o.) war ich immer wieder erstaunt war, wie genial so ein Gehirn das mit dem Erinnern hinkriegt. In diesem Teil war ich eher frustriert, dass es nicht so geht, wie ich will. Da hätte ich gern mit den Fingern geschnippst und es hätte einfach da gestanden. Das wäre schon praktisch gewesen… seufz. Da wurde deutlich, dass es manchmal schwer ist, das Richtige zu erinnern, wenn sich Erinnerungen sehr ähneln.

Alles in allem kann ich aber sagen, dass ich sehr zufrieden bin. Das war ein erfolgreicher Wiederherstellungsprozess. Über die Hälfte der Worte steht schon wieder da. Und den Rest schaffe ich hoffentlich heute.

Das Gedächtnis, ein erstaunliches Ding:

Erstaunt, war ich tatsächlich, wie mein Gedächtnis arbeitet und habe mir die Mühe gemacht, nochmal nachzulesen. Dabei bin ich zum Beispiel auf folgende Seite gestoßen: (https://www.fragile.ch/gedaechtnis/wie-funktioniert-das-gedaechtnis/) Natürlich gibt es noch viele andere Textstellen zum Gehirn und der Erinnerungsfunktion des Gedächtnisses. 

Da wurde nochmal deutlich, dass ich alles richtig gemacht habe: Für eine Erinnerung braucht es manchmal einen Auslösereiz: das waren bei mir die Bilder und der schon vorhandene Text. Und klar ist auch, der Roman und sein Inhalt sind so wichtig, dass die Informationen ins Langzeitgedächtnis gewandert sind, sonst hätte ich am nächsten Tag nichts mehr erinnern können. Spannende Sache.

Nun gut, also heute geht es weiter. Mal sehen, ob ich auch den Rest noch auf die Reihe kriege!

Wie es weiter geht, könnt Ihr im nächsten Tagebuch-Eintrag lesen.

Roman-Tagebuch Teil 6

In diesem Teil berichte ich von Katastrophen und Frust:

3000 Worte sind über Nacht verschwunden!

Klammheimlich und so mir nichts dir nichts und alle Versuche sie wieder herzustellen, sind fehl geschlagen.

Ich bin schockiert, entsetzt, am Boden zerstört.

3000 Worte sind drei Tage Arbeit. Und diese 3000 Worte waren Schlüsselszenen. Dialoge, an denen ich lange gefeilt habe, Beschreibungen, die wichtig waren, Details und Kleinigkeiten und jede Menge Herzblut. 3000 Worte! Selbst wenn ich noch Teile davon überarbeitet, gestrichen oder geändert hätte, waren sie die Grundlage. 3000 Worte fehlen und ich weiß nicht, wie ich sie wieder zurück bringen soll.

Abgesehen von meiner Verzweiflung, die echt hinderlich ist, ist es sehr schwer, einen Text ein zweites Mal so gut zu Papier zu bringen…. Ich kenne das schon von früher, wo mir ab und an Texte fürs Rollenspiel abhanden gekommen sind. Jeder neue Versuch ist eine Quälerei, weil man möglichst nah ans Original heran will und sich doch nicht mehr genau genug erinnert.

Aber wie kam es dazu?

Als ich heute morgen, den letzten Abschnitt meiner Geschichte meinem Mann zum Lesen geben wollte, traf mich der Schlag. Ich öffnete mein Schreib-Programm und hatte mich schon beim Öffnen gewundert, dass als letztes Datum Dienstag angegeben worden war, dabei hatte ich doch gestern und vorgestern auch daran gearbeitet. Und oh Schreck: Es fehlte der letzte Abschnitt, fast ein ganzes Kapitel.

Auch das Nachsuchen, ob nicht irgendwo noch ein Backup gespeichert ist, das man wiederherstellen könne, ergab: letztes Backup vor zwei Tagen!

Wie kann das sein? 

Ich arbeite ja seit Neuestem mit Papyrus. Ich war davon ausgegangen, dass das Ding automatisch speichert. Aber so scheint das nicht zu sein. Und ich habe wohl nicht darauf geachtet und viel zu selten selber aktiv auf Speichern gedrückt.

In Scrivener ist das anders, da wird alle zwei Sekunden automatisch gespeichert. Text verlieren ist nahezu ausgeschlossen, es sei denn, ich lösche etwas absichtlich. Und merke hinterher: Das war falsch.

Jetzt habe ich aber aus verschiedenen anderen Gründen zu Papyrus gewechselt und bin an vielen Punkten für den Roman damit auch sehr zufrieden, aber das ist ein echtes Manko. Wie kann das geschehen, dass drei Tage Arbeit einfach so weg sind? 

Und nun? 

Nun muss ich mich wohl gleich ans Werk machen und zusehen, dass ich möglichst viel aus meinem Gedächtnis wieder zu Papier bzw. in den Computer bringe. 

Und ich werde recherchieren, ob man auch bei Papyrus eine automatische Speicherung alle paar Minuten einrichten kann. Ich hoffe, mein Mann kann mir bei diesem technischen Problem helfen.

Was bleibt ist eine Menge Frust und eine Menge Arbeit!

Um möglichst schnell die verlorenen Szenen wieder herzustellen, ende ich für heute hier und setze mich an meinen Romantext.

Ich werde demnächst berichten, wie es weiter geht und ob ich es schaffe, die Texte einigermaßen zufriedenstellend wieder herzustellen.

Roman-Tagebuch Teil 5

Uff, geschafft, Teil fünf meines Romantagebuches kann endlich life gehen.

Eigentlich wollte ich diesen Post schon gestern (15.03.21) online stellen, aber da funkte mal wieder das Leben dazwischen. Jemand aus meinem Bekanntenkreis brauchte dringend Hilfe und so hab ich alles stehen und liegen gelassen und bin hingefahren. Aber wie gesagt aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Hier also gehts weiter:

In diesem Teil meines Roman-Tagebuches berichte ich von Fortschritten und Entwicklungen:

Ich habe in den letzten vier Roman-Tagebuch-Einträgen erzählt, welche Schwierigkeiten ich überwinden musste, bis ich an den Punkt gekommen bin, an dem ich jetzt stehe: Ich habe einen Charakterfundus, eine Welt mit Karte, Ideen für die Handlung und ich habe schon mehrere Kapitel Text, letzter Stand (siehe Romantagebuch Teil 4) ca. 17000 Worte

Und wie geht es nun voran?

In der Zeit von Montag, dem 08. März, bis Sonntag, den 14. März, habe ich 4441 Worte für den Roman verfasst. Das klingt vielleicht nicht viel, allerdings habe ich am Montag keine Aufzeichnung gemacht, da steht also noch die Null und am Samstag habe ich gar nicht geschrieben. Pause muss ab und zu sein. Ich habe auch noch ein reales Leben, dass mich zuweilen fordert, siehe oben! 😉

Sprich ich habe an 5 Tagen 4441 Worte geschrieben, was einen Durchschnitt von ca. 888 Worten pro Schreibtag ergibt. Das ist ziemlich gut, wenn man bedenkt, dass man ja auch über das nachdenken muss, was man da zu Papier bringt. Wenn man die Tage einbezieht, die ich nicht produktiv war, kommt man immer noch auf einen Schnitt von 634 Worten pro Tag.

Was mich zu der Frage brachte, ist das nun gut oder schlecht? Mittelmaß oder eher unteres Level?

Wieviele Worte schreibt denn ein Schriftsteller pro Tag im Durchschnitt? In diesem Artikel wurde ich fündig: https://sehpferd.de/index.php?/archives/913-Wie-viele-Woerter-schreibt-ein-Schriftsteller-am-Tag.html

Ein Profi-Schriftseller schafft also zwischen ca. 500 bis 2000 oder 3000 Worte pro Tag, irgendwo habe ich mal gelesen, dass z.B. Stephen King etwa 2000 Worte pro Tag verfasst und Mark Twain ca. 1400 bis 1800.

Wenn man das bedenkt, bin ich mit dem Durchschnitt von 634 natürlich noch an der unteren Grenze, aber schon gar nicht so schlecht. Mal sehen, ob sich das in Zukunft noch steigern lässt. Die Qualität sollte jedoch nicht unter der Schnelligkeit leiden. Lieber weniger Worte, dafür kein Stuss, als viele Worte und nur Schund!

Ich bin nun also bei etwas über 20 000 Worten angelangt: Ein echter Meilenstein!

Jubel.

Eine Geschichte ist mehr als nur Worte

Inhaltlich bewegt sich die Geschichte gerade auf einen ersten Höhepunkt zu. Am Freitag habe ich eine Szene geschrieben, auf die ich mich schon lange gefreut habe. Erst schien es schwierig, ich kam nicht hinein, doch dann floss der Text. Ob ich zufrieden bin? Nein noch nicht… man muss dran feilen, aber ein erster Entwurf steht…

Helfen Online-Kurse?

In dieser Woche habe ich einen 2-stündigen Online-Kurs belegt, in dem es um kraftvolle Dialoge ging, siehe auf: https://kurse.mynextself.com

Das war sehr aufschlussreich und hat mich ein großes Stück weiter gebracht. Ich habe mich gleich daran gemacht, Dialoge meines Romans zu überarbeiten. Das bedeutete allerdings auch, dass ich Text gekürzt habe,… eine schwierige Sache, immerhin steckte viel Arbeit drin in jedem Wort. Auch deshalb stehen da diese Woche weniger Worte als ich tatsächlich geschrieben habe, mein Wortzähler zählt nämlich auch rückwärts, sprich ich war irgendwann bei -500 oder sogar noch mehr Worten und musste mich erstmal wieder auf Null hocharbeiten.

Was sind nun meine Pläne für die kommende Woche?

Für diese vor mir liegende Woche habe ich einige Pläne:

Ich will die Schlüsselszene überarbeiten und dann fürs Erste abschließen. Eine zweite, wichtige Szene wird sich anschließen und ich habe schon Ideen, wie es weiter geht.

Eventuell steht jetzt ein längerer Teil mit Rückblicken an. Damit man die Geschichte besser verstehen kann, braucht man auch Einblick in Vergangenes. Ich bin ja mitten hinein gesprungen und der Leser weiß vieles noch nicht, was aber wichtig sein könnte.

Perspektivwechsel

Wenn ich es schaffe soweit zu kommen, könnte es sein, dass ich zum ersten Mal einen Perspektivwechsel haben werde.

Zur Erklärung: Ich schreibe meinen Roman aus einer stark personalen Perspektive, d.h. ich bin sehr nah dran an meiner Hauptfigur, beschreibe das Geschehen aus ihrem Blickwinkel. Das heißt natürlich auch eine eingeschränkte Sicht der Dinge, vieles bekommt mein Protagonist nicht mit und wenn ich einen umfassenden Überblick geben will, muss ich ab und an meine Hauptfigur verlassen und aus der Sicht einer anderen Person erzählen…. Noch bin ich mir nicht einmal sicher, ob ich das will, ob es nötig und gut ist oder ob es auch anders machbar ist…. Aber wenn, dann wäre jetzt der Zeitpunkt es zu tun…

Ich bin selbst gespannt, wohin mich mein Romanabenteuer treiben wird. Du bist herzlich eingeladen, mich zu begleiten.

Wie es weiter geht, kannst du im nächsten Teil meines Roman-Tagebuches lesen.

Roman-Tagebuch Teil 4

In diesem Teil meines Roman-Tagebuches berichte ich von Katastrophen und Neuanfängen:

Der letzte Teil meines Tagebuches endete mit Frust. Mit dem Gefühl des Scheiterns: unfähig zu sein, es nicht zu können. 

Das Buch und den ersten Tag der Geschichte mit dem Erwachen meines Charakters gleich zu setzen, hatte ich für eine gute Idee gehalten. Immerhin ist das für die Figur und den Leser ein Neustart. Aber ich gebe zu, es war ein bisschen lahm und langweilig…. Wobei eine ellenlange Rückblende habe ich nicht geschrieben und auch kein Betrachten im Spiegel… trotzdem …

… der schlechtest mögliche Roman-Anfang war mir gelungen… ganz toll… das war genau das, was ich zur Motivation noch brauchte…

Nein im Ernst: Der Dämpfer war gewaltig. Das Gefühl, den Vogel abgeschossen zu haben, das Fettnäpfchen schlechthin erwischt zu haben, tat weh. 

 Welche Möglichkeiten hatte ich jetzt?

  • Alles hinschmeißen?
  • Den Text so lassen und damit leben, dass es der schlechteste Anfang ever ist? Wer sagt überhaupt, dass das so ist?
  • Den Text verwerfen und an einer anderen Stelle in die Handlung springen?

Alles hinschmeißen war verlockend. Es wäre das Leichteste. Oder? Da konnte ich mich schon nicht blamieren. Höchstens ein bisschen Hohn für meine vollmundigen, völlig lachhaften Ankündigungen, einen Roman schreiben zu wollen. „War ja klar, dass du das nicht schaffst….!“

Den Text so lassen? Und damit von vorneherein zugeben, dass ich einfallslos bin? Eben doch nur Hobbyautorin ohne guten Stil? Klar, wäre auch denkbar, aber ich wollte mich wirklich nicht blamieren! Und das hätte zur größten Blamage überhaupt werden können!

Einen großen Textabschnitt verwerfen und nochmal ganz neu anfangen? Uff! Das klang nach Herausforderung. Ich weiß eigentlich, dass es für solch einen Abenteuerroman, wie ich ihn plane, das Beste ist, mitten in eine spannende Szene zu springen. Aber das Umzusetzen ist nicht so einfach. 

Was also tun? 

Alles Hinschmeißen? Nein, auf keinen Fall! Aufgeben kam nicht in Frage! Ich wollte diesen Roman schreiben! Ich wollte meine Geschichte erzählen! Oder besser die Geschichte meiner Hauptfigur! 

Den peinlichen Anfang behalten? Niemals! Also habe ich den schlechten Start eingesackt und beiseite gelegt. Wieder eine Erfahrung mehr.

 Und dann? Dann habe ich nach einem neuen, ersten Satz gesucht. Und Texte gelesen über gute Buchanfänge ( z. B. https://tredition.de/wie-schreibe-ich-einen-guten-buchanfang/ und https://www.anderfeldt.de/fun/erste_saetze/ )

Erste Sätze sind wirklich schwer! Und für mich war es auch nicht hilfreich, die ersten Sätze anderer Autoren zu lesen. Oh, da gibt es viele: gute und nicht so gute und welche, die als gut gelten und die ich dennoch doof finde… aber keiner passt zu meiner Geschichte und natürlich kann ich ohnehin keinen davon verwenden, selbst wenn ich wollte, denn das wäre ja Diebstahl geistigen Eigentums… Aber das Lesen anderer Buchanfänge hat die Latte enorm hoch gelegt. Die Hürde einen eigenen, ersten, genialen Satz zu schreiben schien in unerreichbare Ferne gerückt. Wie sollte ich solchen Ansprüchen genügen?

Ich grübelte und brütete und zerbrach mir den Kopf … aber nichts Gescheites wollte mir einfallen.

Erst als ich losgelassen habe und etwas ganz anderes tat, entflammte mich eine zündende Idee…

Beim Spazierengehen im Schnee flog mir mein erster Satz zu. Ich hab ihn mir inwendig aufgeschrieben und bis zu Hause gemerkt. Dann tippte ich ihn in meinen Laptop. Da stand er, schwarz auf weiß und lachte mich an. Während ich ihn so betrachtete, ging es weiter. Andere Sätze drängelten sich heran. Der erste Satz rutschte nach hinten. Ist jetzt nicht mehr erster, sondern dritter oder vierter Satz. Am Ende stand eine Szene, mit der ich zwar immer noch nicht ganz zufrieden bin, die aber weitaus besser ist, als alles, was ich zuvor geschrieben habe. 

Und der erste Satz? 

Ist nicht mehr der, den ich im Schnee gefunden habe, aber er gefällt mir! Immer noch!

Und selbst wenn es nicht so wäre: Das Überarbeiten kommt ja ohnehin noch…. Also bleibt es erstmal stehen, wie es ist.

Das war die Initialzündung. Seit diesem ersten Satz kamen noch viele Sätze dazu. Inzwischen bin ich bei über 17.000 Worten und ca. 50 Seiten.

Du willst wissen, welchen Fortschritt ich mache und wo die nächsten Schwierigkeiten lauern? 

Wie es weiter geht, kannst du im nächsten Teil meines Roman-Tagebuches lesen.

Roman-Tagebuch Teil 3

In diesem Teil meines Roman-Tagebuches berichte ich vom Planen und Scheitern:

Der Stand der Dinge:

50 Namen für Charaktere,

3 Hauptfiguren,

1 Welt mit Karte und

1 noch sehr unklare Vorstellung vom Inhalt der Geschichte. 

Als nächstes musste es also darum gehen, einen Plan für die Handlung aufzustellen. Plotten nennt man das im modernen Fachjargon. Und genau das habe ich versucht: Ich habe meinen Plot erweitert, differenziert, eine Beschreibung der Welt und eine ausführliche Charakterbeschreibung der drei Hauptfiguren angefertigt. Das Ganze habe ich Leuten gezeigt und gefragt: Würdet ihr diese Geschichte lesen wollen?

Eine  Anmerkung dazu: Ja, es ist gefährlich Ideen Preis zu geben, denn meine Romanidee kann ich nicht schützen lassen, es ist ja nur eine Idee… es könnte also jemand kommen und sie mir klauen (das ist auch der Grund, warum ich auf dieser Seite nichts schreiben werde, was mein konkretes Projekt verrät, denn am Ende will ich das Buch veröffentlichen und nicht sehen, wie ein anderer meine Idee eher auf den Markt bringt).

Aber diesen Personen, da war ich mir sicher, konnte ich vertrauen und so habe ich mir ihren Rat geholt. 

Ergebnis meiner Nachfrage: 

Das wollen wir lesen, mach weiter!

Jubel!

Es konnte losgehen. 

Jetzt kam der Teil mit dem Schreiben. Und das konnte ich doch, oder?

Ich hatte Bilder von einzelnen Szenen im Kopf. Doch wenn ich sie aufs Papier bringen bzw. auf die leere Computerseite bannen wollte, wurde es hölzern und schwerfällig. Was ich schrieb, gefiel nicht mal mir. Wie sollte es da jemand Anderes lesen wollen? Ich pausierte, suchte nach Inspiration, haderte mit mir und meinen Romanplänen..

Statt des ersehnten Startes passierte jetzt… 

gar nichts!

Diverse Gründe verhinderten, dass ich wieder aktiv wurde… 

Ein ganzes Jahr hatte ich weder Zeit noch Energie noch den Kopf, um weiter zu machen.

Ich habe die Sache aber mit mir herumgetragen, obwohl ich noch nicht viel geschrieben hatte. Und das ist nicht das Schlechteste. Die Geschichte konnte reifen.

Ich hatte einigen Bekannten erzählt, dass ich einen Roman schreiben möchte und Anfang diesen Jahres kamen Nachfragen: 

„Und, was macht dein Roman?“ 

„Wie weit bist du?“ 

„Schreibst du weiter?“

Ich musste antworten: 

„Nichts!“

„Da steht quasi noch nix Neues!“

„Nein, das habe ich ganz aus den Augen verloren!“

Mit den Nachfragen kam zuerst ein schlechtes Gewissen, ein „Du hast dir zuviel vorgenommen und kannst die Erwartungen jetzt nicht erfüllen!“ Doch es kitzelte auch an meinem Ehrgeiz. Wenn Leute um mich herum wissen wollten, wie es da weiter geht, dann wollte ich sie nicht enttäuschen. Ich suchte nach einem neuen Anfang. 

Als erstes hab ich mich um äußere Dinge gekümmert. Ich hab mir ein neues Schreibprogramm zugelegt. Beim Einarbeiten und Ausprobieren kam neue Schaffenslust, neuer Elan. Ich hab angefangen, die ersten Seiten des Romans umzuschreiben, zu recherchieren, mir Tipps zu besorgen, wie man besser schreibt, wie man den ersten Satz formuliert usw. 

Hab über gute und schlechte Romananfänge gelesen und zu meinem Entsetzen festgestellt, dass mein Romananfang als der schlechtest mögliche gehandelt wurde im Netz… (https://www.literaturcafe.de/peinliche-romananfaenge-von-schreibanfaengern/)

Wieder schlichen sich ungefragt Selbstzweifel an. Du kannst es eben doch nicht… du schaffst das nicht, … du bist zu wenig inspiriert… du kannst nur 08/15 und was man sich sonst noch alles selbst an den Kopf knallen kann. 

Wäre ich dabei stehen geblieben, würdet ihr jetzt nicht diesen Blog lesen können.

Wie es weiter geht, kannst du im nächsten Teil meines Roman-Tagebuches lesen.

Roman-Tagebuch Teil 2

In diesem Teil meines Roman-Tagebuches berichte ich vom Erfinden einer neuen Welt:

Eine Romanfigur entsteht

Wie bereits gesagt: Ich brauchte einen Charakter, der sich als Hauptperson für meine Geschichte eignete.

Gesagt, getan, ich hab mich ans „Figuren erfinden“ gemacht.

Für den groben Einblick: Als erstes habe ich mir Namen gesucht. Namen sind wichtig, Namen geben mir eine erste Vorstellung von der Figur, dem Charakter. Sie müssen passen, sie müssen klingen. (PS: eine vage Vorstellung, was ich für Charaktere brauche, muss ich natürlich haben, um passende Namen zu finden)

Nach dem Namen kommen die Eigenschaften und Merkmale der Person: Wie sieht sie aus, wie ist sie so, was kann sie, was mag sie und vor allem auch was nicht… denn nichts ist schlimmer als ein Held ohne Schwachstellen. (mehr zum Thema Figuren entwerfen wird in einem eigenen Post folgen)

Ich habe getüftelt und geknobelt, verschiedene Namen ausprobiert, mit Varianten des einen Namens, anderen Schreibweisen, Namenszusätzen etc. gespielt und das Ergebnis meiner Familie präsentiert und ihre Meinungen angehört. Am Ende hatte ich einen Charakter-Namen, mit dem ich zufrieden war. Es folgte die Arbeit mit einem Charakterbogen: meine Figur gewann Profil, bekam Eigenheiten und Macken, Fähigkeiten und Schwächen. Ein eigenes Aussehen, passende Kleidung.

Und Tadaa: meine Hauptfigur hatte das Licht der Welt erblickt

Und mit ihr wurde auch die Idee für die Handlung konkreter.

Ich blieb nicht bei der Hauptfigur stehen. Ich wollte eine eigene, fiktive Welt. Und die musste ich bevölkern. Ich habe ein ganzes Wochenende oder länger nur Namen gesucht und mehr als 50 passende gefunden und notiert: Für Hauptfiguren, Bösewichte, Nebenfiguren,… für manche habe ich schon Eigenschaften oder Aussehen festgelegt, für andere steht da bisher nur der Name und in meinem Kopf ist eine grobe Idee, wohin er gehören könnte.

Eine fiktive Welt entsteht

Ähnlich bin ich bei der Welt vorgegangen. Ich hab im Internet recherchiert und eine gute Seite gefunden (leider kann ich nicht verlinken, die Seite ist nicht mehr sicher)  Auf der Seite fanden sich viele geniale Hinweise zum Bau einer eigenen Welt, auch wie man eine passende Landkarte zur eigenen Welt zeichnet und so habe ich mich an die Arbeit gemacht. 

Länder, Flüsse, Berge, Wälder entstanden aus dem Nichts… eine faszinierende Sache! 

Manche sagen, es ist nicht geschickt, zuerst die Landkarte zu malen, das käme erst später.

Für mich aber, die bisher immer mit Landkarten und festen Entfernungen für Wegstrecken usw. gearbeitet hat, war es wichtig, zu wissen, wo befinde ich mich denn und wie lange braucht mein Protagonist von A nach B. Also musste eine Karte her, damit ich mich selbst orientieren kann, allerdings ist die nicht statisch, sondern kann jederzeit erweitert oder verändert werden, wenn ich das brauche.

Bis hierher bin ich gelangt:

Ich hatte jetzt also eine Karte, eine Hauptfigur und jede Menge Nebenfiguren und eine grobe Idee für die Story.

Wie es weiter geht, kannst du im nächsten Teil meines Roman-Tagebuches lesen.

Roman-Tagebuch Teil 1

In diesem Teil meines Roman-Tagebuches will ich berichten, wie ich dazu komme, einen Roman schreiben zu wollen:

Wie ich schon an anderer Stelle erzählt habe, gehört Schreiben schon immer zu mir! Und vom Geschichten erfinden und der Leidenschaft für ein textbasiertes Rollenspiel ist es nicht weit zu der Idee, ein ganzes Buch mit einer Story füllen zu wollen. Da war sie nun, die ominöse Idee vom Roman. 

Wie fängt man denn nun einen Roman an?

Ich denke, es gibt viele verschiedene Möglichkeiten mit einem Romanprojekt zu beginnen, manchmal hat man einen genialen Einfall für eine Geschichte, zack die Idee ist da, ein grober Plot, der Aufhänger für das ganze Drama, dann wieder schleicht sich eine Figur an und sagt „Hallo, willst du nicht meine Geschichte erzählen?“

Manchmal inspiriert mich ein Foto, ein Gemälde oder etwas in der Natur, ein Satz, den jemand sagt oder eine Szene, die ich beobachte. Ich sammle Worte, Ideen, Beobachtungen, Bilder… Gottes weite Welt ist voll von Inspirationen!

Und in diesem Fall? 

Ich schreibe schon lange Texte, bei denen ich mit anderen Schreibern gemeinsam eine Geschichte erzähle. Jeder schreibt aus der Perspektive seiner Figur und der andere antwortet mit seiner Figur und deren Perspektive und führt die Geschichte fort. Das ist manchmal sehr witzig, manchmal anstrengend, aber man befruchtet sich immer gegenseitig mit Ideen und Motivation.

Am liebsten hätte ich nun einen Roman entwickelt aus dem, was ich in diesem Rollenspiel schon erfunden hatte.

Dabei gibt es aber ein Problem

Der Inhalt der Geschichten ist ja nicht allein mein geistiges Eigentum. Es beruht auf den Ideen verschiedener Autoren, die alle Versatzstücke zu der Geschichte beigetragen haben. Und ich habe gar nicht mehr Kontakt zu allen, damit ich sie fragen könnte, ob ich Ideen, die wir gemeinsam gehabt haben, in meinem Buch verwursten darf. Damit ist diese Möglichkeit gestorben.

Hier zeigt sich schon ein großes Thema beim Schreiben: 

Urheberrecht und geistiges Eigentum. 

Darauf zu achten ist nicht nur aus rein rechtlichen Gründen nötig, hier könnten Schadensersatzforderungen drohen, es ist mir auch an sich ein Anliegen. Denn ich möchte ja selbst nicht, dass mir jemand meine Ideen klaut.

Das Rollenspiel führe ich gerne weiter, der Roman muss aber aus diesem Grund eine davon getrennte, unabhängige Sache sein.

Die Schwierigkeit blieb also, ich brauchte eine frische Idee für den Roman. Eine neue, unverbrauchte Idee, eine Idee, die funktioniert. Und die trägt für eine Geschichte, die nicht nur ein paar Seiten lang ist, sondern mehrere Hundert.

Aber woher nehmen und nicht stehlen?

Ich wusste nicht viel. Nur, dass meine Geschichte in einer mittelalterlichen Welt spielen soll, denn da kenne ich mich ganz gut aus. Mein Rollenspiel ist schließlich um 1200 in England angesiedelt und dazu habe ich schon unendlich viel recherchiert. 

Also wäre es doch nur logisch, den Roman ins England dieser Zeit zu verlegen, oder?

Es sprach einiges dafür, manches aber auch dagegen. Am Ende blieb die Idee einer mittelalterlichen Welt in einem fiktiven Kontext. Warum genau ich es nicht historisch in unserer realen Welt verankern möchte, dazu an anderer Stelle mehr.

So, das Setting war da: Mittelalter und fiktive Welt. Und dann? Was will ich eigentlich erzählen?

Ich habe gehirnt und gegrübelt und irgendwann flog mich eine grobe Idee an. Etwas, was eigentlich ein Schema F bei vielen Romanen ist. Noch nichts Spezifisches. Nur der ungefähre Rahmen.

Und wie gehts weiter?

Vom Rollenspielen kenne ich das, dass oft mit der Figur auch die Geschichte kommt, die sie erzählen will.

Also: Ich brauchte einen Hauptcharakter, den ich fragen kann, was er denn erlebt hat und erzählen möchte.

Ja, du hast richtig gehört, ich frage meine Figuren und die machen sich oft selbstständig, erzählen, wollen sich mitteilen und haben ihre ganz eigenen Vorstellungen von der Geschichte.

Ob ich meinen Chara gefunden habe? Und ob er redet?

Wie es weiter geht, kannst du im nächsten Teil meines Roman-Tagebuches lesen.

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